Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Carrera-Rennstall Maisach: Wenn Rennboliden durchs Dorf brettern

27. September 2020

Als ich Kind war, gab es bei uns zwei Fraktionen: Die einen spielten mit der Eisenbahn, die anderen spielten mit einer Rennbahn. Ich gehörte eindeutig der Rennbahn-Fraktion an und liebte meine Carrera-Bahn. 

Und als ich den Carrera-Rennstall in Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck betrat, da kamen die Emotionen meiner Kindheit wieder hoch. Uwe Furthmann betreibt den Rennstall mitten im Dorf und hat einen alten Stall an der Bahnhofsstraße zur Rennstrecke für Carrera-Rennboliden umgebaut. Zusammen mit Gleichgesinnten trainiert er, veranstaltet Rennabende und bietet den Rennstall auch zur Miete für Jugendgesellenabschiede, Stammtische oder Rennfreunde an. Infos in der Facebook-Gruppe „Carrera Rennstall Maisach“ oder direkt bei uwe.furthmann@gmail.com

Das echte LeMans 2020 ist gerade abgeschlossen. Da finde ich es eine Idee eines privaten Carrera-Rennens prima. Es ist eine ganz sympathische Freizeitbeschäftigung. 

Wer den Rennstall betritt, ist erst einmal erschlagen von der Größe der Rennbahn. Strecken, Tunnel, Tribünen, Boxen, Zuschauer, Berge – so stell ich mir eine ideale Modelllandschaft vor. Und ich sehe vor meinem geistigen Auge die Hunderte Stunden Arbeit, die Uwe Furthmann in seine Bahn gesteckt hat. Bei eBay, Sammlermärkte und Flohmärkte besorgt er sich Ersatzteile und Fahrzeuge. Wenn Brücken, Gebäude oder Tribünen nicht mehr im Original zu finden sind, dann kommt ein 3D-Drucker zum Einsatz. Als Gastgeschenk habe ich meine alte Rennbahn aus Kindertagen mitgebracht, die ich als Kind hatte. Hier ist mein Carrera Hockenheimring 30350 in den besten Händen. Im Rennstall wird auf Carrera Universal gefahren – das System meiner Jugend. Damit fahren die Rennwagen stabil in einer Spur, anders wie auf den späteren Systemen wie Carrera Go. 

Ich schaute bei einem Rennen vorbei. Die Rennen werden mit einem Fahrzeug gefahren. Bei einem defekten Fahrzeug darf ich mit einem Ersatzfahrzeug weiterfahren. Es gibt zwei Arten von Rennen. Im Zeitrennen wird die zurückgelegte Strecke in einer vorgegebenen Renndauer gewertet. Im Rundenrennen wird die Zeit, für die vorgegebene Anzahl an Runden gewertet. Jeder Teilnehmer muss die volle Rundenzahl fahren.

 

Während ein Sportfan im hinteren Bereich des Rennstalls an einer Werkbank saß und die Reifen seines Flitzers optimierte, waren andere im Raum an neuralgischen Punkten verteilt. Ihre Aufgabe war es, die Autos wieder auf die Bahn zu setzen, wenn sie bei hoher Geschwindigkeit aus der Kurve fliegen. Nicht Vollgas ist für die beiden Piloten angesagt, sondern gefühlvolles Fahren und eine Fahrstrategie. „Entspannt weiterfahren“, ist der Rat von Furthmann. Gefühl beim Fahren durch die Modelllandschaft ist die Devise. Es wurden 100 Runden von zwei Fahrer gefahren. Dies dauerte rund 34Minuten – und das bei höchster Konzentration. Am Ende des Rennens waren die Piloten nass geschwitzt und außer Puste. Carrera strengt an, macht aber unheimlich Freude. Die Männer ohne Nerven steigerten sich ins Rennen hinein. Ein Wagen durchbrach die Leitplanken, flog aus der Bahn und krachte gegen einen Styroporberg. Schnell einsetzen und weiterfahren durch die Welt von Farbe, Spachtel, Material aus dem Floristenhandel, Ikea und Modellbau. 

Uwe Furthmann kennt seine Bahn freilich am besten und kann entsprechende Fahrtipps geben. Seit November 2019 hat er an den Strecken gebaut, Kabel verlegt und den alten Kuhstall in ein Rennparadies verwandelt. Der Strom kommt von leistungsfähigen Labornetzteilen, die mehr Saft als die traditionellen Carrera-Transformatoren liefern. Das hohe Piepsen der Elektromotoren erfüllt den Raum. „Im Grunde sind Carrera-Autos die ältesten E-Autos der Welt“, so Furthmann. An der Wand Fotos von Le Mans, Pokale am Tisch aufgereiht und natürlich Autos, Autos, Autos. Ein Ford GT40 fällt mir sofort ins Auge. Das war schon immer einer meiner Lieblingswagen. Als Kind habe ich das Auto nie von meinen Eltern bekommen. Irgendwann habe ich den Wagen im Original mal live gesehen – eine starke Kiste. Und ich will unbedingt mal zu LeMans.

 

Golffieber42 startet offiziell

7. September 2020
Ich freue mich, dass Golffieber42 jetzt offiziell  online ist.

Ich freue mich, dass Golffieber42 jetzt offiziell online ist.

Heute ist der offizielle Startschuss für mein neues Projekt Golffieber42. Ich bin seit Monaten der Golfbegeisterung erlegen und veröffentliche ab jetzt unter der Marke Golffieber42 Kolumnen und Eindrücke eines Golfbeginners im Netz.
Neben der Website bespiele ich die Kanäle Twitter, Instgram und betreibe eine Facebook-Seite, verbunden mit der herzlichen Einladung, diesen Kommunikationswegen zu folgen. Auf der Website kann ein kostenloses E-Mail-Abo abgeschlossen werden, das dann über Neuerungen der Website informiert.
In den vergangenen Wochen habe ich mich neben meinem Spiel auf meiner Heimatanlage der Golfanlage Rottbach zudem der Contenterstellung gewidmet. So sind schon einige Artikel im Blog von golffieber42 eingestellt. In regelmäßigen Abständen kommen weitere journalistisch aufbereitet eBlogartikel hinzu – Geschichten aus der Sicht eines begeisterten Golfbeginners.

Golf ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung.

Golf ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung.

Der Name Golffieber42
Warum der Name Golffieber42? Nun, wer der Faszination des Golfsports erliegt, der fühlt sich wie in einem Fieberrausch. Es macht mir unglaublich Spaß auf dem Grün zu stehen und den Ball zu schlagen. Es ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung, die es in sich hat. Dabei geht es (noch) nicht darum, das Handicap zu verbessern, sondern Spaß und Freunde an dem Sport zu haben. Diese Faszination mit den großen und kleinen Geschichten vermittelt das Projekt Golffieber42.
Und die Zahl 42? Wer den von mir sehr verehrten Douglas Adams kennt, dem brauche ich nichts weiter zu sagen. Wer 42 nicht kennt, dessen Freund ist Google. Das Projekt Golffieber42 stammt aus der Schmiede von redaktion42.

Inhalte von Golffieber42
Was erwartet uns bei Golffieber42? Es sind Eindrücke, Kolumnen, kleine Geschichten, ein paar Tipps, Ausflüge in die Unterhaltung, viele Fotos. Es werden Reiseberichte hinzukommen, Porträts, Tests, Interviews und vor allem viele Emotionen – also alles, was dieses wunderbare Hobby ausmacht.
Und gerne würde ich mit der Seite auch Geld verdienen. Natürlich können Anzeigen geschaltet und Sponsoring-Kooperationen geschlossen werden. Alles wird ordentlich gekennzeichnet und transparent kommuniziert – nach den Vorgaben des Bloggerclubs.

Geschichten rund um Golf.

Geschichten rund um Golf.

Dank geht an
Natürlich geht so ein Projekt nicht ohne Unterstützung. Zunächst ein großer Dank an meine Familie und hier vor allem an meine Frau, die mit mir auf dem Golfplatz schlägt. Für Input und Geschichten danke ich Erich Kornberger, für die Vorbildfunktion Franz Neumeier mit seinem Blog Cruisetricks und meinem Kollegen Thomas Gerlach mit dessen Jobs-Motivationsspruch: Real Artists ship.

Persönlicher Nachruf auf Uli Stein

5. September 2020

Seine Maus begleitete mich an den Lüftungsschlitzen meiner ersten beiden Autos. Es war eine Maus in der Lederjacke, die ich liebgewonnen hatte. Sie stammte von Uli Stein, der vor kurzem im Alter von 73 Jahren in Hannover verstorben ist.

Ich mochte die Figuren von Uli Stein. Ich hatte neben der Stoffmaus im Auto auch einen Eierbecher im Mausdesign von ihm. Der ist im Zuge von Umzügen verloren gegangen, die Maus mit Lederjacke existiert heute noch – im Keller.
Und ich mochte seine Comics mit seinen Mäusen, Pinguinen, Schweinen und mehr. Seine Menschen hatten immer dicke Nasen – das fand ich sympathisch.
Als das Internet noch absolutes Neuland war, bekam ich ein Comicbuch mit seinen Zeichnungen geschenkt, die sich rund um das WWW drehten. Es waren einige gelungene Witze darunter – ich glaube das Buch hieß Notebook. Das Covers der schwarzen Buches war eine Zeichnung mit zwei Mäusen. Eine am Computer, eine mit Schild in der Tür stehend: Auf dem Schild die Aufschrift: http://www.ab-ins-Bett.de Das ist in unserer Familie zu geflügelten Satz geworden, wenn meine Kinder mal wieder zu lange vor der Kiste sitzen.
Vielen Dank lieber Uli Stein, du hast unser Leben bereichert und ich wünsche dir, dass du dort oben weiter so viel Freude verbreitest.

Meine wichtigste App auf der Apple Watch: Clicker

20. August 2020
Clicker hat mein (Golf-)Leben leichter gemacht.

Clicker hat mein (Golf-)Leben leichter gemacht.

Immer wieder werde ich gefragt: Was ist deine wichtigste App auf der Apple Watch? Nun, ich habe viele Apps im Einsatz und nutze diese Apps auch regelmäßig. Aber es gibt eine App, die ich wirklich oft nutze: Clicker
Die App macht das, was sie machen soll – sie zählt, wenn ich klicke. Nicht mehr, nicht weniger. Warum ist nun diese App für mich so wichtig?
Seit dem Tod meines Vaters habe ich mit dem Golfsport begonnen. Ich habe die Platzreife im Golfclub Rottbach bei mir um die Ecke gemacht und verbringe aufgrund von Corona weniger Zeit auf Vorträgen und mehr Zeit auf dem wunderschönen Platz. Dieser Sport ist anstrengend, fordert meine geistige und körperliche Kondition, ich bin an der frischen Luft und es macht einfach Spaß den Ball zu schlagen. Ich hatte das Problem, das ich oft vergessen hatte, wie viele Schläge ich für ein Loch brauche. Das klingt jetzt doof, aber es ist beim Golf entscheidend, wieviele Schläge man braucht. Gerade als Einsteiger schlage ich eine Bahn nicht mit der genauen Vorgabe, sondern ich brauche einfach mehr Schläge bis der Ball im Loch ist. Und wenn ich mich auf meine Anzahl der Schläge konzentriert und mitgezählt habe, dann war meine Konzentration beim Abschlag dahin. Klingt jetzt doof, ist aber bei mir so. Ich muss mich wirklich konzentrieren, mit mir im reinen sein und sollte nicht durch die Zählerei abgelenkt werden.

Ich habe beobachtete, wie es andere machen. Ein Flight-Partner hatte so eine Art Rosenkranz mit dem er Perlen weiterschiebt und so zählt. Als Fan der Apple Watch brauchte ich natürlich eine digitale Lösung. Also in den App-Store für die Apple Watch geschaut. Es gibt enorm viele Zähler-Apps. Ich wollte keinen technischen Overkill und entschied mich für die kostenlose App Clicker. Das einzige Feature ist, dass ist die Farbe der Ziffern ändern kann. Das war mir auch schon zuviel und ich hab es bei Grün gelassen.
Habe ich nun einen Schlag gemacht, dann klicke ich auf der Uhr und Clicker zählt. Ich habe mir die App auf das Hauptdisplay gelegt, so dass ich nicht lange suchen muss. Also kann ich nicht abgelenkt mein Golfspiel angehen. Ist das Loch gespielt, setzte ich die App auf Null zurück. Der bekannte iOS- und OS-X-Entwickler Craig Hockenberry von der Iconfactory hat eine einfache wie nützliche neue Apple-Watch-App vorgestellt.
Aber bitte fragt jetzt nicht, ob sich mein Golfspiel jetzt dadurch verbessert hat. Ich bin noch am Anfang – aber es macht Spaß.

Unter so einem Himmel darf ich spielen - göttlich.

Unter so einem Himmel darf ich spielen – göttlich.

Israelische und deutsche Kampfjets über Fursty

18. August 2020

Gleich vorweg: Ich bin mit dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck aufgewachsen. Mein Vater arbeitete dort und ich habe viele Bekannten aus dem militärischen Umfeld. Und ich habe die gescheiterte Befreiungsaktion der israelischen Geiseln auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck Fursty 1972 mir von Kollegen des Fürstenfeldbrucker Tagblatts aus erster Hand von dem damaligen Fotografen Franz Schmotz immer und immer wieder erzählt bekommen. Das zur Vorgeschichte.
Zur Erinnerung an das Olympiaattentat von 1972 hat am Dienstag vormittag eine deutsch-israelische Kampfjet-Formation den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck überflogen. Dort war am 6. September vor 48 Jahren nach dem Attentat arabischer Terroristen auf das israelische Olympiateam ein geplanter Befreiungsversuch der deutschen Polizei mit dem Tod der Geiseln katastrophal gescheitert.
Es war das erste Mal, das israelische Kampfjets im deutschen Luftraum sind und Israels Israeli Air Force und Deutschlands Luftwaffe hier gemeinsam üben. Ich finde diese Aktion hat einen hohem Symbolwert, bei dem ich dabei sein wollte. Für mich war der Überflug ein Zeichen der Ehrerbietung. Es kam ja auch zu einem Überflug der KZ Gedenkstätte Dachau – ebenso von hohem symbolischen Wert.

Zusammen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern fand ich mich an der ehemaligen Startbahn des Flugplatzes ein, die heute eine Umgehungsstraße meines Wohnorts ist. Man unterhielt sich, viele hatten Fotoapparate mit Teleobjektiven dabei, einige schauten durch Feldstecher und einige genossen einfach nur das Treiben. Man wollte einfach bei dem historischen Schauspiel in der Luft dabei sein.

Zwischen 9:30 Uhr und 10 Uhr sollte die Formation über Fursty fliegen, also radelte ich mich rechtzeitig hin. Die Zeit bis zum Formationsflug beobachtete ich die Polizei, die auf einem Übungsplatz ein Fahrertraining absolvierte. 1972 war die bayerische Polizei vom arabischen Terror überfordert. Jetzt üben die Polizeibeamten für einen Ernstfall. Kurz nach 10 Uhr war es soweit. Aus Westen näherte sich die Formation von Eurofightern und F-16. In der Mitte eine Gulfstream mit Prominenz an Bord. Ein Planespotter erzählte, dass die gemeinsame Übung von Deutschen und Israeli durch Generalleutnant Ingo Gerhartz zustande kam. Dieser hatte bei Besuchen in Israel 2018 und 2019 eine Einladung ausgesprochen.
Der Luftraum wurde kurzfristig gesperrt, was man an den Kondenzstreifen am Himmel sah – nein, es waren keine Chemtrails. Viermal flogen die Flugzeuge über Fursty hinweg. Der Vorbeiflug nennt sich „Memory for the Future“ und wurde angeführt von einer IAF Gulfstream G550 mit F-16-Kampfflugzeugen und zwei deutschen Eurofighter-Jets. Der Kommandant der IAF, Generalmajor Amikam Norkin, leitete den Vorbeiflug in der Gulfstream G550 an der Seite des Inspekteurs der Deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, und der ersten weiblichen IAF-Staffelkommandantin.

Ich veröffentliche hier die Original-Pressemeldung der israelischen Luftwaffe vom 15. August 2020. Ist ist auchhier zu finden.
Starting from Monday, August 17th, 2020, the first joint exercise of the Israeli Air Force (IAF) and the German Air Force will take place in Germany. This exercise is the only international exercise that the IAF is conducting abroad this year, due to the spread of Corona virus.
The exercise is being held in order to continue enhancing the IAF’s capabilities to undertake missions in unfamiliar terrain, as part of its mission to maintain the IAF’s readiness, its ability to deal with various scenarios, and to continue strengthening the bonds and cooperation between the IAF and allied air forces. As part of the exercise, Israel’s six F-16 „Barak“ fighter jets, two Boeing 707 „Re’em“ transport jets, and two Gulfstream G-550 „Eitam“ control jets will land in the „Nörvenich“ Airbase in Germany.
Over the course of the two-week exercise, the IAF alongside NATO members will practice different aerial maneuvers as part of the „MAG Days“ exercise, an international event that takes place four times per year. During the exercise the air forces will perform dozens of flyovers that will simulate scenarios of air-to-air battles and air-to-ground battles, dealing with advanced ground-to-air missile threats and combat maneuvers over enemy terrain.
On Tuesday, August 18th 2020, a „Memory for the Future“ flyby will take place – a joint flyby, led by an IAF Gulfstream G550 jet with F-16 fighter jets and two German „Eurofighter“ jets, will fly by Dachau concentration camp, in memory of the Holocaust victims and above the “Fürstenfeldbruck” Airport close to Munich, in the memory of the 11 athletes that were murdered in Munich, members of the 1972 Olympic delegation. The flyby will be led by the Commanding Officer of the IAF, Maj. Gen. Amikam Norkin, who will fly the Gulfstream G550 jet alongside the Commanding Officer of the German Air Force, Lt. Gen. Ingo Gerhartz, and the first female Commanding Officer of the 122nd Squadron, Lt. Col. G‘.
After the flyby, an official memorial ceremony at the Dachau concentration camp will be held. The ceremony will be attended by the German Federal Minister of Defense, Mrs. Annegret Kramp Karrenbauer, the Israeli Ambassador to Germany, Mr. Jeremy Issacharoff, the Commanding Officers of both air forces and other dignitaries. The Deputy Commanding Officer of the 109th Squadron, Maj. Y, a grandson of a Holocaust survivor of the Dachau concentration camp, will speak at the ceremony. In addition, an „Yizkor“ reading will be heard from Rabbi Mendel Moraity. The ceremony will be broadcast live on IAF and IDF digital platforms.
In addition, the Commanding Officers of both air forces will visit the memorial monument of the 11 murdered athletes in Munich. The exercise holds top strategic importance and has substantial influence on the IAF, the IDF and the State of Israel. The Israeli-German cooperation and the arrival of IAF jets on German soil is a historic event. The IAF is and will continue exercising with foreign air forces to maintain the force’s capability and readiness, to enhance connections and interest and to encourage and strengthen the mutual learning between the air forces.

Corona: Vorbildliches Hygienekonzept mit QR-Codes im Gasthaus Heinzinger, Rottbach

3. August 2020
Vorbildliches Hygienekonzept im Gasthaus Heinzinger in Rottbach.

Vorbildliches Hygienekonzept im Gasthaus Heinzinger in Rottbach.

Corona macht der Gastronomie stark zu schaffen. Ich bin gerne bereit, die lokalen Wirte zu unterstützen, wenn Qualität und Service passen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Auch unterschiedliche Hygienekonzepte in den Wirtshäusern sind festzustellen.
Mein Lieblingslokal im Landkreis Fürstenfeldbruck ist bei uns um die Ecke, das Gasthaus Heinzinger. Der Wirt Denis Kleinknecht ist in der nationalen Gastro-Szene wohlbekannt und die ganze Familie liebt sein Essen. Also nichts wie raus nach Rottbach. Es gab Wiener Schnitzel für meine Mutter, Kuddeln für die Gattin und für mich ein Tomahawk, zuvor Radieschenkaltschale und panierter Schweinskopf als Grüße aus der Küche. Absolut lecker.

Bemerkenswert ist aber auch das Hygienekonzept. Kontaktnachverfolgung ist ja üblich. Aber wenn ein Wirt sein Konzept ernst nimmt, dann muss die Speisekarte nach jedem Gast gereinigt werden. Das ist aufwändig und bindet Personal. Leider habe ich schon einige Gasthäuser auch im Dorf erlebt, die dieses Corona wohl nicht so eng sehen.
Denis Kleinknecht dagegen hat seine Speisekarte ins Netz gestellt und gibt eingeschweißte QR-Codes aus. Die Gäste können sich via Smartphone die Karte auf ihr Mobiltelefon laden und auswählen. Da wir auf dem Land in Bayern sind und kein Netz vorhanden ist, bietet Denis Kleinknecht seinen Gästen einen kostenlosen WLAN-Zugang. Das ist Digitalisierung in Corona-Zeiten. Die eingeschweißten Karten werden dann abgewischt. In diesem Video erklärt Denis Kleinknecht sein Konzept:

Für die Gäste, die kein Smartphone haben oder mit dem QR-Code und Technik generell überfordert sind, hält Denis Kleinknecht Papierausdrucke seiner Speisekarte bereit, die nach dem Bestellvorgang vernichtet werden.
Also im Gasthaus Heinzinger esse ich nicht nur gerne, weil Qualität und Service stimmen. Nein, ich fühle mich auch sicher, weil der Gastronom den Schutz seiner Kunden sehr ernst nimmt.

Urlaub daheim: Räuber-Kneißl-Radweg

27. Juli 2020
Kneißl-Rastplatz in Überacker.

Kneißl-Rastplatz in Überacker.

Wenn ich dieses Jahr schon nicht in den Urlaub fahre und aufgrund Corona zu Hause bleibe, will ich meine Heimat näher erkunden. Da trifft es sich gut, dass der Räuber Kneißl Radweg vor kurzem offiziell eröffnet wurde. Ich hab den Weg vor der Eröffnung während der ersten Corona-Welle mal abgefahren und darüber mit vielen Videos gebloggt. Hier der Link zu meinen ersten Eindrücken.
Jetzt kam eine Einladung der WestAllianz ins Postfach, die eine Presse- und Bloggertour des Räuber Kneißl Radwegs in meiner Heimatgemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck durchführten. Klar, bin ich da mitgefahren. Neben Bewegung gab es auch Geschichte und Kultur zu erleben. Die Themen-Strecke ist in vier Etappen unterteilt und führt über 110 Kilometer durch die Gemeinden Bergkirchen, Gröbenzell, Karlsfeld, Maisach, Sulzemoos, Odelzhausen und Pfaffenhofen a.d. Glonn, die im Wirtschaftsverbund WestAllianz zusammengeschlossen sind. Was die WestAllianz eigentlich ist, erklärte Helmut Zech, Leiter der Arbeitsgruppe Naherholung und Tourismus der WestAllianz und gleichzeitig Bürgermeister von Pfaffenhofen a.d. Glonn. Er erklärte uns in Maisach den Hintergrund in diesem Video.

Auf der Website www.räuber-kneissl-radweg.de gibt es Hintergrundinformationen zum Radweg, zudem stehen die GPS-Daten der Etappen, die offizielle Radwanderkarte sowie ein Audio Guide zum Download bereit. Der kleine Tross von Medienmenschen ist natürlich nicht die ganze Strecke geradelt, sondern haben symbolisch rund 10 Kilometer des Kneißl-Radwegs erkundet (und sogar dabei noch abgekürzt). Hier ein Zeitraffervideo unserer Tour von Maisach über Überacker und Frauenberg.

Das neue Ausflugsziel ist nach Mathias Kneißl (1875-1902) benannt, der in den Gemeinden der WestAllianz gelebt hat und als „Kneißl Hias“, „Räuber Kneißl“ oder auch „Schachenmüller- Hias“ in die Lokalgeschichte einging. Zahlreiche Bücher, Schriften, Lieder, Filme und Theaterstücke widmeten sich seinem Leben, das von Armut und Dramatik, aber auch von Kriminalität geprägt war.

„Wir haben einen Themenweg geschaffen, der nicht nur landschaftlich überaus vielseitig ist und entlang vieler Attraktionen des Münchner Westens führt“, betont Helmut Zech. „Vielmehr erfährt man an den Informationstafeln in den Gemeinden auch viel Wissenswertes rund um das Leben von Mathias Kneißl, an dem sich ja bis heute die Geister scheiden.“ Wichtig war den Organisatoren, den durchaus umstrittenen Namensgeber keinesfalls zu glorifizieren. Die bewegende Geschichte des Räuber Kneißls wurde von Kulturwissenschaftlerin Dr. Annegret Braun erzählt.

Entlang der Strecke sind neun offizielle „Kneißl-Rastplätze“ eingerichtet. Tische und Bänke laden zum Verweilen ein, zudem gibt es Info-Tafeln rund um den Namensgeber sowie Fahrradständer und eine dekorative Stele, die der Künstler Helmut Fischer entworfen hat. Aber auch zu den Besonderheiten der einzelnen Gemeinden der WestAllianz und zu ihren Sehenswürdigkeiten wird in Wort und Bild informiert. Für den Notfall steht in jeder Gemeinde übrigens auch die nötige Ausrüstung zur Reparatur des Fahrrads bereit.

In der Radwanderkarte zur neuen Räuber-Kneißl-Route eingezeichnet sind lokale Sehenswürdigkeiten wie Klöster, Kirchen, Kapellen, Schlösser, Mühlen, Bademöglichkeiten, E-Bike-Ladestationen und Campingplätze sowie besondere Attraktionen wie der Kneißlkeller in Maisach, das Heimat- und Torfmuseum in Gröbenzell oder die Kapelle Maria Stern in Odelzhausen. Annegret Braun erzählte auch von einem nachgebauten Klassenzimmer wie zu Kneißls-Zeiten in Sulzemoos als Attraktion für die ganze Familie.

Die Streckenabschnitte, Sehenswürdigkeiten, Stationen und Rastplätze im Überblick
Abschnitt 1: Karlsfeld – Gröbenzell (30,2 Kilometer)
Karlsfeld
• Heimatmuseum (www.heimatmuseum-karlsfeld.de) mit E-Bike-Ladestation
• Ludl Kapelle, Andachts- und Feldkapelle von 1899
• Karlsfelder See
• Kneißl-Rastplatz am Waldschwaigsee
Gröbenzell
• Heimat- und Torfmuseum (www.torfmuseum.de) im historischen Schulhaus
• Lochhauser Sandberg, ein botanisches Naturdenkmal
• Kneipp-Anlage im Gröbenbach mit Armbadbecken
• Camping am Langwiedersee
• Kneißl-Rastplatz an der im Jugendstil errichteten Russenbrücke (1916) über den Gröbenbach

Abschnitt 2: Bergkirchen (25 Kilometer)
Bergkirchen
• Sankt Johann Baptist Kirche
• Kleiner Ampersee und Camping bei Geiselbullach
• Romantische, historische Eichenallee „Am Kreuzweg“ in Lauterbach, zu Beginn des
Verbindungswegs zu Abschnitt 3
• Kneißl-Rastplatz am Eisolzrieder See und am Aussichtspunkt in der Nähe der Pestsäule
und Mariengrotte von Kreuzholzhausen

Abschnitt 3: Maisach (23,3 Kilometer)
• Heilig Blut Kirche am Ende des Verbindungswegs von Abschnitt 2 in Einsbach
• Sankt Bartholomäus Kirche in Überacker auf der Strecke nach Maisach
• Sankt Vitus Kirche
• Räuber Kneißl Keller, Wirtshaus und Museum

• Idyllischer Aussichtspunkt vor Aufkirchen
• Kneißl-Rastplatz bei der Kapelle St. Wolfgang in Überacker und am Aussichtspunkt
Weinbergstraße südlich von Frauenberg

Abschnitt 4: Sulzemoos – Odelzhausen – Pfaffenhofen a.d. Glonn (27,3 Kilometer)
• Gut Schloss Sulzemoos und Sankt Johannes Baptist Kirche in Sulzemoos
• Sankt Florians Kirche in Wiedenzhausen und Maria Stern Kapelle kurz vor Odelzhausen
• Schlossgut Odelzhausen und Sankt Benedikt Kirche in Odelzhausen
• Furthmühle zwischen Odelzhausen und Pfaffenhofen a.d. Glonn
• Kirche St. Michael in Pfaffenhofen a.d. Glonn
• Kneißl-Rastplatz in allen drei Gemeinden

Und zum Schluss noch eine nette Fluchtgeschichte vom Räuber Kneißl. In einem Odlfass entkam der gesuchte Mathias Kneißl. Annegret Braun weiß mehr:

Werbung: Spiegelteleskop – Das Reflektor Teleskop und seine Vorteile

13. April 2020
der Supermond durch meine Nikon.

Der Supermond durch meine Nikon.

Dieser Tage war ein faszinierendes Schauspiel am Himmel zu beobachten: Der Supermond. Vom 7. auf den 8. April kam der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde sehr nahe. Der Mond erschien gigantisch, weil zudem noch Vollmond war. Also nichts wie raus mit Kamera und Teleskop, um das Himmelsphänomen zu genießen.
Bei der Kamera nutzte ich meine etwas in die Jahre gekommene Nikon DX3 mit 200mm 2,8 Blende und 1,5fach Telekonverter. Gleichzeitig drehte ich mit dem iPhone einen kleinen Zeitrafferfilm.

Mein Teleskop ist das Celestron 76 mm Firstscope, ein Teleskop meiner Kinder. Das hatten wir im 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie gekauft. 1609 hatte Galileo Galilei die Astronomie begründet. Das Celestron FirstScope ist ein Spiegelteleskop nach Newton, bei dem ein speziell geschliffener (Haupt-)Spiegel das Licht der Himmelskörper sammelt und über einen zweiten (Fang-)Spiegel zum Okular leitet, welches das Bild vergrößert. Der große Durchmesser des Hauptspiegels von 76mm ermöglicht es, mit dem FirstScope genug Licht zu sammeln um viele lichtschwächere Objekte wie Galaxien und Gasnebel am Nachthimmel zu beobachten. Dabei sind Vergrößerungen bis etwa 150x möglich.
Durch den Supermond bin ich wieder auf den Geschmack gekommen und werde mich über Reflektorspiegelteleskope mehr informieren. Eine interessante und informative Seite ist diese https://teleskopkaufen.com/reflektor-spiegelteleskop.

Ich bin ein interessierter Amateur, der sich mit den Himmelskörpern beschäftigt. Mein Interesse wurde durch die Kinderzeitschrift YPS geweckt. Dem YPS 177 lag das 72seitige Büchlein Die Geheimnisse des Weltalls bei, das ich wie die Bibel hütete. Ich las viel über die Planeten und YPS weckte meinen Forschergeist.
Jemand, der die Faszination an die nächste Generation weitergibt, ist mein Twitter-Kollege AstroZwerge Jens-Uwe Peter, der die Website AstroZwerge betreibt. Ich frage bei ihm nach:

Was fasziniert dich an den Sternen?
AstroZwerge: Der Blick in den Nachthimmel ist im ersten Moment ein Blick ins Dunkel, hier und da leuchten kleine Lichter. Sobald man aber genauer hinsieht und sich damit beschäftigt, eröffnet sich einem eine faszinierende Vielfalt an Themengebieten. Geschichte, Physik, Chemie, Mythologie, Technik, Alltag, … von welcher Seite aus man sich dem Ganzen nähert, immer gibt es was Neues, was Spannendes zu entdecken. Und so kann man fast jeden bei seinen Interessen abholen und z.B. vermitteln, dass da nicht einfach nur Lichtpunkte am Himmel hängen, sondern uns Lichtsignale erreichen, die teilweise starteten, als die Menschen noch in den Bäumen kletterten. Dieser Blick in die scheinbar räumliche und zeitliche Unendlichkeit ist umwerfend.

Der Blick in den Himmel macht mit einem Teleskop mehr Spaß. Welche Erfahrungen hast du hier gemacht?
AstroZwerge: Ganz ehrlich, als meine Frau mir mein Teleskop schenkte und ich die ersten Versuche startete, war ich schnell frustriert. Alles wackelte, ich fand mich überhaupt nicht zurecht, es war kalt. Doch nachdem es mir gelang den Saturn deutlich und mit seinen Ringen zu sehen, war ich begeistert. Es war da nicht mehr nur ein heller Punkt, sondern eine Struktur. Es wurde zu einem realen Objekt. Und bei einer „Wanderung“ entlang der Tag- und Nachtgrenze auf dem Mond mit all seinen Kratern und Bergen vergisst man schnell die Uhrzeit und die Kälte.
Das Beobachten mit dem Teleskop ist nicht einfach nur Durchschauen und Ansehen, sondern Vorbereiten, Aufsuchen, Entdecken, Erkunden und wirken lassen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und kann auch ganz schön frustrierend sein. Aber wenn es dann klappt und sich ein heller Punkt am Nachthimmel in mehrere einzelne Sterne in Lichtjahre weiter Entfernung auflöst, ist es einfach nur überwältigend! Wenn ein diffuser Lichtfleck im Teleskop zu einem Kugelsternhaufen aus Hunderten von Sternen wird, versteht man, dass da draußen noch viel mehr ist.

Du arbeitest viel mit und für Kinder. Wie reagieren die auf Astronomie?
AstroZwerge: Kinder sind sehr neugierig, begeisterungsfähig, aber auch sehr kritisch und spiegeln dieses deutlich wider. Und das gilt halt auch für die Astronomie. Ich glaube, dass ihre Neugier sie schnell für nicht alltägliche Themen wie Raumfahrt, Weltall und Sterne begeistern lässt. Und wenn sie dann durch so ein großes Teleskop den Mond oder einen Planeten viel näher sehen oder man mit ihnen über Astronauten und Raumstationen spricht, leuchten die Augen.

Was ist dir bei einem Teleskop wichtig? Welche Funktionen muss es für dich und deine Arbeit haben?
AstroZwerge: Einige wird es jetzt vielleicht wundern, aber ich halte inzwischen die Größe des Teleskopes für nicht so wichtig, wie die Stabilität der Montierung und des Stativs. Und beides muss natürlich zum Teleskop passen. Die beste Auflösung bringt nichts, wenn das Teleskop nach jeder Berührung lange wackelt und jeder Windhauch einen Stern zum Zappeln bringt. Auch die Mechanik zum Fokussieren – der so genannte Okularauszug – muss ausreichend stabil und mit möglichst wenig Spiel sein. Als drittes stellte ich deutliche Unterschiede bei den Qualitäten der Okulare fest. Auch hier lohnt es sie sich genauer hinzusehen und sich beraten zu lassen.
Da meine Veranstaltungen mit den Kindern hauptsächlich in unserer örtlichen Sternwarte stattfinden, nutze ich natürlich den dortigen Caudé-Refraktor. Er hat den großen Vorteil, dass – obwohl es ein Linsenfernrohr ist – interne Spiegel das Licht so umlenken, dass der Beobachter immer vom gleichen Standort in das Fernrohr schaut, egal wohin es gerichtet ist. So brauchen die Kinder nicht auf Leitern steigen oder bei Richtungswechseln durch die Kuppel wandern.
Anderseits haben Besucher, die nur selten durch ein Teleskop schauen, oft Schwierigkeiten kleine Details zu erkennen. Da hilft dann auch die beste Qualität nicht. Hier ist dann die Robustheit und Stabilität eher von Bedeutung.

Es gibt ja einfache Fernrohre und es gibt Spiegelteleskop. Welche Vorteile hat das Reflektor Teleskop für dich?
AstroZwerge: Nun, wie erwähnt ist unser Sternwartenteleskop auch ein Refraktor und mit Sicherheit kein „einfaches“ Fernrohr 😉
Reflektoren sind Spiegelteleskope. Bei ihnen wird das Licht über einen gewölbten Spiegel gebündelt und über einen oder mehrere Fangspiegel in das Okular gelenkt. Sie haben den großen Vorteil, bei gleicher Öffnungsgröße preiswerter als Linsenteleskope zu sein, da größere Spiegel einfacher als große Linsen hergestellt werden können. Mit einer größeren Öffnung kann man mehr Licht einfangen und somit auch lichtschwächere Objekte sehen. Mitten in der Stadt sind diese jedoch heute auch so nicht mehr sichtbar.
Außerdem erzeugen die Optiken der Linsenteleskope Farbfehler, die nur durch teuere Linsen oder sehr große Brennweiten minimiert werden können.
Weiterhin muss man bei Linsenteleskopen immer irgendwie „am Ende“ rein schauen. Das kann – wenn nicht doch mit Spiegeln nachgeholfen wird – bei Beobachtungsgebieten im Zenit zu unschönen Verrenkungen führen. Bei einigen der Reflektorbauarten schaut man „von der Seite“ rein, was wesentlich bequemer ist.

Im Moment sind Osterferien? Hast du da mehr Zeit für dein Astronomie Hobby und wie sehen die Pläne aus?
AstroZwerge: Aufgrund der Coronakrise und den damit verbundenen zusätzlichen alltäglichen und beruflichen organisatorischen Aufwänden hatte ich leider nicht mehr Zeit. Zu Beginn der Woche dokumentierte ich die Wanderung der Venus im Bezug auf die Plejaden am Abendhimmel und versuchte immer wieder den Überflug der ISS zu erwischen. Jetzt habe ich erst einmal frei und hoffe von der Zeit auch etwas für die Astronomie verwenden zu können. Da ich momentan astronomisch mehr im Internet und in Büchern als am Teleskop unterwegs bin, stört mich das helle Licht des Ostervollmond eher weniger. Ich bin gerade an ein paar neuen Projekten dran und hoffe meinen Blog mal wieder auf Vordermann bringen zu können.

Tribute to Karl – Handschuhe von Roeckl zu Ehren von Karl Lagerfeld

6. März 2020

Mein Gott, der Karl ist jetzt über ein Jahr tot und wenn ich die Welt der Mode ansehe, merke ich, wie sehr König Karl fehlt. Ich vermisse die Ikone Karl Lagerfeld und schaue noch immer gerne Fotobücher seiner Shows an. Vor kurzem gönnte ich mir einen Bildband zu Chanel. Chanel. Ein Name – Ein Stil von Jérôme Gautier. Chanel: The Vocabulary of Style

Coco Chanel erfand die Damenmode neu: Sie schuf einen zeitlosen Stil, der bis heute nichts an Einzigartigkeit verloren hat, und zählt ohne Zweifel zu den einflussreichsten Modedesignerinnen des 20. Jahrhunderts. Dieser Band ist eine Reminiszenz an ihr Schaffen: Glamouröses Fotomaterial aus Coco Chanels Zeit wird zeitgenössischen Fashionshoots gegenübergestellt und macht eindrucksvoll erkennbar, dass Chanels Linie auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Stringenz verloren hat. Die typischen Materialien Jersey und Tweed, strenge Schnitte und Klassiker wie das „Kleine Schwarze“ bestechen bis heute mit zeitloser Eleganz und dem gewissen Etwas. Die zahlreichen und opulenten Aufnahmen von hochkarätigen Fotografen wie Horst P. Horst, Cecil Beaton, Richard Avedon, Mario Testino, Annie Leibovitz und Karl Lagerfeld sind eindrucksvoll. Ich mag den fotografischen Stil von Lagerfeld.

Besonders gefreut hat mich, dass zum ersten Todestag von Lagerfeld meine Lieblingshandschuhfirma Roeckl eine Hommage an König Karl herausgebracht hat. Roeckl hat den limitierten Lederhandschuh Tribute to Karl kreiert. Die kurzen Halbfinger-Handschuhe sind aus extra weichem Haarschaf Nappaleder gefertigt und erzeugen einen exklusiven Glam Rock Look. Ich war sofort verliebt in die Handschuhe und bestellte mir ein paar der auf 40 Stück limitierten Auflage für Herren.

Mein Modell für Herren wird durch ein sehr feines Leder-Lacing mit einer Gunmetal Panzerkette mit dem Lochnietensaum der Handschuhe verbunden. Dieses Dekorelement wird auch an den offenen Fingern weitergeführt. Durch die halbkugelförmige Öffnung an der Oberhand kommt der opulente Kettensaum besonders gut zur Geltung. Eine Vollsteppnaht sorgt für maximalen Tragekomfort und Sportlichkeit.
So begeistert ich von den Handschuhen war, so entsetzt war ich über die Verpackung. Ich bestellte online und die Lieferung erfolgte prompt. Allerdings kamen die hochwertigen Designerhandschuhe in einem simplen Pappumschlag daher. Die Handschuhe waren in einer Plastiktüte verpackt. Roeckl, was soll das? Ihr seit ein Design-Unternehmen, ihr habt Stil und Geschmack und dann bekomme ich so eine langweilige Verpackung. Keine Schachtel, kein Etui für Handschuhe dieser Preisklasse. Schämt euch und Karl Lagerfeld dreht sich im Grab um.

 

Riga: Warum wird Heinz Erhardt kein Denkmal gesetzt?

5. März 2020
Für mich einer der ganz Großen: Heinz Erhardt

Für mich einer der ganz Großen: Heinz Erhardt

Als der beliebteste deutsche Humorist nach Loriot gilt Heinz Erhardt. Der Wortakrobat verkörperte für mich die Zeiten des Wirtschaftswunders pur. Ich kenne Heinz Erhardt nur von Schallplatten und Filmen. Als ich vor kurzem in Riga weilte, machte ich mich auf die Suche nach Spuren von Heinz Erhardt.
In Riga wurde Heinz Erhardt am 20. Februar 1909 geboren. Riga gehörte damals zum russischen Kaiserreich, war aber komplett deutsch geprägt. Mein Vorwurf an Riga: Warum habt ihr Heinz Erhardt komplett vergessen? Die Stadtoberen verweisen an allen Ecken auf Richard Wagner, der ein paar Jahre in Riga gewirkt hatte, aber keine Spur eines Denkmals von Heinz Erhardt. Wagner-Büsten und -Plaketten überall, aber kein Erhardt – das ist eine Schande und hier vergibt sich Riga allerhand Tourismuswerbung, denn Heinz Erhardt hat noch immer treue Fans.

Mein deutscher Reiseführer und Erhardt-Experte Maik Habermann zeigte mir die Stätten des berühmten Mannes. Ich stand vor der ehemaligen Musikalienhandlung im Zentrum von Riga. Hier betrieb der Großvater Paul Neldner ein erfolgreiches Musikhaus. Über 120 Klaviere und Flügel wurden zum Kauf angeboten. Hier lernte der kleine Heinz auch das Klavierspiel. Es gibt Kompositionen von Erhardt aus den Jahren 1925 bis 1929, die ihn als extrem begabten Klavierspieler und Komponisten zeigen. Sie wurden erst nach dem Tod des Komikers entdeckt und veröffentlicht Heinz Erhardt, mal klassisch: 24 Klavierkompositionen. Heinz Vater war Kapellmeister und so liegt die Musik im Blut der Familie. Der Großvater war in seiner Zeit ein angesehener Mann. Er veranlasste, dass das Libretto zu Wagners Tristan ins Russische übersetzt und in St. Petersburg aufgeführt wurde. Der Großvater bekam als Dank dafür vom Zaren Manschettenknöpfe mit dem russischen Doppeladler aus Brillanten.

Die Musikalienhandlung von Heinz Erhardts Vater in Riga.

Die Musikalienhandlung von Heinz Erhardts Großvater in Riga.

Der Schüler Heinz Erhardt, der 14 Mal die Schule wechseln musste, war kein großes Notenvorbild. Da der Vater in Europa verschiedenste Anstellungen hatte, musste der kleine Heinz mit. Ohne Abschluss verließ er das Gymnasium 1926 und ging ans Konservatorium nach Leipzig und wieder zurück nach Riga, um in der Musikalienhandlung seines Opas eine kaufmännische Lehre zu beginnen. Aber die Welt der Zahlen war für Heinz nichts.

Heinz Erhardt-Experte Maik Habermann.

Heinz Erhardt-Experte Maik Habermann.

Er wollte auf die Bühne. Der erste nachweisliche Auftritt war 1928 bei der Weihnachtsfeier der Pfadfinder in Riga als Pausenfüller. Seine humoristischen Lieder zur Laute kamen extrem gut an. Später war im Zweiten Weltrieg in der deutschen Truppenbetreuung tätig und nach dem Krieg begann seine Rundfunk-, später seine Filmkarriere.
Als Jugendlicher sah ich im linearen Fernsehen die Klassiker: Natürlich die Autofahrer, Immer die Radfahrer, Witwer mit fünf Töchtern, Drillinge an Bord – später kamen Pennäler- und Beamtenfilme dazu, die ich eher schwach fand.
Ich hatte mehrere Schallplatten von Telefunken wie diese 100 Jahre Heinz Erhardt – Die kompletten Telefunken-Aufnahmen, die ich gerne hörte und las als Schüler auch seine Gedichtbände und versuchte mich am zitieren – mit mäßigen Erfolg. Erhardt hatte einen Humor, der mir lag, und in Riga zitierte mein Reiseleiter Maik Habermann immer wieder aus dem Reimwerk von Heinz Erhardt Das große Heinz Erhardt Buch. Und ich bleibe bei meiner Forderung: Setzt Heinz Erhardt ein Denkmal in Riga.