Ich habe mich sehr gefreut, mal wieder ein Klassiker für unter 100 Euro und ich hab gleich zugeschlagen und mit Freunden den neuen Ardbeg Dolce genossen. Der Ardbeg Day ist für Fans der Islay-Destillerie längst mehr als ein Termin im Kalender. Er ist ein weltweites Ritual für alle, die kraftvollen Torfrauch, maritime Aromen und die eigenwillige Experimentierfreude von Ardbeg schätzen. Und ich habe diesen wichtigen Tag dieses Jahr aus Termingründen verpasst. Am Ardbeg Day am 30. Mai 2026 stand die Feier unter einem besonders genussvollen Motto: „La Dolce Islay“. Der Glamour des italienischen Kinos der 1960er Jahre traf auf den rauen Charakter der schottischen Insel Islay – und im Mittelpunkt stand die neue limitierte Sonderabfüllung Ardbeg Dolce.
Ardbeg Dolce ist die Limited Edition zum Ardbeg Day 2026. Der Whisky verbindet zwei sehr unterschiedliche Genusswelten: die süße, mediterrane Fülle sizilianischer Marsala-Dolce-Fässer und den unverkennbaren Rauch eines Islay Single Malts. Marsala Dolce ist die süßeste Variante des berühmten sizilianischen Likörweins. Genau diese Fassreifung gibt dem Whisky seine warme, fruchtige und schokoladige Seite. Ergänzt wird sie durch klassischen Ardbeg aus ehemaligen Bourbonfässern, der Struktur, Vanille, Rauch und die typische salzige Kraft der Brennerei einbringt. In dem Bistro Sixtyfour in Maisach machten wir zu später Stunde eine kleine Verkostung.
Das Ergebnis ist ein Whisky, der das bekannte Ardbeg-Prinzip des „torfigen Paradoxons“ neu interpretiert. Ardbeg ist berühmt dafür, intensive Rauchigkeit nicht nur brachial, sondern erstaunlich süß, ölig und vielschichtig wirken zu lassen. Bei Ardbeg Dolce wird dieses Spannungsfeld besonders deutlich. In der Aromatik zeigen sich reife Aprikosen, Orangenmarmelade, dunkle Schokolade und geröstete Nüsse. Dazu kommen salzige, rauchige Noten, die an Islay, Meerluft und glimmendes Holz erinnern. Der Whisky bleibt damit klar als Ardbeg erkennbar, wirkt aber zugleich wärmer, runder und mediterraner als viele klassische Abfüllungen der Destillerie.
Gerade diese Verbindung macht Ardbeg Dolce interessant. Der Whisky will kein bloßer Effekt sein, sondern eine stilistische Brücke schlagen: Sizilien und Islay, Dolce Vita und Torfrauch, sonnige Frucht und salzige Küste. Die Idee passt zum diesjährigen Ardbeg-Day-Motto, das sich an der Ästhetik des italienischen Kinos der 1960er Jahre orientiert. Man denkt an große Sonnenbrillen, Vespas, Plätze in der Abendsonne, rot-weiß karierte Tischdecken – und dann kommt dieser typische Ardbeg-Twist hinzu: Rauch, Seetang, Würze und eine gewisse wilde Unberechenbarkeit.
Master Blender Dr. Gillian Macdonald beschreibt Ardbeg Dolce als Verbindung von Marsala-Dolce-Fässern und klassischem Ardbeg aus Bourbon Casks. Die süßen Noten von Zitrusfrüchten, Orangenmarmelade und dunkler Schokolade treffen dabei auf salzig-rauchige Nüsse. Damit ist Ardbeg Dolce nicht nur eine Sonderedition für Sammler, sondern auch ein Whisky für Genießer, die Ardbeg einmal von einer anderen Seite erleben möchten.
Auch für die Destillerie selbst ist die Abfüllung ein typischer Ardbeg-Day-Whisky: limitiert, erzählerisch stark aufgeladen und geschmacklich bewusst anders angelegt als die Standardrange. Wer Ardbeg Ten, Uigeadail oder Corryvreckan kennt, bekommt hier keine Wiederholung, sondern eine verspieltere, süßere und zugleich immer noch deutlich rauchige Interpretation des Hausstils.
Ardbeg Dolce erscheint mit 47,8 Prozent Alkohol und wird als limitierte Abfüllung zum Ardbeg Day 2026 angeboten. Für Mitglieder des Ardbeg Committee soll er ab dem 26. Mai 2026 über Ardbeg.com erhältlich sein. Ab dem 30. Mai kommt die Sonderedition auch in den Fachhandel und zu ausgewählten Ardbeg Embassies. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 99 Euro.
Ardbeg Dolce ist damit mehr als nur eine weitere Festivalabfüllung. Er ist ein kleines Genusskino im Glas: sizilianische Süße, dunkle Schokolade, Aprikose und Marmelade auf der einen Seite; Torfrauch, Salz, Nüsse und Islay-Wucht auf der anderen. Ein Whisky für alle, die Ardbeg lieben – und neugierig darauf sind, wie „La Dolce Vita“ schmeckt, wenn sie durch den Rauch von Islay zieht.
An der Nase: Kräftig und komplex. Der Rauch wird begleitet von Aprikosennoten, saftigen Rosinen, klebrigen Datteln und herben Apfelkompott. Orangenmarmelade verleiht dem Ganzen eine zitrusartige Frische. Ein Spritzer Wasser bringt tiefere, erdige Schichten zum Vorschein: Geröstete Pilze, Kiefernnadeln, Salzfisch, Kapern und Oliven. Die Speisekammer Islays trifft auf einen sizilianischen Garten.
Am Gaumen: Gewürze geben den Ton an mit Zimtaromen, Sternanis und etwas Lakritz-Schärfe. Süße entfaltet sich mit ahornrauchigem Holz, gebackenen Datteln mit Walnüssen, Honigwaben und dunkler Schokolade. Trockenfruchtnoten folgen dicht danach, umhüllt von Zitronenzeste und mit ausgewogenen, herzhaften Noten gesalzener Nüsse und Trockenkräuter.
Nachhall: Lang und vielschichtig im Nachhall, mit Noten von geräuchertem Apfelholz, Tabak der trocknet, Lagerfeuerglut und kräftig-zähes Torföl. Ardbeg Dolce ist mit 47,8 Vol. % Alkohol abgefüllt, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.
Playmobil kann mehr als Piraten, Ritter und Bauernhof. Besonders charmant sind die Sonderausgaben historischer Persönlichkeiten, bei denen große Kulturgeschichte plötzlich auf sieben Zentimeter schrumpft. Martin Luther mit Bibel, Goethe mit „Faust“, Dürer mit Staffelei, Mozart mit Geige oder Richard Wagner mit Notenständer: Diese Figuren sind kleine Botschafter der Geschichte. Sie wirken auf den ersten Blick spielerisch und niedlich, erzählen aber gleichzeitig etwas über Menschen, Orte und Jubiläen, die bis heute Bedeutung haben.
Der Reiz dieser Sonderfiguren liegt genau in diesem Spannungsfeld. Eine Playmobilfigur ist vertraut, freundlich und niedrigschwellig. Man muss kein Museumsexperte sein, um sich ihr zu nähern. Gerade deshalb funktionieren diese Miniaturen so gut. Sie holen große Namen vom Sockel herunter und machen sie greifbar. Martin Luther ist dann nicht nur der Reformator aus dem Geschichtsbuch, sondern eine kleine Figur mit schwarzem Barett und aufgeschlagener Bibel. Richard Wagner ist nicht nur der Komponist der großen Opern und der Bayreuther Festspiele, sondern steht als Playmobilfigur mit Taktstock und Notenständer vor einem. Das nimmt den Persönlichkeiten nichts von ihrer Bedeutung, im Gegenteil: Es macht neugierig.
Viele dieser Figuren entstehen zu besonderen Anlässen oder in Zusammenarbeit mit Städten, Museen, Stiftungen und touristischen Einrichtungen. Der Playmobil-Luther wurde zum großen Erfolg und gilt als besonders populäre Sonderfigur. Auch andere historische Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Albrecht Dürer, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder regionale Figuren zeigen, wie gut sich Geschichte in dieser Form vermitteln lässt. Bayreuth brachte 2026 passend zum Jubiläum der Bayreuther Festspiele eine exklusive Richard-Wagner-Figur heraus, inklusive Notenständer und spezieller Verpackung. Die Figur wurde gemeinsam von der Stadt Bayreuth und dem Unternehmen Playmobil entwickelt und kam am 23. Mai 2026 in den Verkauf. Sie zeigt den Komponisten Richard Wagner in historischer Kleidung mit Taktstock und Notenständer. Die Sonderfigur kostet 5,99 Euro und wird in einer eigens gestalteten Sammler-Verpackung angeboten. Erhältlich ist sie unter anderem in der Tourist-Information Bayreuth sowie bei ausgewählten Händlern in der Stadt. Die Edition gilt als offizielles Jubiläumsprodukt der Bayreuther Festspiele und richtet sich sowohl an Wagner-Fans als auch an Sammler von Playmobil-Sonderfiguren.
Das Schöne daran ist: Diese Figuren sprechen ganz unterschiedliche Menschen an. Kinder sehen zunächst eine Spielfigur. Erwachsene erkennen den historischen Bezug. Sammler achten auf Verpackung, Auflage und Zubehör. Touristen nehmen die Figur als Souvenir mit. Und Museen bekommen ein Objekt, das nicht trocken erklärt, sondern sofort ein Lächeln auslöst. Eine kleine Figur kann dadurch mehr bewirken als manche lange Infotafel: Sie senkt die Hemmschwelle, sich mit Kultur und Geschichte zu beschäftigen.
Besonders bei Martin Luther zeigt sich, wie stark dieses Prinzip funktionieren kann. Die Figur war nicht nur ein Werbeartikel, sondern wurde zu einem kleinen kulturellen Phänomen. Die erste Auflage war schnell vergriffen, später wurden sehr hohe Stückzahlen verkauft; der Luther gilt als erfolgreichste Einzelfigur in der Geschichte von Playmobil. Das zeigt, dass historische Themen keineswegs langweilig sein müssen, wenn man sie klug, liebevoll und zugänglich präsentiert. Jetzt kam gerade die Playmobil-Sonderfigur Deutsche Jugendfeuerwehr auf den Markt: Die jetzt vorgestellte neue Playmobil-Sonderfigur wurde in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugendfeuerwehr entwickelt und spiegelt authentisch deren Erscheinungsbild wider. Denn erstmals wurde eine Playmobil-Sonderfigur in Form und Größe einer Teenagerfigur umgesetzt. Die Startauflage beträgt 34.000 Stück, der Vertrieb erfolgt exklusiv über das Versandhaus Deutscher Feuerwehrverband GmbH.
Natürlich kann man darüber schmunzeln, wenn große Geister als Plastikfiguren erscheinen. Aber genau dieses Schmunzeln ist Teil des Erfolgs. Playmobil-Sonderfiguren machen Geschichte nicht kleiner, sondern nahbarer. Sie schaffen einen spielerischen Zugang zu Menschen, deren Namen man vielleicht kennt, deren Werk einem aber manchmal fern erscheint. Wer eine Wagner-Figur sieht, fragt sich vielleicht wieder, was es mit Bayreuth, den Festspielen oder dem „Ring des Nibelungen“ auf sich hat. Wer Luther in der Hand hält, denkt vielleicht an Reformation, Bibelübersetzung und Religionsgeschichte. Und wer Goethe, Schiller oder Dürer entdeckt, merkt, dass Kultur nicht nur im Museum hängt, sondern auch als kleine Figur auf dem Schreibtisch stehen kann.
Gerade deshalb sind diese Sonderausgaben so sympathisch. Sie verbinden Sammelleidenschaft, Bildungsauftrag und Popkultur auf eine Weise, die leicht verständlich ist und trotzdem Wirkung hat. Aus großen Namen werden kleine Figuren, aus Geschichte wird ein Mitbringsel, aus einem Souvenir vielleicht sogar ein Gesprächsanlass. Und am Ende zeigt sich: Manchmal braucht es keine dicken Bücher, um Interesse an Kultur zu wecken. Manchmal reicht eine sieben Zentimeter große Figur mit Bart, Barett oder Taktstock.
Stolz bin ich auch auf die Göttinger Gänseliesel, die es seit März 2026 gibt. Sie wurde mir von einem Bekannten besorgt, der aus Göttingen stammt Anlass ist das 125-jährige Jubiläum des Wahrzeichens. Die Figur zeigt das Gänseliesel mit den typischen Gänse. Hinter der Miniatur steckt Stadtmarketing: Göttingen Marketing wollte aus dem bekannten Brunnenmotiv ein Souvenir und Sammlerstück machen. Geschäftsführerin Petra Aschenbach bezeichnete das Gänseliesel als Symbol der Stadt, das für viele Menschen mit persönlichen Erinnerungen verbunden sei. Das Original-Gänseliesel steht seit 1901 auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Die Bronzefigur wurde vom Bildhauer Paul Nisse nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Stöckhardt geschaffen. Seit 1990 steht am Brunnen eine Kopie; das Original befindet sich geschützt im Städtischen Museum. Berühmt wurde die Figur auch durch den Studentenbrauch: Frisch Promovierte bringen Blumen und küssen das Gänseliesel. Wegen solcher Besteigungen gibt es seit 1926 ein offizielles Kussverbot, das zum Jubiläum 2026 an drei Terminen gelockert wurde.
In meinem Lieblingshotel Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang wird Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt. Wenn sich auf Einladung der Hoteliers Armin und Sabine Groß die Gäste des Hauses zu einem Musikabend versammeln, entsteht eine besondere Atmosphäre der Nähe und Herzlichkeit. Bei einem Kurzurlaub genoss ich diese Herzlichkeit und sog die Atmosphäre in mich auf.
In der warmen, persönlichen Umgebung des traditionsreichen Hotels im Allgäu kommen Menschen zusammen, die sich vielleicht erst seit wenigen Tagen kennen – und doch verbindet sie in diesem Moment etwas sehr Einfaches und zugleich sehr Kraftvolles: das gemeinsame Singen. Vertraute Melodien, bekannte Liedzeilen und die Freude am Mitmachen schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das weit über den Augenblick hinauswirkt. Jeden Montag kommt man um 20:30 Uhr zusammen, um zusammen zu musizieren und zu singen.
Dabei geht es nicht um Perfektion oder große Bühnenauftritte, sondern um das gemeinsame Erleben. Stimmen mischen sich, Erinnerungen werden wach, und manches Lied lässt die Gäste schmunzeln, träumen oder leise mitsummen. Ich habe gesummt, sonst wäre es nicht zu ertragen. Für eine Weile treten Alltag, Termine und Unterschiede in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Musik, Begegnung und die Freude daran, miteinander etwas Schönes entstehen zu lassen. Gerade in einem Haus wie dem Hotel Prinz-Luitpold-Bad, das für Gastfreundschaft, Erholung und eine besondere Verbindung zur Allgäuer Lebensart steht, passt dieses musikalische Miteinander hervorragend zum Charakter des Hauses.
Aus diesen Musikabenden heraus entsteht nun eine weitere schöne Idee: Geplant sind für dieses Jahr Ukulele-Workshops im Hotel, bei denen Gäste dieses wunderbare Instrument näher kennenlernen können. Die Ukulele ist wie geschaffen für solche gemeinsamen musikalischen Momente. Sie ist klein, leicht, handlich und wirkt schon auf den ersten Blick sympathisch. Ihr heller, warmer Klang verbreitet sofort gute Laune und erinnert an Sonne, Leichtigkeit und unbeschwerte Stunden. Gleichzeitig ist sie ein Instrument, das auch Einsteigern schnell Erfolgserlebnisse schenkt. Schon mit wenigen Akkorden lassen sich viele bekannte Lieder begleiten, sodass die Hemmschwelle niedrig ist und der Spaß sehr schnell im Vordergrund steht. Meine sehr musikalische Gattin hat sich gleich nach dem Kurzurlaub ein Instrument angeschafft und übt seitdem – mit hörbaren Fortschritten.
Gerade deshalb eignet sich die Ukulele ideal für Gäste, die vielleicht schon lange einmal ein Instrument ausprobieren wollten, sich aber nie so recht getraut haben. Man muss kein Profi sein, keine jahrelange musikalische Ausbildung mitbringen und auch keine Noten lesen können, um erste Lieder zu spielen. Die Ukulele lädt dazu ein, einfach anzufangen. Sie nimmt die Angst vor dem Musizieren, weil sie freundlich, unkompliziert und zugänglich ist. Ihr Klang ist nie aufdringlich, sondern leicht und charmant. Sie begleitet Gesang auf natürliche Weise und macht aus einem einfachen Lied schnell einen kleinen musikalischen Höhepunkt.
Die geplanten Ukulele-Workshops im Hotel Prinz-Luitpold-Bad von 2.-4. Dezember können so zu einer wunderbaren Ergänzung der Musikabende werden. Charlotte Felgen wird einen Anfängerkurs geben. Anmeldungen hier. Wir haben uns zum Workshop angemeldet.
Die Workshops verbinden Lernen, Entspannung und Gemeinschaft auf eine besonders angenehme Weise. Gäste können etwas Neues ausprobieren, gemeinsam lachen, üben, singen und vielleicht am Ende sogar ein kleines Lied miteinander spielen. Das Instrument passt hervorragend zu der Atmosphäre des Hauses: herzlich, offen, lebensfroh und zugleich bodenständig. So wird Musik im Hotel Prinz-Luitpold-Bad nicht nur zu einem Programmpunkt, sondern zu einem Erlebnis, das Menschen zusammenbringt und ihnen ein Stück Allgäuer Wohlgefühl mit nach Hause gibt.
Und ich habe mir schon einen Termin für 2027 vorgemerkt: Vom 30. April bis 2. Mai 2027 verwandelt sich das Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang in einen Treffpunkt für Musikfreunde, Ukulele-Begeisterte und alle, die Lust auf ein besonderes Gemeinschaftserlebnis inmitten der Allgäuer Alpen haben. Unter dem Titel ALUHA 2027 lädt das Haus zu einem außergewöhnlichen Ukulele-Festival ein, bei dem Musik, Begegnung und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Die kleine Ukulele passt dabei wunderbar zur herzlichen Atmosphäre des Hotels: Sie ist handlich, sympathisch, leicht zu erlernen und verbreitet mit ihrem hellen, warmen Klang sofort gute Laune. Gerade deshalb eignet sie sich ideal für gemeinsame Musikabende und Workshops, bei denen nicht Perfektion, sondern Freude, Neugier und das gemeinsame Spielen zählen. Gäste können die Ukulele kennenlernen, erste Akkorde ausprobieren, vertraute Lieder begleiten und erleben, wie schnell aus wenigen Griffen ein gemeinsamer musikalischer Moment entsteht. In Verbindung mit der besonderen Gastfreundschaft des Hotel Prinz-Luitpold-Bad entsteht so ein Wochenende, das Erholung, Kreativität und Gemeinschaft auf schöne Weise miteinander verbindet. ALUHA 2027 verspricht ein charmantes Festival voller Musik, Leichtigkeit und Allgäuer Herzlichkeit.
In meinem Lieblingshotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang trifft Tradition auf moderne Technik. Das Haus, das sich als ruhig gelegenes Wellnesshotel im Allgäu mit historischem Ambiente, Panoramablick auf die Allgäuer Alpen und einem ganzjährig beheizten Infinity-Außenpool präsentiert, steht für Erholung, Gastlichkeit und persönliche Atmosphäre. Gerade deshalb ist der Einsatz von Service-Robotern dort mehr als nur ein technisches Experiment: Er zeigt, wie Digitalisierung im Hotelalltag sinnvoll eingesetzt werden kann, ohne den menschlichen Charakter eines Hauses zu verdrängen.
Service-Roboter können in einem Hotelbetrieb vor allem dort unterstützen, wo Wege lang, Abläufe wiederkehrend und Mitarbeitende stark eingebunden sind. Sie transportieren beispielsweise Geschirr entlasten damit den Service in den Speisesälen. Im Prinz-Luitpold-Bad passt ein solcher Einsatz besonders gut, weil das Hotel kein nüchterner Zweckbau ist, sondern ein gewachsenes Haus mit vielen Bereichen, Wegen und Angeboten. Wenn ein Roboter einfache Transportaufgaben übernimmt, bleibt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Zeit für das, was Gäste in einem Wellness- und Urlaubshotel besonders schätzen: persönliche Ansprache, Beratung, Aufmerksamkeit und echte Gastfreundschaft.
Wichtig ist dabei die richtige Haltung zur Technik. Der Roboter ersetzt nicht den Menschen, sondern unterstützt ihn. Gerade in der Hotellerie lebt guter Service von Blickkontakt, Empathie, Erfahrung und dem Gespür für Situationen. All das kann ein Roboter nicht leisten. Er kann aber helfen, Routinearbeiten zu erleichtern. Damit wird Technik nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem Werkzeug, das den Alltag für das Team angenehmer macht und zugleich den Service stabilisiert. In Zeiten, in denen viele Hotels mit Fachkräftemangel, hohen Belastungen und steigenden Erwartungen der Gäste umgehen müssen, kann ein solcher Baustein sinnvoll sein.
Für die Gäste hat der Einsatz eines Service-Roboters zudem einen besonderen Reiz. Er erzeugt Neugier, Gesprächsanlässe und oft auch ein Lächeln. Gerade in einem traditionsreichen Haus wie dem Prinz-Luitpold-Bad entsteht ein spannender Kontrast: Auf der einen Seite stehen Alpenpanorama, historische Architektur, Wellness, Ruhe und gewachsene Gastlichkeit; auf der anderen Seite bewegt sich moderne Servicetechnik durch den Hotelalltag. Diese Verbindung kann zeigen, dass Digitalisierung nicht kalt oder unpersönlich sein muss. Richtig eingebettet, kann sie sogar die Atmosphäre bereichern.
Eingesetzt werden Roboter von HolaBot. Der HolaBot ist ein Service- und Transportroboter des Herstellers Pudu Robotics, der vor allem in Gastronomie, Hotellerie und Gesundheitswesen eingesetzt wird. Er unterstützt Mitarbeiter bei körperlich belastenden Routineaufgaben, etwa beim Abräumen von Geschirr, beim Transport von Speisen, Getränken oder anderen Gegenständen. Mit einer Tragkraft von bis zu 60 Kilogramm, einem Volumen von 120 Litern und vier großen Ablageflächen ist er besonders für Bereiche geeignet, in denen viele Wege zurückgelegt werden müssen.
Im Hotelalltag kann der HolaBot das Serviceteam spürbar entlasten. Er ersetzt nicht die persönliche Gastfreundschaft, sondern übernimmt einfache Transportaufgaben, damit Mitarbeiter mehr Zeit für die Gäste haben. Per Pager-Funktion, App, Sprachsteuerung oder Gesten kann der Roboter gerufen und mit Aufgaben betraut werden. Seine berührungslose Bedienung und der spritzwassergeschützte Innenraum sind vor allem dort hilfreich, wo Hygiene und reibungslose Abläufe wichtig sind. So wird der HolaBot zu einem stillen Helfer im Hintergrund: Er trägt, fährt und unterstützt – während der Mensch weiterhin für Herzlichkeit, Aufmerksamkeit und echten Service sorgt.
Pädagogisch und gesellschaftlich betrachtet ist der Einsatz solcher Roboter ebenfalls interessant. Viele Menschen begegnen Servicerobotik noch mit Skepsis oder Unsicherheit. In einem Hotel können sie die Technik niedrigschwellig erleben: nicht in einer abstrakten Zukunftsdebatte, sondern im Alltag, beim Frühstück, im Restaurant oder auf dem Weg durchs Haus. Dadurch wird sichtbar, was Roboter heute tatsächlich können – und was eben nicht. Sie sind keine künstlichen Gastgeber, sondern praktische Helfer mit klar begrenzten Aufgaben.
Für das Hotel Prinz-Luitpold-Bad liegt die Chance darin, seinen Anspruch an Gastlichkeit mit modernen Arbeitsmitteln zu verbinden. Das Haus steht für Erholung in ruhiger Lage oberhalb von Bad Hindelang und für ein Wellnessangebot, das Natur, Tradition und Entspannung miteinander verknüpft. Ein Service-Roboter kann dieses Profil ergänzen, wenn er behutsam eingesetzt wird: unaufdringlich, nützlich und immer mit dem Ziel, den menschlichen Service zu stärken.
So wird der Roboter nicht zum Symbol für Entfremdung, sondern für eine moderne Form der Entlastung. Er übernimmt Wege, trägt Lasten und sorgt für Aufmerksamkeit – aber die Herzlichkeit bleibt beim Team. Genau darin liegt der entscheidende Punkt: Im Prinz-Luitpold-Bad kann moderne Technik dann überzeugen, wenn sie den Menschen nicht ersetzt, sondern ihm mehr Raum für das gibt, was kein Roboter kann – Gastfreundschaft mit Gefühl.
Es sind die kleinen Geschichten, die mir an einer Stadt wie München einfach gefallen. Geschichten liegen quasi vor den Füßen, man muss nur hinschauen. So geschehen bei meinem Besuch der Residenz in München zu der ich zum Roman Herzog Forschungspreis eingeladen war.
Beim Warten auf meine Gattin fielen mir der bayerische Löwe auf, der vor dem Eingang zur Residenz aufgestellt war. Vor der Münchner Residenz berührt man die Nase des bayerischen Löwen, weil daraus im Lauf der Zeit ein beliebter Münchner Glücksbrauch geworden ist. Wer an den Bronzelöwen am Eingang der Residenz vorbeikommt, streicht kurz über die glänzende Nase – oft ganz beiläufig im Vorübergehen, manchmal bewusst vor einer Prüfung, einem wichtigen Termin oder einfach, weil man ein bisschen Glück gebrauchen kann. Genau deshalb sind die Nasen der Löwen so auffällig hell und blank: Nicht, weil sie ursprünglich anders gestaltet waren, sondern weil unzählige Hände sie über Jahre hinweg poliert haben. Eigentlich handelt es sich dabei nicht um die Nase des großen Löwen selbst, sondern um die kleinen Löwenköpfe beziehungsweise Masken auf den Schilden, die die großen Bronzelöwen in ihren Tatzen halten. Im Alltag spricht man aber einfach von den „Löwennasen“ an der Residenz.
Die wahren Wächter der Tugend Eigentlich berühren die Menschen nicht die Schnauzen der großen Wappentiere selbst, sondern die sogenannten Maskarons – kleine Fratzenköpfe am unteren Ende der bronzenen Schilde, die von den vier Löwen gehalten werden. Diese Statuen, die den westlichen Eingang bereits seit dem 17. Jahrhundert bewachen, repräsentieren die vier Kardinalstugenden eines würdigen Herrschers: Klugheit, Gerechtigkeit, Stärke und Mäßigkeit. Einem erweiterten Aberglauben zufolge sollen diese Tugenden auf diejenigen übergehen, die die Schnauzen streicheln, wobei das Glück angeblich nur dann eintritt, wenn man alle vier Schilde nacheinander berührt.
Der Brauch lebt vor allem von der einfachen Vorstellung, dass das Berühren Glück bringt. Solche Rituale gibt es in vielen Städten: Man reibt an einer bestimmten Statue, legt eine Hand auf ein Denkmal oder berührt eine Figur, weil Generationen von Menschen es vor einem schon getan haben. Dadurch wird aus einem Kunstwerk ein Teil des städtischen Alltags. Bei den Löwen vor der Residenz passt das besonders gut, weil der Löwe in Bayern ohnehin ein starkes Symbol ist: Er steht für Herrschaft, Stärke, Schutz und bayerische Identität. Vor der ehemaligen Residenz der Wittelsbacher wirken die Löwen wie Wächter am Eingang – und gerade deshalb eignet sich die kleine Geste des Berührens so gut als persönlicher Glücksmoment mitten in der Stadt.
Um die Löwennasen rankt sich außerdem eine Münchner Legende aus dem Jahr 1848. Sie erzählt von einem Studenten, der eine Spottschrift gegen Lola Montez, die Geliebte König Ludwigs I., verfasst und an der Residenz angebracht haben soll. Statt zu fliehen, habe er sich später mutig gestellt. Der König soll ihm daraufhin nicht nur verziehen, sondern ihn sogar belohnt haben. Ob diese Geschichte historisch in allen Einzelheiten stimmt, ist weniger wichtig als ihre Wirkung: Sie erklärt den Brauch als Erinnerung an Mut, Glück und einen unerwartet guten Ausgang. Wer heute die Nase berührt, knüpft also an eine Mischung aus Aberglauben, Stadtlegende und Münchner Tradition an. 
Die Löwen selbst gehören schon seit Jahrhunderten zum Erscheinungsbild der Residenz. Die Bayerische Schlösserverwaltung beschreibt sie als bronzene Torwächter; die Figuren gehen auf die frühe Neuzeit zurück und waren ursprünglich Teil eines größeren dynastischen und künstlerischen Zusammenhangs. Weil die Originale durch Witterung und ständige Berührungen stark belastet wurden, stehen vor Ort inzwischen Repliken, während die kostbaren Originale geschützt werden. Der Brauch ist dadurch aber nicht verschwunden. Im Gegenteil: Gerade die blank geriebenen Nasen zeigen, dass diese Figuren nicht nur Museums- oder Denkmalsobjekte sind, sondern lebendige Stadtzeichen. 
Kurz gesagt: Man berührt die Nase des Löwen vor der Münchner Residenz, weil es Glück bringen soll. Dahinter steckt keine offizielle Zeremonie, sondern ein gewachsener Volksbrauch – eine kleine, liebevolle Münchner Gewohnheit, die Geschichte, Aberglauben und Stadtidentität miteinander verbindet. Und natürlich habe ich es auch gemacht.
Das Groschengrab war in Rosenheim. Die Retrobörse für klassische Videospiele und natürlich war ich mit dabei. Der Reiz von Retrobörsen für Videospiele liegt vor allem in der Mischung aus Nostalgie, Sammelleidenschaft und Gemeinschaft. Viele Besucher suchen dort nicht nur alte Spiele oder Konsolen, sondern Erinnerungen: das erste Game-Boy-Spiel, den Super Nintendo aus der Kindheit, ein bestimmtes Cover, einen Sound, ein Spielgefühl, das moderne Downloads kaum ersetzen können. Ich war auf der Suche nach Atari 2600- und PSP-Spielen.
Dazu kommt der Jagdtrieb. Auf Retrobörsen kann man stöbern, vergleichen, handeln und vielleicht genau das seltene Modul finden, das online entweder zu teuer ist oder nur auf Fotos existiert. Der physische Moment spielt eine große Rolle: Hülle in die Hand nehmen, Anleitung durchblättern, Zustand prüfen, mit Händlern sprechen. Die Preise in Rosenheim waren zivil bis exorbitant. Und ich stellte fest: Vieles hab ich schon im Archiv und bin stolz darauf.
Wichtig ist auch die Szene selbst. Retrobörsen sind Treffpunkte für Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen – Sammler, Spieler, Technikbastler, Nostalgiker. Man tauscht Tipps aus, spricht über alte Konsolen, erfährt etwas über Reparaturen, Umbauten oder regionale Besonderheiten. Dadurch wird aus dem Einkauf ein Erlebnis.
Und schließlich haben alte Videospiele einen kulturellen Wert. Sie zeigen, wie sich Technik, Grafik, Design und Erzählweisen entwickelt haben. Eine Retrobörse ist deshalb auch ein kleines Stück Popkultur-Geschichte zum Anfassen. Hier ein paar Eindrücke von der Veranstaltung.
Ich habe auf der Retrobörse Rosenheim mit Andy Brenner gesprochen, dem Organisator der Veranstaltung. Brenner zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden: Nach seinem ersten Eindruck sei die Börse in diesem Jahr wohl die besucherstärkste Ausgabe der vergangenen Jahre in dieser Location gewesen. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, sei der größte Andrang vor allem am Vormittag zu spüren gewesen. Nach 13 Uhr hätten viele Besucher ihre „große Beute“ bereits gemacht und seien zum Essen gegangen oder hätten die Börse verlassen. Gegen Ende kämen erfahrungsgemäß noch einmal einige Schnäppchenjäger.
Der Reiz von Retro-Games liegt für Brenner vor allem in der Erinnerung an frühere Zeiten. Viele Sammler verbänden mit den alten Spielen persönliche Erinnerungen an ihre Jugend. Früher habe man sich vieles nicht leisten können, heute könne man es kaufen – auch wenn es dann oft eher gesammelt als tatsächlich gespielt werde. Retro-Gaming sei eine eigene Szene mit sehr leidenschaftlichen Sammlern, von denen manche sogar komplette Spielesammlungen besitzen. Brenner selbst ist seit vielen Jahren in der Szene aktiv und organisiert die Börse bereits seit rund 15 Jahren. Anfangs habe er als Veranstalter noch die Gelegenheit genutzt, vorab nach besonderen Stücken zu suchen, inzwischen habe er die meisten Dinge, die er selbst haben wollte.
Sein persönlicher Einstieg in die Welt der Computer und Spiele war der Commodore 64, später folgten der Amiga, der PC und zahlreiche Konsolen wie PlayStation und Super Nintendo. Viele Geräte besitzt er bis heute, auch wenn sie inzwischen meist gut verstaut oder präsentiert im Regal stehen. Gespielt werde deutlich weniger als früher, weil im Alltag oft die Zeit fehle. Trotzdem gehe es für viele Sammler darum, die Originale zu besitzen. Gerade das Spielen auf echter Hardware, mit Originalmodul, Controller und Röhrenmonitor, sei ein besonderes Gefühl, das sich von moderner Emulation unterscheide.
Auch das Publikum der Retrobörse ist laut Brenner international geprägt. Neben vielen bayerischen Besuchern kämen regelmäßig zahlreiche Gäste aus Österreich nach Rosenheim. Die Börsen in Rosenheim und Wien seien eng miteinander verbunden, auch terminlich lägen sie weit genug auseinander. Brenner schätzt, dass das Publikum inzwischen fast zur Hälfte aus Deutschland und Österreich besteht.
Ein besonderes Herz hat Brenner für Pixelgrafik. Mit dem Wechsel zu frühen 3D-Grafiken, etwa beim Nintendo 64, habe er persönlich weniger anfangen können. Ihn faszinieren vor allem klassische, handgemachte Pixelanimationen, etwa bei Spielen wie Metal Slug auf dem Neo Geo. Moderne Spiele spiele er zwar auch gelegentlich, vor allem Rennspiele wegen der beeindruckenden Grafik, doch viele aktuelle Shooter und große 3D-Titel seien an ihm eher vorbeigegangen. Mobile Gaming spielte für ihn persönlich ebenfalls keine große Rolle. Zwar besitzt er Geräte wie Game Boy und Game Boy Advance, genutzt habe er sie aber kaum. Unterwegs habe er früher eher Musik gehört, gelesen oder Zeit mit Freunden verbracht.
VR sieht Brenner nicht als zentrales Thema des Retro-Gamings. Er habe Virtual Reality zwar ausprobiert, etwa mit der PlayStation, vertrage es aber selbst nicht besonders gut und bekomme davon Kopfschmerzen. Die technischen Möglichkeiten seien zwar spannend, für ihn persönlich habe VR jedoch wenig mit Retro-Gaming zu tun. Kritisch sieht er die teils stark gestiegenen Preise in der Sammlerszene. Manche Spiele in gutem Zustand oder mit Originalverpackung seien inzwischen extrem teuer. Für ihn selbst kämen solche Preise nicht infrage, aber es gebe Sammler, die bereit seien, für fehlende Stücke in ihrer Sammlung hohe Summen auszugeben. Letztlich regelten Angebot und Nachfrage den Markt.
Neben Spielen und Konsolen spielen für Brenner auch Magazine und gedruckte Hefte eine wichtige Rolle. Gerade das Blättern, die Haptik und das Gefühl eines echten Magazins seien durch digitale Medien nicht zu ersetzen. Aus der großen deutschsprachigen Facebook-Gruppe „Amiga Germany“ sei deshalb ein eigenes Magazin entstanden, das inzwischen seit mehreren Jahren erscheint. Die Auflage sei regelmäßig ausverkauft, mit rund 700 Abonnenten. Besonders in der Amiga-Szene gebe es dafür eine treue Zielgruppe.
Als persönliches Lieblingsspiel nennt Brenner ohne Zögern OutRun. Schon in den 1980er-Jahren habe er das Spiel in der Spielhalle gespielt, unter anderem in Italien. Auch später auf der Xbox sei OutRun für ihn eines der meistgespielten Spiele geblieben. Die Retrobörse Rosenheim soll auch 2027 wieder stattfinden. Einen genauen Termin gibt es laut Brenner noch nicht, da Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen geprüft werden müssen. Informationen dazu sollen rechtzeitig über die Facebook-Seite der Retrobörse bekanntgegeben werden.
Vor kurzem lud der Historische Arbeitskreis der Gemeinde Maisach wieder zu einer Lesung in die Gemeindebücherei Maisach ein. Im Mittelpunkt standen ausgewählte Texte aus den Heften zur Gemeindegeschichte „Meisaha“, die seit Jahren wichtige Episoden, Entwicklungen und Erinnerungen aus Maisach und seinen Ortsteilen dokumentieren. Die Lesung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick auf Vergangenes, sondern auch als lebendige Begegnung mit der eigenen Heimatgeschichte. Hier die einzelnen Lesungen aus den Meisaha-Heften. Die Hefte gibt u.a. es bei der Gemeinde Maisach zu kaufen.
Stefan Schader: Die Dampfmaschine der Brauerei Maisach Die Lesung von Stefan Schader zeichnet die Geschichte der Brauerei Maisach und ihrer Dampfmaschinen als bedeutendes Kapitel der Orts- und Technikgeschichte nach. Die Brauerei, eines der Wahrzeichen Maisachs, wurde bereits 1556 erstmals erwähnt und erlebte im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Besitzerwechsel. Eine wichtige Zäsur war das Jahr 1907, als Josef Sedlmeier den Betrieb übernahm. Nach dem Brand des Sudhauses in der Nacht zum Pfingstsonntag 1909 wurde die Brauerei neu aufgebaut und zugleich in moderne Technik investiert. Dazu gehörte auch der Erwerb von Geräten aus der stillgelegten Schlossbrauerei Hof Hegnenberg, darunter eine Dampfmaschine.
Schader erklärt, warum Dampfmaschinen für Brauereien damals so wichtig waren. Mit der Umstellung vom obergärigen auf das untergärige Brauverfahren im 19. Jahrhundert entstand ein wachsender Bedarf an verlässlicher Kühlung. Untergäriges Bier benötigte über Wochen hinweg niedrige und gleichbleibende Temperaturen, was zunächst nur mit Natureis möglich war. Dieses wurde im Winter gewonnen und in Kellern gelagert, weshalb traditionell nur in der kalten Jahreszeit gebraut werden konnte. In milden Wintern geriet dieses System jedoch an seine Grenzen. Erst die Entwicklung von Kältemaschinen, angestoßen durch Karl Linde in den 1870er Jahren, schuf Abhilfe. Angetrieben wurden diese frühen Kühlanlagen in der Regel von Dampfmaschinen, da die Elektrizitätsversorgung damals noch zu schwach ausgebaut war.
In der Brauerei Maisach kamen zwei solcher Maschinen zum Einsatz. Die ältere, kleinere Maschine stammte ursprünglich aus Hof Hegnenberg, war bereits 1892 gebaut worden und wurde 1909 nach Maisach gebracht. Sie war direkt mit einem Kompressor verbunden, der ebenfalls aus Augsburg stammte. Schader schildert dazu anschaulich auch Details aus den damaligen Bedien- und Wartungsanleitungen, die von den Maschinenführern Aufmerksamkeit, Ordnung, Reinlichkeit, Ruhe und Nüchternheit verlangten. Die zweite Dampfmaschine war eine deutlich stärkere Flottmann-Maschine aus dem Jahr 1928, die direkt nach Maisach geliefert wurde. Auch sie trieb einen Kompressor an, allerdings über ein Riemensystem. Beide Maschinen dienten jedoch nicht nur der Kälteerzeugung, sondern auch der Stromversorgung der Brauerei: Sie setzten Generatoren in Gang, die wiederum Pumpen, Rührwerke und Beleuchtung betrieben. Für Notfälle stand zusätzlich ein Dieselmotor bereit, der noch bis in die 1980er Jahre als Reserve genutzt wurde.
Der Betrieb der Dampfmaschinen endete 1974. Heute stehen die Maschinenräume mit den Dampfmaschinen ebenso wie das Sudhaus mit seinem Kamin unter Denkmalschutz. Damit sind in Maisach seltene technische Zeugnisse erhalten geblieben, die von der Entwicklung des Brauwesens und der Industrialisierung im ländlichen Raum erzählen. Auch wenn die Anlage noch immer so wirkt, als könne sie jederzeit wieder in Gang gesetzt werden, wird eine Wiederinbetriebnahme wohl Wunschdenken bleiben, da eine Restaurierung nach jahrzehntelangem Stillstand mit enormem finanziellem Aufwand verbunden wäre.
Charly Muth über die Schmidhammer-Chronik Die Lesung von Charly Muth über die Schmidhammer-Chronik gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Stimmung in Maisach während des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht Pfarrer Schmidhammer, der in diesen Jahren in Maisach wirkte und die Kriegsereignisse von 1915 bis 1917 chronologisch festhielt. Seine Aufzeichnungen spiegeln nicht nur die großen politischen und militärischen Entwicklungen wider, sondern auch die Sicht eines oberbayerischen Landpfarrers, geprägt von deutschnationalem Denken, religiöser Überzeugung und der allgemeinen Stimmung seiner Zeit. Zugleich erinnert Muth daran, dass die Chronik nur deshalb heute lesbar ist, weil der inzwischen verstorbene Jörg Pluta sie mit großem Aufwand aus der schwer entzifferbaren Handschrift Schmidhammers übertragen hat.
Aus den zitierten Passagen wird deutlich, wie eng sich in Schmidhammers Wahrnehmung Weltpolitik, Kriegsgeschehen, Religion und dörflicher Alltag miteinander verbanden. Er kommentierte Frontverläufe, Siege und Niederlagen ebenso wie die Unterbringung russischer Kriegsgefangener in Maisach, die Beteiligung der Bevölkerung an Kriegsanleihen oder die wachsenden Versorgungsschwierigkeiten. Seine Einträge zeigen Hoffnung auf einen schnellen Sieg, großes Mitgefühl mit den eigenen Soldaten und zugleich eine scharfe, oft polemische Ablehnung der Kriegsgegner. Immer wieder deutet er die Ereignisse moralisch und religiös, beklagt den Verlust von Vernunft und Glauben und sieht im Krieg auch eine Folge von Materialismus, Pressehetze und fehlender sittlicher Orientierung.
Zugleich wird in der Chronik der Alltag an der Heimatfront greifbar. Fleischkarten, Lebensmittelknappheit, Sparappelle und die Ermahnung zu Verzicht prägen das Leben ebenso wie Eingriffe in das kirchliche und dörfliche Leben. So berichtet Schmidhammer etwa von der Abnahme von Orgelpfeifen und Kirchenglocken für Kriegszwecke. Die Chronik nennt außerdem die vielen Gefallenen aus Maisach und macht damit deutlich, wie tief der Krieg in das Dorf hineingriff. Zwischen patriotischer Deutung, Frömmigkeit und Entbehrung zeigt sich eine Gesellschaft, die den Krieg nicht nur an den Fronten, sondern auch im Alltag, in der Kirche und im Denken der Menschen erlebte.
Am Ende lockert Muth die Lesung mit einem satirischen „Kochrezept“ aus der Kriegszeit auf, in dem Lebensmittel- und Bezugskarten symbolisch zu einem Gericht verarbeitet werden. Gerade dieser humorvolle Schluss macht noch einmal deutlich, wie sehr Mangel, Bürokratie und Improvisation den Alltag bestimmten. So wird die Schmidhammer-Chronik in der Lesung nicht nur als historisches Dokument vorgestellt, sondern als eindrückliches Zeugnis dafür, wie der Erste Weltkrieg in einem oberbayerischen Dorf wahrgenommen, gedeutet und durchlitten wurde.
Stefan Pfannes erzählt die lange und beinahe kuriose Geschichte des Bierausschanks in Oberlappach Die Lesung von Stefan Pfannes erzählt die lange und beinahe kuriose Geschichte des Bierausschanks in Oberlappach. Ausgangspunkt ist die Frage, warum ein so kleiner Ort mit nur rund 100 bis 120 Einwohnern überhaupt ein Wirtshaus brauchte. Die Recherchen im Archiv zeigen jedoch, dass der Wunsch nach einer eigenen Gastwirtschaft in Oberlappach über Jahrzehnte hinweg erstaunlich groß war. Insgesamt wurde nach den Akten zehnmal versucht, eine Konzession für ein Wirtshaus zu erhalten. Allein 1913 und 1914 lagen sogar fünf gleichzeitige Gesuche vor. Der sogenannte „Bierdurst“ der Oberlappacher war also durchaus ausgeprägt.
Der erste Versuch geht auf das Jahr 1863 zurück, blieb aber zunächst erfolglos. Erst dem Schmiedmeister Anton Klotz gelang es, in seinem neu erbauten Haus in Oberlappach eine Gastwirtschaft einzurichten. Er durfte Bier, aber keinen Brandwein ausschenken, obwohl die Gemeinde Rottbach eigens argumentiert hatte, dass auch dafür ein gewisses Bedürfnis bestehe. Die Wirtschaft entwickelte sich zunächst offenbar ordentlich, doch 1878 kam es dort zu einer schweren Schlägerei, an der auch Klotz beteiligt war. In der Folge wurde ihm die Konzession entzogen. Trotz Fürsprache aus dem Ort erhielt er sie nicht zurück, und die Gaststätte musste schließen.
Damit war die Geschichte jedoch keineswegs beendet. Schon kurz darauf versuchten die Bewohner selbst, eine Konzession für die Gemeinde zu erhalten, was rechtlich nicht möglich war. Weitere Gesuche von Klotz, Josef Blum und Gregor Strixner scheiterten ebenfalls. Die Behörden vertraten die Auffassung, dass die umliegenden Wirtschaften in Rottbach, Maisach, Frauenberg oder Stephansberg den Bedarf ausreichend deckten. Zudem wollte man verhindern, dass in kleinen Orten ohne ausreichende wirtschaftliche Grundlage zahlreiche unbedeutende Gaststätten entstehen. Dennoch blieb der Wunsch nach einer Wirtschaft in Oberlappach bestehen, auch weil viele Einwohner als Kleinbegüterte kaum die Möglichkeit hatten, Bier auf Vorrat zu lagern oder weite Wege für den Einkauf in Kauf zu nehmen.
Im frühen 20. Jahrhundert verlagerte sich der Ausschank zunehmend auf den Flaschenbierhandel. Seit 1902 bestand in Oberlappach ein Flaschenbierhandel der Familie Heckmayer, dessen Bier bei Kontrollen sogar als sehr gut bewertet wurde. Offenbar war dies für manche dennoch kein Ersatz für ein richtiges Wirtshaus, denn zwischen 1913 und 1914 gab es erneut mehrere Bewerber für eine Gaststättenkonzession, darunter sogar der Maisacher Bräu Josef Sedlmayr. Doch auch diese Vorstöße scheiterten. 1925 unternahm Lorenz Puchner einen letzten Versuch. Er argumentierte, die Bewohner würden sich über billigeres Bier freuen, da Flaschenbier zu teuer sei. Sein Gesuch führte noch einmal zu Auseinandersetzungen bis hinauf in die Ministerien, blieb aber ebenfalls erfolglos. Die einzige Wirtin der Gemeinde, Sofie Treffler aus Rottbach, machte in ihrer Stellungnahme deutlich, dass sich schon ihre eigene Gastwirtschaft kaum rentiere und eine weitere Wirtschaft in Oberlappach wirtschaftlich kaum tragfähig wäre.
So blieb es letztlich beim Flaschenbierhandel. 1926 übernahm die Familie Heckmayer erneut die entsprechende Konzession, und erst 1958 wurde daraus noch eine sogenannte „Stopselwirtschaft“, in der Bier und kleine Brotzeiten in bäuerlicher Stube angeboten wurden. Damit fand der fast hundertjährige Kampf um eine eigene Gaststätte in Oberlappach doch noch einen kleinen Abschluss, wenn auch nicht in der Form eines klassischen Wirtshauses. Mitte der 1960er Jahre endete auch diese letzte Form des Bierausschanks, und seither mussten die Oberlappacher ihren Bierdurst anderswo stillen.
Torfbahn im Fußbergmoos von Hartwig Meis Die Lesung von Hartwig Meis über die Torfbahn im Fußbergmoos erzählt die Geschichte eines heute fast vergessenen Infrastrukturprojekts, das nur wenige Jahre Bestand hatte. Ausgangspunkt war die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als die Ernährungslage schwierig war und in Bayern verschiedene Maßnahmen zur wirtschaftlichen Nutzung von Moorflächen angestoßen wurden. 1919 gründeten Bauern aus Kirchheim und Aschheim bei München die „Torfverwertungsgesellschaft Fußberg mbH“, die im Fußbergmoos Torf abbauen wollte. Zu diesem Zweck pachtete sie 1920 von Bauern in Thal größere Waldflächen, unter denen sich Torfvorkommen befanden. Um den Torf abtransportieren zu können, wurde gleichzeitig mit Unterstützung des neu geschaffenen Kulturbauamts München eine fast drei Kilometer lange Kleinbahn gebaut, die den gestochenen Torf aus dem Moor zum Bahnhof Gernlinden bringen sollte.
Wie Meis zeigt, war diese Bahn technisch durchaus bemerkenswert, organisatorisch aber erstaunlich schlecht abgesichert. Obwohl bereits eine Dampflokomotive eingesetzt wurde und die Bahn eigentlich genehmigt und abgenommen werden musste, stellte das Bezirksamt Fürstenfeldbruck erst 1921 fest, dass dort bereits ein Bahnbetrieb lief. In den folgenden Jahren schoben sich verschiedene Behörden gegenseitig die Zuständigkeit zu: Das Kulturbauamt fühlte sich nicht mehr verantwortlich, die Eisenbahndirektion verwies auf die fehlende direkte Verbindung zur Staatsbahn, und das Bezirksamt musste schließlich selbst tätig werden, obwohl ihm dafür die fachliche Kompetenz fehlte. Eine eigentliche Betriebsgenehmigung wurde jedoch nie erteilt. So blieb die Torfbahn letztlich ein ungenehmigtes Unternehmen, ein Schwarzbau, wie man heute sagen würde.
1925 kam das abrupte Ende. Der Betriebsleiter meldete der Gendarmerie, dass das Torffeld dauerhaft geschlossen werde. Für die Behörden war nun vor allem wichtig, was aus den Beschäftigten werden sollte. Als ein Jahr später erneut nachgesehen wurde, war die Bahn bereits vollständig abgebaut: Schienen und Anlagen waren entfernt, die Firma war praktisch verschwunden. Am 2. November 1926 meldete das Bezirksamt schließlich der Regierung von Oberbayern, dass das Unternehmen endgültig erloschen sei. Damit war das Projekt nach nur kurzer Zeit beendet, ohne je vollständig genehmigt oder technisch überprüft worden zu sein. Geprüft worden war lediglich der Lokführer, denn für das Führen einer Dampflokomotive galten damals strenge Vorschriften.
Besonders anschaulich wird die Lesung durch die von Meis ausgewerteten Akten und Pläne. Ein großformatiger, in Wasserfarbe und Tusche gezeichneter Bahnplan, den er mit erheblichem Aufwand restauriert und rekonstruiert hat, enthält nahezu alle technischen Einzelheiten der Strecke. Daraus geht hervor, dass es sich um eine Schmalspurbahn mit einer für Bayern ungewöhnlichen Spurweite von 75 Zentimetern handelte. Auch die Lokomotive ließ sich genauer identifizieren: Sie stammte nicht aus Bayern, sondern aus Schlesien von der Firma Linke-Hoffmann in Breslau. Meis konnte sogar ein Bild dieses Loktyps und ein historisches Foto der Bahn im Moor mit Lok, beladenen Torfwagen und der Bedienungsmannschaft finden. Auf diesem Foto sind drei Brüder namens Ott zu sehen, darunter der Lokführer Michael Ott, der als besonders wichtiger Mann des Betriebs galt.
Heute sind von der Torfbahn nur noch wenige Spuren erhalten. Die Moosalm war einst Wohnhaus des Betriebsleiters und zugleich eine Art Geschäftsstelle. Außerdem ist ein Teil der früheren Trasse noch im Verlauf einer heutigen Straße erkennbar. Andere Bereiche, vor allem am Bahnhof Gernlinden, sind durch spätere Baumaßnahmen vollständig überprägt worden. So bleibt die Torfbahn im Fußbergmoos ein Beispiel für ein mit großem Elan begonnenes, aber nur kurzlebiges Projekt, das rasch wieder verschwand und heute vor allem durch Akten, Pläne und wenige Fotografien nachvollziehbar ist.
Helga Rueskäfer über den Bau der Bahnunterführung in Maisach Die Lesung von Helga Rueskäfer schildert den Bau der Bahnunterführung in Maisach als eines der schwierigsten und nervenaufreibendsten Projekte in der Amtszeit von Bürgermeister Moser. Ausgangspunkt war die unhaltbare Verkehrssituation am Bahnhof Maisach, wo sich an den Bahnschranken immer wieder lange Rückstaus bildeten. Zudem gab es im Gemeindegebiet damals nur niveaugleiche Bahnübergänge. Schon Ende der 1950er Jahre wurde deshalb über eine Lösung diskutiert. Während die Bundesbahn zunächst nur einen eigenen Fußgängerübergang mit Drehkreuz und später eine Fußgängerunterführung vorschlug, bestand der Gemeinderat von Anfang an auf einer Unterführung für den Straßenverkehr.
In den folgenden Jahren entwickelte sich daraus ein zäher Konflikt zwischen Gemeinde und Bahn. Immer wieder legte die Bahn neue Pläne vor, die aus Sicht der Maisacher nicht ausreichten. So wurde Mitte der 1960er Jahre eine Überführung bei der Gärtnerei Zick ins Gespräch gebracht, während am Bahnhof selbst nur an eine Lösung für Fußgänger und Radfahrer gedacht war. Der Gemeinderat lehnte diese Varianten jedoch ab, weil die Gemeinde die Unterführung direkt am Bahnhof wollte. Unterstützt wurde diese Haltung von der neu gegründeten Interessengemeinschaft Maisach-Süd, die als frühe Bürgerinitiative ebenfalls Druck machte. Die Zeit drängte zusätzlich, weil bis zur Einführung der S-Bahn 1972 eine tragfähige Lösung gefunden werden musste.
Erst 1970 gelang der Durchbruch. Die Bahn gab ihre Pläne für eine Überführung bei der Gärtnerei Zick schließlich auf, und die Gemeinde setzte sich mit ihrer Forderung nach einer Unterführung am Bahnhof durch. Der Gemeinderat beschloss den Bau einer Unterführung mit einer Höhe von 3,80 Metern. Parallel dazu wurden auch weitere Verkehrsprojekte vorangetrieben, darunter eine Bahnüberführung zwischen Maisach und Gernlinden sowie der Ausbau der Frauenstraße in Richtung Malching. Im März 1971 konnte schließlich der Finanzierungsplan beschlossen werden. Die Gesamtkosten für die Bahnhofsunterführung wurden mit 5,4 Millionen D-Mark veranschlagt, dazu kamen weitere Ausgaben für den Ausbau der angrenzenden Straßen. Die Gemeinde hoffte dabei auf erhebliche Zuschüsse von Bund und Land.
Rueskäfer macht in ihrer Lesung deutlich, dass dieses Projekt nur ein Beispiel für die Vielzahl an Aufgaben war, die Bürgermeister Moser in seiner Amtszeit zu bewältigen hatte. Als letzter ehrenamtlicher Bürgermeister Maisachs habe er die Modernisierung der Gemeinde entscheidend vorangetrieben, etwa mit Schulbauten, sozialem Wohnungsbau, zentraler Wasserversorgung und weiteren Infrastrukturmaßnahmen. Der Kampf um die Bahnunterführung gehört dabei zu seinen größten kommunalpolitischen Kraftakten. Die Einweihung der Unterführung, für die er so lange gestritten hatte, erlebte Moser schließlich nur noch als Ehrengast, denn zu diesem Zeitpunkt war bereits sein Nachfolger im Amt. Die Geschichte zeigt damit anschaulich, wie langwierig kommunale Großprojekte schon damals sein konnten und wie eng sie mit dem Engagement einzelner Persönlichkeiten verbunden waren.
Annemarie Karg über die Bewohner der Ringstraße in Gernlinden Die Lesung von Annemarie Karg über die Bewohner der Ringstraße in Gernlinden erzählt von der Entstehung eines besonderen Wohngebiets in der frühen Nachkriegszeit. Die Häuser in der Ringstraße wurden Anfang der 1960er Jahre nahezu gleichzeitig gebaut, einheitlich geplant und waren vor allem für Menschen bestimmt, die sozial wohnungsberechtigt waren. Dazu gehörten Flüchtlinge, Vertriebene, Kriegsbeschädigte und Familien, die nach den Entbehrungen des Krieges dringend Wohnraum suchten. Auch Kargs eigene Familie gehörte dazu: Ihr Vater war schwer kriegsbeschädigt und bei der Bundesbahn beschäftigt. Voraussetzung für den Erhalt eines Grundstücks war unter anderem, dass Kinder oder weitere Familienmitglieder vorhanden waren. Die Häuser waren größtenteils ähnlich groß und ähnlich gebaut, und zugleich war vorgesehen, dass in ihnen auch weiterer Wohnraum für bedürftige Mieter geschaffen wurde.
Exemplarisch schildert Karg die Geschichte der Familie Ruderer, die eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden ist. Christa Ruderer, geborene Lux, kam aus Oberschlesien und erlebte als Kind die Flucht im Winter 1944/45. Wie viele andere musste ihre Familie in großer Unsicherheit die Heimat verlassen, mit der Hoffnung auf eine Rückkehr, die sich jedoch nie erfüllte. Nach Stationen in Waldenfels und weiteren schweren Einschnitten, darunter der Tod ihres Bruders im Krieg, ging Christa als junge Frau nach München, um Arbeit zu finden. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Josef Ruderer kennen, der aus dem Bayerischen Wald stammte und ebenfalls auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach München gekommen war. Nach der Heirat lebte das Paar zunächst sehr beengt als Untermieter in Gernlinden. Erst als Josef Ruderer eine Stelle bei der Deutschen Bundesbahn erhielt, ergab sich für die Familie die Möglichkeit, in der Ringstraße ein eigenes Haus zu bauen.
Die Lesung macht deutlich, dass die Ringstraße nicht nur ein Bauprojekt war, sondern ein Ort des Neuanfangs für Menschen mit oft schwierigen Lebensgeschichten. Viele Bewohner kamen aus unterschiedlichen Regionen und hatten Krieg, Flucht, Verlust und Wohnungsnot erlebt. In Gernlinden fanden sie die Chance, sich mit viel Eigenleistung und unter oft bescheidenen Bedingungen ein eigenes Zuhause aufzubauen. Damit wird die Ringstraße zu einem Beispiel für den sozialen Wohnungsbau und den Wiederaufbau der Nachkriegszeit, aber auch für die Lebensleistung einer Generation, die sich nach den Zerstörungen des Krieges Schritt für Schritt eine neue Heimat schuf. Annemarie Karg versteht ihre Arbeit zugleich als Erinnerung an diese Menschen und kündigt an, das Thema weiterzuverfolgen, solange noch persönliche Erinnerungen, Fotos und Berichte der Nachkommen erhalten sind.
Die Pizzaria Salerno von Conny Schader Die Lesung von Conny Schader über die Pizzeria Salerno erzählt die Geschichte eines Lokals, das seit 1979 italienische Esskultur nach Gernlinden bringt und zugleich eng mit der Lebensgeschichte der Familie Morena verbunden ist. Gründer Ferdinand Morena stammt aus der Provinz Salerno in Süditalien. Nach einer Ausbildung als Kellner und ersten Berufserfahrungen in der Tourismusregion um Sorrent führte ihn die Cholera-Epidemie von 1973, die dem Tourismus im Süden Italiens schwer schadete, nach Bayern. Dort fand er über seine in Fürstenfeldbruck lebende Schwester Arbeit, zunächst in München und später in Fürstenfeldbruck. Nach dem Militärdienst in Italien kehrte er zurück und erfuhr, dass in Gernlinden ein Lokal zu mieten war. Trotz hoher Ablösesumme und großer finanzieller Risiken gelang es ihm gemeinsam mit einem Verwandten, das ehemalige Lokal zu übernehmen und am 20. August 1979 die Pizzeria Salerno zu eröffnen.
Die Anfangszeit war keineswegs einfach. Zwar war das Lokal bei der Eröffnung gut besucht, doch zeigte sich schnell, dass nicht nur gutes Essen, sondern auch viel organisatorisches Geschick nötig war, um sich zu etablieren. Besonders schwierig war es, die Pizzeria als gepflegtes Speiselokal zu positionieren, weil ein Teil der bisherigen Stammgäste weiterhin eher eine traditionelle Gaststätte mit Bier und Kartenspiel erwartete. Ferdinand Morena musste sich deshalb in den ersten Jahren mit Konflikten auseinandersetzen und sogar Lokalverbote aussprechen. Zugleich entwickelte sich die Speisekarte weiter, blieb aber in vielen Bereichen ihrer Linie treu. Einige Gerichte aus der Anfangszeit sind bis heute geblieben, andere verschwanden. Auch die eigene Eisherstellung wurde irgendwann aufgegeben, weil der Betrieb mit dem kleinen Team im Sommer nicht mehr zu bewältigen war. Nachdem ein geschätzter Koch 1986 nach Italien zurückkehrte, übernahm Morena selbst die Küche und setzte damit seine Erfahrung und sein über Jahre erworbenes Wissen noch stärker ein.
Eine wichtige Rolle spielte später auch seine Frau Virginia Morena, die 1984 nach Gernlinden kam. Für sie waren die ersten Jahre besonders schwer, weil sie kaum Deutsch sprach und sich dadurch weitgehend isoliert fühlte. Erst nach der Geburt der Kinder und durch Kontakte im Kindergarten fand sie allmählich Anschluss und begann, Gernlinden als Heimat zu empfinden. Im Restaurant übernahm sie Aufgaben im Service und im Hintergrund, oft zusätzlich zur Familienarbeit. Gemeinsam entschloss sich das Ehepaar schließlich, das Lokal ganz zu übernehmen, was erneut ein großes finanzielles Risiko bedeutete, zugleich aber den Grundstein für die weitere Entwicklung legte. So wurde das Salerno nicht nur zu einem gastronomischen Betrieb, sondern zum Mittelpunkt des gesamten Familienlebens.
Die Lesung macht deutlich, dass die Geschichte der Pizzeria Salerno weit über die eines Restaurants hinausgeht. Sie erzählt von Migration, Neuanfang, harter Arbeit, Integration und davon, wie aus einem italienischen Familienbetrieb ein fester Bestandteil des Lebens in Gernlinden wurde. Symbolisch dafür steht auch, dass die Familie Morena zum 40-jährigen Bestehen des Lokals den Gernlindnern den Maibaum spendete. Damit wurde sichtbar, wie sehr sich italienische Herkunft und bayerische Heimat in diesem Ort miteinander verbunden haben.
Corona in Maisach von Matthias J. Lange Die Lesung von Matthias J. Lange zeichnet ein eindringliches Bild von Maisach in den ersten Wochen der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Grundlage ist ein Blog, den Lange ab dem 22. März 2020 über 45 Tage hinweg täglich führte und in dem er den Ausnahmezustand in der Gemeinde dokumentierte. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht große politische Entscheidungen, sondern der veränderte Alltag vor Ort: die ungewohnte Ruhe auf den Straßen, leere Parkplätze, geschlossene Cafés, abgesagte Veranstaltungen und die spürbare Verunsicherung der Menschen. Zugleich beschreibt Lange, wie sich die Bewohner rasch auf die neuen Regeln einstellten, Abstand hielten und ihren Alltag mit Vorsicht, aber auch mit Disziplin und gegenseitiger Rücksicht neu organisierten.
Besonders deutlich wird in seiner Schilderung, wie wichtig in dieser Zeit die Versorgung und die gegenseitige Hilfe im Ort waren. Supermärkte, Bäckereien und andere Lebensmittelgeschäfte blieben geöffnet, entwickelten schnell neue Routinen und sorgten trotz einzelner Engpässe dafür, dass die Grundversorgung gesichert war. Zugleich entstanden in sozialen Netzwerken lokale Hilfsangebote, über die Einkaufsdienste, Besorgungen oder Fahrdienste organisiert wurden. Auch in Maisach zeigte sich damit, dass die Krise nicht nur Unsicherheit auslöste, sondern auch neues bürgerschaftliches Engagement. Die sozialen Medien wurden zu einem zentralen Informations- und Austauschraum, weil viele Menschen zu Hause blieben und das Bedürfnis nach Orientierung und Kommunikation stark zunahm.
Ein weiterer Schwerpunkt der Lesung ist der Umgang von Kirche, Feuerwehr und Gastronomie mit der Ausnahmesituation. Gottesdienste fielen zunächst aus oder wurden digital übertragen, gleichzeitig suchten viele Menschen in der Krise nach Halt und religiöser Gemeinschaft. Die Feuerwehr blieb einsatzbereit, musste ihren Betrieb aber ebenfalls anpassen und den direkten Kontakt mit der Öffentlichkeit stark einschränken. Besonders hart trafen die Corona-Maßnahmen die Gastronomie, die von einem Tag auf den anderen ihr Geschäftsmodell umstellen musste. Während manche Betriebe vorübergehend schlossen, versuchten andere mit Abhol- und Lieferangeboten zu überleben. Hinter diesen Anpassungen standen oft große Existenzsorgen und die Angst um die wirtschaftliche Zukunft.
Insgesamt zeigt die Lesung Maisach als eine Gemeinde, die in der Pandemie zwar stiller und leerer wurde, aber nicht handlungsunfähig. Vielmehr entsteht das Bild eines Dorfes im Ausnahmezustand, das mit Ruhe, Improvisation und Zusammenhalt auf die Krise reagierte. Die leeren Straßen, die geschlossenen Kirchenbänke, die improvisierten Hilfsangebote und die neuen digitalen Formen des Kontakts stehen dabei sinnbildlich für einen tiefen Einschnitt in das Alltagsleben. Matthias J. Lange hält damit nicht nur eine lokale Chronik der ersten Corona-Wochen fest, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte, das zeigt, wie tief die Pandemie selbst in einer einzelnen Gemeinde das öffentliche und private Leben verändert hat.
Am 22. April lädt der Historische Arbeitskreis der Gemeinde Maisach wieder zu einer Lesung in die Gemeindebücherei Maisach ein. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Texte aus den Heften zur Gemeindegeschichte „Meisaha“, die seit Jahren wichtige Episoden, Entwicklungen und Erinnerungen aus Maisach und seinen Ortsteilen dokumentieren. Die Lesung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick auf Vergangenes, sondern auch als lebendige Begegnung mit der eigenen Heimatgeschichte. In der ganzen Gemeinde Maisach laden Plakate zur Veranstaltung ein. Beginn am Mittwoch, 22. April, um 20 Uhr in der Gemeindebücherei.
Die Beiträge machen deutlich, wie vielfältig die Geschichte der Gemeinde ist. Sie erzählen von Menschen, Gebäuden und Ereignissen, die Maisach geprägt haben, und geben Einblicke in den Alltag früherer Jahrzehnte. Gerade durch das Vorlesen entfalten die Texte eine besondere Wirkung: Aus gedruckter Ortsgeschichte wird hörbare Erinnerung, die Vergangenheit rückt näher und gewinnt neue Anschaulichkeit.
Die Gemeindebücherei bietet für diesen Abend den passenden Rahmen. In ruhiger Atmosphäre können die Besucher Geschichte nicht nur nachlesen, sondern gemeinschaftlich erleben. Die Lesung des Historischen Arbeitskreises ist damit mehr als eine reine Buchvorstellung. Sie ist eine Einladung, sich mit den eigenen Wurzeln zu beschäftigen, Bekanntes neu zu entdecken und den Blick auf die Geschichte der Gemeinde wachzuhalten.
So wird der Abend einmal mehr zu einem Beitrag gelebter Erinnerungskultur in Maisach. Die „Meisaha“-Hefte bewahren das historische Wissen der Gemeinde, und die Lesung sorgt dafür, dass dieses Wissen nicht nur im Archiv bleibt, sondern im öffentlichen Leben präsent bleibt.
Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv in München wird bayerische Wirtschaftsgeschichte nicht nur bewahrt, sondern lebendig vermittelt. Beim Besuch des PresseClub München begrüßte Archivleiter Dr. Harald Müller die Gäste gemeinsam mit seinem kleinen Team und gab zunächst einen Einblick in Aufgaben, Geschichte und Selbstverständnis der Einrichtung, bevor es später in die Magazine ging, dorthin also, wo Wirtschaftsgeschichte buchstäblich greifbar wird. Das Archiv, so machte Müller gleich deutlich, ist eine vergleichsweise junge Institution innerhalb der deutschen Archivlandschaft. Während staatliche, kommunale oder kirchliche Archive auf jahrhundertelange Traditionen zurückblicken, entstanden Wirtschafts- und Unternehmensarchive erst mit dem tiefgreifenden Wandel durch die Industrialisierung. Als sich im 19. Jahrhundert Produktionsweisen, Arbeitswelt und gesellschaftliche Strukturen massiv veränderten, wurde deutlich, dass moderne Geschichte ohne die Quellen der Wirtschaft gar nicht mehr angemessen geschrieben werden kann. Hinzu kam das Interesse der Unternehmen an ihrer eigenen Vergangenheit: Jubiläen, Traditionspflege und die Darstellung des eigenen Werdegangs nach außen machten historische Dokumente plötzlich zu einem wichtigen Gut. Aus diesem Zusammenspiel von wissenschaftlichem Interesse und unternehmerischem Selbstverständnis gingen die ersten Wirtschaftsarchive hervor.
Das Bayerische Wirtschaftsarchiv selbst hat seine Wurzeln in einer 1986 gegründeten Einrichtung der IHK für München und Oberbayern. Schon damals war die Idee angelegt, ein gesamtbayerisches Archiv zu schaffen, doch zunächst hielten sich die übrigen Industrie- und Handelskammern zurück. Erst als sich das Archiv positiv entwickelte, wuchs die Unterstützung. Einen wichtigen Schub brachte früh die Übernahme des Löwenbräu-Archivs, ein spektakulärer Bestand mit großer Symbolkraft für München. 1994 wurde daraus schließlich offiziell das Bayerische Wirtschaftsarchiv als Gemeinschaftseinrichtung aller bayerischen Industrie- und Handelskammern. Bis heute, erläuterte Müller, ist genau das der entscheidende Rahmen: Das Archiv wird im Wesentlichen von den bayerischen IHKs finanziert und versteht sich als Einrichtung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung. Staatliche oder kommunale Zuschüsse erhält es nicht. Gerade darin liegt seine Besonderheit, aber auch seine Fragilität, denn ein regionales Wirtschaftsarchiv ist rechtlich keineswegs zwingend vorgesehen.
Anders als öffentliche Archive kann das Bayerische Wirtschaftsarchiv nicht auf eine gesetzliche Ablieferungspflicht bauen. Unternehmen sind, abgesehen von bestimmten steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen, nicht verpflichtet, ihre Unterlagen dauerhaft archivieren zu lassen. Deshalb funktioniert Wirtschaftsarchivwesen in gewisser Weise umgekehrt: Das Archiv wartet nicht auf Akten, sondern geht aktiv auf Unternehmen zu. Gesucht werden traditionsreiche Firmen, bedeutende Arbeitgeber, branchentypische Betriebe oder wirtschaftshistorisch besonders interessante Sonderfälle. Dabei ist oft viel Überzeugungsarbeit nötig, denn viele Unternehmen wissen selbst nicht genau, was sich noch in Kellern, Dachböden oder alten Aktenschränken befindet. Vor allem aber braucht es Vertrauen. Müller schilderte eindrucksvoll, wie lang dieser Weg sein kann: Die längste Übernahme seiner Laufbahn dauerte vom ersten Kontakt bis zur tatsächlichen Abgabe ganze 17 Jahre. Das Archiv der Firma Conradi, ursprünglich eine Bleistiftfabrik, später Hersteller hitzebeständiger Kohlenstoffprodukte, konnte erst nach dem Tod des Eigentümers übernommen werden. Solche Geschichten zeigen, dass Archivarbeit nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Geduld, Fingerspitzengefühl und strategisches Denken verlangt.
Die Bestände des Bayerischen Wirtschaftsarchivs sind daher oft fragmentarisch. Häufig handelt es sich nicht um vollständig erhaltene Firmenüberlieferungen, sondern um ausgewählte Dokumente, die sich retten ließen. Das gilt auch für prominente Bestände wie das Krauss-Maffei-Archiv. Dieses kam aus einer konkreten Gefährdungslage heraus ins Archiv, als die Zukunft des Unternehmens unsicher war und man wichtige Unterlagen und historische Objekte in Sicherheit bringen wollte. Doch auch hier handelt es sich nicht um eine geschlossene Unternehmensüberlieferung, sondern um eine über Jahre von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zusammengestellte Sammlung. Gerade solche Beispiele machen deutlich, dass Wirtschaftsarchive oft das bewahren, was andernfalls unwiederbringlich verloren wäre.
Bei der Auswahl der Unterlagen geht das Archiv mit großer Sorgfalt vor. Da Platz, Personal und Ressourcen begrenzt sind, kann nicht einfach alles übernommen werden. Ziel ist vielmehr, mit möglichst wenig Material möglichst viel wirtschaftshistorische Aussagekraft zu sichern. Besonders wichtig sind serielle Überlieferungen wie Jahresabschlüsse, Prüfberichte, Gesellschafterprotokolle, Werbemittel oder Produktinformationen, also Dokumente, aus denen sich Entwicklung, Struktur und Selbstverständnis eines Unternehmens nachvollziehen lassen. Gleichzeitig wird bewertet und reduziert: Nicht jede technische Detailzeichnung oder jede Einzelschraube eines Maschinenplans kann archiviert werden. Es geht darum, die wesentlichen Linien der Unternehmensgeschichte zu bewahren, ohne die Bestände unüberschaubar werden zu lassen.
Auch thematisch versucht das Archiv, die bayerische Wirtschaft in ihrer Breite abzubilden. Dabei spielen regionale und branchenspezifische Schwerpunkte eine große Rolle. In Oberfranken etwa sind Textilindustrie oder Spielwarenhersteller besonders relevant, in München Brauereien oder traditionsreiche Industriebetriebe. Zugleich wird darauf geachtet, Lücken in den Beständen gezielt zu schließen. Was bereits gut dokumentiert ist, muss nicht in derselben Dichte ein weiteres Mal gesammelt werden; dafür rücken andere Branchen oder Regionen stärker in den Fokus. So entsteht nach und nach ein facettenreiches Bild der bayerischen Wirtschaftsgeschichte.
Ein eigenes Kapitel ist die Zeit des Nationalsozialismus. Müller betonte, dass es in den Beständen des Bayerischen Wirtschaftsarchivs zwar durchaus kriegsbedingte Verluste gebe, etwa durch Bombenangriffe oder Zerstörungen wie in Bayreuth oder Würzburg, auffällige bewusste Säuberungslücken aber bislang kaum erkennbar seien. Zugleich verwies er darauf, dass die NS-Vergangenheit der großen Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten vielfach wissenschaftlich aufgearbeitet worden sei, nicht zuletzt im Zuge der Debatten um Zwangsarbeit und Entschädigung. Das habe auch das Wirtschaftsarchivwesen professionalisiert. Heute verschiebt sich das Interesse stärker hin zur Erforschung individueller Schicksale, etwa jüdischer Unternehmerfamilien oder arisierter Betriebe. Gerade hier können archivalische Splitter, einzelne Akten oder beschädigte Geschäftsbücher, die noch Brandspuren tragen, eine enorme historische Aussagekraft entfalten.
Ein zentrales Zukunftsthema ist die Digitalisierung. Dr. Müller machte dabei sehr deutlich, dass digitale Archivierung eine der größten Herausforderungen für Archive überhaupt darstellt. Einzelne digitale Unterlagen wie Fotosammlungen, Werbematerialien oder Gesellschafterprotokolle kann das Bayerische Wirtschaftsarchiv bereits übernehmen und systematisch erfassen. Schwieriger wird es jedoch bei komplexen digitalen Dokumentenmanagementsystemen, Datenbanken oder ganzen IT-Strukturen von Unternehmen, für deren dauerhafte Übernahme bislang oft die technischen Voraussetzungen fehlen. Hinzu kommen Fragen der Kompatibilität, der Datensicherheit und der langfristigen Lesbarkeit von Formaten. Auch die Erwartung, Archivgut umfassend im Internet verfügbar zu machen, sieht Müller kritisch. Zum einen sind viele Bestände Eigentum der Unternehmen, zum anderen wächst mit Künstlicher Intelligenz die Sorge vor Manipulation und Entstellung digitaler Quellen. Gerade deshalb, so sein zugespitztes Argument, gewinnen die Originale in Papierform eher wieder an Bedeutung. Digitalisiert wird dennoch, allerdings vor allem aus konservatorischen Gründen oder zur internen Nutzung. Ein möglicher nächster Schritt könnte ein geschützter digitaler Lesesaal sein, in dem Nutzer zeitlich begrenzten Zugriff auf ausgewählte Digitalisate erhalten. Eine vollständige Online-Stellung ganzer Archivbestände hält das Bayerische Wirtschaftsarchiv dagegen weder für realistisch noch für verantwortbar.
Neben der reinen Bewahrung historischer Quellen versteht sich das Archiv zunehmend auch als Dienstleister und Vermittler. Anfragen von Journalisten, Forschern oder Studierenden sind ausdrücklich willkommen und können unkompliziert per E-Mail gestellt werden. In den meisten Fällen, so betonten die Mitarbeiter, könne man weiterhelfen oder zumindest an andere Archive verweisen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut, etwa über LinkedIn, Newsletter, Beiträge in IHK-Medien, Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Münchner Museen oder den Tag der Archive. So wird deutlich, dass das Bayerische Wirtschaftsarchiv kein abgeschlossener Ort für Spezialisten sein will, sondern ein offenes Haus, das Wirtschaftsgeschichte für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich macht.
Der Besuch des PresseClub München machte damit anschaulich, wie vielschichtig die Arbeit eines Wirtschaftsarchivs ist. Es geht um historische Forschung, um Rettung gefährdeter Quellen, um Vertrauen im Umgang mit Unternehmen und um die Frage, wie die Überlieferung der Wirtschaft in einer digitalen Welt gesichert werden kann. Vor allem aber wurde deutlich, dass das Bayerische Wirtschaftsarchiv mit seinem kleinen Team eine große Aufgabe erfüllt: Es bewahrt jene Spuren der Wirtschaft, ohne die sich die Geschichte Bayerns nicht vollständig erzählen ließe.
Wenn ich in Nürnberg bin, kommt wieder das Kind in mir hervor. Ich freue mich riesig, wenn ich mich in der U-Bahn ganz vorne an die Scheibe stellen kann. Denn Nürnberg hat eine fahrerlose U-Bahn und ich ergötze mich an der Fahrt durch die Tunnel.
Als gescheiterter Verkehrsgeograf habe ich neben der Faszination noch einen eher wissenschaftlicheren Blick auf das Verkehrsmittel. Die fahrerlose U-Bahn-Linie U3 in Nürnberg ist weit mehr als nur eine weitere Nahverkehrslinie. Sie steht für einen tiefen Wandel im städtischen Verkehr, für technischen Mut und für den Versuch, eine wachsende Stadt mit modernen Mitteln beweglich zu halten. Als die U3 am 14. Juni 2008 in Betrieb ging, war sie die erste vollautomatische U-Bahn Deutschlands. Das war damals nicht nur ein regionales Ereignis, sondern ein verkehrspolitisches Signal weit über Franken hinaus. Nürnberg zeigte damit, dass öffentlicher Nahverkehr nicht zwangsläufig an herkömmliche Betriebsformen gebunden sein muss, sondern auch mit digitalen und automatisierten Systemen leistungsfähiger werden kann. Der Schritt zur fahrerlosen Bahn war dabei keine Spielerei und auch kein Prestigeprojekt ohne praktischen Nutzen, sondern eine konkrete Antwort auf ein betriebliches Problem: Die neue U3 sollte sich im Innenstadtbereich einen Abschnitt mit der bereits bestehenden U2 teilen. Damit beide Linien auf derselben Strecke mit hoher Dichte fahren konnten, ohne dass der Betrieb der U2 eingeschränkt werden musste, entschied man sich für die Automatisierung. Genau darin lag der eigentliche historische Kern des Projekts. Die Technik war also nicht Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, den Netzausbau überhaupt sinnvoll zu realisieren. 
So kam es Die Geschichte der U3 ist deshalb eng mit dem größeren Umbau des Nürnberger U-Bahn-Systems verbunden. Nürnberg hatte zwar schon seit 1972 eine U-Bahn, doch mit der U3 begann ein neues Kapitel. Die Automatisierung wurde im Projekt „RUBIN“ vorbereitet, also der Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg. Dabei mussten Fahrzeuge, Stellwerke, Strecke und Leittechnik miteinander vernetzt werden. Hinzu kam, dass Nürnberg damals Neuland betrat: Die Umstellung geschah nicht auf einem abgeschotteten Testnetz, sondern im laufenden Betrieb. Gerade diese Besonderheit machte die Nürnberger Lösung international interessant. Die vorhandene U2 lief weiter, während parallel die Grundlagen für den automatischen Betrieb geschaffen wurden. Die Stadt und die VAG gingen damit bewusst ein technisches Risiko ein, das sich aus heutiger Sicht ausgezahlt hat. Nürnberg wurde zu einem der bekanntesten Beispiele dafür, dass Automatisierung im öffentlichen Verkehr nicht nur theoretisch funktioniert, sondern im Alltag über viele Jahre stabil laufen kann.
Ich hatte gehofft, dass dieses erfolgreiche Projekt auch auf andere bayerische Städte wie München übertragen wird, aber davon ist nichts geschehen. Daher bleibt Nürnberg für mich ein Leuchtturmprojekt.
Erweiterung Auch der frühe Verlauf der U3 zeigt, wie stark die Linie mit Stadtentwicklung verbunden ist. Bei ihrer Inbetriebnahme bediente sie neun Bahnhöfe von Gustav-Adolf-Straße bis Maxfeld. Später wurde sie schrittweise erweitert. Im Norden kamen weitere Stationen hinzu, im Süden wurde im Oktober 2020 Großreuth bei Schweinau eröffnet. Die Linie ist also nicht als starres Projekt entstanden, sondern als wachsendes Rückgrat für neue Verbindungen zwischen Wohngebieten, Arbeitsorten und der Innenstadt. Die Zukunft ist ebenfalls schon sichtbar: Die Verlängerung bis Gebersdorf ist im Bau, mit den neuen Bahnhöfen Kleinreuth bei Schweinau und Gebersdorf. Nach aktuellem Stand soll die neue, rund 2,1 Kilometer lange Strecke Ende 2027 in Betrieb gehen. Im Endausbau wird die U3 dann 16 Bahnhöfe und einschließlich der Wendeanlagen eine Gesamtlänge von 11,9 Kilometern haben. Damit bleibt die U3 ein Projekt, das nicht abgeschlossen ist, sondern weiter wächst.
Normalität Besonders spannend ist an der Nürnberger U3 die Erfahrung, wie schnell sich eine zunächst ungewohnte Technik normalisiert. In den Anfangsjahren war der Blick durch die große Frontscheibe für viele Fahrgäste fast die eigentliche Sensation. Dass vorne niemand sitzt, dass der Zug scheinbar von selbst anfährt, bremst und die Türen freigibt, wirkte für viele zuerst futuristisch und auf manche auch leicht befremdlich. Inzwischen ist genau das längst Alltag. Die Automatik ist aus der Perspektive vieler Fahrgäste kaum noch ein Thema. Das ist vielleicht der größte Beweis für ihren Erfolg: Was früher Erstaunen auslöste, wird heute als selbstverständlich wahrgenommen. Gerade darin zeigt sich, wie tief technische Innovation in den Alltag einsickern kann. Sie verschwindet gewissermaßen aus dem Bewusstsein, weil sie zuverlässig funktioniert. Die VAG selbst verweist darauf, dass U2 und U3 seit Jahren mit einer Pünktlichkeitsquote von über 98 Prozent unterwegs sind. Solche Zahlen sind für die Wahrnehmung entscheidend, denn Fahrgäste beurteilen Innovation am Ende nicht nach Schlagworten, sondern danach, ob der Zug kommt, ob er regelmäßig fährt und ob der Alltag einfacher wird.
Taktdichte Die betrieblichen Erfahrungen mit der fahrerlosen U-Bahn sind deshalb insgesamt positiv. Ein großer Vorteil liegt in der höheren Taktdichte. Die automatische Steuerung ermöglicht auf dem gemeinsamen Abschnitt von U2 und U3 sehr kurze Zugfolgen von bis zu 100 Sekunden. Für Fahrgäste bedeutet das vor allem kürzere Wartezeiten und eine gleichmäßigere Bedienung. Hinzu kommt, dass automatisierte Systeme präziser beschleunigen und bremsen können, was den Energieverbrauch senken und den Betrieb besser planbar machen soll. Auch die Leitstelle spielt eine zentrale Rolle: Die Züge fahren zwar ohne Fahrer im klassischen Sinn, aber keineswegs ohne Kontrolle. Vielmehr überwachen Mitarbeiter den Betrieb zentral, können eingreifen, Züge anhalten, Türen freigeben oder Hilfe veranlassen. Die fahrerlose U-Bahn ist also nicht führungslos, sondern anders organisiert. Der Mensch verschwindet nicht aus dem System, sondern seine Rolle verschiebt sich vom unmittelbaren Fahren hin zur Überwachung, Steuerung und Sicherung des Gesamtablaufs. Das ist eine interessante Entwicklung, die auch für andere Wirtschaftsbereiche gilt.
Vertrauen Zu den Erfahrungen gehört allerdings auch, dass technischer Fortschritt immer Vertrauen verlangt. Eine fahrerlose U-Bahn muss sich ihre Akzeptanz im Alltag erst verdienen. Das gelingt nicht durch Werbung allein, sondern nur durch jahrelange Zuverlässigkeit. In Nürnberg scheint genau das passiert zu sein. Der anfängliche Reiz des Ungewohnten ist einer nüchternen Alltagserfahrung gewichen: Die Bahn fährt, sie ist schnell, und sie verbindet wichtige Stadtteile. Gerade weil der Betrieb heute so unspektakulär wirkt, erscheint die ursprüngliche Leistung fast noch größer. Was 2008 wie Zukunft aussah, ist 2026 längst Teil der urbanen Normalität geworden. Man könnte sagen: Die U3 hat ihre Modernität gerade dadurch bewiesen, dass sie nicht mehr ständig als modern auffällt.
Für Nürnberg selbst hat die U3 auch eine symbolische Bedeutung. Die Stadt verweist gern darauf, dass hier schon mit der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth Verkehrsgeschichte geschrieben wurde. Die automatische U-Bahn knüpft an dieses Selbstbild als Ort technischer Mobilitätsinnovation an. Gleichzeitig ist die U3 aber kein Museum der Zukunft, sondern ein Infrastrukturprojekt mit sehr konkreten Folgen für den Alltag. Jede Verlängerung verändert Wegebeziehungen, erschließt neue Wohngebiete und macht das Auto in bestimmten Situationen entbehrlicher. Gerade die geplante Verlängerung bis Gebersdorf zeigt, wie eng U-Bahn-Ausbau und Stadtentwicklung zusammengedacht werden. Die neue Strecke soll nicht nur bestehende Stadtteile besser anbinden, sondern auch das entstehende Quartier „Tiefes Feld“ erschließen. Damit wird die U3 zu einem Instrument, mit dem Nürnberg sein Wachstum städtebaulich und verkehrlich ordnen will. 
Der Blick in die Zukunft der U3 fällt deshalb insgesamt optimistisch aus. Die Linie wird weitergebaut, und die Automatisierung ist längst kein Experiment mehr, sondern ein bewährtes Betriebskonzept. Die Zukunft liegt weniger in der bloßen Frage, ob fahrerlose U-Bahnen funktionieren, denn diese Frage hat Nürnberg praktisch beantwortet. Wichtiger ist inzwischen, wie sich das System weiter verfeinern lässt: durch bessere Energieeffizienz, noch flexiblere Taktanpassungen und eine enge Verzahnung mit Stadtentwicklung und anderen Verkehrsmitteln. Genau darauf verweist die VAG auch selbst, wenn sie heute die Optimierung des Energieverbrauchs als ein aktuelles Entwicklungsfeld nennt. Die U3 steht damit nicht nur für einen technischen Durchbruch der Vergangenheit, sondern auch für eine kommende Phase der Feinsteuerung, in der Automatisierung noch stärker unter den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit, Effizienz und Kapazität weiterentwickelt wird. 
Stadtgeschichte Unterm Strich ist die Nürnberger U3 ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie aus einer verkehrstechnischen Notwendigkeit ein Stück Stadtgeschichte werden kann. Sie begann als kühne, für manche sogar gewagte Innovation, sammelte über Jahre Alltagserfahrung und ist heute eine selbstverständliche Säule des Nürnberger Nahverkehrs. Ihre Geschichte erzählt von Planung, Technik und politischem Willen. Ihre bisherigen Erfahrungen sprechen für hohe Zuverlässigkeit und breite Akzeptanz. Und ihre Zukunft liegt nicht nur in weiteren Tunnelmetern bis Gebersdorf, sondern in der Idee, dass moderner Nahverkehr intelligent, dicht getaktet und im besten Sinn unspektakulär funktionieren soll. Genau das ist vielleicht die größte Leistung der fahrerlosen U3: Sie hat aus Zukunft Alltag gemacht.