Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Überall Hunde – wohin ich auch schau

20. November 2019

Ich bin irgendwie auf den Hund gekommen. Um mich herum treffe ich auf die Vierbeiner wohin ich auch gehe. Sogar im Netz, das eigentlich von Catcontent bevölkert wird.

Wer kennt den Waldi noch?

Wer kennt den Waldi noch?

Gewaltige Reaktionen hatte ich über einen Post über die Dauerausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte, als ich den Olympia-Waldi veröffentlichte. Er wurde damals vom großen deutschen Designer Ottl Aicher gestaltet und eroberte als Maskottchen das Herz der Olympia-Besucher von 1972. Ich bekam viele Mail, Reaktionen und Kommentare zu dem Hund. Viele haben den Waldi noch zu Hause liegen. Meine Familie hatte einen Schlüsselbund mit Hund, der aber schon lange verloren ging. Der Waldi ist ein Schatz und viele verbinden schöne Erinnerungen an den Hund.

Ausstellung im Nationalmuseum: Treue Freunde
Dann kam ein Kommentar des Bayerischen Nationalmuseums, in dem wir von der Ausstellung Treue Freunde. Hunde und Menschen berichtet wird, die am 28. November starten wird. In dieser Ausstellung in Waldi auch als Objekt zu sehen. Seit jeher ist der Hund treuer Freund und Begleiter des Menschen, doch die Beziehung ist nicht ungetrübt. Gerade in Kunst und Kulturgeschichte spiegelt sich das unauflösliche und meist positiv besetzte Verhältnis zum beliebtesten Haustier auf vielfältige Weise.
Das Bayerische Nationalmuseum geht der Allianz zwischen Hund und Mensch in einer umfassenden Ausstellung auf den Grund. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Arbeiten der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen.

Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie kaum bekannte Kunstwerke des Bayerischen Nationalmuseums eröffnen ein breites Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart. Prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer sind ebenso vertreten wie Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier oder eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly.
Die Ausstellung umfasst zahlreiche Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter. Die einzelnen Kapitel behandeln Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes. In allen Bereichen erzählt die Ausstellung auch etwas über den Menschen selbst und unsere Vorstellung von Menschlichkeit. Die Ausstellung gibt es von 28. November bis 19. April 2019 zu sehen und ich muss sie mir ansehen. Vielleicht kommt auch der Pudel im Osterspaziergang von Faust vor. Ich bin neugierig. Der Hashtag heißt übrigens BNMArtDogs . Zur Ausstellung könnte ich noch Aibos von Sony beisteuern, die bei uns zu Hause herumlaufen. Eines meiner zahlreichen Hobbys ist Roboterspielzeug.

Fanny von Markus Söder
Welche Resonanz im Netz war, als der Hund Fanny von Markus Söder verstorben ist. Am 8. September 2019 postete Söder die Todesnachricht und die Resonanz war enorm. Er bekam Zuspruch auch von Leute, die nicht Anhänger des Landesvaters sind „12 Jahre war sie im Herzen der Familie. Wir werden sie sehr vermissen“, schrieb Söder. 904 Kommentare gingen allein in Instagram ein.

Shortie als Whisky-Botschafter
Und dann treffe ich auf Shortie. Shortie ist das Hundemaskottchen der Ardbeg Destillerie und der Hund steht im Mittelpunkt der diesjährigen Ardbeg TEN Geschenkbox aus Metall. Als Ardbeg-Fan muss ich mir wohl so eine Box in Knochenform haben. Der Ardbeg TEN ist schließlich mein Standard-Whisky mit dem ich dann und wann belohne. Ich schätze seinen rauchig-torfigen Geschmack, der das Aushängeschild der an der Südküste Islays gelegenen Destillerie ist. „Shortie ist ein authentischer Islay-Bewohner,“ sagt Ardbeg Destillerie Manager Mickey Heads. „Er ist ein Teil von Ardbeg genauso wie unsere Whiskys, und was gibt es Besseres, als den Ardbeg Ten Years Old in Shorties Lieblingsknochen zu verstecken?“
Und wenn mich einer fragt, ob ich einen Hund habe, muss ich verneinen. Ich bleibe bei meinen Wellensittichen Dr. Watson und Sinatra, meine Krähen in Pastell.

Lost Place: Hitlerbrücke im Landkreis Fürstenfeldbruck

19. November 2019

Ein Kennzeichen eines Lost Place ist, dass der Standort nicht verraten werden soll. Nun, dass ist bei der verlassenen Eisenbahnbrücke im Landkreis Fürstenfeldbruck (Bayern) nicht der Fall. Hier gibt es ein großes Bauwerk in der Nähe von Emmering, das als Hitlerbrücke in den Sprachgebrauch im Landkreis eingegangen ist. Die Bewohner in den Anwohnergemeinden sind von diesen braunen Namen nicht gerade begeistert. Die 1939 gebaute Brücke wurde lange Zeit bei Google Earth als Hitlerbrücke getaggt. Heute findet man die Brücke als Kletterbrücke.

Es gibt keinen klaren Weg zur Brücke. Wer sich durch das Gestrüpp gekämpft hat, stößt auf einen monumentalen Bau, der zum Teil im Boden versunken ist. Bäume und Sträucher wachsen darauf, die Natur holt sich den Zweckbau zurück. Es ist heute eine illegale Partylocation und einen Ort für Kletterer. Der Ort ist über und über mit Graffiti bedeckt: Witzige Motive, einfache Tags und langweilige Schmierereien. In einer Ecke sind zahlreiche Spraydosen als Müll zurückgelassen. Achtlos wurden die Dosen zu Boden geworfen und bleiben dort einfach liegen. Am Brückenbau finden sich zudem einige Kletterhaken. Immer wieder treffen sich Freizeit- und Profikletterer an der Brücke und üben das Abseilen. Hier zwei 360 Grad Videos – die Brücke von außen und von innen.

Die Hitlerbrücke war im Dritten Reich Teil des sogenannten Nordrings. Die Brücke wurde 1939 gebaut, als Überführung für die Straße über Gleise, die zum Münchner Nordring für den Güterverkehr gehörten. Hitler in seinem Wahn wollte bei der Friedenheimer Brücke in München einen Mega-Güterbahnhof auf einer 141 Meter hohen Kuppel schaffen. Daraus ist nichts geworden. Den Namen Hitlerbrücke gab es nie offiziell. Meines Wissens hatte die Brücke nie einen richtigen Namen.

Die Brücke wurde errichtet, um darüber die Straße nach Eichenau und Olching zu führen. Dazu kam es nicht. Die Gleise wurden kaum benutzt und nach dem Krieg demontiert. Zum Kriegsende soll ein Gefangenentransport an der Brücke gehalten haben. Laut Erzählungen soll die SS Gefange aus einem Wagon getrieben haben. Ob es sich KZ-Häftlinge handelte, ist unbekannt.
Die braune Zeit liegt lange zurück und sie darf nicht wiederkommen. Die Brücke verfällt. Ich habe mir das Bauwerk ausführlich angeschaut. Heute kommt es immer wieder zu illegalen Partys. Zuletzt im August 2019 als ein DJ großes Equipment mit Generator aufbaute und die Gegend mit Rave-Musik beschallte. Die Polizei schritt ein und der DJ erhielt eine Anzeige.

Koreanisches Tatar in der Goldenen Traube

15. November 2019

Gerne schlüpfe ich in die Rolle des Foodbloggers und gehe auf eigene Kosten essen. Vor einiger Zeit kehrte ich in der Goldene Traube in Coburg ein und probierte Koreanisches Tatar.
Das klingt interessant. K2 mag koreanische Küche, was sicherlich an K-POP und ähnliches liegt. Tatar ist Hackfleisch vom Rind, das aus hochwertigem, sehnenfreiem und fettarmem Muskelfleisch wie Filet hergestellt wird und feiner zerkleinert ist als einfaches Rinderhackfleisch. Als Gericht wird es meist roh als Beef- oder Hacksteak Tatar zubereitet.

Die Goldene Traube hat allerdings die koreanische Variante mit Apfel, Sojamarinade, Koriander und Reiscracker auf der Speisekarte. Es gibt das Tatar als Vorspeise (100 Gramm) für rund 15 Euro oder Hauptgericht (180 Gramm) für rund 25 Euro. Das Gericht wird frisch am Tisch zubereitet und auf Nachfrage erklärt. Ich habe ein kleines Video von der Zubereitung gedreht. Guten Appetit.

Cabriojacke Sebring von Heinz Bauer

11. November 2019
Ein Traum von Heinz Bauer.

Ein Traum von Heinz Bauer.

Jetzt kommt die Zeit des schönen deutschen Wortes Übergangsjacke. Es wird kühler und ich ziehe meine dickeren Jacken an. Im Moment trage ich gerne eine leichte Jacke von Hackett London in Kombi mit Tweed, ich liebe meine dickeren Barbour-Jacken und habe bei meinen Herrenausstatter Felbinger in Immenstadt eine wunderschöne Jacke entdeckt. Einen Traum, einen absoluten Traum. Sie stammt von Heinz Bauer und ich schmelze dahin.
Es handelt sich um Cabrio Lederjacken. Ich habe zwar kein Cabrio, finde die Jacke aber toll. Klaus Felbinger hat seit einiger Zeit eine Kooperation mit dem Porsche Zentrum Allgäu und da passen die Heinz Bauer Jacken genau ins Sortiment. Die Jacken werden komplett in Deutschland produziert. Das Design kommt aus Reutlingen. Das Leder kommt aus geprüften Gerbereien und ist gleichbleibend hoch.

Ich hab mir die Jacke Sebring näher angesehen. Diese Biker-Jacke steht für Geschwindigkeit und Lifestyle pur. Das gerade geschnittene Modell ist an den Schulterpartien und an den Armabschlüssen mit einem charakteristischen sportiven Steppmuster verziert, welches aufwändig im dynamischen Rapport genäht ist. Der Zweiwege-Reißverschluss kann bis zum Kinn hochgezogen und mit einem zusätzlichen Riegel am Kragen geschlossen werden. Das innovative Windschott ist schnell und einfach eingezippt. Wer mag, kann den Kragen einfach abnehmen und durch die Stadt bummeln. Das hat mich sehr fasziniert. So steht dem grenzenlosen Fahrvergnügen mit offenem Verdeck nichts mehr im Weg.

Das Futter übrigens ist mit Fotomotiven aus der alten Rennsportzeit versehen. Ein absoluter Hingucker.
Jetzt stellen sich mir zwei Probleme: Zum einen der Preis der Jacke mit 2200 Euro und zum anderen das Fehlen eines Cabrios. Beides ließe sich durch Geld lösen, aber genau da liegt mein Problem …

Mein ganz persönlicher Moment des Mauerfalls

10. November 2019

Gestern war 30 Jahre Mauerfall und ich erinnere mich an einen kleinen persönlichen Moment, der mir bewusst gemacht, dass etwas Großartiges passiert ist. Über meinen Moment des Mauerfalls habe ich vor 10 Jahren gebloggt.

„Bitte nicht vergessen: Sie fahren weiter durch Deutschland.“

„Bitte nicht vergessen: Sie fahren weiter durch Deutschland.“

Am Tag nach dem Mauerfall, also am 10. November, kam es zu einer spontanen Begegnung – heute vor 30 Jahren. Ich wohnte damals in Fürstenfeldbruck, eine Kreisstadt im Westen von München. Ich fuhr am Morgen mit meinen Auto durch Fürstenfeldbruck Richtung München. An einem kleinen Hügel kam es zu einer Begegnung. Mir kam ein Plastikbomber entgegen – ein Trabi.
Es war das Standardfahrzeug in der DDR. Ich kannte den Trabant durch unsere Ostverwandtschaft, die wir einmal im Jahr besuchten. Also da kam mir dieser Trabi entgegen, der wohl nach der Maueröffnung sofort losgefahren sein muss, so dass er morgens Fürstenfeldbruck in Bayern erreichte.
Ich sah das Fahrzeug und mir wurde wieder bewusst: Die Mauer ist offen. Ich hab es zwar im Fernsehen nachts verfolgt, aber eben nur auf der Mattscheibe. Jetzt war ein Trabi da und ich realisierte, was wirklich passiert ist. Ich reagierte unbewusst: Ich betätigte die Lichthupe meines Fahrzeugs und blendete meine Scheinwerfer zum Gruß auf, ein-, zweimal. Die Antwort kam prompt zurück. Der Trabi blendete auch auf. Der Trabbi hatte meinen Gruß registriert und reagierte. Der Fahrer blendete ebenfalls auf.

Der Todesstreifen der Mauer.

Der Todesstreifen der Mauer.

Dann fuhren wir mit unvermittelter Geschwindigkeit aneinander vorbei. Auf gleicher Höhe blicken wir uns in die Augen. Im Trabi sah ein junger Kerl am Steuer, daneben eine junge Frau. Wir nickten uns kurz zu. Dann war alles vorbei. Der Trabi fuhr weiter durch Fürstenfeldbruck, ich fuhr weiter Richtung München.
Wer es war, den ich da gesehen habe, weiß ich nicht. Ich habe die beiden nicht wieder gesehen, aber diese Szene hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Es war nur eine kleine, unbedeutende Szene, aber es war mein persönlicher Moment.

Das ganze Leben ist ein Projekt: Projektmanagement-Software Merlin hilft dabei

9. November 2019

Durch meinen Job als Referent für Schülerzeitungen merke ich, dass einige Schüler das Problem haben in Projekte zu denken. Schülerzeitungen sind perfekte Beispiele für Projekte. Es müssen Texte recherchiert und geschrieben werden, es müssen Fotos geschossen und bearbeitet werden, es müssen Anzeigen eingeholt und geprüft werden, es müssen Druckangebote eingeholt und verglichen werden. Dann wird alles Zug um Zug zusammengeführt und am Ende hat man ein Produkt, das in den Verkauf geht. Zudem muss vorher die Werbetrommel gerührt werden, damit die ganze Arbeit ein Erfolg wird. Im Grunde ist Schülerzeitung ein perfektes Projekt und der Chefredakteur ist ein Projektmanager. Kleine Werkzeuge wie Trello oder MS Teams bieten sich hier an.


Schülerzeitungen ist eine perfekte Spielwiese für Projekte, denn später im Berufsleben müssen ggf. größere und aufwendigere Projekte gesteuert werden. Da ist der Einsatz von professioneller Projektmanagement-Software gefragt. Und da kommt für mich als Mac-User Merlin ins Spiel.


Merlin wird heute am Tag des Mauerfalls 15 Jahre alt. Merlin ist kein Zauberer aus alten Zeiten, sondern ein Software-Werkzeug mit Zauberkräften, wenn es um Projektmanagement für den Mac geht.
Die Windows-User nutzen oft Microsoft Project. Da viele Unternehmen in Windows-Umgebungen unterwegs sind, wählen sie die Lösung von Microsoft. Mac-User wählen dagegen Merlin. Merlin Project ist der Standard für Projektmanagement in Branchen wie Architektur & Bauwesen, Medien & Agenturen, Aus- & Weiterbildung, Forschung & Entwicklung und anderen. Seit 15 Jahren nutzen Kunden in über 130 Ländern die App zur Planung, Steuerung und Kontrolle ihrer kleinen und großen Projekte. Es gibt drei Versionen Ausführungen von Merlin: Merlin Project, Merlin Project Express (die kleine Lösung für den Rest von uns) und Merlin Server. Während früher man eine Lizenz kaufte, ist der Hersteller ProjectWizards auf ein Abo-Modell übergegangen. Das ist in der Branche so üblich, die Software-Riesen wie Adobe oder Microsoft machen es vor. Ich habe vor Jahren den Chef von ProjectWizards Frank Blome kennengelernt. Was ich an ihm und seinem Team schätze, ist die Aufmerksamkeit mit der ProjectWizards auf Kundenwünsche reagiert. Fragen werden schnell beantwortet, Wünsche werden schnell gelöst – so stelle ich mir ein Dienstleistungsunternehmen im Software-Bereich vor. So wurde der Export von Evernote in Merlin ermöglicht.
Also: Wer sich für Projekte auf dem Mac oder iPad/iPhone interessiert sollte sich Merlin mal ansehen. Und ich widme mich jetzt wieder einem Projekt: Ich konzipiere einen neuen Seminartyp: Ein Webinar

Werbung: Junggesellenabschied in Prag

7. November 2019

In meinem Umfeld heiraten Menschen wieder, oftmals zum zweiten Mal. Und am Tag der Tage soll es ne große Sause geben, ne richtig fette Party für den wichtigsten Tag des Lebens. Und wenn ich die Planungen mir so ansehe, dann fällt immer wieder die Begriffe Junggesellenabschied für den Herrn und Junggesellinnenabschied für die Damen.

Vor der Hochzeit steht der Junggesellenabend

Vor der Hochzeit steht der Junggesellenabend

Ich bin glücklich verheiratet, allerdings gab es bei mir solche Aktionen nicht. Unsere Hochzeit war eher klein intim. Ich bin nicht der Typ für solche Feierlichkeiten. Aber ich gehe gerne auf solche Veranstaltungen, also Einladungen gerne an mich.
Als Filmfreund kenne ich natürlich einige Filme rund um den Junggesellenabend. Ich habe bei der Facebook-Gruppe Filmtoast nachgefragt, welche Filme zum Thema die Community kennt und es kamen einige Sachen zusammen.
Mir fiel als erstes der Film Hangover ein, dem noch zwei Teile folgen sollten. Im humorvollen Film Hangover von 2009 geht es um einen Junggesellenabschied, der in Las Vegas stattfand. Die Herrschaften im Film schlugen über die Strenge. Die Übersetzung von Hangover lautet schließlich Kater. Und ein Spruch in dem Film lautet: „Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas.“
Und es kamen weitere Nennungen, zum Teil Filme, die ich bis dato gar nicht kannte. Danke an das Schwarmwissen. Hier eine Auswahl: Girls’ Night Out, Die Trauzeugen, Bachelor Party, Very Bad things, Las Vegas, Sausage party, American Pie, Mike and dave need weddingdates, Gelegenheit macht Liebe, Die Junggesellenparty (1957), Brautalarm, 8 erste Dates, The Bachelor Weekend und natürlich Elvis in Viva Las Vegas.
In vielen Filmen geht es darum, richtig die Sau rauszulassen. Und ich hab mal geschaut, was es für Riten gibt und ich bin fündig geworden. So machen sich manche Junggesellen richtig zum Deppen, ziehen sich verrückt an und ziehen durch die Straßen Münchens. Bei uns in Bayern ist ein Youtube-Video von Harry G. Durch die Decke gegangen, das optimal zum Thema passt.

Und da ist mir was aufgefallen. Es scheint, dass es in Ungarn und Tschechien spezielle Unternehmen gibt, die sich auf Junggesellenabschiede spezialisiert haben, so mit Strech-Limo, Tabel-Dance und mehr. Die Grenzen werden vom Geldbeutel und der Moral gesetzt. Die Anreise nach Prag ist relativ preiswert. Von München gibt es eine gute Zugverbindung zum Hotspot Prag.


Ich bin bei der Recherche auf ein Angebot ab 18 Jahre gestoßen, was zeigt, was für Geld alles möglich ist: Ein tschechischer Dienstleister, der vergnügungswilligen und zahlungswilligen Damen und Herren ziemlich viel ermöglichten einschläige Wünsche erfüllt. https://www.goldfingers.cz/de . Ich war erstaunt, was alles geht und scheinbar besteht nach so einem Angebot eine regelrechte Nachfrage. Marktwirtschaft pur und der Markt in Tschechien findet einen Weg. Es gibt verschiedene Shows im Angebot, die nach bestimmten Bedürfnissen des zahlenden Publikums ausgerichtet sind.
Vielleicht bin ich ein Langweiliger. Wie gesagt, meine Hochzeit sah anders aus, einen Junggesellenabend gab es nicht, auch keinen Polterabend. Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas galt für mich nicht. Und was in Prag passiert, bleibt in Prag – das gab es bei mir erst recht nicht.

Ein Nachmittag im Hotel Adlon, Berlin

2. November 2019

Bei einem Interview-Termin in Berlin nutzte ich die Gelegenheit im Hotel Adlon vorbeizuschauen. Ich habe noch nie in diesem Traditionshaus eine Nacht verbracht und hab es dieses Mal auch nicht, aber ich wollte die Atmosphäre des Haues schnuppern. Zudem hatte ich gerade das Buch von Hedda Adlon über das Haus gelesen und wollte es mit dem Ist-Zustand des Neubaus vergleichen.

Aufgrund meiner Tätigkeit bin ich oft in Hotels unterwegs. Nein, nicht in der Liga wie das Adlon, aber ich liebe es, Hotelgeschichten zu hören, zu sehen und zu fühlen. Hotels sind für mich ein besonderer Ort.
Ich saß in der Sitzgruppe vor dem Wasserbrunnen im Adlon und genoss die Zeit. Ich hatte ein nettes Gespräch mit einer Kollegin, die dann zu einem Anschlusstermin musste und so hatte ich die Muse zur Beobachtung. Nachdem mein Tag erfolgreich verlaufen ist, bestellte ich mir einen 10 Jahres Ardbeg – die Frage an mich, ob ich Eis möge, überhörte ich beim höflichen, zuvorkommenden jungen Servicemitarbeiter, der sofort seinen Fehler eingesehen hat. Später als ich noch einen Espresso bei einem anderen Mitarbeiter orderte, bekam ich keinen. Man hatte mich vergessen, eine Schande bei so einem Haus und hatte auch nicht große Lust nachzufragen und hinterher zu rennen. Da bin ich dann zu Starbucks gegenüber gegangen.

In den sozialen Netzwerken lese ich unlängst, dass der Service und die Qualität im Adlon gelitten habe. Das kann ich nicht beurteilen und so nicht bestätigen, mein vergessener Espresso fällt nicht weiter ins Gewicht. Mir fehlen die Vergleichsmöglichkeiten zu früher. Das alte Haus kenne ich nur aus Büchern, bei der Eröffnung des neuen Adlons 1997 war ich nicht dabei.
Das Haus liegt am Boulevard Unter den Linden 77, unweit des Brandenburger Tors am Pariser Platz und gehört zu Kempinski Steigenberger Gruppe. Ich hatte in Bayreuth bei den Bayreuther Festspielen schon zweimal schlechte Erfahrungen mit Steigenberger gemacht und möchte dies aber nicht aufs Adlon übertragen. Ich habe vor kurzem das Buch Hotel Adlon von Hedda Adlon gelesen, nein verschlungen. Seit der Eröffnung 1907 war im Adlon die große Welt zu Gast: Könige und Fürsten, Politiker und Diplomaten, Künstler und Industrielle. Und Hedda Adlon weiß die Geschichten um diese Persönlichkeiten nett zu erzählen. Die Witwe von Hotelgründer Louis Adlon berichtet von kleinen und großen Geschichten in abgeschlossenen Episoden. Sicherlich, es ist keine große Literatur, aber Hedda Adlon öffnet die Türen einer für mich verschlossenen Welt. Aber das Adlon war auch immer ein Ort der Politik: Wenn die Räterepublik und Revolution über das Haus ziehen und das Ende am Ende des Zweiten Weltkriegs kommt. Das Adlon überlebte den Krieg, wurde aber anschließend geplündert und niedergebrannt. Louis Adlon wurde nach der Kapitulation von der Roten Armee verhaftet und kam zu Tode. Das Wort Generaldirektor enthielt das Wort General und das reichte wohl den sowjetischen Soldaten aus.
Das Buch von Hedda Adlon hat natürlich keine Distanz zur Geschichte und zu den Personen, muss sie auch nicht. Sie schrieb ihr Buch in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als die Erinnerungen an die handelnden Personen noch lebendig waren.
Also ich genoss den vergangenen Mythos vom Adlon und beim nächsten Besuch in Berlin werde ich mich wieder in der Lobby Platz nehmen, einen Ardbeg genießen und ich werde das Buch von Hedda Adlon dabei haben und darin Klatsch lesen. Und vielleicht klappt es ja auch mal mit einer Übernachtung.
Ach ja, es gab auch mal eine TV-Serie Das Adlon. Eine Familiensaga von Uli Edel. Leider hab ich sie nicht gesehen. Edel interessiert mich, weil er den Baader Meinhof Komplex sehr gut verfilmt hat. Und auch die Verfilmung Adlon aus der Werkstatt von Produzent Artur Brauner kenne ich nicht. Ich hab noch einiges nachzuholen in Sachen Adlon.

Bayerische Könige und die ihre Haltung zur Verfassung

1. November 2019

Ist euch schon mal aufgefallen, wie die bayerischen Könige zur bayerischen Verfassung gestanden haben? Im Haus der bayerischen Geschichte in Regensburg ist dies mir auf der Herbstreise des Münchner PresseClubs aufgefallen.

Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg.

Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg.

Die Verfassung des Königreichs Bayern stammt vom 26. Mai 1818 und liegt heute im Bayerischen Staatsarchiv. In Regensburg ist ein Faksimile ausgestellt.

Die Verfassung des Freistaats Bayern.

Die Verfassung des Freistaats Bayern.

Im Eingangsbereich der Dauerausstellung sind Gemälde der vier bayerischen Könige ausgestellt. König Maximilian I. Joseph (reg. 1806-1825), König Ludwig I. von Bayern (reg.1825-1848), König Maximilian II. von Bayern (reg. 1848-1864) und König Ludwig II. von Bayern (reg. 1864-1886). Und bei den Gemälden ist die Bayerische Verfassung auch immer auf dem Bild zu sehen. Interessant ist die Haltung der Monarchenhand zur Bayerischen Verfassung. Das lässt Rückschlüsse über das Verhältnis König-Staat zu.

Zwei von vier Königen.

Zwei von vier Königen.

Beginnen vor mit König Maximilian I. Joseph (reg. 1806-1825). Seine Krone liegt auf der Bibel, seine Hand liegt auf der Verfassung. Bei seinen Untertanen wurde er mit der populären Kurzform seines Namens „König Max“ genannt. Zwischen 1796 und 1817 bestand eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Max Joseph und Minister Montgelas. Der König gilt mit seinem Ersten Minister Montgelas als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. Maximilian I. Joseph und Montgelas schufen ein Beamtenwesen und eine effiziente Staatsverwaltung für das vergrößerte Bayern. Als König war Max Joseph sehr bürgernah, ging gerne ohne große Begleitung zu Fuß durch die Münchner Straßen und unterhielt sich zwanglos mit seinem Volk.

König Maximilian I. Joseph (reg. 1806-1825)

König Maximilian I. Joseph (reg. 1806-1825)

 

König Ludwig I. von Bayern (reg.1825-1848) war da schon anders drauf. Er hat sein königliches Zepter auf der Verfassung. Zu Beginn seiner Restaurationspolitik betrieb Ludwig eine gemäßigt liberale Politik, basierend auf der Verfassung von 1818. Eineinhalb Monate nach seinem Amtsantritt hob er die Pressezensur auf. Im März 1844 gab es Unruhen nach einer Brotpreiserhöhung und folgender Bierpreiserhöhung bei der sogenannten Münchner Bierrevolution. 1846 kam die irische Tänzerin Lola Montez nach München und wurde die Geliebte des Königs. Sie erhielt eine luxuriöse Villa in der Barer Straße in München, einen Adelstitel (Gräfin von Landsfeld) und finanzielle Unterstützung von Ludwig. Er initiierte den Ludwig-Donau-Main-Kanal, eine Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer, den Vorgängerbau des heutigen Main-Donau-Kanals. Er war ein großer Kanalbauer, sah in der Eisenbahn nicht so die Zukunft – beides Fehlentscheidungen. Und er sein Verhältnis mit Lola Montez war schwierig, so dass 1848 im Revolutionsjahr Minister und Volk rebellierten.

König Ludwig I. von Bayern

König Ludwig I. von Bayern

König Maximilian II. von Bayern (reg. 1848-1864) lag die Verfassung hinter der Krone. Er sucht die Nähe zu seinem Volk. Zudem war er gerne auf Reisen, benannte die Ständeversammlung in den Landtag um. Es gibt sogar eine Skulptur von ihm auf dem Pferd, wo der den Hut zum Gruße hebt. Das war schon eine Revolution und daher wurde die Skulptur nie zum Reiterdenkmal. „Ich will Frieden haben mit meinem Volke und mit den Kammern“, sagte der König einmal.

König Maximilian II. von Bayern

König Maximilian II. von Bayern

„Ich will Frieden haben mit meinem Volke und mit den Kammern“

„Ich will Frieden haben mit meinem Volke und mit den Kammern“

König Ludwig II. von Bayern (reg. 1864-1886) sah sich vielmehr in der Tradition der absolutistischer Könige. Die Hand am Zepter, die Verfassung liegt am Tisch. Ludwig II. war kein Gestalter, kein Visionär. Politisch unerfahren stimmte er dem Bündnis mit Preußen zu und Bayern verlor die Souveränität. Ludwig II. Begeisterte sich für Architektur und ruinierte den Staat, schuf aber heute weltberühmte Baudenkmäler. Für mich wichtig: Er war ein großer Förderer von Richard Wagner, dessen Musik ich verehre. Über das Ende von Ludwig II. brauchen wir an dieser Stelle nicht spekulieren.

König Ludwig II. von Bayern

König Ludwig II. von Bayern

Ludwig II. war zudem ein Technikfan. Das zeigte sich an seinem Schlitten, mit dem er nachts durch das verschneite Bayern rauschte. Künstler wie Franz von Seitz, Johann Christian Hirth oder Mathilde Jörren schufen den verspielten Prunkwagen. Übrigens, der Schlitten war das erste elektrisch beleuchtete Fahrzeugs Bayerns. Eine Batterie mit Chromschwefelsäure speist eine Glühbirne mit Platinfaden.

Ludwig II. ging damit ein Licht auf – ha Sparwitz.
Damit endet meine Berichterstattung über die Herbstreise des PresseClub München nach Ostbayern.

Nicht das ist Bayern, sondern vielmehr.

Nicht das ist Bayern, sondern vielmehr.

Schlachtruf Maria hilf gegen die Türken

31. Oktober 2019

Wer in Passau als Gast weilt, kommt um Maria Hilf nicht vorbei. So auch nicht der PresseClub bei seiner Herbstreise nach Ostbayern. Und weil das Bild von Lucas Cranach d. Ä., einem der bedeutendsten deutschen Maler, so wichtig ist, gibt es das Gemälde in der Stadt gleich zweimal.

Maria hilf über der Passauerer Bäckerei Riederer

Maria hilf über der Passauerer Bäckerei Riederer

Der Künstler schuf das Bild wohl um 1537. Es zeigt die Gottesmutter, die zärtlich ein Kind umarmt. 1627 wurde für das Bild eine Wallfahrtskirche errichtet. Es entstand eine weitreichende Verehrung für das Bild. „Mariahilf“ war wesentlicher Teil der in der Barockzeit besonders blühenden Verehrung der Gottesmutter. Hunderte von Tochterwallfahrten entstanden, vor allem in Amberg/Oberpfalz, Innsbruck (mit dem Originalgemälde des Lucas Cranach), Wien und München – und natürlich nach Passau.

In Passau gibt es neben dem Wallfahrtskloster noch ein Mariahilf-Bild über der Bäckerei Riederer in der Altstadt. Wer keine Lust hat, den Berg zum Kloster zu erklimmen, kann sich das Bild dort anschauen. Unsere Gästeführerin Annemarie Hertel zeigte uns das Bild.

Die Verehrung des Bildes nahm sogar noch zu, als 1683 die Türken vor Wien lagen. Der österreichische Kaiser floh mit seinem Hofstadt nach Passau für 62 Tage und sammelte seine Truppen. In der entscheidenden Schlacht am 12. September 1683 wurde der Schlachtruf „Maria hilf“ an die kaiserlichen Soldaten ausgegeben. Mit Rücksicht auf den protestantischen Kurfürsten von Sachsen wurde dann die Tagesdevise auf „Jesus und Maria hilf!“ erweitert. Und es geschah ein Wunder. Die kleine christliche Armee schlug die dreifach überlegenden türkischen Streitkräfte des osmanischen Reiches. Die türkische Bedrohung für Zentraleuropa war abgewendet.