Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Glenmorangie Tale of Winter im Strickpullioptik

13. Oktober 2021

Ja ist denn schon Weihnachten? Das hab ich mich gefragt, als die neue Mitteilung von Glenmorangie mir ins Postfach flatterte. Es wird auf den Glenmorangie Tale of Winter hingewiesen, einen mollig-schönen Whisky für kalte Wintertage.

Nun, zwar hat gerade erst der Herbst begonnen, aber das weiße Zeug vom Himmel kommt gewiss. Also warum nicht schon ab 20. Oktober mit dem neuen Getränk eindecken und vom Winter nicht überrascht werden? Noch dazu, wenn die Fotos von Glenmorangie Tale of Winter so schön kitschig mit farbenfroher Strickpullioptik aussehen.

Da hat sich Glenmorangie mit dem Foto wirklich angestrengt. Ich mag den Kitsch und bin neugierig auf das Getränk. Foto: Moët Hennessy Deutschland GmbH 

Und weil ich ja so gerne Storytelling mag, erzähl ich euch gleich mal ein Wintermärchen: Eingeschneit im schottischen Winter träumte einst Dr. Bill Lumsden, kreativer Whiskymacher bei Glenmorangie, von einem besonderen Whisky, der die Gemütlichkeit einfängt, wenn die Welt in glitzerndem Weiß gehüllt ist. Wie ein gemütlicher Strickpullover vereint der neue Glenmorangie Tale of Winter winterliche Aromen und lässt den Traum von Dr. Bill wahr werden. Schön erzählt – und hier kommen die Fakten:
In sizilianischen Marsala-Weinfässern nachgereift, erstrahlt dieser limitierte 13-jährige Single Malt Scotch Whisky mit feinwürzigen Noten von kandierten Früchten, Honig, Kakaostaub und Gewürzen, und erinnert an Weihnachtsbäckerei. Die hellen, lebendigen Aromen inspirieren auch zu winterlichen Drinks, die sich leicht zu Hause zubereiten lassen.

So genießt also Dr. Bill Lumsden seinen Glenmorangie A Tale of Winter. Foto: Moët Hennessy Deutschland GmbH 


Dr. Bill ist einfallsreich: Seine Zutaten sind Brennblasen, so hoch wie ausgewachsene Giraffen, die delikate, fruchtige Destillate erschaffen und beste Eichenholzfässer, worin mit viel Zeit und Geduld köstliche Whiskys entstehen. Marsala Likörwein ist für seine süßen und fruchtigen Aromen bekannt, die Nachreifung in diesen Fässern schuf eine besondere Abfüllung, die die Sinne umschmeichelt. Dr. Bill sagt: „Wir alle wissen, wie schön es ist, am Kamin zu sitzen, wenn es draußen schneit. Mit Aromen, die so farbig und lebendig sind wie mein Lieblings-Wollpulli, fängt Glenmorangie A Tale of Winter auf köstliche Weise diese magischen, gemütlichen Momente ein. Früchte und Honig verschmelzen mit Noten von Kakao, rotem Pfeffer und etwas Paranuss-Toffee, die zusammen in einem langen Nachhall mit Zimt, Ingwer und Nelken wie Schneeflocken verwirbeln.“ Lieber Dr. Bill Lumsden: Ich habe keinen Kamin, nur eine Fußbodenheizung und Strickpullis, wie Sie sie tragen, sind auch nicht mein Fall, aber dennoch werde ich dieses Getränk genießen.
Die limitierte Edition Glenmorangie „A Tale of Winter“ in farbenfroher Strickpullioptik ist ab dem 20. Oktober 2021 für rund 90 Euro erhältlich.

FJS-Sterbebild in der Gastwirtschaft

3. Oktober 2021

Am 3. Oktober 1988 verstarb der CSU-Politiker Franz Josef Strauß. Für die einen eine Lichtgestalt, für die anderen eine Hassfigur – unumstritten ist aber, dass FJS die Gemüter bewegte. Ich habe sein Sterbebild an der Wand eines hochwertigen (bayerischen) Speiselokals entdeckt. Und das macht mir wieder bewusst, wie wichtig der Strauß für manche Menschen war.

Ford, was habt ihr mit dem Mustang gemacht?

23. September 2021

Der neue Mustang ist da. Ich werde nur bei ein paar Autos wirklich schwach: Dazu gehören der Aston Martin und der Ford Mustang. Und wie ich den entsprechenden Diensten entnehme, hat Ford jetzt einen elektrischen Ford Mustang mit dem Namen Mustang Mach-E auf den Markt gebracht. Ich habe nichts gegen Elektro-Autos, mein nächstes Fahrzeug wird wohl auch ein Elektrovehikel sein. Aber liebe Designer bei Ford: Was habt ihr mit meinem Mustang gemacht?

Der neue Mustang als Elektro-Variante Mach-E von Guy Kawasaki.

Das Design ist, sagen wir es mal freundlich, gewöhnungsbedürftig. Die Rücklichter sind die einzige Konstante, aber sonst. Ich bekomm die Krise und weiß, welches Auto ich mir nicht kaufen werden.
Bei meinem Frust habe ich auf einen Fotoband Art of the Mustang zurückgegriffen und mich an vergangene Zeiten schwermütig erinnert. „So haben Sie den Ford Mustang noch nie gesehen“, steht auf dem Rückumschlag und die Autoren Tom Loeser und Donald Farr haben absolut recht. Die Vorstellung des Ford Mustang im Jahr 1964 bildete eine Zäsur in der Geschichte der amerianischen Automobilindustrie.

Das Buch Art of the Mustang aus dem Jahre 2015 hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Pferderücken (Wortspiel), aber zeigt für mich noch immer die Faszination an der Marke. Über einen Zeitraum von 50 Jahre demonstriert das Buch die schönen Modelle und die grausamen Designmodelle des Mustangs. Die schrecklichen Fahrzeuge der achtziger Jahre überblättete ich geschwind. Die Fotos „meiner“ Mustangs sind großartig, detailreich und fesselnd. Und ich werde hier nicht eine berechtigte Diskussion um Spritverbrauch und CO2-Belastung anstellen – diese Autos bleiben für mich Traumautos und in meinen Träumen fahren diese PS-Boliden klimaneutral.
Was ich an diesem Buch Art of the Mustang unheimlich schön finde, ist das Storytelling. Es werden nicht nur technische Daten der verschiedenen Modelle verarbeitet, sondern es werden zwischendurch Geschichten erzählt. Wie die Geschichte als der Mustang zum Mietwagen wurde.

Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts trat der US-Autovermieter Hertz an Ford heran. Sie hatten gerade die gesamte Flotte von GM auf Ford umgestellt. Nun wurde Ford gebeten 200 Mustangs für das Hertz-Sports-Car-Club-Programm zu liefern. Gesagt, getan und es entstand ein schwarzer G.T. 350 mit Goldstreifen. Das waren die Farben, die Herz bei der Unternehmensgründung im Jahr 1925 zur Kennzeichnung seiner Mietwagen verwendet hatte. Das Auto kam so gut an, dass Hertz daraufhin nochmals 800 Fahrzeuge bestellte. Von Ende 1965 bis Anfang 1967 konnte man die 1966er Shelby G.T. 350H Mustangs bei Hertz für 17 Dollar pro Tag plus 17 Cent pro Meile mieten. Dann wurden sie ausgemustert und sind heute begehrte Sammlerobjekte. Die

Für Fotografen und Filmer: Antireflex-Gegenlichtblende gegen Spiegelungen und Reflexionen

20. September 2021

Immer wieder bin ich mit dem Zug, dem Flugzeug oder mit dem Auto aus Beifahrer unterwegs und will fotografieren oder filmen. Das Problem sind die Spiegelungen oder Reflexionen in der Scheibe, die in der Regel die Aufnahmen ruinieren. Ich will mich ja auf meinen Aufnahmen nicht gespiegelt sehen.

Abhilfe schafft da eine einfache Gegenlichtblende aus Silikon. Das leichte, faltbare Teil wird vor das Objektiv gehalten und schon hat man perfekt klare, blendfreie Aufnahmen durch Fenster. Der schwarzer Silikonkegel, der sich grundsätzlich an jedes Standardobjektiv anpasst, blockiert unerwünschte Blendungen und Reflexionen. Diese faltbare Antireflex-Gegenlichtblende habe ich in der Tasche. Sie wiegt weniger als 90 Gramm und hat mir gute Dienste geleistet. Klare Empfehlung für Fotografen und Filmer.

Drei Container für Togo beladen

17. September 2021

Drei Container mit Schulmöbel aus der Stadt Olching gingen auf die Reise ins westafrikanische Togo. Organisiert und koordiniert wurde der Transport von der Aktion PiT Togohilfe, die seit September 2019 in Fürstenfeldbruck ist. Ich bin seit Jahren für den Verein ehrenamtlich tätig und hab bei der Beladung richtig angepackt. Insgesamt reisen nun über 500 Stühle, 350 Tische, 50 Spinde, 30 Regale, 30 Tafeln, 200 Schultaschen, diverse Kartons mit Kindersachen, Schuluniformen, Schuhen, Stoffen und natürlich Geschenke für die Patenkinder nach Togo.

Olchings Bürgermeister Andreas Magg stellte dem Verein eine Halle in Gut Grasslfing zur Verfügung, in der gebrauchte und ausgemusterte Schulmöbel aus dem ganzen Stadtgebiet gesammelt wurden. Ehrenamtliche Helfer der Togohilfe verluden mit Unterstützung des Bauhofs die Bänke, Tische, Stühle und Schränke. Die drei Container, die in den vergangenen Tagen beladen wurden, machen sich jetzt per Schiff auf die sechswöchige Reise nach Togo, wo sie in der Hauptstadt Lomé von Mitarbeitern der Aktion PiT Togohilfe in Empfang genommen werden. Dort werden die Möbelspenden auf zehn Modelldörfer im ganzen Land verteilt.
„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der Stadt Olching“, so die Vereinsvorsitzende Margret Kopp. Nach dem Umzug von Maisach nach Fürstenfeldbruck stand dem Verein kein Lager mehr für regelmäßige Hilfstransporte zur Verfügung. Die Container-Lieferungen wurden erst einmal auf Eis gelegt werden. „Durch die Gelegenheit in Olching konnten wir diese drei Transporte auf den Weg bringen. Für den Herbst steht noch eine Containerladung mit den Schulmöbeln der ehemaligen Schule an der Heckenstraße an.“

Vor ein paar Wochen schaute sich Margret Kopp das Lager in Graßlfing an und wir nahmen ein Video dazu auf:

Seit 1980 engagiert sich die Aktion PiT Projekt in Togo im Gesundheitsbereich, Schulbildung, Kinderhilfe sowie Dorfentwicklung. Dank der beständig wachsenden Unterstützung durch Spender und Förderer ist aus einer kleinen Privatinitiative heute der größte Togo-Hilfsverein Deutschlands Aktion PiT – Togo­hilfe e.V. geworden, gemeinnützig anerkannt und Mitglied im „Eine Welt Netzwerk Bayern“.
Drei Videos von drei Beladungen habe ich gedreht. Hier der erste Tag:

Hier der zweite Tag:

Und hier der dritte Tag und die letzte Beladung:

Dass diese Arbeit der Togohilfe gewürdigt wird, zeigt sich an zahlreichen Auszeichnungen: Die Togohilfe gewann den 1. Preis des Bayerischen Eine Welt-Preises. Die Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt, die aus Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände, des Bayerischen Landtags, des Eine Weltnetzwerks Bayern e.V. und der Staatskanzlei bestand. Es wurde die intensive Teilhabe der ländlichen Bevölkerung in den Dörfern in Togo herausgestellt – vom ersten Schritt des Dorfentwicklungsprogramm Village Aimes-Afrique – das lebenswerte Dorf an, die wissenschaftliche Begleitung der Projektmaßnahmen und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Partner-Verein Aimes-Afrique. Die Projekte der Aktion PiT Togohilfe sind sehr gut durchdacht, arbeiten mit den Partnern auf Augenhöhe zusammen und mobilisieren dadurch die vorhandenen Kräfte und Kapazitäten zur Selbsthilfe in hervorragender Weise.

Toteisloch Wolfsgrube – so bekommt Geografie zum Storytelling

2. September 2021

Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute ist so nah? Dies dachten wir uns in diesem Sommer und verzichteten aufgrund von Corona auf In- und Auslandsreisen in den Ferien. Wir erkundeten die nähere Umgebung – darunter auch das Toteisloch Wolfsgrube in Grafrather Ortsteil Wildenroth, im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
Vor Jahren war ich als Geografiestudent schon mal dort, um mir die Mulde im Boden anzusehen. Nun kam ich wieder.

Zunächst faszinierte mich der Name Wolfsgrube. Mit mir als 100 m Durchmesser und über 20 m Tiefe ist die Wolfsgrube ein eindrucksvolles Toteisloch. Besonders auffällig sind ihre steilen Wände. Sie ist das markante Zeichen der zahlreichen Toteislöcher in der Gegend. Der Überlieferung nach wurde in dieser kesselartigen Hohlform früher als Fanggrube für Wölfe genutzt, daher kam der interessante Name Wolfsgrube.
Die Wolfsgrube bei Wildenroth entstand gegen Ende der letzten Eiszeit am Rand des Isar Loisach-Gletschers. Damals löste sich vom Gletscher ein großer Eisblock ab und wurde als so genanntes Toteis mit Geröll und Geschiebe überschüttet. Als später das Eis schmolz, blieb die steilwandige, kesselartige Hohlform eines Todeislochs zurück.

Und so stand ich am Rand und schaute hinein. Außer einer Mulde gab es nichts zu sehen. Allerdings gibt es eine Erklärungstafel, die den Wanderer über dieses geologische Ereignis aufklärte. Ich weiß noch, als Student haben wir das Loch vermessen. Jetzt schaute ich es mir einfach nur an und dachte an die Geschichte mit den Wölfen. Das ist besseres Storytelling als ein Gletscher vor einigen Jahren.

Transall fliegt letztmals über Fursty

19. August 2021

Ein paar Mal bin ich mit ihr als Passagier geflogen. So richtig angefreundet habe ich mich allerdings mit dem dicken Brummer nicht. Gemeint ist die Transall. Als Nichtsoldat, aber zeitweise Militärberichterstatter durfte ich im Rumpf der Maschine auf Einladung der Luftwaffe mitfliegen. Die C-160 war mir zu laut, zu kalt und hatte auch sonst ein paar Einschränkungen, die man als Passagier von Linienmaschinen nicht kennt. Aber die Transall war ein zuverlässiger Lastenesel der Bundeswehr und ein gewohntes Bild in meinem Umfeld.

Nun ging die Ära der Transall zu Ende. Am 18. August 2021 kam es noch einmal zu einer Begegnung. Zwei Transall-Maschinen und ein Eurofighter überflogen auf einer Goodbye-Tour den ehemaligen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck Fursty. Für mich war klar, dass ich da dabei sein wollte, wenn es vor meiner Haustür stattfindet.

Zum Abschied startete eine Transall in der Sonderlackierung als „Retro-Brummel“ eine Goodbye-Tour in Deutschlands Süden. Um 10:45 Uhr sollten die Maschinen über den wolkenverhangenen Himmel über Fürstenfeldbruck erscheinen. Es wurden ein paar Minuten später als das Brummen der Retro-Brummel zu hören war. Die 50 Tonnen schwere Maschine flog langsam dahin, daher der Spitzname Retro-Brummel.

Mit mir waren ein paar interessierte Schaulustige erschienen. Zwei Männer diskutieren über Einsatz der Maschinen, die meisten froren aber leise vor sich hin und wollten den Augenblick des Überflugs erleben. Einige hatten Kameras mit starken Teleobjektiven dabei. Ich war nur mit meinem iPhone bewaffnet – die Nikons hatte ich aus Faulheit zu Hause gelassen. Es gab einige professionelle Planespotter auf deren Bilder ich mich schon freue.
Als im August 2020 israelische und deutsche Kampfjets über Fursty flogen, war mehr Wums und Show geboten. Ich habe damals gebloggt, gefilmt und fotografiert.
Der Überflug des Trios war unspektakulär. Die Maschinen schwebten ein, flogen über den Wolkenverhangenen Flugplatz hinweg und verschwanden wieder in die Wolke – in drei Minuten war alles vorbei und die Transall ist Geschichte.

Von den 110 Transall, die die Luftwaffe seit 1968 in Dienst gestellt hatte, sind nur noch wenige flugtauglich. Bis Ende 2021 werden die verbliebenen Maschinen verschrottet oder an Museen abgegeben. Eine Transall ist bereits in der Flugwerft Oberschleißheim ausgestellt.

60 Jahre Mauer – ein Foto aus dem Familienalbum

13. August 2021

Heute erinnern wir uns an die Mauer, die unseren Staat 60 Jahre trennte. Meine Generation hat die Mauer noch erlebt und ich kannte noch den „antifaschistischen Schutzwall“, wie ihn die DDR-Propaganda nannte.
Am 13. August 1961 wurde in Berlin auf Anordnung der DDR-Führung mit dem Bau der Grenzanlagen begonnen. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ tönte es noch im Juni 1961 von Lügenmaul Walter Ulbricht und seinen Genossen. Insgesamt wurden zwischen 1961 und 1989 allein an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen getötet. Immer wieder stand ich als Kind, als Jugendlicher und später als junger Erwachsener an dem Schandbau, der so viel Leid gebracht hat. Und ja, die Linke ist die Nachfolgerpartei dieser Mauerverbrecher der SED – das werde ich nicht vergessen. Die Mauer war rund 155 Kilometer lang und umschloss den Westteil Berlins. 45 Kilometer lang verlief die Mauer quer durch die Stadt.
Jedes Mal wenn ich Westberlin besuchte, kletterte ich auf ein Aussichtspodest an der Mauer und blickte in den Osten über die Mauer hinweg. Und mir kamen Gespräche mit meinen Vater in Erinnerung, die noch vor dem Mauerbau die DDR verließ und im Westen sein Glück fand. Aus dem Fotoalbum meines Vaters habe ich ein undatiertes Schwarzweißfoto gefunden: Es lautet Springer Verlag.

Foto Lange


Axel Springer ließ sein Verlagsgebäude als Mahnung direkt an die deutsch-deutsche-Grenze bauen. Das Foto zeigt die Mauer in Berlin mit Stacheldraht und im Hintergrund das Gebäude von Springer. Vater war nie ein guter Fotograf, aber bei diesem Bild stimmt alles: Licht, Stimmung, Perspektive, Bildaufbau.

Ikea liefert den besten Spareribs-Halter VARIERA

12. August 2021

Das schwedische Möbelhaus Ikea hat für mich die ideale Lösung zum Grillen von Spareribs: VARIERA heißt das Teil und es ist in Wahrheit ein Kochdeckelständer. Ich bin ein Ganzjahres-Griller mit meinem Weber-Gasgrill. Und da ich gerne Spareribs esse, spielte ich mit dem Gedanken einen Spareribs-Halter für teuer Geld anzuschaffen.

Mein Kollege Günter Bugar gab mir den Tipp doch einfach mal VARIERA auszuprobieren. Bugar hat die richtige Erfahrung. Er gibt Grillkurse und betreibt einen schönen Insta-Kanal mit Speisen aus seinem Grünen Ei. Und weil ich gerade in Augsburg war, schaute ich bei Ikea vorbei und wurde fündig. VARIERA war zu Hauf vorhanden. Preis rund 5 Euro – also gleich zugegriffen und ausprobiert. Vor dem ersten Einsatz allerdings die Plastikfüße abmachen.

Ikea bewirbt das Teil mit den Worten: „Mit diesem praktischen Halter ist Schluss mit der Sucherei nach dem passsenden Deckel in Schubladen und Schränken. Hier lassen sich alle säuberlich aufstellen und sind entsprechend schnell zur Hand.“ Dabei vergessen die Schweden das Wesentliche: VARIERA ist eine absolut nützliche Grillutensilie. Natürlich hat Ikea VARIERA nicht als Grillzubehör offiziell im Programm, aber das sollten die geschäftstüchtigen Schweden mal überdenken.

Buch- und Kochtipp: Gemüse haltbar machen durch Fermentieren von Dietmar Fiebrandt

6. August 2021

Fermentation ist ein Langzeitprojekt meiner Gattin, angeregt durch den Kochblog von Thomas Gerlach. An kühlen, dunklen Orten im Haus lagern zahlreiche Gläser mit eingelegten Radieschen, Kraut, Kimchi und mehr.

Soeben haben wir ein Glas Radieschen geöffnet, die zehn Tage in der Ecke vor sich hin geblubbert haben – die Fermentation der geschnittenen Kameraden war abgeschlossen. Wir hatten etliche Bund Radieschen auf einmal bekommen und konnten sie nicht alle zeitnah verzehren. Daher wurden die rotweißen Kollegen geputzt und fermentiert, um sie haltbar zu machen.

Nasentest bei den fermentierten Radieschen.

Jetzt kommt der Test, ob es gelungen ist. Behutsam werden Portionen aus dem Glas geholt und wir können uns vom umami-Geschmack überzeugen. Die heftige Schärfe der Radieschen ist verschwunden. Sie schmecken irgendwie nach Sauerkraut, haben einen interessanten Geschmack, eben umami.

umami wird als eine fünfte Dimension des Geschmacks bezeichnet. Klingt cool – es handelt sich um die für viele asiatische Gerichte typische Geschmacksrichtung. Unsere bayerische Küche kennet vier bekannten Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer und bitter. Die findigen Asiaten haben mit umami eine weitere Geschmacksrichtung für unseren Gaumen und das Zeug macht süchtig.

Klarer Buchtipp zum Fermentieren.

Fermentieren ist absolut sinnvoll. Als literarische Handreichung dient uns das Buch Gemüse haltbar machen durch Fermentieren:, das mir der Battenberg gietl Verlag dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Das Buch führte uns in diese interessante Welt des Fermentierens ein. Dass dabei das Immunsystem durch gesunde Ernährung gestärkt wird, freut uns zudem. Autor Dietmar Fiebrandt ist Spezialist für Fermentieren und gibt mit diesem Buch sinnvolle Tipps und Tricks für Einsteiger. Anhand von zahlreichen beschreibenden Fotos und erläuternden Texte führt er den Leser in die Welt ein. Bei der Lektüre des Buches riefen wir immer wieder überrascht: „Das kann man auch fermentieren, das ist ja wunderbar.“ Das Wichtigste aber: Das Buch Gemüse haltbar machen durch Fermentieren erklärt nicht nur, es motiviert vor allem. Mit einigen eher ungewöhnlichen Fermentier-Rezepten reizt es zum Experimentieren, zum Ausprobieren, zum Selbermachen.

Es werden nicht nur die Grundlagen erklärt, sondern auch die verschiedenen Anwendungsgebiete der Fermentation bei Sauerteig oder bei Kefir. Rundum: Mir das Buch wirklich etwas gebracht und vor allem, die ganze Familie hat Lust auf Fermentieren.