Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Gabriel Filmtheater: Das Ende des ältesten Kinos der Welt

22. September 2019
Eine Ära geht zu Ende.

Eine Ära geht zu Ende.

Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich in diesen Räumen verbracht habe. Ich weiß aber, dass es nun vorbei ist. Das Gabriel Filmtheater, das älteste Kino in München und zugleich das älteste Kino der Welt, ist Geschichte. Mit einem Tag der offenen Tür konnte sich das Publikum vom Kino und seinen Betreibern verabschieden. Es war für mich ein sentimentales Ereignis und eine Selbstverständlichkeit dabei zu sein.

Das Gabriel Filmtheater war für mich als Filmfreund und Filmkritiker in erster Linie ein Ort der Arbeit, aber auch ein Ort der Inspiration. Nun, ich gehöre schon lange nicht mehr zum engen Pulk der eingeschworenen Münchner Filmkritiker, die Tag ein, Tag aus ins Kino zu den Pressevorführungen gehen. Ich bekomme nur noch ab und zu Einladungen zu den Vorführungen und schreibe meine Kritiken u.a. in meinem Blog. Und ein Ort dieser exklusiven Filmvorführungen war das Gabriel Filmtheater in der Dachauer Straße 16 in München.

Im April diesen Jahres musste das Gabriel Filmtheater schließen. Nun gab es die Möglichkeit, sich von den Räumlichkeiten zu verabschieden und tief in die Geschichte eines der ältesten Kinos einzutauchen. Diese Möglichkeit wollte ich mir nicht entgehen lassen und ich musste mich persönlich verabschieden.
Die ehemaligen Betreiber Alexandra Gmell und ihr Vater Walter Büche sowie die Schauspielerin Selma Schwesig erzählten Geschichten aus dem traditionsreichen Haus und das Filmpublikum konnte alle Räumlichkeiten – einschließlich der Katakomben – alte Filmrollen und -Plakate bestaunen.
Das Gabriel Filmtheater galt als eines der ältesten Kinos der Welt. Am 21. April 1907 wurde es von Carl Gabriel unter dem Namen „The American Bio-Cie. – Carl Gabriels Theater lebender Bilder“ eröffnet. Seit 1936 war das Kino in der Hand von Alexandra Gmells Familie. Ihre Urgroßeltern Ludwig und Franziska Büche kauften das Haus, der Sohn Hans übernahm den Kinobetrieb, ihm folgte seine Frau Beatrix nach. Später übernahm ihr Sohn Hans Walter Büche, der das Gabriel bis zuletzt mit seiner Tochter betrieb.

Das Kino hatte ursprünglich einen großen Saal. Der Balkon wurde 1964 abgetrennt und es wurde das Kino 2 daraus. Hier liefen dann die Filme, die weniger Publikum anzogen. Ach ja Filme: Das Gabriel war einst auch ein Kino für Erwachsene. Das Aki im Hauptbahnhof und das Gabriel lieferten die Pornos der siebziger und achtziger Jahre. Im Keller vom Gabriel gab es noch viele Filmrollen und Plakate mit Sex-Filmchen: Die Nymphomanin Catrice, Event L’amour, Wild Lovers, Villa der Perversionen und viele mehr. Auch der sexy Historienschinken der Turm der verbotenen Liebe mit Uschi Glas war dabei.
Als Kino-Fan bin ich traurig, wenn ein Lichtspielhaus oder Filmtheater stirbt. Ich mag die Paläste der Träume. Hier bin ich ein verklärter Träumer. In meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck hat sich ein Verein gebildet, der das örtliche Lichtspielhaus als Kulturkino trägt. Ich bin hier Mitglied geworden und unterstützte das Programm mit meinem Eintritt und Mitgliedsbeiträgen. In München ist so eine Umwandlung bisher gescheitert, trotz Aufschrei der Politik.
Aber zurück zum Gabriel: Danke, dass wir in den Keller absteigen durften. Dort liegt noch allerhand Filmmaterial, Rollen, Plakate – ein Schatz für Trash-Filmfreunde. Ich hab Material zu B- und C-Movies gesehen. Viel nackte Haut, Sexfilmchen und ein bisschen Western mit Django und Franco Nero. Die Rollen stauben ein. Was mit den Schätzen passiert, wusste Alexandra Gmell noch nicht. Vielleicht gibt es eine Versteigerung. Ich habe mich auf jeden Fall auf eine Interessentenliste setzen lassen.
Die Projektoren sind schon lange abgebaut. Es gab einst noch 35 Millimeter Projektoren, die Mitte der 90er durch Beamer und Server ersetzt wurde. Zunächst gab es Festplatten, dann Download-Links für Filme – die Romantik war verschwunden.

In aller Form möchte ich mich bei den Betreibern des Gabriel für die vielen angenehmen Stunden in Ihrem Hause bedanken und wünsche alles Gute auf dem weiteren Lebensweg. – Und wir Filmkritiker müssen uns eine neue Heimat suchen. Und hier noch die Demontage des Gabriel-Schriftzugs in voller Länge.

Ausflugtipp: Längste Hängebrücke im Tibetstyle highline179 in Tirol

21. September 2019
Na, wer traut sich?

Na, wer traut sich?

Im modernen Tourismus gibt es ein Problem. Es muss immer eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden, um attraktiv zu blieben. Eine solche Neuerung gibt es in Tirol bei Reutte, die ich ausprobieren wollte.

Es gibt dort eine sehr interessante Burgruine Ehrenberg, die mit EU-Fördergeldern restauriert wurde. Es macht Spaß, durch das Burggelände zu laufen. Der Blick von den Burgzinnen ist enorm und ich setzte mich ein wenig Abseits, um meinen Gedanken nachzuhängen. Die Burg Ehrenberg ist die Ruine einer Höhenburg in 1100 m Höhe südlich über Reutte im Außerfern in Tirol. Die Burgruine ist der Mittelpunkt eines der bedeutendsten Festungsensembles Mitteleuropas. Die Burg wird von der barocken Festung Schlosskopf überragt, unterhalb sperrt die Ehrenberger Klause das Tal. Östlich der Bundesstraße vervollständigt das Fort Claudia das Befestigungssystem.

Über die Brücke highline179
Zur Burg kann man zu Fuß aufsteigen, aber seit wenigen Monaten gibt es auch eine Gondel, die den Fußkranken in die Höhe bringt. Oben angekommen kommt die Herausforderung: Die highline179, die längste Fußgängerbrücke der Welt im Tibetstyle in 114 Meter Höhe. Diesen Titel wurde der Konstruktion im Dezember 2014 vom Guinnessbuch der Rekorde verliehen.

 

Am 22. November 2014 wurde die highline179 für alle Besucher offiziell eröffnet. Und ich muss sagen: Es ist wirklich hoch. Die Brücke verbindet die Burgruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia. 406 Meter ist der Fußweg über die Brücke lang und es weht und schwankt wirklich. Ich habe viele Besucher gesehen, die verweigerten. So mancher Hund an der Leine scheute den Weg. Nicht umsonst hat man den Hashtag BlickmitKick vergeben. Insgesamt können 500 Personen gleichzeitig über die 70 Tonnen schwere Brücke spazieren. Na, wer traut sich?

Europäisches Hansemuseum – so muss Museum heute sein

18. September 2019
Die Kaufleute der Hanse.

Die Kaufleute der Hanse.

So stelle ich mir ein Museum mit moderner, zeitgemäßer Museumskonzeption vor. Am Ende meines Aufenthalts in Lübeck besuchte ich das Europäische Hansemuseum und es war schlichtweg ein Erlebnis.
Die Hanse ist eine Mischung aus EU, NATO und OPEC des Mittelalters und nachdem ich bereits in zahlreichen Hansestädten war, war Lübeck das Zentrum dieses Reichs von Kaufmänner. Ich war von dem Museum so begeistert, dass ich mir gleich den Museumskatalog und zwei Bücher Die Hanse und Die Deutsche Hanse: Eine heimliche Supermacht im Shop kaufte und auf der 6 stündigen Heimfahrt nach Bayern verschlang.

Der Eingang zum Museum.

Der Eingang zum Museum.

Was begeisterte mich an dem Europäischen Hansemuseum? Es begann mit dem Ticket. Der Preis von 13 Euro beinhaltete das Museum und das Burgklosters, was aber aufgrund von Renovierungsarbeiten und Aufbau einer Tanzveranstaltung nur teilweise zu besichtigen war. Einen Preisnachlass gab es aber nicht. Nun, mir ging es erst mal um das Hansemuseum. Ein Eintrittskarte beinhaltet einen NFC-Code. Im Eingangsbereich mache ich meine Karte scharf, wähle aus einer von vier Sprachen. Bei mir war es Deutsch, aber es gibt auch Englisch, Schwedisch und Russisch – interessant, denn in Bayern hätte Italienisch oder Französisch dazu gehört und sicherlich Chinesisch. Dann kann ich eine von 50 europäischen Städten wählen unter deren Sichtweise meine Führung steht und zum Schluss kann ich noch ein Interessengebiet auswählen. So stelle ich mir eine individuelle Führung durch das Hansemuseum zusammen. Ich halte meine Karte vor die Monitore und ein individueller Inhalt wird angespielt – so muss Museum heute sein.

An einem Einführungsmonitor am Anfang jeder Szene gibt es einen Überblick über die dort dargestellte historische Situation. Sie wurde auf Basis aktueller Forschungsergebnisse rekonstruiert, wird mir von den Guides zu Beginn meiner Tour vermittelt. Der Rundgang ist didaktisch hervorragend aufgebaut. Es gibt so genannte Kabinette mit historischem Material und zahlreichen Erläuterungen. Dem schließen sich Räume mit Szenen in historischen Kulissen an.
Der Rundgang startet mit einer Fahrt eines Aufzugs nach unten. Hier gibt es eine Art Luftschleuse, damit die historische Grabung nicht beschädigt wird. Es zeigt die Ursprünge Lübecks und historische Schichten des Burghügels.

Dann folgen Informationen über den wegweisenden Zusammenschluss an der Newa um 1193. So geht es weiter mit Lübeck um 1226, London 1550, Hansetag 1518, Handel & Glaube, die Pest um 1367 und Brügge um 1361. Mir als Filmfreund kamen die Setbauten von Filmbau Decotec entgegen. Auch das Filmstudio Babelsberg Potsdam schuf Figuren. Den Vorwurf von „erdachten Welten“ halte ich für nicht angebracht, basiert die Konzeption und Darstellung auf historischen Fakten. In dieser Art kann ich historisches Wissen vermitteln – und es macht auch noch Spaß. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und kann gar nicht sagen, welcher Raum mir am besten gefallen hat. Wahrscheinlich war es die Idee der Hanse: Der Zusammenschluss von Menschen mit gleichem Interesse, die die Welt verändern.

Leider hatte ich nur 2,5 Stunden Zeit, die sollte man sich aber auch nehmen. Beim nächsten Lübeck-Besuch nehme ich mir einen Tag Zeit, denn alle Tafeln und Hinweise konnte ich vor Ort nicht lesen – aber ich habe ja den exzellenten Ausstellungskatalog gekauft und verschlungen. Bald fahre ich nach Riga und werde mein Hanse-Wissen dort angeberisch anbringen.

Ein paar Zahlen und Fakten um das Hansemuseum. Das Hansemuseum war im April 2015 Tagungsort der Außenminister der G7-Staaten. Offiziell eröffnet wurde es am 27. Mai 2015 von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Museumsbetrieb wurde am 30. Mai 2015 aufgenommen.

Hier mein Videorundgang in drei Teilen:

Flüchtige Eindrücke von Lübeck – ein Spaziergang

16. September 2019

In diesem Blog habe ich über zahlreiche Ausflugstipps zu Lübeck gebloggt – einfach Lübeck in die Suchmaske eingeben. Hier noch ein paar kleinere Tipps und Impressionen aus dieser Stadt der Hanse.

Tanzbär Maria Magdalena
Am 22. Juli ist der offizielle Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena. Und eine interessante Skulptur der Maria gibt es auf dem ehemaligen Gefängnishof des Burgklosters, oberhalb des Europäischen Hansemuseums.
Die Lübecker sind Maria-Fans, denn sie soll bei der Schlacht von Bornhöved am 22. Juli 1227 die Feinde mit Sonnenlicht geblendet haben. Als Dankeschön bauten die Lübecker das Burgkloster oder Maria Magdalena-Kloster.

Ich schaute mir die Maria-Skulptur von Kiki Smith an, als ein älteres Ehepaar zu mir trat und sich über die Nacktheit der Maria beklagte. Nun, die US-amerikanische Künstlerin wollte mit ihrer Bronzeskulptur aus dem Jahr 1994 die Heilige als nackte Sünderin zeigen, die eine zerbrochene Eisenkette am Fuß trägt. Ich dachte ursprünglich, dass die Eisenkette aufgrund des ehemaligen Gefängnishofes angebracht war, aber falsch gedacht. Es sollte an einen Tanzbären erinnern.

„Wild Woman“ lautet der Titel der Skulptur im Original. Es ist die Geschichte von Maria von Ägypten, einer bekehrten Prostituierten, die aus Reue in die Wüste wandert. Der Haarwuchs, der ihren einst sündigen Körper verdeckt, ist das Resultat dieser langjährigen Buße und ein Zeichen der Scham und des göttlichen Schutzes. Vom vielen Beten auf den Knien ist ihr Haarkleid an diesen Stellen allerdings abgetragen.

Paradies für Musik
Wahrlich profan geht es weiter mit einem 2nd Hand Laden für Vinyl, CDs und Laserdiscs. Ich musste mich im Studio 1 zusammenreißen, dass ich nicht stundenlang in dem Geschäft verbrachte. Ich wählte aus dem Soundtrack-Regal ein paar Sachen aus, um meine Sammlung von John Williams, Jerry Goldsmith und Howard Shore zu vervollständigen. Im Bereich Picture Disc Vinyl Soundtracks habe ich leider nichts gefunden, dafür holte der Inhaber eine LaserDisc-Box mit der Götterdämmerung von Wagner aus dem Jahrhundertring hervor. Das Teil war noch original eingeschweißt. Der Händler empfahl mir, die Box zu öffnen, ob alles in Ordnung sei und siehe da, die LaserDiscs hatten Laser-Rot und gingen daher zurück. Sehr fair von dem Händler mich beim Kauf darauf hinzuweisen und daher klare Empfehlung für alle Musikfreunde in Lübeck.

Erinnerung an den Todesmarsch
Vor unserem Hotel war ein kleiner Grünstreifen und darauf stand eine Erinnungsstele an einen Todesmarsch. Diese Stele erinnert an den Todesmarsch von 500 Häftlingen aus Auschwitz und Mittelbau-Dora. Sie wurden im April 1945 durch Holstein getrieben. Die meisten verloren ihr Leben während der Cap Arcona Katastrophe am 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht.

Die Cap Arcona war das Flaggschiff der Hamburg-Südamerika-Linie. Es wurde nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt. Das Schiff wurde am 3. Mai 1945 durch britische Flugzeuge versenkt, wobei die meisten der an Bord befindlichen ca. 4.600 KZ-Häftlinge ums Leben kamen.

Marzipan-Schock
Lübeck steht für Marzipan – und ich hab das Glück, dass ich Marzipan nicht mag. Daher konnte ich ganz entspannt durch die Verkaufsräume von Marzipan Niederegger gegenüber dem Rathaus spazieren und mir die Naschereien ansehen. Ich bin begeistert, was die Künstler alles so produzieren.

Als ich meinem Netzwerk ankündigte, dass ich ein paar Tage in Lübeck verbringen würde, kam der Hinweis, dass ich unbedingt bei Niederegger Café am Rathausplatz einen Kaffee mit Marzipan trinken müsse. Hab ich gemacht. Der süße Trank hat einen um, eine Tasse war prima, aber mehr brauch ich auch nicht.

Kino im Verfall
Als Kinofan stimmen mich verlassene Filmpaläste traurig. In Lübeck traf ich auf so ein altes Lichtspielhaus: Das Eden Kino. Es hat eine lange Kinohistorie hinter sich. Es begann am 22. Mai 1919 als Volks-Kino Bürgerverein, 1920 firmierte es als Kammer-Lichtspiele, wechselte immer wieder den Besitzer, nannte sich ab 1928 Eden, überstand den Krieg und nach der Währungsreform waren wohl Westernfilme hauptsächlich im Programm. 1975 kamen Pornos dazu und später war es für zwei Tage ein Art-Kino und dann gab es wieder nackte Haut. 1985 wurde der Kinobetrieb eingestellt und das war es dann mit dem Kino. So ist der Lauf der Dinge, aber als Filmfan macht mich die ganze Sache traurig.

Wie beschrieben, sind das nur ein paar Eindrücke von Lübeck. Im Blog findet sich mehr und ausführlichere Tipps.

Afrikaladen in Fürstenfeldbruck eröffnet

14. September 2019
Zahlreiche Ehrengäste kamen zur Eröffnung des Afrikaladens in FFB.

Zahlreiche Ehrengäste kamen zur Eröffnung des Afrikaladens in FFB.

Fürstenfeldbruck ist um eine Attraktion reicher: Das Togohaus und Afrikaladen der Aktion PiT Togohilfe ist von Maisach in die Kreisstadt Fürstenfeldbruck umgezogen und stellt sich heute der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür vor.

Ein paar Tage zuvor, gab es die offizielle Eröffnung mit einer Reihe von Ehrengästen, an der Spitze der Brucker Oberbürgermeister Erich Raff. Mit dabei waren unter anderem der Maisacher Bürgermeister Hans Seidl (gefährlich auf Brucker Flur), der Brucker Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch, der ehemalige deutsche Botschafter in Togo Christoph Sahner sowie Etienne Baritsé, Partner der Aktion PiT Togohilfe im Norden von Togo. Zudem waren anwesend der Maisacher Altbürgermeister Gerhard Landgraf, der auch dem Togoverein angehört, die ehemalige Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner sowie zahlreiche Kreisräte. Auch zahlreiche Mitglieder des Vereins waren dabei. Der kirchliche Segen kam von Diakon Karl Schimmel.

Zum einen stand das neue Togohaus und Afrikaladen am Viehmarktplatz in Fürstenfeldbruck im Mittelpunkt der Feierlichkeiten, zum anderen natürlich Margret Kopp. Sie ist der Kopf des Vereins, der sich zum größten Togoverein in Deutschland entwickelt hat. 2020 wird der Verein 40 Jahre alt. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Christian und ihrem Sohn Andy, der Togo-Contact leitet und die Reisen nach Togo organisiert sowie den Afrika-Laden betreibt. Andy Kopp beschreibt seine Funktion und den Afrika-Laden so:

„Eine Bereicherung für unseren Viehmarktplatz“ nannte OB Erich Raff das Togohaus.

Der Maisacher Bürgermeister Hans Seidl erklärte, dass die Gemeinde den Verein „mit etwas Wehmut“ ziehen lassen habe. „Was du geleistet hast, ist phänomenal“, sagte er in Richtung Margret Kopp.

Es gibt Menschen, die mehr tun als sie überhaupt müssten und dazu gehörst du liebe Margret“, sagte der Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch. Es sei Entwicklungshilfe, die wirklich an der Basis ankommt.

Der ehemalige Botschafter in Togo Christoph Sander berichtete, dass Deutschland einen guten Ruf in Afrika habe. Die Togohilfe sei ein Teil der vielen Aktivitäten der Deutschen in der Region. „Das ist ein wichtiger Teil des Images unseres Landes“, so Sander.

Etienne Baritsé, Partner von Aktion PiT Togohilfe im Norden des Landes, dankte Margret Kopp für ihr Engagement.

Und hier noch ein paar Bilder vom Empfang. Wer Lust hat, am Samstag 14. September hat der Afrika Laden einen Tag der offenen Tür mit abwechslungsreichem Programm. Ich werd mal hinschauen und ihr?

Enttäuschend: Das Buddenbrooks Museum in Lübeck

13. September 2019
Das Buddenbrooks-Museum.

Das Buddenbrooks-Museum.

Ich halte Thomas Mann für einen wirklich großen Schriftsteller. In der Schule machte ich Begegnung mit seinem Tod in Venedig, über die Ferien lasen wir in der Schule im Deutsch-Grundkurs freiwillig die Buddenbrooks und nach dem Abi kämpfte ich mich durch den Zauberberg. Thomas Mann war für mich ein Mann der Sprache. Und so stand fest: Bei meinem Besuch in Lübeck musste ich einfach das Buddenbrook-Haus besuchen. Tja, was soll ich sagen: Ich wurde vollkommen enttäuscht.

Zur Vorbereitung auf den Besuch lud ich mir die Buddenbrooks aufs iPad und versank bei 6,5 Stunden Zugfahrt in die Niedergang der Lübecker Kaufsmannsfamilie Buddenbrooks über mehrere Generationen. Die eigene Familiengeschichte diente Thomas Mann als Vorlage obwohl er Lübeck nicht einmal erwähnte. Mann bekam für die Buddenbrooks 1929 den Nobelpreis.

Mit all dem Wissen im Kopf machte ich mich auf in die Mengstraße Nr. 4, dem Stammhaus der Buddenbrooks, das heute ein Literaturmuseum ist. Ich melde mich per Mail für eine Führung (12 Euro) an. Mit dabei waren sehr viele ältere Semester, die beige Fraktion. Die Führung war Standard, das Herunterbeten von historischen Daten gemischt mit ein wenig Storytelling. Die gelernte Literaturwissenschaftlerin wies mich gleich daraufhin, dass es nicht erlaubt sei, die Führung auszugsweise mitzufilmen. Schon hier vergibt man sich die Chance auf neue Kommunikation.

Die Ausstellung eher langweilig. In Schaukästen einige Fotos gepaart mit historischen Daten. Keine große Spur von einer modernen Museumskonzeption. Schaukasten um Schaukasten. Der Besucher konnte sich setzen und per Ohrhörer im Stile eines Telefons Tondokumente anhören. Es gab doch glatt einen Monitor, wo ein bisschen Filmmaterial lief. Vor zehn, zwanzig Jahren hätte ich mich vielleicht dafür erwärmen können, heute ist es einfach langweilig, so leid es mir tut. Das ist für mich kein zeitgemäßes Heranführen an Thomas Mann und sein grandioses Werk. Da kann ich Wikipedia lesen und habe sogar mehr davon. „Hinter der weißen Barockfassade aus dem Jahr 1758 verbirgt sich eines der außergewöhnlichsten Literaturmuseen der Welt“, so wurde es mir angepriesen.
Im zweiten Stock des Hauses wurden zwei Zimmer aus der Zeit der Buddenbrooks nachgebildet. Von den Originalmöbeln der Zimmer existiert nichts. Die beiden Zimmer machten ein wenig Laune und der Besucher bekommt einen guten Eindruck von den Verhältnissen der Kaufsmannsfamilie, denn die Räume orientieren sich an dem Roman. Gut war, dass die Buddenbrooks als Buch herumlagen und ich die Möglichkeit hatte, die Szenen mit den Räumen nachzulesen, die markiert waren. Das hat mir gefallen.

Dann wanderte ich weiter durch die Ausstellung. Eine Kopie der Nobelpreisurkunde war zu sehen, ebenso die deutsche Erstausgabe (noch in zwei Bänden) sowie verschiedene Sprachausgaben der Buddenbrooks. Viel Papier, wenig Innovation.


In einem Seitentrakt wird über die Verfilmungen des Romans eingegangen. Ich habe zu Hause die elfteilige TV-Serie Die Buddenbrooks – Die komplette Serieund die jüngste Verfilmung Die Buddenbrooksvon Heinrich Breloer mit Iris Berben (naja) und Armin Müller-Stahl (der mir in den die Manns deutlich besser gefallen hat). Wie schön wäre es gewesen, wenn man von den vier Verfilmungen Ausschnitte als Bewegtbild hätte sehen können, aber nein. Für mich war das ganze Museum angestaubt, nein verstaubt. Es lebt von einem großen Namen und seiner Vergangenheit. Ein zweites Mal würde ich die Mengstraße 4 nicht noch einmal als zahlender Gast besuchen.
Der Museumsshop war allerdings prima – Thomas Mann dreht sich gerade im Grabe um. Dort hab ich mir einen Armin Müller-Stahl gekauft, der in die heimische Sammlung passt. Und es gab die Buddenbrooks in verschiedenen Ausgaben, wen wundert es.

Steinreich in Lübeck

12. September 2019
Es gab Lübecker, die steinreich waren.

Es gab Lübecker, die steinreich waren.

In Lübeck bin ich immer wieder auf den Begriff „steinreich“ gestoßen. Der Begriff kommt wohl aus dem 15 Jahrhundert und hat natürlich mehrere Bedeutungen. So kann der Acker eines Landwirts reich an Steinen sein, aber es ist auch ein Synonym für umgangssprachlich stinkreich.
Man nimmt an, dass es bedeutet reich an Edelsteinen. Bei einer Stadtführung in Lübeck kamen wir auch auf eine interessante Idee:
Häuser im Mittelalter waren meist aus Holz. Die reichen Kaufmannsfamilien der Hanse konnten sich aber Häuser aus Stein leisten. Backsteine waren eine Seltenheit und eine teure Angelegenheit. Der Besitzer war reich an Steinen, also steinreich. Im reichen Lübeck gibt es zudem ein Zeichen von besonderem Reichtum: Schwarze Backsteine, die noch länger gebrannt und mit einer schwarzen Glasur überzogen sind. Wer solche Steine verbauen konnte, der war wirklich reich.

Das Holstentor
Und jetzt sehen wir uns beispielsweise das Holstentor in Lübeck an. Das ist das viertberühmteste Gebäude Deutschlands und es zierte einst den 50 Mark Schein. Es war ein Symbol des starken wehrhaften Lübecks. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung. Das Holstentor ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks. Und in diesem Wehrhaften Tor wurden auch schwarze Steine als Zeichen des Wohlstands verbaut. In Lübeck waren eben einige Leute steinreich.

Storytelling der Marienkirche in Lübeck: Vom Teufel, der Maus und zerborstenen Glocken

10. September 2019

Durch meinen Besuch in Lübeck wurde mein Interesse an der Hanse geweckt. Und wenn wir von Lübeck und Hanse sprechen, dann müssen wir auf die gewaltige Marienkirche zu sprechen kommen.

Die Marienkirche in Lübeck hat das höchste Backsteingewölbe der Welt.

Die Marienkirche in Lübeck hat das höchste Backsteingewölbe der Welt.

Es ist ein eindrucksvolles Gotteshaus mit einer interessanten Geschichte und zeigt die Macht der Kaufmänner der Hanse. Das höchste Gebäude einst in Lübeck war der Dom des Bischofs. Im Mittelalter wuchs die Macht der Lübecker Kaufleute enorm an, dass sich die Krämer zu einem bedeutungsvollen Schritt entschlossen. Am höchsten Punkt der Stadt baute man eine Kirche, die deren Höhe den Dom des Bischofs überragte. Eine Machtdemonstration, die ihresgleichen suchte. Hier ein 360 Grad VR Video mit einem Rundgang durch die Kirche.

Die Marienkirche hat das höchste Backsteingewölbe der Welt und ist ein beeindruckender Bau. Im Westen hat die Kirche eine monumentale Doppelturmfassade. Die Türme sind, die Wetterhähne mitgerechnet, 124,95 und 124,75 Meter hoch.

Der Teufel vor der Marienkirche
Und sie hat ein hervorragendes Storytelling aus dem Mittelalter, denn der Teufel hat am Bau der Marienkirche mitgeholfen. Wie das? Der Bau der Kirche war extrem anstrengend. Die Arbeiter mussten die schweren Steine in die Höhe schleppen. Da kam einst der Teufel daher und fragte, was da gebaut wurde. Die Lübecker erzählten dem Teufel, dass hier ein großes Wirtshaus entstehen würde. Davon war der Teufel sehr angetan, dass er mithalf und die Kirche wuchs schnell in die Höhe. Als der Teufel seinen Fehler bemerkte, wollte er die Kirche mit einem großen Stein zum Einsturz bringen. Wiederum überzeugten die Lübecker den Teufel, dass nun neben der Kirche ein Wirtshaus gebaut werden soll. Der Teufel beruhigte sich, setzte sich vor die Kirche und wartete auf den Bau des neuen Wirtshauses. Noch immer sitzt der Teufel da und wartet. Derweil ist der Teufel ein beliebtes Fotomotiv für Touristen geworden.

In einem Bereich der Kirche bewahrte die Hanse ihre Verträge und die Kasse auf. Nichts war sicherer im Mittelalter als eine Kirche. Wer hier etwas stiehlt, der kommt in die Hölle. Das Weltbild im Mittelalter war klar und einfach.
Das zeigte sich auch bei den Verträgen der Kaufleute. Ein Deal wurde beschlossen und vertraglich besiegelt. Dann gingen die Parteien in die Marienkirche und blickten nach oben und bekamen Gottes Segen für das Geschäft. Ein Zeugnis vor Gott, was kann da noch passieren? Verstöße führten sofort ins Höllenfeuer. Teure Juristen konnten damit eingespart werden. Vielleicht hatte das Mittelalter hier seine guten Seiten.

Maus in der Marienkirche
Es gibt in der Marienkirche viele Sachen zu entdecken, die den Rahmen sprengt. So will ich auf eine Maus aufmerksam machen. Sie findet sich hinter dem Chor auf einem Bildnis. Es ist das Symbole dafür, dass aus einem kleinen Übel ein großes Übel entstehen kann. Im Jahr 1200 stand ein schöner Rosenbaum an der Marienkirche an der Mengstraße. So lange der Rosenbaum blüht, sollte die Stadt Lübeck frei sein. Über Nacht verblühte allerdings der Baum, weil sich eine Maus mit ihren Jungen eingenistet hatte.

Die Stadt war in Gefahr – Lübeck musste sich den feindlichen Dänen ergeben. Das Relief von 1505 wurde vom Bildhauer Heinrich Brabender geschaffen. Geht mal auf die Suche in der Kirche. Viele Besucher haben die Maus entdeckt und gestreichelt. Im Laufe der Zeit ist die kleine ursprünglich helle Sandstein-Maus durch ungezählte Hände völlig schwarz geworden. Auch ich hab hier mal gestreichelt – aber psst.

Zerborstene Glocken der Marienkirche
Für mich ein bedrückendenes Erlebnis waren die zerborstenen Glocken der Marienkirche in Lübeck als Mahnmal gegen den Krieg in der Nagelkreuzkapelle. In der Nacht zu Palmsonntag 1942 griffen britische Bomber das Stadtzentrum von Lübeck an. 300 Menschen kamen in den Bomben in der Nacht auf den 29. März 1942 um.


Auch die Marienkirche wurde getroffen und brannte aus. Die Kirche mit vielen Kostbarkeiten wurden zerstört. Die schweren Bronzeglocken fielen vom Turm zu Boden und zerschellten. Durch die Hitze schmolz die Bronze und brennte sich in den Boden ein.
Noch heute liegen die Glocken in der Kirche. Für mich ein nachdenklicher Moment als ich vor ihnen stand. Was hat Hitler diesem Land angetan?

Weitere Highlights
Persönlich gefallen hat mir außerdem die astronomische Uhr, die Totentanz-Kapelle, die Maritimen-Kapelle mit Antwerpener Altar sowie die 14 Kreuze von Günther Lecker (Verletzungen & Verbindungen)

Niedrige Gänge führen in Lübeck zu städtebaulichen Schönheiten

9. September 2019
Hinter diesen Gängen verbirgt sich ein städtebauliches Paradies.

Hinter diesen Gängen verbirgt sich ein städtebauliches Paradies.

In Lübeck war seit dem Mittelalter der Platz knapp. In der Altstadt mussten seit jeher die Menschen zusammenrücken. Es gibt nicht nur wunderschöne Kaufmannshäuser, sondern es gab auch bis in die 1970 schlechte Behausungen hinter den herrschaftlichen Bauten.
Um diese Behausungen zu erreichen mussten sich die armen Bewohner durch niedrige Gänge in die Hinterhöfe zwängen. Es gab den Ausdruck „Du wohnst ja im Gang“ als Zeichen des sozialen Abstiegs.

In den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gründeten sich Bürgerinitiativen, die mit Geldern verschiedener Quellen, diese Hinterhöfe Zug um Zug herrichten. Die Häuser wurden saniert und es entstand eine exklusive Wohngegend hinter den großen Kaufmannshäuser. Die niedrigen Gänge gibt es immer noch, die zu diesen Kleinoden führen. Es sind öffentliche Wege und jeder Lübeck-Besucher sollte diese Schätze besichtigen.
Es entstand der Spruch unter den Lübeckern: „Ich würde so gerne im Gang wohnen.“ Ich bin verschiedene Gänge entlang gegangen und habe wunderschöne Anwesen mit viel Grün entdeckt. Und auch ich dachte mir: „Ich würde so gerne im Gang wohnen.“

Eine Augenweide – der Füchtingshof in Lübeck
Neben dem Grass-Haus geht es beispielsweise bis 18 Uhr in den Füchtingshof. Er ist benannt nach dem Ratsherrn und Schonenfahrer Johann Flüchting (1571-1637). Nach seinem Tode wurde eine Stiftung einer Wohnanlage, ähnlich der Fugger in Augsburg, ins Leben gerufen. Der Füchtingshof gehört zum Lübecker Weltkulturerbe und wurde 1640 fertiggestellt. Diente er früher als Wohnanlage für Kaufmanns- und Schifferwitwen, wurde der Hof in den 70er Jahren umgebaut und wird seitdem als geförderter sozialer Wohnungsbau genutzt. Das 1640 vom Stadtbaumeister Andreas Jäger erbaute, barocke Eingangsportal aus Sandstein wurde 1986 vom Bildhauermeister Paul-Heinrich Gnekow restauriert. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.
Bis heute erhalten ist auch das sogenannte Vorsteherzimmer im Obergeschoss, eines der beeindruckendsten Beispiele für die Innenarchitektur des 17. Jahrhunderts in Lübeck. Es dient als Versammlungsraum und Gedächtnisstätte zugleich und beherbergt viele Gegenstände des Stifters und Namensgebers Johann Füchting.

Der Schatz der Jakobikirche zu Lübeck

8. September 2019
St. Jakobi in Lübeck verdirbt einen interessanten Schatz.

St. Jakobi in Lübeck verdirbt einen interessanten Schatz.

Es hört sich an, wie eine Geschichte von Indiana Jones. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahre 2016 wurde in der Jakobikirche in Lübeck eine überraschende Entdeckung gemacht. Ein Schatz aus Papier.
Kirchenführer Johann Heilmann machte mich bei einem Besuch im Gotteshaus auf diese Geschichte aufmerksam, die sich als wunderbares Storytelling entpuppte.

Der Schatz lag mehr als ein Jahrhundert fest verschlossen und verborgen in dem historischem Kastengestühl der Jakobikirche wurde ein papierener Schatz entdeckt. 2016 wurde das Kastengestühl restauriert, das in den Jahren 1611 bis 1634 in das Mittelschiff der Jakobikirche eingebaut worden war. Hier waren in einigen Bankreihen kleine Schränke für Bibeln oder Gesangbücher eingebaut, die aber mit einem Schloss verschlossen und übermalt waren. Als die Restaurierung mit dem Kästchen Nummer 27 begann, wurde ein historischer Schatz entdeckt.

Hier lag unter anderem der Schatz.

Hier lag unter anderem der Schatz.

Im Kastengestühl verbirgt sich der Schatz.

Im Kastengestühl verbirgt sich der Schatz.

Das Kästchen war mit Papier ausgekleidet, wie Schrankpapier. Es zeigte eine Darstellung von Maria mit dem Jesuskind. Das war eine Sensation. Der Fund wurde auf das frühe 17. Jahrhundert datiert. Das Papier war aufgrund des Luft- und Lichtabschluss im hervorragendem Zustand. Es handele sich um ein aus Lumpen gemachtes Hadernpapier, ohne Holzzusätze. Als Hadernpapier bezeichnet man eine Gruppe von Papieren, die aus Alttextilien oder textilen Faserrohstoffen hergestellt wurden und werden. Im bibliothekswissenschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff für handgeschöpfte Papiere vor der Erfindung des Holzschliffpapiers in der Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet. Und wenn in einem Kästchen so ein Schatz ist, dann ist vielleicht in den anderen 65 Kästchen ebensolche Schätze.

Maria mit de Jesuskind als Einlegepapier.

Maria mit de Jesuskind als Einlegepapier.

Mit einem Videoendoskop wurde durchs Schlüsselloch in die anderen Kästchen geschaut. In rund der Hälfte der Kästchen wurden die Forscher fündig, Sie waren mit Einblattdrucken ausgelegt. Bis 5. Juni 2018 wurden alle Kästchen geöffnet, die Blätter wurden gereinigt, dokumentiert und fotografiert und sie kamen wieder in ihre Kästchen.  „Die Bilder zeigen die tiefe Verwurzelung der beiden Konfessionen und auch den Wunsch der Gläubigen, das konfessionell Trennende zu verbinden“, so Johannes Heilmann.

Die Bilder gibt es als Buch.

Die Bilder gibt es als Buch.

Ab und zu werden bei besonderen Kirchenführungen durch St. Jakobi einzelne Kästchen geöffnet. Wer den Schatz in voller Pracht sehen will und auch eine historische Einordnung möchte, dem sei das ausgezeichnete Buch Frömmigkeit und Schrankpapier empfohlen. Das Buch von Michael Schilling gibt es auch im Shop von St. Jakobi, allerdings teurer als im Buchhandel.

Hier ein Rundgang durch die Kirche:

Und hier ein 360 Graf Rundgang durch die Kirche: