Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Werbung: Spiegelteleskop – Das Reflektor Teleskop und seine Vorteile

13. April 2020
der Supermond durch meine Nikon.

Der Supermond durch meine Nikon.

Dieser Tage war ein faszinierendes Schauspiel am Himmel zu beobachten: Der Supermond. Vom 7. auf den 8. April kam der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde sehr nahe. Der Mond erschien gigantisch, weil zudem noch Vollmond war. Also nichts wie raus mit Kamera und Teleskop, um das Himmelsphänomen zu genießen.
Bei der Kamera nutzte ich meine etwas in die Jahre gekommene Nikon DX3 mit 200mm 2,8 Blende und 1,5fach Telekonverter. Gleichzeitig drehte ich mit dem iPhone einen kleinen Zeitrafferfilm.

Mein Teleskop ist das Celestron 76 mm Firstscope, ein Teleskop meiner Kinder. Das hatten wir im 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie gekauft. 1609 hatte Galileo Galilei die Astronomie begründet. Das Celestron FirstScope ist ein Spiegelteleskop nach Newton, bei dem ein speziell geschliffener (Haupt-)Spiegel das Licht der Himmelskörper sammelt und über einen zweiten (Fang-)Spiegel zum Okular leitet, welches das Bild vergrößert. Der große Durchmesser des Hauptspiegels von 76mm ermöglicht es, mit dem FirstScope genug Licht zu sammeln um viele lichtschwächere Objekte wie Galaxien und Gasnebel am Nachthimmel zu beobachten. Dabei sind Vergrößerungen bis etwa 150x möglich.
Durch den Supermond bin ich wieder auf den Geschmack gekommen und werde mich über Reflektorspiegelteleskope mehr informieren. Eine interessante und informative Seite ist diese https://teleskopkaufen.com/reflektor-spiegelteleskop.

Ich bin ein interessierter Amateur, der sich mit den Himmelskörpern beschäftigt. Mein Interesse wurde durch die Kinderzeitschrift YPS geweckt. Dem YPS 177 lag das 72seitige Büchlein Die Geheimnisse des Weltalls bei, das ich wie die Bibel hütete. Ich las viel über die Planeten und YPS weckte meinen Forschergeist.
Jemand, der die Faszination an die nächste Generation weitergibt, ist mein Twitter-Kollege AstroZwerge Jens-Uwe Peter, der die Website AstroZwerge betreibt. Ich frage bei ihm nach:

Was fasziniert dich an den Sternen?
AstroZwerge: Der Blick in den Nachthimmel ist im ersten Moment ein Blick ins Dunkel, hier und da leuchten kleine Lichter. Sobald man aber genauer hinsieht und sich damit beschäftigt, eröffnet sich einem eine faszinierende Vielfalt an Themengebieten. Geschichte, Physik, Chemie, Mythologie, Technik, Alltag, … von welcher Seite aus man sich dem Ganzen nähert, immer gibt es was Neues, was Spannendes zu entdecken. Und so kann man fast jeden bei seinen Interessen abholen und z.B. vermitteln, dass da nicht einfach nur Lichtpunkte am Himmel hängen, sondern uns Lichtsignale erreichen, die teilweise starteten, als die Menschen noch in den Bäumen kletterten. Dieser Blick in die scheinbar räumliche und zeitliche Unendlichkeit ist umwerfend.

Der Blick in den Himmel macht mit einem Teleskop mehr Spaß. Welche Erfahrungen hast du hier gemacht?
AstroZwerge: Ganz ehrlich, als meine Frau mir mein Teleskop schenkte und ich die ersten Versuche startete, war ich schnell frustriert. Alles wackelte, ich fand mich überhaupt nicht zurecht, es war kalt. Doch nachdem es mir gelang den Saturn deutlich und mit seinen Ringen zu sehen, war ich begeistert. Es war da nicht mehr nur ein heller Punkt, sondern eine Struktur. Es wurde zu einem realen Objekt. Und bei einer „Wanderung“ entlang der Tag- und Nachtgrenze auf dem Mond mit all seinen Kratern und Bergen vergisst man schnell die Uhrzeit und die Kälte.
Das Beobachten mit dem Teleskop ist nicht einfach nur Durchschauen und Ansehen, sondern Vorbereiten, Aufsuchen, Entdecken, Erkunden und wirken lassen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und kann auch ganz schön frustrierend sein. Aber wenn es dann klappt und sich ein heller Punkt am Nachthimmel in mehrere einzelne Sterne in Lichtjahre weiter Entfernung auflöst, ist es einfach nur überwältigend! Wenn ein diffuser Lichtfleck im Teleskop zu einem Kugelsternhaufen aus Hunderten von Sternen wird, versteht man, dass da draußen noch viel mehr ist.

Du arbeitest viel mit und für Kinder. Wie reagieren die auf Astronomie?
AstroZwerge: Kinder sind sehr neugierig, begeisterungsfähig, aber auch sehr kritisch und spiegeln dieses deutlich wider. Und das gilt halt auch für die Astronomie. Ich glaube, dass ihre Neugier sie schnell für nicht alltägliche Themen wie Raumfahrt, Weltall und Sterne begeistern lässt. Und wenn sie dann durch so ein großes Teleskop den Mond oder einen Planeten viel näher sehen oder man mit ihnen über Astronauten und Raumstationen spricht, leuchten die Augen.

Was ist dir bei einem Teleskop wichtig? Welche Funktionen muss es für dich und deine Arbeit haben?
AstroZwerge: Einige wird es jetzt vielleicht wundern, aber ich halte inzwischen die Größe des Teleskopes für nicht so wichtig, wie die Stabilität der Montierung und des Stativs. Und beides muss natürlich zum Teleskop passen. Die beste Auflösung bringt nichts, wenn das Teleskop nach jeder Berührung lange wackelt und jeder Windhauch einen Stern zum Zappeln bringt. Auch die Mechanik zum Fokussieren – der so genannte Okularauszug – muss ausreichend stabil und mit möglichst wenig Spiel sein. Als drittes stellte ich deutliche Unterschiede bei den Qualitäten der Okulare fest. Auch hier lohnt es sie sich genauer hinzusehen und sich beraten zu lassen.
Da meine Veranstaltungen mit den Kindern hauptsächlich in unserer örtlichen Sternwarte stattfinden, nutze ich natürlich den dortigen Caudé-Refraktor. Er hat den großen Vorteil, dass – obwohl es ein Linsenfernrohr ist – interne Spiegel das Licht so umlenken, dass der Beobachter immer vom gleichen Standort in das Fernrohr schaut, egal wohin es gerichtet ist. So brauchen die Kinder nicht auf Leitern steigen oder bei Richtungswechseln durch die Kuppel wandern.
Anderseits haben Besucher, die nur selten durch ein Teleskop schauen, oft Schwierigkeiten kleine Details zu erkennen. Da hilft dann auch die beste Qualität nicht. Hier ist dann die Robustheit und Stabilität eher von Bedeutung.

Es gibt ja einfache Fernrohre und es gibt Spiegelteleskop. Welche Vorteile hat das Reflektor Teleskop für dich?
AstroZwerge: Nun, wie erwähnt ist unser Sternwartenteleskop auch ein Refraktor und mit Sicherheit kein „einfaches“ Fernrohr 😉
Reflektoren sind Spiegelteleskope. Bei ihnen wird das Licht über einen gewölbten Spiegel gebündelt und über einen oder mehrere Fangspiegel in das Okular gelenkt. Sie haben den großen Vorteil, bei gleicher Öffnungsgröße preiswerter als Linsenteleskope zu sein, da größere Spiegel einfacher als große Linsen hergestellt werden können. Mit einer größeren Öffnung kann man mehr Licht einfangen und somit auch lichtschwächere Objekte sehen. Mitten in der Stadt sind diese jedoch heute auch so nicht mehr sichtbar.
Außerdem erzeugen die Optiken der Linsenteleskope Farbfehler, die nur durch teuere Linsen oder sehr große Brennweiten minimiert werden können.
Weiterhin muss man bei Linsenteleskopen immer irgendwie „am Ende“ rein schauen. Das kann – wenn nicht doch mit Spiegeln nachgeholfen wird – bei Beobachtungsgebieten im Zenit zu unschönen Verrenkungen führen. Bei einigen der Reflektorbauarten schaut man „von der Seite“ rein, was wesentlich bequemer ist.

Im Moment sind Osterferien? Hast du da mehr Zeit für dein Astronomie Hobby und wie sehen die Pläne aus?
AstroZwerge: Aufgrund der Coronakrise und den damit verbundenen zusätzlichen alltäglichen und beruflichen organisatorischen Aufwänden hatte ich leider nicht mehr Zeit. Zu Beginn der Woche dokumentierte ich die Wanderung der Venus im Bezug auf die Plejaden am Abendhimmel und versuchte immer wieder den Überflug der ISS zu erwischen. Jetzt habe ich erst einmal frei und hoffe von der Zeit auch etwas für die Astronomie verwenden zu können. Da ich momentan astronomisch mehr im Internet und in Büchern als am Teleskop unterwegs bin, stört mich das helle Licht des Ostervollmond eher weniger. Ich bin gerade an ein paar neuen Projekten dran und hoffe meinen Blog mal wieder auf Vordermann bringen zu können.

Tribute to Karl – Handschuhe von Roeckl zu Ehren von Karl Lagerfeld

6. März 2020

Mein Gott, der Karl ist jetzt über ein Jahr tot und wenn ich die Welt der Mode ansehe, merke ich, wie sehr König Karl fehlt. Ich vermisse die Ikone Karl Lagerfeld und schaue noch immer gerne Fotobücher seiner Shows an. Vor kurzem gönnte ich mir einen Bildband zu Chanel. Chanel. Ein Name – Ein Stil von Jérôme Gautier. Chanel: The Vocabulary of Style

Coco Chanel erfand die Damenmode neu: Sie schuf einen zeitlosen Stil, der bis heute nichts an Einzigartigkeit verloren hat, und zählt ohne Zweifel zu den einflussreichsten Modedesignerinnen des 20. Jahrhunderts. Dieser Band ist eine Reminiszenz an ihr Schaffen: Glamouröses Fotomaterial aus Coco Chanels Zeit wird zeitgenössischen Fashionshoots gegenübergestellt und macht eindrucksvoll erkennbar, dass Chanels Linie auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Stringenz verloren hat. Die typischen Materialien Jersey und Tweed, strenge Schnitte und Klassiker wie das „Kleine Schwarze“ bestechen bis heute mit zeitloser Eleganz und dem gewissen Etwas. Die zahlreichen und opulenten Aufnahmen von hochkarätigen Fotografen wie Horst P. Horst, Cecil Beaton, Richard Avedon, Mario Testino, Annie Leibovitz und Karl Lagerfeld sind eindrucksvoll. Ich mag den fotografischen Stil von Lagerfeld.

Besonders gefreut hat mich, dass zum ersten Todestag von Lagerfeld meine Lieblingshandschuhfirma Roeckl eine Hommage an König Karl herausgebracht hat. Roeckl hat den limitierten Lederhandschuh Tribute to Karl kreiert. Die kurzen Halbfinger-Handschuhe sind aus extra weichem Haarschaf Nappaleder gefertigt und erzeugen einen exklusiven Glam Rock Look. Ich war sofort verliebt in die Handschuhe und bestellte mir ein paar der auf 40 Stück limitierten Auflage für Herren.

Mein Modell für Herren wird durch ein sehr feines Leder-Lacing mit einer Gunmetal Panzerkette mit dem Lochnietensaum der Handschuhe verbunden. Dieses Dekorelement wird auch an den offenen Fingern weitergeführt. Durch die halbkugelförmige Öffnung an der Oberhand kommt der opulente Kettensaum besonders gut zur Geltung. Eine Vollsteppnaht sorgt für maximalen Tragekomfort und Sportlichkeit.
So begeistert ich von den Handschuhen war, so entsetzt war ich über die Verpackung. Ich bestellte online und die Lieferung erfolgte prompt. Allerdings kamen die hochwertigen Designerhandschuhe in einem simplen Pappumschlag daher. Die Handschuhe waren in einer Plastiktüte verpackt. Roeckl, was soll das? Ihr seit ein Design-Unternehmen, ihr habt Stil und Geschmack und dann bekomme ich so eine langweilige Verpackung. Keine Schachtel, kein Etui für Handschuhe dieser Preisklasse. Schämt euch und Karl Lagerfeld dreht sich im Grab um.

 

Riga: Warum wird Heinz Erhardt kein Denkmal gesetzt?

5. März 2020
Für mich einer der ganz Großen: Heinz Erhardt

Für mich einer der ganz Großen: Heinz Erhardt

Als der beliebteste deutsche Humorist nach Loriot gilt Heinz Erhardt. Der Wortakrobat verkörperte für mich die Zeiten des Wirtschaftswunders pur. Ich kenne Heinz Erhardt nur von Schallplatten und Filmen. Als ich vor kurzem in Riga weilte, machte ich mich auf die Suche nach Spuren von Heinz Erhardt.
In Riga wurde Heinz Erhardt am 20. Februar 1909 geboren. Riga gehörte damals zum russischen Kaiserreich, war aber komplett deutsch geprägt. Mein Vorwurf an Riga: Warum habt ihr Heinz Erhardt komplett vergessen? Die Stadtoberen verweisen an allen Ecken auf Richard Wagner, der ein paar Jahre in Riga gewirkt hatte, aber keine Spur eines Denkmals von Heinz Erhardt. Wagner-Büsten und -Plaketten überall, aber kein Erhardt – das ist eine Schande und hier vergibt sich Riga allerhand Tourismuswerbung, denn Heinz Erhardt hat noch immer treue Fans.

Mein deutscher Reiseführer und Erhardt-Experte Maik Habermann zeigte mir die Stätten des berühmten Mannes. Ich stand vor der ehemaligen Musikalienhandlung im Zentrum von Riga. Hier betrieb der Großvater Paul Neldner ein erfolgreiches Musikhaus. Über 120 Klaviere und Flügel wurden zum Kauf angeboten. Hier lernte der kleine Heinz auch das Klavierspiel. Es gibt Kompositionen von Erhardt aus den Jahren 1925 bis 1929, die ihn als extrem begabten Klavierspieler und Komponisten zeigen. Sie wurden erst nach dem Tod des Komikers entdeckt und veröffentlicht Heinz Erhardt, mal klassisch: 24 Klavierkompositionen. Heinz Vater war Kapellmeister und so liegt die Musik im Blut der Familie. Der Großvater war in seiner Zeit ein angesehener Mann. Er veranlasste, dass das Libretto zu Wagners Tristan ins Russische übersetzt und in St. Petersburg aufgeführt wurde. Der Großvater bekam als Dank dafür vom Zaren Manschettenknöpfe mit dem russischen Doppeladler aus Brillanten.

Die Musikalienhandlung von Heinz Erhardts Vater in Riga.

Die Musikalienhandlung von Heinz Erhardts Großvater in Riga.

Der Schüler Heinz Erhardt, der 14 Mal die Schule wechseln musste, war kein großes Notenvorbild. Da der Vater in Europa verschiedenste Anstellungen hatte, musste der kleine Heinz mit. Ohne Abschluss verließ er das Gymnasium 1926 und ging ans Konservatorium nach Leipzig und wieder zurück nach Riga, um in der Musikalienhandlung seines Opas eine kaufmännische Lehre zu beginnen. Aber die Welt der Zahlen war für Heinz nichts.

Heinz Erhardt-Experte Maik Habermann.

Heinz Erhardt-Experte Maik Habermann.

Er wollte auf die Bühne. Der erste nachweisliche Auftritt war 1928 bei der Weihnachtsfeier der Pfadfinder in Riga als Pausenfüller. Seine humoristischen Lieder zur Laute kamen extrem gut an. Später war im Zweiten Weltrieg in der deutschen Truppenbetreuung tätig und nach dem Krieg begann seine Rundfunk-, später seine Filmkarriere.
Als Jugendlicher sah ich im linearen Fernsehen die Klassiker: Natürlich die Autofahrer, Immer die Radfahrer, Witwer mit fünf Töchtern, Drillinge an Bord – später kamen Pennäler- und Beamtenfilme dazu, die ich eher schwach fand.
Ich hatte mehrere Schallplatten von Telefunken wie diese 100 Jahre Heinz Erhardt – Die kompletten Telefunken-Aufnahmen, die ich gerne hörte und las als Schüler auch seine Gedichtbände und versuchte mich am zitieren – mit mäßigen Erfolg. Erhardt hatte einen Humor, der mir lag, und in Riga zitierte mein Reiseleiter Maik Habermann immer wieder aus dem Reimwerk von Heinz Erhardt Das große Heinz Erhardt Buch. Und ich bleibe bei meiner Forderung: Setzt Heinz Erhardt ein Denkmal in Riga.

Nazi-Gedenkmünzen bei Amazon – gefällt mir nicht

7. Februar 2020

Ich recherchiere gerade über einen Vortrag zu Bitcoins und hatte die Idee, Fake-Münzen bei Amazon zu bestellen, um sie an die Seminarteilnehmer als Gadget zu verteilen. Da machte mir der automatische Suchalgorithmus von Amazon Vorschläge zu Gedenkmünzen. Und ich war baff, was Amazon-Händler mir verkaufen wollten: Nazi-Andenken


Es gab Star Wars-Münzen und viel Merch. Aber im Angebot war auch eine Münze, die für mich die Grenze des guten Geschmacks übertrat. Es handelte sich um eine „Erster Weltkrieg Gedenkmünzensammlung“. Auf der Münze ist ein deutscher Soldatenkopf samt Helm aus dem Zweiten Weltkrieg abgebildet. Am Helm ist das Hakenkreuz abgebildet. Am Rand der Münze steht „Kompanie Aufklärungsabteilung 7 1939/40“, also eindeutig eine Münze, die an die nationalsozialistischen Soldaten in Deutschland erinnern soll. Die Münze mit dem Nazi-Emblem kostet 3,19 Euro zzg. Versand.

Der chinesische Händler Hotpink1 hat eine eigenartige Adresse angegeben. Drei Bewertungen mit voller Punktzahl wurden abgegeben – also volle Kundenzufriedenheit – was sind das für Geistes Kinder?
Ich bin mit dieser Art von Nazi-Verklärung nicht einverstanden und wandte mich an die Amazon-Pressestelle. Am nächsten Tag flatterte die Antwort in mein Postfach. Ein Amazon-Sprecher schrieb zurück: „Alle Amazon Verkaufspartner müssen sich an unsere Verkaufsbedingungen halten – erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkaufspartner-Kontos beinhalten können. Die entsprechenden Produkte sind nicht mehr erhältlich.”
Und siehe da: Das Angebot wurde vom Netz genommen. Gut gemacht Amazon. Gleichzeitig tauchte ein weiteres Angebot mit der gleichen Münze aber von einem anderen chinesischen Händler auf. Der Suchalgorithmus arbeitet perfekt. Und die Münze ist sogar preiswerter mit 2,93 Euro. Ich hab Amazon wieder informiert. Nazi-Propaganda darf nicht sein.


Übrigens: Hinter der Aufklärung-Abteilung 7 verbergen sich Nazi-Radlfahrer. Aufgestellt am 2. August 1939 in Bamberg für die 7. Infanterie-Division aus der II./Kavallerie-Regiment 17. Stab und Reiter-Schwadron traten am 15. Dezember 1939 zum Reiter-Regiment 21. Am 29. Juli 1940 wurde die Abteilung in Radfahr-Bataillon 7 umbenannt, dazu kamen Teile der Aufklärungs-Abteilung 253. Am 8. August 1941 wieder in
Aufklärungs-Abteilung 7 umbenannt unter Hinzuziehung des Stabes und der 1./Aufklärungs-Abteilung 239. Im Winter 1942/43 erneut in Radfahr-Abteilung 7 umbenannt, am 29. April 1943 wieder Aufklärungs-Abteilung 7 und am 2. Oktober 1943 Divisions-Füsilier-Bataillon 7.

Ich heb mal den Finger: Bayern will mehr über Soziale Netze aufklären

3. Februar 2020
Heute vormittag im Allgäu: Schulung von allen sechsten Klassen des Gymnasiums Hohenschwangau.

Heute vormittag im Allgäu: Schulung von allen sechsten Klassen des Gymnasiums Hohenschwangau.

Gerade habe ich einen Vortrag über Medienkompetenz im Allgäu beendet und lese im Internet, bayerische Schüler besser vor Straftaten im Internet geschützt werden sollen.
Im Auftrag der Staatsregierung habe eine entsprechende Arbeitsgruppe heute ihre Arbeit aufgenommen. Die Vertreter von Justiz- und Kultusministerium sowie Lehrerverbänden wollen ein Konzept entwickeln, das Kinder und Jugendliche über die Gefahren in den sozialen Medien aufklärt. Gerne würde ich an einer solche Arbeitsgruppe teilnehmen und mein Fachwissen einbringen.
Seit mehreren Jahren bin ich mehrmals die Woche in Bayern mit meinem „Tag der Medienkompetenz“ unterwegs und schule Schüler, Lehrer und vor allem die Eltern im Umgang mit sozialen Netzwerken. Ich plädiere dafür, die ganze Schulfamilie zu schulen und nicht nur die Schülerinnen und Schülern.

Klassensprecher des Gymnasiums Haßfurt habe ich vergangene Woche im Auftrag der HSS geschult.

Klassensprecher des Gymnasiums Haßfurt habe ich vergangene Woche im Auftrag der HSS geschult.

Vielen Schülern sei nicht bewusst, so Justizminister Eisenreich, dass sie sich mit bestimmten Beiträgen auf Facebook oder WhatsApp strafbar machen. Konkret nannte er dabei neben Cybermobbing die Verbreitung von kinderpornographischen Bild – oder Tonaufnahmen, Gewaltdarstellungen sowie Volksverhetzung. Wichtig ist mir aber auch bei all den Gefahren, die Chancen der Digitalisierung zu sehen. Bayern als ehemaliges Hightech-Land darf den Anschluss nicht verlieren. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Gegen Angst hilft nur Wissen und Bildung. Daher begrüße ich die Initiative und würde mich gerne einbringen. Mail genügt und gerne weitersagen.

Brexit: Macht´s gut und danke für den Fisch

1. Februar 2020

„Mach’s gut und danke für den Fisch“ – so meine Abschiedsgrüße an die Briten, die seit heute nicht mehr in meinem Europa dabei sind. „Selbst schuld“, sage ich, aber auch schade, dass es soweit kommen musste. Wir dürfen Europa und die Politik nicht den Populisten überlassen. Der Brexit hat gezeigt, welche Macht Populismus hat und die Bevölkerung wird es ausbaden müssen.
Bei meinem jüngsten Besuch in London habe ich noch ein paar Eindrücke gesammelt. Ich seh den Jungen mit Bobby-Helm, der den Union Jack schwang. Ich sah den einsamen Koffer mit den britischen Farben auf dem Rolland von Heathrow, der seine Kreise drehte. Grinsen musste ich als ein Müllauto vor der Downing Street vorgefahren ist. Irgendwie symbolisch.

Ich mag Britannien – und ich mag vor allem Schottland. Da war es doch nett, dass zum Abschluss im EU-Parlament die Briten das schottische Abschiedslied Auld Lang Syne vom Zettel absangen. Eigentlich ist es ein Lied, um am Jahresende die Toten zu ehren. Schön auch, dass das Lied dem schottischen Dichter Robert Burns zugeschrieben wird – und wir erinnern uns: Schottland würde gerne Teil der EU bleiben.

Wenn ich meine Seminare für die bayerische Ministerialverwaltung gebe, spreche ich immer gerne über eine BBC-Serie Yes Minister und Yes Prime Minister. Es ist eine Serie über fiktives Ministerium und das Gerangel zwischen Verwaltung und Minister und endet immer mit den Spruch „Yes Minister“. In einer Folge erklärt Verwaltungschef Sir Humphrey was die EU, damals EWG, für Britannien bedeutet. Ich finde, damit ist der Grund für den Brexit wunderbar erklärt.

Besuch des Schmetterlingshauses Wien

31. Januar 2020

Es war kalt und es schneite in Wien, die Kinder hatten kein Interesse noch ein Museum anzusehen und hatten auch von Kaffeehäusern genug. Ein Grund für die ganze Familie ins Schmetterlingshaus zu gehen.
Mitten in Wien, in einem der herrlichen Jugendstilgebäude, eröffnet sich eine Oase der Ruhe und Entspannung: Das Schmetterlingshaus in dem sich schon Kaiser Franz Joseph erholt hat. Es ist eine Wohltat, die zarten und farbenprächtigen Tiere zu beobachten. Einfach auf einen Stuhl niederlassen, ein Schmetterling kommt sicher angeflogen. Hier ein Streifzug durch das Gebäude:

Das Schmetterlinghaus ist ein Schmetterlingszoo im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Es befindet sich im nordwestlichen Flügel des Palmenhauses am Rand des Burggartens. Das Palmenhaus in seiner heutigen Form wurde 1901 nach Entwürfen des Architekten Friedrich Ohmann errichtet. Heute hat es die Größe von 280 Quadratmeter.  Hier ein 360 Grad Video

Neben den für mich sehr eindrucksvollen Tieren gibt es auch exotische Pflanzen in dem lichtdurchfluteten Gebäude zu sehen. Der Weg durch das Jugendstilhaus führt über Brücken neben künstlichen Wasserfällen und kleinen Teichen. Natürlich ist die Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent für die rund 400 Tiere aus 130 Arten hoch. In speziellen Kästen lässt sich zudem das Schlüpfen beobachten.

Themenrestaurant Falco in Wien – Augenweide für Falco-Fans

30. Januar 2020
Themenrestaurant Falco in Wien.

Themenrestaurant Falco in Wien.

Mit Falco habe ich lange gebraucht um warm zu werden und hab auch darüber meine Entschuldigung gebloggt. Erst spät hat mir seine Musik, seine Art, seine Kunst gefallen. Bei einem Besuch in Wien trafen sich Freude der Filmmusik zu einem Abend im Restaurant Falco – und ich war neugierig.
Nun, die erschienen Mitglieder der deutschen Fan-Gruppenseite von John Williams waren spitze und ich unterhielt mich hervorragend. Fachsimpeln und Quatschen. Das gemeinsame Abendessen fand in der Bar/Restaurant Falco statt. Es ist schön gelegen am v im Zentrum von Wien, ein paar Minuten entfernt vom Musikverein. Die Lokalität wirbt mit dem österreichischen Musiker Falco und hat allerhand fürs Auge zu bieten.

Zahlreiche Kopien der Goldenen Schallplattem hingen an den Wänden. Es war wie eine Zeitreise in meine Jugend: Rock me Amadeus, Jeanny, junge Römer, der Kommissar und wie die Hits von Falco damals alle hießen. Daneben gab es einige Musikinstrumente des Künstlers Hans Hölzl. Ob Material aus seiner Vor-Falco-Phase zu finden sind, kann ich nicht sagen. Er spielte ja auch einst bei der Band Drahdiwaberl. Sehr nett anzusehen waren die ausgestellten Kostüme von Falco.

Im Februar 2019 wurde in Wien, am Schwarzenbergplatz, ein Themenlokal zu Ehren von Falco errichtet. Das Lokal ist mit goldenen Schallplatten, privaten Fotos und der roten, mit goldenen Biesen besetzten Uniform-Jacke dekoriert. In etwa 20 % der gespielten Musik sind Lieder von Falco. Für mich eine interessante Variante eines Hardrock Cafés und wer in Wien ist und Falco mag, sollte mal hineinschauen. Die Küche ist okay. Ich habe ein Wiener Schnitzel gegessen – vom Schwein, ich denke, das sagt alles.

Eine Wiener Institution: Das Cafe Hawelka

29. Januar 2020

„Neilich sitz i umma hoiba zwa im Hawelka
Bei a poa Wuchteln und bei an Bier
Auf amoi gibts beim Eingang vuan an Mordstrara
Weu a Nackerter kummt eine bei der Tür“
Na, wer erinnert sich noch an diese Zeilen des österreichischen Sängers Georg Danzer? Sie stammen aus dem Ohrwurm „Jö schau“ aus dem Jahre 1975 und sind eine Verbeugung vor dem Wiener Kaffeehaus Hawelka. Hier hing Danzer mit seinen Künstlerfreunden ab, hier hängt heute gegenüber der Theke eine Zeichnung mit Widmung Danzers.

Widmung Georg Danzer

Widmung Georg Danzer

Wer ein wenig Kultur im Sinn hat, der muss zum Hawelka hereinschauen. So tat ich es, um mit meiner Familie eine Melange zu trinken, Apfelstrudel und Sachertorte zu essen und vor allem Atmosphäre zu genießen. Buchteln gab es erst abends. Innerhalb von Sekunden sog ich die Atmosphäre auf. Und ich finde es genial, dass ein Kaffeehaus so im kulturellem Interesse steht.

Meine Kinder saßen in der Sitzgruppe, auf der damals auch Georg Danzer in seinem Musikvideo saß. Und so hatten wir den Raum des Kaffeehauses im Blick. Es hatte sich eigentlich nicht viel seit 1975 verändert. An den Wänden Fotos, Bilder, Zeichnungen, am Eingangsbereich Plakate und die Stühle/Tische konnten so geschoben werden, wie die Gäste Platz brauchten. Renoviert wurde im Kaffeehaus nur das nötigste. Es gibt das Zitat des Gründers, das die Situation beschreibt. „Der Kaffee wär’ ned besser, wenn das Lokal moderner wär.“ Heute stehen Leopold und Josefine Hawelka mit zwei Büsten an der Seite und wachen über ihr Kaffeehaus.

Wir trafen auf Günter Hawelka, dem Sohn des legendären Cafetier Leopold Hawelka, der 2011 verstarb. Günter hat das Kaffeehaus inzwischen an seine Söhne übergeben, nimmt aber gerne die Rolle des Cafetier ein, wie einst sein Vater. Er begrüßt die Gäste, oftmals mit Handschlag, spricht, scherz, erzählt. Auch wir haben das kurze, aber intensives Gespräch mit der Wiener Legende genossen.

Ich hab ihn gefragt, wo denn Kraftwerk saß, als sie im Hawelka weilten. Da wurde er etwas verlegen und deutete in den Raum. Nicht nur Danzer, sondern auch die wichtigste Elektroband überhaupt erwähnten das Hawelka in dem Song Trans Europa Express, wenn auch nur indirekt in den Zeilen „In Wien sitzen wir im Nachtcafé.“ In einem Interview von 2004 sagte Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter: „Wir machen Alltagsmusik. »Trans-Europa-Express«, »Autobahn«, »In Wien sitzen wir im Nachtcafé« – das ist übrigens das Café Hawelka, den Namen haben wir nie genannt, 1976 war das. Musik zum Alltag.“ In einem frühen Video von Kraftwerk gibt es eine Aufnahme der Band vor dem legendären Café Hawelka.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem wunderbaren Café.

Wien: Der Stephansdom braucht ne neue Orgel und hat nen Hahn

28. Januar 2020
Der Stephansdom im Schnee.

Der Stephansdom im Schnee.

Wer Wien besucht, der absolviert auch einen Besuch im Stephansdom. Das haben wir bei unserem Wien-Tripp freilich auch gemacht. Uns ging es um den Hahn auf dem Dach des Doms. Meine Gattin sammelt Hähne (ja ich weiß) und betreibt den Blog Hahnologie. Und weil der Hahn auf dem Stephansdom eine nette Geschichte hat, brauchten wir ein Bild vom Hahn. Die Geschichte gibt es beim Blog der Gattin nachzulesen.

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Das Wetter war neblig, es schneite und wir hatten nur das Smartphone als Fotoapparat dabei – also war die ganze Fotografiererei eher unterirdisch. Nächstes Mal wird die Drohne eingepackt und der Hahn näher fotografiert.

Und weil wir gerade da waren, schauten wir in den Dom auch hinein. Im Moment läuft ein großer Spendenaufruf „Rettet die Riesenorgel“. Die Orgel heißt Riesenorgel, aber nicht weil das Instrument so groß ist, sondern wegen des darunterlegenden Riesentors, dem Hauptportal von St. Stephan.
Warum muss die Orgel gerettet werden? Nun, seit 1991 ist die Orgel stumm. Der Kulturschatz soll wieder zum Leben erweckt werden.
Beim Dombrand vom April 1945 wurde die alte Riesenorgel aus dem Jahr 1886 zerstört. Sie stammte übrigens aus der gleichen Werkstatt wie die Orgel des Doms zu Riga über die ich unlängst gebloggt habe. Die Nachfolgeorgel von Johann Kaufmann wurde 1960 geweiht, doch es gab akustische Probleme und 1991 ging dann gar nichts mehr. Die Orgel blieb stumm.

Und nun soll Ostern 2020 die Orgel wieder spielen. Sie bekommt ein neues Klangkonzept und eine optimierte technische Anlage der Orgelbaufirma Reger. Durch den Zusammenschluss der Domorgel (55 Register) und der Riesenorgel (125 Register) wird es erstmals in der Geschichte des Doms möglich sein, den Raum von einem Zentraltisch klanglich auszufüllen. Die Premiere soll am 12. April 2020 sein.
Bis dahin wird Geld gesammelt. Ich hab ein paar Euro in die Büchse geworfen. Wer übrigens mehr als 500 Euro spendet, der kann eine Originalorgelpfeife erhalten, die beim Umbau ausgebaut und ersetzt wurde. Die Pfeifen sind aus Metall und zwischen 20 Zentimeter und 2 Meter groß.