Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Lebensmittel online – da ist Luft nach oben

15. März 2021

Es tut mir in der Seele weh. Deutschland ist in manchen Bereichen noch digitales Entwicklungsland. Zur digitalen Bildung brauch ich nichts mehr schreiben. Jetzt zeigt sich, dass aber auch das Thema Lebensmitteleinkauf durchaus ausbaubar ist.

In der Corona-Zeit haben viele mit eFood experimentiert, aber doch richtig in Schwung ist es nicht gekommen. 21 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr mindestens einmal Lebensmittel bestellt. Wie ein internationaler Vergleich aufzeigt, ist die Quote äußerst gering – in Großbritannien sind es sogar 45 Prozent. Wie aus einer Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, ist das Branchenwachstum massiv, allerdings auch hart umkämpft.

Und es zeigt sich, dass auch fragwürdige Methoden eingesetzt werden. Die größte deutsche Plattform für Essensbestellungen Lieferando gerät wegen seiner Methoden zur Umsatzsteigerung in die Kritik. Wie BR-Recherche herausgefunden hat, betrieb der Konzern Just Eat Takeaway, zu dem Lieferando gehört, Zehntausende Webseiten, deren Internetadressen denen von Restaurants ähneln. So werden Bestellungen über sogenannte Schattenwebseiten von Lieferando abgewickelt und nicht – wie Kunden auf den ersten Blick vermuten könnten – direkt über die Restaurants. Auf diese Weise müssen die Restaurants eine Vermittlungsgebühr an den Konzern bezahlen. Lieferando selbst bezeichnet die Webseiten als Service für die Restaurants. Kunden, die eigentlich lokale Gastronomen durch Webbestellungen unterstützen wollten, fühlen sich getäuscht. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Branche.

Gefühlt: Müllberge steigen im zweiten Lockdown
Mein Gefühl ist, dass im ersten Lockdown sich die Deutschen mit Lebensmitteln eingedeckt haben. Es kam zu Hamsterkäufen von Reis und Nudeln. Man hat zu Hause gekocht. Im zweiten Lockdown wollten viele von uns die örtliche Gastronomie unterstützen, von denen viele aufgrund falsche Preiskalkulation schwer getroffen waren. Man bestellte unter anderem online und die Konsequenz waren bei uns zu Hause große Müllberge an Verpackungsmaterial. Das ist nur mein Gefühl – feste Zahlen habe ich nicht.

Online-Lebensmittelmarkt wird boomen
Knapp die Hälfte der Bundesbürger hat bereits online Lebensmittel gekauft, oder kann sich dies in Zukunft vorstellen. Wie die Infografik aufzeigt, könnte sich der Anteil von E-Food am Gesamtumsatz mit Lebensmitteln bis 2030 mindestens verfünffachen. Aber wenn nicht in einer Pandemie, wann dann? Und sind die Produzenten in Deutschland auf diesem Trend überhaupt vorbereitet?

Dabei zeigt die Infografik, dass auch der Lebensmittelmarkt als solcher wächst. Wurden in Deutschland im Jahr 2018 etwa 180 Milliarden Euro umgesetzt, waren es im vergangenen Jahr bereits 200 Milliarden Euro. Prognosen zufolge soll der Umsatz in den nächsten 5 Jahren um weitere 20 Milliarden wachsen.
Die Investitionen in Lebensmittellieferdienste sind 2020 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent angestiegen – doch der Markt ist umkämpft, und Branchenvertreter wie „Gorillas“ und „Flink“ halten sich was die Außendarstellung anbelangt noch bedeckt – aus Furcht, von Mitbewerbern kopiert zu werden.
Neben reinen Lebensmittel-Lieferdiensten befinden sich auch vergleichbare Unternehmen im Aufwind – ein Blick auf das Börsenparkett macht dies deutlich. So stiegen die Hello Fresh Aktien binnen des vergangenen Jahres um 191,3 Prozent. Bei den Delivery Hero Aktien schlägt der Zugewinn hingegen mit 51,9 Prozent zu Buche. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Notierung des DAX lediglich um 7 Prozent.Der Lieferdienst Deliveroo nimmt einen der größten Londoner Börsengänge seit drei Jahren in Angriff. Im Raum steht eine Bewertung von bis zu 7 Mrd Dollar. Noch in der ersten Jahreshälfte will Deliveroo seinen Börsengang mit zwei Aktiengattungen starten.

Erinnerungen an Sophie Scholl – hingerichtet heute vor 78 Jahren

22. Februar 2021

Heute vor 78 Jahren wurde das Todesurteil gegen Sophie Scholl vollstreckt. Sie war und ist für mich eine Mahnerin gegen Diktatur und Terror. Sie starb auf der Guillotine.

Tim Pröse sprach über Sophie Scholl.

Vor kurzem hatte ich die Ehre eine Online-Lesung mit über 200 virtuellen Zuhörern für Tim Pröse zu organisieren. Nachdem aufgrund Corona öffentliche Lesungen nicht stattfinden können, hatte ich die Idee eine virtuellen Lesung. Nach dem Okay der Hanns-Seidel-Stiftung schrieb ich Tim Pröse an und er zeigte sich aufgeschlossen. Es war für ihn auch seine erste Lesung via Zoom. Das Thema war Sophie Scholl. Pröse ist gelernter Journalist und heute Buchautor zahlreicher Bestseller wie Jan Fedder – Unsterblich. In meiner Online-Lesung, die ich für die HSS ausrichten durfte, las Tim Pröse aus seinem Buch Jahrhundertzeugen über Sophie Scholl. Für mich auch eine große Ehre: Der große Mario Adorf war dabei und lauschte den Worten Pröeses.

In seiner einzigartigen Art brachte uns Pröse die Gedanken der Widerstandskämpferin gegen die Nazi-Diktatur in Erinnerung. Er mische historische Fakten mit seinen persönlichen Eindrücken, die er bei der Recherche über Sophie Scholl gesammelt hatte, darunter auch bis dato unbekannte Dokumente. Und der Journalist Pröse hat es gelernt zu beobachten, genau zu beobachten. Bei seinen Spurensuche beschrieb er den Charakter von Sophie so eindringlich, dass mir es bei der Lesung warm ums Herz wurde, ich aber auch eine Gänsehaut bekam. Eindringlich im Tonfall, klar in der Sprache, einfühlsam in seinen Beschreibungen las Pröse in die FaceTime-Kamera seines MacBooks und gebannt hingen wir Zuhörer an seinen Lippen. So muss Geschichtsvermittlung sein und ich danke Tim Pröse ausdrücklich dafür.

Ich schätze Tim Pröse sehr. Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und freier Journalist in München. Sein 2020 erschienenes Buch Jan Fedder – Unsterblich schaffte es aus dem Stand heraus auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Tim Pröse studierte Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie, war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und Redakteur des Focus in den Ressorts »Menschen« und »Reportage«. In dieser Funktion bin ich Pröse das erste Mal begegnet. Dann viel später habe ich ihn wieder getroffen bei einer Lesung (vor Corona) in der Bücherei meines Wohnorts. Tim Pröse ist immer wieder auf Lesungen anzutreffen und wer Zeit hat, sollte die Chance wahrnehmen. Termine gibt es auf seiner Website.

Gespanntes Warten in der virtuellen Ardbeg-Reihe

17. Februar 2021

Ich mag so was nicht, überhaupt nicht. Gemeint ist die Warterei und Anspannung beim Bestellen im Internet. Nein, ich meine nicht bei Amazon und Co. Ich werde nervös beim virtuellen Anstellen von Karten für die Richard Wagner-Festspiele in Bayreuth oder ich halte die Spannung beim Bestellen von Konzertkarten für die koreanische Kpop-Band BTS kaum aus. Mal habe ich Erfolg, mal bricht das System zusammen. Und jetzt erging es mir ebenso beim Bestellen der neuen Whiskey-Edition von Ardbeg mit dem Namen Arrrrrrrdbeg!

Ursprünglich sollte der Verkauf der limitierten Abfüllung am 9. Februar 2021 sein. Doch irgendwas lief bei Ardbeg schief und der Verkauf über die Internet-Seite wurde auf den 16. Februar 2021 verschoben. Punkt 10 Uhr sollte der Shop für so genannte Committee-Mitglieder geöffnet werden. Zwei Minuten vor 10 Uhr war ich als Committee-Mitglied online und wurde auf 10 Uhr vertröstet. Die Schotten sind pünktliche Leute.

Und als die Uhr zehn geschlagen hatte, stand ich in der virtuellen Schlange. Und ich stand und ich stand und ich stand. Mir wurde zwar nett gesagt, dass ich irgendwann an die Reihe kommen würde, doch während die Zeit verstrich, wusste ich, dass limitierter Whiskey bedeutet, dass nicht unendlich viel von dem schmackhaften Tropfen vorhanden ist. Ich würde also nervös und ich mag die Warterei überhaupt nicht.

Der interessierte Leser wird sich fragen, was ist jetzt eigentlich dieser Arrrrrrrdbeg!?

Seit dem Jahr 2007 führte Mickey Heads als Destillerie Manager das „Ardbeg-Schiff“. Zum Abschied in den Ruhestand ehrt die Islay Destillerie Mickey mit einer besonderen Edition. Arrrrrrrdbeg! ist der erste Whisky der Destillerie, der vollständig in ehemaligen Rye-Whiskeyfässern reifte. Eine besonders würzige Edition, mit einer Donnerbüchse an fruchtigen Aromen, gefolgt von sanftem Rauch im Nachhall, der lange auf dem Gaumen verweilt. Das für Ardbeg sehr außergewöhnliche Flaschenetikett zeigt eine Illustration von Mickey als furchtlosen Captain. Ein Werk von Butcher Billy, einem brasilianischen Künstler und Grafikdesigner.

Und als gegen 10:45 Uhr ein Freund mir eine SMS schickte, dass er seinen Arrrrrrrdbeg! ordnern konnte, da wurde ich bald ungehalten. Ich war mit zwei Rechnern und iPad und unterschiedlichen Browsern auf der Seite meiner schottischen Lieblingsdestillerie eingeloggt und nichts ging. Dann endlich um 10:54 Uhr – nach 56 Minuten nervenaufreibender Wartezeit war ich an der Reihe: Jeder nur ein Kreuz, nein, jeder nur eine Flasche für 150 Euro. Kauf abgeschlossen und Ende Februar soll mein Arrrrrrrdbeg! dann bei mir sein. Ich werde ihn zusammen mit meiner Frau verkosten und darüber berichten. Aber zum Trost während ich diese Zeilen tippe, habe ich meinen Standard Ardbeg Ten im Glas und trinke auf das Wohl von Mickey Heads. Ich bin für diesen Stress nicht gemacht.

Mein Sparschwein ist fällig für Ardbeg 25 Years Old

26. Januar 2021

Jetzt gilt es das Sparschwein zu schlachten und die Geschmacksnerven zu optimieren. Die neue Ardbeg-Abfüllung steht vor der Tür: Ab Februar ist von der, auf der schottischen Insel Islay gelegenen Destillerie Ardbeg die bislang älteste und prestigeträchtigste Abfüllung in ihrem permanenten Whiskysortiment verfügbar: Ardbeg 25 Years Old.

Ardbeg 25 Years Old

Alles was ich über diesen Whisky lese ist außergewöhnlich, leider auch der Preis. Das Fläschchen kostet stolze 750 Euro.

Destilliert in den 1990ern Jahren, als die Zukunft der Destillerie äußerst ungewiss war, gelang nur sehr wenig Destillat aus den Brennblasen in ehemalige Bourbon-Fässer. Ardbeg aus dieser Zeit ist entsprechend rar und nach einem Vierteljahrhundert Reife so überragend, dass er nun als permanente Abfüllung in kleinen Chargen verfügbar ist.
Die Verkostungsnotizen klingen fantastisch:

FARBE: Heller Bernstein
AN DER NASE: Ein kräftiger Schwall wie von geräucherter Sahne, Minze und Toffee mit Ardbegs klassischen Noten von Fenchel und Kiefernharz. Der Duft eines Lagerfeuers in der Ferne mischt sich mit Kräuter- und Fruchtnoten mit Bananen und Tropenfrüchten sowie duftendem Kerzenwachs.

AM GAUMEN: Ein lebendiger, würzig-scharfer Pfeffergeschmack mündet in einen süßen Schwall cremigen Zitronensorbets (mit kandierten Äpfeln, Birnen und Orangen), einem Hauch von Karbolseife und Teer, cremigem Toffee, Anis und Chili-Pfeffer.

NACHHALL: Ein langer, mild-anhaltender Nachgeschmack mit viel Sahne, Buttertoffee und delikaten, antiseptischen Noten, im elegant-wonnigen Ardbeg-Stil.

Lost Place: Die Glasfabrik in Windischeschenbach

12. November 2020

Die Oberpfalz in Bayern war ein Ort der Porzellan- und Glasfabriken. Beide Industriezweige sind zusammengebrochen und die Stadt Windischeschenbach kann ein Lied davon singen. Am Bahnhof, das Bahnhofsgebäude ist längst geschlossen, sehen wir die leerstehenden Industriedenkmäler vergangener Zeiten – auf der einen Seite der Gleise Porzellan, auf der anderen Seite Glas.

Nachdem mein Zug Richtung Regensburg ausgefallen ist, schaute ich mir eine Stunde die alte Glasfabrik Hofbauer von außen näher an. Das Betreten des Geländes ist ausdrücklich untersagt. Wenn ich mir die Gebäude so ansehe, droht Einsturzgefahr. Schilder weisen darauf hin, dass das Gelände per Video überwacht wird – Kameras hab ich allerdings auf den ersten Blick nicht gesehen, dafür mit einen Anlieger gesprochen, der gerne mal die Polizei ruft.

Seit 1996 liegt das Gelände brach. Insgesamt 127 000 Quadratmeter Altlasten hat die ehemalige Bleikristallfabrik hinterlassen. Einstmals gab die Fabrik Lohn für rund 1000 Familien. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Weck-Gläser hergestellt. Heute verfällt das Gelände und ist eine traurige Industrieruine.

Im Netz fand ich einen Rundgang durch das Fabrikgelände.

Kürbisse zu Halloween

1. November 2020
Halloween 2020 in Corona Zeiten

Dieses Jahr ist Halloween in meiner Familie ausgefallen. Wir haben aufgrund von Corona kaum etwas gemacht. Zusammen mit meiner Frau war ich für lange Zeit noch einmal im Kino und hab mir die Rocky Horror Picture Show angeschaut. Zu Zombie hatte die Ehefrau keine Lust. Die Gattin hatte sich für Rocky Horror entsprechend geschminkt und gekleidet. Ich hatte nur Geburtstagshütchen auf.

Happy Halloween im Kino Lichtspielhaus bei Rocky Horror

Zu Hause gab es auch kein Süßes und Saures – es hatte auch kein Kind geklingelt. Aber ein paar Familien bei uns im Dorf haben ein wenig Halloween-Stimmung verbreitet und Kürbisse vors Haus gestellt. Am Morgen nach Halloween beim Gang zum Bäcker habe ich ein paar von den Kürbissen fotografiert. Danke für diese freundliche Geste. Zu einem längeren Spaziergang hatte ich aufgrund Regen keine Lust. Bleibt gesund.

Carrera-Rennstall Maisach: Wenn Rennboliden durchs Dorf brettern

27. September 2020

Als ich Kind war, gab es bei uns zwei Fraktionen: Die einen spielten mit der Eisenbahn, die anderen spielten mit einer Rennbahn. Ich gehörte eindeutig der Rennbahn-Fraktion an und liebte meine Carrera-Bahn. 

Und als ich den Carrera-Rennstall in Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck betrat, da kamen die Emotionen meiner Kindheit wieder hoch. Uwe Furthmann betreibt den Rennstall mitten im Dorf und hat einen alten Stall an der Bahnhofsstraße zur Rennstrecke für Carrera-Rennboliden umgebaut. Zusammen mit Gleichgesinnten trainiert er, veranstaltet Rennabende und bietet den Rennstall auch zur Miete für Jugendgesellenabschiede, Stammtische oder Rennfreunde an. Infos in der Facebook-Gruppe „Carrera Rennstall Maisach“ oder direkt bei uwe.furthmann@gmail.com

Das echte LeMans 2020 ist gerade abgeschlossen. Da finde ich es eine Idee eines privaten Carrera-Rennens prima. Es ist eine ganz sympathische Freizeitbeschäftigung. 

Wer den Rennstall betritt, ist erst einmal erschlagen von der Größe der Rennbahn. Strecken, Tunnel, Tribünen, Boxen, Zuschauer, Berge – so stell ich mir eine ideale Modelllandschaft vor. Und ich sehe vor meinem geistigen Auge die Hunderte Stunden Arbeit, die Uwe Furthmann in seine Bahn gesteckt hat. Bei eBay, Sammlermärkte und Flohmärkte besorgt er sich Ersatzteile und Fahrzeuge. Wenn Brücken, Gebäude oder Tribünen nicht mehr im Original zu finden sind, dann kommt ein 3D-Drucker zum Einsatz. Als Gastgeschenk habe ich meine alte Rennbahn aus Kindertagen mitgebracht, die ich als Kind hatte. Hier ist mein Carrera Hockenheimring 30350 in den besten Händen. Im Rennstall wird auf Carrera Universal gefahren – das System meiner Jugend. Damit fahren die Rennwagen stabil in einer Spur, anders wie auf den späteren Systemen wie Carrera Go. 

Ich schaute bei einem Rennen vorbei. Die Rennen werden mit einem Fahrzeug gefahren. Bei einem defekten Fahrzeug darf ich mit einem Ersatzfahrzeug weiterfahren. Es gibt zwei Arten von Rennen. Im Zeitrennen wird die zurückgelegte Strecke in einer vorgegebenen Renndauer gewertet. Im Rundenrennen wird die Zeit, für die vorgegebene Anzahl an Runden gewertet. Jeder Teilnehmer muss die volle Rundenzahl fahren.

 

Während ein Sportfan im hinteren Bereich des Rennstalls an einer Werkbank saß und die Reifen seines Flitzers optimierte, waren andere im Raum an neuralgischen Punkten verteilt. Ihre Aufgabe war es, die Autos wieder auf die Bahn zu setzen, wenn sie bei hoher Geschwindigkeit aus der Kurve fliegen. Nicht Vollgas ist für die beiden Piloten angesagt, sondern gefühlvolles Fahren und eine Fahrstrategie. „Entspannt weiterfahren“, ist der Rat von Furthmann. Gefühl beim Fahren durch die Modelllandschaft ist die Devise. Es wurden 100 Runden von zwei Fahrer gefahren. Dies dauerte rund 34Minuten – und das bei höchster Konzentration. Am Ende des Rennens waren die Piloten nass geschwitzt und außer Puste. Carrera strengt an, macht aber unheimlich Freude. Die Männer ohne Nerven steigerten sich ins Rennen hinein. Ein Wagen durchbrach die Leitplanken, flog aus der Bahn und krachte gegen einen Styroporberg. Schnell einsetzen und weiterfahren durch die Welt von Farbe, Spachtel, Material aus dem Floristenhandel, Ikea und Modellbau. 

Uwe Furthmann kennt seine Bahn freilich am besten und kann entsprechende Fahrtipps geben. Seit November 2019 hat er an den Strecken gebaut, Kabel verlegt und den alten Kuhstall in ein Rennparadies verwandelt. Der Strom kommt von leistungsfähigen Labornetzteilen, die mehr Saft als die traditionellen Carrera-Transformatoren liefern. Das hohe Piepsen der Elektromotoren erfüllt den Raum. „Im Grunde sind Carrera-Autos die ältesten E-Autos der Welt“, so Furthmann. An der Wand Fotos von Le Mans, Pokale am Tisch aufgereiht und natürlich Autos, Autos, Autos. Ein Ford GT40 fällt mir sofort ins Auge. Das war schon immer einer meiner Lieblingswagen. Als Kind habe ich das Auto nie von meinen Eltern bekommen. Irgendwann habe ich den Wagen im Original mal live gesehen – eine starke Kiste. Und ich will unbedingt mal zu LeMans.

 

Golffieber42 startet offiziell

7. September 2020

Ich freue mich, dass Golffieber42 jetzt offiziell  online ist.

Ich freue mich, dass Golffieber42 jetzt offiziell online ist.

Heute ist der offizielle Startschuss für mein neues Projekt Golffieber42. Ich bin seit Monaten der Golfbegeisterung erlegen und veröffentliche ab jetzt unter der Marke Golffieber42 Kolumnen und Eindrücke eines Golfbeginners im Netz.
Neben der Website bespiele ich die Kanäle Twitter, Instgram und betreibe eine Facebook-Seite, verbunden mit der herzlichen Einladung, diesen Kommunikationswegen zu folgen. Auf der Website kann ein kostenloses E-Mail-Abo abgeschlossen werden, das dann über Neuerungen der Website informiert.
In den vergangenen Wochen habe ich mich neben meinem Spiel auf meiner Heimatanlage der Golfanlage Rottbach zudem der Contenterstellung gewidmet. So sind schon einige Artikel im Blog von golffieber42 eingestellt. In regelmäßigen Abständen kommen weitere journalistisch aufbereitet eBlogartikel hinzu – Geschichten aus der Sicht eines begeisterten Golfbeginners.

Golf ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung.

Golf ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung.

Der Name Golffieber42
Warum der Name Golffieber42? Nun, wer der Faszination des Golfsports erliegt, der fühlt sich wie in einem Fieberrausch. Es macht mir unglaublich Spaß auf dem Grün zu stehen und den Ball zu schlagen. Es ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung, die es in sich hat. Dabei geht es (noch) nicht darum, das Handicap zu verbessern, sondern Spaß und Freunde an dem Sport zu haben. Diese Faszination mit den großen und kleinen Geschichten vermittelt das Projekt Golffieber42.
Und die Zahl 42? Wer den von mir sehr verehrten Douglas Adams kennt, dem brauche ich nichts weiter zu sagen. Wer 42 nicht kennt, dessen Freund ist Google. Das Projekt Golffieber42 stammt aus der Schmiede von redaktion42.

Inhalte von Golffieber42
Was erwartet uns bei Golffieber42? Es sind Eindrücke, Kolumnen, kleine Geschichten, ein paar Tipps, Ausflüge in die Unterhaltung, viele Fotos. Es werden Reiseberichte hinzukommen, Porträts, Tests, Interviews und vor allem viele Emotionen – also alles, was dieses wunderbare Hobby ausmacht.
Und gerne würde ich mit der Seite auch Geld verdienen. Natürlich können Anzeigen geschaltet und Sponsoring-Kooperationen geschlossen werden. Alles wird ordentlich gekennzeichnet und transparent kommuniziert – nach den Vorgaben des Bloggerclubs.

Geschichten rund um Golf.

Geschichten rund um Golf.

Dank geht an
Natürlich geht so ein Projekt nicht ohne Unterstützung. Zunächst ein großer Dank an meine Familie und hier vor allem an meine Frau, die mit mir auf dem Golfplatz schlägt. Für Input und Geschichten danke ich Erich Kornberger, für die Vorbildfunktion Franz Neumeier mit seinem Blog Cruisetricks und meinem Kollegen Thomas Gerlach mit dessen Jobs-Motivationsspruch: Real Artists ship.

Persönlicher Nachruf auf Uli Stein

5. September 2020

Seine Maus begleitete mich an den Lüftungsschlitzen meiner ersten beiden Autos. Es war eine Maus in der Lederjacke, die ich liebgewonnen hatte. Sie stammte von Uli Stein, der vor kurzem im Alter von 73 Jahren in Hannover verstorben ist.

Ich mochte die Figuren von Uli Stein. Ich hatte neben der Stoffmaus im Auto auch einen Eierbecher im Mausdesign von ihm. Der ist im Zuge von Umzügen verloren gegangen, die Maus mit Lederjacke existiert heute noch – im Keller.
Und ich mochte seine Comics mit seinen Mäusen, Pinguinen, Schweinen und mehr. Seine Menschen hatten immer dicke Nasen – das fand ich sympathisch.
Als das Internet noch absolutes Neuland war, bekam ich ein Comicbuch mit seinen Zeichnungen geschenkt, die sich rund um das WWW drehten. Es waren einige gelungene Witze darunter – ich glaube das Buch hieß Notebook. Das Covers der schwarzen Buches war eine Zeichnung mit zwei Mäusen. Eine am Computer, eine mit Schild in der Tür stehend: Auf dem Schild die Aufschrift: http://www.ab-ins-Bett.de Das ist in unserer Familie zu geflügelten Satz geworden, wenn meine Kinder mal wieder zu lange vor der Kiste sitzen.
Vielen Dank lieber Uli Stein, du hast unser Leben bereichert und ich wünsche dir, dass du dort oben weiter so viel Freude verbreitest.

Meine wichtigste App auf der Apple Watch: Clicker

20. August 2020

Clicker hat mein (Golf-)Leben leichter gemacht.

Clicker hat mein (Golf-)Leben leichter gemacht.

Immer wieder werde ich gefragt: Was ist deine wichtigste App auf der Apple Watch? Nun, ich habe viele Apps im Einsatz und nutze diese Apps auch regelmäßig. Aber es gibt eine App, die ich wirklich oft nutze: Clicker
Die App macht das, was sie machen soll – sie zählt, wenn ich klicke. Nicht mehr, nicht weniger. Warum ist nun diese App für mich so wichtig?
Seit dem Tod meines Vaters habe ich mit dem Golfsport begonnen. Ich habe die Platzreife im Golfclub Rottbach bei mir um die Ecke gemacht und verbringe aufgrund von Corona weniger Zeit auf Vorträgen und mehr Zeit auf dem wunderschönen Platz. Dieser Sport ist anstrengend, fordert meine geistige und körperliche Kondition, ich bin an der frischen Luft und es macht einfach Spaß den Ball zu schlagen. Ich hatte das Problem, das ich oft vergessen hatte, wie viele Schläge ich für ein Loch brauche. Das klingt jetzt doof, aber es ist beim Golf entscheidend, wieviele Schläge man braucht. Gerade als Einsteiger schlage ich eine Bahn nicht mit der genauen Vorgabe, sondern ich brauche einfach mehr Schläge bis der Ball im Loch ist. Und wenn ich mich auf meine Anzahl der Schläge konzentriert und mitgezählt habe, dann war meine Konzentration beim Abschlag dahin. Klingt jetzt doof, ist aber bei mir so. Ich muss mich wirklich konzentrieren, mit mir im reinen sein und sollte nicht durch die Zählerei abgelenkt werden.

Ich habe beobachtete, wie es andere machen. Ein Flight-Partner hatte so eine Art Rosenkranz mit dem er Perlen weiterschiebt und so zählt. Als Fan der Apple Watch brauchte ich natürlich eine digitale Lösung. Also in den App-Store für die Apple Watch geschaut. Es gibt enorm viele Zähler-Apps. Ich wollte keinen technischen Overkill und entschied mich für die kostenlose App Clicker. Das einzige Feature ist, dass ist die Farbe der Ziffern ändern kann. Das war mir auch schon zuviel und ich hab es bei Grün gelassen.
Habe ich nun einen Schlag gemacht, dann klicke ich auf der Uhr und Clicker zählt. Ich habe mir die App auf das Hauptdisplay gelegt, so dass ich nicht lange suchen muss. Also kann ich nicht abgelenkt mein Golfspiel angehen. Ist das Loch gespielt, setzte ich die App auf Null zurück. Der bekannte iOS- und OS-X-Entwickler Craig Hockenberry von der Iconfactory hat eine einfache wie nützliche neue Apple-Watch-App vorgestellt.
Aber bitte fragt jetzt nicht, ob sich mein Golfspiel jetzt dadurch verbessert hat. Ich bin noch am Anfang – aber es macht Spaß.

Unter so einem Himmel darf ich spielen - göttlich.

Unter so einem Himmel darf ich spielen – göttlich.