Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Lob und Tadel für die Deutsche Bahn

6. Februar 2023

Mit der Bahn verbindet mich eine spezielle Hassliebe. Ich halte die Bahn für ein hervorragendes Verkehrsmittel, dass gegenüber dem Individualverkehr enorme Vorteile hat. Aber wir kennen alle die Probleme mit der Bahn unter denen ich auch leide. Jahrelang hat die Politik die Bahn kaputtgespart und systematisch zugunsten des Autos kaputtgemacht und jetzt schreit die Politik wieder nach einer Reaktivierung der Bahn – soweit zur Weitsicht in der politischen Gegenwart. Es fehlen die strategischen politischen Ziele, es wird nur kurzfristig auf Einsparungen gesetzt. Diese verfehlte Verkehrspolitik badet die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nun aus.

Die Einführung des 49 Euro Tickets begrüße ich daher ausdrücklich. Ich kündige an: Ich werde das Ticket massiv nutzen und hoffe, dass wir als Land den Schritt zur Digitalisierung nicht versauen. Ein ausschließlich digitales Ticket würde diesem Land nach den guten Erfahrungen der Corona-App einen weiteren Schub Richtung Digitalisierung verpassen. Ich hatte neulich einen Beitrag von Armin Berg von der Bitkom gelesen, der sich mit deutlichen Worten auch dafür ausspricht. „Wir müssen weg vom Papier und hin zu einem digitalen Ticket, das künftig über alle Verkehrswege und Verkehrsmittel hinweg eingesetzt werden kann.“ Und weiter: „Für die wenigen Reisenden ohne Smartphone bietet eine digital auslesbare Chipkarte eine Möglichkeit, das Deutschland-Ticket ohne Systembruch zu nutzen.“ Aber bitte, bitte kein Papier.

Da ist es richtig, dass die Deutsche Bahn keine gedruckten Zeitungen mehr in der 1. Klasse verteilt. Wer die Zeitung lesen will, greift auf das digitale Angebot zurück. Die Papierpreise sind explodiert und die Ver- und Entsorgung des Papiers kostet und wir als Bahnfahrer müssen dies bezahlen.

Aber es kommen weitere Veränderungen bei der Bahn auf uns zu. Es gibt eine Hundefahrkarte endlich in der Bahn App. Die Buchung selbst war bisher schon online möglich, die Fahrkarte kam aber erst nach ein paar Tagen per Post auf Papier (!) – nochmals: AUF PAPIER kam eine Online-Fahrkarte. Jetzt hab ich keinen Hund, aber ich denke, die Besitzer von größeren Hunden werden sich nun freuen. Der große Hund kostet übrigens den halben Fahrpreis. Kleine Hunde fahren kostenlos. Hier gibt es die Infos über den Transport von Haustieren mit der Bahn.

Wichtig ist aber, dass die neue Bahn App installiert ist. Der Nachfolger vom DB Navigator heißt nun Next DB Navigator und kann aus den üblichen Stores geladen werden. Sie sieht deutlich übersichtlicher aus und ich nutze sie seit heute.
Und zum Schluss noch eine Kritik an der Bahn. Als einstiger Besitzer einer BahnCard 100 habe ich es genossen, in der DB Lounge abzuhängen, etwas zu trinken oder eine saubere Toilette zu benutzen. Die BC 100 hab ich nicht mehr, die Auftragslage ist zu schlecht, aber die BC50 mit entsprechenden Punktestand reichte auch aus, um die Lounge zu betreten. Damit ist jetzt Schluss, wenn man keinen gültigen Fahrausweis hat. Bisher war lediglich ein Punktestatus nötig, nun braucht es zusätzlich einen gültigen Fernverkehrs-Fahrschein. Das halte ich für falsch.

Seherin im Augsburger City Galerie

27. Januar 2023

Ich muss zugeben, dass ich lange mit mir gerungen habe, diesen Blogpost zu schreiben. Grundsätzlich halte ich es mit dem Friedrich II. „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“. Es ist mir egal, an was jemand glaubt und sei es an das fliegende Spaghettimonster.

Ich bemerke ein Abdriften meiner Umgebung in esoterische Welten. Und das gefällt mir nicht, halte es sogar für gefährlich. Das zeigte sich unlängst in Augsburg, als ich das Einkaufszentrum City Galerie besuchte (der verstorbene Steve Jobs hat mich in den dortigen Apple Store befohlen). Auf der Freifläche im Erdgeschoss konnten die Besucher von 11. bis 14. Januar einen „Blick in die Sterne“ werfen. Es war ein großes Zelt aufgebaut, umringt mit Schautafeln über die Bedeutung und Eigenschaften von Sternzeichen. Und zudem hieß es: „Die berühmte (!) Seherin Lilo von Kiesenwetter ist zu Gast in der City-Galerie Augsburg und wird an allen vier Tagen von 10 bis 18 Uhr für kurze Beratungen zur Verfügung stehen und einen Blick in die Sterne wagen.“

Eine Seherin mitten in einem Einkaufszentrum, was soll der Käse? Und wer den „Blick in die Sterne“ haben will, sollte zehn Euro als Spende für den ASB, Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Augsburg e.V. in die Kasse legen. Das Geld wird für das lobenswerte Projekt Wünschewagen verwendet. Der ASB will damit schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase besondere Herzenswünsche erfüllen.
Das Anliegen des Wünschewagens ist unterstützenswert. Die Methode, das Geld über eine Seherin zu sammeln, halte ich dagegen für bedenkenswert. Der ASB nimmt für mich hier Schaden.

Das Duo Mutter und Tochter Lilo und Marie von Kiesenwetter werden als Seherinnen von Boulevardpresse gehyped. Was sich nicht alles verkaufen lässt? Laut eigenen Angaben könne sie allein durch den Anblick des Gesichts eines Kunden die Zukunft vorhersagen. Es ist bekannt, dass die Kiesenwetters regelmäßig auf öffentlichen Veranstaltungen wie in Einkaufszentren in Augsburg auftreten, wobei sie dann in einem Zelt auf einem goldenen Thron Platz nehmen, um mit einer Kristallkugel und ihrem „Blick in die Augen“ hellzusehen.

Und das Geschäft mit der Esoterik boomt. Der Humbug ist zu einer Branche gewachsen, die in Deutschland schätzungsweise 25 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Eine „richtige“ Beratungsstunde bei der Kiesenwetter-Familie kostet 250 Euro.
Das Marketing funktioniert. Der Zulauf in Augsburg war da. Was bringt die Zukunft? Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten hat die Methode viele Anhänger.

Dabei ist es doch einfache Westentaschenpsychologie, die hier angewendet wird, um Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, freilich mit viel Hokuspokus herum. „Hocus pocus fidibus“ und die bekannte Methode des Cold Readings wird angewandt. Zum Cold Reading zählen nach Psiram (früher EsoWatch) verschiedene praktische Ansätze, wie die Analyse des Erscheinungsbilds des Gesprächspartners: durch offene Merkmale wie Kleidung, Frisur, Körperhaltung und Sprechweise gibt der Gesprächspartner bereits viele Informationen über sich preis, welche die nachfolgenden Schritte erleichtern. Das Prinzip wird auch in der Verkaufspsychologie angewandt. Zudem werden Allgemeinplätze verwendet wie der Einsatz von allgemeinen Floskeln, die viele für sich als wahr empfinden. Damit steigt das Vertrauen.
Wie geschrieben, „jeder soll nach seiner Fasson selig werden“, aber dass hier Geld für den Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. gesammelt und Esoterik mit dem ASB in Verbindung gebracht werden, halte ich persönlich für problematisch und kontraproduktiv. Der ASB ist eine politisch und konfessionell unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. Der ASB steht historisch der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie nahe.
Ich trinke übrigens beim Schreiben eine Tasse Kaffee und kann aus dem Kaffeesatz die Zukunft voraussagen – kostet übrigens nur 20 Euro, die direkt an mich und das fliegende Spaghettimonster gehen.

Amerikaner schauen immer vorwärts – Hintergrundgespräch mit US-Generalkonsul Timothy Liston

25. Januar 2023

„Die Welt hat sich geändert seitdem ich in Deutschland bin“,  stellte der US-Generalkonsul Timothy Liston  fest. Der ranghöchste Vertreter der Vereinigten Staaten in Bayern ist seit 2021 in der bayerischen Landeshauptstadt und mit einer Münchnerin verheiratet. In einem Hintergrundgespräch im PresseClub München erläuterte er die US-amerikanische Position. Die Veranstaltung wurde von Anita Bauer-Duré moderiert.


Bei seinem Eintreffen in München war seine Aufgabe das Engagement der USA für Bayern und die transatlantische Partnerschaft zu bekräftigen. „Doch heute haben wir wieder Krieg in Europa durch den rechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine.“

Über die Trump-Zeiten wollte Liston nicht sprechen. Er meinte diplomatisch im besten Deutsch mit bayerischem Akzent: „Amerikaner schauen immer vorwärts.“ Die Themen Verteidigung und Sicherheit sind seit Februar 2022 ganz präsent. „Es zeigt sich, wie wichtig die NATO ist.“ Die neutralen Staaten Finnland und Schweden stellen in der neuen Weltlage eine Beitrittsanfrage zur NATO.


„Die Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA ist so stark wie nie zuvor“, erklärte der US-Generalkonsul. Seine Regierung unterstütze das ukrainische Volk in seinem Kampf gegen die russischen Invasoren mit Waffen, „mit denen sie sich nicht nur verteidigen, sondern siegen können.“  Liston betonte: „Die Ukraine kämpft für uns, freien Handel und die Menschenrechte.“
Der US-Generalkonsul lobte das deutsche Engagement. „Wir stehen Schulter an Schulter.“ Deutschland habe eine erhebliche Summe beigetragen und leiste eine enorme humanitäre Hilfe bei der Unterbringung der Flüchtlinge. „Ich könnte mir keinen besseren Partner als Deutschland vorstellen“, so Timothy Liston.
Um die transatlantischen Beziehungen kümmert sich Liston aber weiterhin. Die American-Football-Liga NFL hatte im November 2022 München als Ausrichter für ihr erstes reguläres NFL-Spiel in Deutschland ausgewählt. Damals trafen die Tampa Bay Buccaneers und die Seattle Seahawks aufeinander. Liston bestätigte, dass Deutschland zwei weitere NFL-Spiele 2023 ausrichten soll. Ob München wieder mit von der Partie ist, könne er nicht sagen.
Aber auch in rechtlichen Angelegenheiten wie Rechtsextremismus oder Antizionismus müssten Deutschland und die Vereinigten Staaten wieder stärker zusammenarbeiten. „Ohne Zusammenarbeit können wir unsere Probleme in Deutschland und USA nicht lösen.“ Dies sagte Liston sicherlich auch in Richtung Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die der Veranstaltung im Münchner PresseClub beiwohnte.



Zur Person Timothy Liston
Seit Juli 2021 vertritt US-Generalkonsul Timothy Liston sein Land in München. Er ist der ranghöchste Vertreter der Vereinigten Staaten in Bayern und wird in den nächsten Jahren die vielfältigen bayerisch-amerikanischen Aktivitäten leiten. Deutschland kennt er schon von früher als er Austauschstudent und Bundestagsstipendiat war. Er spricht fließend Deutsch mit bayerischem Akzent. Da er mit einer Münchnerin verheiratet ist, hat er eine besondere Beziehung zu Bayern und München. Seine diplomatischen Stationen waren unter anderem Vietnam, Wien, Berlin und Vilnius.

Disclaimer: Da es sich um ein Hintergrundgespräch im PresseClub München handelte, lag dieser Text der Pressestelle des US-Generalkonsulats zur Freigabe vor.

Die Rottbacher Küchenpartys

22. Januar 2023

Was als spontane Idee begann, wurde jetzt fortgesetzt und nimmt wohl künftig einen festen Bestandteil meiner kulinarischen Highlights ein: Die Rottbacher Küchenparty


Entstanden ist die Idee, hochwertige Speisen frisch zubereitet nicht nur am Tisch zu genießen, sondern an dem Ort an dem sie entstehen: In der Küche. Gastronom und innovativer Koch Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck lud zur ersten Rottbacher Küchenparty anlässlich seines Geburtstages ein. Viele Gourmetlieberhaber kamen und feierten bei erlesenen Speisen und Weinen. In der modernen Küche konnten die Gäste Denis und seinem Team über die Schulter schauen. 16 Gänge 16 Weine standen bei der ersten Küchenparty auf dem Programm.

Jetzt kam es zur zweiten Rottbacher Küchenparty wiederum mit 16 Gängen und dieses Mal 10 Weinen. Aufgrund der schlechten Wetterlage mit massiven Schneeeinbruch mussten leider ein paar Gäste absagen, die Stimmung im Gasthof Heinzinger war aber dennoch großartig. Die Kombination aus Essen, Wein und Gesprächen sowie Erläuterungen von Küchenchef Dennis Kleinknecht waren ein Erlebnis. Kleinknecht schraubt weiter an seinem Konzept der Küchenparty und optimiert. Zu vorgerückter Stunde wurden gleich ein paar neue Ideen ausgebrütet und ausprobiert.

Das Team in Küche und Service greift wunderbar ineinander und als Gast fühle ich mich absolut wie zu Hause (nur die Hose bleibt an – so der Standardwitz aus dem Hause Kleinknecht).

Die nächste Küchenparty soll im April stattfinden, hoffentlich bei gutem Wetter, so dass auch der Hof miteinbezogen werden kann. Bis es soweit ist, steht sicherlich der eine oder andere Besuch beim Heinzinger an. Es gibt auch wunderbare Kochkurse. Probiert es aus, es lohnt sich auf alle Fälle.

AmazonSmile endet und das ist schade

20. Januar 2023

Ich bin ein Fan von Amazon und ich bin ein noch größerer Fan meines Ehrenamts beim Verein Aktion PiT Togohilfe – und ich war froh, dass mein Freundeskreis und ich durch meine Amazon-Einkäufe meine Aktion PiT Togohilfe finanziell unterstützen konnte. Damit ist jetzt bald Schluss.

In der Vergangenheit hatte Amazon das AmazonSmile-Programm. Käufer von Amazon-Produkten konnten an diesem Programm teilnehmen und mit ihrem Einkauf gemeinnützige Organisationen ihrer Wahl unterstützen. Bei mir war es eben die Aktion PiT Togohilfe. Jetzt schreibt Amazon: „Leider hat das Programm seitdem nicht die Wirkung entfalten können, auf die wir damals gehofft hatten.“ Das kann ich nicht bestätigen, denn durch gute Öffentlichkeitsarbeit des lokalen Vereins kamen schon interessante Summen zusammen, die wir für unsere Arbeit in Togo hervorragend einsetzen können. Natürlich gibt es Spenden und Zuwendungen, aber durch Smile konnte der Verein noch ein paar Euro einnehmen.

Amazon schreibt weiter: „Wir möchten Sie daher darüber informieren, dass wir AmazonSmile zum 20. Februar 2023 einstellen werden. Wir werden weiterhin Ressourcen und Investitionen in den Bereichen einsetzen, in denen wir wichtige Veränderungen tatsächlich wirkungsvoll umsetzen können — vom Zugang zu Informatikunterricht für Schüler und Studierende bis hin zur Logistikhilfe für Gemeinden, die von Naturkatastrophen betroffen sind.“ Die Unterstützung ist natürlich eine feine Sache, aber ich vermute, dass Aktion PiT Togohilfe als größter deutsche Togoverein auf der Strecke bleibt, obwohl das Land massive Hilfe braucht.

Amazon wickelt Smile mit den Worten ab: „Um gemeinnützige Organisationen, die am AmazonSmile-Programm teilgenommen haben, bei dieser Umstellung zu unterstützen, werden wir eine einmalige Spende bereitstellen, die dem entspricht, was sie durch das Programm in drei Monaten im Jahr 2022 erhalten haben. Dies gilt zusätzlich zu den Mitteln, die die Organisationen bis zum Ende des Programms noch für sich sammeln werden.“

Es werden eine Vielzahl von Maßnahmen angeführt, bei denen sich Amazon engagieren wird: Ukraine-Hilfe, Community Fund, Amazon Future Engineer oder Hochwasserhilfe. Alles gut und wichtig, aber AmazonSmile war wunderbar, um Freunde eines Vereins zu aktivieren, um konkret für den eigenen Verein sich zu engagieren beim Kauf über Amazon. Das bricht jetzt weg und das ist schade, sehr schade.

Meine Ziele für 2023

13. Januar 2023

Das Jahr 2023 ist ein paar Tage alt und ich lese bei einigen Bekannten im Netz von ihren Vorsätzen für dieses Jahr. Mehr Sport machen, weniger Fleisch essen und vieles mehr. Andere haben eine Bucket List aufgestellt – also eine Liste mit Dingen, die man im restlichen Leben gerne noch tun oder erreichen möchte.

Bucket List ist mir zu doof, denn mein Leben und damit meine Bedürfnisse ändern sich täglich. Nun Vorsätze habe ich auch keine, aber ich habe mir ein paar Ziele für 2023 gesetzt, denn Ziele sind messbar und Vorsätze kann ich nach ein paar Wochen wieder fallen lassen. Also gehe ich meine Ziele an. Meine
Ziele sind nach der bekannten SMART-Regel aufgebaut, wie ich sie von Jochen, einen ehemaligen Chef von mir gelernt habe: S spezifisch, M messbar, A attraktiv, R realistisch und T Terminiert – diese Regel wende ich in meinem Berufsleben an und übertrage sie auch ins Privatleben, wenn es um Ziele geht. Also weg mit Vorsätzen und Bucket List, her mit den Zielen. Was sind also meine Ziele 2023?

Mehr Fotos machen
Auf jeden Fall werde ich 2023 mehr Fotografieren. Als Geräte benutze ich das Smartphone und meine Fujifilm X100V. Beide „Fotoapparate“ trage ich in der Regel bei mir. Ich will besser werden, ich hab den Drang zum Fotografieren, nicht zum Knipsen. Ich folge auf Facebook und Instagramm ein paar Fotobekannten, die mich inspirieren: Danke an Günter Hagedorn, Raimund Verspohl, Jürgen Bartenschläger. Als Thema habe ich mir Streetfotografie vorgenommen. Ich halte Ausschau nach Motiven und freue mich schon darauf. Mindestens ein gutes Bild pro Monat ist das Ziel.

Mehr Sofortbilder machen
Dann werde ich fotografisch mehr experimentieren – und zwar mit Sofortbildern. Ich habe meine alte Polaroid-Kamera reaktiviert und auch wieder mein Modell SX-70 von Polaroid aus dem Jahr 1974 wieder ausgegraben, die legendäre Andy Warhol-Kamera. Filme habe ich für die Oldies besorgt. Und für den täglichen Gespräch probiere ich mit der instax mini herum und verwende in der Regel einen Schwarzweißfilm. Mal sehen, was ich damit alles anstellen kann. Und nein, ich werde nicht mit den Abzügen wedeln und hoffen, dass sich das Bild schneller entwickelt. Inspiration hole ich mir von den Fotogrößen vergangener Tage. Ziel ist es hier, ein Fotoexperiment pro Monat zu realisieren. Eine Idee hab ich schon und meine Frau muss als Fotomotiv herhalten. Vielleicht geht auch eine Kombination zwischen gescannten Polaroid bzw Sofortbild und Zeichensoftware am iPad.

Mehr Super 8 schauen
Ich liebe Super 8 und meine Familie ist zusehends genervt, wenn ich einen meiner Projektoren im Wohnzimmer aufbaue. Natürlich habe ich viele der Filme als DVD, Bluray oder 4K, aber ich habe auch mein Einstiegsmedium in den bewegten Film. Mit Super 8 konnte ich erstmal Kino zu Hause genießen und an diesen Genuss will ich mich wieder erinnern. Ich nehme mir einmal im Monat bewusst die Zeit, baue einen Projektor auf und genieße die Bilder eines über 40 Jahren alten analogen Mediums. Ich nehme wohl am Besten dazu einen Abend, wenn die Familie ausflogen ist, um nicht allzusehr zu stören. Wer kann das ebenso genießen? Das Knattern des Projektors, den Genuss über bewegte Bilder auf der Leinwand, das manuelle Handtieren mit Spulen, das fummelige Einspulen des Films. In der Regel schaue ich Schauerfilme in Schwarzweiß.

Mehr zocken
Ich bin ein Retrogamer und genieße das Telespiel (so hieß es damals) mit dem Atari 2600, SNES, N64, GameCube, aber auch die gesamten Playstation-Generationen. Ich will mit meinem Nachwuchs mehr zocken und zock around the Clock Zeit mit den jungen Herrschaften verbringen, wenn sie Lust darauf haben. Ende Februar kommt die VR-Brille für die PS5 und ich glaube, dass wird ein riesiger Spaß und vielleicht kann ich den Nachwuchs noch mehr für Retrogames interessieren.

Mehr lesen
Im Grunde lese ich Tag ein, Tag aus Fachbücher um in meinen Beruf und im Hobby auf dem Laufenden zu bleiben. Literatur kam im vergangenen Jahr zu kurz. Das will ich ändern. Also mindestens ein Buch pro Monat zur Unterhaltung, zum Genuss, zum Zeitvertreib und zur Inspiration soll es werden. Es darf auch Schund sein. Zwölf Bücher in einem Jahr, die keine Fachbücher sind, müssen also möglich sein.

Mehr golfen
Golf ist ein Sport, der mir richtig gut gefällt und richtig gut tut. Im vergangenen Jahr habe ich es aus verschiedensten Gründen schleifen lassen, aber 2023 geht es wieder los, versprochen. Es geht mir nicht um Handicap oder Turniere, sondern um das Spiel an sich. Bewegung an der frischen Luft und hohe Konzentration, das tut dem Körper und Geist gut. Die Schläger sind gesäubert, die Bälle gepackt, also mit Gattin und Bekannten raus aufs Grün. Damit ich endlich sagen kann: Ich kann Golf (Witz). Und meinen Golfblog mehr pflegen.

Original Nissan aus Fast & Furious 4 – Paul Walkers letztes Fahrzeug

9. Januar 2023

Ich bin wirklich kein Fan der Serie, aber interessant ist es dann doch, als ich vor dem meistfotografierten Automobil der Motorworld München stehe. Eine Einladung der Motorworld an den PresseClub München führte mich in dieses eindrucksvolle Mekka der Mobilität nach München Freimann.


Da stand ich nun und staunte: Kein Rolls oder Porsche, Aston Martin oder eine andere Luxuskarosse stand vor mir: Es ist der Nissan R34 Skyline GT-R aus dem vierten Teil der Serie Fast & Furious.

Als Nichtautofan dachte ich mir: Aha ein Nissan also, aber mein Nachbar, der sich besser in Sachen Automobile auskennt, war hellauf begeistert. Als Filmfan lauschte ich aufmerksam: Der Wagen war einst in Besitz des inzwischen verstorbenen Schauspielers Paul Walker und das besondere Auto hat in der Motorworld München einen Stellplatz gefunden. Für den Film wurden insgesamt neun Wagen gebaut, aber nur der Münchner Wagen ist das Original.

Der Nissan lief nur knapp 6000 Kilometer. Und die technischen Daten sind für Autofans ein Wohlklang: Der 2,6-Liter-Reihensechser in diesem Skyline GT-R leistet 550 PS. Die Schaltvorgänge übernimmt ein Sechsgang-Getriebe von Getrag. Dazu: Nismo-Sportfederung und -Sportauspuff, Bodykit und Rennreifen. Alles Informationen, die einen Autofan beeindrucken. Mir Banause gefällt vor allem die Farbe.

Böllerverbot jetzt und Bildung, Bildung, Bildung

3. Januar 2023

Ich habe die wahren Klimaterroristen gesehen und vor allem gehört: Die Böllerschützen, die unsere Umwelt versauen und ihre Mitmenschen mit Sprengstoff bewerfen. Es gibt kein sachliches Argumente für Böller (hört mir bloß auf mit Tradition), aber die Argumente gegen Böller sind unbestreitbar und mannigfaltig. Für mich seid ihr nichts anderes als rücksichtslose Tierquäler. Und ich lese erschreckt von massiven Verletzten um die Silvesterballerei und sehe die Bilder im Web. Gezielt werden Rettungskräfte angegriffen.

Natürlich werde ich jetzt als Spaßbremse beleidigt, wenn ich ein Verbot der Böllerei fordere. Entsprechende Meldungen der Gewerkschaften der Polizei und Feuerwehr können wir alle verfolgen und dürfen nicht die Augen davor verschließen. Allein in Berlin sind laut Medienberichterstattung in der Neujahrsnacht 33 Feuerwehrleute und Polizisten verletzt worden, als sie mit Böllern und Raketen beschossen wurden. Aber auch in anderen Großstädten herrschte Krieg.

Rettungskräfte werden mit Böller beworfen, ja wo sind wir denn? Gleichzeitig fordere ich, die Übeltäter zu bestrafen, die entsprechenden Gesetze haben wir ja bereits. Jetzt wendet sie endlich einmal an! Und ich fordere Bildung, Bildung und Bildung sowie Erziehung. Wo ist die Vorbildfunktion der Erwachsenen?
Und ich bin jetzt auf die Politik gespannt. An ein Verbot von Böllern wird man sich bei den Volksparteien nicht heranwagen, denn das könnte ja Wählerstimmen kosten. Wer böllert, der wählt auch und bloß nicht diese Klientel verschrecken. Die vielbeschworene Eigenverantwortung, die die Politik bei Corona immer gerne ins Spiel bringt, ist bei den Böllerterroristen komplett gescheitert. Und Silvesterböllern hat schon lange nichts mehr mit dem Austreiben von bösen Geistern zu tun.
Die Umwelt und vor allem die Tierwelt leidet massiv unter der nutzlosen Schießerei. Wer Tiere zu Hause hat, kann von dem Leid der großen und kleinen Tiere ein Lied singen. Wer schießen und andere Menschen gefährden will, dem stehen in Europa im Moment andere Möglichkeiten offen.

Und dann lässt man natürlich seinen Müll liegen, andere werden sich ja um den Dreck kümmern. Man selbst hatte ja seinen Bombenspaß, den andere dann wegräumen sollen. Und die Allgemeinheit soll dieses Aufräumen dann noch von ihren Steuergeldern bezahlen. Was habt ihr für eine Erziehung genossen – wenn überhaupt?

Wenn dann noch von den gleichen Leuten gejammert wird, dass die Energiepreise zu hoch sind, aber dann für viel Euro überflüssiges Feuerwerk gekauft wird, dann stimmt etwas in diesem Land nicht. Der Auftakt zu 2023 lässt mich an der Vernunft der Menschen zweifeln. Da ist es natürlich einfacher, ein paar Wirrköpfe, die sich festkleben, populistisch als Klimaterroristen zu bezeichnen, als vielmehr gegen Böllerterroristen etwas zu tun. Veränderung ist schwer, vor allem wenn sie bei einem selbst beginnt. Ich bin mal gespannt, ob wir es schaffen, zum Jahreswechsel 2023/24 etwas zu ändern.

Ein paar persönliche Gedanken zu Benedikt XVI.

1. Januar 2023

Benedikt XVI. ist im Alter von 95 Jahren verstorben und keine Angst, es wird keine geschichtliche oder gar theologische Würdigung dieses Mannes, der scheinbar das Amt des Papstes nie angestrebt habt. Das überlasse ich anderen, gelehrteren Menschen.

Als Journalist sah ich Benedikt XVI. immer wieder Mittelpunkt von Geschichten, ganz abseits von Theologie. Mein Eindruck war, dass er bessere Berater verdient hätte. Das Amt des Papstes ist schließlich auch ein politisches Amt. Er war Staatsoberhaupt und Leiter einer Verwaltung und scheinbar war und ist der Vatikan auch eine politische Schlangengrube. Johannes Paul II. war ein politischer Medienpapst, der den Kommunismus stürzte. Sein Nachfolger war ein Professor aus Regensburg, der Bücher schreiben wollte. Das ist der große Unterschied. In dieser Welt der Medien und der Politik ist Benedikt XVI. wohl gescheitert. Er hatte seinen Laden nicht im Griff, reagierte zögerlich und im Fall des Holocaust-Leugner Richard Williamson, den britischen Bischof der Piusbruderschaft, meines Erachtens auch falsch, als er diesen Mann wieder in die katholische Kirche aufnahm. Auch bei den Diskussionen um die elenden Missbrauchsvorfälle zeigte er keine Führungsstärke, die ich hier von einem Kirchenoberhaupt einer Weltreligion erwartet hätte.

Getroffen habe ich ihn, als er Erzbischof in München und Freising war, kam aber nie ins Gespräch mit ihm. Ich war schließlich noch ein Kind. Als Johannes Paul II. in München war, da war Ratzinger an seiner Seite – so sah ich es im Fernsehen. Anfang der 80er Jahre wurde Ratzinger dann nach Rom als Chef der Glaubenskongregation berufen.

Der Papst ist aber ein Medienstar und ich glaube, das war absolut nicht seine Welt. Er war wohl eher ein Mann der Gedanken. Aber ich freute mich als Deutscher, dass nach rund 500 Jahren wieder ein Landsmann auf den Thorn Petris saß. Als Joseph Ratzinger am 19. April 2005 zum Papst gewählt Papst wurde, lachte ich mich über zwei geniale Zeitungsschlagzeilen: Die BILD titelte genial „Wir sind Papst“ und die taz aus Berlin schrieb „Oh mein Gott“.

Als es Jahre später zum Rücktritt kam, wollten beide Publikationen an die Papstwahl optisch anknüpfen. Dabei war die BILD-Schlagzeile eher schwach, die taz titelte „Gott sei Dank“.

Als Papst kam Benedikt XVI. ja nach Bayern und inzwischen hatte ich Interesse als Journalist an seiner Person. Ich bemühte mich um eine Eintrittskarte zur Regensburger Rede am 12. September 2006 und bekam keine Akkreditierung. Ich war wohl den Verantwortlichen nicht wichtig genug. So hörte ich mir diese Rede im Radio und später im Netz an. Der Originaltitel der Rede lautet: „Glaube, Vernunft und Universität. Erinnerungen und Reflexionen.“ Und natürlich wurde ein Zitat aus der Vorlesung „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe mir die Rede jetzt wieder angehört und ich finde es eine kluge Rede. Macht euch selbst ein Bild.

Irgendwann kaufte ich mir aus Neugierde den ersten Teil seines Jesus von Nazareth-Buches. Es liest sich gut. Allerdings werden darin Fragen beantwortet, an deren Formulierung ich gescheitert wäre, weil ich die Probleme gar nicht sah. Ja, ich denke, der Herr Ratzinger war ein sehr kluger Mann und theologisch beurteilen kann ich seine Gedanken absolut nicht. Dazu bin ich einfach zu ungebildet.

Jetzt beobachte ich, wie sein Begräbnis abläuft und wie seine geschichtliche Würdigung aussieht. Einfach und bescheiden soll sie werden, ganz so wie er wohl auch als Person war.

Telegramm ist am Ende

29. Dezember 2022

Telegramm wird zum Jahresende eingestellt. Nicht der Messengerdienst Telegram mit einem m, sondern der Telegramm-Dienst der Deutschen Post mit zwei m. Und damit geht wieder eine Ära der alten Kommunikation zu Ende. Vor kurzem das Münztelefon, jetzt das Telegramm und bald das Kartentelefon.
Aber seien wir mal ehrlich: Wann haben Sie das letzte Mal ein Telegramm verschickt oder erhalten? Eben, das ist das Problem. Warum einen Dienst aufrecht erhalten, den keiner mehr nutzt. Meine Frau erzählte mir, dass sie zum 18. Geburtstag ein Telegramm erhalten habe. Das ist ein paar Tage her, wobei ich nicht sagen will, dass meine Frau alt ist. Ich kann mich noch erinnern an ein Telegramm an unsere Familie erinnern, weiß aber den Anlass nicht mehr.

Fleißig Telegramme verschickt
Dabei war ich als Kind ein eifriger Telegramm-Schreiber. Ich verschickte Dutzende Versionen dieses Mediums an Freunde, bei denen die Texte in Typewriter gesetzt waren und immer mit +++ begannen. Das +++ war mir persönlich sehr wichtig. Der Grund für das hohe Telegrammaufkommen bei mir war das heimische Postamt in meinem Kinderzimmer. Meine Eltern schenkten mir eine Kinderpost. Hier faszinierte mich natürlich das Stempelkissen. All das Papier im heimischen Haushalt wurde von mir fachgerecht gestempelt. Eine Karriere als Beamter schien eigentlich vorprogrammiert. In Sachen Stempel konnte mir keiner etwas vormachen.

Aber noch wichtiger war das Telegramm. Mein Papa schrieb auf seiner Schreibmaschine dann Formblätter für das Telegramm, freilich in Typewriter-Typo. Das Spiel lief so ab: Ich nahm das Telegramm von meinen Eltern, Verwandten oder Nachbarn an, kassierte Pfennigbeträge als Bearbeitungsgebühr. Eine Quittung gab es auf Verlangen auch, natürlich mit Stempel – ich war ja auf einem Amt. Dann setzte sich mich an Papas Schreibmaschine und tippte im Adlerkreissuchsystem mit einem Finger das Telegramm auf ein weißes Blatt Papier, was so einige Zeit dauerte, denn ich konnte als Knirps nicht Schreibmaschineschreiben. Wichtig war, dass immer +++ drei Pluszeichen zwischen den Sätzen standen. Dann wurde der Text mit der Schere ausgeschnitten und auf das vorbereitete Formblatt mit Tesafilm aufgeklebt. Fertig war mein Telegramm, das nun ausgeliefert werden konnte. So schrieb meine Mutter Telegramme an meinen Vater, die Nachbarn an andere Nachbarn. Ich hatte richtig viel zu tun in meinem Postamt.
Nun, meine Kinderpost gibt es heute nicht mehr, Beamter bin auch keiner geworden und nun zieht die Deutsche Post nach. Der Telegramm-Dienst wird zum 31.12.2022 eingestellt.

bei mir ein paar Pfennige Bearbeitungsgebühr gekostet hat, ist heute ziemlich teuer. Die Preise des Telegramms sind abhängig von der Zeichenzahl sowie den gewünschten Zusatzeigenschaften und verstehen sich immer inklusive Mehrwertsteuer:
Minitelegramm (bis 160 Zeichen) 12,90 €
Maxitelegramm (bis 480 Zeichen) 18,35 €
Minitelegramm plus Schmuckblatt 17,10 €
Maxitelegramm plus Schmuckblatt 22,55 €
je weitere 200 Zusatzzeichen (max. 1.280) je + 5,25 €

Ich muss nicht mehr zur Post, um ein Telegramm aufzugeben. Bei der Beauftragung per Internet haben wir die Möglichkeit, alle zur Verfügung gestellten Zahlverfahren des Shops zu nutzen. Eine Registrierung ist hierzu nicht erforderlich.
Möchten man das Telegramm per Telefon aufgeben, erfolgt die Bezahlung per Lastschrift (Bankeinzug). Dazu ist die Abfrage der Bankverbindung erforderlich. Aber bitte bedenken: Zum Jahresende ist Schluss mit dem Telegramm.