Posts Tagged ‘PSP’

Danke LucasArts – hat viel Spaß gemacht

14. April 2013

lucas

Hey, es wurde mir vor zwei Wochen von Disney ein Teil meiner Jugend genommen. Disney machte ernst. Nachdem der Micky Maus-Konzern das Star Wars Universum gekauft hat, ging vor zwei Wochen das Ausschlachten, das Zerteilen los. Das erste Opfer ist Lucas Arts, die Spieleschmiede von George Lucas. Sie stand einstmals für eine glorreiche Videospielzeit, sie stand für meine Videospielzeit. Einstmals, denn seit rund 2004 ist nicht mehr so richtig viel passiert außer die Hundertste Auflage von Star Wars. Was waren das früher noch für Zeiten, als es zwar auch Star Wars und Indy Jones gab, aber LucasArts durch super Ideen auffiel. Maniac Mansion, Day of the Tentacle, Full Throttle und Monkey Island waren Klassiker der Branche und mir mich Nächste gekostet.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

In dem sehr lesbaren Buch Rogue Leaders: The Story of LucasArts sagte George Lucas seinem Studio noch eine wunderbare Zukunft voraus. Es erschien zum 25jährigen Bestehen des Unternehmens. Doch jetzt nach 31 Jahren ist alles vorbei. Das Studio wird von Disney abgewickelt.

Bei seiner Gründung im 1982 war es noch die richtige Entscheidung auf Videogames in Eigenregie zu setzen. Es war visionär von Lucas, ebenso wie die Gründungen von Pixar oder THX oder ILM. Mit LucasArts ist Schluss. Pixar musste Lucas an Jobs verkaufen, um seine Scheidung finanzieren zu können. Nun Pixar gehört heute zu Disney und LucasArts ebenso. Der Kreis schließt sich. Während Pixar neuen Schwung in die Animationsbranche bringt, war von LucasArts leider nicht viel zu hören, als immer wieder einen neuen Star Wars Aufguss. Das neue Spiel Star Wars 1313 wird jetzt nicht mehr weiterentwickelt.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Disney geht auf Nummer sicher und vergibt die Entwicklungen von Star Wars-Spielen an externe Unternehmen. Natürlich wird es damit noch weitere Spiele aus der Welt von Star Wars und Co geben, aber eben nicht mehr von LucasArts. 150 bis 200 Mitarbeiter müssen gehen. Ein paar von ihnen hab ich immer wieder auf Spiele- oder 3D-Messen getroffen.

Aber wo früher noch richtig gute Ideen waren, herrschte zuletzt nur noch die Macht der Zahlen. Das Lizenzgeschäft um Star Wars blüht kräftig, aber so witzige Sachen wie damals waren nicht mehr dabei. Klar, ich spiele begeistert ein paar Sachen wie Lego, Knights of the Old Republic oder abends im Bett auf der PSP ein bisschen Battlefront, aber ein Monkey Island gehört der Vergangenheit an. Ich hab es mir für das iPad geholt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Laden die Kinect Steuerung für das XBox-Spiel Star Wars ausprobiert, aber es hat mich auch nicht richtig überzeugt.

rebell

Zu Ehren von LucasArts spielte ich am Wochenende ein bisschen Rebel Aussault auf dem Mac. Das Spiel war der Grund, warum ich damals unbedingt ein CD-Laufwerk brauchte, damit die Daten nachgeladen werden können. Cool waren auch die gerenderten Zwischensequenzen. Also liebes LucasArts: Vielen Dank für eine nette Zeit mit deinen Spielen, Ideen und der guten Laune.

Atari Classics bringt PONG, Missile Command & Centipede

6. November 2010

Wenn ich mit den Jungspunden um mich herum spreche, überschlägt sich die Begeisterung bei den Next-Gen-Spielen. Und wenn ich dann erzähle, mit welchen Games ich aufgewachsen bin, dann schauen die Herrschaften verschämt zu Boden nach dem Motto: Mann ist der Typ alt.

Aber jetzt kann die Jugend meine Spiele spielen: Atari Europe veröffentlichte die ersten Atari PlayStation Klassiker für die PlayStation 3 und die PSP auf dem PlayStation Network bekannt. Der Launch von Atari Classics hat mit der Veröffentlichung von PONG, Missile Command und Centipede begonnen. Weitere Spiele sollen folgen. Und die Kinderchen von heute werden feststellen: PONG ist ein geiles Spiel. Ich brauche nicht immer GPU-Rendering und fette Grafik – das Spielprinzip muss stimmen.

„Viele Gaming-Fans haben ihre ersten Spielerfahrungen mit einer der klassischen Marken von Atari gemacht“, so John Burns, Vice President und General Manager von Atari Europe, „Mit so vielen fantastischen Klassikern in der Hinterhand, können wir es kaum noch erwarten einige der populärsten Atari Arcade Titel aller Zeiten zu veröffentlichen und sie Retro-Fans, aber auch einer komplett neuen Generation von PlayStation3 und PSP-Spielern, zugänglich zu machen“. Ja, ja, ja und Atari will noch ein wenig Kohle machen.

Und für die Jungspunde unter den Gamern von heute: Was verbirgt sich hinter PONG, Missile Command und Centipede?

PONG, eines der mitreißendsten Eins gegen Eins Spiele, das jemals veröffentlicht wurde. Spieler kämpfen mit ihren Freunden durch dutzende fantastische Levels wie beispielsweise Henhouse Surprise, Soccer Stars, Balloon Circus. Für dieses ultimative Party-Spiel benötigen die Gamer jede Menge taktisches Gespür und spielerisches Geschick, um die Reise vom blutigen Anfänger zum erfahrenen Pong-Meister erfolgreich zu beenden. So klingt es bei Atari. Es waren einfach zwei Blöcke, die einen viereckigen Ball über den Bildschirm jagen.

Die Aufgabe in Missile Command ist einfach: Verteidige die Städte der Erde gegen unzählige Angriffswellen von außerirdischen Invasoren. Als hoch motivierter “Missile Commander” muss der Spieler den Umgang mit neuen Waffensystemen erlernen und Strategien entwickeln, die in einer Gegenoffensive zur Rettung der Menschheit vor den Aliens mündet. Das war übrigens mein Groschengrab. In Italien in den Spielhöllen meiner Jugend wanderten die 100 Lire Stücke nur so in die Automaten.

Das schnelle Action-Shoot-em-up Centipede fordert jedes Quäntchen Konzentration und umwerfende Qualitäten als  Scharfschütze von den Spielern. Unterschiedlichste Perspektiven, verschiedene Power-Ups und ein treibender Soundtrack helfen dabei, aus der entscheidenden Schlacht gegen Königin Pede und ihre Armeen von Tausendfüßlern, Spinnen, Fliegen und Skorpionen siegreich hervorzugehen.

Nachruf auf meinen Sony eBook Reader

10. Juni 2010
Mein Sony eBook Reader PRS-700 geht in Rente.

Mein Sony eBook Reader PRS-700 geht in Rente.

Es war absehbar, doch nun ist es eingetroffen: Mein Sony eBook Reader PRS-700 wird nicht mehr gebraucht. Das iPad von Apple ist da und der eBook von Sony kann gehen. Er hat gute Dienste geleistet, aber jetzt wird er nicht mehr gebraucht. Danke und ade.

Die Voraussetzungen waren prima: Fasziniert hat mich von Beginn an die e-Ink-Technologie. Das Gerät verbraucht durch die elektronische Tinte sehr wenig Strom und die Kontraste sind super. Die Schrift ist hervorragend lesbar bei Tag. Bei Nacht muss ich den Stromfresser Hintergrundbeleuchtung dazu schalten und kann dabei zusehen, wie die Batterieleistung schrittweise in die Knie geht. PDF und Word-Dateien werden gut dargestellt, aber leider haut die Skalierbarkeit vor allem bei PDFs nicht hin. Reine Texte sind ok zu lesen, layoutete Dateien so gut wie überhaupt nicht. Fotos werden somit in sw dargestellt.

Die Schnittstellen am PRS-700 sind durchdacht. Die meisten Daten habe ich auf einer externen SD-Festplatte, die ich einfach nur ins Gerät schieben kann und der klassische Klinkenstecker sorgt für den Audio-Ausgang.  So kann ich Audiofiles beim Lesen hören.

Die Verarbeitung des Gerätes ist gut. Der Reader ist in eine schöne, schwarze Ledermappe eingebunden und es gibt einen edlen Metallstift für den Touch-Bildschirm. Allerdings war ich durch die Bedienung des iPhones verwöhnt, dass ich immer wieder vergeblich versuchte, mit dem Finger zu blättern.

Und da wir beim Blättern sind: Hier kommt das größte Manko des Readers. Welcher Industriedesigner hat die Blätterfunktion der Seiten nach innen gelegt. Die Knöpfe gehören nach außen, damit ich locker flockig durch die Seiten blättern kann. Außen am Rand ist diese Funktion richtig angebracht. Sony baut sie am innen am unteren Rand ein – hier wurde in der Marktforschung bei Sony nie ein Buch am eBook-Reader gelesen. Das ist eine absolute Fehlkonstruktion und eigentlich ein KO-Kriterium. Aber egal: Ich quälte mich durch die Bücher, konzentrierte mich auf den Inhalt.

Ich versteh Sony nicht. Ich habe das Gefühl, das Unternehmen steht sich selbst im Weg. Unter dem Dach von Sony gibt es alles: Filme, Spiele, Kameras, Videokamera, TV-Geräte,  Rechner, eBooks, Content, Musik, Software, Kinos, Audio, Filmgesellschaften, Vertriebe – und trotzdem ist das Unternehmen kein eingespieltes Team. Da stimmt doch was nicht. Ich werde mir keinen Sony Reader mehr kaufen. Derzeit halte ich noch die Treue bei der Playstation 3. Bei der PSP habt ihr mich als Kunde auch schon verloren. Die Go brauche ich einfach nicht.

Teaser von Fallout New Vegas ist online

13. Februar 2010
Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich ein Freund von Videogames bin. Eine ganze Armada von Konsolen ist zu Hause im Einsatz, je nach Gusto: Aktuell sind PS3, Wii und PSP sowie Nintendo DS. Im Keller sind die Oldies zu finden von denen ich mich nicht trennen kann, allen voran mein Atari Lynx.
Bei der PS3 mag ich vor allem die fette Grafikleistung. Und da freut es mich, dass Fallout 3 fortgesetzt wird. Bethesda Softworks, ein Unternehmen von ZeniMax Media, gibt vor kurzem bekannt, dass im von der Kritik gefeierten Fallout-Franchise schon bald ein weiteres Kapitel aufgeschlagen wird: Fallout: New Vegas erscheint im Herbst 2010. Das Spiel wird derzeit von Obsidian Entertainment für die Xbox 360 von Microsoft, für die PlayStation 3 und Games for Windows entwickelt. Ein erstes Video, das einen Vorgeschmack auf das Spielgeschehen bietet, ist natürlich auch schon da.
Es zeigt eine Art Wall-E-Totengräber. Viel passiert im Trailer nicht, aber dennoch macht der Teaser Lust auf mehr. Die Engine hat sich nicht verändert und neuer Spielort ist Las Vegas nach der Bombe. Ein paar weitere Spielorte nennt die US-Gamerzeitschrift „PC Gamer“ mit dem McCarran Airport, ein Kaff mit Namen Primm, ein Strip Clup und der Hoover Damm, der den Strom für Vegas liefert.
Wie es heißt, so es einen Hardcore-Modus geben. Hier muss der Spieler Nahrung aufnehmen und die fette Muni wirkt sich auf sein Gewicht des Spielers aus. Warten wir den Herbst ab.

Generationenübergreifende Spielkonzepte durch Silver Gaming

23. Januar 2010

Generationsübergreifendes Spielen ist ne tolle Sache

Bei uns zu Hause steht ein ganzer Park an Konsolen verschiedener Generationen: Atari 2600, Atari Lynx, PS2, PSP, PS3, Wii und Nintendo DS Lite. Schneller, höher, weiter lautet das Prinzip der Konsolen. Aber eigentlich ist das Konzept von Nintendo genial. Hier wird ganz offensiv das Thema Videospiele im Generationenwechsel betrieben. Wir werden immer älter und die neue Zielgruppe der Gamer ebenso. ich nenne sie Senioren, andere Silver Surfer.
Ich finde die Idee hervorragend, die Wii im Altenheim aufzubauen. Wii Fit oder Wii Sport verbindet jung und alt. Die Gehirnjoggings und Co sorgen dafür, dass Spieler jeder Altersstufe geistig mobil bleiben. Das ist gut so.
Diese Idee verfolgt Nintendo deutlich konsequenter als Sony oder Microsoft mit ihren leistungshungrigen Next Gen-Konsolen. Ok, ballern mit der PS3 ist super, aber Wii Sport mit der ganzen Familie ist auch genial.
Da kommt ein interessanter Termin gerade recht: Anhaltender Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung sind ein gesellschaftliches Phänomen aller industrialisierten Länder. In Deutschland führt dieser demographische Wandel zu einer auf längere Sicht älteren Bevölkerung. Herauszufinden, wie Unternehmen diesen neuen Herausforderungen gerecht werden können, ist Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstalteten 3. Deutschen AAL (Ambient Assisted Living)-Kongresses, der am 26. und 27. Januar im Berliner Congress Center stattfindet.
Welche wirtschaftliche und soziale Relevanz Spiele im Umfeld älterer Menschen haben, diskutiert am 25. Januar erstmals die Pre-Conference „Silver Gaming und AAL“. Der Vorkongress, an dem auch Nintendo teilnimmt, bietet Einblicke in neue spielorientierte Technologien, Trends und Initiativen, die eine Verbesserung der Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten verfolgen.
Im Vortragsprogramm der Pre-Conference wird Silja Gülicher, Leiterin Pressestelle Nintendo Deutschland, verschiedene Hintergründe vorstellen, die zu einem Paradigmenwechsel innerhalb des japanischen Traditionsunternehmens führten. „Am Beispiel des demographischen Wandels in Japan wird deutlich, dass speziell ältere Menschen den Zugang zu digitalen Technologien meiden, weil sie zum einen keinen konkreten, inhaltlichen Nutzen erkennen können – und zum anderen oftmals durch die zu komplexen Bedienungssysteme abgeschreckt werden“, so Silja Gülicher. „Nintendo ist es durch generationenübergreifende Spielkonzepte und intuitive Steuerung gelungen, diese Hürden aufzulösen.“
Ich bin von dieser Geschäftsidee überzeugt und glaube, dass sie eine gewinnbringende und unterhaltsame Zukunft hat.

Spieletipps: Die Lego Video Games

2. Oktober 2009

Ich habe im jüngsten Urlaub die Lego Video Games „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Batman“ durchgespielt und es hat einfach Spaß gemacht. Dabei kam die PSP, Nintendo DS und die PS3 zum Einsatz an der Spielefront.

Obwohl das Spielprinzip in allen drei Spielen das Gleiche ist, wurden die Games nie langweilig. Dabei muss ich gestehen, ich bin sowohl ein Fan der bunten Steine aus Dänemark, als auch ein Fan der genannten Filme. Ich bin mit Lego aufgewachsen und hab ganze Welten aus Plastiksteinen gebaut. Ebenso war es mit den Filmen, wobei die natürlich auch die Comics von Batman aus dem Ehapa-Verlag als Kind verschlang. Die Comics von Frank Miller entdeckte ich erst viel, viel später.

Dennoch gibt es Abstufungen bei den Lego-Games: Star Wars“ und „Indiana Jones“ orientieren sich an den Drehbüchern der Filme, wobei der Dreiteiler „Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und die „Rückkehr der Jedi-Ritter“ für mich am besten umgesetzt wurde. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Geschichten um Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo mir in Fleisch und Blut übergangenen sind. Die neuen Verfilmungen, die ja zeitlich und inhaltlich vor diesen drei Teilen liegen, haben mich emotional nicht so berührt. Bei „Indiana Jones“ ist es ebenso, wobei die Lego-Version die ersten drei Teile umfasst.

Etwas enttäuschend ist die Lego-Version von Batman. Dabei liegt es nicht an dem dunklen Rächer über Gotham City, sondern vielmehr an der Geschichte des Spiels. Hier haben sich die Macher nicht an die Originaldrehbücher gehalten, sondern haben eigene Geschichten mit den Schurken wie Joker oder Two Face entwickelt. Hier merkt man dann aber auch die Schwäche von Videogames: Die Story ist zu dünn. Es reicht eben nicht, nur ein paar bekannte Helden zu nehmen und sie in ein Spiel zu packen.


Games Convention 2009 in Leipzig abgesagt

30. Januar 2009

Jetzt ist es offiziell. Die Games Convention 2009 in Leipzig ist abgesagt. Stattdessen wird es eine Games Convention Online geben, die sich um mobile Gaming kümmert. Damit wird klar: Leipzig hat sich nicht gegen den neuen Messestandort Köln durchsetzen können. Die Industrie ist nach Köln gewandert und Leipzig schaut in die Röhre.

So habe man für 2009 die Games Convention ausgesetzt, heißt es im Messejargon. Auf gut Deutsch: Aus, Schluss, Amen, vorbei, Kiste zu. Aber Leipzig will ein neues Konzept ins Rennen schicken: Die Leipziger Messe veranstaltet vom 31. Juli bis 2. August 2009 eine neue Gamesmesse. Unter dem Titel Games Convention Online ist sie die erste eigenständige Plattform in Europa für den derzeit dynamischsten Markt der Spielebranche: die Browser, Client und Mobile Games. Unterstützt wird die neue Gamesmesse von marktführenden Unternehmen der Onlinebranche wie BIGPOINT und GAMEFORGE.

Ist ja eine nette Idee, wird aber nicht Leute nach Leipzig locken. Mobil ist cool, ich spiele auch an meiner PSP und am iPhone, doch eine Messe dazu brauche ich nicht. Carsten van Husen, CEO GAMEFORGE 4D, wirbt für die Notwendigkeit einer eigenen Branchenplattform: GAMEFORGE ist der größte unabhängige Anbieter von Onlinegames weltweit. Mehr als 65 Millionen Spieler sind registriert für GAMEFORGE-Spiele, die in über 50 Sprachen angeboten werden. Täglich kommen bis zu 300.000 neue Gamer dazu, das sind etwa drei pro Sekunde. Aber sie werden eben nicht nach Leipzig kommen, sage ich mal als Miesmacher voraus.

Da nutzen alle Zahlenspiele nichts. Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Leipziger Messe, hofft auf großen Zuspruch: „Im asiatischen Markt spielt zum Teil schon ein Drittel der Bevölkerung regelmäßig Online Games. Auch in Deutschland werden die letzten Dämme brechen durch die zügige Verbreitung von schnellen Breitbandleitungen und Mobilfunkstandards.“

Die Zahlen der deutschen und weltweiten Marktentwicklung unterstreichen Marzins Einschätzung. Zum Beispiel sagt der „Global Entertainment and Media Outlook 2008 – 2012“  den Online- und Wireless-Spielen weltweite Wachstumsraten von bis zu knapp 20 Prozent voraus. Der deutsche Markt wird durch die Ausbreitung schneller Internet-Zugänge angetrieben. Die Zahl der Haushalte, die mit Breitband-Internet ausgestattet sind, soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Lag die Breitbandabdeckung 2007 noch bei 44,5 Prozent aller Haushalte, so erwarten die Experten für 2012 eine Steigerung auf 82,9 Prozent.

Alles richtig und glaube ich auch fest daran, aber brauche ich eine Messe dafür? Im Business-Bereich auf jeden Fall, aber als Spieler ist es mir zu blöd, den Weg für ein Handygame nach Leipzig auf mich zu nehmen.

Und was will Leipzig genau? Die GAMES CONVENTION ONLINE wird in zwei getrennte Bereiche für das Fachpublikum und die Gamer gegliedert sein. Im Zentrum der Messe steht das Business Center mit einer Fachausstellung und qualifiziertem Matchmaking. Dazu findet eine integrierte Dialogkonferenz statt. Einzelne Foren der Konferenz werden für registrierte Teilnehmer online übertragen (gegen Teilnahmegebühr). Ich bin mal gespannt … 

Games Convention: Die Zeiten sind im Wandel

22. August 2008

Als absoluter Fan von Bob Dylan freute es mich, dass Sony seine Pressekonferenz auf der Games Convention in Leipzig mit Zeilen des Meisters eröffnete. „The Times They Are A-Changin“ wurde über den Beamer an die Großbildleinwand gestrahlt. Hunderte von Kollegen lauschten den Ausführungen von Sony und nahmen die Ankündigungen entgegen: Neue PSP 3000 mit Mikro und besserem Display, eine 160 GByte große Playstation 3, ein WirelessKeypad, die Sing Star DVDs der PS2 laufen künftig auf der PS3 und es gibt eine Sing Star-Edition auf Türkisch für den deutschen Markt. Aber zurück zu Dylan: Come On Wirters And Critiks, Who Prophezise With Your Pen, And Keep Your Eyes Wide … Und ich habe dann gemerkt, dass es auf mich bezogen ist. Es geht eine Veränderung in der Presselandschaft vor, die mir gar nicht gefällt. Bei der Games Convention waren Unmengen von Journalisten akkreditiert. Doch was waren dies für Kollegen? Diese so genannten Journalisten waren von Community-Sides, Blogs, Spiele-Fanzines usw. Der klassische Journalist von Presse, Funk und Fernsehen war in Leipzig in der Minderzahl. Und das merkte er an den Ständen auch. Es gab am Mittwoch einen Fachbesucher und Pressetag. Auch der war überlaufen, so dass eine wirkliche Aufbereitung von Informationen für den Leser kaum möglich war. Die Firmenmitarbeiter konnten nur noch auf Masse gehen und verteilten Schlüsselbänder an die Meute. Dabei ging der Consumertag mit den Jägern, Sammlern und Beutelratten erst am Donnerstag los. Wem ist mit einer solchen lockeren Akkreditierung gedient? Klar, die Messe kann verweisen, in Leipzig waren X-Tausend Journalisten vor Ort, Das soll Köln im nächsten Jahr erst mal nachmachen. Wir wissen aber auch: Die nackte Zahl sagt über die Qualität nichts aus. Doch ist es den Ausstellern gedient? Reicht es auf Commuity-Sides präsent zu sein, weil die klassische Fachpresse überrollt wurde? Doch anders herum gefragt: Ist die klassische Fachpresse noch zeitgemäß? Reicht es nicht nur zu schreiben, das Spiel XY sei cool oder eben nicht cool und die Sache mit User Generated Content anzufüllen? Halten wir es mit Dylan: Die Zeiten sind im Umbruch.