Archive for März 2019

Filmtipp Gorky Park

30. März 2019

Gorky Park war anders als die meisten Thriller, die ich bis dahin im Kino gesehen hatte. Damals im Jahre 1983 spielten meine Krimis in New York oder Chicago, die deutschen Tatorts im Pott oder Derrick ermittelte in Grünwald. Der US-Film Gorky Park spielte in Moskau und zeigte Mordermittlungen aus der Sicht der sowjetischen Polizei. Im Kino hatte mir der Film gefallen und jetzt schickte mir die Agentur die DVD zur Rezension, nachdem der Streifen Gorky Park für DVD und Bluray aufgelegt wurde.

Nachdem ich in Erinnerungen hatte, dass Gorky Park mir damals gefallen hatte, zelebrierte ich den Filmabend. Ich legte russisches Knabberzeugs bereit, schenkte mir ein Glas russischen Wodka ein und los ging’s.

Um was gehts? Im Moskauer Gorky Park werden drei bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Arkady Renko übernimmt die Ermittlungen. Er ist fest entschlossen, die Toten zu identifizieren und den Mörder zu finden. Doch von verschiedenen Seiten wird er vor allzu intensiven Nachforschungen gewarnt. Trotzdem lässt er nicht locker und erhält zudem Hilfe von FBI-Agent William Kirwill. Prompt kommen die beiden einer brisanten Staatsaffäre auf die Spur. 

Es war eine spannende Inszenierung von Michael Apted mit William Hurt und Lee Marvin in den Hauptrollen. Und während des Films wurde mir bewusst, dass die Geschichte heute nicht mehr so erzählt werden könnte. Inzwischen wäre durch DNA-Analyse die Geschichte in Sekunden geklärt und auch das Thema Zobel als Wirtschaftsgut der UdSSR hat sich erledigt. Der Roman Gorki Park (mit i statt y) von Martin Cruz Smith läuft heute ins Leere.

Aber vielleicht macht gerade das den Reiz des Films aus. Es ist eine Zeitreise in den Kalten Krieg. Die Sowjetunion bestand 1983 noch. Und natürlich konnten die Amerikaner nicht in Moskau drehen – das war erst 1988 bei Walter Hills Red Heat der Fall. So wurde im Winter im schottischen Glasgow und Helsinki in Finnland gedreht. Die Details sind sehr genau und machen Spaß. Der Film vermittelt eine kalte Thriller-Atmosphäre und hat eine Erzählweise der Filme der Endsiebziger und Anfang Achtziger. Immer wieder kam bei mir durch Kamerastil und Plot die Atmosphäre eines Dirty Harry auf. Also für mich ist Gorky Park eine Filmempfehlung für einen unterhaltsamen Abend für eine erwachsene Welt. Jugendliche werden sich bei Gorky Park einfach nur langweilen. 

William Hurt spielt hervorragend, Lee Marvin ist mir persönlich zu übertrieben als geldgieriger böser Kapitalist. Die Musik von James Horner ist prima, reicht nicht an seine späteren Meisterwerke wie Brainstorm, Star Trek III, Aliens oder Titanic heran. 

Ich erinnerte mich noch im Kino damals 1983 an den Schluss des Films. Der Held geht zurück nach Moskau, die Heldin wählt die Freiheit in den USA. „Irgendwann sehen wir uns wieder, irgendwann.“ Im Kino dachte ich mir damals 1983 „träumt weiter“. Dann nur 6 Jahre später kam der Zerfall des Ostblocks, die Auflösung der Sowjetunion und die Deutsche Vereinigung. Wie sich die Zeiten ändern … 

Vegetarische Kochkurse in Franken – geht das überhaupt?

26. März 2019

Kochkurse habe ich schon viele besucht, aber der Kochkurs von Marika Bange klingt schon sehr verlockend und hat mich neugierig gemacht. In ihrer Kochschule Sana e SalvaKochschule Sana e Salva kurz vor Bayreuth bietet sie vegetarische Kochkurse an. Ich hab mir die Sache einmal angeschaut, als ich ein Seminar in der Nähe geben durfte.

Marika Bange vor den vegetarischen Lebensmitteln in ihrer Kochschule.

Marika Bange vor den vegetarischen Lebensmitteln in ihrer Kochschule.

Vegetarische Küche inmitten des Lands von Schäufele und Kloß mit Soß? Geht das in Franken überhaupt? Und wie es geht. Das beweist Marika Bange mit ihrer Kochschule in Eckersdorf im Ortsteil Oberwaiz, rund zehn Minuten von Bayreuth entfernt. Marika Bange vermietet Ferienwohnungen, ich habe in der Wohnung Sophienberg genächtigt, und betreibt ihre Kochschule. Alles unter der Marke Sana e Salva.

 

Im Nebengebäude hat sich ihre Kochschule untergebracht. Durchschnittlich zwölf Leute können hier den bewussten Umgang mit vegetarischen Speisen erlernen. Aber Marika Bange geht auch zu Kunden heraus und macht ihre Kochevents vor Ort. Zielgruppe hier sind Firmen, die eine andere Art von Firmenevent haben wollen.

In der Kochschule schauen viele Vereine und Organisationen vorbei, die etwas neues kennenlernen wollen. Die Zutaten sind streng biologisch, das Mehl für das selbstgebackenes Brot stammt aus der Region. „Wir legen nicht nur Wert auf qualitativ hochwertige Biolebensmittel, sondern wir achten auch auf Regionales und Saisonales. Uns ist wichtig, wo unsere Lebensmittel herkommen, welche Inhaltsstoffe sie bieten, d. h. wir verwenden möglichst naturbelassene Lebensmittel – und dies schmeckt man. Außerdem gehen wir achtsam mit unseren Lebensmitteln um und haben Freude am Kochen – auch dies schmeckt man“, sagt Marika Bange. Die Themen werden individuell zusammengestellt. Es gibt auch einen kleinen schön gemachten Flyer mit verschiedenen Angeboten an Kochkurse. 

Ich halte diese Idee für sinnvoll. Hier lernt der Besucher einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und zudem macht das Kochen wirklich Spaß. Wer in der Gegend ist, sollte es unbedingt mal ausprobieren. 

 

Unheimliche Begegnung der dritten Art – immer noch ein Meisterwerk von Steven Spielberg

20. März 2019
Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Als Jugendlicher war ich angetan von kämpferischen Science-Fiction Filmen. Streifen wie Star Wars, Buck Rogers oder Kampfstern Galactica standen bei mir hoch im Kurs. Und dann sah ich im Jahre 1977 mit meinem Kumpel Thomas Schmelzer einen Film, der unsere Einstellung zum Science-Fiction Film veränderte: Unheimliche Begegnung der dritten Art.
Dieser Klassiker, von dem damals sehr jungen Steven Spielberg gedreht, vermittelt ein positives Bild von Außerirdischen. Keine waffenstarrenden Monster aus dem All, sondern der Vorläufer von ET und der Erkenntnis, dass es besser ist, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen. Meine Gruppe von Freunden waren komplett begeistert, von der Handlung, von den Tricks, von den Schauspielern und von der Musik von John Williams. Später kam der Film noch mal in einer überarbeiteten Version in die Kinos und zeigte ein bisschen mehr von den Besuchern aus den Tiefen des Weltraums. Und die dritte überarbeitete Version merzte die Fehler der zweiten Fassung aus.
Auf einer Filmsammlerbörse erstand ich für viel Taschengeld einen Satz an Aushangfotos und hatte auch ein paar in meinem Kinderzimmer aufgehängt. Später besorgte ich mir den Soundtrack auf Vinyl, später auf CD und vor wenigen Wochen bekam ich die seltene Doppel-CD mit dem kompletten Score in die Hände. Was John Williams da abgeliefert hat, war wirklich eindrucksvoll. Das musikalische Leitmotiv kommt immer wieder in anderen Filmen vor.
Auch die Bluray Unheimliche Begegnung der Dritten Art mit den drei verschiedenen Filmversionen ist immer noch sehenswert. Interessant ist, wie Spielberg mit uns als Zuschauer spielt, wie er die Spannung aufbaut und über lange Zeit hält. Interessant ist aber auch, dass der Film einen Erzählrhythmus hat, der meinen Kindern zu langsam ist. Zum 40-jährigen Jubiläum des Films kam 2017 ein Making of-Buch heraus, das ich mir jetzt anschaffte, um in den alten Science Fiction-Zeiten zu schwelgen. Es waren die Zeiten als Special Effects noch handgemacht waren. Keine CGI-Bilder aus dem Computer, sondern Modellbau, Beleuchtung, Mattezeichnungen. Vielleicht waren die Tricks nicht so perfekt wie in heutigen Filmen, aber die perfekte Illusion entstand im Kopf. Spielberg verstand es auf der Klaviatur meiner Gefühle zu spielen.

Und diese Gefühle von Spannung, Forschergeist, Faszination kamen wieder hoch, als ich das Making-Of-Buch Close Encounters of the Third Kind: The Ultimate Visual Historydurchblätterte. Es ist eine Art Scrapbook, das heißt, es sind Notizen, Briefe, Skribbles nicht nur abgebildet, sondern eingeheftet. So bekomme ich als Leser ein noch besseres Gefühl für den Entstehungsprozess des Films. Und es ist ein Wiedersehen mit dem wunderbaren Francois Truffaut. Die französische Regielegende der Novelle Vogue spielt unter einem jungen Regisseur des neuen Hollywoods.


Auch sehr schön: Das Buch von Michael Klastorin beginnt mit einem Rückblick in die Jugendzeit von Spielberg. Es zeigt nicht Fotos aus dem Elternhaus, sondern es zeigt den begeisterten Filmenthuiasten Steven Spielberg beim Dreh. Seltene Schwarzweißaufnahmen von den Dreharbeiten von Spielbergs ersten Filmversuchen. Auf den Bildern ist ein stolzer Nachwuchsfilmemacher zu sehen, der seinen Weg als erfolgreichster Regisseur des neuen Hollywood gehen sollte. 500 US-Dollar kostete sein Super 8-Film Firelight, der das Geld wieder einspielte und Spielberg Mut machte, seinen Weg zu gehen.
Die erste Zeichnung zu Unheimliche Begegnung entstand in der Schnittphase des weißen Hais. Es zeigt den späteren Roy und Jillian, wie sie den UFO-Landesplatz entdecken und hinter ihnen UFOs am Himmel. Ich erinnere mich an die Zeit nur noch schemenhaft, aber ich weiß, dass die Massenmedien von UFO-Sichtungen begeistert waren. Der Spinner Erich von Däniken wurde mit Erinnerungen an die Zukunft zum Bestseller-Autor und der Quatsch seiner Ideen, einer frühe Form der Verschwörungstheorien, verbreitete sich. Ich habe das Buch in der Bücherei meiner Heimatstadt ausgeliehen und gelesen – vertane Zeit.

Mobiles Fotostudio für Hahnsammlung

19. März 2019
Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Meine Frau hat ein seltsames Hobby. Sie sammelt Hähne. Nicht Gockel aus Fleisch und Blut, sondern Hähne als Kunst. Hähne aus Porzellan, Bronze, Metall, Glas, Bronze, Holz, Keramik, Bilder, Kacheln, Teller und Plastiken von Hähnen und vieles mehr – aber kein Kitsch oder Nippes. Und sie plant ihre Website zu aktualisieren mit Fotos ihrer Hahn-Sammlung. Und da komme ich ins Spiel. 

Ich durfte/sollte/musste einige Hähne fotografieren – hab ich gerne gemacht. Bisher breitete ich ein einfaches Tuch aus, stellte die Hähne darauf und lichtete die gefiederten Kammeraden ab. Die Ergebnisse haben mich nicht so richtig überzeugt. Ich wollte eine preisgünstige Fotobox für besseres Licht und Hintergründe. 

Ich wählte AmazonBasics Mobiles Fotostudio. Bisher war ich von den Produkten der AmazonBasics-Reihe bisher angetan und griff wieder zu. Ich kann diese Fotobox für Fotoamateure absolut empfehlen. 

Mir war es wichtig, keine große Montage beim Aufstellen und keine große Fummelei. Das ganze System ist klappbar, besteht aus einem Teil und ist zusammengefaltet eine in schmale, robuste Tragemappe, die ich bei Bedarf auch schnell ins Auto werfen kann, um mobil zu sein. Die Maße 63,5 x 76,2 x 63,5 cm reichen aus für meine Hähne. Das eingebaute Licht von 5600 K kommt von oben. Das ganze System bringt 7,9 Kilogramm auf die Waage.

Nachdem die Hähne durchfotografiert sind, was kommt jetzt an die Reihe? 

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

Kunst oder Schmiererei am Bahnhof Neufahrn?

18. März 2019

Als das Zuggleis in Neufahrn m oberbayerischen Landkreis Freising bei München aufgrund eines Unfalls mit Personenschäden gesperrt war, stieg ich aus und ließ mich von der besten Ehefrau mit dem Auto abholen. Um die Wartezeit zu überbrücken, erkundigte ich die Gegend um den Bahnhof und entdeckte bei den Behindertenaufgängen und Fahrradständern zahlreiche Graffiti an den Wänden.

Ich weiß nicht, ob mir diese Streetart im öffentlichen Raum zusagt, aber interessant fand ich die Motive schon. Also fotografierte ich ein paar von ihnen.
Die Wände am Neufahrner Bahnhof schienen schon oft geweißelt zu sein, aber immer wieder werden neue Motive und Tags angebracht. Ob das jetzt Sachbeschädigung ist, Schmierereien oder gar ein Kunstprojekt der Bahn ist, weiß ich nicht, aber ich finde diese Art der Kunst zumindest interessant. Leider kenne ich mich in der Szene zu wenig aus, um die Qualität der Motive wirklich würdigen zu können.

Die Rechtslage bei Graffiti ist eindeutig: Es ist grundsätzlich verboten, Häuser, öffentliche Einrichtungen, Infrastrukturbauten oder S-Bahnen zu besprühen. Wer erwischt wird, muss für den Schaden aufkommen und dazu noch eine Strafe berappen. In schweren Fällen drohen bis zu zwei Jahre Haft. Die rechtliche Grundlage steht in §303 Abs. 2 StGB: „Verändern des Erscheinungsbildes einer Sache.“
Ist das jetzt Kunst oder Schmiererei? Was meint ihr?

Vor 30 Jahren begann das Internet

12. März 2019

Heute wird das Internet 30 Jahre alt. Das Netz hat meine Welt verändert, radikal, alles auf den Kopf gestellt. Am 12. März 1989 schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. Das Internet war geboren und der Rest ist Geschichte. 

Der erste Webserver lief auf einem Next Cube, ein Rechner von Steve Jobs, der für mich unbezahlbar war. Bei Wikipedia ist das Bild zu sehen, dass den Rechner zeigt. Nett ist der Aufkleber: „This Maschine is a Server.“ 

Der Startschuss - Foto:: Wikipeadia

Der Startschuss – Foto:: Wikipeadia

Das Internet ist eine Revolution, aber trotz des 30. Geburtstag ist es für einige noch Neuland. In meinem Seminaren vergleiche ich die Revolution des Internets mit der Revolution der Druckerpresse. Johannes Gutenberg schuf mit den beweglichen Lettern der Druckerpresse das modernste Massenmedium seiner Zeit. In seinem Leben druckte er 180 Bibeln, die zuvor mühsam in Klöstern von Mönchen in Handarbeit kopiert wurde. Martin Luther ließ seine Pamphlete auf der Druckerpresse drucken und verbreitete seine Thesen, weil er das modernste Massenmedium seiner Zeit wählte. Die Folge war die Reformation, die Kirchenspaltung und später die Aufklärung. Die Druckerpresse veränderte die Welt. Das Internet heute ist eine ebenso große und weitreichende Revolution wie die Druckerpresse. Tim Berners-Lee, heute Sir Tim Berners-Lee, ist für mich daher ein echter Held.  

Im Anfang stand das Wort ....

Im Anfang stand das Wort ….

Mein persönlicher Weg ins Netz

Wie begann das Internet bei mir? Ich hatte einen Akustikkoppler. Ich schob den Telefonhörer des Telefons meiner Eltern in den Akustikkoppler und der Provider meines Vertrauens brachte mich ins Netz. 9600 war meine erste Internet-Geschwindigkeit. Damals war ich Mitarbeiter des Münchner Merkurs in Fürstenfeldbruck und machte Screenshots von Vereinen, die bereits eine eigene Website im Internet hatten. Ich war der einzige in der Redaktion, der über diese technische Fähigkeit verfügte. In der Schillerstraße in München kaufte ich mir dann mein erstes richtiges Modem 28.800. Es hatte keine Zulassung der Deutschen Bundespost, die damals noch über die Netze wachte. Dann kam ein Modem mit 36.600 und ich war schon vorne mit dabei. Als ich später einen roten iMac DV mein Eigentum nannte, startete ich Highspeed mit dem integrierten 56 K-Modem durch. 

Blick ins Software-Archiv zu Zeiten des Browserkrieges.

Blick ins Software-Archiv zu Zeiten des Browserkrieges.

Die Provider meiner Jugend hießen Compuserve und als ich das erste Mal in den USA war, wählte ich mich bei AOL ein. Die erste Software kam noch auf Diskette, später klebten auf den Computerheften die CDs der Provider. Eine ganze Nation brach ins Netz auf. Boris Becker war in der AOL-Werbung schon drin. „Bin ich schon drin? Ich bin schon drin!“ Meine Zugangsdaten aus dieser Zeit habe ich noch immer. Mein Browser war Netscape und dann begann der große Browserkrieg, den der IE gewann. Aus Netscape wurde Firefox und heute surfe ich meist auf Safari. 

Mit meinem Kollegen Franz NeumeierFranz Neumeier mit dem ich heute noch beim BloggerclubBloggerclub zusammenarbeite, veranstalteten wir die ersten Internet-Seminare. Wir schulten junge Journalisten auf dem Weg ins Netz. Zudem betrieben wir eine Mailbox, die via Terminalprogramm zu bedienen war. Der zuständige Mailbox-Rechner stand bei Franz im Schlafzimmer und saugte Strom. Herrliche Zeiten waren das.

Dann kamen ISDN und DSL als Geschwindigkeiten. Erste zaghafte Anfänge dieses Zauberwortes Multimedia kamen uns in den Sinn. Texte, Fotos, Audio, Videos im Netz – was für ein genialer Gedanke. Es war eine Goldgräberstimmung. Ich versuchte mich an meinen ersten HMTL-Websites und meine Bibel war Stefan Münz SelftHTML. 

Noch als Zeitungsjournalist erkannte ich die Macht des Internets. Ich erahnte die Veränderungen, die dieses Internet mit sich bringen würde und stellte meine privaten und beruflichen Weichen. Das Netz wurde privat und beruflich für mich immer wichtiger. Aus Web 1.0 wurde das Web 2.0 und es verändert sich weiter.

Heute als Selbstständiger bei redaktion42 lebe ich vom Internet, ich halte Vorträge über das Internet, ich berate zum Thema Internet, schreibe Bücher zum Internet und arbeite unterwegs. Mobiles Internet hat mein Leben revolutioniert. Danke an Tim Berners-Lee für das Internet. Und wie verlief bei euch die Reise ins Web? 

Jurassic Road – Doku – die Premiere in München

11. März 2019
Malcom (rechts) bei der Premiere in München.

Malcom (rechts) bei der Premiere in München.

Ich liebe Menschen, die eine kleine Marotte haben, die von etwas begeistert sind, die manchmal etwas neben der Spur sind. Oft werden Sie Freaks, Geeks oder Nerds genannt und beim Dokumentarfilm „Jurassic Road“ habe ich einige von ihnen auf der Kinoleinwand getroffen und mich köstlich amüsiert. Ihre Namen: Nicolas Mendrek, Mháire Stritter, Steff Tannert und Bastian Sue.

Wenn Nerds auf Reisen gehen und einen Dino mitbringen

Um was geht es in „Jurassic Road“? Vier Nerds vom Youtube-Kanal Orkenspalter brechen in einem altersschwachen Wohnmobil von Hamburg nach China auf, um ein Dinosaurier-Kostüm für einen Film abzuholen. 20.000 Kilometer hin und zurück. Wie geil das denn? „Jurassic Road“ beschreibt die mühevolle Fahrt nach China, welche Strapazen die vier jungen Menschen auf sich nehmen und welche Abenteuer sie dabei erleben. Für Menschen mit Sicherheitsdenken ist dieser Film nichts, aber die Spontanität der Reisenden ist unglaublich erfrischend. 

Die Idee entstand auf der Nerdmesse schlechthin, auf der Gamescom. Dort stellte unter anderem der deutsche Spielehersteller Daedalic Entertainment von Carsten Fichtelmann aus. Damals sagte er: „Wir brauchen für ein Filmprojekt ein Dinosaurierkostüm. Wäre das nicht cool, wenn wir das selbst in China abholen würden, dort dann direkt Szenen für den fraglichen Film drehen und darüber gleich auch eine Doku produzieren würden?“ Eine verrückte Idee mit Charme – und diese galt es dann umzusetzen. 

Münchner Premiere von Jurassic Road 

Ich war bei der Münchner Premiere von „Jurassic Road“ im neueröffneten ARRI Astor Kino mit dabei und habe das filmische Ergebnis genossen. Herausgekommen ist ein wunderer Film mit viel Situationskomik und auch ein wenig Tragik. Nico Mendrek, einer der vier Nerds aus dem Wohnmobil, beschrieb es so: Die Probleme kamen allein durch die Technik, unser eigene mangelnde Eignung für einen Trip wie diesen und offizielle Stellen, Grenzbeamte, unwillige Bürokraten und am Ende natürlich immer wieder die chinesische Regierung. Bei uns hat die Reise vor allem eines bewirkt: Wenn es davor noch so etwas wie unbewusste Xenophonie in uns gegeben hat, ist sie dadurch wie weggeblasen.“

Als am Ende der Reise das Fahrzeug in China den Geist aufgibt, erfahren die Nerds Nicolas Mendrek, Mháire Stritter, Steff Tannert und Bastian Sue einen enormen Motivations- und Spendenschub aus ihrer Community. Über soziale Netze kam ein Aufruf zum Spenden, dem die Community von Orkenspalter und Daedalic nachgekommen ist und so die Heimreise der vier Wagemutigen samt Saurier ermöglichte. Der Saurier passte bei der 20.000 Kilometer langen Heimreise nicht aufs Dach des Wohnmobils, sondern musste im Wohnmobil transportiert werden. Das Projekt Sardinenbüchse lief auf Hochtouren.  

Saurier Malcom im Foyer 

Der Saurier wurde übrigens auf den Namen Malcom getauft und Malcom war im Foyer des ARRI Astor Kinos auch bei der München-Premiere anwesend. Es handelt sich um einen animatronischen Dinosaurier. Ein Mensch schlüpft in das Kostüm und bewegt mechanisch die Figur. An der Nase des Dinos ist eine Kamera versteckt und auf einem Tablet-Display nimmt der Saurierinsasse seine Umgebung wahr. Im Kinofoyer flitzte Malcom dann eindrucksvoll durch die Gegen.

Social Scoring System in China

Bei all dem Humor wurde es ernst als Mháire Stritter über China sprach. Die studierte Sinologin war des öfteren in China und sie stellt fest: Die Überwachung nimmt zu. Überall werde man von Kameras erfasst und fotografiert. Es werden sogar Fingerabdrücke abgenommen. Das Scoring System in China wird massiv ausgebaut. Das soziale Kreditsystem soll 2025 flächendeckend einsatzbereit sein und die chinesische Diktatur überwacht ihre Bürgerinnen und Bürger komplett. Wer sich nicht parteikonform verhält, dem werden im Social Scoring System Punkte abgezogen, so dass er Repressalien fürchten muss. 

So gehts: Alt Text in Instagram Fotos

7. März 2019

Im Moment spiele ich gerade mit Instagram herum. Da ich sehr viel an Schulen unterwegs bin, ist Instagram dort ein extrem stark verbreitetes soziales Netzwerk. Beim Herumspielen entdeckte ich die Möglichkeit, alt Texte zu einem Instagram Foto hinzu zu fügen. Damit können Menschen mit einer Sehbehinderung erkennen, was ich gepostet habe. 

Der Workflow alt texte in Instagram Fotos zu versehen, ist recht simple. 

Zunächst wird das gewünschte Bild optimiert, bearbeitet, mit Filter versehen. Kurz vor der Veröffentlichung muss dann die Funktion „Erweiterte Einstellungen“ ausgewählt werden. 

Dort gibt es dann unten die Möglichkeit, einen Alternativtext einzugeben. Dieser alt Text ist wichtig für User mit Sehbehinderung. Da ich selbst eine Augenbehinderung habe, bin ich bei diesem Thema sensibel. Ich versuche auch meine Twitter-Bilder mit alt text zu versehen. 

Also gebe ich meinen alt text für Instagram separat ein.

Und schon kann ich das Bild wie gewohnt in meinen sozialen Netzwerken teilen und auch Sehbehinderte bekommen mit, was ich gepostet habe. 

Bei bereits veröffentlichten Bilder lässt sich der alt text nachträglich hinzufügen. 

Einfach das gewünschte Bild aufrufen und oben rechts den … Reiter aktivieren. Dann den Button „Bearbeiten“ drücken.

Im Foto erscheint dann Alternativtext hinzufügen. 

Richtig Präsentieren – ein paar Buchtipps zur Präsentation

3. März 2019
TED ist immer eine Inspiration für Präsentationen.

TED ist immer eine Inspiration für Präsentationen.

Im Moment gebe ich mich gerade ein Seminar zur visuellen Präsentation. Wir alle müssen präsentieren, sei es an der Schule, an der Uni, im Job oder im Verein. Dabei ist nicht nur die Rhetorik wichtig, sondern die Art, wie ich die Präsentation aufbereite. Oft bin ich vor Langeweile Tausend Tode gestorben. Tod durch PowerPoint ist ein allgegenwärtiger Zustand. Ganz schlimm ist es, wenn ich von Studentinnen und Studenten und sogar von Schülerinnen und Schülern höre, welche Art von Präsentationen sie halten müssen. Nur weil der Professor keine Ahnung von moderner Präsentation hat. Tod durch PowerPoint ist wie gesagt allgegenwärtig. 

Ich habe daher ein paar Buchtipps für die richtige visuellen Präsentationen als Tipps zusammengestellt.

Garr Reynolds: Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren

Garr Reynolds: Naked Presenter – Der neuste Genie-Streich vom Autor von „Zen oder die Kunst der Präsentation“: Eindrucksvoll präsentieren – mit und ohne Folien

Chris Anderson: TED Talks: Die Kunst der öffentlichen Rede. Das offizielle Handbuch

Nancy Duarte: resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern

Nancy Duarte: slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

Dan Roam: Auf der Serviette erklärt: Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentieren

Dan Roam: Auf der Serviette erklärt – Arbeitsbuch

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch: Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen (mitp Kreativ)

Carmine Gallo: The Presentation Secrets of Steve Jobs: How to Be Insanely Great in Front of Any Audience