Posts Tagged ‘Steven Spielberg’

Podcast zu Steven Spielbergs Duell von 1971

17. Oktober 2021

Im Moment experimentiere ich mit dem Medium Podcast herum. Als Print-Journalist ist Audio ein neues Feld für mich. Bevor ich aber öffentlich mit meinen Sendungen live gehe, durfte ich Fragen und Fachwissen für einen Podcasts beisteuern.
Es ging um den ersten Steven Spielberg Spielfilm Duell aus dem Jahre 1971. Auf Einladung von Jan Planinic sprach ich mit Filmexperten David Dietrich über die Entstehung, Produktion und Wirkung dieses wichtigen Films. Anlass war eine Themenwoche zu Duell.

Dieser Podcast wurde zuerst den Mitgliedern der Facebook-Filmgruppe Erdbeben 1974 zugänglich gemacht. Diese Gruppe, zu der ich euch herzlich einlade, hat die Filme der siebziger Jahre zum Inhalt. Freunde des bewegten Bildes diskutieren und philosophieren über das wichtige Jahrzehnt in der Filmgeschichte. Ich bin in der Gruppe aktiv.
Also viel Spaß beim Anhören und vielleicht trifft man sich ja in der Facebook-Gruppe Erdbeben 1974

Gedenktag an die Opfer des Holocaust

27. Januar 2021

Der 27. Januar ist der Gedenktag an die Millionen Opfer des Holocaust. Es darf nie vergessen werden, was damals geschah. „Nie wieder“ lautet das Motto.

Schindlers Liste – als Buch und Film sehr bewegend.

In meiner Jugend wurde ich als Schüler mit den Schicksalen der Opfer konfrontiert, hörte mir Zeitzeugen und sprach mit ihnen. Viele sind heute verstorben und dennoch darf der Holocaust niemals vergessen werden. Antisemitismus, Rassismus und Extremismus jeglicher Couleur sind eine immerwährende Gefahr.

Als Erinnerung und Mahnung nutze ich heute das Medium Film, um an die Opfer und die Verbrechen zu erinnern. Als Kind sah ich zusammen mit meinen Eltern die TV-Serie Holocaust, die uns erschütterte. Heute wähle ich die Steven Spielberg-Verfilmung Schindlers Liste. Ich habe schon vergangenes Jahr an gleicher Stelle über Schindlers Liste geschrieben und will mich nicht wiederholen. Nur soviel: Es ist ein wichtiger Film und gerade Jugendliche kann ich mit dem Medium Film auf die Herausforderung aufmerksam machen. „Nie wieder“ darf sich der Holocaust wiederholen. Heute Abend habe ich ein Webinar zum Thema Hatespeech und da werde ich das Thema auch ansprechen.

Filmtipp: Onward: Keine halben Sachen von Pixar

10. März 2020

Der neue Pixar ist eine wahre Freude.

Der neue Pixar ist eine wahre Freude.

Ich mag die Pixar-Filme, weil sie eine Geschichte erzählen, tiefe, inhaltsreiche Geschichten. Anders wie viele Animationsfilme liefert Pixar neben technischen Raffinesse vor allem Tiefgang. Und daher ging mir das Herz auf, als ich den neuesten Pixar Onward: Keine halben Sachen im Kino ansah.
Onward steht in der Tradition von Coco, der eigenständige Pixar-Film des Jahres 2017. In Onward geht es um die beiden Elfen-Brüder im Teenager-Alter, die nicht glauben wollen, dass es in der Welt keine Magie mehr gibt. Also machen sie sich auf die Suche und haben ihren zum Leben erweckten Vater mit dabei. Onward lässt den Zuschauer lachen, mitfiebern und auch ein bisschen weinen, denn es ist eine zutiefst menschliche Geschichte, eingebettet in eine 103minütige Fantasy-Welt. Regisseur Dan Scanlon durfte zuvor 2013 Die Monster Uni inszenieren und er ist mit Onward gereift. Pixar und Disney gingen mit Toy Story 4 und anderen Franchise-Filmen auf Nummer sicher.

Dagegen bewegt sich Onward auf neuen Terrain. Dafür muss man den Verantwortlichen bei Pixar danken, dass die Kreativen dort Raum zur Entfaltung bekommen. Und in Onward gibt es eine Menge von diesem Entfaltungsraum mit allerhand Zitaten aus der Filmgeschichte. Back to the Future, Exorzist oder Kampf der Titanen seien nur als kleine, aber auffällige Beispiele genannt.
Ich habe die magische Reise unheimlich genossen, mich an die kleinen und großen Geschichten in der großen Geschichte erfreut. Und es zeigt sich, wie gut Filme funktionieren, wenn sich die Akteure auf einer Reise, auf einer Suche befinden. Es muss ein Rätsel gelöst werden und alle Spieler von Rollenspielen wie das schwarze Auge werden dem begeistert zustimmen. Nicht der direkte Weg führt zum Ziel, sondern Umwege. Und es zeigt sich bei Onward, dass Familiengeschichten das Herz berühren. Die Sehnsucht nach einer Familie ist Kern des US-amerikanischen Kinos und davon profitiert Onward.
Die Autoren des Films verbeugen sich vor der Tradition des US-Kinos und vor allem des Roadmovies. Wenn eine Unmenge von Polizeiwägen mit Blaulicht unsere Helden jagt, dann verbeugt sich Onward vor den Roadmovie Auf dem Highway ist die Hölle los oder Ein ausgekochtes Schlitzohr. Der Rockerfilm kommt vor und ich erwarte eigentlich Marlon Brando mit the Wild One. Aber dafür tritt der Vater als der Der Unsichtbare (The Invisible Man) von 1933 auf. Und wenn wieder ein Quest gelöst wird, wird der große Steven Spielberg mit Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zitiert. Das Überschreiten der Schlucht oder die rotierenden Messer im Tunnel sind Indy Jones pur.

Onward: Keine halben Sachen ist ein absolutes Kino-Muss und für mich das Animationshighlight des Jahres. Pixar kann es eben.

75. Jahrestag zur Befreiung von Auschwitz

27. Januar 2020

Wenn sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt, dann poste ich in meinem Blog in der Regel Bilder von meinem Besuch in Auschwitz zum Gedenken.
Zum heutigen 75. Jahrestag zur Befreiung von Auschwitz werde ich keine dokumentarischen Aufnahmen posten, sondern ich erinnere mich an den Tag als ich den Film Schindlers Liste zum ersten Mal im Kino gesehen hatte. Der Steven Spielberg Film nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Keneally hatte mich tief berührt und tut es immer noch. Daher schaue ich mir den Film heute wieder an.


Als ich 1994 ins Kino ging war ich neugierig. Ich war ein Fan von Steven Spielberg und liebte seine unterhaltsamen Filme wie der weiße Hai, Indiana Jones, Unheimliche Begegnung oder E.T. der Außerirdische. Dass sich der Jude Spielberg des Themas Judenverfolgung annahm war nur konsequent, aber konnte er dieses Thema wirklich auf die Leinwand bringen? Ja, und wie er es konnte. Dass hat auch mein Filmidol Stanley Kubrick gesehen, der in der Vorbereitung des Films Aryan Papers arbeitete – eine Verfilmung des Romans Lügen in Zeiten des Krieges von Louis Begley. Kubrick brach die Vorbereitungen ab, die kurz vor dem Drehstart standen. Nach Schindlers Liste würde das Publikum keinen weiteren Film über den Holocaust mehr sehen wollen.
Als ich damals die ersten Minuten von Schindlers Liste im Kino sah, wunderte ich mich, warum der Film in Schwarzweiß gedreht wurde. Aber richtig: Für mich war der Holocaust, der Zweite Weltkrieg und die ganze Thematik schwarzweiß. Es gab zwar Farbfilme in der Zeit, doch diese Geschichte wurde in meinem Kopf in Bildern in Schwarzweiß eingebrannt. Und so traf mich die Szene mi dem roten Mantel des kleinen Kindes um so mehr. Die Emotionen brachen im Kino hervor. Mit welches Brutalität die Mörder vorgingen war ekelerregend. Jedes Mal, wenn ich die Szene auch heute noch sehe, kommen bei mir die Gefühle des Mitleids und des Zorns wieder hoch. Spielberg verstand es, auf der Klaviatur meiner Gefühle zu spielen. Das war seine Kunst in seinen Filmen, die er meisterlich beherrschte. Hinzu kam sicherlich auch der Score von John Williams. Williams weigerte sich anfangs die Filmmusik zu Schindlers Liste zu schreiben. Es gäbe dafür bessere Leute, sagte er zu Spielberg. Der antwortete sinngemäß. „Ja, ich weiß, aber sie sind alle tot.“
Der Film bewegte mich auch auf eine andere Weise. Er zeigt, dass es Menschen gibt, die Unrecht erkennen und sich auf ihre Art zur Wehr setzen. Im Film ist es die Liste der 1200 Schindler-Juden und deren Dank an Oskar Schindler mit dem Ring aus Zahngold auf dem der Talmud-Spruch eingraviert ist: „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
Zum 75.Jahrestag der Befreiung von Auschwitz nimmt der Hass gegen Juden in Menem Deutschland wieder zu. Ich nenne nur Halle als Stichwort. Dagegen müssen wir uns alle stellen, dagegen muss ich mich stellen. Ich möchte keine Wiederholung der deutschen Geschichte. Wir haben eine Verantwortung. Ich konnte nicht verhindern, welche Verbrechen damals gegen die Menschlichkeit passierten. Aber ich kann durch meinen Einsatz verhindern, dass sich solche Verbrechen wiederholen.

Filmkritik: Doctor Sleeps Erwachen

25. November 2019

Erinnern Sie sich noch an den Film 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen? Es war die Fortsetzung des epochalen Science Fiction-Klassikers 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick. Die Fortsetzung war ein Flop, entwickelte sich aber über Jahre hinweg zum Lieberhaberfilm für Fans und hatte seine größten Momente in den Szenen, die auf dem Raumschiff Discovery spielten. Genauso wird es Dr. Sleep ergehen. Das ist für Fortsetzung von Stanley Kubricks angsteinflößenden Terror-Klassikers Shining und diese Fortsetzung droht auch zu floppen. Dr. Sleep hat seine besten Szenen, wenn sie im Overlook Hotel spielen.

Verleih – was ist los?

Bevor ich aber mich genauer dem Film widme, möchte ich den Verleih Warner fragen, was ihr gesoffen habt? Aus Dr. Sleep macht ihr in der deutschen Übersetzung Doctor Sleeps Erwachen. Was soll das? Der Titel Dr. Sleep dreht sich nicht um ein ominöses Erwachen eines Doktors, sondern um würdevolle Sterbebegleitung. Was hat den Verleih da bei dem deutschen Titel geritten? Zuviel Star Wars gesehen?

Fortsetzung von Shining

Aber ganz der Reihe nach. Shining war 1980 Stanley Kubricks Ausflug ins Horrorkino. Der Meister nahm sich einen Roman Shining von Stephen King an und zauberte Geniales auf die Kinoleinwand – unterstützt von Jack Nicholson und Shelley Duvall. Alles an diesem Film war perfekt, nur einer mochte ihn nicht. Romanautor Stephen King zickte herum und unterstützte daher eine Fernsehverfilmung Stephen Kings The Shining von 1997 durch Mick Garris, der bis auf den Score belanglos ist.

Im Jahre 2013 schrieb Stephen King dann die Fortsetzung von Shining mit dem Titel Doctor Sleep und vor kurzem kam diese Verfilmung in die Kinos. Als Fan des Themas musste ich mir den Streifen im Scala Kino in Fürstenfeldbruck ansehen.

Nun das Problem ist, dass Regisseur und Drehbuchautor Mike Flanagan kein Stanley Kubrick ist, sich aber immer an ihm messen lassen muss. Und daran muss er scheitern, sowie Peter Hyams damals bei 2010, wobei Hyams zumindest ein routinierter Mann auf dem Regiesessel war, der den Klassiker Outland schuf. Mike Flanagan ist zwar im Horrorgenre zu Hause, tritt aber in die übergroßen Fußstapfen von Stanley Kubrick.
Sein Film Doctor Sleeps Erwachen ist ein gut gemachter PSI-Thriller, der das Problem hat, im übermächtigen Schatten eines der größten Filmgenies zu stehen.
Mike Flanagans Film macht Spaß, wenn er Kubrick zitiert und mit Shining spielt. So wie damals 2010 spannend war als die Astronauten die Discovery betraten, wird Doctor Sleeps Erwachen spannend, wenn wir das Overlook Hotel betreten. Es hat zwar nicht die Leichtigkeit eines Stevens Spielbergs in Ready Player One, der auch Shining zitierte, aber es ist eine großartige Atmosphäre. Als Kubrick-Fan wartet man sehnsüchtig auf die Anspielungen, die im Film zahlreich vorhanden sind.

Verbeugung vor großen Klassiker
Aber es beginnt erst einmal mit einer Verbeugung an einen anderen Klassiker: Frankenstein von James Whale aus dem Jahre 1931. Und zwar die Blumenszene mit dem Monster. Mike Flanagan führt das Böse in den ersten Minuten ein. Das Monster Frankenstein wird allerdings hier von Rebecca Ferguson als Rose wunderbar gespielt. Und dann wird noch Dracula zitiert, wenn sich die Mitglieder des Knotens auf ihre Opfer stürzen und ihr Steam für das ewige Leben aussaugen. Mir kam Francis Ford Coppolas Bram Stoker’s Dracula sofort in den Sinn und ich musste grinsen.

Vielleicht ein bisschen Frankenstein?

Vielleicht ein bisschen Frankenstein?

Später kommen natürlich alle bekannten Klischees aus Shining: Raum 237, die Wasserleiche, Koch Dick Hallorann, die Zwillinge. Aber das macht durchaus Spaß und wir wollen mehr. Und da beginnt die Durststrecke. Mike Flanagan verfilmt Kings Roman als normalen US-Thriller. Handwerklich gut gemacht, aber so richtiges Feeling wollte bei mir nicht aufkommen.

Sicherlich der beste Lacher im Film: Das identische Büro aus Shining.

Sicherlich der beste Lacher im Film: Das identische Büro aus Shining.

Und so war es im Original.

Und so war es im Original.

So suchte man Anspielungen von Shining und wird fündig. Besonders mochte ich die Szene bei Dr. John Dalton im Büro, die vom Set dann doch sehr an das Shining-Bewerbungsgespräch von Jack Torrance bei Mr. Ullman im Overlook erinnert. Das Büro ist nahezu identisch, inklusive US-Fahne und Bilder an der Wand. Sohn Danny in der Rolle von Vater Jack und alles Imagination?

Kennen wir diese Szene nicht auch aus Shining?

Kennen wir diese Szene nicht auch aus Shining?

Auch sehr, sehr nett sind die Autofahrten bei der Abra Stone auf dem Rücksitz weilt, während Billy Freeman und Danny Torrance im Front sitzen. Gab es da nicht 1980 bei Kubrick die Fahrt von Jack Torrance und seiner Frau Wendy im Käfer, wo Danny auf der Rückbank sitzt? So was macht Spaß und hält bei Doctor Sleeps Erwachen die Spannung für Filmfreunde aufrecht, während das normale Publikum einfach nur die Szene ansieht.

Das letzte Drittel von Doctor Sleeps Erwachen spielt dann endlich im Overlook. Mein Herz geht auf, wenn ich den Teppich, die Muster und die Gänge sehe, die Halle mit der Schreibmaschine, das Labyrinth, die Wohnung von Torrance mit zertrümmerten Türen. Dem Publikum von heute muss der Horror von „here‘s Johnny“ nochmals in neuer Form dargereicht werden. Das Setdesign ist großartig.
Eingeführt wird das Overlook durch den Kubrickschen Kameraflug über den Gebirgssee. Bei so etwas bin ich versöhnt.

Schwierig ist dagegen die Szene im Golden Tea-Room, wo Danny auf seinen Vater Jack trifft, der sich als Barkeepr Lloyd ausgibt. Ewan McGregor als Danny Torrance spielt seine Sache gut, aber Ewan McGregor ist eben nicht Jack Nicholson. Ewan McGregor sucht sein eigenes Schauspiel, seine eigene Interpretation der Rolle, muss aber versagen wenn man Nicholson 1980 am gleichen Ort genießen konnte. Henry Thomas spielt in Doctor Sleeps Erwachen die Rolle von Vater Jack Torrance und erst dachte ich mir, dass es schade war, dass ich einen alten Nicholson nicht in der Rolle gesehen habe. Wahrscheinlich war er zu teuer, aber noch wahrscheinlicher wäre es gewesen, dass er Ewan McGregor einfach an die Wand gespielt hätte.

Nun, ich sage mal voraus, dass Doctor Sleeps Erwachen im Kino floppen wird, obwohl er es nicht verdient hat. Aber ich sage auch voraus, dass er ebenso wie 2010 Jahre später sein Publikum finden wird. Schaut ihn euch jetzt im Kino an, damit ihr sagen könnt, ihr wart damals dabei gewesen. Ach ja – Shining 4K ist auf 4K erschienen. Kauft euch den Film und genießt einen echten Klassiker des Kinos.

the next computing Plattform durch VR

27. September 2019

Die nächste Stufe

Die nächste Stufe

Durch Zufall schaltete ich in Facebook in die Übertragung der Oculus-Konferenz Connect 6 und sah das Statement von Mark Zuckerberg, wie er über die Zukunft von VR sprach. Er nannte es „the next computing plattform“.

Große Worte für eine Technik, die eher noch auf eine kleine Gruppe von Gamer, Industriearbeitern oder Visionären begrenzt ist. VR hat sich zwar etabliert, ist aber noch nicht flächendeckend in die Wohnzimmer eingezogen. Und dennoch: Wie sagte schon Isaac Asimov: Es waren die Utopisten, die diese Welt voran gebracht haben. Auch ich denke, dass VR und AR die Zukunft gehört.

VR-Navigation mit Gestern

VR-Navigation mit Gestern

Was Zuckerberg für die Oculus-Brille ankündigte, ließ mich aufhorchen. Bisher brauchte ich für die Navigation durch die VR-Welten eine Art von Controller. Bei meiner Sony VR ist es der Gamecontroller oder die Move-Sticks. Zuckerberg kündigte für Frühjahr 2020 Hand Tracking an. Das bedeutet, den Verzicht auf Controller, sondern ich arbeite mit den Händen. Der Vision von Philip K. Dicks Minority Report sind wir wieder näher gerückt: Navigation im Raum durch Handgesten, wie wir es bei Steven Spielberg im Minority Report gesehen haben. Das wäre wirklich „the next computing plattform“. Jetzt müssen wir abwarten, wie sich diese Technik in der Realität darstellt, aber die Faszination VR hat durch mehr Fahrt bei mir angenommen. 

Eine weitere Idee war Facbook Horizon, das Facebook Spaces und Oculus Rooms ablösen soll. Es ist im Grunde eine neue Form von Secound Life. Ich kann mich in eine VR-Welt einloggen und mir die Welt nach meinen Wünschen gestalten. Gemeinsam mit anderen Nutzern lassen sich diese Welten erkunden, Filme schauen, Spiele spielen. Ich stell mir schon vor, wie bei uns jeder in der Familie in einem anderem Raum sitzt und wir uns alle in einem virtuellen Wohnzimmer treffen. Ob das wirklich erstrebenswert ist? Aber ich will es mal positiv sehen: Neue Welten entdecken, neue Zivilisationen und neue Bekanntschaften machen . Mein Star Trek-Gen setzt sich durch. Dass sich nicht irgendwelche Horden in den Welten breit machen, dafür gibt es eine Art Polizei, bei Facebook Horizons Locals  genannt. Ich habe gehört, dass es auch hier eine Netikette geben soll, bei denen Neugier, Respekt und Nettigkeit an erster Stelle stehen soll. Lassen wir uns mal überraschen.

Unheimliche Begegnung der dritten Art – immer noch ein Meisterwerk von Steven Spielberg

20. März 2019

Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Als Jugendlicher war ich angetan von kämpferischen Science-Fiction Filmen. Streifen wie Star Wars, Buck Rogers oder Kampfstern Galactica standen bei mir hoch im Kurs. Und dann sah ich im Jahre 1977 mit meinem Kumpel Thomas Schmelzer einen Film, der unsere Einstellung zum Science-Fiction Film veränderte: Unheimliche Begegnung der dritten Art.
Dieser Klassiker, von dem damals sehr jungen Steven Spielberg gedreht, vermittelt ein positives Bild von Außerirdischen. Keine waffenstarrenden Monster aus dem All, sondern der Vorläufer von ET und der Erkenntnis, dass es besser ist, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen. Meine Gruppe von Freunden waren komplett begeistert, von der Handlung, von den Tricks, von den Schauspielern und von der Musik von John Williams. Später kam der Film noch mal in einer überarbeiteten Version in die Kinos und zeigte ein bisschen mehr von den Besuchern aus den Tiefen des Weltraums. Und die dritte überarbeitete Version merzte die Fehler der zweiten Fassung aus.
Auf einer Filmsammlerbörse erstand ich für viel Taschengeld einen Satz an Aushangfotos und hatte auch ein paar in meinem Kinderzimmer aufgehängt. Später besorgte ich mir den Soundtrack auf Vinyl, später auf CD und vor wenigen Wochen bekam ich die seltene Doppel-CD mit dem kompletten Score in die Hände. Was John Williams da abgeliefert hat, war wirklich eindrucksvoll. Das musikalische Leitmotiv kommt immer wieder in anderen Filmen vor.
Auch die Bluray Unheimliche Begegnung der Dritten Art mit den drei verschiedenen Filmversionen ist immer noch sehenswert. Interessant ist, wie Spielberg mit uns als Zuschauer spielt, wie er die Spannung aufbaut und über lange Zeit hält. Interessant ist aber auch, dass der Film einen Erzählrhythmus hat, der meinen Kindern zu langsam ist. Zum 40-jährigen Jubiläum des Films kam 2017 ein Making of-Buch heraus, das ich mir jetzt anschaffte, um in den alten Science Fiction-Zeiten zu schwelgen. Es waren die Zeiten als Special Effects noch handgemacht waren. Keine CGI-Bilder aus dem Computer, sondern Modellbau, Beleuchtung, Mattezeichnungen. Vielleicht waren die Tricks nicht so perfekt wie in heutigen Filmen, aber die perfekte Illusion entstand im Kopf. Spielberg verstand es auf der Klaviatur meiner Gefühle zu spielen.

Und diese Gefühle von Spannung, Forschergeist, Faszination kamen wieder hoch, als ich das Making-Of-Buch Close Encounters of the Third Kind: The Ultimate Visual Historydurchblätterte. Es ist eine Art Scrapbook, das heißt, es sind Notizen, Briefe, Skribbles nicht nur abgebildet, sondern eingeheftet. So bekomme ich als Leser ein noch besseres Gefühl für den Entstehungsprozess des Films. Und es ist ein Wiedersehen mit dem wunderbaren Francois Truffaut. Die französische Regielegende der Novelle Vogue spielt unter einem jungen Regisseur des neuen Hollywoods.


Auch sehr schön: Das Buch von Michael Klastorin beginnt mit einem Rückblick in die Jugendzeit von Spielberg. Es zeigt nicht Fotos aus dem Elternhaus, sondern es zeigt den begeisterten Filmenthuiasten Steven Spielberg beim Dreh. Seltene Schwarzweißaufnahmen von den Dreharbeiten von Spielbergs ersten Filmversuchen. Auf den Bildern ist ein stolzer Nachwuchsfilmemacher zu sehen, der seinen Weg als erfolgreichster Regisseur des neuen Hollywood gehen sollte. 500 US-Dollar kostete sein Super 8-Film Firelight, der das Geld wieder einspielte und Spielberg Mut machte, seinen Weg zu gehen.
Die erste Zeichnung zu Unheimliche Begegnung entstand in der Schnittphase des weißen Hais. Es zeigt den späteren Roy und Jillian, wie sie den UFO-Landesplatz entdecken und hinter ihnen UFOs am Himmel. Ich erinnere mich an die Zeit nur noch schemenhaft, aber ich weiß, dass die Massenmedien von UFO-Sichtungen begeistert waren. Der Spinner Erich von Däniken wurde mit Erinnerungen an die Zukunft zum Bestseller-Autor und der Quatsch seiner Ideen, einer frühe Form der Verschwörungstheorien, verbreitete sich. Ich habe das Buch in der Bücherei meiner Heimatstadt ausgeliehen und gelesen – vertane Zeit.

Buchtipp: The Art of Ready Player One

6. September 2018

Optisch hat mich Ready Player One ja vom Hocker gehauen. Als der Film damals in die Kinos kam, musste ich ihn mir unbedingt sofort anschauen und war im Großen und Ganzen davon begeistert. Vor allem Spielbergs Verbeugung vor dem Meisterregissuer Stanley Kubrick hat mir sehr gut gefallen und ich habe ausführlich darüber gebloggt.

Jetzt endlich erscheint Ready Player One auf Blu Ray und ich freue mich auf die Bild für Bild Analyse des Films. Schließlich kommt es gerade hier auf die vielen kleinen Details an. Spielberg hat so viele Kleinigkeiten und Überraschungen eingebaut, die ich beim Ansehen im Kino übersehen habe. Es ging alles sehr schnell und nun habe ich Zeit, mir Szene um Szene in Ruhe anzuschauen und zu analysieren.  

Natürlich jammern zum Blu ray-Start die Puristen, dass der Roman besser sei. Nein, er ist anders und er hat seine absoluten Qualitäten. Ich habe das Buch auf Deutsch und Englisch gelesen und kann mit der Übersetzung leben. Aber Film ist eben ein anderes Medium als Buch, zudem Spielberg mit The Shining das Buch erweitert hat. Aber um die Wartezeit auf die Blu Ray von Ready Player One zu verkürzen und die Spannung anzuheizen, habe ich mit wieder einmal auf Art of-Buch zugelegt. Also The Art of Ready Player One von Gina Mcintyre mit einem Vorwort von Steven Spielberg und einer Einführung von Roman-Autor Ernest Cline ist ein bildgwaltiges Buch geworden – genau das habe ich auch erwartet. 

Natürlich werden erst mal die handelnden Personen vorgestellt. Das meiste Material an Entwürfen und Zeichnungen gibt es freilich von Parzival und Art3mis, aber auch auf den Hintergrund der anderen Gamer im Team wurde geachtet. Dann wird aus dem Art of-Buch immer wieder eine Making of-Buch. Der Leser erfährt über das Capturing-Verfahren und sieht allerhand Fotos vom MotionCapture bei ILM, aber technische Geheimnisse bleiben geheim. Schön sind auch die unterschiedlichen Ausflüge in die Oasis.

Dann kommst es wieder bildgewaltig beim Rennen. Gerade hier freue ich mich auf die Blu Ray, wenn ich die unterschiedlichen Fahrzeuge mal in Zeitlupe sehen kann. Im Art of-Buch konnte ich dazu die Sketches sehen und erste Details entdecken. Bei alle den Fahrzeugen, die Spielberg in den Film gepackt hat, ist mir das Motorrad aus Akira am liebsten. Darüber habe ich ja auch einen eigenen Blogpost geschrieben. 

Verschlungen habe ich das Kapitel über Entring the Shining. Spielberg interpretiert Kubrick, was kann es denn besseres denn geben? Die Detailbessenheit Kubricks versuchte Spielberg zu erreichen und interpretierte einzelnen Szenen in seiner typisch Spielbergschen Denkweise. Die Bilder nahmen mich wieder mit auf die Reise in den Terrors, für den Shining steht. Und toll ist auch, wie der Film auf einmal einen 80er Jahre Style einnimmt, das Storyboard bereitet dieses optischen Zeitsprung vor. 

Und da wäre noch die Endschlacht – der Boss-Gegner auf dem Planeten Doom. Hier entdeckte ich Kämpfer, die ich im Film gar nicht wahrgenommen habe und die erst durch das Art of-Buch zum  Vorschein gekommen sind. Napoleon auf der Echse – wunderbar. Und zum Boss-Kampf gibt es auch eine Ausklappseite im Buch, die den Kampf in all seiner epischen Breite zeigt. Als Jugendliche habe ich solche Ausklappseiten, Centerfold  hieß es in anderen Zeitschriften, geliebt. 

Also auch dieses Mal ein klarer Kauftipps für das Buch Art-of und auch ein Kauftipps für die Blu ray von Ready Player One – und wer den wichtigen Roman der 90er Jahre Ready Player One unverständlicherweise noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt tun. 

Musiktipp: Soundtrack The Post von John Williams

13. Juli 2018

Wieder mal hat John Williams mit dem Soundtrack The Post ein Meisterwerk abgeliefert.

Wieder mal hat John Williams mit dem Soundtrack The Post ein Meisterwerk abgeliefert.

44 Jahre arbeiten Regisseur Steven Spielberg und Komponist John Williams nun zusammen und jedes Mal jubiliere ich, wenn der nunmehr 86jährige Superstar der Filmmusik einen neuen Score veröffentlicht. So auch bei dem Werk The Post zum Film die Verlegerin, der unlängst auf Blu ray erschienen ist.
Es ist dieses Mal kein gewaltiger sinfonischer Score geworden, vielmehr ein musikalisches Kammerspiel. Die Musik ist sehr ruhig und atmosphärisch dicht. In dem Film werden zwar große Schlachten um die Pressefreiheit geschlagen, aber anders als die Musik zu Star Wars, Indiana Jones oder andere Meisterwerke von John Williams ist die Musik dezenter, weniger wuchtig und gewaltig.
Die Musik musste schnell komponiert werden und John Williams arbeitete unter enormen Zeitdruck und schuf wie immer ein geniales Werk. In der Regel spielt Williams seinem Regisseur Spielberg die Kompositionen auf Klavier vor. Dieses Mal war der Zeitdruck so groß, dass Williams gleich ins Studio ging und Spielberg die Musik dort abnahm. Das zeigt das enorme Vertrauensverhältnis der beiden Künstler.
Es ist die Zurückhaltung in der Musik zu spüren, setzt aber starke Akzente, wenn es dramaturgisch notwenig ist. Und genau diese Mischung macht es auch. Williams selbst gibt zu, dass er nie in einer Redaktion gearbeitet hatte, musste aber die laute Redaktionsarbeit musikalisch verarbeiten. Wir reden schließlich vom Zeitalter der Schreibmaschine. Und siehe da, das Orchester liefert den Rhythmus zum Film. Das zeigt sich in verschiedenen Szenen am besten: Das Zusammensetzen der Seite im Bleidruckverfahren. Das Ausschießen der Bleilettern und das Montieren der Zeitung – als einer der Höhepunkte des Films.
Intensiv ist auch die Szene der Entscheidung. Verlegerin Katharine „Kay“ Graham gibt das Okay zum Veröffentlichen und verteidigt die Pressefreiheit. Die Kamera fährt auf das Gesicht von Meryl Streep und die Musik schwillt an. „Wir drucken!“ – die Entscheidung ist gefallen. Ein perfekter Bild-Ton-Schnitt des Duos Spielberg Williams und ganz großes Schauspiel.
Musikalische Motive von Ekstase, Erleichterung und Empathie kommt es bei der Entscheidung des Obersten Gerichts: Jubel in der Redaktion und der Schreiten der Verlegerin durch eine Gruppe von jungen Frauen – ein tolles Bild der Emanzipation. Klare Empfehlung für The Post

Filmtipp: Die Verlegerin von Steven Spielberg

12. Juli 2018

Es ist ein leiser Film mit leisen Tönen, aber die Sprengkraft der Aussage ist gewaltig. „Wir müssen die Kontrollinstanz für ihre Taten sein!“ Diese Aussage von Ben Bradlee, Chefredakteur der Washington Post, bringt den Film Die Verlegerin auf den Punkt. Der Film von Steven Spielberg ist ein großes amerikanisches Epos, ein Loblied auf den Journalismus der siebziger Jahre, der heute im Zeitalter von Trump und Putin dringender denn je ist. 

Im Film ging es um die Veröffentlichung der Pentagon Papiere, die zeigten, wie alle US-Regierungen seit Truman im Krieg in Südostasien verwickelt waren. Die Pentagon Papiere, die von Daniel „Dan“ Ellsberg zusammengetragen und von der New York Times veröffentlicht wurden, waren ein Glanzstück des investigativen Journalismus und schufen die Grundlage des späteren Watergate-Skandals um Richard Nixon. Im Grunde war Dan Ellsberg einer der ersten Whistleblower und dafür hat er meinen Respekt. 

Der leise Film Die Verlegerin von Spielberg zeigt die Entwicklung des Provinzblatts Washington Post zu einer der wichtigsten Zeitungen der USA, die später dank der Recherchen von Bob Woodward und Carl Bernstein den Watergate-Skandal aufdeckten. Auch hier griffen sie auf einen Whistleblower zurück: Den stellvertretenden Direktor des FBI. 

Das ist die eine Seite des Films. Auf der anderen Seite ist der Film ein Plädoyer für die Emanzipation. Der Film zeigt auch, wie schwer es Frauen in Führungspositionen haben. Katharine „Kay“ Graham führte nach dem Selbstmord ihres Mannes die Zeitung Washington Post in ein neues Zeitalter. Die Millionärserbin ist auf dem gesellschaftlichen Parkett zuhause und muss nun in die Männerdomäne des Verlagsgeschäfts vordringen. Meryl Streep spielt die Verlegerin fantastisch und Tom Hanks als Chefredakteur Ben Bradlee ist nicht minder genial. Kein Wunder, dass US-Präsident Trump die Schauspielerin Streep nicht ausstehen kann.

Als der Film beginnt, im Dschungelkrieg von Vietnam 1968, war ich an Spielbergs Einstieg in Sergant Private Ryan erinnert. Das Abschlachten am D-Day bei der Landung in der Normandie. Aber wir sind bei der Verlegerin nicht in einem Kriegsfilm, sondern in einem Polit-Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht. Der Film beginnt mit einer Lüge. Der Krieg in Vietnam ist nicht zu gewinnen. Die US-Regierung weiß es, schickt die Soldaten aber dennoch in den sinnlosen Krieg. Kein Präsident will die Schmach eines verlorenen Krieges verantworten. Erst Richard Nixon beendete den verlorenen Krieg, hatte außenpolitische Erfolge und musste innenpolitisch 1974 wegen üblen Machenschaften zurücktreten. US-Verteidigungsminister Robert McNamara lässt eine Studie mit 47 Bänden anfertigen, die das Engagement und den Krieg in Vietnam dokumentieren – für spätere wissenschaftliche Zwecke. Diese Studie ist unter Verschluss, wird aber von Ellsberg kopiert und in der New York Times Zug um Zug veröffentlicht. Auch die Post bekommen von den Pentagon Papieren etwas ab und veröffentlichen sie. Als die Times gerichtlich von Nixon und seinem Justizminister Mitchell gestoppt wird, greift die Post ein und zusammen mit anderen Zeitungen verteidigen sie die Pressefreiheit als hohes Gut in der US-Gesellschaft. 

Sind die Pentagon Papiere Landesverrat? Steht die nationale Sicherheit der USA auf dem Spiel? Was bedeutet die Veröffentlichung für die Zeitung? Fragen, die die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham beantworten muss. Es ist großes Schauspiel, wie sich Merly Sleep windet und mich sich kämpft – und sich von ihrer alten Rolle verabschiedet. Endlich und endlich kommt die die Aussage: „Wir drucken – wir drucken!“

Neben den dramatischen Szenen liebe ich Steven Spielberg vor allem für eine kleine Einstellung, die mir zeigt, wie gut Spielberg auf der Klaviatur der Gefühlen spielen kann. Als die Pentagon Papiere von der Redaktion geordnet werden, verkauft die kleine Tochter von Ben Bradlee selbstgemachte Limo für 25 Cent pro Glas. Dann sind es 50 Cent und am Ende des Tages wenn die Redakteure ihre Geschichte fertig haben, da hat die Tochter ein fettes Bündel Dollarscheine verdient – das hat mir gefallen. Und klarer Tipp für den Film Die Verlegerin.