Posts Tagged ‘Ausstellung’

ARTMUC – Endlich wieder Kunst

13. Mai 2022
Die ARTMUC auf der Praterinsel in München.

Das Darben hat ein Ende. Die ARTMUC, eine der schönsten Kunstevents in München, hat nach Corona an diesem Wochenende wieder auf der Praterinsel geöffnet. Neben mehr als 75 Künstler aus ganz Europa stellen auch 25 Galerien und internationale Projekte in den Räumen aus. Auf Einladung des PresseClubs München durfte ich die Ausstellung einen Tag vor Eröffnung besichtigen und ich habe gemerkt, wie sehr mir Kunst und damit neue Ideen gefehlt haben. Hier ein Interview von mir mit dem Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die ARTMUC positioniert als Entdeckermesse und Verkaufsplattform für zeitgenössische Kunst, die man sich auch leisten kann. „Der Kunstmarkt hat trotz einzelner Auktionsrekorde nach wie vor mit einer hohen Volatilität zu kämpfen. Das Positive daran ist jedoch, dass alle Protagonisten selbst aktiv werden und neue Wege und Ansätze für eine eigene Präsentation und Vermarktung entwickeln – darauf setzen wir u.a. mit unserem DIGITAL.LAB Projekt.“, erklärt der Veranstalter Raiko Schwalbe. Hier ein kleiner Rundgang in VR 360 Grad. Leider harmoniert die Framerate der Kamera nicht unbedingt mit der Beleuchtung der Ausstellungsräume – ein Manko vieler Galerien.

360 Grad Rundgang durch einen Teil der Ausstellung

Die rein weibliche Jury mit Dörthe Bäumer, Uta Römer und Anabel Roque Rodríguez hat eine beeindruckende Auswahl an Künstlern getroffen. Beim Gang durch die Ausstellungsräume traf ich auf eine Palette unterschiedlicher Richtungen. Sofort kam die Neugierde vermischt mit Inspiration auf.

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Natürlich darf heute auch das Thema Ukraine-Krieg nicht fehlen. Die ARTMUC unterstützt bei der aktuellen Ausgabe zwei Kunstprojekte aus der Ukraine mit freien Flächen: die Galeristin Katia Vozianova von der Galerie Teskh und die Künstlerin Irina Fedorenko, beide aus Kiew. Vor dem Fall von Mariupol packte Katia Vozianova noch einige Bilder zusammen, verstaute sie in Rollen und brachte sie nach München.

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Bei verschiedenen Künstler blieb ich länger stehen, weil die Werke mich auf die eine oder andere Art ansprachen. Humorvoll war die Fliege von Brandy Brandstätter. Es handelt sich um eine Kuh in Originalgröße von 2019, die mit 50.000 Maiskörner beklebt wurde. Gezählt habe ich die Körner nicht, wohl aber die Fliege auf der Nase der Kuh.

Hong Kong Noon I von Martin Köster

Hong Kong Noon I von Martin Köster (rechts unten).

Immer wieder habe ich die Bilder von Martin Köster gesehen und bewundert. Auf der ARTMUC habe ich endlich am Stand der Galerie an der Zitadelle die Bilder im Original gesehen und sie haben mich umgehauen. Marita Loren hat vier Bilder von Köster dabei, darunter Hong Kong Noon I. Ich habe mich sofort (in das Bild) verliebt. Martin Köster hat seine Faszination für Städte und seine Liebe für die Symmetrie in seinen Bildern vereint. Seine Öl-auf-Holz-Gemälde zeigen Stimmungen von typischen Stadtlandschaften, wo Menschen auf engstem Raum zusammenleben, aber doch einsam/fremd bleiben, wo Gebäude gleich und symmetrisch wirken, aber abstrahiert dargestellt sind.

Schalen und blauer Engel von Isabel Ritter

Beim Streifzug durch die Ausstellung blieb ich an den Bronzeskulpturen von Isabel Ritter stehen. Sie macht in Schalen: Bananenschalen, Orangenschalen, Zitronenschalen und mehr. Humorvoll und wunderschön anzusehen. Aber Isabel Ritter hat mich auch fasziniert mit ihrer Skulptur Blue Angel, die auch als digitaler Zwilling im Bereich digitale Kunst zu sehen und zu erfahren ist.

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

Fabian Seifried aus München faszinierte mich mit seinen Geweihen im Rahmen von KunstWild. Hier trifft sich Kunst und Tradition. Entstanden ist die Idee aus dem Nachlass der Grosseltern und der damit verbundenen schönen Erinnerungen. KunstWild soll Spass machen und positive Gefühle wecken. Manche Objekte passen einfach nicht in einem Rahmen. Sie brauchen Platz um von allen Seiten bewundert zu werden. Diese Blickfänge stehen auf soliden Metallständern und strahlen im natürlichen Sonnenlicht genauso schön wie in gemütlichem Kunstlicht. MODERN.POP.RAM war ein tolles Geweih in Pop-Art-Design.

Hunter & Prey von Tobias Frank

Hunter & Prey von Tobias Frank

Als Anime-und Cosplayer-Fan fiel mir sofort Hunter & Prey von Tobias Frank auf. Der aus München stammende Künstler zeigt viel Humor und hat wohl in diesem Bild seine Erfahrungen in Japan einfließen lassen. Das Bild hat mich spontan begeistert.

Und weitere Eindrücke von der sehenswerten ARTMUC.

Musiktipp Kraftwerk Remixes und Ausstellung

18. April 2022

Aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen werde ich nicht nach Düsseldorf in den Kunstpalast zu der sicher sehenswerten Ausstellung Electro fahren, die noch bis 15. Mai 2022 läuft. Weil mich aber das Thema interessiert, habe ich mir den Katalog gekauft und wenn ein Kooperationspartner mitmacht, will ich auch ein Online-Seminar oder ein Präsensseminar in einem Club zu elektronischer Musik machen.

Unter dem Titel Electro – von Kraftwerk bis Techno geht der Katalog und auch die Ausstellung auf die Entwicklung der elektronischen Musik ein. Ich bin ein Fan von Daphine Oram, habe viel Stockhausen gehört, aber meine wirklichen Helden sind beispielsweise Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze, Tangerine Dream und natürlich immer wieder Kraftwerk.

Von Kraftwerk geht für mich eine ungeheure Faszination aus. Im Laufe der Jahre habe ich mir ziemlich viele Aufnahmen zusammengekauft, besuchte ein schlichtweg geniales Konzert in der Lichtburg in Essen und saß dabei in der vordersten Reihe und nun erschien von Kraftwerk das Album Remixes.

Ich habe mir die schwarze Vinyl zum Hören und die farbige Vinyl zum Sammeln bestellt – unterwegs höre ich die mp3 und ich merke, wie der Rhythmus durch den Körper geht. Es ist eine Sammlung der Remixe der Jahre 1991 bis 2021 der Elektronik-Pioniere aus Düsseldorf. Die beiden Kraftwerk-Väter Hütter und Schneider sind nicht unbedingt für ihre Experimentierfreude mit anderen Musikanten bekannt und lassen andere DJs die Stücke interpretieren, aber ein wenig hat sich Kraftwerk doch bewegt. Das Album ist anders als die Mix-Ausgabe aus dem Jahr 1991. Es bestand damals aus einer Auswahl von Liedern, die ursprünglich bereits auf früheren Alben von Kraftwerk erschienen waren und neu arrangiert und aufgenommen wurden.

Das neue Album Remixes geht darüber hinaus. Die Compilation zeigt den immensen Einfluss von Kraftwerk auf die Club- und DJ-Kultur, Techno und alle Formen der elektronischen Tanzmusik. Die 19 offiziellen Remixe enthalten neben Kraftwerks eigenen Remixen auch Beiträge von einigen der wichtigen DJs und Produzenten wie François Kervorkian, William Orbit, Étienne de Crécy, Orbital, Underground Resistance, DJ Rolando und Hot Chip. Die Remixe stammen von verschiedenen Kraftwerk 12″-Singles, CD-Singles und digitalen Veröffentlichungen aus den Jahren 1991 bis 2021 und liegen jetzt endlich als CD und Vinyl vor.

Natürlich weiß ich, dass die Musik von Kraftwerk ein Urvater von Techno war und kenne die Mär von 1977 mit dem Besuch des Afterhours-Club in der New Yorker Bronx von Ralf Hütter und Florian Schneider. Sie gehört zur Geschichte von Kraftwerk. Dort hörten die beiden Deutschen, was aus ihrer Musik in der Bronx gemixt wurde und waren angetan.

Für mich faszinierend waren für mich die sieben verschiedenen Versionen von Expo 2000. Das kann anstrengend sein, wenn man als Zuhörer das Liedchen in unterschiedlichen Interpretationen hört, aber mir gefällt es.

Ausstellung: The Mystery of Banksy – a Genius Mind in München

7. August 2021

Bis 3. Oktober 2021 läuft noch die Ausstellung The Mystery of Banksy – a Genius Mind in München. Zusammen mit meiner Familie habe ich mir die Veranstaltung im Isarforum beim Deutschen Museum angeschaut und ich habe eine zwiespältige Meinung.

Was dem Besucher klar sein muss, es handelt sich nicht um Originalausstellungsstücke, sondern um gut gemachte Repliken und die Ausstellung wirbt damit, dass sie nicht autorisiert sei.

In New York hatte ich die Ehre einen echten Banksy Boy with Hammer an der Upper East Side zu bewundern, der mich nachhaltig beeindruckt hat.

Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.
Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.

In München war es schön, einen Streifzug des Schaffens dieses wohl berühmtesten Street-Art-Künstlers zu sehen, aber nicht in der Umgebung, die Banksy für seine Kunst eigentlich im Sinn hat. Kapitalismuskritik in Ausstellungsräumen mit 17 Euro Eintritt pro Nase (unter der Woche). Wie pervers ist das eigentlich?
Didaktisch ist die Show in München prima gemacht. Enorm vielseitig und ansprechend präsentiert: QR Codes erklären zusätzlich zu den Beschreibungen an den Bildern, was der Künstler mit seinem Werk aussagen wollte. Da lässt sich nichts meckern und aufgrund eines durchdachten Hygienekonzepts ist die Ausstellung auch nicht überlaufen. Der Besucher hat seinen Spaß und es gibt spezielle Fotopoints, um Schnappschüsse als Erinnerung zu schießen und für die Ausstellung Werbung zu machen.

Die Ausstellung zeigt eine stattliche Anzahl von Bildern und Motiven, zudem laufen Videoinstallationen, die das Vorgehen des Meisters der Straßenkunst zeigen. Richtig grinsen musste ich bei der Installation Death of a Phone Booth. Eine rote britische Telefonzelle liegt am Boden und krümmt sich vor Schmerz, weil sie mit einer Spitzhacke malträtiert wurde. Es soll eine Beschreibung über den Rückgang der Telefonzellen im öffentlichen Raum sein, weil Smartphones sich durchgesetzt haben. Und natürlich wurde dieses Kunstwerk von den Besuchern mit dem Smartphone fotografiert – auch von mir.

Das ausgestellte U-Bahn-Abteil mit Banksys künstlicherischer Aufforderung sich an die Corona-Maßnahmen zu halten finde ich super gelungen. Es war ein Spaß in diesem Wagon die kleinen Ratten zu suchen, die der Künstler versteckt hat. So wird das Kunstwerk zu interaktiven Kunstwerk durch den Besucher. Und auch die Toilette mit den Ratten im Spiegel sind super gelungen.

Etwas schade finde ich die Darstellung von Love is in the Bin – das Kunstwerk, das zur Aktionskunst im Hause Sotheby’s wurde, als der Rahmen das Bild Mädchen mit Ballon am 5. Oktober 2018 durch einen Reißwolf zerstörte. Ich beobachtete einige Besucher in München, die diese Aktion nicht kannten. Da wäre ein Videobildschirm mit der Aktion in Endlosschleife didaktisch sinnvoll gewesen als nur reine Texttafeln.

Der umfangreiche Katalog ist ein wirkliches Musst-have. Im Ausstellungsshop gibt es ihn reduziert und er ist wirklich hervorragend. Er zeigt die Originalwerke des Künstlers in den Straßen und Plätzen, also Street Art in ihrer natürlichen Umgebung. Ich habe einige Kunstbücher über Banksy, aber dies gehört für mich als kunstinteressierten Laien zu den besten Büchern.

Audiotipp: Amazonia von Jean-Michel Jarre

10. April 2021

Wenn andere den Ruhestand genießen, ist Jean-Michel Jarre weiterhin produktiv tätig. Seine beiden jüngsten VR Konzerte hauten mich vom Hocker. Jetzt legt der 72jährige einen Soundtrack zu einer Fotoausstellung vor: Amazônia nach den Fotografien von Sebastião Salgado. Der Meister der Schwarzweiß-Fotografie war in Südamerika unterwegs und hat Eindrücke vom Amazonas eingefangen, Jarre liefert jetzt den Sound dazu. Ich schreibe bewusst nicht, dass er die Musik dazu liefert, denn es ist weitaus mehr. Es ist die Atmosphäre des Amazonas in Klang gepackt. Stimmen, Sprachsamples, Geräusche, Klänge, Wörter, Husten, Kreischen, das Prasseln des Feuers als wiederkehrendes Element, verknüpft mit Rhythmen, Schläge, Ambient-Klängen – eine elektronische Weltmusik, die inspiriert und provoziert.

Wie schon bei Zoolook 1984, also vor Jahrzehnten, geht Jarre weit über die klassische elektronische Musik hinaus. Er, der eigentlich auch für Bombastik bekannt ist, reduziert in Amazonia und durchbricht als 72 etablierter Musiker wieder Grenzen. Jarre lässt sich nicht einengen. Er macht keinen gefälligen Sound und stößt mit diesem Album die Tanzbären des Techno vor den Kopf. Amazônia ist ein Album für den Kopf und ich habe mir einen älteren Fotoband von Salgado mit dem wegweisenden Titel GENESIS herausgeholt. Amazonia erscheint erst im Mai 2021 bei meinem Lieblingsverlag Taschen. Sebastião Salgado bereiste sechs Jahre lang das brasilianische Amazonasgebiet und fotografierte die unvergleichliche Schönheit dieser einzigartigen Region: den Regenwald, die Flüsse, die Berge, die Menschen, die dort leben – ein unersetzlicher Schatz der Menschheit, in dem die ungeheure Kraft der Natur wie nirgendwo sonst auf der Erde zu spüren ist. 200 Bilder umfasst die Ausstellung, die seit dem 7. April 2021 in der Pariser Philharmonie zu sehen ist. Mal sehen, ob und wann die Ausstellung nach Deutschland kommt.

Seite für Seite habe ich den Band Genesis durchgeblättert und mich in den teils meditativen Sound von Jean-Michel Jarre vertief und verloren. Ja, der Sound ist gewöhnungsbedürftig und ich möchte das Album nicht als Musiktipp, sondern eher als Audiotipp bezeichnen. Es ist der Klang eines Ökosystems. Ich habe es mir genau zum Erscheinungstag bei Apple Music geladen und am selben Tag traf die CD bei mir ein.

Mein Rat: Lasst euch auf den Meister und seine Interpretation von Amazônia ein.

Gruß an Wim Wenders zum 75. Geburtstag

14. August 2020

Alles Gute Wim Wenders  zum 75. Geburtstag.

Alles Gute Wim Wenders zum 75. Geburtstag.

Wim Wenders ist preisgekrönter Regisseur, Autor, Produzent und Fotograf und Wim Wenders wird heute 75 Jahre alt. Ich gratuliere diesem Autorenfilmer aus der Zeit des neuen deutschen Films.Mein erster Wenders Film war Paris. Texas. Ich war erstaunt, wie ein Deutscher die Weite der USA einfangen konnte. Es war ein Roadmovie mit packendenden Darstellern: Harry Dean Stanton als Travis und Nastassja Kinski als Jane. Ich war zum deutschen Kinostart 1985 gerade auf meinem Dylan-Tripp und verschlang alles, was Sam Shepard zu Papier gebracht hatte. Wenders Regie war unheimlich eindringlich – die Musik von Ry Cooder Paris-Texas tat das seinige zum Erfolg des Films bei mir. Ich entschloss mich, Wim Wenders mehr Beachtung zu schenken.
Es folgten für mich Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1972), Tokyo-Ga (1985), natürlich der geniale Der Himmel über Berlin (1987) und Bis ans Ende der Welt (1991) sowie In weiter Ferne, so nah! (1993).
Dann hörte irgendwie meine Begeisterung für Wim Wenders auf. Sein Buena Vista Social Club (1999) haute mich nicht vom Hocker. Erst wieder der Papst-Film Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes (2018) konnte mich wieder ins Kino locken.
Wenders als Fotograf konnte mich voll überzeugen. Seine japanischen Fotos zu Tokyo-Ga waren gewaltig. Seine Serie Written in the West Photographien aus dem amerikanischen Westen war göttlich. Bei den Fotos, die während Wim Wenders‘ Drehortsuche für Paris.Texas im Westen der USA entstanden sind, handelt es sich eigentlich um Fluchtbilder. Und so schließt sich der Kreis.
Die Polaroid-Kamera war für Wim Wenders von den späten 1960er- bis in die frühen 1980er-Jahre Tagebuch, Experimentierfeld und fotografisches Roadmovie. Dabei entstanden tausende persönliche und einmalige Aufnahmen von Filmsets, Reisen durch Europa, den USA und vielen anderen Orten der Welt. Sie zeigen Wim Wenders in privater Umgebung oder Porträts von bekannten Persönlichkeiten. 2018 war in Berlin die Ausstellung Wim Wenders . Sofort Bilder Polaroids im C/O Berlin. Ich musste mir einfach einen signierten Abzug erwerben. Also hab ich meinen Wenders zu Hause an der Wand.

Ausstellungtipp Moebius – jetzt virtuell

14. März 2020

Die Moebius Ausstellung in Brühl war der Hammer.

Die Moebius Ausstellung in Brühl war der Hammer.

Nachdem die Schule ausfällt, wollte ich euch eigentlich den Tipp geben, sich die absolut geniale Moebius Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl des LVR anzusehen. Doch nix da. Das Museum wurde gestern aufgrund Corona geschlossen. Ich wollte die sehenswerte Ausstellung jedem Comic- und Kunstinteressierten ans Herz legen. Was nun bleibt, ist ein virtueller Streifzug durch diese Ausstellung.
Der französische Comiczeichners und Szenaristen Jean Giraud (1938–2012) ist unter dem Namen Moebius international bekannt geworden. In Brühl war die bisher umfangreichste Ausstellung zum Werk dieses Multitalents zu sehen. Moebius erforschte die Sphären der Träume und der Science-Fiction und inspirierte zahlreiche Filme etwa von George Lucas, Ridley Scott oder Hayao Miyazaki. In der Ausstellung hingen beispielsweise verschiedene Entwürfe von Abyss, die aber aus rechtlichen Gründen leider nicht fotografiert werden durften.

Bei Moebius verschwimmen die Grenzen zwischen Comicstrip und bildender Kunst. In seinen Geschichten treffen utopische Architekturen und futuristische Megametropolen auf Wüstenlandschaften und schamanistische Reisen durch Raum und Zeit.
Die Ausstellung widmete sich dem umfangreichen Werk von Moebius in thematisch gegliederten Bereichen: Ausgehend von grundlegenden Ideen in seinen Notizbüchern („Carnets“) über kolorierte Zeichnungen, Comicfolgen, abstrakte Gemälde bis hin zu populären Druckgrafiken und Objekten wird das Spektrum seiner Zeichenkunst ausgebreitet.

Moebius erfand und entwickelte über Jahre hinweg ikonische Figuren wie den stummen Krieger Arzak, Major Grubert, John Difool aus L’Incal (zusammen mit Alejandro Jodorowsky) oder die Raumfahrer Stell und Atan. Mit ihnen zusammen lässt er auch die Betrachtenden in die unendlichen Welten seiner Imagination reisen. Außerdem malte Moebius abstrakte Kompositionen, die aufgrund ihres ungewöhnlichen Formenrepertoires und der zeichnerischen Dichte eine eigenständige Werkgruppe bilden.
Die Ausstellung widmete sich Jean Girauds umfangreichem Schaffen. Sie versammelte rund 450 Arbeiten aus dessen zumeist unter der Signatur „Moebius“ entstandenen Bildgeschichten und ordnet sie verschiedenen Themenbereichen zu (wie »Natur und Metamorphose«, »Der Traum vom Fliegen und Fallen«, »Die innere Wüste und ihre Darstellung«, »Wanderer zwischen den Welten« oder »Die Utopie kolorierte Zeichnungen, szenisch gegliederte Comicfolgen, Skizzen, abstrakte Gemälde bis hin zu populären Druckgrafiken und Objekten wird das Spektrum seiner Zeichenkunst ausgebreitet.

Begleitend zur Ausstellung erschien ein Katalog mit 272 Seiten, über 260 Abbildungen und Beiträgen von Patrick Blümel, Isabelle Giraud, Jean Giraud, Achim Sommer, Friederike Voßkamp und Jürgen Wilhelm. Er ist als gebundene, zweisprachige Museumsausgabe (Deutsch/Englisch) zum Preis von 49,90 € erhältlich. Ich kann diesen Katalog ausdrücklich empfehlen.

Zu den acht Themenbereichen in der Ausstellung gibt es je ein großformatiges Foto an den Wänden, das sich mit dem Smartphone und der Augmented Reality App Artivive digital animieren lässt. Die interaktive App lässt sich kostenlos im Google Playstore und im Apple iTunes Store downloaden.

Natur und Metamorphose
„Wir wandeln uns kontinuierlich, meist in Reaktion auf verschiedenste Reize, sichtbare wie unsichtbare, innere wie äußere, die zu einer Bewegung des Lebens, einer physischen und psychischen Metamorphose in uns führen. Für mich ist das Prinzip der plastischen Metamorphose, das meine Zeichnungen prägt, kein Fetisch oder zeichnerischer Einfall, sondern ein Sinnbild für den Wandel, der sich in unserem Inneren fortwährend vollzieht.“

Spiritualität und Alchemie
„Man sollte sein ganzes Leben damit verbringen, alle Facetten des eigenen Seins und Wesens zu entdecken und alles, was es darstellt: Feuer, Luft, Erde und Wasser, die Grundelemente, aber auch die animalischen und gefühlsmäßigen Archetypen, sowie insbesondere den physiologischen Funktionstypus. Gleichermaßen die mehr engelhaften Strukturen.“

Der Traum vom Fliegen und Fallen
„Die eigentliche Geburtsstunde von Moebius als einem etablierten Phänomen schlug mit Arzach. Als Junge hat mich im Alter von etwa 14 oder 15 Jahren die Entdeckung der Science-Fiction ungeheuer beeindruckt. Inzwischen ist sie Teil meiner Bildsprache und meines geistigen Gemeinguts, und das ganz spontan. So ähnlich verhielt es sich mit dem Western auch. Western und Science-Fiction kamen dann zusammen: Das in Arzach beschriebene Universum ähnelt in starkem Ausmaß einer Art imaginärem Wilden Westen, versetzt auf einen nicht weniger imaginären Planeten. Mit der Figur des Gestalt mit hoher phrygischer Mütze in Kegelform, versehen mit Ohrlaschen und Mützenschirm. Ihr wurde Tribut gezollt, indem es verschiedene Versionen, Wiederholungen, subtile Veränderungen gab, die hinzukamen und für eine Weiterentwicklung des Charakters sorgten: Mal war er richtiggehend bösartig und beängstigend, extraterrestrisch und reptilienhaft. Dann wieder gab er sich engelsgleich. Oder er warf sich in symbolisch aufgeladene Posituren, entlehnt von den Präraffaeliten oder dem Darstellungskanon klassischer griechischer Statuen. Er wurde ein Mann, androgyn, eine Frau. So hat sich die Persönlichkeit von Arzac im Laufe der Jahre leicht gewandelt. Es gab eine Zeit, da wurde er sogar zum Starwatcher.“

Die innere Wüste und ihre Darstellung
„Ich hatte wirklich ein inniges Verhältnis, eine ganz starke Neigung zur Wüste, vor allem zur nordamerikanischen, die sehr eigentümlich ist, ab und an getupft mit in regelmäßigen Abständen wachsenden Grasbüscheln, mit Kakteen, die wie reglose Wesen dastehen, und Felsblocken in unwirklichen, fast schon organischen Formen.“

Wanderer zwischen den Welten
„Mein Ausgangspunkt liegt in der Science Fiction der 1960er Jahre und ihren vorherrschenden Theorien rund um die Zeit: Alle kreisen um die Idee, dass Zeit in verschiedene Ströme unterteilt werden kann, dass jeder Moment zu jedem Zeitpunkt zahlreiche Möglichkeiten birgt. Diese Zeitströme trocknen aus oder laufen weiter, sie finden allerdings immer gleichzeitig statt. Ich habe das aber immer in einem sehr literarischen, traumähnlichen Licht betrachtet: So als ob wir im Traum dazu in der Lage sind, Tangenten zwischen diesen verschiedenen Zeiten und Räumen zu betreten.“

Abstraktionen
„Eines der Abenteuer der zeitgenössischen Kunst besteht darin, in den Teil seiner selbst abzutauchen, der nicht vollständig belegt ist von sozialer Domestizierung, Höflichkeitsformen und der Notwendigkeit, in einer komplex strukturierten Gesellschaft zu überleben. Beim Betrachten lösen die kleinformatigen Werke ungeheuer starke Gefühle in mir aus, weil ich unmöglich erkennen kann, was sie darstellen.
[Es gibt] Momente, da denkt man, das ist organisch, könnte aber auch mineralisch sein, vielleicht ja Basaltablagerungen oder halbtransparente Steine, in Lehmkrusten eingeschlossene Schmucksteine, mit Luftblasen, zwiebelförmigen Einschlüssen, teils auch Schlangen, allerdings mit keinen echten, denn sie besitzen keine Schuppen, bilden vielmehr röhrenartige Formen, so genau lässt sich das nicht sagen. Vielleicht sind es auch Organe.“
„Das ist nichts weiter als eine chaotische Anordnung völlig beliebiger Formen. Und dann, im Bestreben, Elemente auszumachen, manövriert man sich allmählich in eine ausweglose Situation und stellt sich die Frage: Was mag das wohl sein? Also beginnt man, Formen zusammenzuführen, sie zu schließen, manche von ihnen auch zu erweitern, aber nicht so sehr aus einem Abenteuergeist heraus als vielmehr im Bemühen um Strukturierung, um Einordnung, um Sinnstiftung, um einen ästhetischen Sinn, der natürlich meinem eigenen Geschmack entsprechen soll, denn ich möchte mich nach keiner Schule richten.

Da bin ich dann in der Blase meiner vollständigen persönlichen Zufriedenheit, egoistisch, dem Egoismus verfallen, total. Aber stets mit der Fähigkeit, diese seltsame Ursuppe in etwas durchaus Lebendiges für diejenigen zu verwandeln, die sie betrachten und sich sagen: ›Eigenartig ist das schon, aber da steckt etwas dahinter, denn es ist gut gemacht. Man sieht, das ist in sich stimmig, das passt.
Das ist genauso, wie es sein soll.‹ Was aber dort dargestellt ist, weiß man nicht. Etwas nicht Erkennbares, dafür aber wiedergegeben in vollendeter Weise. Das finde ich wunderbar. Vergleichbares findet sich etwa auch in der Arbeit der Surrealisten, im Bereich der Literatur und bei Texten. Die großen Dichterinnen und Dichter dieser Zeit experimentierten in diese Richtung. Den Automatismus erhoben sie zu ihrem Ausgangspunkt und schauten dann, in welchem Abenteuer sie gelandet waren. Sie kamen aus der Taucherglocke hervor und ließen – schwupp – den Schmetterling fliegen. Das gefällt mir.“

Die Utopie des Wunderbaren
„Ich denke, dass meine Kunst mein Leben widerspiegelt, und nicht umgekehrt, so wie das bei anderen Künstlern der Fall ist. Deren Leben spiegelt ihre Kunst wider. Aber das ist nichts für mich, obwohl es sehr verlockend sein kann. Es war eine bewusste Entscheidung, und für mich eine sehr große Ent- scheidung, da mein Leben in gewisser Weise zu einer Reflektion meiner Kunst wurde.“

Der doppelte Mensch
„Ich bin ein Anhänger der kontrollierten Schizophrenie. Die Schizophrenie ist ein vollkommen positiver menschlicher Zustand. Man beginnt, sie Schizophrenie zu nennen, wenn es entgleist, wenn man es nicht mehr kontrolliert. Dann wird es zu etwas, was man behandeln muss. […] Die Schizophrenie, das heißt, die Fähigkeit, getrennte, unterschiedliche Register in sich zu haben und sie zu nutzen, nicht um zu manipulieren, sondern um das zu tun, was man zu tun hat, um in der Welt zu überleben, das ist essentiell.“

Mops Siegfried als Key Visual für „Treue Freunde“ #bnmARTdogs

10. Februar 2020
Das Key Visual zur Ausstellung. Das Key Visual zur Ausstellung.

In ganz München hängt der süße Mops auf dem roten Sessel. Auf Plakaten, Litfaßsäulen, Displays – überall begegnet mir der Hund in der Landeshauptstadt. Der Hund ist das Key Visual zur Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“, die bis zum 19. April 2020 im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen ist.

In München wird Werbung für die Ausstellung gemacht. Mops total In München wird Werbung für die Ausstellung gemacht. Mops total

Nachdem der Mops bei unserer Familie gut ankommt, wollte ich mehr über das Bild wissen. Der Generaldirektor des Museums Dr. Frank Matthias Kammel erklärte beim Bloggerwalk die Geschichte des auffälligen Bildes. Der Hund heißt übrigens Siegfried und zeigt die Vorliebe des Malers Thomas Theodor Heine, einer der berühmtesten Münchner Karikaturisten. Siegfried entstand 1921 in Dießen am Ammersee. Siegfried ist ein netter Mopswelpe, der mit melancholischen Blick auf (s)einem Samtsessel thornt. Es wird vermutet, dass der Name Siegfried eine Anspielung auf den unverwundbaren Nibelungenhelden ist. Heine, ein passionierter Mopszüchter, setzte für sein Bild einen hohen Verkaufspreis an, um sich möglichst spät davon trennen zu müssen. Wie teuer das Bild Öl auf Holz dann verkauft wurde, weiß ich leider nicht.

Ausstellungsbegleiter für Kinder zur Hunde-Ausstellung Treue Freunde #bnmARTdogs

9. Februar 2020

Sehenswert: Die Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum

Sehenswert: Die Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum

Ein Museum ist ein Ort für die ganzen Familie. Das beweist das Bayerische Nationalmuseum mit seiner gelungenen Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“, die noch bis 19. April 2020 in München läuft. Speziell für Kinder gibt es ein Mitmachheft „Spurensuche“, damit die Ausstellung für Grundschulkinder ein Erlebnis wird.

Der Ausstellungsbegleiter für Kinder „Spurensuche“ gibt es an der Kasse für 2,50 Euro und animiert Grundschulkinder dazu, sich mit den wunderbaren Exponaten der Hundeausstellung zu beschäftigen. Es gibt spannende Rätsel, witzige Aufgaben und viel zu entdecken auf der Tour durch das Museum. Und natürlich gibt es auch was zum Malen. Dafür haben Mitarbeiter des Museums am Eingang der Ausstellung einen Kindertisch aufgestellt. Dazu gibt es verschiedene Malstifte. Wenn man die Tischplatte ansieht, stellt man fest: Die Stifte werden angenommen.

Das Ganze ist ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Nationalmuseums und ich kann zur Idee nur gratulieren. Im Video gibt Dorothea Band weitere Informationen zur Spurensuche. Also auf ins Museum.

AR erweitert Moebius-Ausstellung #moebius

25. September 2019

Wer Zeit hat, sollte sich die geniale Moebius-Ausstelling im Max Ernst-Museum in Brühl ansehen. Ich hab von München die 4,5 stündige einfache Bahnfahrt auf mich genommen, um mir das Werk des französischen Comic-Künstler anzusehen – und es hat sich gelohnt. In den nächsten Tagen werde ich über die Ausstellung und meine Eindrücke bloggen.


Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt bis zum 16. Februar 2020 die in Deutschland bislang umfangreichste Ausstellung mit visionären Bildwelten des französischen Comiczeichners und Szenaristen Jean Giraud (1938–2012), der unter dem Namen „Mœbius“ international bekannt geworden ist. Die Retrospektive „Mœbius“ mit rund 450 Werken ist in enger Zusammenarbeit mit Mœbius Production entstanden.
Mœbius durchbrach Grenzen. Und die Ausstellung setzt auch auf neue innovative Konzepte. Da das gesamte Max Ernst Museum mit kostenlosem WLAN versorgt ist, kamen die Ausstellungsmacher auf die Idee augmented reality in die Museumskonzeption einzusetzen.

AR oder augmented reality bedeutet erweiterter Realität. Per Smartphone-App können Zusatzinhalte in die Realität eingespielt werden. Am Eingang zur Ausstellung steht ein Banner mit dem Ausspruch „Mit augmented reality Moebius entdecken“. Der Besucher wird aufgefordert, die kostenlose AR-App Artivive für iOS und Android zu laden.

An den Kunstwerken in der Ausstellung und im Katalog gibt es ein AR-Zeichen. Wer mit dem Smartphone die acht Großfotos der Ausstellung scannt, der erweckt so die Bilder zum Leben. So lässt sich die Sache in sozialen Netzwerken teilen den Hasttags #moebiusandme #moebius #maxernstmuseum oder  #mobius_production. Die AR-App sorgt dafür, dass Bewegung in die Bilder kommt. Das macht unglaublich Spaß und öffnet eine neue Dimension für Kunst.
Und AR funktioniert nicht nur in der Ausstellung in Brühl, sondern auch zu Hause. Für rund 50 Euro gibt es einen ausgezeichneten Katalog zur Moebius-Ausstellung mit AR-Inhalten. Das ist für mich eine moderne, innovative Museumskonzeption.

 

Wenn das Kind in Sachen Kunst macht

23. Mai 2019

Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Ja ich bin ein stolzer Papa, denn K2 hat mit einem Bild an einer Kunstausstellung teilgenommen. Wie alle Eltern vermute auch ich ein großes Potenzial bei ihren Kindern. Im Fall von K2 bin ich mir aber sicher, dass ja eine Fähigkeit vorhanden ist, die entwickelt werden muss.

Hyperrealismus - eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

Hyperrealismus – eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

K2 nahm mit dem Bild „Visit London“ an der Ausstellung der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck teil. Ein Wochenende wurden die Werke in der Künstlerwerkstatt Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld ausgestellt und konnten besichtigt werden. Die Ausstellung stand unter dem Motto „Unterwegs“. Wir wurden vor zwei Monaten auf diese Ausstellung aufmerksam, zeigten die Ausschreibungsunterlagen K2 und das Kind beschloss hier mitzumachen.
K2 machte es sich nicht einfach. Grundlage des Bildes war ein Foto, was K2 bei einem Besuch in London vor einem Jahr mit der Digitalkamera gemacht hat. Es zeigt die Beine und Füße von zwei Mädchen, die bei Regen Richtung Harrods laufen. Komplizierte Lichtverhältnisse liegen vor, die durch den Regen noch verstärkt werden. Dieses Digitalfoto sollte also die Grundlage für den Ausstellungsbeitrag werden.

Form des Hyperrealismus
K2 ist ein Fan des Hyperrealismus, eine Version des Pop-Art. Wikipedia beschreibt die Kunstrichtung so: Der Hyperrealismus ist eine Weiterentwicklung des Realismus und benachbart zur Pop Art. Sein Ideal ist nicht unbedingt eine exakte lebenstreue Nachbildung, wie sie typisch für den Realismus ist, sondern eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit, eine „überschärfte Realität“. Die Abstraktion wird zurückgewiesen. Vielen sind vielleicht die Bilder von Gottfried Helnwein oder Luigi Rocca, der über die Galerie Mensing vertrieben wird.


K2 schnappte sich das MacBook Pro und arbeitete am Wacom Stifttablett. Als Software verwendet K2 Clip Studio Paint, die sonst im Manga-Bereich eingesetzt wird. Über Wochen hinweg entstand das Digital Painting. Gerade das Licht und die Regentropfen erforderten höchste Konzentration. Am Wochenende vor der Ausstellung war das digitale Bild dann fertig. Morgens wurde es auf DIN A3 bei meinem Kollegen Uwe Ehrig von den Erstentwicklern auf Fotopapier ausgedruckt. Ich hatte noch einen goldenen Rahmen und nachdem alles perfekt war, wurde das Bild von meiner Frau der Bürgerstiftung übergeben.

Am darauffolgenden Freitag war dann die Vernissage, zu der zahlreichen Fürstenfeldbrucker erschienen sind. Nach salbungsvollen Worten konnte wir uns die Ausstellung ansehen. Es waren inspirierende Sachen darunter. Für mich stach „Visiting London“ aus den Bilder durch den Stil des Hyperrealismus heraus. K2 erklärte den Betrachter des Bildes die Technik und waren erstaunt, was da dahinter steht. Mancher Besucher meinte, es sei nur eine einfache Fotografie. Als er sich aber dann die Zeit nahm und das Bild näher betrachtete, fiel ihm der Hyperrealismus auf.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Auf jeden Fall hat es der Familie gefallen und wir werden das Talent von K2 weiter fördern. Ich habe von dem Bild Postkarten drucken lassen und lege sie meinen Schreiben bei. Am Freitag Abend besuchen wir den internationalen Pop-Art-Künstler Ed Heck, der aus New York nach München kommt. Unsere Familie ist mit Ed Heck befreundet und ich bin auf seinen Input gespannt, wenn K2 das Bild zeigt.