Posts Tagged ‘Fotobuch’

Foto-Buchtipp: Der Spleen von Berlin von Jutta Voigt und Rolf Zöllner

3. November 2022

Ich will, nein ich muss wieder mehr fotografieren. Überall sehe ich Motive und ich muss sie einfach ablichten, sei es mit dem Smartphone oder mit dem klassischen Fotoapparat. Zu lange habe ich meine Mission vernachlässigt.

Inspiration habe ich auch von einem Flohmarkt-Buch bekommen mit dem seltsamen Titel Der Spleen von Berlin. Die Bilder zeigen das neue Berlin in schwarzweiß, eigentlich geht es um Berlin Mitte und die Fotos wurden 1999 veröffentlicht, also schon ein paar Jahre her.

Jutta Voigt sorgte für die beschreibenden, zum Teil literarischen Texte und Rolf Zöllner steuerte die Fotos dazu. Eine schöne Kombi, die zum Nachdenken und Betrachten einlädt. Die Fotos zeigen ein Berlin, was es wahrscheinlich so nicht mehr gibt. Abgedrehte Typen, alternative Ort, nicht die strahlende Hauptstadt.

Woher stammt der Titel des Buches? Ich vermute, er orientiert sich an Charles Baudelaire. Und sein Werk Der Spleen von Paris mit dem Zitat: „Wo alles Ungeheure so wie eine Blume sprießt“. Baudelaire gilt heute als Begründer der modernen Großstadtpoesie und als Prototyp des modernen Dichters – und ich sage mal, das Duo Voigt/Zöllner orientiert sich an dieser literarische Vorlage – wozu hat man Ziele?

Das Buch ist ein Blick zurück in vergangene Zeiten mit einer genauen Ortskenntnis, wie mir (Ost-)Berliner bestätigen, die diese Zeit noch erlebt haben. Dabei schwingt eine gewisse Wehmut in Text und Bild – also vielleicht auch eine Art Selbstmitleid. Ich sehe das Buch als Aufforderung mehr Fotos zu machen. Also gehts raus und macht Fotos.

Buchtipp: the Atlas of Beauty von Mihaela Noroc

9. März 2022

Der Frauentag am 8. März setzt sich seit 1911 für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein. Ich habe an diesem Tag ein für mich besonderes Fotobuch von Mihaela Noroc aus dem Archiv geholt the Atlas of Beauty von dem ich euch heute bloggen will.

Mihaela Noroc bereiste seit 2013 die Welt, um ihr Fotoprojekt The Atlas of Beauty zu verwirklichen. Das Buch ist 2017 in Deutsch bei Riva erschienen und passt für mich ideal zu diesem wichtigen Tag. Mihaela Noroc hat dafür Hunderte von Frauen aus verschiedenen Kulturen getroffen und sich ihre Geschichten angehört. Ihre Porträts sind eindrucksvoll. Schönheit kennt weder Alter noch Trends noch Herkunft. Schönheit ist überall und zeigt sich in den unterschiedlichsten Facetten – beim Betrachten der Bilder war ich berührt.
Mihaela Noroc stammt aus Rumänien und ist in Bukarest geboren und aufgewachsen. Sie studierte Fotografie, obwohl ihre Professoren sie nicht gerade ermutigt hatten. Der Wechsel von analog auf digital stand an.
Aber die Frau biss sich durch. 2013 entschied sie sich, ihren Job zu kündigen und ihre Ersparnisse in zwei Leidenschaften zu stecken, das Reisen und die Fotografie. Dafür großen Respekt und noch größeren Respekt kam auf, als ich mich näher mit den Geschichten beschäftigte. Mihaela Noroc ist eine Geschichtenerzählerin in Wort und Bild, wobei ich aber zugeben muss, dass mir die Fotos noch besser gefallen als ihre Texte.

Ihr Buch The Atlas of the Beauty enthält 500 Porträts von Frauen aus mehr als 55 Ländern. Die Frauen strahlen eine Kraft aus, wenn sie in die Linse von Mihaela Noroc blicken. Es sind keine Reportagefotos, sondern gestellte Porträts, die Persönlichkeit ausstrahlen und vor allem eine tiefe Menschlichkeit gemeinsam haben. In der Regel nutze sie ein leichtes Tele und eine kleine Blendenzahl, um sich auf den Vordergrund mit ihren Modellen des Alltags zu fokussieren.

Fotoband: Nibelungenhalle – Räume der Erinnerung von Rudolf Klaffenböck

14. Februar 2018

Wer in Passau ist, sollte nach diesem Buch Ausschau halten:

Wer in Passau ist, sollte nach diesem Buch Ausschau halten:

Fotografen müssen mit ihren Bildern eine Geschichte erzählen. Damit unterscheiden sie sich von den Knipsern, die eine Situation ablichten wollen. Es ist schwer in einem Bild, eine Geschichte zu erzählen. Es ist noch viel eindrucksvoller, in einer Bildreportage diese Geschichte zu vertiefen. Auf ein hervorragendes Projekt bin ich in Passau gestoßen als der Künstler Rudolf Klaffenböck ein Buch mit dem Titel Nibelungenhalle: Räume der Erinnerung veröffentlichte.
Die Fotos waren auch Teile einer Ausstellung, die bis März 2006 in Passau lief. Ich erwarb jetzt erst den Katalog samt Autogramm.

Sogar ein Buch mit Autogramm hab ich erwischt.

Sogar ein Buch mit Autogramm hab ich erwischt.

Bei einem Besuch in Passau hörte ich in einer Gastwirtschaft wie ältere Passauer von den CSU-Veranstaltungen am Aschermittwoch in der Nibelungenhalle schwärmten. Ich spitze die Ohren und erfuhr so von dem hervorragendem Fotobuch von Rudolf Klaffenböck. Er fotografierte das Gebäude von 2002 bis zu seinem Abriss 2004 in einer Serie der „Räume der Erinnerung“. Die Schwarzweiß-Fotos erzählen die letzten Jahre des Baus und ich finde die Idee dahinter genial. Der politischen Nation ist die Nibelungenhalle durch die jährlichen CSU-Veranstaltungen zu früheren Zeiten bekannt. Ich selbst war noch nie bei einem politischen Aschermittwoch und würde gerne einmal die Atmosphäre spüren. Die Nibelungenhalle ist weg, die Dreiländerhalle ist da. Inhaltlich wird mir der größte Stammtisch der Republik wohl wenig geben. Den Bürgerinnen und Bürgern von Passau war die Nibelungenhalle als Zentrum für Veranstaltungen aller Art bekannt. Und das stellt dieser ausgezeichnete Fotoband in schwarzweiß dar. Die Nibelungenhalle war eine Halle und sie bot Raum für allerhand Geschichten, gute und schlechte. Als größter Kult- und Zweckbau der „Bayerischen Ostmark“ wurde es 1934/35 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten errichtet, berichtet Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Museums Moderner Kunst, Passau. Eigentlich sollte die Nibelungenhalle Ostmarkhalle heißen.
Die 74 Duotone-Tafeln der Ausstellung und des Buches haben mich fasziniert. Beim ersten Durchblättern suchte ich nach mir Bekannten und das waren natürlich die CSU-Veranstaltungen zum Aschermittwoch. Aber die Halle hat noch viel, viel mehr zu bieten. Für meine Passauer Freunde war sie ein klassischer Veranstaltungsort. Es gab Konzerte, Tanz, Treffen, Versammlungen. Es gab Stoiber, Erotikmesse, Hallenfußball und Motivationskapser. Trachtler trafen auf Vertriebene und Studenten sowie Kabarettisten. Daniel Küblböck folgte auf Haindling und Schülerinnen und Schüler schwitzten bei ihrer Abschlussprüfung. Klaffenböck dokumentiert Veranstaltungen und er dokumentiert die Halle selbst. In den letzten Jahren ihres Bestehens haben die Betreiber nicht mehr viel saniert und der Zahn der Zeit nagt an dem Gebäude und der Struktur. Es gibt Momentaufnahmen und Details, Stimmungen. Klaffenböck hat einen Blick für Skurriles. Als der Abriss der Nibelungenhalle begann hält Klaffenböck mit seiner Kamera drauf. Der Betrachter sieht die Wunden an dem Gebäude bis es schließlich vollständig verschwunden ist.
Wer in Passau zu Gast ist, sollte nach dem Buch Nibelungenhalle – Räume der Erinnerung von Rudolf Klaffenböck Ausschau halten. Der Kauf lohnt sich.

Buchtipp: Prater von Helfried Valenta

5. März 2017

Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

„Gibt es eigentlich einen Ort, der einsamer ist, als ein Vergnügungspark nach Mitternacht?“ Diese Frage stellt Peter Lindhorst bei dem sehenswerten Fotobuch Kupferne Nächte Prater von Helfried Valenta.
Ich entdeckte das Buch in einem Regal einer Buchhandlung, blätterte es durch und kaufte es sofort, weil mir die Idee absolut gefällt. Was passiert in einem Vergnügungspark, wenn die Gäste gegangen sind? Wenn der Krach der Musik verklungen, wenn die unterhaltungswütigen Besucher gegangen und wenn die Fahrgeschäfte stehen, was passiert dann in dieser Stille? Diese Stille und die damit verbunden Stimmung wirkt sich auf die Bilder von Helfried Valenta aus. Mit Langzeitbelichtung und Stativ rückt der den Motiven zu Leibe und erzeugt eine eigenartige Stimmung. Das Restlicht von Wien erhellt die Fahrgeschäfte des Praters und sorgt für eine seltsame Atmosphäre.


Vielleicht bin ich schon verdorben von Hollywood-Schnund und B- und C-Movies, die auf Jahrmärkten spielen. Hier verstecken sich mutige und pubertierende Jugendliche, um Mutproben und erotische Abenteuer zu erleben und der Vergnügungspark verwandelt sich in einen Ort der Angst und des Schreckens. Tope Hooper, Rob Zombie und ähnliche Schreckgespenster auf dem Regiestuhl drängen sich mir hier auf, als ich die Bilder betrachtete. Dabei strahlen die Fotos von Helfried Valenta eine Ruhe und eine Melancholie aus, die wunderbar in Szene gesetzt wurde. In mir kommt der Wunsch auf, die gleiche kupferne Atmosphäre zu genießen, nahezu aufzusaugen wie ein Schwamm. Beim Durchblättern des gelungenen Buches mag ich vor allem die verlassenen Figuren: Der Teufel, der Matrose, die Krake. Sie sehen so traurig aus, so einsam.
Das Buch macht Lust auf Fotos und das ist bei all der Melancholie eine wirklich positive Begleiterscheinung. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen, all den Fotofreunden, all den Wienfreunden und all den Melancholikern.

Buchständer aus Acryl

1. März 2017

Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Ich liebe Bücher, aber was genau macht ein Buch aus? Wir haben bei uns zu Hause folgende Regel: Romane und Fachbücher kaufen wir als Amazon Kindle. Bücher nehmen mir zu viel Platz weg und Romane lese ich in der Regel nur einmal. Fachbücher in meinem Bereich veralten sehr schell. Also das Zeug kommt digital daher.
Foto-, Film- und vor allem Kunstbücher kommen als gedrucktes Werk ins Haus. In der Regel kaufe ich ein bis zwei dieser Wälzer pro Woche und bin begeistert. Ich liebe diese Art von Büchern, habe aber ein Problem, diese Bücher zu lesen. Grund: Sie sind zu groß und sie sind zu schwer. Ich kann nicht im Bett liegen oder auf dem Sofa herumlümmeln und so ein schweres Werk lesen. Das ist zu unhandlich und zu unbequem. Also kommen die Wälzer auf den Tisch und biegen dort auseinander. Das gefällt mir auch nicht. Also musste ein Buchständer her. Es gibt eine riesige Auswahl. In der Küche haben wir eine Buchständer aus Metall, die einen Hahn zeigt. Meine Frau sammelt Hähne und wir verwenden diese Buchstütze sehr oft beim Kochen.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Ich fand meine Buchständer bei meinem Lieblingsverlag Taschen. Taschen produziert einen Teil meiner hochwertigen Bücher und ist für mich ein regelrechtes Groschengrab. Die Bücher sind absolut wunderbar und – zugeben irrsinnig teuer. Taschen hat für uns Normalsterbliche einen Buchständer aus Acryl herausgebracht und seit Jahren im Angebot.

Nun habe ich endlich zugeschlagen und es nicht bereut. Zugeben, ich war zunächst zu doof den simplen Ständer aufzubauen, wie man in dem Unboxing-Video sieht. Aber nun steht das Ding auf dem Beistelltischen im Wohnzimmer und ich kann faul vom Sofa aus meine Bücher lesen und betrachten. Also klare Kaufempfehlung für den Buchständer – eben ein Firstworldproblem.

Wasserschaden – reinigende Wirkung und Verlust zugleich

31. August 2015

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Ich hatte in meinem persönlichen Archiv einen Wasserschaden. Ein Kaltwasserventil war undicht und es tropfte in einen meiner Archivräume im Keller. Es muss schon eine ganze Weile getropft haben, denn der Schaden war enorm. Es erwischte einen Teil meiner Sammlung, die komplett aufweichte. Um die paar Holzregale war es mir nicht schade, aber um viele Inhalte tut es mir weh, persönlich und materiell.

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Was wurde alles getroffen? Zunächst zahlreiche Bücher. Sie sogen das Wasser auf und sind komplett unbrauchbar. Es handelte sich in der Regel um Fotobücher. Darunter waren Erstausgaben von Büchern über den 11. September von Magnum, Fotobände von Annie Leibovitz, die BILD-Sonderausgabe und Wirtschaftswunder-Ausgabe von Taschen in der Erstauflage, ein paar Bücher von Helmut Newton, ein Sammelband von Tween-Ausgaben und eine Originalausgabe von The end of Print von David Carson. Zudem erwischte es den schweren Ausstellungskatalog zur Documenta aus Kassel und einen Gutenberg-Katalog aus Mainz.
Ein Opfer des Wassers wurden zahlreiche Seminarunterlagen, die ich für meine Arbeit benötige, wie verschiedene Zeitschriften seit den sechziger Jahren, an denen ich die Layoutentwicklung zeige. Sehr ärgerlich, denn ich hatte die Layouts nicht gescannt, weil ich in den Seminaren immer gerne die Originale gezeigt hatte. Außerdem waren einige Bücher über die Geschichte der Fotografie und erste Experimentalbücher über digitale Fotografie darunter. Signierte Ausgaben von Sonderveröffentlichungen sind für den Müll.


Es erwischte auch einen Teil meiner Schallplattensammlung. Ich habe, nein ich hatte, eine große Sammlung von Vinyl-Schallplatten der sechziger und siebziger Jahre. Viele Erstveröffentlichungen von Pink Floyd (noch mit Poster), Emerson, Lake & Palmer als sie noch bei Atlantic unter Vertrag waren, Klaus Schulze Unikate versanken in den Fluten. Mehrere kostbare Dylan-Bootlegs, viele seltene Schallplatten von den Doors, Fats Domino, Buddy Holly und viele mehr wie eine Who Leeds-Ausgabe mit Fotos und Vertragstexten kann ich wegwerfen. Ich habe in den vergangenen Tagen eine Auflistung für die Versicherung gemacht. Mir blutet das Herz als ich die Original-Elvis Scheiben im Wasser sah. Die Covers waren aufgelöst und sogar die Labels von den LPs hatten sich bei einigen Platten gelöst. Der Sammlerwert ist heute nach dem Wasserschaden gleich null.
Einen tiefen Stich gab es im Herzen, als ich sah, dass es auch meine Postersammlung erwischt hatte. Als passionierter Apple Fanboy litten einige Think different-Plakate und 20 Plakate von der MacWorld Expo aus San Francisco mit dem iMac G4 2002 sind unwiderruflich verloren. Sie waren nur noch ein Klumpen. Einige teuere Plakate der ersten iPhone-Kampagne waren auch darunter. Ich bin also in Trauer.
Es wurden die Sachen Zug um Zug fotografiert und eine Liste für die Versicherung geschrieben. Ich hoffe, der Münchener Verein kann den materiellen Schaden ausgleichen. Meine Frau hat sofort unseren Ansprechpartner bei MV informiert. Der immaterielle Schaden ist enorm. Der Schadensregulierer vom Münchener Verein war schon vor Ort und wir haben den Schaden aufgelistet.
Aber bei all den Schattenseiten gibt es auch positives. Ich gehe jetzt daran, mein Archiv neu zu ordnen und zu strukturieren. Zudem haben meine Frau und ich viele Altkleider, Schuhe zu Kleidersammlungen gebracht. Auch Kuscheltiere der Kinder wurden an syrische Kinder gespendet, ich habe darüber gebloggt. Wir haben viele Regalmeter an durchweichten Bretter zum örtlichen Wertstoffhof gefahren und Teile des Kellers und der Garage aufgeräumt. Das hätte ich nicht in Angriff genommen ohne Wasserschaden. Aber ehrlich: Auf dieses Dreckwasser hätte ich verzichten können.

Buchtipp: Double Fantasy mit John Lennon und Yoko Ono

1. Juni 2015

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Ich weiß nicht, ob es ein schlechtes Omen ist, wenn ich einen Tag nach dem Tod von Cynthia Lennon das Buch Double Fantasy erhielt und mich wirklich darüber gefreut hatte. Es ist ein sehr intimes Foto-Buch über John Lennon aus seiner Double Fantasy-Phase. Die Bilder schoss der japanische Fotograf Kishin Shinoyama, die sicherlich zu den persönlichsten Bildern von John Lennon zählen.

Drei Monate nach den Aufnahmen war der Ex-Beatles tot, erschossen von den Volldeppen Mark Chapman am Eingang vom Dakota Building, in den auch schon Roman Polanski sein Rosemaries Baby gedreht hatte. Der Taschen-Verlag hat nun die Fotos von Kishin Shinoyama in einer edlen Sammleredition herausgebracht und lässt uns zu Spannern von Lennons Leben werden.

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Die Herzen der Beatles-Fans schlagen bei dem Anblick des Buches und der Fotografien höher. Insgesamt wurde 1980 Bücher gedruckt – 1980 das Todesjahr von Lennon. Yoko Ono und Kishin Shinoyama haben die Bücher alle unterschrieben. Zudem erschien eine limitierte Ausgabe A und B mit signiertem Foto. Ich habe eine Ausgabe der limitierte Art Edition B ergattern können – eben mit einem von Kishin Shinoyama signierten Print – ich habe die Nummer 197.

Ich habe das Kussfoto mit John Lennon und Yoko Ono gewählt, weil es für mich am besten die Stimmung von Double Fantasy widerspiegelt. Wie ja bekannt ist, schoss Kishin Shinoyama auch das sinnliche Cover von Double Fantasy mit dem Ehepaar im Zentrum. Lennon hatte sich gefangen, war zu seiner zweiten Frau und Kind zurückgekehrt und konnte als Musiker wieder durchstarten. Die Musik von Double Fantasy zeigte nach langer Zeit das künstlerische Potenzial von Lennon und Ono und ich hörte das Album beim Durchblättern des Buches immer und immer.

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Die Fotos der beiden Turteltauben und des Musikers haben eine schöne Stimmung. Die Kamera stört nicht, kein blödes Gepose oder Starallüren, sondern ein Einblick in das Privat- und Arbeitsleben des Künstlerpaares. Für diese Art Fotos ist Kishin Shinoyama ja bekannt. Kishin Shinoyama – aufgrund seines Faibles für provokativ-sinnliche Aktaufnahmen einer der bekanntesten und umstrittensten Fotografen Japans – wurde von der Kritik gefeiert und gleichzeitig wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt. Seine Gabe, berühmte Menschen unbefangen und in intimer Atmosphäre abzubilden, kommt mit Sicherheit bei diesem Buch sehr zur Geltung.

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Insgesamt entstanden rund 800 Aufnahmen an fünf Tagen von den Arbeiten an Double Fantasy und dem Leben von Lennon/Ono. Viele von den Bildern, die hier zu sehen sind, erscheinen diesem Buch zum ersten Mal. Sie alle erzählen eine Geschichte der beiden extrem starken Persönlichkeiten. Der gewaltsame Tod von Lennon durch den Fanatiker Chapman erhöhen sicherlich noch einmal das Interesse an diesem Fotobuch.