Posts Tagged ‘Bücher’

Deutsche lesen immer weniger

13. Dezember 2018
Lesen gefährdet die Dummheit.

Lesen gefährdet die Dummheit.

Das Volk der Dichter und Denker wird dümmer. Der Verkauf von Büchern geht drastisch zurück, so das Statistische Bundesamt. Dabei ist nicht gemeint, dass der Verkauf von gedruckten Büchern im Vergleich zu eBooks zurückgeht. Nein! Es gehr der komplette Verkauf von Büchern zurück.
Aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden besagt: Nur noch gut die Hälfte aller Haushalte in Deutschland kauft überhaupt Bücher. Als alte Leseratte erschreckt mich diese Meldung. Stattdessen steigt die Nutzung von Smartphone und Apps sowie Streamingdienste.
Konkret: In Deutschland kauften im vergangenen Jahr 2018 20,2 Millionen Haushalte Bücher und E-Books; das waren 54 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Anteil demnach noch bei 65 Prozent. Zudem wird insgesamt auch weniger Geld für Bücher und E-Books ausgegeben. 2017 waren es 17 Euro im Monat und 2007 noch 19 Euro.
Das macht mich nervös, denn ich liebe Bücher. Leider habe ich zu viele Bücher und fange an, das gedruckte Papier auszusondern. Etwas wird verkauft, etwas wird in einen öffentlichen Bücherschrank bei uns im Dorf gestellt, einige wenige sind ins Altpapier gewandert. Wenn ich ehrlich bin, habe ich zuviel Bücher. Mit meiner Frau habe ich folgenden Deal getroffen, dass ich Romane und Fachbücher in der Regel nur noch digital kaufe. Auf dem Kindle nehmen sie keinen Platz weg. Ich habe mir gerade den neuen wasserdichten Kindle Paperwhite gekauft. Der schwimmt spogar in Milch.

Nur noch hochwertige Bild-, Foto- und Kunstbände werden in Papier angeschafft. Von ein paar Autoren habe ich beide Versionen in verschiedenen Ausgaben und Übersetzungen, also gedruckt und digital, wie J.R.R. Tolkien oder Edgar Allan Poe.

Die Gebrüder Grimm - hier als gedrucktes Buch.

Die Gebrüder Grimm – hier als gedrucktes Buch.

Meine zehn unvergesslichen Bücher

4. August 2018

Immer wieder geistern Aktionen durch soziale Netzwerke wie unlängst, bekannte Kunstwerke aus Toast nachzubilden. Fand ich irre witzig, kam aber zu spät mit meinem Frühstückstoast. Aber vor kurzem sprang ich auf einen solchen Zug auf. Es galt Bücher zu nennen, die einen in seinem Leben beeinflusst haben. Als Büchermensch und Leseratte musste ich einfach an dieser Aktion mitmachen und ich nahm das Angebot von meinem Kollegen Harald Baumer an. 

Ich postete zehn Tage lang Bücher, die mir etwas bedeuten und konnte zahlreiche meiner (virtuellen) Freunde ermutigen, es auch zu tun. Dazu postete in Twitter, Instagram und Facebook ich folgenden Text: „10 unvergessliche Bücher in 10 Tagen. Heute x/10. Kein Kommentar, keine Erklärungen, nur der Titel. Wer hat Interesse, mitzumachen? Würde mich bei vielen meiner Freundinnen und Freunde interessieren, welche Lektüre für sie wichtig war.“

Die Auswahl meiner Lieblingsbücher

Dieser Aktion ging eine Auswahl von Büchern voran und ich sage euch, das wahr echt schwer. Zunächst machte ich ein Brainstorming und sammelte Bücher. Es kamen rund 40 Bücher zusammen, also eindeutig zu viel. So ließ ich die Sache ein paar Tage ruhen und dachte dann nochmals nach und kam dann auf nochmals zehn weitere Bücher. Dann kam in einer Gewaltaktion das Ausmisten. Ich zog mich in mein Kellerarchiv zurück und holte die Bücher hervor. Da ich nichts wegwerfen kann, standen die Bücher geordnet in den zahlreichen Regalen. Bücher, die nicht an ihrem Platz waren, wurden gleich von der Liste gestrichen. So kam es, dass Stanisław Lems Klassiker Solaris gekillt wurde, weil das Buch nicht da war. Hatte ich es verliehen? Wo ist dieses Buch? Also, was nicht da ist, fliegt raus. 

Dann strich ich Bücher von Lieblingsautoren, die ich als Autor verehre, aber keine einzelnes Buch hervorheben will. Hier strich ich Edgar Allan Poe, ETA Hoffmann, Heinrich Heine, Philipp K. Dick und Sir Arthur Conan Doyle von der Liste. Dann musste ich mich entscheiden, dass ich von manchen Autor keine zwei Bücher benennen wollte. Hier blieben dann beispielsweise die Robotergeschichten von Asimov auf der Strecke oder Tolkiens Silmarillion. 

Dann wurde es nochmals hart: Ich musste ja auf zehn Bücher kommen und ich strich weitere Autoren und deren Bücher. Dabei waren beispielsweise Arthur C. Clarke, Stephen King (Dead Zone oder Shining), nochmals Lem mit seinen Sterntagebüchern. Goethe kam ebenso wie Shakespeare nicht auf die finale Liste, auch leider nicht Mary Shelly und ihr Frankenstein, ein Buch, das dieses Jahr 200. Geburtstag feiert und ich in einen eigenen Blogpost würdigen werde. Traurig war ich auch über das Streichen von Truman Capote und vor allem Tom Wolfe mit seinem Fegefeuer der Eitelkeiten. Dann entschied das Los und ich kam endlich auf meine zehn Bücher. Ich stelle fest, dass ich die fantastische Literatur bevorzuge. 

Also das sind meine zehn finalen Bücher: 

1 Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

2 Dante: Göttliche Komödie

3 Bret Easton Ellis: American Psycho

4 J.R.R. Tolkien: Herr der Ringe

5 Isaac Asimov: Foundation-Trilogie 

6 Frank Herbert: Der Wüstenplanet

7 Thomas Mann: Die Buddenbrooks

8 Richard Scarry: Mein allererstes Buchstabenbilderbuch  

9 Bram Stoker: Dracula 

10 Rainer Erler: Das blaue Palais  

Wer mitmachen will, ist gerne aufgerufen. Ich habe gesehen, es gibt so eine ähnliche Reihe mit Schallplatten, die einen am meisten bedeuten. Mal sehen, ob ich diese Challenge annehme. Die Bücher waren ein Anfang und wir wissen ja, im Web lieben wir diese Listicle.

Wildes Plakatieren in Berlin

13. Oktober 2017
Straßenbild am Berliner Ostbahnhof.

Straßenbild am Berliner Ostbahnhof.

Werbung muss sein, das dachte ich mir bei einem Kurztrip nach Berlin. Und in der Hauptstadt fand ich die traditionelle Außenwerbung an Plakatwände oder Litfaßsäulen. Sie warben für Konzerte, Ausstellungen, Events – also wie überall in Deutschland auch. Als ich an Straßenlaternen kam, sah ich, wie sehr die Straßenlaternen von Werbung vereinnahmt wurden. Ein ähnliches Schicksal traf ich bei Ampel, Bushalteschilder und Mülleimerständer an. Überall Plakate, Flyer, Aufkleber – und das in mehreren Schichten. Jeder klebte irgendwas darüber.

Wildes Plakatieren in Berlin.

Wildes Plakatieren in Berlin.

Und wenn die Witterung auf diese Plakate einwirkt, dann löst sich der ganze Papierwust langsam in mehreren Schichten ab. Irgendwie entsteht urbane Kunst aus Werbung. Leute, die an der Ampel stehen, zupfen und ziehen an den Plakaten und so sieht es zerfleddert aus.
Gefällt mir es? Ja und nein – der Informationsgehalt und auch die Werbewirkung gehen flöten und es entsteht eine eigenartige Art von Kunst. Ich habe so etwas in München nicht gesehen, in Berlin an allen Ecken. Parties, Konzerte, Bücher, Theater, Ausstellungen, Musicals, Comedy, Filme, Tanz und Sport – alles im Grunde eine Wildplakatierung, aber scheinbar interessiert es in Berlin niemanden. Es ist der Kampf um die besten Plätze und ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt eine Werbewirkung erzielt wird. Agenturen werben direkt mit der illegalen Plakatierung, scheinbar ohne negative Konsequenzen: „Im Gegenteil zur klassischen Außenwerbung (Bahnhöfe, Liftfass, Busse, … ) sind wir durch Wildplakatierung nicht an die Grenzen der regulären Werbeflächen gebunden. Wir bringen Ihre Plakate in beliebiger Stückzahl direkt in ganze Stadteile, Szenekieze oder bestimme Straßen – und das zu einem Bruchteil der Kosten.“

Was denkt ihr? Tragen diese wilden Plakate zur Verbesserung des Berliner Stadtbildes bei? Stört es dich als Spießer? Oder darf Kunst alles?

Buchständer aus Acryl

1. März 2017
Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Ich liebe Bücher, aber was genau macht ein Buch aus? Wir haben bei uns zu Hause folgende Regel: Romane und Fachbücher kaufen wir als Amazon Kindle. Bücher nehmen mir zu viel Platz weg und Romane lese ich in der Regel nur einmal. Fachbücher in meinem Bereich veralten sehr schell. Also das Zeug kommt digital daher.
Foto-, Film- und vor allem Kunstbücher kommen als gedrucktes Werk ins Haus. In der Regel kaufe ich ein bis zwei dieser Wälzer pro Woche und bin begeistert. Ich liebe diese Art von Büchern, habe aber ein Problem, diese Bücher zu lesen. Grund: Sie sind zu groß und sie sind zu schwer. Ich kann nicht im Bett liegen oder auf dem Sofa herumlümmeln und so ein schweres Werk lesen. Das ist zu unhandlich und zu unbequem. Also kommen die Wälzer auf den Tisch und biegen dort auseinander. Das gefällt mir auch nicht. Also musste ein Buchständer her. Es gibt eine riesige Auswahl. In der Küche haben wir eine Buchständer aus Metall, die einen Hahn zeigt. Meine Frau sammelt Hähne und wir verwenden diese Buchstütze sehr oft beim Kochen.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Ich fand meine Buchständer bei meinem Lieblingsverlag Taschen. Taschen produziert einen Teil meiner hochwertigen Bücher und ist für mich ein regelrechtes Groschengrab. Die Bücher sind absolut wunderbar und – zugeben irrsinnig teuer. Taschen hat für uns Normalsterbliche einen Buchständer aus Acryl herausgebracht und seit Jahren im Angebot.

Nun habe ich endlich zugeschlagen und es nicht bereut. Zugeben, ich war zunächst zu doof den simplen Ständer aufzubauen, wie man in dem Unboxing-Video sieht. Aber nun steht das Ding auf dem Beistelltischen im Wohnzimmer und ich kann faul vom Sofa aus meine Bücher lesen und betrachten. Also klare Kaufempfehlung für den Buchständer – eben ein Firstworldproblem.

(Investitions-)Kosten für den Schulstart

17. September 2016
Die Schule in Bayern hat begonnen und das Einkaufen für Schulsachen ebenso.

Die Schule in Bayern hat begonnen und das Einkaufen für Schulsachen ebenso.

In Bayern hat diese Woche die Schule wieder begonnen. Auch bei unserer Familie. K1/2 sind gut gelaunt in ihre neuen Klassen marschiert und haben mir am Nachmittag die erste Liste an neuen Schulmaterialien ausgehändigt mit den Worten: „Papa bitte kaufen.“ Am ersten Tag war ich für Stifte, Hefte, Lineale und Co rund 55 Euro los. Und das ist erst der Anfang. Es sind Kosten – im besten Fall richtige Investionskosten.Aber es geht nicht nur mir so. Auch andere Eltern müssen tief in die Tasche für den Nachwuchs greifen. Deutsche Eltern geben im Schnitt 140 Euro pro Kind für den Schulstart aus, wie eine repräsentative Studie von RetailMeNot.de, einem Marktplatz für digitale Angebote, ergab. Erstklässler-Eltern investieren sogar 220 Euro pro Einschulung – hier kommen ja noch Schultasche und Co dazu.

Interessant finde ich den Vergleich der deutschen Bundesländer. Die Zahlen dafür hat mir die Agentur Markengold aus Berlin geliefert. Im Bundesländerranking liegt Bremen mit 168 Euro auf dem ersten Platz, während die Eltern der Hamburger Schulkinder mit durchschnittlich 97 Euro erheblich günstiger davonkommen. Zudem gibt es in diesem Jahr deutliche Unterschiede zu 2015: In Brandenburg (157,63 Euro) geben die Eltern 2016 im Schnitt 40 Euro mehr aus als noch im vergangenen Jahr. Auch die Baden-Württemberger (141,21 Euro) und Niedersachsen (161,34 Euro) legen sich mit durchschnittlich 30 Euro höheren Ausgaben für den Schulstart ihrer Kinder finanziell mehr ins Zeug als 2015. Bundesweit investieren Eltern 2016 im Schnitt 10 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Für die Eltern von ABC-Schützen ist natürlich das allererste Schuljahr etwas ganz Besonderes, sodass sie für die Einschulung und Schultüte mit durchschnittlich 220 Euro noch einmal 80 Euro mehr ausgeben als die Eltern älterer Schulkinder.

 

Bundesländerranking „Durchschnittliche Ausgaben zum Schulbeginn pro Kind (ohne Schultüte) 2016 und 2015“

  • Gesamt 139,22 Euro 129,43 Euro
  • Eltern von ABC-Schützen 160,47 Euro 149,43 Euro
  • Baden-Württemberg 141,21 Euro 112,75 Euro
  • Bayern 150,90 Euro 135,66 Euro
  • Berlin 133,03 Euro 143,37 Euro
  • Brandenburg 157,63 Euro 116,09 Euro
  • Bremen 167,50 Euro 152,50 Euro
  • Hamburg 97,32 Euro 123,00 Euro
  • Hessen 118,97 Euro 128,41 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern 136,43 Euro 134,67 Euro
  • Niedersachsen 161,34 Euro 132,54 Euro
  • Nordrhein-Westfalen 139,27 Euro 119,55 Euro
  • Rheinland-Pfalz 137,34 Euro 136,67 Euro
  • Saarland 132,67 Euro 147,67 Euro
  • Sachsen 143,49 Euro 149,31 Euro
  • Sachsen-Anhalt 115,69 Euro 155,81 Euro
  • Schleswig-Holstein 112,58 Euro 127,11 Euro
  • Thüringen 146,25 Euro 121,83 Euro

Was wurde gekauft zum Schulstart?

Bei K1/2 waren es in erster Line Schulhefte, die in den EInkaufskorb wanderten. Ich wundere mich dabei immer über die Unprofessionalität der Lehrer. Es gibt Angaben wie DIN A4 mit Rand und kariert. Es wäre so einfach, wenn sich das Lehrervolk an die Lineaturen-Angaben halten würden. Das wäre für alle Beteiligten mit deutlich weniger Stress verbunden, aber das würde ja heißen, dass sich die Damen und Herren Pädagogen sich in ihrem Fach auskennen müssten. Ok, das war jetzt böse, aber beruht auf einem Erfahrungswert. Sprecht mal eure Lehrer auf Lineaturen an und achtet auf die Reaktionen.

Ganz oben auf der deutschen Shopping-Liste stehen Bücher und Hefte (92 Prozent) sowie Schreibwaren wie Kugelschreiber und Füller (90 Prozent). Die Eltern von Erstklässlern dagegen kaufen am häufigsten einen Schulranzen (93 Prozent). Auch im Kunstunterricht kann nichts mehr schiefgehen, da vier von fünf Eltern (83 Prozent) ihre Kinder mit Malzeug wie Malblock, Pinsel und Tuschkasten ausstatten. Sicherheit auf dem Schulweg spielt natürlich ebenfalls eine große Rolle, deshalb kauft fast jeder Zweite (45 Prozent) Sicherheitsartikel wie Reflektoren oder Fahrradhelm für seinen Sprössling zum Schulstart. Jedes fünfte Kind bekommt sogar ein Handy oder Smartphone geschenkt. Das zeigt die digitale Entwicklung in unserem Land.
Das kaufen deutsche Eltern zum Schulanfang (Mehrfachantworten möglich)

1. Bücher und Hefte 92 %

2. Schreibwaren (z.B. Kugelschreiber, Füller) 90 %

3. Malzeug (z.B. Malblock, Pinsel, Tuschkasten) 83 %

4. Bastelzeug (z.B. Schere, Klebstoff) 81 %

5. Sportbekleidung / Sportausrüstung 76 %

6. Brotdose und Trinkflasche 68 %

7. Bekleidung 62 %

8. Sicherheitsartikel (z.B. Reflektoren, Helm) 45 %

9. Armbanduhr 29 %

10. Handy / Smartphone 19 %
Schnäppchensuche für den Schulstart

Der Schulanfang erweist sich als teure Ausgabe für die Eltern, daher ist es nur verständlich, dass bei der Anschaffung der Schulausrüstung auch verschiedene Sparmöglichkeiten genutzt werden: 86 Prozent halten in Supermärkten und Discountern Ausschau nach Schnäppchen und drei von vier Eltern (77 Prozent) sehen sich im stationären Fachhandel nach den besten Angeboten um. Aber auch online wird fleißig nach günstigen Angeboten geschaut: Sieben von Zehn (70 Prozent) suchen im Internet nach Rabatten und 54 Prozent nutzen Online-Gutscheine, um zu sparen. Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) setzt auf die Unterstützung der Familie und Freunde und lässt sich bestimmte Produkte fürs Kind schenken. Eine weitere Sparmethode ist die Wiederverwendung von Schulsachen entweder von Geschwistern oder Freunden (46 Prozent) oder über Second-Hand-Angebote (34 Prozent).

Bei uns im Dorf gehe ich als digitaler Nomade in den örtlichen Schreibwarenladen und kaufe dort. Den Einzelhandel im Dorf möchte ich erhalten und fälle hier eine bewusste Kaufentscheidung gegen Online und Discounter.

(Online-) Handel bereit für Cyber Monday und Black Friday

19. November 2015

Für einige ist es die Erfüllung ihrer Konsumträume, die anderen verstehen nur Bahnhof: Am 27. November und 30. November locken Black Friday und Cyber Monday Kunden mit Angeboten. Als IT-Fuzzi kenne ich die Daten, aber wenn Fehlanzeige, wenn ich mein Umfeld befragte. Jetzt kam durch eine Umfrage heraus, dass die Deutschen die beiden Tage für Sparfüchse gar nicht kennen und dies in dem Land, in dem Geiz angeblich geil sei.
Laut den Onlinehändlern sind die Spartage Black Friday und Cyber Monday eine gute Gelegenheit, die ersten Weihnachtsschnäppchen zu ergattern. Auch ich werde Ausschau nach ein paar Schnäppchen machen. Doch ein Großteil der Bevölkerung kennt die Sparmöglichkeiten gar nicht, die sich an diesen Tagen bieten. Für mehr als zwei Drittel der Deutschen (35 Prozent) ist der Black Friday unbekannt. Der Cyber Monday ist sogar 45 Prozent der Deutschen kein Begriff. Und dies wohl viele Händler fett die Werbetrommel rühren. Allerdings sehe ich bei uns am Land keinen Einzelhandel, der mit den Begriffen Cyber Monday oder Black Friday wirbt. Von den Online-Händlern werde ich mit Banner und Newsletter versorgt, mein lokaler Handel beachtet die Aktionstage nicht. Warum eigentlich nicht?

Amazon bereitet mich auf den Cyber Monday vor.

Amazon bereitet mich auf den Cyber Monday vor.

In den USA sind diese Aktionstage traditionell der Start ins Weihnachtsgeschäft. „Seit ein paar Jahren hat auch der Handel in Deutschland das Potential für sich erkannt und bietet an diesen beiden Tagen besonders attraktive Angebote. Doch es besteht noch Aufklärungsbedarf. Bei den vielen Rabatten und Schnäppchen sind die Verbraucher kritisch geworden“, sagt Qipu-Geschäftsführer Veit Mürz. Qipu ist der erfolgreichste Cashback-Loyalty Anbieter Deutschlands. Die Aktionstage sind hierzulande aber auf dem guten Weg sich zu etablieren. Immerhin 13 Prozent der Verbraucher haben bisher noch keine Black Friday-Angebote genutzt, haben es aber diesem Jahr vor. Beim Cyber Monday sind es sieben Prozent.

Klassische Warenkörbe
Obwohl sich in verschiedenen Produktkategorien Rabatte und Schäppchen zum Black Friday und Cyber Monday finden, sind es doch die Technikprodukte, die in diesem Jahr bei den Fans der Aktionstage im Warenkorb landen werden (37 Prozent Black Friday, 34 Prozent Cyber Monday). Das ist nicht verwunderlich, versprechen die Händler doch gerade in diesem Bereich die größten Sparmöglichkeiten. An zweiter Stellen stehen die Fashionartikel (21 Prozent Black Friday, 15 Prozent Cyber Monday). Den kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt es allerdings auch beim Shoppen am Black Fiday und Cyber Monday: Planen 48 Prozent der Männer an diesen Tagen Technikprodukte zu kaufen, will die Mehrheit der Frauen (27 Prozent) in der Kategorie Fashion zuschlagen. Bekleidung planen aber nur 16 Prozent der Männer für den Einkauf ein. Telefon- und Internetverträge stehen bei den Deutschen dagegen an letzter Stelle der Einkaufslisten (4 Prozent). Und auch Schmuck (5 Prozent) und Reisen (6 Prozent) werden in diesem Jahr eher nicht im Warenkorb landen. „Vielen Verbrauchern ist noch nicht klar, welches Sparpotential sich ihnen an den beiden Tagen bietet. Es sind eben nicht nur Technikprodukte. Wer am Black Friday oder Cyber Monday seinen nächsten Urlaub bucht, kann mit satten Rabatten rechnen“, sagt Mürz.

Arktis stimmt mich auf den Black Friday ein.

Arktis stimmt mich auf den Black Friday ein.

Top 5: Welche Produkte werden am Black Friday und Cyber Monday gekauft?

Black Friday
Technikprodukte 37 Prozent
Fashion 21 Prozent
Bücher, Musik, Filme 14 Prozent
Beautyprodukte 9 Prozent
Spielzeug 8 Prozent

Cyber Monday
Technikprodukte 34 Prozent
Fashion 15 Prozent
Bücher, Musik, Filme 13 Prozent
Beautyprodukte 8 Prozent
Spielzeug 7 Prozent

Kein tiefer Griff ins Portemonnaie geplant
Trotz der verlockenden Schnäppchen und Rabatte lassen sich die Deutschen an den beiden Aktionstagen zu keinen großen Ausgaben hinreißen: Jeder Vierte (25 Prozent) möchte am Black Friday maximal 100 Euro ausgeben. Das wollen auch 17 Prozent am Cyber Monday ausgeben. Mehr als 250 Euro planen für den Black Friday gerade einmal sechs Prozent und für den Cyber Monday nur vier Prozent auszugeben. Jeder Zehnte (10 Prozent) der deutschen Verbraucher hat sein Budget für den Black Friday noch nicht festgelegt, am Cyber Monday ist immerhin jeder Achte (13 Prozent) noch unentschlossen.

Social Media: QR-Codes im Einsatz für Bücher

8. Dezember 2011

QR-Codes sind ja schon ein paar Tage alt, aber mir machen sie immer noch Spaß. Gerne bin ich bereit, dieses Marketingtool auszuprobieren und setze es auch gelegentlich ein. Es funktioniert. Auf einer meiner zahlreichen Reisen zu Social Media-Vorträgen stieß ich auf zwei interessante Versionen des QR-Codes.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Zum einen war es der Buchhändler Hugendubel, auf dessen Anzeige ich beim Warten auf die S-Bahn aufmerksam wurde. Unter dem Brand „Hugenbubel to go“ warb der Buchhändler mit QR-Codes. Scannen und gewinnen lautete die Devise. Da ich sowieso auf die Bahn warten musste, probierte ich die Einladung gleich aus. iPhone gezückt und QR-Code gescannt. Ich wurde auf eine Website geleitet „Zu gewinnen: Bücher so viele Sie tragen können.“ Es wurde gefragt, wie viele Bücher die Dame auf dem Plakat gestapelt hat. Gute Idee, denn so muss das Plakat mit den neuen Büchern nochmals angeschaut und die Bücher gezählt werden. Der Werbeeffekt wäre noch größer gewesen, wenn es echte Bücher gewesen wären. Denn sobald ein Buchfreund Buchrücken sieht, fängt er auch an zu lesen. In unserem Fall bekam ich nur Dummys zu sehen. Das wäre noch verbesserungswürdig. Gewonnen hab ich übrigens nichts.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

Zum anderem weckte ein riesiges Plakat am Boden des Hauptbahnhofs München mein Interesse. Wieder ging es um Bücher und wieder ging es um Marketing durch einen QR-Code. Sobald ich den Code fotografierte, bekam ich eine kostenlose Leseprobe aufs Handy geschickt. Genial, denn auf Zugfahrten freue ich mich über Lesestoff, den ich nicht extra tragen muss. Jetzt müsste mich nur noch das Thema des Buches interessieren, dann wäre alles in Ordnung. Das Buch „Kapital“ machte reißerisch mit dem Slogan auf: „Sex ist nicht wichtig. Sex ist entscheidend.“

Ich finde: QR-Codes im Alltag setzen sich durch. Diese beiden Beispiele zeigen es wieder.