Posts Tagged ‘Soundtrack’

Feuerkind, Feuerteufel, Firestarter – gutes Thema, schwache Filme

12. August 2022

Nach Carrie war Feuerkind mein zweites Buch, das ich von Stephen King als junger Mensch begeistert verschlungen hatte. Mich begeisterte die Kombination von Telekinese und der Macht mit Gedanken Feuer zu entfachen. Ich hatte die deutsche Erstveröffentlichung von Bastei-Lübbe in der Übersetzung von Harro Christensen.

Jahre später schaute ich mir dann im Kino die durchschnittliche Verfilmung von Feuerkind an, aus der der deutsche Verleih Feuerteufel machte. Mark L. Lester führte 1984 Regie und es war ein typisches Produkt seiner Zeit. Nachdem Lester zuvor den umstrittnen „die Klasse von 1984“ gedreht hatte, erwartete ich einen umstrittenen Shocker, doch vergeblich. Der Film erreichte für mich nicht die Spannungstiefe und Faszination des Romans. Drew Barrymore, die bei ET noch eine Nebenrolle inne hatte, durfte jetzt die Hauptrolle spielen. Es waren einige gute Stars dabei: Heather Locklear, Martin Sheen, George C. Scott und Louise Fletcher, aber der Film riss mich nicht vom Hocker.

Alles in allen war der Film nicht das Highlight. Man hätte mehr, viel mehr aus dem Buch machen können. Wirklich großartig war allerdings der Soundtrack der deutschen Elektrokapelle Tangerine Dream. Ein hypnotischer Sound der Berliner Künstler, die ja zahlreiche Erfahrungen in Sachen Score hatten. Die farbige Vinyl-Schallplatte wurde gerade neu ohne Erweiterungen aufgelegt, ich habe noch die CD-Veröffentlichung in eine Sammelbox zu Stephen Kings Filmmusiken.

Also griff ich nach Jahren mal wieder zum Taschenbuch, das nach dem Film bei Bastei und heute bei Heyne erschienen ist. Und dann kam die Neuverfilmung von Feuerkind. Dieses Mal beließ es der deutsche Verleih vom US-Titel Firestarter. Jetzt erschien der Film auf Bluray, nachdem ich den Kinoeinsatz verschlafen hatte.

Das Cover war fast identisch mit der Verfilmung von 1984, was ich durchaus sympathisch finde. Regie führte dieses Mal Keith Thomas, der mit The Vigil einen Achtungserfolg hatte. Die ursprünglichen Regisseure der großartige Akiva Goldsman und Fatih Akin wurden an die Luft gesetzt.
Aber Firestarter ist auch wieder nicht mein erwarteter Horrorfilm geworden. Die Spezialeffekte waren zwar prima, doch der ganze Film zog sich dahin. Außerdem hatte er für mich einen seltsamen 80er TV-Look, den ich absolut nicht mag. In den 80er war einfach zuviel Schrott produziert worden.
Viele mögen ja den Horror der 80er, ich kann meist darauf verzichten. Wer allerdings am 80er Tropf hängt, dem wird Firestarter vom Look Spaß bereiten.

Den Soundtrack steuerte dieses Mal John Carpenter samt Familie bei. Synthesizer der 80er Jahre gegen Synthesizer der 2000 Jahre. Tangerine Dream finde ich besser, aber Carpenter ist nicht übel. Im Herbst erscheint wohl die Vinyl-Ausgabe, die ich mir wie alles von Carpenter bestellen mag.
Also was soll ich sagen: Vielleicht nimmt sich ein Produzent und Regisseur mal Firestarter nochmals vor und bringt eine optisch und inhaltlich gelungene Version des Werkes auf die Leinwand. Aller guten Dinge sind drei und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Musiktipp: The Return Of Godzilla von Reijiro Koroku

2. März 2022

Ich habe wieder anfangen, Vinyl-Platten zu kaufen. In erster Linie ist es Jazz, Kraftwerk und auch ein wenig Soundtracks. Bei letzteren habe ich mich auf Picture Discs spezialisiert oder für mich besondere Ausgaben. Vor kurzem fiel mir ein solcher Score zu The Return Of Godzilla in die Hände, der im Januar 2022 veröffentlicht wurde.

Als Godzilla-Fan musste ich zuschlagen, zum einen weil ich die Musik des japanischen Monsters gerne höre. Zum anderen, weil die Aufmachung des dramatischen Scores von Reijiro Koroku wirklich etwas besonderes ist.


Aber alles schön der Reihe nach: Godzilla: Die Rückkehr des Monsters stammt aus dem Jahr 1984 und wurde gedreht von Koji Hashimoto. Für mich war es der erste Godzilla, den ich im Kino der achtziger Jahre sah, nachdem ich meine Jugend mit den Kinovorstellungen der Godzilla der siebziger Jahre in Gummianzügen verbracht hatte. Ich mochte das dramatische, feurige Plakat von Godzilla: Die Rückkehr des Monsters, ein Film bei dem Godzilla nicht niedlich, sondern einfach nur böse war. Unser japanische Freund haute alles kurz und klein. Der Film markiert den Beginn der Heisei-Staffel-Dekade, in der Godzilla wieder als zerstörerisches Monster dargestellt wird.

Das Vinyl ist blutrot und sieht auf den Plattenteller schön aus. Aber auch das Cover des Soundtracks kann sich sehen lassen und erinnert mich an die Märchenbücher meiner Kindheit. Es ist ein Pop-Up-Gatefold-Sleeve, das Artwork stammt von Henry Abrams. Auf zu, auf zu.

Koroku, der bereits mit Hayao Miyazaki und Isao Takahata von Studio Ghibli zusammengearbeitet hat, war die perfekte Wahl, um die triumphale Rückkehr des Big G zu vertonen, und schuf drei Themen für unseren Lieblings-Kaiju. Lauschen Sie den dröhnenden tiefen Frequenzen und den kraftvollen Blechbläser-Attacken, wenn er ein Kraftwerk verwüstet und gegen die japanischen Selbstverteidigungskräfte (JSDF) kämpft, und schwelgen Sie beim Liebesthema für Maki und Naoko. Koroku schrieb auch spannende Stücke für die JSDF und den Super-X, die für den Kampf gegen Godzilla entwickelt wurde. Doch es sind sein Respekt und seine Ehrfurcht vor dem großen G, die The Return Of Godzilla zu einem solchen Erfolg machen. Die Filmmusik endet mit dem Gesang der Star Sisters, die Godzillas Verschwinden beklagen. „Pass gut auf dich auf, Godzilla, mein alter Freund.“

Mir hat der Film damals so gut gefallen, dass ich später unbedingt die Laserdisc-Box haben musste. Und jetzt habe ich The Return Of Godzilla auch im Ohr.

Musiktipp: The Big Boss von Peter Thomas

8. Oktober 2021

Ich bin in Trash-Stimmung und schaute mir auf der PSP den Bruce Lee-Streifen Der Mann mit der Todeskralle aus dem Jahre 1973 an. Es war der erste in den Vereinigten Staaten produzierte Martial-Arts-Film und der letzte vollständige Film von Bruce Lee. Drei Wochen nach Dreharbeiten verstarb der Schauspieler.

Der Film hat seine paar Momente. Ausgesprochen spektakulär ist dagegen der Score von Altmeister Lalo Schifrin. Leider ist die Filmmusik nur extrem teuer zu haben. So manche ich mich auf die Suche nach anderen Score zu Bruce Lee-Filmen. Und auf wen traf ich da? Auf meinen musikalischen Helden Peter Thomas, der den Score zu The Big Boss einspielte.

Wie passt der Jazz- und Big Band-Song von Peter Thomas in die asiatische Kampfsportwelt von Bruce Lee. Und das ist eine wirklich interessante Geschichte, die ich als Filmfan noch gar nicht wusste. Es kam so:
The Big Boss war Bruce Lees erster großer Film und verschaffte ihm den internationalen Durchbruch. Premiere feierte Regisseur Lo Weis Film 1971 in Hongkong, seinen internationalen Siegeszug trat er aber erst 1973 an. Der deutsche Verleih glaubte, die originäre chinesische Filmmusik wäre zu weit von den bundesdeutschen Hörgewohnheiten entfernt und beauftragte Peter Thomas, einen eigenen Soundtrack zu komponieren. Dies gelang ihm mit Bravour. Das Resultat war, dass dieser von nun an in der ganzen Welt, mit Ausnahme von China, eingesetzt und somit zur eigentlichen Filmmusik von the Big Boss wurde.


Seit der Erstveröffentlichung dieser Filmmusik im Jahr 2010 hatte sich einiges getan, was eine verbesserte Neuauflage überfällig machte: In Peter Thomas‘ Archiv konnten vier Stücke sowie eine etwas längere Version aus dem Film, die bisher als verschollen galten, gefunden werden. Diese ersetzen nun die Bonustracks der alten CD, die zwar einstmals für den Film komponiert, aber nicht in ihm verwendet wurden.

Wie ja bekannt ist, verstarb Peter Thomas leider während der Vorbereitungen zu dieser von ihm unterstützten Produktion am 17. Mai 2020, 94-jährig in Lugano (CH). Für die Illustration auf dem Gatefold-Cover der LP sowie dem Digipack der CD zeichnet der großartige Adrian Keindorf verantwortlich. Die LP erscheint auf 180g Vinyl standardmäßig in Schwarz sowie in einer auf 300 LPs limitierten transparenten roten und einer auf 200 LPs limitierten transparenten sonnengelben Auflage.

Anmerkung: Da mein Schallplattencover durch den Versanddienstleister an einer Ecke beschädigt wurde, hat Allscore auf Facebook umgehend reagiert und eine Ersatzlieferung angekündigt. Prima Service.

Musikkritik: No Time to die von Hans Zimmer

7. Oktober 2021

Ich hab Bauchweh. Ich bin seitdem ich ins Kino gehe ein Fan von James Bond. Und nicht nur das: Ich bin auch ein Fan der James Bond Filmmusiken. Dabei lernte ich den Komponisten John Barry kennen und schätzen. Seine Scores von Bond-Filmen haben mich geprägt und sie sind eine hohe Messelatte. Dazu gehört natürlich auch das Monty Norman Hauptthema von 007. Und nun? Und nun hat Hans Zimmer den Score zum neuen Bond No Time to die geschrieben. Da hab ich Bauchweh.

Aus Pflicht oder vielmehr aus Tradition habe ich mir seinen Score gekauft und schlimmes befürchtet. Die jüngsten Scores von Bond-Filmen fand ich gelinde gesagt einfach schlecht. Thomas Newman in Spectre, David Arnolds Filmmusik ging so. Aber nun steht uns Tausendsassa Hans Zimmer ins Haus.

Ist Zimmer dem Thema Bond gewachsen? Erfüllt er meine Maßstäbe an Bond? Kann er sich sogar mit John Barry messen? Mit Hans Zimmer habe ich immer wieder Schwierigkeiten, nachdem er mit vielen seiner pompösen inszenierten Musiken nicht meinen Geschmack getroffen hat. Es gibt Ausnahmen bei Zimmer, aber im Grunde bin ich bei der musikalischen Zimmermaschinerie vorsichtig. Bewundernswert ist dagegen sein kaufmännisches Talent.
Aber es musste sein: Als Sammler habe ich mir erst einmal eine Picture Disc vom Score gekauft. Die Doppel-LP No Time to Die im goldenen Vinyl kommt in den nächsten Tagen und eine andere Picture Disc hängt beim Zoll fest. Die Score selbst habe ich via Apple Music geladen. Und was soll ich sagen? Ich bin von der Qualität überrascht. Hans Zimmer ist ein Bond-Score gelungen, der diesen großen Namen verdient. Die Leitmotive aus der Vergangenheit wurden eingewebt. Der Score ist dicht und er macht Spaß. Nach dem dritten, vierten Durchhören bin ich zufrieden, ich will sogar sagen, dass ich ein wenig versöhnt bin mit Hans Zimmer. Vielleicht ist dieser Score sogar untypisch für Zimmer. Gerade im Ausklang beweist er mit Finale Ascent einen schönen Abgesang auf die Ära Daniel Craig – den ich übrigens immer für einen guten Darsteller, aber einen schlechten Bond gehalten habe.
Ich habe meinen Kauf von No Time to Die nicht bereut. Die Picture Discs wandern ins Archiv, die Vinyl-Platte wird dann und wann aufgelegt, die Single No Time To Die von Frau Eilish kommt in die Rockola und die Streaming-Dateien bleiben auf dem Smartphone.

Musiktipp: Hang on to Your Hat von Video Game Jazz Orchestra

2. Januar 2021

Das erste Mal habe ich das Label Black Screen Records 2019 bei der GamesCom in Köln entdeckt und war angetan über das Angebot an Scores zu Videogames. Ihr Schwerpunkt liegt auf hochwertigen Vinylpressungen. Und als Freund von Retro-Games musste ich bei dem Album Hang on to Your Hat einfach zuschlagen.

Auf der GamesCom 2019 hab ich das Label für mich entdeckt.

Es ist die legendäre Musik von Super Mario 64, aber in einem neuen Sound – und wenn ich neu schreibe, dann meine ich auch wirklich neu. Der Score wurde als Bigband-Arrangement in Nashville in den Ocean Way Studios eingespielt und nistete sich sofort in mein Ohr ein. Interpreten sind das Video Game Jazz Orchestra.

Nachdem ich die Musik bei AppleMusic geladen hatte, musste ich mir die Veröffentlichung als Doppelalbum auf 180 Gramm Vinyl holen und bin hin und weg von dem Sound von Super Mario 64. Die zeitlosen Melodien stammen von japanischen Maestro Koji Kondo.
Das Album „Hang on to Your Hat“ ist in einer eindrucksvollen, geprägten und goldfolierten Gatefold-Hülle erscheinen und enthält ein 8-seitiges 12″-Booklet, gestaltet von Rozen & Isa Alcántara mit zusätzlichem Layout von Dane Baudoin. Mit stimmungsvollen Art-Deco-Details von José Acosta Calva und Innenillustrationen von David René Christensen macht es Spaß beim Durchblättern. Die Musik ist erhältlich auf rot/blauem, goldenem/goldenem und schwarzem/schwarzem Doppelvinyl. Ich hab die goldene Version. Es gibt noch ein Grün/Blaues Vinyl exklusiv erhältlich bei Materia Collective .

Also nichts wie zurücklegen, Hang on to Your Hat hören und an Mario und Bowser denken – und vielleicht mal wieder zocken.

Meine Lieblingssongs aus James Bond Filmen

21. Oktober 2020

Das 25. Abenteuer von meinem Lieblingsagenten James Bond scheint unter keinen guten Stern zu stehen. Die Dreharbeiten dauerten länger als erwartet, dann wurde der Kinostart wieder und wieder verschoben. Zeit sich also positiveren Dingen zu widmen. Der Musik in James Bond-Filmen.

Der neueste James Bond-Titelsong von Billie Ellish No Time to die

Die Titelmelodien zu Bond-Filmen sind eine Klasse für sich. Viele Ohrwürmer wurden produziert. Zeit also, eine Liste meiner Lieblingstitelstücke zu erstellen, was absolut schwer ist. Rein subjektiv hier meine persönliche Top Ten:

Shirley Bassey: Goldfinger
Sheena Easton: For your Eyes only
Louis Armstrong: We have all the Time in the World (obwohl es kein Titelsong ist)
Shirley Bassey: Diamonds are forever
Nancy Sinatra: You only live twice
Tom Jones: Thunderball
Carly Simon: Nobody does it better
Paul McCartney: Live and Let die
Adele: Skyfall
Billie Ellish: No Time to die

Kritiker werden bemängeln, dass hauptsächlich frühe Bond-Titelmelodien in meiner Aufzählung zu finden sind. Ausnahme sind die Songs von Adele und Billie Ellish. Zwar sind Madonna, Tina Turner, Sherly Crow oder Duran Duran große Stars, aber die Lieder haben mich nicht gepackt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann hätte ich Shirley Bassey mit Moonraker auch in meine Top-Ten statt Adele oder Billie Ellish geholt, aber dann hätte mich ganz als alten Mann entpuppt.
Billie Ellish ist also die neueste Interpretin und zunächst mochte ich ihr No Time to die überhaupt nicht. Ihre Art des Gesangs und der Interpretation gefiel mir nicht, aber ich habe mich reingehört. Wer den gälischen Namen von Elisabeth trägt, den höre ich gerne zweimal, dreimal zu. An ihren Soprangesang musste ich mich erst einmal gewöhnen – vor allem wenn man so stimmgewaltige Sängerinnen wie Shirley Bassey bei Bond-Lieder mag. So wandelt sich eben die Zeit. Ich mag die Klasse von Sean Connery und finde Daniel Craig einen schlechten Bond-Darsteller, aber ich habe mich an seine rüpelhafte Bond-Interpretation gewöhnt. Ebenso geht es mir mit Billie Ellish und ihrem Flüstergesang. Aber der jüngsten Sängerin eines Bond-Liedes will ich eine Chance geben, aber was mich wirklich aufregt ist, dass Hans Zimmer für das orchestrale Arrangement zuständig war. Und nein, ich mag Hans Zimmer überhaupt nicht und halte ihn für vollkommen überschätzt als Soundtrackproduzenten. Als Geldverdiener hat er meinen Respekt, also Lieberhaber von Scores sicher nicht.

Nun, ich habe mir die Amazon-Sonderedition der Single No Time To Die in durchsichtigen, eisfarbenen Vinyl gekauft, die dann auch ins Archiv zu den anderen Bond-Singles wandert. Und dann beginnt das lange Warten auf den 25. James Bond Film.

Musiktipp: The Mandalorian auf Picture Disc von Ludwig Göransson

22. August 2020

Baby Joda - so süß

Baby Joda – so süß

Ich bin ein Fan des Digitalen, aber ich finde es eine Unsitte, Musik ausschließlich digital zum Download anzubieten. Als Sammler von Filmmusik möchte ich einen Datenträger wie eine CD in der Hand haben. Digitale Musik ist praktisch, aber es entwertet meine Sammelleidenschaft.

Als Fan der Star Wars Reihe hat es mich daher besonders gefreut, dass Walt Disney einen Teil der Musik von The Mandalorian jetzt auf Picture Disc veröffentlicht hat. Die Musik von Ludwig Göransson ist der Star Wars-Reihe würdig. Der Schwede hat es prima gemacht und bisher stand die Musik nur als Download zur Verfügung. Mit der Picture Disc als Single habe ich zumindest zwei Titel als Datenträger: Main Titel und The Child/Baby Joda.
Die Bilder zeigen einmal den süßen Baby Joda und einmal Baby Joda im Kinderwagen samt Mandalorian. Leider liegt der Picture Disc kein Downloadcode für die digitalen Dateien bei. Falls ich die Disc aufhängen sollte, dann wohl mit der Seite von Baby Joda. Mal sehen. Auf jeden Fall ist The Mandalorian eine Kaufempfehlung.

Kinderwagen von Baby Joda

Kinderwagen von Baby Joda

Musiktipp: John Williams in Vienna

19. August 2020

John WIlliams in Vienna - hier die goldene Ausgabe.

John WIlliams in Vienna – hier die goldene Ausgabe.

Wow, ich war dabei als am 18. Januar 2020 Musikgeschichte geschrieben wurde. Am 18./19. Januar 2020 gastierte John Williams mit Anne-Sophie Mutter bei den Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal des Musikvereins in Wien. Jetzt erschien die Aufnahmen John Williams in Vienna auf LP, CD und Bluray und selbstverständlich musste ich mir alle Versionen kaufen. Eine goldene Vinyl limitiert auf 1000 Exemplare von der Deutschen Grammophon kam ein paar Tage später bei mir an.

Über das Konzert ist viel geschrieben worden, auch von mir. Als John Williams Fan war es absolutes Erlebnis, den Meister mit seinen damals 87 Jahren live auf der Bühne zu erleben. Ich habe schon viele Konzerte vieler Künstler genossen, aber selten so eine ausgezeichnete Darbietung. Meine Frau hatte mir die Karte zu Weihnachten 2019 geschenkt und am Heiligen Abend beschlossen wir als Familie komplett nach Wien zu fahren. Die ganze Familie sollte diese Kunst geniessen dürfen. Und es wurde das kulturelle Ereignis des Jahres 2020, von dem wir noch lange zehren. Corona machte weiteren Konzerten eine Strich durch die Rechnung. Aber was hätte Besseres als John Williams denn überhaupt kommen können? Die Kombination Williams, Sophie-Mutter und Wiener Philharmoniker waren schlichtweg genial.

Und diesen Kunstgenuss allererster Güte gibt es jetzt auf Konserve. Die Deutsche Grammophon und Servus TV haben sich viel Mühe bei den Aufnahmen gegeben. Einziges Manko: Auf den Audio-Aufnahmen fehlt der frenetische Applaus des Publikums – auf der Bluray ist er zu hören. Es war eine Stimmung wie auf einem Rockkonzert – und das bei Filmmusik.
Und das Ergebnis John Williams in Vienna ist auch etwas für mein persönliches Ego. Es ist mein erstes Konzert gewesen, dass dann auch als Album und Bluray veröffentlicht wurde. Und für mich genial: Ich bin im Bild zu sehen, mehrmals. Wenn ich ehrlich bin, erkennt man mich trotz HD-Aufösung nicht richtig, aber ich weiß ja, wo ich saß und wie ich aussehe. Voller Stolz habe ich es meiner Frau und meinen Kindern gezeigt. Während die Kinder es als Wichtigtuerei abgetan haben (was es ja auch ist), hat sich meine Frau im Konzertfilm selbst gesucht, aber leider haben sie die Kameraleute von Servus TV nicht eingefangen. Aber ich kann beweisen: Ich war dabei.

Nochmals eine Empfehlung für John Williams in Vienna von mir, aber die braucht es gar nicht. Wer Williams kennt, der kauft die Aufnahmen. Wer in Wien dabei war, hat sie mit Freudentränen schon längst erstanden. Schlichtweg genial.

Musiktipp: The Rise of Skywalker von John Williams

11. August 2020

Sammlung komplettiert.

Sammlung komplettiert.

Es sind nur noch ganz wenige Tage hin, dann erscheint das Wiener-Konzert von John Williams auf Bild- und Ton-Datenträger. Bis es soweit ist, lausche ich seiner Musik des neunten Teils von Star Wars: The Rise of Skywalker.
Ich hatte mir die CD Star Wars: The Rise of Skywalker gleich nach Erscheinen zugelegt und wieder und wieder gehört. Jetzt war es an der Zeit, die Sammlung zu vervollständigen und ich habe mir die Vinyl-Ausgaben gegönnt, bevor die Preise explodieren. Neue Musik ist nicht auf der Doppel-LP Star Wars: The Rise of Skywalker, aber der Sammler braucht nunmal das Gesamtwerk.
Und ich habe mir die Doppel-Vinyl-Picture Disc Star Wars: The Rise Of Skywalker gekauft. Ich sammle Soundtracks auf Picture Discs und habe einige zum Leidwesen meiner Gattin. Ich weiß natürlich, dass der Ton schlechter ist als auf einer 180 Gramm Vinyl-Platte, doch es geht mir um das Bildmotiv. In der Regel haben A- und B-Seite verschiedene Motive und beim vorliegenden Score Rise of Skywalker haben wir vier unterschiedliche Bilder.

Das wäre mein Motiv für die Wand.

Das wäre mein Motiv für die Wand.

Allerdings finde ich die Fotos nicht unbedingt berauschend. Die Entscheidung, welches Motiv ich vielleicht hinter Glas aufhängen möchte, fällt mir in diesem Fall leicht. Ich nehme das Duell-Motiv mit den Sternenzerstörern im Hintergrund. Die beiden Schauspielermotive reizen mich nicht, weil ich mit den Figuren nicht aufwachsen und sozialisiert worden bin – ein Darth Vader oder Obi Wan haben für mich ein anderes Kaliber. Ich hätte gerne den Imperator gehabt, aber da konnte sich Disney wohl nicht durchringen.

Zur Musik muss ich nicht viel schreiben. Es ist John Williams und wer den Meister mag, hat sowieso schon lange zugeschlagen. Ich habe gelesen, dass er insgesamt 135 Minuten Musik komponiert haben soll. Das bedeutet, es kommt (hoffentlich) noch irgendwann eine erweiterte Fassung der Musik von The Rise of Skywalker heraus. Mit Star Wars will der Meister im betagten Alter von 88 Jahren aber nicht mehr weitermachen, egal wie sich Disney entscheidet.

Konzertempfindung: John Williams und Anne-Sophie Mutter in Wien 2020

21. Januar 2020

John Willams bedankt sich bei seinen Fans. Foto: Lange

John Willams bedankt sich bei seinen Fans. Foto: Lange

Endlich konnte ich ihn sehen, nachdem ich ihn jahreslang nur gehört habe. John Williams kam nach Wien zu den Wiener Philharmoniker in den Goldenen Saal des Musikvereins und hatte zudem Anne-Sophie Mutter mit dabei. Und ich war dabei.

John Williams ist für mich der größte lebende Filmkomponist und seit Jahren bin ich ein Fan seiner Musik. Er steht für mich in der Tradition des Musikdramas, der Programmmusik und der Leitmotive im Stile des musikalisch von mir verehrten Richard Wagners. Und zu Weihnachten machte mir meine Frau das wunderbare Geschenk des Konzertbesuchs in Wien. Und weil die Familie von meiner Begeisterung angesteckt wurde, kauften wir kurzerhand für die ganze Familie Eintrittskarten, die wir über Wartelisten und die geniale John Williams-Facebook-Gruppe erhielten.
Den Goldenen Saal des Musikvereins Wien kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen. Es war uns noch nie gelungen Karten für das Neujahrskonzert zu erhalten. Neujahrskonzert ist gut, aber John Williams ist besser, viel besser – und es wurde ein musikalisches Fest.

Gut gelaunter John Williams
Im Vorfeld haben wir Fotos der Proben gesehen. Die Philharmoniker schienen ihren Spaß mit dem Maestro zu haben und brachten Star Wars-LPs zur Probe mit. Vielleicht war es für sie auch mal was anderes, wenn sie Filmmusik spielen mussten. Und auch John Williams war konzentriert und wirkte glücklich.
Beim Betreten des Goldenen Saals wurde mir klar, warum der 87jährige den Stress einer Konzertreise nach Wien auf sich genommen hatte. Am Geld kann es nicht liegen. John Williams hat gut verdient und sein Häuschen längst abgezahlt. Aber der Goldene Saal des Musikvereins Wien hat eine ganz besondere Atmophäre. Williams würde mit Kusshand in jedem Konzertsaal der Welt genommen, aber er entschied sich für Wien – und das aus gutem Grunde. Berühmte Komponisten und Dirigenten haben hier mit den berühmten Wiener Philharmoniker gespielt. Die Akkustik ist hervorragend und die Atmosphäre kann ausgezeichnet, wenn das Publikum dein Freund ist.

Standings Ovations für John Williams
Williams kam, sah und siegte. Das internationale Publikum erwartete ihn mit donnernden Applaus. John Williams war sichtlich gerührt, erfreut und genoss es vor so einem begeisterten Publikum zu spielen. Es gab Applaus, Standing Ovations und Beifallsrufe. Die Stimmung im ehrbaren Musikverein war eher die eines Rockkonzerts und Williams war unser gefeierter Star. Wir hingen bei seinen Statements an den Lippen, beobachteten jede Geste mit seines Dirigats und nahmen auch wahr, dass sich der 87jährige mit der linken Hand immer wieder festhielt. Und als dann noch von ihm Anne-Sophie Mutter auf die Bühne gebeten wurde, brach Jubelsturm um Jubelsturm los. Der Musikverein wurde zum Tollhaus. Während die Musik dargebotene wurde, war es mucksmäuschenstill – am Ende eines jeden Stück brachen die Emotionen hervor.

Neue Fans für Anne-Sophie Mutter
Anne-Sophie Mutter hat lange um John Williams geworben und ihn sogar mit Lebkuchen zu Weihnachten gelockt, damit der Meister seine Stücke für Geige arrangierte. Herausgekommen ist das formidable Album Across the Stars, die zum Teil auch in Wien zu Gehör gebracht wurden. Anne-Sophie Mutter hat es damit geschafft einen weiteren, neuen Fankreis für sich zu erschließen. Sie ist sicherlich eine der berühmtesten Violinistinnen dieses Planeten, aber einem klassisch interessierten Publikum bestens bekannt. Mit ihrem Berliner Club-Album versuchte sie neue Hörer zu erschließen. Mit Across the Stars schaffte sie aber den Sprung in die Filmmusik und damit zu weiteren neuen Hörerkreisen. Dass sah man auch im Musikverein. Neben den Besuchen in feiner Abendgarderobe saßen Fans mit Star Wars- oder John Williams-T-Shirts und es passte einfach zusammen.

Die Musik von John Williams
Die Musik an beiden Konzerttagen war ein Streifzug durch die Werke von John Williams. Hook, Unheimliche Begegnung, Sabrina, In einem fernen Land, Harry Potter, ET – und auf einmal der Devil‘s Dance aus dem Film „Die Hexen von Eastwick“. Dieses Stück ist auf keinem Album oder Single mit Anne-Sophie Mutter bisher herausgekommen. Es wurde nach den Album Across the Stars arrangiert und ist bisher beispielsweise in einem IIndy-Jones Podcast am Ende (ca 12. vor Schluss) zu hören. Dürfen wir also auf eine Fortsetzung von Across the Stars hoffen?
Auf jeden Fall hat die Deutsche Grammophon angekündigt, die beiden Wiener-Konzerte als CD und DVD/Bluray herauszubringen. Die Konzerte wurden mitgeschnitten und veröffentlicht. Es soll auch eine TV-Ausstrahlung bei ARTE vorgesehen sein. Für mich eine Premiere: Ich war bei vielen Konzerten, aber es wird das erste Mal sein, das MEIN Konzert offiziell veröffentlicht wird.

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Meine Empfindung zu John Williams
Zur Musik von John Williams etwas zu schreiben, wäre Eulen nach Athen zu tragen. Am Ende des Beitrags habe ich die Setlist der Konzerte aufgeführt. Aber ich möchte eine Empfindung festhalten, die ich am ersten Konzertabend verspürte. Nach der Pause gegen Ende des offiziellen Parts kam die Musik mit der sich John Williams 1977 in mein Herz komponierte. Das Thema zu Star Wars erklang.
Ich hab Krieg der Sterne als Neujähriger im Kino gesehen und mir dann die Doppel-LP von meinem Taschengeld gekauft. Ich glaubte, dass ich das Hörspiel erworben hatte, aber es lief der Soundtrack von John Williams auf dem Plattenteller meiner Grundig-Anlage. Und die Musik packte mich, ich verschlang die Leitmotive, sog sie in mich auf. Und nun kam dieses Gefühl in Wien wieder als ich das berühmte Star Wars Thema live hörte.
Ich schloss die Augen und ließ seine Musik wirken. Und mitten im Goldenen Saal des Musikvereins erschien der Todesstern, da flog der Falke, ich sah die Weite von Tatooine, ich traf Luke, Leia, Han und Vader und mir kamen die Tränen vor Glück. Was löst diese Musik für Emotionen bei mir aus?
Aber nicht nur bei mir: Mit dieser Musik hatte es John Williams geschafft, dass sich Scharen von Kindern und Jugendlichen 1977 und später aufmachten auch klassische Musik zu hören. Williams brachte mir durch seine Kompositionen die Musik von Bach, Beethoven, Mahler, Mozart und Wagner näher – ohne Williams hätte ich diese Musik nie entdeckt. Ich hätte nie Erich Wolfgang Krongold, Franz Waxman, Max Steiner, Alfred Newman oder Bernard Herrmann entdeckt oder später Jerry Goldsmith, Ennio Morricone, Howard Shore, James Horner, Danny Elfman, James Newton Howard und viele mehr.

Die Setlist von beiden Wiener Konzerten
Flight to Neverland from Hook (1991)
Excerpts from Close Encounters of the Third Kind (1977)
Hedwig’s Theme from Harry Potter and the Philosopher’s Stone (2001/2019)
Theme from Sabrina (1995/2019)
Donnybrook Fair from Far and Away (1992/2019)
Devil’s Dance from The Witches of Eastwick (1987/2019)
Adventures on Earth from E.T. The Extra-Terrestrial (1982)
Theme from Jurassic Park (1993)
Dartmoor, 1912 from War Horse (2011)
Out to Sea / Shark Cafe Fugue from Jaws (1975)
Marion’s Theme from Raiders of the Lost Ark (1981/2017)
The Rebellion is Reborn from The Last Jedi (2017)
Luke and Leia from The Return of the Jedi (1983)
Main Title from Star Wars: A New Hope (1977)
Nice to Be Around from Cinderella Liberty (1973/2019)
The Duel from The Adventures of Tintin (2011/2019)
Remembrances from Schindler’s List (1993)
Raiders March from Raiders of the Lost Ark (1981)
The Imperial March from The Empire Strikes Back (1980)