Posts Tagged ‘Buchtipp’

Buchtipp: Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen

20. April 2022

Grundsätzlich bin ich ja in Sachen Medienkompetenz an deutschen Schulen unterwegs, aber ich denke, die Vorträge werden aufgrund von Corona erst zum Schuljahresende und hoffentlich zum neuen Schuljahr wieder beginnen. Daher nutze ich die Zeit, um mich ein wenig auf den Literaturmarkt umzusehen und bin aufgrund eines Tipps des Twitterkollegen Astrozwerge auf das lesenswerte Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen gestoßen.

Zunächst dachte ich, dass es sich wieder um so ein hyperpädagogisches Werk mit mahnenden Zeigefinger handelt, wie es von vielen analogen Vertretern herausgegeben wird, um die Angst bei analogen Eltern zu schüren. Ich habe mich geirrt.
Das Buch ist wirklich gut. Es ist für Kinder ab zehn Jahre geschrieben und zwar gut geschrieben. Natürlich ist die Sprache einfach, aber der Inhalt ist technisch richtig und sehr gut aufbereitet. Das wichtige Thema Daten im Netz wird gut erklärt. Der gewaltige Bogen reicht von der Nachrichtenpyramide und Nachrichtenschwelle über die richtige Suche mit Suchmaschinen und Verschwörungsmythen bis hin zu verschiedenen sozialen Netzwerken und Messengern. Die Themen Geldverdienen und Influencer sowie Persönlichkeitsrechte kommen ebenso vor wie Cybermobbing und Online Games.

Und vielleicht ist der enorme Spagat das einzige Problem des Buches. Der inhaltliche Umfang ist sehr groß und würde bei meinen Vorträgen ein gesamtes Wochenseminar ausmachen. Manfred Theisen erklärt jeden Themenkomplex, reißt ihn an und kann natürlich nicht in die Tiefe der Materie eintauchen, obwohl er mit jeder gedruckten Zeile genau weiß, was er da veröffentlicht. Vielleicht kann der Bindlacher Verlag Loewe sich einen Ruck geben und diese Medienkompetenz-Reihe erweitern bzw. aufbauen und vertiefen. Sehr gut sind auch die Illustrationen von Ole Häntzschel, der eigentlich ein Spezialist für Infografiken ist und daher die richtige Wahl für die unterhaltsame und faktenvermittelnde Illustration ist.
Ich empfehle das Buch Familien zu Hause und der Schulfamilie, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen. Mit rund 13 Euro ist das Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen auf jeden Fall einen Blick wert und wenn ich meine Vorträge an Grundschulen wieder halte, dann weise ich auf jeden Fall auf diesen Buch hin.

Die beste Herr der Ringe Ausgabe

28. Dezember 2021

Vor nunmehr 8 Jahren verfasste ich einen Blogpost, über die beste Herr der Ringe-Übersetzung. Nun sind doch ein paar Tage ins Land gegangen und Hobbit-Presse legte die Tolkien-Bücher in verschiedenen Versionen neu auf. Und daher ist es Zeit für die im Moment beste Herr der Ringe Ausgabe in Deutsch. Der Herr der Ringe: mit Illustrationen des Autors

Sie kam bei Klett Cotta im Oktober 2021 auf den Markt und ist für mich als Tolkien-Fan die mit Abstand beste Ausgabe unseren Lieblingsbuches: Es ist eine luxuriöse Gesamtausgabe in einem Band in der Übersetzung von Margaret Carroux in neuer Rechtschreibung und mit den gesamten Illustrationen von J.R.R. Tolkien. Dabei handelt es sich um: Einbändige Ausgabe im Schuber, vierfarbig gedruckt, mit 32 Illustrationen gebunden mit gestanztem Schutzumschlag und zweifarbiger Prägung, zwei Lesebändchen, Rundumfarbschnitt, Fadenheftung, überzogener Schuber mit Prägung, Karte, Anhänge und Register. Mein Video zeigt die Version. Die Illustrationen waren bisher nur in einem eigenen Band veröffentlicht – jetzt ist alles zusammen.

Als Fan will ich aber natürlich auch einen Wunsch äußern. Diese Ausgabe Der Herr der Ringe: mit Illustrationen des Autors ist nahezu perfekt, aber sie besitzt als einbändige Ausgabe ein hohes Gewicht. Das Lesen im Bett ist mühsam. Mir wäre die bisherige dreibändige Ausgabe, die im August 2019 erschien, lieber mit den Ergänzungen des Jahres 2021. Aber es soll bitte nicht weitere acht Jahre dauern, bis mir dieser Wunsch erfüllt wird.

Experimentelle Archäologie: Mit einem Flusskriegsschiff die Donau entlang

19. November 2021

Mit einem spätantiken Flusskriegsschiff die Donau von Regensburg nach Budapest zu rudern, das ist wahrlich eine große Herausforderung. Geschichtsstudis aus Regensburg haben sich 2006 auf so ein Experiment eingelassen und heraus kam unter anderem das Buch und die DVD Exploratio Danubiae: Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas.

Ich fand das Buch im örtlichen Bücherschrank und war sofort neugierig. Es ist lebendige experimentelle Archäologie. Diese widmet sich der Beantwortung archäologischer Fragestellungen mit Hilfe eines wissenschaftlichen, unter kontrollierten Bedingungen durchgeführten und vollständig dokumentierten Experimentes. Klingt komisch, ist aber super spannend, denn es werden experimentelle Praxis und die Theorie der althistorische Forschung unter einen Hut gebracht.
Es galt folgendes Projekt umzusetzen: 49 Studierende der Universität Regensburg reisten auf einem Nachbau eines spätantiken römischen Flusskriegsschiffes im Sommer 2006 knapp drei Wochen auf der Donau bis nach Budapest. Das Buch samt BR-Dokumentation auf DVD in SD ist sowohl Reisebericht als auch eine praxisorientierte Dokumentation.

Schade, dass es zu dieser Zeit keine sozialen Netzwerke gegeben hat, denn dann wäre diese Wissenschaftsreise noch verbreiteter. So wählte man das Buch und das Fernsehen als Massenmedium. Heute wäre auf der Galeere ein Wissenschaftsblogger dabei und hätte die Botschaft verbreitet. Interessant zu sehen, sind die beteiligten Studis, die sich freiwillig für die Reise meldeten und sogar 150 Euro Passage bezahlten, damit sie den ganzen Tag bei Wind und Wetter rudern mussten. Die in die Rolle einer spätantiken Schiffsbesatzung geschlüpften Studenten und Wissenschaftler bewältigen zudem ein körperlich anstrengendes Testprogramm, dessen Resultate zum Verständnis der spätantiken Flottenorganisation an Rhein und Donau beitragen. 180000 Ruderschläge hatte jeder zu bewältigen.So macht Wissenschaft Spaß und bitte, bitte mehr davon und nachzulesen in Exploratio Danubiae: Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas

Buchtipp: The Art of Coco

6. Oktober 2021

Seit Toy Story bin ich ein Fan von Pixar. Zeitweise durfte ich mich sogar beruflich intensiv mit der Kreativfirma beschäftigen, was mir enorm gefallen hat. Im Moment bin ich klassischer Konsument und liebe die Animationsfilme, die die Welt des Films verändert haben.
Nachdem durch Pandemie die Stimmung etwas gedrückt ist, wollte ich mal wieder etwas Farbenfrohes sehen. Und ich wählte dazu den Pixar-Film Coco – Lebendiger als das Leben! von 2017. Wie immer passte Story und Animation einfach zusammen und der Film wurde mit Preisen überhäuft.

Der Film ist ein Farbenrausch und lässt mich als Zuschauer in eine für mich fremde Kultur eintauchen. Nein, ich werde von diesem Farbenstrudel mitgerissen und verschlungen – das tut wirklich gut. Der Animationsfilm thematisiert den „Tag der Toten“ (Día de Muertos), einen mexikanischen Feiertag.

Regie führte Lee Unkrich, der bereits Toy Story 3 seinen Stempel aufsetzte. Und als Fan von den Art-of-Büchern musste ich gleich mal sehen, wie er vorgegangen ist. Daher mein Tipp: The Art of Coco In der Vorbereitung auf den Film setzen sich die Macher des Films intensiv mit den Menschen, der Kultur und den Traditionen von Mexiko auseinander. Hierfür stand ihnen neben einer Reihe von mexikanischen Musikern auch ein Stab an Beratern und Experten zur Seite. Und diese kreative Entwicklung lässt sich wunderbar in dem Buch nachvollziehen. Erste Entwürfe, lose Zeichnungen nehmen während der Vorbereitungsphase konkretes Aussehen an. Ich liebe dieses kreatives Arbeiten der Vorproduktion eines Films bei dem Ideen eingebracht, diskutiert oder auch verworfen werden. Das zeigen diese Art of Bücher auf ihre eigene Art.

Das Team besuchte Museen und Kirchen und besuchten Plätze, Haciendas und Friedhöfe in Mexiko und sprachen mit Mehrgenerationsfamilien, um ihre Lebensweise in Coco einzubringen. So muss die Vorbereitung für einen solchen Film sein. Klare Empfehlung zu The Art of Coco

Buchtipp: Von der Impffront von Dr. Rainer Jund

9. September 2021

Ich empfehle diese Buch ausdrücklich, weil es hautnah und authentisch die Vorgänge um das Impfen aus der Sicht eines Impfarztes zeigt. Dr. Rainer Jund, HNO-Arzt aus Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck und erfolgreicher Autor des eindringlichen Buches Tage in Weiß, hat vor kurzem seinen subjektiven Erlebnisbericht in Buchform Von der Impffront: Aus dem Alltag eines Arztes veröffentlicht aus dem Alltag eines Arztes.

Dr. Rainer Jund berichtet von der Impffront.

Als es möglich war, dass Haus- und Fachärzte gegen Covid-19 impfen konnten, beteiligte er sich und bot seinen Patienten den Impfstoff an – wenn er ihn denn bekommen sollten.

Am Beispiel der ersten 31 Tage beschreibt Jund die Vorgehensweise, die Reaktionen, den Egoismus, die Lügen, die Wut und das Glücksgefühl und die Dankbarkeit, die ihm beim Impfen in seiner Praxis begegnet sind. Er nimmt den Leser in deutlichen, sachlichen Worten auf eine Reise mit an die Impffront, denn es herrscht Krieg da draußen. Krieg gegen eine Pandemie mit weltweiten Ausmaß, die noch keiner von uns erlebt hat. Aber es ist nicht nur ein Krieg der Wissenschaft gegen Covid-19, es ist auch eine Auseinandersetzung mit Impfgegner und Schwurblern, die sich der Wissenschaft verweigern. Corona ist noch lange nicht besiegt. Die Herdenimmunität ist nicht erreicht. Daher geht der Kampf gegen Covid-19, gegen die Mutationen und gegen die Ignoranz der Impfgegner weiter.

Die Geschichten in dem Buch Von der Impffront: Aus dem Alltag eines Arztes sind gut geschrieben – der Arzt hat absolutes Talent für Texte und es ist kein sperriges Fachbuch geworden, sondern Jund ist ein hervorragender Storyteller mit medizinischen Background. In seinen Geschichten schaut er genau hin und berichtet von seinen Erlebnissen mit seinen Patienten, freilich ohne den Datenschutz bei diesem sensiblen Thema zu verletzten. Aber er blickt auch auf sein Team seinen Mini-Impfzentrums in seiner Praxis. Seine Mitarbeiter müssen sich am Telefon mit Patienten auseinandersetzen, den wenigen Impfstoff in Absprache koordinieren – oftmals an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Auch interessant, wieviele Leute sich an den Arzt erinnern und auf guten Kumpel machen, als der Impfstoff knapp war und der Urlaub in Corona-Zeiten vor der Tür stand.

Ich habe mit Dr. Rainer Jung ein Videointerview an der Impffront geführt.

Buchtipp: Star Wars Visions

7. Mai 2021

Der kürzlich stattgefunden Star Wars-Feiertag machte es mir wieder bewusst, wie gerne ich die SF-Geschichte von George Lucas habe. Ich mag das Universum von Luke, Leia, Han und Vader einfach. Die mittlere Trilogie ist meine Serie und hat mich geprägt.

Eines meiner liebsten Star Wars Bücher: Visions

Und die fantastische Geschichte faszinierten nicht nur mich, sondern sie übte auch ihren Reiz auf zahlreiche Künstler aus. Star Wars ist eben ein Phänomen der Popkultur. Und aus diesem Grund blätterte ich mal wieder in den 2010 erschienen Buch Star Wars: Visions. Achtung: Das Buch Star Wars Visions hat nichts mit der Anime-Serie von Disney zu tun.

Ich habe zahlreiche Bücher rund um Star Wars, aber irgendwie ist mir dieses Buch eines meiner liebsten. Vielleicht weil es die enorme Kreativität zeigt, die Star Wars auf Künstler in aller Welt ausübt. Jeder der über 100 beteiligten Künstler drückte seinen Respekt gegenüber den Figuren und der Geschichte des Lucas-Universums aus. Für mich eine unglaubliche Inspiration und tolle Hommage an ein Phänomen der Pop-Kultur.
Das Buch Star Wars: Visions umfasst Werke von Künstlern wie Amano, Allan R. Banks, Harley Brown, Gary Carter, James Christensen, Michael Coleman, Kinuko Craft, Jim Dietz, Phillipe Druillet, Donato Giancola, Ann Hanson, H. R. Giger, Daniel Greene, Ron Kleeman, Arantzazu Martinez, Syd Mead, Moebius, Paul Oxborough, Alex Ross, Anthony J. Ryder, Dolfi Stoki, William Stout, Dan Thompson, Julie Bell und Boris Vallejo, Scott Waddell und Jamie Wyeth.

Hinzu kommt ein englisches Vorwort von George Lucas und eine Einleitung von J. W. Rinzler. Viele Bilder gefallen mir, einige treffen nicht so meinen Geschmack – so ist Kunst. Bilder, die mir noch vor Jahren viel bedeutet haben, regen mich heute nicht mehr zum Träumen an und anderes herum. Gemeinsam haben alle Bilder die Verehrung einer Filmidee. Und das muss man erst einmal schaffen – eine Vision.

Buchtipp: Shade: A Tale of Two Presidents von Pete Souza

1. Februar 2021

Vor kurzem durfte ich noch ein Webinar zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden durchführen. Zusammen mit ein paar Kollegen diskutierten wir im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung die Entwicklungen in den USA. Alle waren sich einig, dass die transatlantischen Beziehungen nur besser werden können. Thema war auch die Macht, die der scheidende US-Präsident Donald Trump durch soziale Netzwerke hatte. Nun ist Trump bei Twitter, Facebook und Instagram gesperrt und ich lese, dass die Dokumentation von Trump-Tweets durch dauernde Wechsel im Weißen Haus nicht sichergestellt ist.

Daher habe ich mir ein Buch Shade: A Tale of Two Presidents des ehemaligen WH-Fotografen Pete Souza angesehen. Pete Souza begleitete Barack Obama fotodokumentarisch bereits seit 2005, als dieser im Januar 2005 US-Senator für den Bundesstaat Illinois wurde. Ich sammle ja Bücher über die Fotografen von US-Präsidenten. Pete Souza war bereits zwischen 1983 und 1989 der Cheffotograf von US-Präsident Ronald Reagan.

Als offizieller Cheffotograf des Weißen Hauses verbrachte Pete Souza mehr Zeit an der Seite von Präsident Barack Obama als fast jeder andere. Seine Jahre, in denen er den Präsidenten fotografierte, gaben ihm einen intimen Blick hinter die Kulissen des Amtes des Präsidenten. Sehr gerne schaue ich mir die Fotos an und lerne sehr viel von ihnen für meine eigene Arbeit als Bildjournalist.

Im Hinblick auf mögliche verlorene Tweeds von Trump, hatte 2018 Souza schon eine gute Idee. Er meldete sich mit seinem Buch Shade zu Wort. Es ist ein Porträt in Kontrasten, das die Geschichte der Obama- und Trump-Administration durch eine Reihe von visuellen Gegenüberstellungen erzählt – sehr originell übrigens. Mehr als einhundert von Souzas Bildern von Präsident Obama bekommen hier einen neuen Dreh. Im Grunde ist es eine neue Variante der Resteverwertung. Die Fotos von Shade: A Tale of Two Presidents werden von den Tweets, Schlagzeilen und Zitaten eingerahmt, die die ersten 500 Tage im Weißen Haus von Trump bestimmt haben. Erschreckende Aussagen zum Teil, die für mich den Charakter Trumps offenbaren.


Was mit Souzas Instagram-Posts kurz nach der Amtseinführung von Präsident Trump im Januar 2017 begann, entwickelte sich zu einem starken Kommentar zum Zustand der Präsidentschaft unter Trump. In Shade sind Souzas Fotografien mehr als nur eine Erwiderung auf das Chaos, den Machtmissbrauch und die zerstörerische Politik, die das höchste Amt der amerikanischen Nation bestimmten. Für mich daher ein wichtiger Buchtipp, der Zeiten zeigt, die hoffentlich nicht wiederkommen. Also klarer Buchtipp für Shade: A Tale of Two Presidents

Buchtipp: Zu viel und nie genug von Mary L. Trump

28. Oktober 2020

Wenige Tage vor der US-Wahl habe ich das Buch Zu viel und nie genug der Trump-Nichte Mary L. Trump ausgelesen und es lässt mich entsetzt zurück. Dass Donald Trump nicht die hellste Kerze am Kuchen ist, das habe ich geahnt. Aber wie schlimm die Familie Trump ist, wurde mir erst durch dieses lesenswerte Buch aufgezeigt, das mir der Heyne Verlag zur Verfügung gestellt hat.

Die promovierte klinische Psychologin beschreibt ihre eigene Familiengeschichte. Natürlich läuft in jeder Familie nicht alles rund, aber bei Familie Trump ist die verfahrene Familiensituation der Auslöser allen Übels. Das soll das Verhalten des US-Präsidenten nicht entschuldigen, aber ich kann es nach der Lektüre dieses Buches Zu viel und nie genug nachvollziehen.
Zu viel und nie genug beschreibt nicht den Politiker Donald Trump – das machen ausgebildete Journalisten wie der große Bob Woodward mit seinen beiden Bücher Furcht und Wut ausgezeichnet. Mary L. Trump zeichnet ein intimeres Bild ihres Onkels und ich bin mir sicher: Sollte Donald das Buch von Mary gelesen haben, dann liegen familiäre Bindungen auf Eis. Mary L. Trump rechnet mit ihrer Familie ab. Aber es ist keine kaltschnäuzige Abrechnung aus dem Bauch, sondern sie setzt alles in Beziehung zueinander und erklärt, wie das Familienleben im Trump-Clan so abläuft.

Die Wurzel allen Übels liegt in Donalds Vater Fred. Der Immobilien-Tycoon regierte seine Familie und sein Unternehmen mit harter Hand. Liebe gab es nicht, Freundlichkeiten waren Fehlanzeige. Und in der Erziehung zeigte sich, dass Lüge zum Tagesgeschäft gehört. „Wie für Donald üblich, war die Story wichtiger als die Wahrheit, die leichtherzig geopfert wurde, vor allem, wenn eine Lüge die Geschichte besser klingen lässt“, heißt es bei Mary Trump. Fred Trump wusste, wie man Politiker abhängig machen konnte und „Wie man zur richtigen Zeit einen Gefallen einfordert.“ Fred Trump ist mit seinen Sozialbauten reich geworden und kassierte staatliche Gelder für seine Vorhaben. „Fred bekam sein Geschäft durch Geld vom Staat finanziert aber Steuern zahlen war nicht seine Sache, das vermied er mit allen Mitteln.“ Komisch, das erinnert mich dann doch an Donald Trump. „Für Fred Trump waren Geldwert, Selbstwert und menschliche Werte ein und dasselbe. Je mehr er hatte, desto besser war er. … Diese Einstellung bekam Donald schaufelweise von ihm eingetrichtert.“

Über seinen Vater Fred und den Mafia-Anwalt Roy Cohn lernte Donald das dreckige Spiel des Mobbings und des Dreckwerfens. So lässt sich die Autorität des Gegners durch Mobbing untergraben. Und Donald lernte von den Besten und war ein gelehriger Schüler. Klare Leseempfehlung von Zu viel und nie genug

Buchtipp: 3D-Druck – Praxisbuch für Einsteiger von Thomas Kaffka

27. Oktober 2020

Einst wurde das Thema gehyped und dann ist es aus der Berichterstattung der klassischen Massenmedien verschwunden. Gemeint ist der 3D-Druck. Als die Drucker bezahlbar waren, blühte eine Branche auf und sprach von dramatischen Veränderungen im Alltag. Aber es ist ruhiger geworden und dennoch ist die Maker-Szene voll aktiv.

Als Makerbot den Repilcator 2 auf den Markt brachte, musste ich ihn sofort testen. Es gab noch ein paar Stolpersteine, die mich ärgerten. Aber nun scheint die Technik ausgereift: In Schulen setzten die Maker oftmals den Ultimaker ein. Wöchentlich gibt es bei Amazon Angebote von No-Name-Druckern. Irgendwann werde ich zuschlagen.

Mich fasziniert das Thema 3D-Druck vom ersten Tag an und so kam das Buch 3D-Druck – Praxisbuch für Einsteiger von Thomas Kaffa genau richtig. Der mitp-Verlag stellte mir das Buch 3D-Druck: Praxisbuch für Einsteigerzur Verfügung. Vor allem meine Frau war nervös als ich mit der Lektüre des empfehlenswerten Buches begann. Sie ahnte, dass bald ein 3D-Drucker ins Haus stand.

Das Buch ist sehr praxisnah geschrieben. Das ist sein Vorteil, zugleich aber auch sein Nachteil, denn ich hätte mir gerne etwas mehr Pathos in Sachen Veränderung der Welt gewünscht. Pathos liefert das Buch nicht, vielmehr handfestes und umsetzbares Praxiswissen. Die 3D-Modelle gibt es zudem kostenlos als Download auf der mitp-Website.

Der Autor geht pädagogisch Schritt für Schritt voran und nimmt den Einsteiger mit auf eine faszinierende Reise. Wir lernen modellieren, scannen drucken und veredeln auf Einsteigerniveau kennen. So wird der Leser schnell warm mit seinem neuen Drucker. Und wenn ich mir in nächster Zeit einen Drucker anschaffen werde, dann greife ich zu dem Buch 3D-Druck: Praxisbuch für Einsteiger von Thomas Kaffka.

Buchtipp: The Art and Making of Kong Skull Island von Simon Ward

15. Juni 2020

Als Godzilla-Fan schaue ich mir immer wieder die sympathischen Monsterfilme meiner Jugend an und bin auch von der neuen Godzilla-Reihe schwer begeistert. Nachdem Godzilla King of the Monsters für mich eine Augenweide war und der nächste Monsterstreifen Godzilla vs Kong auf 2021 verschoben wurde und die Spekulationen steigen, schaute ich mir noch einmal Kong Skull Island an. Über den Film habe ich 2017 bereits gebloggt2017 bereits gebloggt, aber jetzt fiel mir das Buch The Art of Kong: Skull Island in die Hände.
Die Spezialisten von ILM haben für den Streifen die Tricks gemacht, aber davor standen die Sketches und Zeichnungen der Künstler. Und das bedeutet Kreativität und Hirnschmalz pur. Die Zeichnungen habe ich mir genauer angeschaut, nachdem ich solche Bücher ja liebe und sammle.
Was mir wieder bewusst wurde, dass der Film ja im Jahre 1973 spielt. Irgendwie hatte ich das verdrängt. Also der Dschungelkrieg in Vietman gegen den bösen Charlie wurde gegen den Dschungelkrieg gegen Kong ersetzt. Und wir kennen ja die Geschichte: Den Krieg gegen den Vietcong haben die Amerikaner verloren und den Krieg gegen Kong haben sie erst recht verloren. Kong haut so richtig auf den Putz und zerlegt die Eindringlinge.

Aber das muss zeichnerisch vorbereitet und gut durchdacht sein. Autor Simon Ward erzählt die Entstehungsgeschichte von den Konzeptzeichnungen bis zur großen Leinwand. Wobei er sich die ersten 20 Seiten des Buches hätte sparen können. Hier werden die Schauspieler und die Charaktere vorgestellt. Wer so ein Art of Buch kauft, will Zeichnungen und keine PR über Schauspieler haben. Dann geht es aber ins Detail. Es geht um den Affen, um die Location und die Gerätschaften. Viel wird verraten, einiges bleibt im Verborgenen. Der Affe kommt in dem Buch ursprünglich, gewalttätig daher. Aber die Monster der Insel sind noch böser, noch hinterrückser und aggressiver als Kong. Und mitten drin unser versprengter Haufen von GIs und Helden. Ich mag diese Art of-Bücher, weil sie meine Fantasie beflügeln. Gerne betrachte ich die Zeichnungen und Entwürfe, vergleiche sie mit dem späteren Film.
Und das Buch setzt auf aufklappbare Seiten, schließlich ist Kong ja King. Und das Buch entfaltet durch diese Klappseiten seine volle Pracht und seine voll Schönheit. Mir bereitete das Buch The Art of Kong: Skull Island auf jeden Fall einen schönen Nachmittag und macht Lust auf den neuen Godzilla vs Kong irgendwann 2021.