Archive for the ‘Kunst’ Category

Digitalgipfel: KI muss die Menschen abholen #codebavaria

9. Oktober 2019

„Vielfalt ist per se ein starker Wert und wer das nicht verstanden hat, hat Wissenschaft nicht verstanden!“ Das war für mich der wichtigste Satz des bayerischen Digitalgipfels codebavaria in München. Der Satz stammt von TU-Professor für Robotik Prof. Dr. Sami Haddadin, der eine Keynote im Kohlebunker hielt.
Bayerns erste Digitalministerin Judith Gerlach sieht die Digitalisierung als Chance und nicht als Risiko. Wirtschaft, Forschung und Politik müssen an einem Strang ziehen. KI verändere die Welt. „Wir müssen uns nur trauen, alles mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. KI als Chance für Mensch und Natur.“

„Wir müssen uns mehr trauen und endlich mit KI anfangen. Wir müssen die Probleme lösen, die wir die letzten 100 Jahre geschaffen haben. Das geht nur mit KI. Es ist eine gesellschaftliche Verpflichtung diese Instrumente einzusetzen“, so einer der Referenten des Digitalgipfels. „In der Medizin brauchen wir einen hybriden Ansatz. Digitale Technik und menschlicher Faktor müssen sich ergänzen“, so Prof. Dr. Erwin Böttinger.
Prof. Dr. Sami Haddadin betonte in seinem Vortrag: „Man darf nicht wieder den Fehler bei der Einführung neuer Technologien machen, die Menschen nicht abzuholen und sie mit ihren Ängsten alleine zu lassen.“ Und weiter: „Wir haben gute Innovationen in Bayern, müssen aber die Leute hier behalten.“ Prof. Dr. Sami Haddadin sehr eindringlich: Bayern sei die Wiege von KI, aber wir haben Nachholbedarf an Unternehmertum.

Um die Konferenz herum war eine kleine Ausstellung organisiert. Dort zeigten Startups und etablierte Unternehmen ihre Forschungen und Angebote.

Ich probierte viel aus und kam auch am Stand von Klaus Haas vorbei. Faszinierend fand ich QuantenRausch des Künstlers Klaus Haas. Er ist ein Künstler, der Kunst und Leben in ganz eigener Weise verbindet. Nach dem Studium in Nürnberg hat sich Haas rasch von der klassischen Malerei und Objektkunst verabschiedet und in Richtung neue Medien bewegt. Seither ist er ein Pionier auf dem Gebiet digitaler Kunst in Nürnberg. Sein VideoWorkCase setzt sich für die Verbreitung der Videokunst ein und das von ihm mitbegründete Institut für forschende Kunst im virtuellen Raum versteht sich als interdisziplinäre Plattform. Mit einer HTC-VR-Brille konnte ich mich in seinen Kunstwerken bewegen. Auch Ministerin Gerlach ließ sich QuantenRausch erklären.

AR erweitert Moebius-Ausstellung #moebius

25. September 2019

Wer Zeit hat, sollte sich die geniale Moebius-Ausstelling im Max Ernst-Museum in Brühl ansehen. Ich hab von München die 4,5 stündige einfache Bahnfahrt auf mich genommen, um mir das Werk des französischen Comic-Künstler anzusehen – und es hat sich gelohnt. In den nächsten Tagen werde ich über die Ausstellung und meine Eindrücke bloggen.


Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt bis zum 16. Februar 2020 die in Deutschland bislang umfangreichste Ausstellung mit visionären Bildwelten des französischen Comiczeichners und Szenaristen Jean Giraud (1938–2012), der unter dem Namen „Mœbius“ international bekannt geworden ist. Die Retrospektive „Mœbius“ mit rund 450 Werken ist in enger Zusammenarbeit mit Mœbius Production entstanden.
Mœbius durchbrach Grenzen. Und die Ausstellung setzt auch auf neue innovative Konzepte. Da das gesamte Max Ernst Museum mit kostenlosem WLAN versorgt ist, kamen die Ausstellungsmacher auf die Idee augmented reality in die Museumskonzeption einzusetzen.

AR oder augmented reality bedeutet erweiterter Realität. Per Smartphone-App können Zusatzinhalte in die Realität eingespielt werden. Am Eingang zur Ausstellung steht ein Banner mit dem Ausspruch „Mit augmented reality Moebius entdecken“. Der Besucher wird aufgefordert, die kostenlose AR-App Artivive für iOS und Android zu laden.

An den Kunstwerken in der Ausstellung und im Katalog gibt es ein AR-Zeichen. Wer mit dem Smartphone die acht Großfotos der Ausstellung scannt, der erweckt so die Bilder zum Leben. So lässt sich die Sache in sozialen Netzwerken teilen den Hasttags #moebiusandme #moebius #maxernstmuseum oder  #mobius_production. Die AR-App sorgt dafür, dass Bewegung in die Bilder kommt. Das macht unglaublich Spaß und öffnet eine neue Dimension für Kunst.
Und AR funktioniert nicht nur in der Ausstellung in Brühl, sondern auch zu Hause. Für rund 50 Euro gibt es einen ausgezeichneten Katalog zur Moebius-Ausstellung mit AR-Inhalten. Das ist für mich eine moderne, innovative Museumskonzeption.

 

Von Luigi Colani bleibt ein Spielzeugauto und ne Tasse

17. September 2019

Luigi Colani wird für viele Ideen in Erinnerung bleiben. Autos, Flugzeuge, Haushaltsgeräte. Die Design-Welt trauert um den 91jährigen Stardesigner. Persönlich habe ich ein paar Erinnerungen an Colani, der den Mund immer zu voll nahm. Ich besuchte 2005 die Ausstellung in Karlsruhe und erwarb den Katalog mit dem schichten Titel „Das Gesamtwerk“. Ich war damals ziemlich beeindruckt von diesem streitbaren Designer im weißen Pulli. Aus Anlass seines Todes holte ich den Katalog aus meinen Archiv hervor und blätterte darin. 

Colani bei mir zu Hause.

Colani bei mir zu Hause.

Obwohl ich ja ein Apple Fanboy durch und durch bin und das Design von Dieter Rams und Sir Jonathan Ive verehre, staunte ich nicht schlecht als Luigi Lutz Colani 1993 für Vobis Windows-Rechner designte. Die Linie hieß Highscreen und ein paar Freude hatten sich so eine Maschine gekauft. Sie sah irgendwie organisch aus, nicht so kalt und technisch wie andere Windows-Dosen ihrer Zeit. Es gab von Highscreen Desktop-Rechner und Laptops mit einem typischen Colani-Design. Irgendwo hab ich mal ein Zitat von ihm gelesen in der Art: „Die Welt ist rund.“ Ich weiß nicht, ob die Rechner gut waren, aber sie sahen zumindest ungewöhnlich aus. 

Ich lernte als Schüler erstmals den Begriff Biodesign gehört zu haben und mochte diese Art. Unser Kunstlehrer hatte uns mit dieser Gedankenwelt vertraut gemacht. Colanis Einfälle erinnerte mich immer wieder an den Schweizer Künstler H.G. Giger, den ich ebenso gerne mag.

Als Nikon-Fotograf schaute ich voller Begeisterung auf die Kollegen, die sich eine Canon im Colani-Design geleistet haben. Die T90 war der Vorläufer der heutigen EOS-Serie und sah bedeutend besser aus als meine Nikon. Rückblickend war Colani damit ein Wegbereiter der moderne Fotografie. 

Als Brillenträger bin ich ziemlich langweilig, was mein Brillendesign angeht. Ich trage seit Jahren, Jahrzehnten die Clubmaster von Ray-Ban. Ich hätte nur einmal eine Ausnahme gemacht, als ich die Wing Commander auf einem Flohmarkt anprobierte. Die Sonnenbrille von Colani war eine Aviator-Design-Brille aus den 80ern mit geschwungenen Metallrahmen. Die hätte mir gefallen. Aber meine Gattin zeigte bei so viel organischen Brillendesign die rote Karte und so blieb ich also bei Ray-Ban. Colani kam mir nicht auf die Nase. 

Tja und dann hatte ich ne Zeitlang eine Colani-Maus. Ich konnte mich eigentlich nicht an die Maus gewöhnen, denn sie lang etwas ungewöhnlich in der Hand. Leider hab ich sie weggeworfen – schade eigentlich. 

Während ich diese Zeilen so in mein iPad tippe, trinke ich einen Kaffee. Und schlagartig wird mir bewusst, dass ich meinen Espresso aus einer Colani-Tasse trinke. Die habe ich mir mal bei der Metro aufgrund ihres Designs gekauft und sie ist nahezu täglich im Einsatz. Vielleicht würdige ich so, diesen einzigartigen Designer. 

Als ich K1 vom Tode Colanis erzählte, ging mein Kind in den Keller und kramte in seiner Spielzeugauto-Kiste. Er zog einen Colani-Truck hervor, der extrem stromlinienförmig geformt war. So wird Colani in unserer Familie in Erinnerung bleiben. Auch irgendwie traurig, dass einer der berühmtesten deutschen Designer mit einem Spielzeugauto und einer Kaffeetasse bei uns in Erinnerung bleibt. 

Buchtipp: DAS Werk von Jack Torrance endlich erschienen

3. September 2019
Das Meisterwerk - endlich als Buch

Das Meisterwerk – endlich als Buch

Im Herbst soll der Film Shining endlich als 4K-Version veröffentlicht werden. Es wird u.a. die US-Version des genialen Horror-Films von Stanley Kubrick enthalten. Ich habe eine Bluray dieser sehenswerten Version und freue mich jetzt auf das ultrascharfe 4K-Bild. Kubrick kürzte die Europa-Fassung, aber jetzt bekommen wir den Genuss des Gesamtkunstwerkes.
Bis es soweit ist, genieße ich das Buch von Jack Torrance. Ich habe mir die US-amerikanische All Work And No Play Makes Jack A Dull Boy und deutsche Ausgabe Was du heute kannst besorgen… des einzigen Romans von Jack Torrance gekauft und begeistert verschlungen. Fans wissen ja, es war das Werk, dass Jack im Oberlook-Hotel vollbracht hatte und nur von seiner hysterischen Gattin Wendy gestört wurde. Sie sollte daraufhin zur Rechenschaft gezogen werden.

Torrance schrieb das Buch Ende 1979 in den verschneiten Rocky Mountains und es zeigt die Vielfalt und die Gedankenwelt des Autoren. Torrance gilt als Meister der Repetition: Immer wieder setzt er mit den gleichen Worten an, verweigert sich quasi jeden Versuch, über die einmal getroffene Feststellungen hinauszugehen.
Ein ganz besonders Zuckerl hat die deutsche Version zu bieten. Dem Buch liegt eine Lesung von Jörg Pleva bei. Jörg Pleva ist die deutsche Synchronstimme von Jack Nicholson, der den Roman von Jack Torrance liest. Für mich ein unglaubliches Kulturerlebnis.
Das Projekt entstand aus einer Performance der Künstlergruppe M+M, die 2008 auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Die beiden Künstler kamen während ihres Aufenthaltes in der Villa Massimo, den Manuskripten Torrance auf die Spur und konnten das Buch jetzt auf Deutsch vorstellen.

Alles Gute zum 100. Geburtstag Wolfgang Wagner

30. August 2019

Am 30. August wäre der Patriarch vom Grünen Hügel 100 Jahre alt geworden: Wolfgang Wagner. Der jüngste Enkel Richard Wagners, leitete die Bayreuther Festspiele fast 60 Jahre und prägte diese Institution der deutschen Hochkultur wie kein anderer als Intendant, Regisseur und Bühnenbildner. Er war das dritte Kind von Siegfried und Winifred Wagner, ein Enkel von Richard Wagner und ein Urenkel von Franz Liszt.

Respekt für Wolfgang Wagner
Respekt zolle ich Wolfgang Wagner, als er als Festspielleiter seiner Mutter Winifred Wagner den Zutritt zu den Festspielen untersagte. Winifred war dem Nationalsozialismus verfallen und schwor auch nach dem Krieg Hitler und seiner Ideologie nicht ab. Es gibt einen hervorragenden Dokumentarfilm von 1975 des großen Hans-Jürgen Syberberg Winifred Wagner-Die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914-1975. In diesem fünfstündigen sehenswerten Filminterview, das unter dem Titel Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914–1975 in die Filmgeschichte einging, wollte Winifried nicht abschwören und sagte: „Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso fröhlich und so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer …“ Mir lief bei dieser Szene es kalt den Rücken herunter. Wolfgang Wagner ging dies auch zu weit und schloss seine eigne Mutter vom Geschehen am Grünen Hügel aus – richtig gemacht.

Schonungsloses Interview eines Wagner-Fans.

Schonungsloses Interview eines Wagner-Fans.

Wagner auf Laserdisc
Heute besuche die Festspiele in Bayreuth, wann immer ich die Möglichkeit habe und Karten bekomme. Ich bin vom Wagner-Virus befallen. Inszenierungen von Wolfgang Wagner habe ich nie in Bayreuth live gesehen. Das erste Mal bin ich auf Wolfgang Wagner durch die Aufnahmen des Jahrhundertrings gestoßen. Mir haben die Inszenierungen sehr gut gefallen, so dass ich als Jugendlicher in Laserdiscs investiert habe. Später habe ich die DVD-Version zu Weihnachten bekommen.

Mein Einstieg zu Wolfgang Wagner

Mein Einstieg zu Wolfgang Wagner

Geschichtswälzer
Dieses Jahr hatte ich das Glück bei der Premiere von Tannhäuser dabei zu sein. Meine Frau reiste ein paar Tage früher an und traf im Hotel Opel in Heinersreuth Oswald Georg Bauer. Er war die rechte Hand von Wolfgang Wagner und koordinierte die Medienarbeit der Festspiele. Meine Gattin erhielt ein Autogramm für mich, dass heute bei mir im Arbeitszimmer hängt.
Gerne hätte ich mich mit Oswald Georg Bauer unterhalten. Ich hatte ihn nie bei seiner Arbeit angetroffen, aber ich habe sein Buch Die Geschichte der Bayreuther Festspiele: Band I: 1850–1950 und Band II: 1951–2000 verschlungen. Die beiden kiloschweren Wälzer bieten zum ersten Mal die vollständige Geschichte der Bayreuther Festspiele. Wer sich für Wagner, die Festspiele und die Inszenierungen interessiert, kommt nicht umher, in diese beiden Bücher zu investieren. Die Bücher quellen über vor Detailwissen – das war mir bei der einen oder anderen Inszenierung sogar ein wenig zuviel. Was aber kein Vorwurf an Bauer ist. Die Fotos sind einmalig und in einer solchen Fülle, dass es eine Freude ist, die Bücher als Coffeetable-Book zu nehmen und immer wieder zu blättern. Hier wird Oswald Georg Bauer sicher vom Stuhl fallen, wenn ich bei einem schönen Glas Rotwein die Musik von Wagner und sein Buch genieße. Wer sich wissenschaftlich dem Phänomen Bayreuth näher will, der wird hier fündig.

Standardwerk mit Autogramm

Standardwerk mit Autogramm

Und sein Bruder Wieland Wagner
Bereits 2017 erschien ein das Buch Wieland Wagner: Revolutionär und Visionär des Musiktheaters, verfasst von Till Haberfeld und Oswald Georg Bauer, das einen sehr guten Überblick über das Werk von Wolfgang Wagners Bruder zeigt. Mit der Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele im Jahr 1951 begann die bedeutende Epoche von »Neu-Bayreuth«, die von Wieland Wagner wesentlich geprägt war. Mich haben vor allem die Bilder von den großformatigen Inszenierungen interessiert und begeistert. Damit schuf Wieland Wagner einen komplett neuen Stil in Bayreuth. Dieses Buch lässt mit eindrucksvollen Bildern seiner kühnen Inszenierungen das Wirken Wieland Wagners wieder lebendig werden.

In diesem Sinne alles Gute Wolfgang Wagner zum 100. Geburtstag. Ich werde den Tag mit der Musik Richard Wagners verbringen.

Gamescom 2019 – Künstlerisch: Wenn Pixel zur Kunst werden

28. August 2019

Gamedesigner können große Künstler sein, aber auch Games werden oft zum Gegenstand von Kunst. Das ist mir auf der Gamescom 2019 in Köln wieder bewusst geworden, als ich die Ausstellung von Pixelethics besuchte. In der Retro-Halle hatte er seine Kunstwerke aufgehängt und kam mit den Leuten ins Gespräch. So auch mit mir und ich bin sehr angetan von den Exponaten.
Hinter Pixelethics verbirgt sich der Leipziger Ivo Zibulla. Er sucht in einer zeitgenössischen visuellen Sprache ein Medium für den intimen, gleichsam meditativen Weg der Selbsterfahrung und Transformation. Aus Videospiel-Klassikern entlehnte Motive werden in einem fixierten Raster durch manuelles Setzen monochromer Farbquadrate in retrospektiver Pixel-Ästhetik dargestellt. Die aus der Computerspielegrafik der 1980 und frühen 1990er Jahren entnommenen Spiele-Items, Power-Ups, Porträts bekannter Pixelhelden werden zu ikonischen, quasi archetypischen Repräsentationen ethischer Konzepte und Werte: Sünde und Tugend, mythische Erzählungen innerer Vorgänge. Meine Frau und ich haben uns für das Bild Hochmut entschieden. Es geht nächste Woche zum Rahmen bei Galerie für Bild und Rahmen Reinegger.

Ich habe mich für Hochmut entschieden.

Ich habe mich für Hochmut entschieden.

Die digitalen Motive werden in unsere analoge Welt überführt, indem die händisch gestalteten Vorlagen in unterschiedlichen Kunsttechniken wie Acryl- oder Aquarellmalerei umgesetzt, auf Stickern im öffentlichen Raum verteilt oder auch in eine gänzliche Körperlichkeit überführt werden. Aus farbig lackierten Holzwürfeln werden Skulpturen in analoge Körper verwandelt.
Die „tägliche Anbetung“dieser Objekte, so Ivo Zibulla, sei es in der Herstellung, sei es in der Rezeption, deren Existenz zwischen nostalgischem Spielzeug und rituellen Artefakt pendelt, regt zum eigenständigen Nachdenken und Reflektieren über die so materialisierten Werte an.
Mir hat das Gespräch mit Ivo Zibulla sehr viel Spaß gemacht und hoffe, dass ich mehr von ihm sehe. Wenn ich in Leipzig bin, schau ich auf jeden Fall bei ihm vorbei, Auf Instagram bringt er mir neue Anregungen durch seine Kunst.

Kunst im öffentlichen Raum: Slipstream im Flughafen Heathrow, London

10. Juni 2019
Slipstream In London.

Slipstream In London.

Wer den Londoner Flughafen Heathrow im Terminal 2 besucht, stößt unverzüglich auf das imposante Kunstwerk Slipstream von Robert Wilson. Seitdem der Terminal 2 im April 2014 neu gestaltet wurde, ist dort diese riesige Skulptur zu sehen. Wer ein wenig Zeit mitbringt, sollte sich sich dieses eindrucksvolle Werk zu Gemüte führen. 

Slipstream wurde vom britischen Künstler Richard Wilson geschaffen. Slipstream sieht sich als ambitioniertes Kunstwerk, das von der Welt der Luftfahrt inspiriert ist und Feinmechanik und britisches Spezialhandwerk vereint. Das Ergebnis ist eine fließende, verdrehte Aluminiumform; eine imaginäre Flugbahn eines Zivko Edge 540 Stuntflugzeugs. Slipstream ist eine der längsten permanenten Skulpturen Europas, die über 70 Meter lang und 77 Tonnen schwer ist. Bei meinem jüngsten Besuch in Heathrow waren K2 und ich schwer beeindruckt.

Slipstream zieht sich durch die Länge des überdachten Innenhofes des Terminals 2 und reagiert auf die Architektur des Flughafengebäudes und ist in diese integriert. Die Skulptur ist ein markanter Blickfang für das neue Gebäude des Flughafens sein.

Richard Wilson, einer der führenden britischen Bildhauer, wird für seine künstlerischen Interventionen im architektonischen Raum gefeiert und hat national und international umfassend ausgestellt. Seine bekanntesten Werke sind die Installation „20:50“, ein Meer aus reflektierendem Sumpföl, das fest in der Saatchi-Sammlung installiert ist, und sein Auftragsbeitrag zur Kulturhauptstadt Europas 2008 in Liverpool, „Turning the Place Over“, einem riesigen eiförmigen Abschnitt einer stillgelegten Gebäudefassade, der sich drehte, um das Innere seiner Struktur zu enthüllen. Er hat Großbritannien bei der Sydney, Sao Paulo, Venedig Biennalen und der Yokohama Triennale vertreten und wurde zweimal für den Turner Prize nominiert.

Das Design von Slipstream verwendet modernste Computerprogrammiertechnologie, die normalerweise in der Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt wird, um das Volumen der Bewegung eines Flugzeugs durch den Weltraum genau zu übersetzen. Um Slipstream zur Realität werden zu lassen, beauftragte Wilson die Statiker Price & Myers und den auf Rumpfbasis tätigen Verarbeiter Commercial Systems International (CSI). Die Skulptur wurde in 23 Riesenabschnitten in Hull gefertigt und im Juni 2013 Stück für Stück von Hull nach Heathrow transportiert.

Uns hat das Kunstwerk gefallen und wir standen staunend davor. 

kokoart in London – Sneakers bemalen und ein Geschäft daraus machen

6. Juni 2019
Mit dem Pinsel im Mund ging es los ...

Mit dem Pinsel im Mund ging es los …

Als Kind habe ich von meinen Eltern richtig eins aufs Dach bekommen, als ich meine neuen weißen Turnschule mit Filzstiften angemalt habe. Andere wie kokoart haben dies auch gemacht und haben ein Business daraus entwickelt.

Beim Schlendern über den Camden Market in London durch die vielen Gassen voller Läden in denen Kreative und junge Labels ihre Produkte ausstellen, blieb ich bei kokoart hängen. Der Stand war voller Sneakers, die individuell bemalt waren. Hinter einem Tisch saßen zwei Spanierinnen, die bei lauter Musik aus einem Tablet die weißen Schuhe bemalten. Das machte mich neugierig und blieb stehen. Kreativ wurden die Schuhe verziert. Die Motive stammten aus der Pop-Kultur wie Comics, Anime, Musik, Kunst, aber auch freie assoziative Arbeiten. Einfach Farbe, einfach bunt. Die beiden Spanierinnen hatten Farben in Dosen und Tuben vor sich und malten intensiv die weißen Schuhe an. Unter dem Tisch gab es einen Haartrockner, damit die Farbe schnell trocknete.

Als ich in den kleinen Stand herantrat, sah ich mehrere Musterbücher zum Durchblättern. Hunderte von Motiven gab es zur Auswahl – wer die Wahl hat, hat die Wahl. Eine der freundlichen Damen erklärte mir auf Englisch, dass ich auch eigene Fotos einsenden könne und die Kreativen von kokoart malen diese dann auf die Sneakers. 

K2 wollte das ausprobieren und weil wir in London für ein BTS Konzert weilten, wählte K2 das Motiv Love Yourself. Wir wählten die Schuhgröße, bezahlten und die Spanierinnen begannen zu malen. Den Start habe ich auf Video festgehalten.

Die ganze Aktion dauerte rund 45 Minuten. Dann war die Farbe getrocknet und wir konnten die Schuhe in Empfang nehmen. Die Farben sind wasserfest und die Schuhe sollen bei 30 Grad Celsius waschbar sein. In London gibt es kokoart mit vier Niederlassungen seit 2011. Auch in Palma de Mallorca gibt es eine Niederlassung – klar, daher kamen die Spanierinnen. 

Wenn ich Bedenke, dass ich als Jugendlicher die gleiche Idee hatte als ich meine Turnschuhe bemalte. Nun, meine Eltern standen dieser kreativen Idee entgegen. Schade. 

Unsere fertigen Schuhe

Unsere fertigen Schuhe

Wiedersehen mit Pop Art-Künstler Ed Heck

25. Mai 2019
Ed Heck in München, da musste ich dabei sein.

Ed Heck in München, da musste ich dabei sein.

Es war ein schönes Wiedersehen. Ed Heck ist wieder in München gewesen und auch endlich wieder in einer Galerie in München vertreten. Ed Heck ist für meine Familie und ich ein wunderbarer Pop Art-Künstler. Wir lieben seine Kunst und erfreuen uns an seinen Bildern.

Zusammen mit Freunden aus alten Verlagszeiten erfuhren wir, dass der New Yorker-Künstler Ed Heck für einen Tag in der Happy Gallery in München Schwabing zu Gast ist. Grund genug, dass wir den sympathischen Künstler auf ein Wiedersehen treffen wollten. Als die Galerie Mensing in München eine Filiale hatte, haben wir Bilder von Heck dort gekauft. Aber Mensing ist im zahlungskräftigen München erst einmal Geschichte. Wir waren traurig, dass wir die Bilder von Ed Heck nur noch im Netz anschauen konnten. Als wir Heck mehrmals in seinen Atelier in Brooklyn besuchten, war es immer ein schönes Wiedersehen. Ich habe mehrmals in diesem Blog darüber gebloggt – einfach nach Ed Heck in die Suche eingeben.
Jetzt endlich ist Heck wieder in München und schaute sogar persönlich vorbei. Galerist Thorsten Weimer war es gelungen, Ed Heck für einen Tag nach München zu holen. Im Gepäck hatte er Heck zahlreiche Bilder. Sichtlich begeistert begrüßte der Galerist den US-Künstler. Hier ein Video davon:

Da war es eine Selbstverständlichkeit vorbeizuschauen und auch die Happy Gallery zu berichten. Sie liegt direkt neben Neo Tokyo, der Anlaufpunkt für die Manga-, Anime- und Kpop-begeisterte Familie. Dort getroffen habe ich auch die österreichische Künstlerin Oxana mit der ich ein paar Worte austauschte und mir ihre Karte signieren ließ. Ich schau mir ihre Sachen mal in Ruhe an.

Die Werke von Oxana werde ich mir genauer anschauen.

Die Werke von Oxana werde ich mir genauer anschauen.

Mit Ed Heck spaßten wir herum. Ein sympathischer Kerl ist es. Er mochte meinen neuen Breiter Hut und er signierte Fotos von unserem jüngsten Besuch in seinem Studio in Brooklyn.

Ed Heck und seine Enten. Auch in München kleben ein paar.

Ed Heck und seine Enten. Auch in München kleben ein paar.

Und natürlich kauften wir wieder ein Bild und ließen es uns signieren.

Für mich als Papa war es auch ein Höhepunkt, dass sich dieser berühmte Pop Art-Künstler eine Postkarte von K2 signieren ließ. Wie bereits gebloggt, hatte K2 das erste Bild in einer Ausstellung ausgestellt. Heck bestand darauf, dass K2 die Postkarte mit dem Kunstwerk signieren musste. Da geht dem stolzen Papa das Herz auf.

Ed Heck lobt das Werk von K2. Das macht mich richtig stolz.

Ed Heck lobt das Werk von K2. Das macht mich richtig stolz.

Ich wünsche Ed Heck alles Gute und freue mich auf Wiedersehen. Und ich stelle fest: Ich liebe Kunst. Ohne Kunst wäre mein Leben deutlich ärmer.

Wenn das Kind in Sachen Kunst macht

23. Mai 2019
Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Ja ich bin ein stolzer Papa, denn K2 hat mit einem Bild an einer Kunstausstellung teilgenommen. Wie alle Eltern vermute auch ich ein großes Potenzial bei ihren Kindern. Im Fall von K2 bin ich mir aber sicher, dass ja eine Fähigkeit vorhanden ist, die entwickelt werden muss.

Hyperrealismus - eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

Hyperrealismus – eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

K2 nahm mit dem Bild „Visit London“ an der Ausstellung der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck teil. Ein Wochenende wurden die Werke in der Künstlerwerkstatt Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld ausgestellt und konnten besichtigt werden. Die Ausstellung stand unter dem Motto „Unterwegs“. Wir wurden vor zwei Monaten auf diese Ausstellung aufmerksam, zeigten die Ausschreibungsunterlagen K2 und das Kind beschloss hier mitzumachen.
K2 machte es sich nicht einfach. Grundlage des Bildes war ein Foto, was K2 bei einem Besuch in London vor einem Jahr mit der Digitalkamera gemacht hat. Es zeigt die Beine und Füße von zwei Mädchen, die bei Regen Richtung Harrods laufen. Komplizierte Lichtverhältnisse liegen vor, die durch den Regen noch verstärkt werden. Dieses Digitalfoto sollte also die Grundlage für den Ausstellungsbeitrag werden.

Form des Hyperrealismus
K2 ist ein Fan des Hyperrealismus, eine Version des Pop-Art. Wikipedia beschreibt die Kunstrichtung so: Der Hyperrealismus ist eine Weiterentwicklung des Realismus und benachbart zur Pop Art. Sein Ideal ist nicht unbedingt eine exakte lebenstreue Nachbildung, wie sie typisch für den Realismus ist, sondern eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit, eine „überschärfte Realität“. Die Abstraktion wird zurückgewiesen. Vielen sind vielleicht die Bilder von Gottfried Helnwein oder Luigi Rocca, der über die Galerie Mensing vertrieben wird.


K2 schnappte sich das MacBook Pro und arbeitete am Wacom Stifttablett. Als Software verwendet K2 Clip Studio Paint, die sonst im Manga-Bereich eingesetzt wird. Über Wochen hinweg entstand das Digital Painting. Gerade das Licht und die Regentropfen erforderten höchste Konzentration. Am Wochenende vor der Ausstellung war das digitale Bild dann fertig. Morgens wurde es auf DIN A3 bei meinem Kollegen Uwe Ehrig von den Erstentwicklern auf Fotopapier ausgedruckt. Ich hatte noch einen goldenen Rahmen und nachdem alles perfekt war, wurde das Bild von meiner Frau der Bürgerstiftung übergeben.

Am darauffolgenden Freitag war dann die Vernissage, zu der zahlreichen Fürstenfeldbrucker erschienen sind. Nach salbungsvollen Worten konnte wir uns die Ausstellung ansehen. Es waren inspirierende Sachen darunter. Für mich stach „Visiting London“ aus den Bilder durch den Stil des Hyperrealismus heraus. K2 erklärte den Betrachter des Bildes die Technik und waren erstaunt, was da dahinter steht. Mancher Besucher meinte, es sei nur eine einfache Fotografie. Als er sich aber dann die Zeit nahm und das Bild näher betrachtete, fiel ihm der Hyperrealismus auf.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Auf jeden Fall hat es der Familie gefallen und wir werden das Talent von K2 weiter fördern. Ich habe von dem Bild Postkarten drucken lassen und lege sie meinen Schreiben bei. Am Freitag Abend besuchen wir den internationalen Pop-Art-Künstler Ed Heck, der aus New York nach München kommt. Unsere Familie ist mit Ed Heck befreundet und ich bin auf seinen Input gespannt, wenn K2 das Bild zeigt.