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Buchtipp: Alien – the Archive von Mark Salisbury

3. März 2017
Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Mein Gott, was hab ich für eine Angst gehabt, als ich Alien damals als Jugendlicher im Kino sah. Im Weltraum hört dich niemand schreien – so lautete der Untertitel zum geheimnisvollen Kinoplakat. Alien war Horror pur und noch heute liebe ich die Geschichte des geheimnisvollen Monsters, das der Schweizer Künstler HR Giger schuf. Regisseur Ridley Scott schuf mit Alien einen neuen Standard in Sachen Weltraumhorror und bei jeder Fortsetzung ging ich brav ins Kino und versuche jedem Film etwas Gutes abzugewinnen. Leider wurden die Teile immer schwächer. James Cameron brachte Rambo in Alien ein und David Finsher die Religion – dann ging es bergab mit der Serie.
Als Ridley Scott mit Prometheus – Dunkle Zeichen ein Prequel für Alien drehte, war ich total begeistert. Der Film hatte Klasse und gefiel mir sehr gut. Angst machte der Film aber keine mehr. Ich kaufte verschiedene Alien-Ausgaben, habe einen Alien-Kopf und ein Alien-Ei und auch eine große Alien-Figur im Arbeitszimmer stehen. An meinem Monitor hängt ein Alien und mal sehen, vielleicht mach ich über Zeugs mal einen Blogpost. Und nun kommt dieses Jahr wieder das Prometheus-Sequel Alien: Covenant ins Kino und Ridley Scott saß wieder auf dem Regiestuhl. Und natürlich ist unser Xenomorph wieder dabei – es verspricht wieder Horror zu werden.


Der deutsche Start ist im Mai 2017 und somit will ich mich bis dahin ein wenig einstimmen. Ich habe aus meiner umfangreichen Alien-Literatur ein Buch ausgewählt, das den besten Überblick garantiert: Alien the Archive. Es ist ein Guide durch die klassischen Alien-Filme – also Alien 1 bis 4. Prometheus und die unsäglichen Spin offs Alien vs Predator sind nicht dabei.
Das Buch ist kein klassisches Lesebuch, sondern vielmehr ein Fan-Buch. Schwerpunkt liegt auf Fotos und Konzeptzeichnungen. Es gibt freilich zu jedem Film mehr, viel mehr Material in speziellen Büchern. Aber dieses Alien Archiv schafft einen guten Überblick und es war das erste Buch dieser Art aus dem Alien-Universum. Beim Text muss der Leser etwas Abstriche machen, denn so richtig Kritik kommt da nicht auf. Nun ja, es ist wie gesagt, ein Fan-Buch. Ich hab mir die US-Version gekaut, inzwischen gibt es auch eine deutsche und auch eine japanische Übersetzung. Für mich waren die Konzeptzeichnungen und die Produktionsfotos am Wichtigsten. Ich wollte wissen, wie es zu den Ideen kam und wie sie umgesetzt werden. Klassische Schauspielerbildchen brauche ich nicht unbedingt. Es gibt hier sehr gutes Material, vor allem von den ersten drei Alien-Filmen. Auf Teil 4 kann ich komplett verzichten. Ich halte den Film für Müll.
Das Buch ist dem leider zu früh verstorbenen HR Giger gewidmet und zeigt auch einige Alien-Giger-Bilder. Wer die Bücher über Giger und von Giger selbst hat, der findet im Alien Archiv nichts neues. Das Buch gibt einen guten Überblick über den wichtigen Beitrag, den Giger zu dem Film geleistet hat. Der Xenomorph steht für mich immer im Mittelpunkt der Filme und ich bin ein Fan von Alien als Maske. CGI kommt an die klassische Maske nicht heran. Bin gespannt, wie es Ridley Scott im fünften Teil gelöst hat und wieviel CGI zum Tragen kommt.
Der Xenomorph wirkt für mich am Besten, wenn er halb im Dunkeln ist. Dann ist Alien zutiefst bedrohlich. Von Teil zu Teil ist mehr vom Xenomorphen zu sehen und wenn Alien als GCI-Monsterchen im Teil 4 daher kommt, dann kann ich darauf verzichten. Aus Horror wird Kopfschütteln.
Und ich liebe das Raumschiff in U-Form. In Prometheus haben wir viel über das fremde Schiff und seine Besatzung sowie den Space Jockey erfahren. In Alien Teil 1 war alles noch sehr sehr geheimnisvoll. Das Raumschiff war irgendwie biologisch und zählt bis heute zu meinen Lieblingsraumschiffen im Science Fiction Film. Ich hatte als Jugendlicher das Filmfoto vom Raumschiff sogar in meinem Jugendzimmer hängen, so sehr hatte und hat es mich beeindruckt. Es war komplett ungewöhnlich in seiner Erscheinungsweise. Raumschiffe waren bis dahin glatt, metallisch und technisch. Dieses hier war komplett anders: Organisch, geheimnisvoll und absolut unheimlich. Die kranke Fanatsie Gigers wurde auf die Leinwand übertragen und sorgte für eine unheimliche Atomsphäre. Biomechanical nannte er es und so ist auch ein großer Teil seiner Kunst aus diesen Jahren. Und ja: Ich mag seine Kunst sehr. Dann kamen die Eier und der Rest ist Filmgeschichte.
Also, wer Alien mag, wird dieses Buch Alien the Archive lieben. Der Streifzug durch die Filme ist sehenswert. Ich hoffe, dass durch Alien 5 uns ein paar neue Bücher ins Haus stehen. Gerne würde ich ein Buch über die zahlreichen Videogames zu Alien lesen. Vielleicht eine Anregung und vielleicht fühlt sich jemand angesprochen.

Persönlicher Nachruf: HR Giger der Hieronymus Bosch des 20. Jahrhundert

13. Mai 2014

Ich bin vom Tode des Schweizer Künstlers HR Giger erschüttert. Im Alter von 74 Jahren verstarb der Maler nach einem Sturz. Giger hat mir persönlich viel bedeutet, erweckte er in mir Stimmungen und Gefühle, die ich nicht wahrhaben wollte. Gigers Kunst zu beschreiben, überlasse ich den Kunsthistorikern und Feuilletonisten. Für mich persönlich weckte Giger etwas in mir in seinen Bilder, das besser verborgen bleiben sollte. Aber Giger holte es hervor und zwang mich, mit mir selbst und damit mich mit seiner Kunst zu beschäftigen. Das ist wahrlich nicht angenehm.

Das erste Mal stieß ich auf Giger als ich mir die Langspielplatte Brain Salad Surgey von Emerson, Lake und Palmer kaufte. 1974 erschien dieses Meisterwerk und ich war von der Musik und auch von dem Cover begeistert. Ich interessierte mich für Giger. Das Cover stellte auf der Innenseite die große Liebe Gigers Li dar, die sich das Leben nahm. Die Aufnahmen von Brain Salad Surgery werden diese Woche in einer Box wieder veröffentlicht. Leider wird Giger diesen Erfolg nicht genießen können. Ich hatte über eine Schallfolie dieser ELP-Aufnahme bereits früher einmal gebloggt.
Giger

Giger verfolgte mich mein ganzes Leben. Vor Jahren kaufte ich mir einen limitierten und signierten Sonderdruck von Li. Das Bild hängt jetzt am Eingang zu meinem Büro und erinnerte mich täglich an das Werk von HR Giger. Oft stehe ich davor und betrachte das Bild und lasse meine Gedanken schweifen. Andere signierte Drucke „Karawane“, „Schlangenlandschaft“ und „Vögel“ von Giger und Schwarz hängen in meinem Haus. Ich habe darüber abstimmen lassen.

Li am Eingang zu meinem Arbeitszimmer.

Li am Eingang zu meinem Arbeitszimmer.

Dann begegnete mir Giger immer wieder im Kino. Seine Schöpfung Alien war für mich der Inbegriff des Weltraumhorrors. Im Weltraum hört dich niemand schreien – war damals der Claim zum Film und als der Ridley Scott-Film 1979 in die Kinos kam, war es Horror-Kino pur. Das Alien-Monster hat mich alle die Jahre fasziniert, so dass ich große und kleine Modelle der Skulpur in meinem Arbeitszimmer stehen habe. Auch während ich diese Zeilen tippe, hängt eine Alienfigur an meinem Monitor – quasi als Inspiration. Das Buch Giger’s Alien gehört sicherlich in jede Bibliothek eines Filmsammlers. Bewundert habe ich seine Filmsets zu Dune, die nicht verwirklicht wurden und auch Species war eine Weiterentwicklung des Alien-Themas. Leider war der Film und seine Nachfolger schlecht inszeniert, aber am Monster lag es sicher nicht. Zum Film erschein das interessante Buch Species Design, dass die Entstehung des Figur gut beschriebt. Das Buch H. R. Giger’s Filmdesigngibt einen guten Überblick über die Filmsets von Giger und kann ich jedem Filmfreund nur empfehlen.

Die Hauptwerke von Giger sind für mich die beiden Bände Necronomicon 1 1 und 2 sowie Biomechanicus, alle in der Edition C erschienen. Die großformatigen Bücher zeigen die Vielfalt des gepeinigten Mannes und treffen mich im Innersten. Immer wieder blättere ich die Bücher durch und stoße auf neue Gedanken. Der Vergleich zu Hieronymus Bosch wurde oft strapaziert, doch trifft es genau. Für mich war HR Giger der Hieronymus Bosch des 20. Jahrhundert.

Als New York-Reisender musste ich mir natürlich Gigers N.Y. City anschaffen. Hier berichtet Giger von seinen Erlebnissen in New York und vergleicht die Millionenstadt mit seinen Werken. Es ist eine Art Reiseführer in die Abgründe der Seele und Giger ist der Reiseführer. Großartig.

 

Buchtipp: The Art of the Film Prometheus von Mark Salisbury

10. August 2012

Prometheus hat mein Filmherz erobert und als Fan will ich mehr über diesen Film wissen, steht er doch in der Tradition von Alien, der mir 1979 richtig Angst eingejagt hat. Und voller Begeisterung blättere ich daher in dem Werk von Mark Salisbury: Prometheus: The Art of the Film

Wie bei der Reihe The Art of üblich, werden hier Skizzen und Zeichnungen aus allen Phasen des Films veröffentlicht und mal mehr, mal weniger kommentiert. Hinzu kommen dieses Mal fertige CGI-Renderings und Filmszenen sowie Produktionsfotos. Die Filmszenen hätte man sich sparen können, dafür gibt es andere Bücher. Und wer mehr über die VFX-Hintergründe lesen will, sollte den Blog von Trevor Hogg lesen.

Das Vorwort stammt übrigens von Regiestar Ridley Scott. Hier schreibt er, wie er nach Alien und Blade Runner wieder zu Science Fiction-Stoff zurückfand und dafür lieben wir ihn. Die Artists wie Produktionsdesigner Arthur Max kommen in dem Buch ausführlich zu Wort, aber das Wichtigste bleiben die gewaltigen Bilder eines gewaltigen Films. Konzept-Art wird hier groß geschrieben. Wir Leser erfahren viel über die außerirdischen Landschaften und Lebensformen, ohne viel von der Geschichte selbst zu verraten. Mir machte es Spaß in die Produktion einzutauchen, denn ich liebe Making ofs. Es ist ein wunderbare Produktionsbuch und stellt einzelne Produktionsphasen des Films vor: The Pyramid, The landing, the Jaggernaut, the pilot chamber and chair. – Gerade hier werden die Ideen von HR Giger wieder aufgenommen und neu interpretiert.

Fans von Prometheus werden dieses Buch kaufen, wenn sie mehr wissen wollen, als klassische Handlungen und bunte finale Bilder. Prometheus: The Art of the Film ist ein hochwertiges Buch für den Filmfreund des modernen Science Fiction-Films und Fans von Ridley Scott. Hier sind die 40 US-Dollar für die 190 Seiten hervorragend investiert.