Archive for Juni 2010

Wegen Köhler: Vorerst keine Ehrenurkunden zu Bundesjugendspielen

29. Juni 2010
Die Urkunden zu den Bundesjugendspielen mit Köhler-Unterschrift werden nicht mehr ausgegeben.

Die Urkunden zu den Bundesjugendspielen mit Köhler-Unterschrift werden nicht mehr ausgegeben.

Es wird Zeit, dass wir einen neuen Bundespräsidenten bekommen. Der Rückritt von Köhler hat die Gemüter beschäftigt. Ich möchte eine neue Perspektive anbringen: Viele Kinder sind über den Rücktritt von Horst Köhler stocksauer. Das hat keine politischen Gründe, sondern ganz einfach: Sie bekommen ihre Ehrenurkunde zu den Bundesjugendspielen nicht.

Die Ehrenurkunden zu den Bundesjugendspielen werden vom Bundespräsidenten unterschrieben und da wir den Bundeshorst nicht mehr haben, darf seine Unterschrift auch nicht mehr verwendet werden. Die tausendfach gedruckten Urkunden wandern ins Altpapier und die sportbegeisterten Schüler bekommen im Moment keine Urkunde. Danke liebe Politik für diese Motivationsbremse.

Wie es auf der offiziellen Seite der Bundesjugendspiele heißt, gilt derzeit folgende Anordnung: „Ehrenurkunden mit der Unterschrift des Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler können nicht mehr vergeben werden. Neue Ehrenurkunden können voraussichtlich ab Mitte September 2010 geordert und an die Teilnehmenden nachgereicht werden. Sieger- und Teilnahmeurkunden können weiterhin ausgegeben werden.“

Also Mitte September gibt es wieder Ehrenurkunden, dann mit der Unterschrift des neuen Bundespräsidenten. Was dauert denn da so lange? Die Wahl des neuen Präsidenten wird ratz fatz geschehen und dann hat die Druckerei die Unterschrift. Über Nacht könnten die Urkunden gedruckt sein und Anfang nächster Woche verschickt werden. Das wäre eine schöne Geste an die Jugendlichen. Aber die sind nicht wichtig, die haben ja Zeit bis September.

Unveröffentlichtes Bild von Elvis Presley in Frankfurt

24. Juni 2010
Elvis in Deutschland. Es gibt noch unbekannte Bilder von ihm. Dieses ist natürlich bekannt.

Elvis in Deutschland. Es gibt noch unbekannte Bilder von ihm. Dieses ist natürlich bekannt.

Taxifahrer können Geschichten erzählen. Das ist keine Neuigkeit und ich berichtete in diesem Blog bereits von Taxifahrer aus Leipzig. Nun ein neues Erlebnis aus Frankfurt, das mich regelrecht elektrisierte. Auf dem Weg zu einem Termin zur SAE in den Norden der Stadt musste ich auf ein Taxi ausweichen. Der Taxifahrer, ein junger Mann mit schwarzem Pferdeschwanz und ich kamen ins Gespräch über den King Elvis. Schließlich war Elvis Presley im Frankfurter Raum einstmals stationiert. Und ich dachte, ich weiß schon vieles über den King, aber die folgende Geschichte war mir neu: Mein Taxifahrer berichtete mir von seiner Schwiegermutter, die als junges Mädchen Elvis Presley vier Paar Damenschuhe verkaufte.

Die Geschichte ging so: Eines Tages hielt vor einem vornehmen Frankfurter Schuhgeschäft eine Limo und der King of Rock´n Roll stieg aus und betrat den Laden. Er wollte sich Damenschuhe ansehen, die er vor Tagen bestellt hatte. Es waren vier Paar Schuhe in unterschiedlichen Farben, vielleicht waren sie ja für Priscilla oder ein gar ein deutsches Fräulein.

Die Verkäuferin, die Schwiegermutter meines Taxifahrers, konnte zwar kein Englisch, bediente Elvis aber sofort und war seinem Scharm erlegen. „Der Elvis, das war ein hübscher Mann“, wusste die Verkäuferin noch nach Jahren zu erzählen. Die Familie konnte die Geschichte schon nicht mehr hören, aber ich fand sie toll.

Außerdem wurde noch ein Foto von Elvis und der Verkäuferin geschossen, das bis zur Rente der Dame in dem Frankfurter Schuhgeschäft hing. Wahrscheinlich ist es eines der letzten noch unveröffentlichten Elvis-Bilder und die Elvis-Preley-Gesellschaft wird jetzt nach Lesen dieses Blogs ihre Späher lossenden und dieses Bild auftreiben. Der King kaufte Schuhe und ich hätte das Bild gerne gesehen.

Kein iPad im Deutschen Bundestag

22. Juni 2010
Andreas Scheuer mit seinen Mitarbeiterinnen Doris und Teresa in Berlin - noch ohne iPad.

Andreas Scheuer mit seinen Mitarbeiterinnen Doris und Teresa in Berlin - noch ohne iPad.

Ihr solltet mit der Zeit gehen oder eben mit der Zeit gehen. So mein Kommentar zum jüngsten Streit im Bundestag. Da hat es doch ein Jungspund von der FDP (41 Jahre), der Herr Volksvertreter Jimmy Schulz, gewagt, eine Rede vor dem hohen Haus zu halten. Sein Redemanuskript hatte er auf dem iPad. Aber nix da. Das Bundespräsidium wies den Apple-Jünger an, auf das iPad zu verzichten. So was gibt es hier nicht. Entweder Papier oder nix. Jetzt wird der Vorfall im Geschäftsordnungsausschuss des Deutschen Bundestags behandelt.

Euch geht es noch ganz gut in Berlin? Jimmy Schulz meinte zumindest: „Die Zeiten von Telefax und Telex sind vorbei: Auch der Bundestag sollte sich für neue Medien öffnen.“ Recht hat er. Ich weiß zwar nicht, was Schulz im Bundestag sagen wollte, aber er sollte es mithilfe seines iPads sagen dürfen. Zudem habe ich gerade einen unserer bayerischen Volksvertreter kennengelernt, den Volksvertreter Andreas Scheuer von der CSU. Der aufrechte Niederbayer ist scharf auf das iPad und möchte es gerne haben. Doch lieber Herr Staatssekretär, seien Sie gewarnt: Ob dem sympathischen Abgeordneten dann das gleiche Schicksal wie sein Koaltionskollege von der FDP blüht, gilt als sicher. So modernes Zeug wie das iPad wollen wir nicht im Bundestag.

iPad im Friseursalon von Lars Nicolaisen

19. Juni 2010
Ein Teil des Teams von Lars Nicolaisen und einem iPad.

Ein Teil des Teams von Lars Nicolaisen und einem iPad.

Das iPad ist eine Innovation – das ist nichts neues. Neu ist aber, dass das iPad nun auch im Friseursalon eingesetzt wird. In Hamburg bin ich beim Friseursalon von Lars Nicolaisen am Ballindamm vorbeigekommen. Hier sind seit einer Woche die iPads aktiv im Einsatz. Das nenne ich Innovation – chapeau. „Unsere Kunden können das neue technische Wunder von Apple nutzen um darauf zu spielen, im Internet zu surfen oder sich sogar Filme anzuschauen. Hauptsächlich jedoch wird das iPad von den Teams genutzt um auf dem großen und klaren HD Bildschirm noch besser beraten zu können“, erzählt der Friseurmeister Lars Nicolaisen.

Die Resonanz sei fantastisch. Kunden, aber auch Belegschaft sind von dem neuen Device begeistert. Auf den iPads sind in Alben eine große Vielzahl von Haarschnitten abgelegt, unterteilt in unterschiedliche Haarlängen für Männer wie für Frauen, dazu Vorschläge für ideenreiche Steck- und Brautfrisuren, Stylings für Girls & Boys und Beispiele für unterschiedliche Farb- und Strähnentechniken. Die heimlichen Highlights für viele Kunden sind jedoch die Fotoalben mit den aktuellen Stars wie z.B. Jennifer Aniston, Pink, Sylvie van der Vaart, Audrey Tautou oder Agyness Deyn. „Dank der hervorragenden Zoom-Funktion des iPads können wir alle Frisuren stufenlos vergrößern, um so gemeinsam mit unseren Kunden genau zu sehen wie stark z.B. die Stufungen sind oder wie und wo Farbnuancen gesetzt wurden“, berichtet Apple-Fan Lars Nicolaisen, der auch seine Website mit Apple-Software iWeb gestaltet hat. „Ich denke dies ist weiterer Schritt in die Optimierung unserer Beratungsqualität und ein neuer, toller Service für unsere Kunden, welcher natürlich kostenfrei genutzt werden kann.“

Doch der Handwerksmeister setzt noch eines oben drauf. Er nutzt für die Werbung seiner beiden Salons ein Spektrum an Social Media-Diensten. Der Salon twittert über den Microblogging-Dienst Twitter und arbeitet aktiv in Facebook mit.

Bei solchen Friseuren, wie Lars Nicolaisen brauche ich mir keine Sorgen machen, dass das Handwerk den Anschluss an die neue Zeit verliert – zudem der Friseurmeister auch richtig gut Haare schneiden kann.

Arbeitszeit und Freizeit dürfen kein Widerspruch sein

18. Juni 2010

Neulich habe ich eine interessante These gehört. Prof. Peter Wippermann vom Trendbüro sagte sinngemäß: Es gibt nur eine Zeit, nicht die Teilung in Arbeitszeit und Freizeit. Diese Aussage geht mir seitdem durch den Kopf, denn dieser Professor trifft den Nerv. Ich kenne unzählige Leute, die fein säuberlich zwischen einem beruflichen und einem privaten Leben unterscheiden. Dabei meine ich ausdrücklich nicht die Arbeiter am Fließband oder in der Produktion. In der industriellen Welt gilt diese Unterscheidung noch.

Viele meiner Bekannten zählen sich aber zu den so genannten Kreativen. Doch auf hier gibt es eine Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Ich höre immer wieder: „Ich will für die Agentur nicht Tag und Nacht arbeiten, ich bin sowieso zu lange im Büro.“ Das ist richtig und ich denke, dass verlangt auch niemand. Seitdem ich mir meine Zeit als Selbstständiger freier einteilen kann (ganz frei bin ich natürlich nie), habe ich mehr Kraft und Power, bin für meine Umwelt ausgeglichener. Aussagen über die Arbeitszeit zeugen für mich vor der Angst vor Vorgesetzten. Nur wenn Druck, spricht Arbeitszeit, vorhanden ist, dann bringe ich Leistung für die Arbeit. Das darf doch nicht sein. Ich bin kreativ und schöpferisch, auch wenn ich unter dem Apfelbaum liege und die Fische füttere. Mir kommen gute Gedanken für meine Kunden, wenn ich mich mal mit ganz etwas anderen beschäftige. Ist das also Arbeitszeit, wenn ich im Garten etwas pflanze oder ist das Freizeit? Nichts von beiden – es ist meine Zeit.

Leider musste ich in Firmen arbeiten, bei denen es ganz wichtig war, dass alle Mitarbeiter einstempeln. Vertrauensarbeitszeit war nicht angesagt. Das Unternehmen hatte wohl Angst, man geht früher oder erledigt seine Arbeit nicht. Das wäre unverantwortlich, denn schließlich wird man für seine Arbeit vom Unternehmen bezahlt. Die Konsequenz war, dass Mitarbeiter genau auf die Minute ausstempeln oder während der Arbeitszeit Mantel, Mütze anziehen und darauf warten, bis die tägliche Arbeitszeit zu ende ist. Hier kann kein kreatives Klima aufkommen. Als ich bei Unternehmen arbeitete, die Vertrauensarbeitszeit hatten, war ich produktiver und vermischte meine Arbeit mit meiner Freizeit. Die Projekte verliefen besser, ich fühlte mich besser, ich war ausgeglichen.

Keiner verlangt, immer erreichbar zu sein. Natürlich schalte ich das Telefon mal aus und rufe keine Mails ab. Natürlich gehe ich bei strahlendem Sonnenschein mal ins Freibad oder döse im Liegestuhl vor mich hin. Da ich ein verantwortungsvoller Mensch bin, weiß ich, wann ich Projekte fertigbekommen muss und ich weiß, wann ich einfach nur abhängen darf. Ich arbeite eben mal bis in die Nacht, wenn es wichtig ist und ich arbeite auch am Wochenende. Wenn am Sonntag ein Kunde anruft, dann bin ich eben für ihn da, wenn ich es will. Es zwingt mich keiner, das Handy am Sonntag anzuhaben. Anrufen muss ich den Kunden sowieso. Aber ich habe auch die Freiheit, meine Zeit einzuteilen, so dass sich Arbeitszeit und Freizeit vermischen. Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich gerade arbeite oder nicht, denn der Professor vom Trendbüro hat recht: Es gibt nur eine Zeit und die möchte ich im Moment nutzen: Für mich

Social Media muss Bestand des Marketings sein

17. Juni 2010
Social Media muss Bestand des Marketings sein

Social Media muss Bestand des Marketings sein

„Es interessiert doch keinen, was ich zu Mittag esse“, solche oder ähnliche Aussagen höre ich immer wieder, wenn ich Kunden im Bereich Social Media berate. Viele Unternehmen haben noch nicht begriffen, worin die Macht von Social Media besteht: Emotionalisierung

Die Folge ist, dass nur jedes dritte deutsche Unternehmen eine Social Media Strategie hat. Dabei bin ich der Meinung, dass nicht das klassische Marketing sofort durch Social Media ersetzt werden muss – zumindest jetzt nicht. Aber die Augen vor einer eindeutigen Entwicklung in den Medien und der Wirtschaft zu verschließen – das halte ich für grob fahrlässig. Twitter & Co. sind heute noch nicht in der Chefetage angekommen. Nur gut jede zehnte Geschäftsführung ist selber im Web 2.0 aktiv.

Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. Mehr als 1.700 Pressesprecher und PR-Fachleute haben sich beteiligt. Nur ein Drittel der deutschen Unternehmen verfügt über eine Social-Media-Strategie. Gut jede vierte Firma stellt zusätzliche finanzielle Mittel für die Web2.0-Kommunikation bereit. Ich denke, dass man Mittel aus dem klassischen Marketing (TV-, Radio- oder Printwerbung) abziehen kann und stattdessen in Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook investieren sollte. Im B2C-Bereich allemal, aber auch zunehmend im B2B-Bereich.

Die Umfrage im Einzelnen: Dass ihr Unternehmen bereits über eine Strategie im Web 2.0 verfügt, meinten 32,5 Prozent der befragten Mitarbeiter aus Pressestellen. Gut jeder zweite berichtet zumindest, derzeit an einer Strategie zu arbeiten (52,2 Prozent), während jeder zehnte zugab, sich noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben (10,2 Prozent). Gut jedes zwanzigste Unternehmen will auch in Zukunft von kommunikativen Maßnahmen in sozialen Netzwerken die Finger lassen (4,3 Prozent). Am aktivsten setzten Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich bei der Kommunikation auf das Web 2.0. Von ihnen haben 38 Prozent bereits eine Social-Media-Strategie. Das Schlusslicht bilden Verwaltungen und Verbänden: weniger als ein Viertel von ihnen engagiert sich strategisch bei Twitter, Facebook & Co. (23,6 Prozent).

Philips Power Pack verdoppelt die Akkukapazität vom iPhone

16. Juni 2010
Das Philips Power Pack verdoppelt die Akkukapazität vom iPhone.

Das Philips Power Pack verdoppelt die Akkukapazität vom iPhone.

Ich lieb meine iPhone, doch das Teil ist der reine Stromfresser. Das neue iPhone soll da besser sein, aber das gilt abzuwarten. Daher habe ich immer ein externes Batteriepack dabei, um nicht ohne Strom dazu zustehen. Ich hatte mir in den USA ein klobiges Pack gekauft und ganz gut gearbeitet. Durch Zufall bin ich jetzt auf das Philips Power Pack gestoßen und gleich besorgt. Das neue Philips Power Pack verdoppelt die Akkukapazität und befreit mich von nervtötender Akku-Ausfall-Panik. Der deutsche Distributionspartner ist Soular.

Das Philips Power Pack erfüllt für rund 60 Euro seinen Zweck und sieht gut aus. Der mobile Akku saugt sich sicher an der Rückseite des iPhone oder iPods fest und versorgt mein schwächelndes Apple-Liebling sofort mit neuer Energie. Anders als andere optionale Akkus kann das Power Pack durch die praktischen Saugnäpfe auch bei gleichzeitiger Nutzung von Silikon-Schutzhüllen verwendet werden. Eine diskrete energiesparende LED-Anzeige informiert währenddessen auf Knopfdruck über den Status des Akku-Packs. Dank des kompakten Designs ist das Power Pack auch mit dem neuen iPhone und allen aktuellen iPod-Modellen kompatibel. Bevor der Notfall-Energiespender zum Einsatz kommt muss lediglich das im Lieferumfang enthaltene Mini-USB-Kabel an eine USB-Ladestation, zum Beispiel den Computer, angeschlossen werden. Gleichzeitig kann auch eine Synchronisation des iPods oder iPhones mit iTunes erfolgen.

Start der Digital Journalism Camp-Tour

15. Juni 2010

Ab heute bin ich für die SAE unterwegs, um den neuen Studiengang Digital Journalism an verschiedenen SAE-Standorten vorzustellen. Wir wissen alle: Journalismus im Online-Zeitalter funktioniert anders als das klassische Handwerk. Heute kommt kaum jemand daran vorbei, journalistische Inhalte auch in digitaler Form aufbereiten zu müssen. Jeder wurde schon mit den veränderten Anforderungen durch z.B. Blogs, Pod- und Videocasts und Soziale Netzwerke konfrontiert. Daher war es eine gute Idee, den Studiengang Digital Journalism an den Start zu bringen und eine noch bessere Idee war es, mich als Berater und Trainer zu engagieren (das aber nur am Rande). Wer einmal vorbeischauen will, hier geht es zur Anmeldung zu meiner Digital Journalism Camp-Tour.

In diesem Studiengang will ich Qualitätsjournalismus im digitalen Umfeld lehren. Ich habe den Verdacht bei meinen Diskussionen mit meinen Print-Kollegen, dass Online immer mit Mülljournalismus und Print immer mit Qualitätsjournalismus gleichgesetzt wird. So richtig spricht das keiner aus, doch ich werde den Verdacht nicht los. Dabei ist diese Differenzierung ein absoluter Quatsch. Sowohl im Print- als auch im Onlinebereich gibt es Juwelen und es gibt absoluten Dreck. Online ist nur schneller und dadurch besteht die Gefahr, schneller Müll zu verbreiten, wenn ich keine Ahnung davon habe, was ich eigentlich mache. Dieser Gefahr gilt es mit einer soliden Ausbildung vorzubeugen. Dazu wurde ein Lehrplan durch die SAE erarbeitet, der alle Facetten des heutigen Journalistenlebens abbildet. Ich durfte bei diesem Lehrplan mitarbeiten. Dies bedeutet klassische Tätigkeiten wie Recherche, Quellenpflege, Schreiben verknüpft mit technischen Fertigkeiten wie Video- oder Audioschnitt. Hinzu kommt ein hohes Maß an Infos über Marketing und Vertrieb, unter anderem durch Social Media-Techniken.

Ich freue mich schon auf die Diskussionen mit den potenziellen Studenten und mit Kollegen, die sich schon für die Digital Journalism Camp-Tour angemeldet haben. Natürlich werde ich auch über die Tour berichten in einem eigenen Blog und meinen Twitteraccount.

(Mein) Print-Journalismus der Zukunft

14. Juni 2010

Ich habe Zeit meines Lebens für Printobjekte gearbeitet und es geliebt: Tageszeitung, Wochenzeitung, Magazine, Special Interest und auch B2B-Produkte – das ganze Programm. Doch ich sehe Print in Gefahr, weil Papier nicht mit der Schnelligkeit von online mithalten kann oder Werbung in manchen Bereichen zu hohe Streuverluste hat. Daher habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich gerne teilen würde. Was braucht der neue (Qualitäts-)Journalismus im Print?

Zeitung muss mehr Orientierung geben. Die Zeitung als Nachrichtenplattform ist für mich nur noch begrenzt vorstellbar. Das war früher anders: Da kam ich aus der Redaktion und wusste, was morgen in der Zeitung steht und ich wusste es vor allen anderen. Die News erreichen mich heute auf anderem Wege, aber nicht mehr durch die gedruckte Zeitung. Die News, wie sie Agenturen liefern, sind austauschbar geworden. Das haben die Leser gemerkt und so wurden Zeitungen beliebig, weil sie alle die gleiche Quelle haben. Zeitungen müssen heute daher zum Navigator in der Informationswelt werden. Recherchieren, aufbereiten und bewerten – darum wird es Zukunft mehr gehen. Journalistische Darstellungsformen wie Reportage und vor allem der Kommentar werden wichtiger für die Orientierung. Und in Print gehören Themen, die den Leser auch wirklich interessieren, und nicht diejenigen, die der Journalist glaubt, was interessieren könnte. Die Zeitung der Zukunft wird schließlich vom Leser bezahlt und weniger vom Anzeigenkunden finanziert.

Nutzwert, Service und Identifikation sind die Schlüsselbegriffe. Dann weiß der Leser auch, wie die Zeitung ausgerichtet ist. Ich will keine Parteienpresse der Weimarer Zeit, aber ich will klare Standpunkte. Als Leser möchte ich mich mit meiner Zeitung identifizieren. Zeitung braucht Tendenz und muss dieser Tendenz treu bleiben.

Daher ist ein Leitbild eines Mediums wichtig. Früher fand ich Leitbilddiskussionen in der Branche schrecklich und heute weiß ich, wie wichtig eine Vision oder Leitbild ist.

In meiner Ausbildung, im Volontariat wurde mir eingetrichtert: Der Journalist ist der Gatekeeper. Das galt, aber es ist vorbei. Der Journalist der Zukunft ist Pathfinder und Gatewatcher. Ich recherchiere und ich beobachte und bringe das zu Papier für meine Zielgruppe. Das ist das Ende der klassischen Massenmedien, wie wir sie heute kennen. Ich schreibe für eine klar umrissene Zielgruppe und nicht für alle. Identifikation der Leser und der verbliebenen Anzeigenkunden mit dem Blatt werden die Folge sein. Das erhöht auch die Wertigkeit von Kommentaren. Ich werde damit zur Marke. Nicht nur die Publikation wird zu einer Marke, nein – auch ich werde zu einer Marke und Marken schaffen Identifikation und Reibung. Der Journalist als Marke gibt dem Medium ein Profil. Das bedeutet, dass der Schwerpunkt weniger auf Information, als vielmehr auf Emotion liegt. Und: Die Schreibe wird boulevard  – sie wird verständlicher, weil emotionaler.

Und das Wachstum hat ein Ende: Ich glaube nicht daran, dass Auflagen bis ins Unendliche gesteigert werden können. Vielmehr muss es gelingen, in meiner Zielgruppe eine Auflagensteigerung zu erreichen oder in der heutigen Zeit zumindest die Auflage zu stabilisieren. Das wäre ein Erfolg.

Für all diese Überlegungen braucht es eine neue Art von Journalisten. Denn es wird dadurch eine neue Art von Qualitätsjournalismus entstehen, für den die User auch bereit sind zu bezahlen. Aber nur für Qualität.

Test: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

13. Juni 2010
So nicht zu gebrauchen: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

So nicht zu gebrauchen: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

Um es vorweg zu sagen: Ich bin enttäuscht vom iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter im Zusammenspiel mit der Keynote App. Ich liebe das iPad und ich liebe Keynote. Als Referent für verschiedene Organisationen habe ich meine Folienvorträge immer dabei. Meine gesamten Präsentationen erstelle ich in Keynote, weil es für mich die beste Präsentationssoftware am Mac ist.

Als das iPad auf den Markt kam und Apple sofort die App Keynote veröffentlichte, griff ich sofort zu. Über den 30 Euro teuren Dock-Connector-auf-VGA-Adapter kann ich mein iPad an den Fernseher, Projektor oder einen VGA-Bildschirm anschließen. Der iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter verbindet das iPad bzw. das iPad Dock über den Dockanschluss und mithilfe des VGA-Adapters mit dem Projektor oder Bildschirm.  Allerdings wird nur das Querformat unterstützt, doch damit kann ich leben.

Womit ich allerdings absolut nicht leben kann, ist die Tatsache, dass alle meine Moderationsnotizen gelöscht werden. Meine Vorträge sind visuelle Präsentationen im Stile von Garr Reynolds. Hier lasse ich Farben und Bilder sprechen – und so gut wie keine Texte. Die Leute sollen in meinen Vorträgen keine Texte und Bullit-Point-Aufzählungen ertragen müssen, sondern sie sollen zuhören und vor allem etwas lernen. Texte lesen, können die Teilnehmer auch zu Hause. Zahlreiche Firmen beauftragen mich daher als Externen, ihre Präsentationen umzuarbeiten und zu optimieren.

Doch mit dem iPad, Keynote und dem Dock-Connector-auf-VGA-Adapter kann ich diese Dienstleistung nicht erbringen und ich muss weiterhin mein MacBook Pro einsetzen. Es ist damit nicht möglich, den iPad Homescreen auf ein anderes Gerät zu spiegeln oder dort anzuzeigen. Apple, hier muss dringend nachgebessert werden.

 

update: Apple hat nachgebessert und alle Probleme beseitig. Sehr gut