Posts Tagged ‘Ausgangsbeschränkung’

Corona-Virus: Tag 18 der Ausgangsbeschränkung – Wer liefert was bei uns in Maisach

8. April 2020

Es freut mich sehr, wenn dieser Blog ein wenig Abwechslung ins Dorf bringt, noch mehr freue ich mich, wenn die Blogposts im Dorf etwas bewirken. Meine Anregung, eine Liste für Maisach zu erstellen, welches Geschäft in Maisach was liefert, wurde vom Gewerbeverband aufgenommen und umgesetzt. Evi Huttenloher, Vorsitzende des Gewerbeverbandes, stellte mir gestern abend die vorläufige Liste zum Download zur Verfügung.
Es ist die erste Version der Liste, an der konsequent weitergearbeitet wird. Die Liste kommt auf die Website des Gewerbeverbandes. Bei der Gemeinde ist auch angefragt. Jetzt gilt es die Liste zu optimieren. Dazu sind alle Maisacherinnen und Maisacher aufgerufen. Für Anregungen und Ergänzungen bitte an Marktreferenten Uwe Furthmann per E-Mail: uwe.furthmann@live.com wenden.
„Die Liste wird immer wieder aktualisiert. In der Gastronomie stehen noch einige aus, aber die haben wir telefonisch leider noch nicht erreicht“, so Evi Luttenloher, die meine Idee sofort aufgegriffen und zusammen mit ihren Vorstandsmitgliedern umgesetzt hat.
Im Begleittext heißt es: „Liebe Maisacher Bürgerinnen und Bürger, wir möchten Ihnen mit dieser Liste eine Übersicht geben, welche Geschäfte und Betriebe in Maisach geöffnet haben, bzw. geschlossen haben, aber trotzdem für Sie da sind. Wir freuen uns, wenn Sie die örtlichen Betriebe gerade in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Dafür sagen wir schon jetzt DANKE.
Die Liste wird immer wieder aktualisiert, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.“

Finde ich wirklich prima und danke für die Umsetzung. Aber es kommt noch besser. Am Schuhgeschäft von Evi Huttenloher, im Zentrum von Maisach, klebt am Schaufenster ein Dankeschön-Herzchen. Evi Huttenloher hat 40 weitere Herzen bestellt. Diese werden in den nächsten Tagen an Maisacher Schaufenster aufgeklebt, um ein Zeichen nach außen zu setzen.

Erstmals Corona-Zahlen der Landkreisgemeinde
Gestern hat das Landratsamt zum ersten Mal eine Liste mit der Zahl der infizierten Personen im Landkreis Fürstenfeldbruck in den Gemeinden veröffentlicht. Es ist der Stand vom 7. April, der sich natürlich verändert. Auch wichtig: Eine Auswertung dieser Gesamtzahl nach Gemeinden kann erst erfolgen, wenn der jeweilige Wohnsitz festgestellt ist. Die dem Gesundheitsamt mitgeteilten Befunde müssen daraufhin überprüft und eingepflegt werden. Dies ist mit Stand 07.04.2020 für 554 Fälle geschehen.

Die Zahlen für jede Gemeinde im Landkreis:
Adelshofen: 2
Alling: 7
Althegnenberg: 4
Egenhofen: 4
Eichenau: 21
Emmering: 24
Stadt Fürstenfeldbruck: 134
Stadt Germering: 104
Grafrath: 8
Gröbenzell: 43
Hattenhofen: 0
Jesenwang: 2
Kottgeisering: 5
Landsberied: 7
Maisach: 33
Mammendorf: 25
Mittelstetten: 3
Moorenweis: 18
Oberschweinbach: 6
Stadt Olching: 55
Stadt Puchheim: 39
Schöngeising: 7
Türkenfeld: 3
Gesamt: 554

Corona-Virus: Tag 17 der Ausgangsbeschränkung – Tanken in der Krise

7. April 2020

Durch Corona und HomeOffice bleibt das Auto stehen. Zudem halten sich Teile der Bevölkerung an die Ausgangsbeschränkungen und bleiben zu Hause. Darunter leiden wirtschaftlich auch die drei Tankstellenpächter bei uns in der Gemeinde Maisach.

Durch Corona wird weniger gefahren und damit weniger getankt.

Durch Corona wird weniger gefahren und damit weniger getankt.

Meine bevorzugte Tankstelle ist Auto Walter in Maisach, weil die Familie weltoffen einen mittelständischen Familienbetrieb führt. Das Benzin ist überall gleich. „Natürlich spüren wir im Benzinverkauf die Corona-Krise“, erklärt Markus Schmid von Auto Walter. Das Unternehmen steht auf drei Standbeinen: Tankstelle, Handel und Werkstatt. Das Standbein Tankstelle gehe zurück, den Handel von Renault-Fahrzeugen habe man im Moment eingestellt, weil Autoverkauf beratungsintensiv sei und man mit dem Kunden eng zusammenstehe. „Das geht aus verständlichen Gründen nicht.“ Die Werkstatt dagegen werde enorm nachgefragt. „Hier sind wir gut ausgelastet“, so Markus Schmid.

Es stellt sich heraus, dass der Fleisch- und Wurstautomat vom Hofladen Widmann auf dem Gelände von Auto Walter ein strategischer Vorteil ist. In Zeiten von Corona wird der Automat aufgrund seiner hervorragenden Produkte sehr oft von den Maisachern angefahren, die dann auch die Gelegenheit zum Tanken nutzen, wenn sie schon mal da sind.
An den vier Zapfsäulen kann rund um die Uhr der Kraftstoff gezapft werden. Zur Bezahlung steht ein Tankautomat bereit, für Maestro-, Kredit- und Kundenkarten. Letztere werden von den Maisacher Landwirten genutzt, die nach der Feldarbeit mit ihren Maschinen vorfahren und die Kundenkarte nutzen, die einmal pro Monat abgerechnet wird.

In der Werkstatt läuft der Betrieb. Der Nachschub an Ersatzteilen funktioniert online reibungslos. Zudem bestellen Kunden Ersatzteile für ihre Fahrzeuge, die sie dann bei Auto Walter abholen – mit entsprechendem Abstand. „Natürlich bringt Corona gewaltige Veränderungen mit sich, aber wir müssen in dieser Krise zusammenstehen und sie gemeinsam bewältigen“, so Schmid. Vielleicht setzt auch nach der Krise ein Bewusstseinswandel in Sachen Elektroauto ein. Renault hat mit dem Zoe ein Modell, von dem Markus Schmid überzeugt ist. Ich muss zugeben, der kleine Tesla oder Zoe sind für uns interessant. Als Stadtflitzer ist der Twizy ein Hingucker. „Wir sind auf dem Land, da dauert es mit der Elektromobilität traditionsgemäß etwas länger, aber durch den Lockdown beginnt bei vielen Leuten ein Umdenken“, so Schmid.
Für eine Werkstatt wie von Auto Walter gibt es nun eine klare Aussage zum Thema Reifenwechsel von der Politik: Das bayerische KfZ-Gewerbe weist darauf hin, dass der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen auch in der Corona-Krise erlaubt sei. Das bayerische Innenministerium hat dies bestätigt. Dieses stuft den Reifenwechsel als triftigen Grund ein, der es Fahrzeughaltern erlaubt, Haus oder Wohnung zu verlassen. Zudem seien KfZ-Werkstätten systemrelevante Betriebe, die trotz geltender Ausgangsbeschränkungen in Bayern öffnen dürfen. Zuvor hatte Gesundheitsministerin Huml dem BR gesagt, das saisonale Reifenwechseln sei nicht möglich. Ein Wechsel sollte nur aus sicherheitsrelevanten Gründen stattfinden, etwa wegen abgefahrener Reifen.

Corona-Virus: Tag 16 der Ausgangsbeschränkung – Rettung naht, die Wertstoffhöfe öffnen wieder

6. April 2020
Ab Dienstag, 7. April, ist der Große Wertstoffhof Maisach unter Auflagen geöffnet. Ab Dienstag, 7. April, ist der Große Wertstoffhof Maisach unter Auflagen geöffnet.

Da kann die Welt untergehen, die Maisacher trennen nach wie vor ihren Müll. Das ist bei uns in der Familie nicht anders. Aber zu Zeiten der Corona-Krise ordnete das Landratsamt Fürstenfeldbruck, sprich die AWB, die Schließung der Großen Wertstoffhöfe an.
Wenn aber eine vierköpfige Familie und mein isoliertes Elternpaar rund zwei Wochen zu Hause sind, dann fällt Müll, Verzeihung Wertstoffe, im großen Stil an. Papier, Flaschen, Weißblech entsorge ich täglich an den Kleinen Wertstoffhöfe, die zeitweise wüst aussahen. Aber der Containerdienst hatte die Sache im Griff. Dennoch türmen sich in der Garage Tüten mit Plastik, Alu und Verbundstoffen, die auf ihre Entsorgung am Großen Wertstoffhof in Maisach warten. Auch ein paar große Stücke Styropor freuen sich, dass sie dem Recyclingsprozess zugeführt werden dürfen.

Eine von mehreren Tüten Wertstoffe warten auf Recycling. Eine von mehreren Tüten Wertstoffe warten auf Recycling.

Nun hat das Landratsamt ein Einsehen und öffnet die Großen Wertstoffhöfe am morgigen 7. April. Die AWB stellt unmissverständlich klar: „Die Wertstoffhofbesuche sollen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Um das Infektionsrisiko mit COVID-19 zu minimieren, können bei den großen Wertstoffhöfen geichzeitig maximal zehn Anlieferer zur gleichen Zeit bzw. bei den Kunststoff- und Gartenabfallsammelstellen nur einzelne Besucher eingelassen werden.“

Für mich bedeutet dies: Ich habe eine große Garage und werde weitere Tüten aufstellen, um meine Wertstoffe dort zu sammeln. Ich mache den Irrsinn nicht mit und stelle mich einen Tag in die Schlange, dass ich meinen Müll abgeben darf. Der liegt in der Garage gut. Natürlich ist dies eine Luxuseinstellung, denn nicht jeder verfügt über Stauraum, um Wertstoffe zu horten. Aber wer sich ab 7. April zum großen Wertstoffhof begibt, der sollte viel Zeit mitbringen. Ich fahr übrigens auch mal mit dem Rad vorbei. Nicht zur Entsorgung, aber um ein, zwei schöne Fotos für diesen Blog zu machen.
Und Leute: Seid nett zu den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Wertstoffhof. Sie machen ihren Job und sind sicher für ein freundliches Lächeln dankbar.


Übrigens gelten geänderte Öffnungszeiten: Um die Situation etwas zu entspannen, gelten in der Woche vor Ostern an einigen Standorten zusätzliche bzw. verlängerte Öffnungszeiten. Der Wertstoffhof Maisach wird zusätzlich am Dienstag, 7. April von 15 bis 18 Uhr sowie am Mittwoch, 8. April von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 20 Uhr geöffnet.

Corona-Virus: Tag 15 der Ausgangsbeschränkung – Kreuzweg und Burger in der Gemeinde Maisach

5. April 2020

Heute feiern die Christen Palmsonntag. Und in Zeiten von Corona hat sich Pfarrei Gernlinden in der Gemeinde Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, etwas Besonderes einfallen lassen.
An den gemeindlichen Anschlagtafeln hat die Pfarrei Gernlinden einen öffentlich zugänglichen Kreuzweg erstellt: An den öffentlichen Schautafeln sind jeweils eine oder zwei Stationen des diesjährigen Misereor-Kreuzweges zu sehen. Hier ist eine Karte von Gernlinden mit den Standorten der Tafeln.

Im Rahmen eines Spazierganges können Gläubige die 15 verschiedenen Stationen betrachten, begehen, erfahren. Wer sich den gesamten Kreuzweg ansehen möchte, findet ihn als Download.

Natürlich gelten die Regeln der Ausgangsbeschränkung: Grundsätzlich gilt trotz des guten Wetters, überwiegend in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Mein Eindruck vom Samstag: Es haben sich in Maisach der überwiegende Teil der Bevölkerung daran. Dennoch habe ich viele Motorradfahrer gesehen, die sich seltsamerweise auf den Weg zur Arbeit befunden haben mussten. Spazieren, Joggen oder Radfahren – das alles geht weiterhin, zumindest alleine oder zusammen mit Menschen aus dem eigenen Haushalt. Nicht erlaubt ist dagegen längeres Verweilen im Park, zum Beispiel Picknicken. Abstand halten lautet das Gebot der Stunde. Leute, haltet euch daran!

Wer nicht nur geistliche Nahrung will, sondern auch etwas Handfestes zwischen den Zähnen, der war am Samstag beim Foodtruck von Lars Mrsek an der richtigen Adresse. Zum zweiten Mal war er am Edeka in Maisach, dieses Mal vor dem Haupteingang und bot Burger an. Mein Eindruck: Die Maisacher griffen zu und ließen sich die Burger beim Bayerntruck schmecken (ich auch). Und auf Abstand wurde geachtet – auch beim Interview mit Lars Mrsek.

Corona-Virus: Tag 14 der Ausgangsbeschränkung – Warum Maisach bei der Digitalisierung noch etwas nachzuholen hat

4. April 2020

Den Aufruf von Bürgermeister Hans Seidl, in lokalen Maisacher Geschäften zu kaufen, finde ich in Zeiten der Ausgangsbeschränkung vollkommen richtig. Nur so kann in der Corona-Krise dem lokalen Handel in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geholfen werden, zu überleben. Es ist der richtige Ansatz, aber wir haben im Dorf noch einiges nachzuholen.
So manches lokale Geschäft hat die Digitalisierung voll verschlafen und das rächt sich jetzt bitter. Websites oder Websites gar mit Shopsystemen sind nicht so reich gesät. Oder es gibt veraltete Facebook-Seiten, die 2019 das letzte Mal aktualisiert wurden. Jetzt postet jeder wild durcheinander, zudem noch mehrmals am Tag die gleiche Meldung. Vor der Corona-Krise habe ich Mittelständlern und auch Politikern bei dem Weg in die digitale Welt geholfen. Es gilt Geschichten zu erzählen.
Vielleicht ändert es sich durch die Krise massiv. Ich stelle leider fest, dass ich gar nicht weiß, wer was wann und wie anbietet. Gibt es Kartenzahlung, Paypal oder auf Rechnung? Muss ich vorbeikommen, wird es geliefert oder wie komm ich an die Ware?
Und wenn ich nach Fürstenfeldbruck schaue, dann gibt es dort etwas, was mich neidisch macht. Jemand hat eine nicht komplette Liste von Brucker Geschäften zusammengestellt, bei denen ich als Kunde online einkaufen kann.Super Ansatz.
So etwas wünsche ich mir für Maisach auch. Sie kann erstellt werden durch den örtlichen Gewerbeverband oder den Wirtschaftsreferenten der Gemeinde – auf jeden Fall durch jemanden, der den Überblick über den Maisacher Einzelhandel, Dienstleister und Gastronomie hat.

Montag macht das Kebab-Haus wieder auf.

Montag macht das Kebab-Haus wieder auf.

So bekomm ich nur durch Zufall mit, dass Sula von der Olympia-Gäststätte am Sportplatz wieder to go geöffnet hat oder das Deniz Kebap-Haus nächste Woche wieder die Döner anbietet.


Der Landrat hat via Facebook verkündet: „Unter Einhaltung der Hygieneregeln, insbesondere des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern, dürfen Einzelhandelsunternehmen auf Belieferung der Kunden umstellen, auch wenn sie nicht Lebensmittel vertreiben.“ Das ist eine gute Nachricht. Nur wenn ich nicht mitbekomme, dass ein Geschäft liefert, bringt es mir wenig. Daher wünsche ich mir eine Liste vom Maisacher Einzelhandel.
Es gibt von der SZ eine Landkreisliste, wo sich das Gewerbe eintragen kann. Auch eine gute Idee und in Germering hat mich eine bezaubernde Schulfreundin auf die Liste von #WirsindGermering vom Wirtschaftsverband aufmerksam gemacht. Alles tolle Ideen – ich will so was für Maisach.

Und jetzt noch ein Tipp für die Hungrige: Der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek wird am heutigen Samstag ab 11 Uhr wieder vor dem Edeka in Maisach stehen. Ich hatte schon mal über ihn gebloggt. Der Maisacher Lars Mrsek sieht seine Chance und macht durch Mundpropaganda auf sich aufmerksam. Dieses Mal steht der Truck mit den Burgern am Haupteingang Süd, um die Kunden vom Rossmann nicht zu stören.

Am Samstag gibt es wieder Burger.

Am Samstag gibt es wieder Burger.

Schön ist auch, dass Lars Mrsek sich der Kritik von einigen Kunden angenommen hat. „Und wir haben extra neue To Go Packungen bestellt, die der Kunde dann sogar in den Kompost werfen kann, da sie biologisch abbaubar sind, weil sie aus Zuckerrohr bestehen.“ Ich schau mal vorbei und freu mich auf nen Burger.

Corona-Virus: Tag 13 der Ausgangsbeschränkung – Wie wichtig der Regenbogen für uns alle ist

3. April 2020

Wie wichtig Symbole sind, zeigt sich in der derzeitig Corona-Krise auch bei uns im Dorf Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck. Wer genau hinschaut und aufmerksam durchs Dorf läuft, sieht diese Symbole: Es sind kleine Regenbogenbilder mit dem Spruch „alles wird gut“.


Kinder malen diese Regenbogenbilder und hängen sie ans Fenster. Die Symbole machen uns und den Kindern Mut in diesen schwierigen Tagen der Ausgangsbeschränkung. Unter dem #RegenbogenGegenCorona teilen die Eltern die Werke auf Twitter, Instgram oder Facebook. Das passiert auch bei uns im Dorf und ich finde es ein schönes Symbol der Hoffnung und der Freude. Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute mitmachen und mir ihre Regenbogenfotos senden. Gerne veröffentliche ich sie in diesem Blog. Einfach mailen oder als Kommentar in soziale Netzwerke – bitte achtet aber das Persönlichkeitsrecht.


Ich habe von Mamas und Papas aus der Nachbarschaft gehört, dass auch einige Kindergärten Malvorlagen und Anregungen verschicken, damit die Aktion Fahrt aufnimmt. Ich finde es prima. Bei mir zu Hause hat ein Kind den Regenbogen am Grafiktablett gezeichnet – wir sind eher eine digitale Familie.


Die Regenbogen an den Fenstern zeigen selbst kleinen Kindern, dass auch in anderen Häusern Kinder wohnen, die wegen der Coronapandemie zuhause bleiben müssen.
Kinder in Italien und Spanien sollen die Ersten gewesen sein, die Regenbogen gegen Corona gemalt haben. Deutschland, Bayern und auch Maisach machen da mit – und das ist schön.

Und hier die ersten eingesandten Fotos – vielen Dank

 

 

Corona-Virus: Tag 9 der Ausgangsbeschränkung – Maisach wird zum Geisterdorf

30. März 2020

An diesem Wochenende haben in Bayern hunderte Menschen gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen. Nach Angaben der Polizei haben sich besonders in München viele nicht an die Vorgaben gehalten. Es hat Anzeigen gehagelt. Mein Gefühl in Maisach blieb es ruhig: Die Menschen gingen am Samstag spazieren, am Sonntag glich Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck einem regelrechten Geisterdorf.

Laut Polizei war an den Seen im Landkreis mehr los: Am Mammendorfer See, am Emmeringer See und am Pucher Meer musste die Polizei kleinere Gruppen auflösen. Von Maisach war nichts zu hören.

Pfarrer Terance im Zoom-Gottesdienst.

Pfarrer Terance im Zoom-Gottesdienst.

Der Sonntag morgen begann um 10 Uhr mit einer Premiere. Der Gottesdienst der katholischen Kirche St. Vitus wurde via Zoom live ins Netz übertragen. Rund 30 Gläubige verfolgten den Gottesdienst von Pfarrer Terance. Sie hatten den Zugang per Mail erhalten und konnten gemeinsam im Netz feiern, beten und singen.

Es gab ein paar technische Unebenheiten, aber was soll’s: Der Pfarrverband Maisach ist absolut vorne mit dabei und zeigt der Maisacher Vereinswelt, was im 21. Jahrhundert eigentlich Standard sein sollte. Mal sehen, ob nächsten Sonntag wieder ein Gottesdienst angeboten wird. Ich sag auf jeden Fall Chapeau dem Pfarrverband. Und ich hoffe, die Aktion macht in Maisach Schule und andere Vereine, Verbände und Künstler beteiligen sich. Gerne stehe ich mit Knowhow zur Verfügung.

Am Sonntag glicht das Dorf einem Geisterdorf. Es war fast ausgestorben. Nun, die Temperaturen waren im Vergleich zum Samstag deutlich gesunken, was sicherlich auch Leute abhielt, auf die Straße zu gehen. Ein paar Autos fuhren durch die Ortschaft. Ziel war meist der Bäcker. Der sonst heiß umkämpfte Parkplatz vor der Bäckerei Dafner blieb meist leer.

Romina vom Eiscafé Alberto  immer freundlich.

Romina vom Eiscafé Alberto immer freundlich.

Einige schauten bei Alberto auf ein Eis to go herein. Romina war freundlich hinter der Theke. Alberto hielt sich eher im Hintergrund auf, begrüßte aber jeden Gast mit seiner wunderbaren italienischen Freundlichkeit.

Wir auf dem Land haben anders als die Stadtmenschen den Vorteil: Wir haben Platz, wir haben Raum. Menschen begegnen sich, halten Abstand, grüßen freundlich und ziehen ihrer Wege. Und als Sonntagsspaziergänger begegnet man allerlei Typen: Senioren, Sportler, Familien mit und ohne Jogginghose, einsame Spaziergänger und ab und zu ein Liebespaar.

Um den Kopf freizubekommen, schlug ich den Weg zum Weinberg ein. Für mich ist dies ein sorgsam gepflegter Platz und ein herrlicher Ort in der Natur. Ich begegnete kaum jemanden – einmal ritt eine Reiterin an mir vorbei. Sie grüßte freundlich – der Ausritt tat ihr sichtlich gut. Jeder sucht auf seine Art Entschleunigung.
Aus der Ferne sah ich ein paar Spaziergänger, Jogger und Radfahrer sowie Hundebesitzer, die ihre Runde mit ihrem Vierbeiner drehten. Auch am Weinberg drehen sich meine Gedanken um Corona. Wir alle verändern uns, die Gesellschaft verändert sich, die Welt, wie wir sie bisher kannten, verändert sich.

Corona-Virus: Tag 7 der Ausgangsbeschränkung – Maisach hinter Plexiglas

28. März 2020

Grundsätzlich gilt: Bleiben Sie zu Hause – vor allem wenn Sie zu den betroffenen Risikogruppen gehören, dann sollten Sie nicht zum Einkaufen gehen. Das dürfte doch nicht so schwer sein. Es gibt genügend hilfsbereite Mitmenschen in der Gemeinde Maisach, die Besorgungen machen.
Wer zum Einkaufen in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geht, stellt aber fest, dass sich Läden optisch verändert haben. Zum einen heißt es ganz klar Abstand halten. Zum anderen haben viele Geschäfte Plexiglasscheiben aufgebaut, um ihre Mitarbeiter zu schützen.

Ein bisschen Glaskäfig, aber egal. Plexiglas beim Edeka.

Ein bisschen Glaskäfig, aber egal. Plexiglas beim Edeka.

Beispielsweise hat Toni Leich vom Edeka in Maisach Plexiglaskästen für seine Kassenkräfte aufgebaut. Auf bei der Fleisch- und Wursttheke sind die freundlichen Mitarbeiter hinter Glas. Es sieht ein wenig gewöhnungsbedürftig aus, dient aber zum Schutz. Zudem tragen die Kassenkräfte jetzt auch Handschuhe. Da ich in der Regel kontaktlos mit dem iPhone via ApplePay bezahle, sind mir die Änderungen beim bar kassieren erst einmal nicht aufgefallen. Das Geld wird nicht mehr direkt überreicht, sondern kommt in eine orange Schale. Das Wechselgeld kommt wieder in die Schale. So wird der körperliche Kontakt vermieden – gute Idee. Ich bitte alle Gewerbetreibenden im Dorf auf so eine Art von kontaktlosen Bezahlen umzustellen.

Ähnliche Plexiglas-Varianten habe ich in der Birken-Apotheke gesehen. Es dürfen nur noch wenige Leute in die Apotheke. Gerade in so sensiblen Bereichen wie Apotheken oder Arztpraxen begrüße ich solche Schutzvorrichtungen.

Bei einem Lungenarzt in Fürstenfeldbruck habe ich sogar eine Variante mit durchsichtiger Folie gesehen – sieht zwar nicht toll aus, funktioniert aber großartig. Die komplette Rezeption war in Folie verpackt. In Zeiten von Corona muss Design wohl in den Hintergrund treten.


Wir wissen ja, das es wichtig ist, Abstand zu halten. Und so gibt es vermehrt Aufkleber oder Markierungen am Boden, die den Abstand der Kunden einfordern. Im Supermarkt, beim Bäcker, bei Auto Walter  – eigentlich überall. Wenn mir persönlich jemand zu nah auf die Pelle rückt, dann erlaube ich mir freundlich aber entscheiden darauf hinzuweisen. Im großen und ganzen klappt das Einhalten des Abstands in den Geschäften sehr gut. 1,5 Meter sind Pflicht.

Ich war gespannt, wie es auf dem Maisacher Wochenmarkt funktioniert. Als ich nachmittags vorbeischaute, staunte ich über die Disziplin nicht schlecht. Vor den drei Ständen hatten sich Reihen mit großzügigen Abständen gebildet. Es gab kein Gedränge, kein Geschupse oder böse Worte der Hatz. Die Einkäufer brachten Geduld mit. Es entzerrt sich, alle haben Zeit bei der Ausgangsbeschränkung eingeplant. Alles läuft bei uns im Dorf entspannter ab – so soll es sein. Gemeinsam überstehen wir die Krise.

 

Corona-Virus: Tag 5 der Ausgangsbeschränkung – Feuerwehr Maisach voll einsatzbereit

26. März 2020

Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben in Maisach so gut wie lahmgelegt. Wie reagieren die Einsatz- und Rettungsorganisationen in meiner Gemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck am fünften Tag der Ausgangsbeschränkung auf das Virus? Ich wollte vom Maisacher Feuerwehrkommandant Andreas Müller wissen: Ist die notwendige Einsatzstärke sichergestellt? Und wie schützen sich Feuerwehrleute vor einer Ansteckung?
„Wir haben in unserer Truppe keine Verdachtsfälle und sind daher mit 49 aktiven Feuerwehrkameraden voll einsatzbereit“, beruhigte Müller. Das Wichtigste sei in so einer Krisensituation die Kommunikation untereinander. Der Digitalfunk der Feuerwehr funktioniert zwischen Fahrzeugen und Feuerwehrhaus. Untereinander kommuniziere man mit E-Mai, Messenger und es wird verstärkt telefoniert. „Ich habe einen gewaltigen Respekt vor meiner Mannschaft. Ich bin seit 26 Jahren bei der Feuerwehr dabei, aber so eine Krise habe ich noch nie erlebt. Der Zusammenhalt ist hervorragend,“ so der 41jährige Müller. Er ist seit März 2019 erster Kommandant der Maisacher Wehr und war seit 2013 Stellvertreter.


Aber in Zeiten von Corona gibt es besondere Vorkehrungen. Die Feuerwehr Maisach habe alle Treffen oder den gemeinsamen Sport abgesagt. Nur noch am Samstag findet von 10 bis 10.30 Uhr die Bewegungsfahrten in kleiner Besetzung statt, damit im Notfall die Fahrzeuge der Maisacher Wehr einsatzbereit sind.
Das Feuerwehrhaus ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Während früher Eltern mal mit ihren Kindern vorbeischauen und die Fahrzeuge bestaunen konnten, so bleibt die Öffentlichkeit jetzt komplett außen vor. Mögliche Paketlieferungen an die Feuerwehr kommen über die Gemeinde oder werden privat organisiert.
Zu Zeiten von Corona habe es bisher nur einen Einsatz gegeben und das war ein Ölschaden. Sollte es aber brennen und die Feuerwehr sei personell richtig gefordert, dann gilt auch hier: Abstand halten. Es gibt klare Bestimmungen des Gesundheitsamtes, die Müller seinen Leuten vermittelt und eingeübt hat.
Bei der Feuerwehr Maisach sind Atemschutzmasken FFP2 vorhanden. Nachschub sei unterwegs.
Atemschutzmasken schützen vor lungengängigem Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosol), nicht aber vor Dampf und Gas. Das Klassifizierungssystem unterteilt sich in drei FFP Klassen, das Kürzel FFP steht dabei für „filtering face piece“. Eine Atemschutzmaske bedeckt Nase und Mund und setzt sich zusammen aus verschiedenen Filtermaterialien und der Maske selbst. Vorgeschrieben sind sie an Arbeitsplätzen, an denen der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) überschritten wird. Dies ist die maximal zulässige Konzentration von Stäuben, Rauch und Aerosolen in der Atemluft, die nicht zu gesundheitlichen Schäden führt. Wird sie überschritten, sind Atemschutzmasken verpflichtend. Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 eignen sich für Arbeitsumgebungen, in denen sich gesundheitsschädliche und erbgutverändernde Stoffe in der Atemluft befinden. Sie müssen mindestens 94% der in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm auffangen und dürfen eingesetzt werden, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert höchstens die 10-fache Konzentration erreicht.
Die Feuerwehr hat aber natürlich die Masken, welche für den Pressluftatmer benötigt werden, heißen Atemschutzmaske. Diese gibt es als Voll- oder Halbmaske.

Andreas Müller reinigt mit Flächendesinfektionsmittel regelmäßig Lenkräder, Schaltknüppel undWerkzeuge der Feuerwehr, um ein Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Gleichzeitig steht er im Kontakt mit den anderen freiwilligen Feuerwehren im Gemeindegebiet und im Landkreis. „Wir sind einsatzbereit und stehen zur Verfügung, wenn man uns braucht“, so Feuerwehrkomandant Andreas Müller.

Corona-Virus: Tag 3 der Ausgangsbeschränkung – der Blick ins Maisacher Netz

24. März 2020

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich am Sonntag auf bundesweite Einschränkungen verständigt. Generell gilt eine Abstandsregelung von mindestens eineinhalb Metern. Begegnungen in der Öffentlichkeit sind in anderen Bundesländern generell auf zwei Menschen beschränkt, bei uns in Bayern dürfen weiterhin nur Familien beziehungsweise Mitglieder eines Haushalts gemeinsam unterwegs sein. Mein Eindruck in unserem Dorf ist: Es klappt – die Straßen im Dorf sind leer. In der Frauenstraße, einer der wichtigen Straßen zum Gewerbegebiet, fahren kaum Autos. Das Dorfzentrum ist kaum besucht, ein paar Menschen laufen noch von der S-Bahn zu den Firmen.

Wenn die Kontakte nicht im realen Leben stattfinden können, dann gibt es das virtuelle Leben. Meine wichtigsten Werkzeuge sind eMail, Threema, Facetime, Skype sowie Zoom. Und hier kommt auch das größte soziale Netzwerk der Welt ins Spiel: Facebook.
Für mein Dorf gibt es eine Facebook-Gruppe „Du kommst aus Maisach, wenn …„. Administrator der Gruppe mit derzeit 1695 Mitgliedern ist Claus Bender. Ich wollte wissen, ob sich durch Corona im Netz etwas verändert hat.

Spürst du durch Corona einen verstärkten Zugriff auf die Maisacher-Facebook-Gruppe?
Claus Bender: Ja, es passiert gewaltig etwas im Netz. Ich stelle eine Steigerung von rund 100 Prozent fest. Das Informationsbedürfnis ist enorm. Gleichzeitig sind die Mitglieder verstärkt zu Hause und schauen, was sich in der Gruppe tut. Viele möchten sich informieren, viele sich unterhalten und sich zum aktuellen Geschehen äußern. Corona hat derzeit einen extrem starken Einfluss auf die sozialen Medien, im Grunde ist nichts anderes mehr zu lesen.
Allerdings nehmen die pseudowitzigen Bilder und Sprüche seit einer Woche ab, auch hier ist zu spüren, dass diese Pandemie kein Spaß ist.

Seit wann besteht die Gruppe eigentlich und wie sieht ihre Entwicklung aus?
Claus Bender: Die Gruppe wurde am 19. Dezember 2017 von Thomas Wagner gegründet, der mich als Administrator mit ins Boot geholt hat, und ist seitdem stetig gewachsen. Durch die aktuelle Lage bekommen wir vermehrt neue Mitglieder.

Um welche Themen drehen sich die Gespräche in der Maisach-Gruppe?
Claus Bender: Der Schwerpunkt der Beiträge kommt aus Maisach und Gernlinden, weil sie ja die bevölkerungsreichsten Ortsteile sind. Aber auch die kleineren Ortsteile im Gemeindegebiet sind in der Facebook-Gruppe vertreten. Es werden alle möglichen Themen diskutiert von unterschiedlicher Qualität. Immer wieder werden Tiere gesucht, die entlaufen sind, so dass hier eine eigene Gruppe entstanden ist. Natürlich dürfen kleine Kabbeleien nicht fehlen – vor allem durch die historische Rivalität zwischen Maisach und Gernlinden.

Die Gruppe ist ja, trotz zurückliegendem Kommunalwahlkampf, in der Regel politikfrei. Geht das in Zeiten von Corona noch oder spürst du Veränderungen?
Claus Bender: Die Gruppe ist politisch, aber nicht parteipolitisch. Das ist ganz wichtig. Immer wieder gibt es Diskussionen, ob die eine oder andere Veranstaltung von einer politischen Gruppierung eine Parteienwerbung ist oder ob sie der allgemeinen Information dient. Aber Maisach klappt die Kommunikation im Großen und Ganzen sehr gut, ein paar Ausreißer gibt es natürlich immer.

Auf private Initiative von Klaus Engstler hat sich die Corona-Nachbarschaftshilfe Maisach als Facebook-Gruppe gegründet. Unterstützt du diese Aktion und in welcher Form?
Claus Bender: Wir haben die Initiative auf unserem Gruppenbild erwähnt und es ist toll, was Klaus da auf die Beine gestellt hat. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob die Zielgruppe, die unsere Hilfe benötigt, in sozialen Netzwerken aktiv ist. Ich glaube, die Maisacher Senioren sind in der Masse da nicht so weit. Daher ist es gut, dass auch eine klassische Telefonnummer angegeben ist, an die sich die Leute wenden können. Wie stark die Hilfe angenommen wird, kann ich nicht sagen. Es gibt einige Postings von Angeboten in der Maisacher Gruppe.

Greifst du als Administrator in Maisach in die Diskussion ein und stimmst du dich mit Admins anderer Gruppen im Landkreis ab?
Claus Bender: Ich greife ab und zu ein, wenn Beleidigungen oder Beschimpfungen auftreten. Aber die Maisacher sind hier diszipliniert. Es gibt größere Gruppen im Landkreis, da geht es härter zur Sache und dort müssen Beiträge durch den Moderator freigegeben werden, sonst kommt es zu einer Flut an Beschimpfungen. Das ist in Maisach nicht so. Hier geht es gesittet zu. Wir haben auch keine Bilder von Corona-Parties bisher.
Allerdings stehe ich die Gefahr von FakeNews. Hier greife ich ein, denn falsche Informationen sollen nicht veröffentlicht werden. Da erlaube ich mir schon mal nachzufragen und die Quelle zu prüfen.

Eine private Frage: Du hast ja einen Hauptberuf und eine Familie – wie schaffst du das eigentlich?
Claus Bender: Ich weiß es nicht, wirklich nicht. Meine Frau steigt mir immer wieder aufs Dach, was ich mir hier ans Bein gebunden habe. Ich administriere ja nicht nur die Maisacher Gruppe, sondern unter anderem auch Olching und eine Foto-Gruppe im Landkreis.