Posts Tagged ‘Küche’

Wenn Geschichte plötzlich ganz nah wird: Lesung aus den Meisaha-Heften berührt Maisach

25. April 2026

Vor kurzem lud der Historische Arbeitskreis der Gemeinde Maisach wieder zu einer Lesung in die Gemeindebücherei Maisach ein. Im Mittelpunkt standen ausgewählte Texte aus den Heften zur Gemeindegeschichte „Meisaha“, die seit Jahren wichtige Episoden, Entwicklungen und Erinnerungen aus Maisach und seinen Ortsteilen dokumentieren. Die Lesung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick auf Vergangenes, sondern auch als lebendige Begegnung mit der eigenen Heimatgeschichte. Hier die einzelnen Lesungen aus den Meisaha-Heften. Die Hefte gibt u.a. es bei der Gemeinde Maisach zu kaufen.

Stefan Schader: Die Dampfmaschine der Brauerei Maisach
Die Lesung von Stefan Schader zeichnet die Geschichte der Brauerei Maisach und ihrer Dampfmaschinen als bedeutendes Kapitel der Orts- und Technikgeschichte nach. Die Brauerei, eines der Wahrzeichen Maisachs, wurde bereits 1556 erstmals erwähnt und erlebte im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Besitzerwechsel. Eine wichtige Zäsur war das Jahr 1907, als Josef Sedlmeier den Betrieb übernahm. Nach dem Brand des Sudhauses in der Nacht zum Pfingstsonntag 1909 wurde die Brauerei neu aufgebaut und zugleich in moderne Technik investiert. Dazu gehörte auch der Erwerb von Geräten aus der stillgelegten Schlossbrauerei Hof Hegnenberg, darunter eine Dampfmaschine.

Schader erklärt, warum Dampfmaschinen für Brauereien damals so wichtig waren. Mit der Umstellung vom obergärigen auf das untergärige Brauverfahren im 19. Jahrhundert entstand ein wachsender Bedarf an verlässlicher Kühlung. Untergäriges Bier benötigte über Wochen hinweg niedrige und gleichbleibende Temperaturen, was zunächst nur mit Natureis möglich war. Dieses wurde im Winter gewonnen und in Kellern gelagert, weshalb traditionell nur in der kalten Jahreszeit gebraut werden konnte. In milden Wintern geriet dieses System jedoch an seine Grenzen. Erst die Entwicklung von Kältemaschinen, angestoßen durch Karl Linde in den 1870er Jahren, schuf Abhilfe. Angetrieben wurden diese frühen Kühlanlagen in der Regel von Dampfmaschinen, da die Elektrizitätsversorgung damals noch zu schwach ausgebaut war.

In der Brauerei Maisach kamen zwei solcher Maschinen zum Einsatz. Die ältere, kleinere Maschine stammte ursprünglich aus Hof Hegnenberg, war bereits 1892 gebaut worden und wurde 1909 nach Maisach gebracht. Sie war direkt mit einem Kompressor verbunden, der ebenfalls aus Augsburg stammte. Schader schildert dazu anschaulich auch Details aus den damaligen Bedien- und Wartungsanleitungen, die von den Maschinenführern Aufmerksamkeit, Ordnung, Reinlichkeit, Ruhe und Nüchternheit verlangten. Die zweite Dampfmaschine war eine deutlich stärkere Flottmann-Maschine aus dem Jahr 1928, die direkt nach Maisach geliefert wurde. Auch sie trieb einen Kompressor an, allerdings über ein Riemensystem. Beide Maschinen dienten jedoch nicht nur der Kälteerzeugung, sondern auch der Stromversorgung der Brauerei: Sie setzten Generatoren in Gang, die wiederum Pumpen, Rührwerke und Beleuchtung betrieben. Für Notfälle stand zusätzlich ein Dieselmotor bereit, der noch bis in die 1980er Jahre als Reserve genutzt wurde.

Der Betrieb der Dampfmaschinen endete 1974. Heute stehen die Maschinenräume mit den Dampfmaschinen ebenso wie das Sudhaus mit seinem Kamin unter Denkmalschutz. Damit sind in Maisach seltene technische Zeugnisse erhalten geblieben, die von der Entwicklung des Brauwesens und der Industrialisierung im ländlichen Raum erzählen. Auch wenn die Anlage noch immer so wirkt, als könne sie jederzeit wieder in Gang gesetzt werden, wird eine Wiederinbetriebnahme wohl Wunschdenken bleiben, da eine Restaurierung nach jahrzehntelangem Stillstand mit enormem finanziellem Aufwand verbunden wäre.

Charly Muth über die Schmidhammer-Chronik
Die Lesung von Charly Muth über die Schmidhammer-Chronik gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Stimmung in Maisach während des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht Pfarrer Schmidhammer, der in diesen Jahren in Maisach wirkte und die Kriegsereignisse von 1915 bis 1917 chronologisch festhielt. Seine Aufzeichnungen spiegeln nicht nur die großen politischen und militärischen Entwicklungen wider, sondern auch die Sicht eines oberbayerischen Landpfarrers, geprägt von deutschnationalem Denken, religiöser Überzeugung und der allgemeinen Stimmung seiner Zeit. Zugleich erinnert Muth daran, dass die Chronik nur deshalb heute lesbar ist, weil der inzwischen verstorbene Jörg Pluta sie mit großem Aufwand aus der schwer entzifferbaren Handschrift Schmidhammers übertragen hat.

Aus den zitierten Passagen wird deutlich, wie eng sich in Schmidhammers Wahrnehmung Weltpolitik, Kriegsgeschehen, Religion und dörflicher Alltag miteinander verbanden. Er kommentierte Frontverläufe, Siege und Niederlagen ebenso wie die Unterbringung russischer Kriegsgefangener in Maisach, die Beteiligung der Bevölkerung an Kriegsanleihen oder die wachsenden Versorgungsschwierigkeiten. Seine Einträge zeigen Hoffnung auf einen schnellen Sieg, großes Mitgefühl mit den eigenen Soldaten und zugleich eine scharfe, oft polemische Ablehnung der Kriegsgegner. Immer wieder deutet er die Ereignisse moralisch und religiös, beklagt den Verlust von Vernunft und Glauben und sieht im Krieg auch eine Folge von Materialismus, Pressehetze und fehlender sittlicher Orientierung.

Zugleich wird in der Chronik der Alltag an der Heimatfront greifbar. Fleischkarten, Lebensmittelknappheit, Sparappelle und die Ermahnung zu Verzicht prägen das Leben ebenso wie Eingriffe in das kirchliche und dörfliche Leben. So berichtet Schmidhammer etwa von der Abnahme von Orgelpfeifen und Kirchenglocken für Kriegszwecke. Die Chronik nennt außerdem die vielen Gefallenen aus Maisach und macht damit deutlich, wie tief der Krieg in das Dorf hineingriff. Zwischen patriotischer Deutung, Frömmigkeit und Entbehrung zeigt sich eine Gesellschaft, die den Krieg nicht nur an den Fronten, sondern auch im Alltag, in der Kirche und im Denken der Menschen erlebte.

Am Ende lockert Muth die Lesung mit einem satirischen „Kochrezept“ aus der Kriegszeit auf, in dem Lebensmittel- und Bezugskarten symbolisch zu einem Gericht verarbeitet werden. Gerade dieser humorvolle Schluss macht noch einmal deutlich, wie sehr Mangel, Bürokratie und Improvisation den Alltag bestimmten. So wird die Schmidhammer-Chronik in der Lesung nicht nur als historisches Dokument vorgestellt, sondern als eindrückliches Zeugnis dafür, wie der Erste Weltkrieg in einem oberbayerischen Dorf wahrgenommen, gedeutet und durchlitten wurde.

Stefan Pfannes erzählt die lange und beinahe kuriose Geschichte des Bierausschanks in Oberlappach
Die Lesung von Stefan Pfannes erzählt die lange und beinahe kuriose Geschichte des Bierausschanks in Oberlappach. Ausgangspunkt ist die Frage, warum ein so kleiner Ort mit nur rund 100 bis 120 Einwohnern überhaupt ein Wirtshaus brauchte. Die Recherchen im Archiv zeigen jedoch, dass der Wunsch nach einer eigenen Gastwirtschaft in Oberlappach über Jahrzehnte hinweg erstaunlich groß war. Insgesamt wurde nach den Akten zehnmal versucht, eine Konzession für ein Wirtshaus zu erhalten. Allein 1913 und 1914 lagen sogar fünf gleichzeitige Gesuche vor. Der sogenannte „Bierdurst“ der Oberlappacher war also durchaus ausgeprägt.

Der erste Versuch geht auf das Jahr 1863 zurück, blieb aber zunächst erfolglos. Erst dem Schmiedmeister Anton Klotz gelang es, in seinem neu erbauten Haus in Oberlappach eine Gastwirtschaft einzurichten. Er durfte Bier, aber keinen Brandwein ausschenken, obwohl die Gemeinde Rottbach eigens argumentiert hatte, dass auch dafür ein gewisses Bedürfnis bestehe. Die Wirtschaft entwickelte sich zunächst offenbar ordentlich, doch 1878 kam es dort zu einer schweren Schlägerei, an der auch Klotz beteiligt war. In der Folge wurde ihm die Konzession entzogen. Trotz Fürsprache aus dem Ort erhielt er sie nicht zurück, und die Gaststätte musste schließen.

Damit war die Geschichte jedoch keineswegs beendet. Schon kurz darauf versuchten die Bewohner selbst, eine Konzession für die Gemeinde zu erhalten, was rechtlich nicht möglich war. Weitere Gesuche von Klotz, Josef Blum und Gregor Strixner scheiterten ebenfalls. Die Behörden vertraten die Auffassung, dass die umliegenden Wirtschaften in Rottbach, Maisach, Frauenberg oder Stephansberg den Bedarf ausreichend deckten. Zudem wollte man verhindern, dass in kleinen Orten ohne ausreichende wirtschaftliche Grundlage zahlreiche unbedeutende Gaststätten entstehen. Dennoch blieb der Wunsch nach einer Wirtschaft in Oberlappach bestehen, auch weil viele Einwohner als Kleinbegüterte kaum die Möglichkeit hatten, Bier auf Vorrat zu lagern oder weite Wege für den Einkauf in Kauf zu nehmen.

Im frühen 20. Jahrhundert verlagerte sich der Ausschank zunehmend auf den Flaschenbierhandel. Seit 1902 bestand in Oberlappach ein Flaschenbierhandel der Familie Heckmayer, dessen Bier bei Kontrollen sogar als sehr gut bewertet wurde. Offenbar war dies für manche dennoch kein Ersatz für ein richtiges Wirtshaus, denn zwischen 1913 und 1914 gab es erneut mehrere Bewerber für eine Gaststättenkonzession, darunter sogar der Maisacher Bräu Josef Sedlmayr. Doch auch diese Vorstöße scheiterten. 1925 unternahm Lorenz Puchner einen letzten Versuch. Er argumentierte, die Bewohner würden sich über billigeres Bier freuen, da Flaschenbier zu teuer sei. Sein Gesuch führte noch einmal zu Auseinandersetzungen bis hinauf in die Ministerien, blieb aber ebenfalls erfolglos. Die einzige Wirtin der Gemeinde, Sofie Treffler aus Rottbach, machte in ihrer Stellungnahme deutlich, dass sich schon ihre eigene Gastwirtschaft kaum rentiere und eine weitere Wirtschaft in Oberlappach wirtschaftlich kaum tragfähig wäre.

So blieb es letztlich beim Flaschenbierhandel. 1926 übernahm die Familie Heckmayer erneut die entsprechende Konzession, und erst 1958 wurde daraus noch eine sogenannte „Stopselwirtschaft“, in der Bier und kleine Brotzeiten in bäuerlicher Stube angeboten wurden. Damit fand der fast hundertjährige Kampf um eine eigene Gaststätte in Oberlappach doch noch einen kleinen Abschluss, wenn auch nicht in der Form eines klassischen Wirtshauses. Mitte der 1960er Jahre endete auch diese letzte Form des Bierausschanks, und seither mussten die Oberlappacher ihren Bierdurst anderswo stillen.

Torfbahn im Fußbergmoos von Hartwig Meis
Die Lesung von Hartwig Meis über die Torfbahn im Fußbergmoos erzählt die Geschichte eines heute fast vergessenen Infrastrukturprojekts, das nur wenige Jahre Bestand hatte. Ausgangspunkt war die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als die Ernährungslage schwierig war und in Bayern verschiedene Maßnahmen zur wirtschaftlichen Nutzung von Moorflächen angestoßen wurden. 1919 gründeten Bauern aus Kirchheim und Aschheim bei München die „Torfverwertungsgesellschaft Fußberg mbH“, die im Fußbergmoos Torf abbauen wollte. Zu diesem Zweck pachtete sie 1920 von Bauern in Thal größere Waldflächen, unter denen sich Torfvorkommen befanden. Um den Torf abtransportieren zu können, wurde gleichzeitig mit Unterstützung des neu geschaffenen Kulturbauamts München eine fast drei Kilometer lange Kleinbahn gebaut, die den gestochenen Torf aus dem Moor zum Bahnhof Gernlinden bringen sollte.

Wie Meis zeigt, war diese Bahn technisch durchaus bemerkenswert, organisatorisch aber erstaunlich schlecht abgesichert. Obwohl bereits eine Dampflokomotive eingesetzt wurde und die Bahn eigentlich genehmigt und abgenommen werden musste, stellte das Bezirksamt Fürstenfeldbruck erst 1921 fest, dass dort bereits ein Bahnbetrieb lief. In den folgenden Jahren schoben sich verschiedene Behörden gegenseitig die Zuständigkeit zu: Das Kulturbauamt fühlte sich nicht mehr verantwortlich, die Eisenbahndirektion verwies auf die fehlende direkte Verbindung zur Staatsbahn, und das Bezirksamt musste schließlich selbst tätig werden, obwohl ihm dafür die fachliche Kompetenz fehlte. Eine eigentliche Betriebsgenehmigung wurde jedoch nie erteilt. So blieb die Torfbahn letztlich ein ungenehmigtes Unternehmen, ein Schwarzbau, wie man heute sagen würde.

1925 kam das abrupte Ende. Der Betriebsleiter meldete der Gendarmerie, dass das Torffeld dauerhaft geschlossen werde. Für die Behörden war nun vor allem wichtig, was aus den Beschäftigten werden sollte. Als ein Jahr später erneut nachgesehen wurde, war die Bahn bereits vollständig abgebaut: Schienen und Anlagen waren entfernt, die Firma war praktisch verschwunden. Am 2. November 1926 meldete das Bezirksamt schließlich der Regierung von Oberbayern, dass das Unternehmen endgültig erloschen sei. Damit war das Projekt nach nur kurzer Zeit beendet, ohne je vollständig genehmigt oder technisch überprüft worden zu sein. Geprüft worden war lediglich der Lokführer, denn für das Führen einer Dampflokomotive galten damals strenge Vorschriften.

Besonders anschaulich wird die Lesung durch die von Meis ausgewerteten Akten und Pläne. Ein großformatiger, in Wasserfarbe und Tusche gezeichneter Bahnplan, den er mit erheblichem Aufwand restauriert und rekonstruiert hat, enthält nahezu alle technischen Einzelheiten der Strecke. Daraus geht hervor, dass es sich um eine Schmalspurbahn mit einer für Bayern ungewöhnlichen Spurweite von 75 Zentimetern handelte. Auch die Lokomotive ließ sich genauer identifizieren: Sie stammte nicht aus Bayern, sondern aus Schlesien von der Firma Linke-Hoffmann in Breslau. Meis konnte sogar ein Bild dieses Loktyps und ein historisches Foto der Bahn im Moor mit Lok, beladenen Torfwagen und der Bedienungsmannschaft finden. Auf diesem Foto sind drei Brüder namens Ott zu sehen, darunter der Lokführer Michael Ott, der als besonders wichtiger Mann des Betriebs galt.

Heute sind von der Torfbahn nur noch wenige Spuren erhalten. Die Moosalm war einst Wohnhaus des Betriebsleiters und zugleich eine Art Geschäftsstelle. Außerdem ist ein Teil der früheren Trasse noch im Verlauf einer heutigen Straße erkennbar. Andere Bereiche, vor allem am Bahnhof Gernlinden, sind durch spätere Baumaßnahmen vollständig überprägt worden. So bleibt die Torfbahn im Fußbergmoos ein Beispiel für ein mit großem Elan begonnenes, aber nur kurzlebiges Projekt, das rasch wieder verschwand und heute vor allem durch Akten, Pläne und wenige Fotografien nachvollziehbar ist.

Helga Rueskäfer über den Bau der Bahnunterführung in Maisach
Die Lesung von Helga Rueskäfer schildert den Bau der Bahnunterführung in Maisach als eines der schwierigsten und nervenaufreibendsten Projekte in der Amtszeit von Bürgermeister Moser. Ausgangspunkt war die unhaltbare Verkehrssituation am Bahnhof Maisach, wo sich an den Bahnschranken immer wieder lange Rückstaus bildeten. Zudem gab es im Gemeindegebiet damals nur niveaugleiche Bahnübergänge. Schon Ende der 1950er Jahre wurde deshalb über eine Lösung diskutiert. Während die Bundesbahn zunächst nur einen eigenen Fußgängerübergang mit Drehkreuz und später eine Fußgängerunterführung vorschlug, bestand der Gemeinderat von Anfang an auf einer Unterführung für den Straßenverkehr.

In den folgenden Jahren entwickelte sich daraus ein zäher Konflikt zwischen Gemeinde und Bahn. Immer wieder legte die Bahn neue Pläne vor, die aus Sicht der Maisacher nicht ausreichten. So wurde Mitte der 1960er Jahre eine Überführung bei der Gärtnerei Zick ins Gespräch gebracht, während am Bahnhof selbst nur an eine Lösung für Fußgänger und Radfahrer gedacht war. Der Gemeinderat lehnte diese Varianten jedoch ab, weil die Gemeinde die Unterführung direkt am Bahnhof wollte. Unterstützt wurde diese Haltung von der neu gegründeten Interessengemeinschaft Maisach-Süd, die als frühe Bürgerinitiative ebenfalls Druck machte. Die Zeit drängte zusätzlich, weil bis zur Einführung der S-Bahn 1972 eine tragfähige Lösung gefunden werden musste.

Erst 1970 gelang der Durchbruch. Die Bahn gab ihre Pläne für eine Überführung bei der Gärtnerei Zick schließlich auf, und die Gemeinde setzte sich mit ihrer Forderung nach einer Unterführung am Bahnhof durch. Der Gemeinderat beschloss den Bau einer Unterführung mit einer Höhe von 3,80 Metern. Parallel dazu wurden auch weitere Verkehrsprojekte vorangetrieben, darunter eine Bahnüberführung zwischen Maisach und Gernlinden sowie der Ausbau der Frauenstraße in Richtung Malching. Im März 1971 konnte schließlich der Finanzierungsplan beschlossen werden. Die Gesamtkosten für die Bahnhofsunterführung wurden mit 5,4 Millionen D-Mark veranschlagt, dazu kamen weitere Ausgaben für den Ausbau der angrenzenden Straßen. Die Gemeinde hoffte dabei auf erhebliche Zuschüsse von Bund und Land.

Rueskäfer macht in ihrer Lesung deutlich, dass dieses Projekt nur ein Beispiel für die Vielzahl an Aufgaben war, die Bürgermeister Moser in seiner Amtszeit zu bewältigen hatte. Als letzter ehrenamtlicher Bürgermeister Maisachs habe er die Modernisierung der Gemeinde entscheidend vorangetrieben, etwa mit Schulbauten, sozialem Wohnungsbau, zentraler Wasserversorgung und weiteren Infrastrukturmaßnahmen. Der Kampf um die Bahnunterführung gehört dabei zu seinen größten kommunalpolitischen Kraftakten. Die Einweihung der Unterführung, für die er so lange gestritten hatte, erlebte Moser schließlich nur noch als Ehrengast, denn zu diesem Zeitpunkt war bereits sein Nachfolger im Amt. Die Geschichte zeigt damit anschaulich, wie langwierig kommunale Großprojekte schon damals sein konnten und wie eng sie mit dem Engagement einzelner Persönlichkeiten verbunden waren.

Annemarie Karg über die Bewohner der Ringstraße in Gernlinden
Die Lesung von Annemarie Karg über die Bewohner der Ringstraße in Gernlinden erzählt von der Entstehung eines besonderen Wohngebiets in der frühen Nachkriegszeit. Die Häuser in der Ringstraße wurden Anfang der 1960er Jahre nahezu gleichzeitig gebaut, einheitlich geplant und waren vor allem für Menschen bestimmt, die sozial wohnungsberechtigt waren. Dazu gehörten Flüchtlinge, Vertriebene, Kriegsbeschädigte und Familien, die nach den Entbehrungen des Krieges dringend Wohnraum suchten. Auch Kargs eigene Familie gehörte dazu: Ihr Vater war schwer kriegsbeschädigt und bei der Bundesbahn beschäftigt. Voraussetzung für den Erhalt eines Grundstücks war unter anderem, dass Kinder oder weitere Familienmitglieder vorhanden waren. Die Häuser waren größtenteils ähnlich groß und ähnlich gebaut, und zugleich war vorgesehen, dass in ihnen auch weiterer Wohnraum für bedürftige Mieter geschaffen wurde.

Exemplarisch schildert Karg die Geschichte der Familie Ruderer, die eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden ist. Christa Ruderer, geborene Lux, kam aus Oberschlesien und erlebte als Kind die Flucht im Winter 1944/45. Wie viele andere musste ihre Familie in großer Unsicherheit die Heimat verlassen, mit der Hoffnung auf eine Rückkehr, die sich jedoch nie erfüllte. Nach Stationen in Waldenfels und weiteren schweren Einschnitten, darunter der Tod ihres Bruders im Krieg, ging Christa als junge Frau nach München, um Arbeit zu finden. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Josef Ruderer kennen, der aus dem Bayerischen Wald stammte und ebenfalls auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach München gekommen war. Nach der Heirat lebte das Paar zunächst sehr beengt als Untermieter in Gernlinden. Erst als Josef Ruderer eine Stelle bei der Deutschen Bundesbahn erhielt, ergab sich für die Familie die Möglichkeit, in der Ringstraße ein eigenes Haus zu bauen.

Die Lesung macht deutlich, dass die Ringstraße nicht nur ein Bauprojekt war, sondern ein Ort des Neuanfangs für Menschen mit oft schwierigen Lebensgeschichten. Viele Bewohner kamen aus unterschiedlichen Regionen und hatten Krieg, Flucht, Verlust und Wohnungsnot erlebt. In Gernlinden fanden sie die Chance, sich mit viel Eigenleistung und unter oft bescheidenen Bedingungen ein eigenes Zuhause aufzubauen. Damit wird die Ringstraße zu einem Beispiel für den sozialen Wohnungsbau und den Wiederaufbau der Nachkriegszeit, aber auch für die Lebensleistung einer Generation, die sich nach den Zerstörungen des Krieges Schritt für Schritt eine neue Heimat schuf. Annemarie Karg versteht ihre Arbeit zugleich als Erinnerung an diese Menschen und kündigt an, das Thema weiterzuverfolgen, solange noch persönliche Erinnerungen, Fotos und Berichte der Nachkommen erhalten sind.

Die Pizzaria Salerno von Conny Schader
Die Lesung von Conny Schader über die Pizzeria Salerno erzählt die Geschichte eines Lokals, das seit 1979 italienische Esskultur nach Gernlinden bringt und zugleich eng mit der Lebensgeschichte der Familie Morena verbunden ist. Gründer Ferdinand Morena stammt aus der Provinz Salerno in Süditalien. Nach einer Ausbildung als Kellner und ersten Berufserfahrungen in der Tourismusregion um Sorrent führte ihn die Cholera-Epidemie von 1973, die dem Tourismus im Süden Italiens schwer schadete, nach Bayern. Dort fand er über seine in Fürstenfeldbruck lebende Schwester Arbeit, zunächst in München und später in Fürstenfeldbruck. Nach dem Militärdienst in Italien kehrte er zurück und erfuhr, dass in Gernlinden ein Lokal zu mieten war. Trotz hoher Ablösesumme und großer finanzieller Risiken gelang es ihm gemeinsam mit einem Verwandten, das ehemalige Lokal zu übernehmen und am 20. August 1979 die Pizzeria Salerno zu eröffnen.

Die Anfangszeit war keineswegs einfach. Zwar war das Lokal bei der Eröffnung gut besucht, doch zeigte sich schnell, dass nicht nur gutes Essen, sondern auch viel organisatorisches Geschick nötig war, um sich zu etablieren. Besonders schwierig war es, die Pizzeria als gepflegtes Speiselokal zu positionieren, weil ein Teil der bisherigen Stammgäste weiterhin eher eine traditionelle Gaststätte mit Bier und Kartenspiel erwartete. Ferdinand Morena musste sich deshalb in den ersten Jahren mit Konflikten auseinandersetzen und sogar Lokalverbote aussprechen. Zugleich entwickelte sich die Speisekarte weiter, blieb aber in vielen Bereichen ihrer Linie treu. Einige Gerichte aus der Anfangszeit sind bis heute geblieben, andere verschwanden. Auch die eigene Eisherstellung wurde irgendwann aufgegeben, weil der Betrieb mit dem kleinen Team im Sommer nicht mehr zu bewältigen war. Nachdem ein geschätzter Koch 1986 nach Italien zurückkehrte, übernahm Morena selbst die Küche und setzte damit seine Erfahrung und sein über Jahre erworbenes Wissen noch stärker ein.

Eine wichtige Rolle spielte später auch seine Frau Virginia Morena, die 1984 nach Gernlinden kam. Für sie waren die ersten Jahre besonders schwer, weil sie kaum Deutsch sprach und sich dadurch weitgehend isoliert fühlte. Erst nach der Geburt der Kinder und durch Kontakte im Kindergarten fand sie allmählich Anschluss und begann, Gernlinden als Heimat zu empfinden. Im Restaurant übernahm sie Aufgaben im Service und im Hintergrund, oft zusätzlich zur Familienarbeit. Gemeinsam entschloss sich das Ehepaar schließlich, das Lokal ganz zu übernehmen, was erneut ein großes finanzielles Risiko bedeutete, zugleich aber den Grundstein für die weitere Entwicklung legte. So wurde das Salerno nicht nur zu einem gastronomischen Betrieb, sondern zum Mittelpunkt des gesamten Familienlebens.

Die Lesung macht deutlich, dass die Geschichte der Pizzeria Salerno weit über die eines Restaurants hinausgeht. Sie erzählt von Migration, Neuanfang, harter Arbeit, Integration und davon, wie aus einem italienischen Familienbetrieb ein fester Bestandteil des Lebens in Gernlinden wurde. Symbolisch dafür steht auch, dass die Familie Morena zum 40-jährigen Bestehen des Lokals den Gernlindnern den Maibaum spendete. Damit wurde sichtbar, wie sehr sich italienische Herkunft und bayerische Heimat in diesem Ort miteinander verbunden haben.

Corona in Maisach von Matthias J. Lange
Die Lesung von Matthias J. Lange zeichnet ein eindringliches Bild von Maisach in den ersten Wochen der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Grundlage ist ein Blog, den Lange ab dem 22. März 2020 über 45 Tage hinweg täglich führte und in dem er den Ausnahmezustand in der Gemeinde dokumentierte. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht große politische Entscheidungen, sondern der veränderte Alltag vor Ort: die ungewohnte Ruhe auf den Straßen, leere Parkplätze, geschlossene Cafés, abgesagte Veranstaltungen und die spürbare Verunsicherung der Menschen. Zugleich beschreibt Lange, wie sich die Bewohner rasch auf die neuen Regeln einstellten, Abstand hielten und ihren Alltag mit Vorsicht, aber auch mit Disziplin und gegenseitiger Rücksicht neu organisierten.

Besonders deutlich wird in seiner Schilderung, wie wichtig in dieser Zeit die Versorgung und die gegenseitige Hilfe im Ort waren. Supermärkte, Bäckereien und andere Lebensmittelgeschäfte blieben geöffnet, entwickelten schnell neue Routinen und sorgten trotz einzelner Engpässe dafür, dass die Grundversorgung gesichert war. Zugleich entstanden in sozialen Netzwerken lokale Hilfsangebote, über die Einkaufsdienste, Besorgungen oder Fahrdienste organisiert wurden. Auch in Maisach zeigte sich damit, dass die Krise nicht nur Unsicherheit auslöste, sondern auch neues bürgerschaftliches Engagement. Die sozialen Medien wurden zu einem zentralen Informations- und Austauschraum, weil viele Menschen zu Hause blieben und das Bedürfnis nach Orientierung und Kommunikation stark zunahm.

Ein weiterer Schwerpunkt der Lesung ist der Umgang von Kirche, Feuerwehr und Gastronomie mit der Ausnahmesituation. Gottesdienste fielen zunächst aus oder wurden digital übertragen, gleichzeitig suchten viele Menschen in der Krise nach Halt und religiöser Gemeinschaft. Die Feuerwehr blieb einsatzbereit, musste ihren Betrieb aber ebenfalls anpassen und den direkten Kontakt mit der Öffentlichkeit stark einschränken. Besonders hart trafen die Corona-Maßnahmen die Gastronomie, die von einem Tag auf den anderen ihr Geschäftsmodell umstellen musste. Während manche Betriebe vorübergehend schlossen, versuchten andere mit Abhol- und Lieferangeboten zu überleben. Hinter diesen Anpassungen standen oft große Existenzsorgen und die Angst um die wirtschaftliche Zukunft.

Insgesamt zeigt die Lesung Maisach als eine Gemeinde, die in der Pandemie zwar stiller und leerer wurde, aber nicht handlungsunfähig. Vielmehr entsteht das Bild eines Dorfes im Ausnahmezustand, das mit Ruhe, Improvisation und Zusammenhalt auf die Krise reagierte. Die leeren Straßen, die geschlossenen Kirchenbänke, die improvisierten Hilfsangebote und die neuen digitalen Formen des Kontakts stehen dabei sinnbildlich für einen tiefen Einschnitt in das Alltagsleben. Matthias J. Lange hält damit nicht nur eine lokale Chronik der ersten Corona-Wochen fest, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte, das zeigt, wie tief die Pandemie selbst in einer einzelnen Gemeinde das öffentliche und private Leben verändert hat.

Mein Silvestermenü im Gasthof Heinzinger in Rottbach

1. Januar 2025

Auf Raclette hatte ich dieses Jahr keine Lust, zudem K2 die Hütte zum Feiern nutzte und freundliches Partyvolk eingeladen hatte. Also auswärts den Abend genießen: Voraussetzung waren hervorragendes Essen und Weine, nette Umgebung, geringe Entfernung und kein affektiertes Gehabte der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Das Ganze sollte vor der Knallerei vorbei sein, um die heimischen verschreckten Kater zu trösten. Damit war klar, wir verbringen den Silvesterabend im Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Gastronom Denis Michael Kleinknecht, seine Gattin Nicole und das Team in der Küche haben sich in der deutschen Gastro-Szene eine hervorragende Namen gemacht und zudem ist Kleinknecht ein Pfundskerl, dessen Freundschaft ich sehr schätze.

Als Aperitif wählte ich einen Champagner Louis Röderer Collection 202 und stellte fest, dass mir Champagner wirklich gut schmeckte. Den restlichen Abend verbrachte ich mit dem hervorragenden Weißwein „Edda“ Cantina San Marzano Cuvée Chardonnay, Fiano, Moscato Salvatico.

Das Silvestermenü begann mit einem Amuse Bouche, Gruß aus der Küche. Wir hatten eine Entenleberpraline.

Der erste Gang war eine Schweinshaxe 2.0 mit Blue Meat Rettich, Wasabi und Edamame, Knocherlsulz und Bonitoflocken. Faszinierend die Verbindung zwischen bayerischer und asiatischer Küche auf hohem Niveau.

Als Fan von Jakobsmuscheln liebte ich den nächsten Gang mit Rote Vanille, Rote-Beete und Crème fraîche.

Wirklich originell empfand ich das Kräuter-Ei mit Imperial Kaviar. Das panierte Ei war einfach der Hammer.

Auch der Steinbutt mit Spargelasche und Schwarzwurzel war eine Offenbarung.

Natürlich ein Höhepunkt war das Kalbsfilet mit Hummer und Mangold.

Das Dessert war ein Steinpilz-Eis mit Gold und Mokka-Schmalzgebäck.

Zum Abschluss gab es noch Petit Fours.

Der Abend war ein Genuss und ich bin dankbar, dass wir so eine hochwertige Gastronomie in unserer näheren Umgebung haben. In einer Zeit, in der das Globale oft das Lokale überstrahlt, erhebt sich die regionale Gastronomie wie ein kulinarischer Leuchtturm – ein Ort, an dem Geschmack, Handwerk und Herkunft in perfekter Harmonie verschmelzen. Sie ist weit mehr als eine bloße Mahlzeit; sie ist ein Erlebnis, eine Reise durch die Aromen und Traditionen einer Region, ein Bekenntnis zur Heimat und zur Wertschätzung der Natur. Hochwertige regionale Gastronomie beginnt mit den Menschen – Köche, Landwirte, Winzer und Handwerker, die ihre Region nicht nur kennen, sondern lieben. Denis Kleinknecht und sein Team arbeiten mit Hingabe und Stolz, ihre Heimat auf den Teller zu bringen. Mit jedem Gericht erzählen sie Geschichten. In einer Welt, die nach Nachhaltigkeit ruft, ist regionale Gastronomie eine Antwort, die schmeckt. Kurze Transportwege, respektvolle Landwirtschaft und bewusster Umgang mit Ressourcen machen sie nicht nur zu einer ökologischen, sondern auch zu einer ethischen Wahl. Jeder Besuch in einem solchen Restaurant ist ein Beitrag zur Unterstützung lokaler Produzenten und zur Bewahrung von Traditionen.

Wie Deutschland essen geht

24. Februar 2024

Wie häufig geht Deutschland außer Haus essen? Welche Faktoren werden beim Besuch von Restaurants berücksichtigt? Und wie verändert sich das Konsumverhalten aufgrund der Preissteigerungen? Antworten zu diesen Fragen liefert die aktuelle Umfrage „Wie Deutschland essen geht“, die von GfK im Auftrag des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) im Januar 2024 deutschlandweit unter mehr als 2.000 Personen der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter von 18 bis 74 Jahren durchgeführt wurde.

Bei mir selbst
Bevor ich zu den offiziellen Ergebnissen komme, denke ich mal über meine Person nach. Hat sich mein Konsumverhalten geändert? Ja, klares Ja. Ich gehe mit meiner Frau gerne essen, aber ich lege absoluten Wert auf Qualität der Speisen und Service. Auf der Strecke blieben bei mir die Gastronomen, die billige Metro-Ware auftauen oder in den Konvektomaten schiebe und mir dann Essen vorsetzen und dafür erhöhte Preise verlangen. Ich verlasse mich auf meine persönliche Erfahrungen und auf Bewertungsportale. Ich lass mich von den Schlaubergern in der Gastronomie nicht mehr hinters Licht führen: Schlechte Ware und hoher Preis.

Und ich habe auch kein Problem mit Reservierungszeitfenster. Die Zeiten sind einfach vorbei: Essen gehen und lange beisammensitzen, außer ich bezahle es. Ich kenne noch Zeiten, dass ein Gast bei einem Bier den ganzen Abend einen Platz belegt und einfach nur kostet. Immer mehr Restaurants vergeben daher zeitlich begrenzte Reservierungen.

Wie oft gehen die Deutschen auswärts essen?
Und jetzt die offiziellen Zahlen. Jeder Vierte der Befragten (25 Prozent) geht einmal oder mehrmals pro Woche außer Haus essen, 28 Prozent mindestens einmal im Monat und 31 Prozent seltener als monatlich. 16 Prozent der Befragten essen nie oder so gut wie nie auswärts. Betrachtet man die Ergebnisse nach Altersgruppen, wird deutlich, dass die Befragten in den Altersklassen „18 bis 29 Jahre“ und „30 bis 39 Jahre“ öfter außer Haus essen gehen als die älteren.

Auch beim Blick auf das Haushaltsnettoeinkommen zeigen sich Unterschiede: Knapp ein Drittel der Personen, deren Haushaltsnettoeinkommen unter 2.000 Euro liegt, speisen „nie bzw.so gut wie nie“ außer Haus, bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 4.000 Euro gaben dies nur 8 Prozent an.

Als Gründe warum sie selten bzw. nie oder so gut wie nie außer Haus essen gehen, gab die Hälfte dieser Personen an, sich einen Besuch in gastronomischen Einrichtungen finanziell nicht leisten zu können. 34 Prozent schmeckt ihr selbst gekochtes Essen besser und 32 Prozent finden es einfach bequemer zu Hause zu essen. Elf Prozent ziehen die Bestellung bei einem Lieferdienst dem Besuch eines gastronomischen Betriebs vor.

Was wird konsumiert?
Bei der Wahl des gastronomischen Betriebes spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis (73 Prozent) die entscheidende Rolle. Jedoch auch die Themen „Gemütlichkeit/Ambiente“ (63 Prozent) und die „Gastlichkeit“ (49 Prozent) nehmen einen hohen Stellenwert ein. Für mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) hat zudem die Nationalität des Speisenangebots einen großen Einfluss auf die Auswahl des Gastronomiebetriebs. Beinahe zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) gehen am liebsten beim Italiener zum Essen.

Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) suchen auch die deutsche/regionale Küche. Einer hohen Beliebtheit erfreuen sich auch die asiatischen (47 Prozent) und die griechischen (46 Prozent) Angebote. Eine Betrachtung nach Altersgruppen zeigt deutliche Unterschiede in den Konsumpräferenzen: Ist die italienische und asiatische Küche noch durch alle Altersgruppen hinweg weitestgehend konsensfähig, bevorzugen ältere Befragungsteilnehmer*innen gegenüber jüngeren deutlich die deutsch/regionale und die griechische Küche. Dem gegenüber zeigt sich bei den jüngeren Befragten eine deutliche Präferenz für amerikanische, türkische, indische und mexikanische Gastronomieangebote.

Kulinarisches Hochamt beim 57. Rottbacher Gourmetstammtisch

31. August 2023

Immer wieder habe ich von dem Rottbacher Gourmetstammtisch gehört, jetzt hatte ich die Ehre bei der 57. Runde im Gasthof Heinzinger in Rottbach dabei zu sein. Meine Gattin und ich hatten großes Glück, denn den ursprünglichen Teilnehmern dieser kulinarischen Institution war der Flug nach München gestrichen worden und so wurden die begehrten Plätze frei. Es lohnt sich also, den Social Media-Accounts von Inhaber und Küchenchef Denis Michael Kleinknecht zu folgen und zuzuschlagen.

Dass der Rottbacher Gourmetstammtisch zum 57. Mal stattfindet, sagt eigentlich schon alles: Absolute Qualität, hervorragendes Ambiente, nette Gesellschaft – da kommt man zum Stammtisch in das Gourmetgasthaus immer wieder gerne. Das Team Küche und das Team Service harmonierten wie gewohnt hervorragend. Für mich ist ein Besuch bei Denis Kleinknecht ein besonderes Eintauchen in eine Genusswelt und ein Ausblenden des schnöden Alltags.

Sein Restaurantkonzept überzeugt mich immer wieder, so dass meine Frau und ich gleich unseren Besuch bei der anstehenden Küchenparty am 9. September organisiert haben – noch gibt es ein, zwei Plätze für dieses kulinarische Hochamt.

Aber genug der Worte. Jetzt sollen die Bilder sprechen, die ich beim 57. Rottbacher Gourmetstammtisch geschossen habe.

Amuse Bouche

Pastinake, fermentiertes Eigelb, Sommertrüffel

Paprika, Topfen, Salbei

Petersilie, BBQ-Kalb

Iberico-Nacken, Olivenmantel, Knoblauch Polenta

Hanf, Baumkuchen, weiße Schokolade

Die Rottbacher Küchenpartys

22. Januar 2023

Was als spontane Idee begann, wurde jetzt fortgesetzt und nimmt wohl künftig einen festen Bestandteil meiner kulinarischen Highlights ein: Die Rottbacher Küchenparty


Entstanden ist die Idee, hochwertige Speisen frisch zubereitet nicht nur am Tisch zu genießen, sondern an dem Ort an dem sie entstehen: In der Küche. Gastronom und innovativer Koch Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck lud zur ersten Rottbacher Küchenparty anlässlich seines Geburtstages ein. Viele Gourmetlieberhaber kamen und feierten bei erlesenen Speisen und Weinen. In der modernen Küche konnten die Gäste Denis und seinem Team über die Schulter schauen. 16 Gänge 16 Weine standen bei der ersten Küchenparty auf dem Programm.

Jetzt kam es zur zweiten Rottbacher Küchenparty wiederum mit 16 Gängen und dieses Mal 10 Weinen. Aufgrund der schlechten Wetterlage mit massiven Schneeeinbruch mussten leider ein paar Gäste absagen, die Stimmung im Gasthof Heinzinger war aber dennoch großartig. Die Kombination aus Essen, Wein und Gesprächen sowie Erläuterungen von Küchenchef Dennis Kleinknecht waren ein Erlebnis. Kleinknecht schraubt weiter an seinem Konzept der Küchenparty und optimiert. Zu vorgerückter Stunde wurden gleich ein paar neue Ideen ausgebrütet und ausprobiert.

Das Team in Küche und Service greift wunderbar ineinander und als Gast fühle ich mich absolut wie zu Hause (nur die Hose bleibt an – so der Standardwitz aus dem Hause Kleinknecht).

Die nächste Küchenparty soll im April stattfinden, hoffentlich bei gutem Wetter, so dass auch der Hof miteinbezogen werden kann. Bis es soweit ist, steht sicherlich der eine oder andere Besuch beim Heinzinger an. Es gibt auch wunderbare Kochkurse. Probiert es aus, es lohnt sich auf alle Fälle.

Star Trek Pizzaschneider

5. September 2016

Neuer Einsatzort Küche: Die Enterprise als Pizzaschneider.

Neuer Einsatzort Küche: Die Enterprise als Pizzaschneider.

Zur neuen Küche gehört auch eine neue Küchenausrüstung. Über den Vakuumierer habe ich bereits geschrieben, jetzt stelle ich euch meinen neuen Pizzaschneider vor. Dieser Pizzaschneider wurde für mich als Trekkie gemacht, denn er hat das Aussehen der legendären USS Enterprise NCC-1701. Eigentlich wollte ich ein Lichtschwert aus Star Wars, aber der friedensliebende Trekkie setzte sich bei mir durch und ich bestellte das Raumschiff.
Es ist aus rostfreiem Stahl und hat die Größe von rund 22 Zentimeter. Die runde Schneidefläche ist sehr scharf und glatt. Wenn ich ehrlich bin, ist es kein maßstabsgenaues Modell, aber es sieht so ungefähr aus wie die Enterprise aus dem Fernsehen. Statt den Weltraum zu durchstreifen, muss jetzt die Enterprise eben die Pizza durchschneiden. Das gelingt sehr gut, obwohl diese Enterprise ein Made in China-Produkt ist. Allerdings es ist ein offiziell lizensiertes Fan-Produkt, das nicht für die Spülmaschine geeignet ist.

Vakuumierer CASO VC 10 im Kücheneinsatz

31. August 2016

Neuer Küchenhelfer bei uns: Vakuumierer CASO VC 10

Neuer Küchenhelfer bei uns: Vakuumierer CASO VC 10

Nachdem ich mich derzeit auf ein eFood-Seminar vorbereite und allerlei Waren bestellte, muss die Ware dann auch verarbeitet werden. Natürlich wird viel gekocht. Aber nicht alles wird gleich verzehrt und es bleiben Reste übrig. Das wird dann eingefroren. Aus diesem Grund haben wir uns einen kleinen Vakuumierer angeschafft. Die Wahl fiel auf den CASO VC 10 und die dazugehörigen Tüten.
Mit meiner Frau probierten wir ihn zum ersten Mal als und vakkumierten eine Breze mit überraschenderen Ergebnissen. Aber steht selbst:

Meine Eltern hatten vor Jahren einen Vakuumierer, aber im Vergleich zu dem CASO VC 10 war das regelrechter Schrott. Ich gestehe, der technische Fortschritt ist auch bei Vakuumierer ins Land gegangen. Während das Teil meiner Eltern machte, was es wollte, macht der Vakuumierer CASO VC 10 genau das, was ich will. Ich muss zugeben, meinen letzten Anstoß einen Vakuumierer zu kaufen, waren Gespräche mit Foodblogger Thomas Gerlach, der in seinem Kochblog fantastische Speisen zaubert. Als ich dann noch Claus Böbel von der Metzgerei Böbel besuchte und den selbstverständlichen Umgang seiner Tochter mit dem Vakuumierer sah, sind bei mir alle Dämme gebrochen. So ein Ding musste her.
Bei dem CASO VC 10 handelt es sich um ein vollautomatisches Vakuumiersystem. Mit seinen 1,3 Kilogramm und seinem kompaktes Design von 15,5 x 36 x 9 cm braucht er nicht viel Platz und kann nach getaner Arbeit wieder im Schrank verstaut werden. Zusammen mit K1 wird derzeit alles vakkumiert. Hier in dem Video die Reste vom chinesischen Essen.

Vorteil des Vakuumiersystem: Vakuumiert bleiben Lebensmittel bis zu 8x länger frisch als bei herkömmlichen Aufbewahrungsmethoden, ganz natürlich – ohne Konservierungsstoffe. Und wenn ich kleine Portionen dann noch in die Gefriertruhe lege, habe ich an immer einzelne Portionen zum Essen. Tiefgekühlte Lebensmittel werden vor Gefrierbrand und Aromaverlust geschützt. Meine Lebensmittel werden mit einer Vakuumleistung von ca. 90% bei -0,8 bar sicher vakuumiert. Einfach ideal für die Portionierung und lange Lagerung von Lebensmitteln oder das Kochen à la Sous Vide, daran wollen wir uns übrigens als nächstes herantasten, nachdem mir Thomas Gerlach immer vorschwebt.

Vakkum2
Im Lieferumfang unseres VC10 waren 10 Caso Profi-Folienbeutel dabei. Ich wollte sie unbedingt ausprobieren, denn bisher hatte ich klassische Geberbeutel aus dem Supermarkt verwendet. Das Material der Caso Profi-Folien ist mit einer Materialstärke von ca. 160 µm stark & reißfest. Das Durchstoßen von spitzen Gegenständen, wie Knochen oder Gräten wird verhindert Außerdem sind die Beutel BPA-frei. Zudem sind die Caso Profi-Folien kochfest und SousVide geeignet (bis zu 70°C für max. 240 Stunden und bis zu 100°C für max. 8 Stunden).

Trendküche: Vegane Speisen in Hotelrestaurant

16. November 2015

Der Tisch ist gedeckt.

Der Tisch ist gedeckt.

Die Vegan-Welle rollt durch das Land und sie erreicht auch den Tourismus. Ich meine jetzt nicht den Öko-Alternativbereich, sondern die Spitzenhotels und die dazugehörige Spitzengastronomie. Die Hoteliers bei uns in Bayern stellen sich auf den Trend ein und befriedigen die Nachfrage. Wichtig ist aber, die Küche rechtzeitig von den Wünschen nach veganer Speise zu informieren. Die Küchenchefs sind Dienstleister für den Gast. Und mehr und mehr tauchen vegane Gerichte auf der Speisekarte des Restaurants auf – es könnte mehr sein, doch ein Anfang ist gemacht.

Im Gespräch mit Graf Molke.

Im Gespräch mit Graf Molke.

„Der Gast ist König“, bringt es Graf Molke auf den Punkt. Er betreibt die beiden Spitzenhotels Egener Höfe in Rottach Egern und Gut Steinbach in Reit im Winkel. Als ich in der Hubertusstubn in den Egener Höfen zu Gast war, zauberte Sternekoch Michael Fest ein opulentes veganes Mahl zu. Ich habe ausführlich darüber gebloggt. Molke sieht den veganen Trend kommen und reagiert. „Unsere Küchen können selbstverständlich vegane Gerichte auf Spitzennivenau.“


Ähnlich sieht es Armin Groß, Hotelier vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu. Die Allgäuer Küche kann man selbst nicht unbedingt als vegan betrachten, aber die Küche hat sich auf diese Gäste eingestellt. „Vegetarisch ist natürlich kein Problem und vegan sollte für den Küchenchef ebenso reibungslos möglich sein“, so Groß. Die Küche experimentiert und findet Gefallen an veganen Speisen. „Die typische Allgäuer Küche muss sich etwas anpassen“, gibt Groß zu. Zusammen mit meiner Frau habe ich es ausprobiert und die Küche vom Prinz Luitpold Bad hat wunderbar gezaubert.
„Wir bemerken eindeutig den Trend zu veganer Küche“, so Groß. Es spielt eine neue Art von Gesundheitsbewusstsein eine Rolle. „Und der Gast möchte die Möglichkeit haben. Es ist wie das Fitness-Studio im Hotel, das ich nicht benutzte.“ Gäste möchten die Möglichkeit haben, fleischlos und vegan zu bestellen. Und wir wissen ja: Der Gast ist König.

Mein Todesstern in der Küche

14. April 2015

todesstern„Das ist kein Mond… Das ist eine Raumstation.“ So beschreibt Obi-Wan Kenobi den Todesstern und als Star Wars-Fan der ersten Stunde musste ich diese Version des Todesstern haben. Und dieser Todesstern ist furchtbar nützlich für mich als Hobbykoch, denn er ist ein originelles Schneidebrett.

Nun, der Original-Todesstern hat etwas andere Ausmaße als mein Schneidebrett für die Küche. Der Todesstern im Film hatte einen Durchmesser von 160 Kilometern. Mein Schneidebrett hat dagegen einen Durchmesser von 30 Zentimeter und passt besser in meine Küche. Das Material ist Glas und das Brett verträgt laut Hersteller eine Hitze von 180 Grad Celsius, ist aber nicht spühlmaschinenfest.
Für mich als Fan auf jeden Fall eine tolle Idee. Auch schön ist die feste Verpackung. Es handelt sich beim verwendeten Bild um das legendäre Star Wars-Motiv des Original Krieg der Sterne-Films. Wir wissen ja, in der Rückkehr der Jedi-Ritter gab es nochmal einen Death Star, der sich allerdings noch im Bau befand.
Ach ja, falls es noch jemand nicht mitbekommen hat. Seit vergangener Woche gibt es die gesamten Star Wars-Filme bei iTunes und Amazon zum kostenpflichten Download.

Endlich ist Star Wars bei iTunes und Co auch eingezogen.

Endlich ist Star Wars bei iTunes und Co auch eingezogen.

 

Social Media: Sinnvolle QR-Codes im Spielzeugkatalog

29. Oktober 2012

Langsam sollte ich mir Gedanken um Weihnachten machen. Ich will nicht wieder auf dem letzten Drücker Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen. Beim Sondieren der Geschenkideen fiel mir ein Katalog von Dickie Toys in die Hände. Dieser Hersteller vertreibt ferngesteuerte Autos für Jungs. Eigentlich hat K1 kein größeres Interesse daran, aber ich blätterte den Katalog trotzdem durch. Ich erblickte allerlei Renner, kraftstrotzende Maschinen, Racer und Off Road-Fahrzeuge. Die Autos werden über Ghz-Frequenzbereich gesteuert. Und ich entdeckte QR-Codes auf jeder Seite des Katalogs.

Und da erwachte das Interesse von K1 und mir. Mit dem QR-Code-Reader des iPhones probierte K1 die Codes aus und war grundsätzlich begeistert. Dickie Toys hatte für die unterschiedlichen Codes der verschiedenen Modelle verschiedene Landingpages angefertigt. Leider waren sie nicht unbedingt für den kleinen Bildschirm eines Smartphones optimiert, was K1 sofort als massiven Fehler einstufte. Seine Aussage „Papa, mit was als dem iPhone soll man denn den QR-Code denn noch ansehen und warum sind die Seiten dann so klein“, fragte K1 in kindlicher Naivität. Recht hat K1.

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Aber zumindest hat Dickie Toys nicht den Fehler eines Möbelhauses begangen, dessen Projekt den Weg in den unseren (Post-)Briefkasten fand. Hier interessierte ich mich für eine Küche, nahm den daneben abgebildeten QR-Code zur Hilfe, um mehr zu erfahren. Und ich wurde auf die Startseite des Möbelhauses geleitet und sollte mich selbst zurecht finden. Hier kaufe ich meine Küche nicht, bei solchen Marketinganfängern.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Aber zurück zu Dickie Toys. K1 interessierte sich am meisten für den Audi R8 (genau wie seine Mutter). Hervorragend gefiel K1 das Einbinden eines YouTube-Videos auf der Seite. Hier zeigte ein Altersgenosse den sachgerechten Umgang mit der Spielzeugrennmaschine. Hier sind QR-Codes optimal eingesetzt. Im Papierprospekt stehen die technischen Angaben, hinter den QR-Code verbergen sich die Emotionen, die für den Kauf eines Spielzeugs genauso wichtig sind. Das machte K1 und mir höllisch Spaß, so dass wir die Videos von Dickie Toys durch klickten und eines halben Tag Rennwagen schauten. Gekauft haben wir zwar keines, aber die Begeisterung war da: Bei K1 über Rennwägen, bei mir über den richtigen Einsatz von QR-Codes.