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Harrods in London – Tempel des Konsums

18. Juni 2018
Luxus pur bei Harrods

Luxus pur bei Harrods

Es gibt es viele Mythen, so viele Geschichten um dieses Luxus-Kaufhaus, dass es einen eigenen Blog bräuchte, um alle die Storys zu erzählen, die sich um Harrods ranken. Bei meinen London-Besuch musste ich diesen Tempel des Konsums besuchen, um meinen Kinder zu zeigen, was hochwertige Warenpräsentation, niveauvoller Luxus und klassische Eleganz ist – und ich musste vorbeischauen, um mir eine neue Barbour-Jacke zu kaufen.
Es gibt die Mythos, das der Kunde bei Harrods in London alles kaufen kann, sogar einen Elefanten. Nun, das habe ich nicht ausprobiert, aber die Warenvielfalt ist enorm.
Wir haben in Deutschland das wunderbare KaDeWe in Berlin, das Kaufhaus des Westens, aber im Vergleich zu Harrods ist das KaDeWe ein Tante-Emma-Laden. Und wer nicht zum Einkaufen zu Harrods geht, der sollte wegen seiner ungewöhnlichen Innenarchitektur vorbeischauen und nicht vergessen, seinen Mund beim Staunen zuzumachen.

Innenarchitektur bei Harrods überwältigt
Es ist in den Verkaufsräumen ein Mix verschiedener Architekturstile aus verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen. Dabei wirkt es nicht zusammengewürfelt, sondern sobald man eine Abteilung verlässt und eine neue Abteilung betritt ändert sich Licht, Stil und auch die Atmosphäre.

Beratung bei Harrods
Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind absolut professionell geschult. Als unsere Familie die Kofferabteilung betrat, zeigte ich meinen Kinder die Rimowa-Reihe. Ich mag diese Koffer mit Charakter und K2 hat vor unserer London-Reise den ersten Rimowa bekommen, den K2 wohl das ganze Leben haben wird.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Wahrend ich über die Rimowa-Koffer monologisierte, schaute sich meine Gattin die neuen Montblanc Laptoptaschen an. Wunderschöne Taschen, wunderbar verarbeitet – wunderbar teuer. Sie wurde ausgezeichnet beraten, auch wenn von Anfang an klar war, dass wir die Tasche nicht kaufen werden.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Testen eines Harrods-Verkäufers
Da wir bei Montblanc sind: In der Füllerabteilung schaute ich mir die neuen Kollektionen von Montblanc an und ein Verkäufer näherte sich mir, ob er mir helfen könne. Ich glaube, er checkte mich ab, ob ich mir überhaupt so ein Schreibwerkzeug leisten könne. Und ich glaube, er hatte entschieden, dass ich es mir nicht leisten kann und er mich trotzdem freundlich fragt. An seinen Augen war aber zu erkennen, dass mit mir als Banause kein Geschäft zu machen sei. Ich dankte ihm, sagte dass ich keinen Montblanc benötigte und er wollte sich schon abwenden und sich zurückziehen. Und da ergriff ich meine Chance: Ich frage nach einer speziellen roten Montblanc Tinte, die zu der Alfred Hitchcok-Edition herausgekommen war: Blutrote Tinte. Das riss den Verkäufer, denn der Füller ist nicht billig und er musste sichtlich eingestehen, dass er mich falsch eingeschätzt hatte. Und noch peinlicher: Er hatte die Tinte nicht im Programm. Ich wusste das, denn die Hitchcock-Tinte war seit Jahren ausverkauft, aber ich wollte den Herren aufs Glatteis führen. Das tat gut.

Viele der heutigen Harrods-Kunden kommen aus Asien oder Arabien. Hier wird das große Geld gemacht und die Herrschaften wollen Luxus konsumieren und zeigen. Als ich mir den Catier-Schmuck ansah, beobachtete ich zwei vollverschleiterte Damen, die mit einem Herren Platz nahmen und sich teuere Kolliers zeigen ließen. Die Verkäuferin wollte den Schmuck den Damen umhängen, aber die Vollverschleierung hinderte sie daran. Leider habe ich nicht mitbekommen, wie das Problem gelöst wurde, denn meine Familie wollte weiterziehen.

Galerie Halcyon bei Harrods
Die renommierte Galerie Halcyon hat in Harrods eine eigene Abteilung. Ich wollte Halcyon selbst besuchen, aber dafür reichte die Zeit nicht. Dennoch lohnte sich der kurze Besuch bei Halcyon in Harrods, wo die Galerie einen eigenen Ausstellungsraum hat. Total fasziniert hat mich eine Skulptur von Lorenzo Quinn „The Face of Nature“ für 52500 britische Pfund – nun, wir haben keinen Platz, aber schön war das Werk schon.

Und dann entdeckte ich noch Originalgemälde von Bob Dylan. Diesem Part der Ausstellung widme ich einen eigenen Blogbeitrag in den nächsten Tagen. Auf jeden Fall war ich gerührt, einen echten Dylan ganz nah bewundern zu können. Das hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck. Sofort kaufte ich mir den Ausstellungskatalog der Dylan-Ausstellung, die bei Halcyon zu sehen war. Nun, das ist nun mal eine Weltstadt und dort ist für mich starke Kunst zu sehen.

 

Modeabteilungen bei Harrods

London ist nicht mehr unbedingt der Nabel der Welt, wenn es um Mode geht. Das war in den Swinging Sixties mit der Carnaby Street anders, aber die Straße ist heute zu einer austauschbaren Shoppingbereich in Soho geworden. Die besten Herrenausstatter gibt es nach wie vor in der Savile Row und in der Jermyn Street, aber dafür fehlte die Zeit. Also schaute ich in die Modeabteilung von Harrods, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Leider ist Alexander McQueen schon 2010 gestorben und dennoch inspiriert er die Modeszene noch immer. Natürlich schaute ich bei Hackett vorbei und ließ aber die Aston Martin Kappe schweren Herzens liegen. Die rote Mütze gefällt mir, aber im Grunde stehen mir keine Kappen.

Hackett finde ich sehr schön.

Hackett finde ich sehr schön.

Dafür schlug ich bei Barbour wieder einmal zu, denn ich mag die klassische Eleganz der Landhausmode. Ein Kleid von Stella McCartney gefiel mir sehr gut.

Sehr viel Humor: Stella McCartney

Sehr viel Humor: Stella McCartney

K2 schaute sich noch die Sportabteilungen von Nike, Puma und Adidas an, die mich weniger interessierten. Dennoch: Ich fand dort große Statuen von Bearbrick – wenn ich nur den Platz hätte.

Rolltreppen bei Harrods
Wer nichts kaufen will, der sollte auf jeden Fall die Rolltreppen fahren. Sie sind zwar nicht so berühmt, wie die Rolltreppen von Macs in New York, aber sie machen optisch unbedingt was her. Ich hab mir den Spaß gemacht von Stockwerk zu Stockwerk zu fahren und mir die Architektur anzusehen. Ich hatte den Eindruck in der Ägypten-Abteilung des britischen Museums zu sein. Mir machte der Abstecher einen gehörigen Spaß. Und ab und zu bin ich auch die alten Stufentreppen hinaufgegangen und habe mir vorgestellt, welchen Eindruck Harrods früher auf die Leute gemacht hat.

Lebensmittel bei Harrods
Wer Harrods besucht, der muss bei den Lebensmittel-Abteilungen des Hauses vorbeischauen: Kaffee, Gewürze, Fleisch, Fisch, Früchte, Käse, Backwaren – und natürlich Tee. Ich konnte mich an den kulinarischen Genüssen nicht sattsehen. Zudem gibt es kleinere Stände an denen das Essen frisch zubereitet wird. Leider war der Stand mit den Austern voll besetzt und ich hätte länger warten müssen, was ich aber aufgrund des Zeitdrucks nicht wollte. Aber Austern-Schlürfen bei Harrods, das wäre es gewesen. Stattdessen haben wir Tee gekauft und ich habe mich in der Gewürzabteilung verloren. Die Gewürze waren unter großen Glaubkuben. Einfach anheben und Nase in den Glaskubus und die Gewürze auf sich wirken lassen – das war für mich als Hobbykoch eine Reise der Sinne durch die Welt der Gewürze.

Besuch bei Harrods lohnt sich allemal
Fazit: Ich brauche keinen Elefanten bei Harrods kaufen, aber das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit und streife noch intensiver durch das Luxuskaufhaus. Auch wenn man nichts kaufen will oder kann, der Besuch lohnt sich allemal.

Warenpräsentation in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 11

17. Januar 2017
Fahne und Produkte - Warenpräsentation in einem kleinen Markt in Brooklyn.

Fahne und Produkte – Warenpräsentation in einem kleinen Markt in Brooklyn.

Ich liebe Lebensmittel – ja, ja kommt mir jetzt nicht mit Edeka. Im Ernst: Wenn ich ein Land kennenlernen möchte, dann besuche ich die Orte, an denen es Lebensmittel zu kaufen gibt. Das können Märkte genauso sein wie Supermärkte oder klassische Tante-Emma Läden. Lebensmittel sagen so viel über ein Land und seine Kultur aus. Bei meiner Reise nach New York war es nicht anders. Das Land von Steaks und Burger hat viel, viel mehr zu bieten. Ich traf auf die verschiedensten Lebensmittel in New York und ich war absolut angetan von der Präsentation dieser Lebensmittel. So eine Schönheit hatte ich nicht erwartet.

Fisch in China Town
Freilich hat jedes Stadtviertel seine Art zu präsentieren. In China Town besuchte ich verschiedene Fischhändler. Die angebotenen Fische waren oft mit chinesischen Schilder ausgezeichnet, von denen ich kein einziges lesen konnte. Auch die chinesischen Verkäufer schauten mich Europäer fragend an, was ich denn in ihrem Laden zu suchen hatte. Naja, ich grüßte höflich und verzog mich schnell. Mein Eindruck war, dass die Fischhändler in China Town Unmengen von frischen Fisch anbieten. Obwohl ich kein Wort bei den Verkaufsverhandlungen verstanden habe, glaube ich, dass es weniger um die Frische als vielmehr um den Preis ging. Nach großem Geschrei einigte man sich aber in der Regel und der Fisch wurde in Tüten verpackt.

Fressmeile in der Grand Central Station
In München haben wir so Fressmeilen, zumindest nenn ich sie so. Geschäft an Geschäft, Imbiss an Imbiss reihen sich unterirdisch auf und der hungrige Kunde kann aus einer Vielzahl von Angboten auswählen. So eine Art Fressmeile de Luxe gab es im Bereich der Grand Central Station in New York auch. Kuchen, Obst, Gemüse, Fleisch, Gewürze, Fisch und und und – zu jeder Geschmacksrichtung gab es einen eigenen Stand. Aber vor allem isst das Auge mit. Die Warenpräsentation war phänomenal.

Bei den Gewürzen hatte ich den Eindruck im Orient auf einem Bazar zu sein.

Paradies für Feinschmecker im Westside Market
Neben unserem Hotel war der Westside Market. Ich dachte ursprünglich, dass es so ein kleiner, vollgestopfter Supermarkt ist. Vor der Tür waren ein paar Früchte aufgereiht. Ich hatte Durst und wollte ein paar Flaschen Wasser kaufen. Als ich durch die Tür ging, betrat ich den Lebensmittelhimmel: Es war ein Paradies für Feinschmecker, der seit 1965 existiert.

Eingang zum Lebensmittelparadies

Eingang zum Lebensmittelparadies

Im Eingangsbereich kam ich durch die Obst- und Gemüseabteilung. Mit sehr hohem Personalaufwand wurden hier Obst und Gemüse fein säuberlich aufgestapelt zu langen Reihen und Türmen. Die Ware sah optisch wunderbar appetitlich aus. Von der Warenpräsentation können unsere Supermärkte etwas lernen. In den USA geht es in erster Linie ums Verkaufen. Und als ich vor den Waren stand, hatte ich das Bedürfnis einzukaufen. Aber ich hatte auch das Bedürfnis, die Waren anzusehen und von Abteilung zu Abteilung zu wandern. Meine Augen konnten sich an der Vielfalt und an der Warenpräsentation nicht satt sehen.
Diese Art der Warenpräsentation setzte sich in den anderen Abteilungen fort: Frühstückszerealien in allen erdenklichen Arten und Formen. Ich stand vor einer ganzen Wand mit Zerealien wie Nüssen und anderen wohlschmeckenden Zutaten. Hier konnte ich echt zum Zerealien-Fan werden. Aber mein Auge wollte mehr sehen: eine endlose Käseabteilung top, Fischabteilung vorbildlich und auch die Getränkepräsentation war einfach nur schön. Ich wollte ursprünglich ein paar Flaschen Wasser.
Weiter ging ich dann die Frischetheke. Die Wurst sah prima aus und auch bei der warmen/heißen Theke war die Auswahl enorm und die Präsentation sehr schmackhaft. Sushi wurde live zubereitet und der Kunde kann darauf warten. So hat man die Garantie, dass das Sushi auch frisch ist.

Der Wert von Lebensmitteln
Bei meinen Streifzügen durch die Lebensmittelmärkte stellte ich auch fest: Die Waren haben ihren Preis. Lebensmittel in Manhattan sind natürlich teuerer als Lebensmittel in Brooklyn, aber im Vergleich zu Deutschland muss ich feststellen: Lebensmittel im Ausland haben ihren Preis. Mein Eindruck: Lebensmittel in Deutschland werden billig verkauft. Massentierhaltung und Massenproduktion sorgten dafür, dass Lebensmittel bei uns sehr billig auf den Markt geworfen werden. Das ist natürlich in den USA ebenso. Aber durch die relativ hohen Preise in den Märkten hatten die New Yorker, die ich getroffen und gesprochen habe, ein anderen Verhältnis zu den Lebensmitteln. Daher muss auch die Warenpräsentation in New York stimmen. Das ist kein umfassendes und abgewogenes Fazit, sondern nur eine subjektive Bestandsaufnahme. Die fettigen Burgerketten mit Pommes und Majo gibt es auch zu Hauf, allerdings habe ich die in New York nur einmal besucht und nichts gegessen, so schrecklich war das Essen dort.
Ich bitte jeden, der mit Lebensmittel oder Einzelhandel zu tun hat, den Geschäften in New York einen Besuch abzustatten und zu lernen.

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Vakuumierer CASO VC 10 im Kücheneinsatz

31. August 2016
Neuer Küchenhelfer bei uns: Vakuumierer CASO VC 10

Neuer Küchenhelfer bei uns: Vakuumierer CASO VC 10

Nachdem ich mich derzeit auf ein eFood-Seminar vorbereite und allerlei Waren bestellte, muss die Ware dann auch verarbeitet werden. Natürlich wird viel gekocht. Aber nicht alles wird gleich verzehrt und es bleiben Reste übrig. Das wird dann eingefroren. Aus diesem Grund haben wir uns einen kleinen Vakuumierer angeschafft. Die Wahl fiel auf den CASO VC 10 und die dazugehörigen Tüten.
Mit meiner Frau probierten wir ihn zum ersten Mal als und vakkumierten eine Breze mit überraschenderen Ergebnissen. Aber steht selbst:

Meine Eltern hatten vor Jahren einen Vakuumierer, aber im Vergleich zu dem CASO VC 10 war das regelrechter Schrott. Ich gestehe, der technische Fortschritt ist auch bei Vakuumierer ins Land gegangen. Während das Teil meiner Eltern machte, was es wollte, macht der Vakuumierer CASO VC 10 genau das, was ich will. Ich muss zugeben, meinen letzten Anstoß einen Vakuumierer zu kaufen, waren Gespräche mit Foodblogger Thomas Gerlach, der in seinem Kochblog fantastische Speisen zaubert. Als ich dann noch Claus Böbel von der Metzgerei Böbel besuchte und den selbstverständlichen Umgang seiner Tochter mit dem Vakuumierer sah, sind bei mir alle Dämme gebrochen. So ein Ding musste her.
Bei dem CASO VC 10 handelt es sich um ein vollautomatisches Vakuumiersystem. Mit seinen 1,3 Kilogramm und seinem kompaktes Design von 15,5 x 36 x 9 cm braucht er nicht viel Platz und kann nach getaner Arbeit wieder im Schrank verstaut werden. Zusammen mit K1 wird derzeit alles vakkumiert. Hier in dem Video die Reste vom chinesischen Essen.

Vorteil des Vakuumiersystem: Vakuumiert bleiben Lebensmittel bis zu 8x länger frisch als bei herkömmlichen Aufbewahrungsmethoden, ganz natürlich – ohne Konservierungsstoffe. Und wenn ich kleine Portionen dann noch in die Gefriertruhe lege, habe ich an immer einzelne Portionen zum Essen. Tiefgekühlte Lebensmittel werden vor Gefrierbrand und Aromaverlust geschützt. Meine Lebensmittel werden mit einer Vakuumleistung von ca. 90% bei -0,8 bar sicher vakuumiert. Einfach ideal für die Portionierung und lange Lagerung von Lebensmitteln oder das Kochen à la Sous Vide, daran wollen wir uns übrigens als nächstes herantasten, nachdem mir Thomas Gerlach immer vorschwebt.

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Im Lieferumfang unseres VC10 waren 10 Caso Profi-Folienbeutel dabei. Ich wollte sie unbedingt ausprobieren, denn bisher hatte ich klassische Geberbeutel aus dem Supermarkt verwendet. Das Material der Caso Profi-Folien ist mit einer Materialstärke von ca. 160 µm stark & reißfest. Das Durchstoßen von spitzen Gegenständen, wie Knochen oder Gräten wird verhindert Außerdem sind die Beutel BPA-frei. Zudem sind die Caso Profi-Folien kochfest und SousVide geeignet (bis zu 70°C für max. 240 Stunden und bis zu 100°C für max. 8 Stunden).

Kochkurse für den Nachwuchs

13. August 2014

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Ich habe das Gefühl, dass in unserem Land ein Umdenken in Sachen Ernährung festzustellen ist. Aber natürlich nicht bei allen. Es sind kleine Schritte, aber es bewegt sich etwas.
Während früher das Auto und der Urlaub die wichtigsten Statusmerkmale waren, ändert sich die Einstellung in Bezug aufs Essen. Für die Generation meiner Eltern galt als gutes Essen, wenn der Teller voll war. Das ist aus der Sicht der Kriegs- und Nachkriegsgeneration zu verstehen und ich werde die Elterngeneration nicht mehr ändern.
Bei meinen Kindern K1/2 achte ich darauf, dass sie sich richtig ernähren. Das bedeutet nicht, dass sie sich ausschließlich gesund ernähren und natürlich gibt es schon ein paar Ausrutscher. Aber sich einer Sache bewusst zu machen, ist der erste Schritt diese Sache zu ändern.
Dennoch stelle ich fest: zwischen dem Erzählten und dem wirklich praktizierten gibt es gewaltige Unterschiede. Das merke ich beispielsweise bei meinen Schülerzeitungsseminaren. Wenn ich auf das journalistische Thema Gesundheit komme, dann wissen meine Schülerzeitungsredakteure im Großen und Ganzen Bescheid über gesunde Ernährung. Groß wird über die richtige und gesunde Ernährung philosophiert und diskutiert. Und dann kommt die Pause: einige, die vorher gesunde Ernährung sprachen, hauen sich fettige Pommes und Currywurst rein. Und billig muss es sein, hauptsache billig. Für Essen wird nicht gerne Geld ausgegeben, anders als bei unseren italienischen oder französischen Nachbarn.
Aber, wie gesagt, die Zeiten ändern sich. Journalistisch wird das Thema Essen und Ernährung in Angriff genommen. Zu Hilfe kommen mir hier die Kochsendungen im Fernsehen. Seien es das Kochduell oder der Restauranttester. Die Schülerzeitungsredakteure kopieren diese Formate für ihre Publikationen. Sie laden sich bei bei ihren Lehrern ein, lassen sich bekochen, fotografieren und schreiben darüber. Es werden Werte und ein Bewusstsein geschaffen.

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Leider hab ich erst jetzt erfahren, dass es sogar hier ein Wertebündnis in Bayern gibt, an dem ich mich gerne beteiligt hätte.
Im Rahmen des Wertebündnis Bayern wurde das Projekt Bayern schmeckt. vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern als Projektleitung, unterstützt von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium sowie fünf weiteren Projektpartnern, entwickelt.
Das Projekt Bayern schmeckt. rückt wertvolles Essen in den Alltag junger Menschen und deren Eltern. Sie sollen heimische Lebensmittel kennen und verarbeiten lernen sowie Esskultur in der Gastronomie und der Landwirtschaft (er)leben. Generell haben gesundes Essen und regionale Küche in Bayern Tradition und sind heute gefragter denn je, so zumindest der Gaststättenverband in einer Mitteilung. „Essen und Trinken bedeutet aber nicht nur Tradition und Kultur. Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst vielmehr die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und den persönlichen Erfolg“, so DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl.
Und auch die Politik appelliert: „Wenn wir in unserer Gesellschaft mehr Wertschätzung und Sensibilität für den Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln erreichen wollen, müssen wir vor allem bei den Jugendlichen ansetzen“, sagte Ernährungsminister Helmut Brunner bei der Vorstellung in München. Das Projekt Bayern schmeckt. sei ein wichtiger Baustein dafür. Mensch, dann bin ich ja mit meinen Schülerzeitungseminaren an richtigen Stelle – nur haben es die zuständigen Stellen bisher noch nicht gemerkt. Das will ich ändern.
Bayern schmeckt. will jungen Menschen die Wertschätzung für Essen, heimische Lebensmittel und Traditionen vermitteln. Aber wir wollen auch aufzeigen, wie ereignisreich und sinngebend Berufe in Landwirtschaft und Tourismus sind und dass diese Berufe Menschen ein ganzes Leben begeistern und ernähren können.

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Im Rahmen des Projektes Bayern schmeckt. richten junge Menschen gemeinsam ein Event aus und laden ihre Eltern und Freunde ein. In fünf Modulen, meist an fünf Nachmittagen, planen und organisieren die Jugendlichen das Event, wählen heimische Nahrungsmittel aus, bereiten Speisen und Getränke zu, dekorieren die Tische und verwöhnen als Gastgeber ihre Gäste.
Dazu bietet Bayern schmeckt. Kochworkshops für Jugendliche an, in denen Praxisnähe groß geschrieben wird: Vom Einkauf über das Dekorieren bis hin zur abschließenden Feier heißt es Hand anlegen. Unterstützt von erfahrenen Gastronomen und angehenden Meisterköchen erhalten junge Menschen direkte Einblicke in die Herkunft unserer bayerischen Lebensmittel und die Welt der Gastronomie. Dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen.
Über diese Kochkurse würde ich gerne berichten ausführlich darüber bloggen. Gegebenenfalls kann ich die Thematik auch in meine Seminare aufnehmen.

Leute, schützt Bienen!

21. Oktober 2013

Ich geb es zu, ich hab einen Heidenrespekt vor Bienen. Also nicht nur vor Bienen, sondern auch Hummeln, Hornissen, Wespen und so Flugviecher. Aber nachdem meine Gattin aus einer Familie von Hobbyimkern kommt, beschäftige ich mich ein wenig mit Biene Maja und Kollegen – allerdings mit relativ großem räumlichen Abstand.

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Immer wieder diskutieren wir, ob wir nicht Bienen in unserem Garten ansiedeln sollten. Aber wir verwerfen den Gedanken angesichts der zu erwartenden Arbeit dann doch, obwohl wir wissen: Die Biene ist nützlich und liefert viel mehr als nur Honig. Derzeit muss allerdings die Bienen schlafen.

Im Grunde ist die Biene ein Nutztier wie die Kuh oder das Schwein. Wer es nicht glaubt und ein wenig Unterhaltung will, sollte sich unbedingt mit seinen Kindern Bee Movie – Das Honigkomplott von 1997 ansehen. In dem Film geht es um den verantwortungsbewussten Umgang und den Einklang mit der Natur. Ohne die Leistung der Bienen würde uns ein Drittel unserer Lebensmittel fehlen.

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Klar, wir alle genießen den Bienenhonig. Deutschland ist übrigens die Nummer eins im Honigverzehr. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich ein Kilogramm Honig jährlich. Für unseren Honigverbrauch macht die Biene täglich rund 165 Ausflüge für jeden von uns. Unser Honig stammt direkt vom Imker und ich kann jedem den Direkteinkauf empfehlen. Bitte lasst die Industriehonige im Supermarktregal stehen und greift zum echten Bienenhonig. Der Unterschied im Geschmack ist gewaltig. Der Imker verkauft freilich nicht allen produzierten Honig. Ein Teil verbleibt bei der Biene und sorgt als Futter dafür, dass das Bienenvolk gut durch den Winter kommt.

Aber die Biene sorgt auch mit ihren Bienenwaben für Bienenwachs und damit für gemütliches Kerzenlicht. Und auch das Gift der Biene wird in der Medizin verwendet gegen Entzündungen und Rheuma. Allerdings die richtige Dosis ist entscheidend. Ich habe von Imkern gehört, die sich absichtlich stechen lassen, um Rheuma vorzubeugen.

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Die Biene ist ein Hochleistungssportler. Das kleine gelbschwarze Tier fliegt pro Tag durchschnittlich 85 Kilometer und bestäubt dabei 200 Blüten. Hey, das ist Schwerstarbeit. Für ein Kilogramm Honig fliegen Bienen etwa 240000 Kilometer, also sechsmal um die Erde.

Leider sterben immer wieder Bienenvölker. Die Varroa-Milbe schwächt die Bienen. Die Milbe, sie stammt aus Asien, ernährt sich vom Körpersaft der Biene und rottet ein Bienenvolk von innen aus. Außerdem setzt die Chemie den Bienen zu. So sagen Bienenexperten, dass Pflanzenschutzmittel die Orientierung der Bienen verwirren und so die Biene nicht mehr heim findet. Das Volk stirbt, weil es nicht mehr genug Nahrung bekommt. Vor kurzem verbot die Europäische Union drei Pestizide, weil sie als schädlich für Bienen gelten. Der Schweizer Hersteller Syngenta wehrt sich dagegen vor Gericht.

Also ich hab weiterhin Respekt vor der Biene. Aber nicht mehr so wegen eines drohenden Stichs, als vielmehr Respekt vor der Leistung der Biene.