Posts Tagged ‘Star Wars’

Buchtipp Star Wars Identities – Schlussstrich unter dem Amoklauf München

22. Juli 2017
Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Am 22. Juli jährt sich der Münchner Amoklaufs. Heute vor einem Jahr ermordete ein Schüler am Münchner Olympia Einkaufszentrum OEZ zahlreiche Menschen. Ich war damals mit meinem Sohn in München in der Star Wars Identities Ausstellung und wir waren von den Ereignissen betroffen. Meine Eindrücke vom Amoklauf habe ich gebloggt. Mein Sohn und ich verbrachten damals einen schönen Tag in der kleinen Olympiahalle und genossen die Wanderausstellung. Zum Abschluss kauften wir die Luxus-Ausgabe des Ausstellungskatalogs und die Sammlung der gerollten Ausstellungsplakate. Dann kam der Amoklauf und der weitere Tag verlief anders geplant. Der Tag machte uns Angst und Vater und Sohn hatten ein prägendes Erlebnis,
Ein Jahr stand die Tüte mit dem Ausstellungskatalog zu Hause bei uns herum. Immer wieder warf ich einen Blick auf die weiße Tüte. Ich hatte keinen Bedarf mich mit dem Katalog zu beschäftigen. Auch die Plakate waren noch originalverpackt und versiegelt. Wir nahmen durch den Amoklauf zwar keinerlei Schaden, aber es war eine intensive Erfahrung. Mir wurde damals bewusst, wie schnell sich mein geordnetes Leben verändern kann.
Die Tüte mit den Ausstellungskatalog stand also bei uns herum. Ich hatte keine Lust, mir die Erfahrung nochmals in Erinnerung zu rufen. Aber nach einem Jahren ist für mich Zeit gekommen und einen Schlussstrich zu ziehen. So doof es klingt: Ich packe jetzt diesen Ausstellungskatalog aus und erinnere mich wieder an eine wunderbare Star Wars-Ausstellung. Hier meine Eindrücke von der Ausstellung.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

Ich legte damals 40 Euro für den Ausstellungskatalog auf den Tisch. Wir wählten als Star Wars-Fans die Luxus-Ausgabe mit einem Druck von Darth Vader. Der gebundene Katalog kommt in einem Karton daher.
Die Star Wars Identities lieferte für Fans enorm viele Details und es war tolle Sache viele Modelle, Sketches, Zeichnungen und Kostüme im Original zu sehen. Ich habe die Ausstellung damals Stück für Stück dokumentiert mit Fotos und Videos.
Nach einem Jahr kommen die Erinnerungen an diese wunderbaren Ausstellungsstücke wieder hoch. In einem Unboxing-Video stelle ich den Ausstellungskatalog vor. Ich kann jedem Star Wars-Fan diesen Ausstellungskatalog von Star Wars Identities absolut empfehlen.

 

Harry Potter wird 20 Jahre – und ich hab ihn bis dato nicht gelesen

26. Juni 2017

Heute vor 20 Jahren erschien in Großbritannien der erste Band von Harry Potter. 20 Jahre ist das nun her und Harry Potter löste eine Begeisterung fürs Lesen und Fantasy aus – und lässt mich auch nach 20 Jahren völlig kalt.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Ja, ich bin kein Fan von Harry Potter. Ich hab die Faszination um den Zauberlehrling einfach verpasst. Mich hat der Virus von Joanne K. Rowling nicht erfasst. Meine Familie ist dagegen voller Potter-Fans, ich bin irgendwie gegen diesen Zauber immun. Das soll nicht heißen, dass ich die Begeisterung um das Phänomen Harry Potter nicht teilen kann. Ich habe einfach nicht von der Droge Harry Potter gekostet, freue mich aber über den Erfolg der Figur. 500 Exemplare druckte der britischen Bloomsbury-Verlag vom Erstlingswerk Harry Potter und der Stein der Weisen. Und dann wirkt der Zauber. Harry Potter entwickelte sich zum Renner in den Buchläden und brachte Kinder (und Erwachsene) scharenweise zum Lesen. Es ist stark, dass so ein Buch so eine Faszination auslösen konnte.
Meine Frau und später meine Kinder waren, sind und bleiben Potter-Fans. Wir haben die Bücher, eBooks und ganz beliebt die animierten iBooks von Apple und Filme. Wir haben Umhänge, verschiedene Zauberstäbe, Bücher mit Zaubersprüchen, mehrere Quiz-Varianten und ich glaube sogar, dass meine Gattin einen Besen Feuerblitz Nimbus 2000 besitzt – zumindest blitzen ihre Augen, wenn sie einen bestimmten Besen aus der Garage in ihren Hand hält.
Wir besuchten Harry Potter-Lesepartys in Büchereien und Buchhandlungen. Ich genoss eine Ausstellung, ich fieberte mit der Familie der Auslieferung eines neuen Potter-Buches entgegen. Einmal organisierte Amazon eine Nachauslieferung und der Paketbote kam gegen 2 Uhr morgens und brachte das ersehnte Harry Potter-Buch. So etwas gefällt mir – fetter Hype und richtig Rock’n Roll. Die Ideen von Joanne K. Rowling sind wirklich wunderschön. Nachdem ich viele Verwaltungsschulungen durchführe mag ich natürlich das Zauberministerium, als Bahnfahrer liebe ich den Hogwarts-Express samt Gleis Neundreiviertel und als Journalist verehre ich den Tagespropheten als Vorbild für ePaper.
Ab und zu lese ich Sekundärliteratur über Harry Potter, um bei meinen Kindern zu punkten. Dabei ist es toll, wie die Autorin mit den verschiedenen literarischen Genren spielt: Krimi, Jugend, Fantasy, Internatsliteratur – das Wechseln der Erzählformen. So eine Besserwisserei von mir macht bei meinen Kindern Eindruck.

Harry Potter im Kino und Blu ray
Weil ich zu faul war, die Bücher zu lesen, habe ich mir die Filme angesehen. Die meisten davon im Kino, alle immer wieder auf Blu ray. Ich überlege, ob ich das Potter-Schloss als Blu ray-Box kaufen soll. Meine Kinder K1/2 entwickelten sich zu Potter-Experten und schauen sich die Filme immer wieder gerne an. Sie sprechen die Dialoge mit, fachsimpeln, klatschen und freuen sich. Ich erkenne mich in meinen Kindern. Was Harry Potter für sie ist, ist die klassische Trilogie von Star Wars für mich: Einfach nur Kult. Nicht verraten: Die Potter-Filme fand ich ganz okay, aber auch nicht mehr. Aber das geht vielen Leuten mit Star Wars und Star Trek ebenso – also will ich nicht darüber urteilen.

Harry Potter Soundtracks
Allerdings mag ich den Score der Harry Potter-Filme. Ich besitze alle Soundtracks, einige davon in Extendet Version. Die Preise für diese Teile sind explodiert, ich hatte sie damals als Komplettierung meiner Soundtrack-Sammlung gekauft.
Die ersten drei Teile Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Harry Potter und der Gefangene von Askaban wurden komponiert von Altmeister John Williams und sind über jeden Zweifel erhaben. Teil 4 Harry Potter und der Feuerkelch wurde von Patrick Doyle beigesteuert und dann folgten zwei Soundtracks von Nicholas Hooper Harry Potter und der Orden des Phönix und Harry Potter And The Half-Blood Prince. Den Score für die letzten beiden Potter-Filme steuerte der Franzose Alexandre Desplat bei. Diese Musik ist wirklich großartig.

Harry Potter als Videospiel
Ab und zu spielen wir Videospiele rund um Harry Potter. Die beiden Lego-Spiele finde ich – wie die meisten Lego-Spiele – großartig umgesetzt. Interessant ist, dass meine beiden jugendlichen Potter-Fans K1/2 diese Spieleumsetzung Lego Harry Potter Collection eher langweilig finden. Sie greifen dann doch lieber zu Star Wars, Batman und Indiana Jones. Und auch das Lego-Spielzeug von Harry Potter kommt nicht so gut an, wie ich gedacht habe. Die Figur des Rubeus Hagrid habe ich mal geschenkt bekommen als ich über ein Lego-Fußballstadium berichtete. Rubeus Hagrid war damals Brasilienfan – zumindest hatte die Figur Rubeus Hagrid eine brasilianische Fahne in der Hand. Die Figur steht heute auf meinem Schreibtisch, aber die restlichen Harry Potter-Bausätze lockten meine Kinder nicht. Wir bleiben in der Lego Star Wars-Welt – ohne Harry Potter.
Ich plane als nächstes mit K1/2 den Besuch der Harry Potter-Filmstudios in London. Das geht sicherlich ins Geld, aber den Spaß gönne ich mir. Mal sehen, ob die Gattin uns begleitet. Und wenn es wirklich klappt, dann verspreche ich nach 20 Jahren des Erscheinens des ersten Harry Potter-Buches die Buchreihe durchzulesen. Es gehört doch irgendwie zur Populärkultur dazu.

May the Fourth – Star Wars Art: Ralph McQuarrie

4. Mai 2017

Zum heutigen Star Wars Feiertag habe ich mir etwas Besonderes geleistet. May the Force be with you – es ist der Tag der Tage für uns Star Wars Fans – schließlich ist May the Fourth be with you.
Heute erscheint die Blu ray von Star Wars Rogue One, aber viel wichtiger war für mich, dass ich eine der Bibel des Star Wars Universums in den Händen halten darf. Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition.
Im Grunde schuf Ralph McQuarrie den Look von Star Wars. George Lucas hat ihm enorm viel zu verdanken und Ralph McQuarrie ist einer der absoluten Helden im Star Wars Universum, obwohl ihn der klassische Zuschauer nicht kennen wird. Er ist der Mann auf den die Designs zurückgehen. Er ist der Mann, der an den Figuren gearbeitet hat. Er ist der Mann, den wir viel, viel zu verdanken haben. Leider ist er 2012 an Parkinson gestorben – was für ein Verlust.


Das Buch Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition umfasst zwei Bände in einem Schuber. Jeder Band hat sein eigenes Titelbild und ist voll mit Infos und Bildern, Skizzen und Entwürfen. 800 Seiten der helle Wahnsinn. Viele doppelseitige Fotos sind dabei und viel, viel Material zum Schmökern und Fachsimpeln. Das eine oder andere Bild hat man bereits gesehen, aber noch nie in dieser Komplexität.
Ralph McQuarrie hat so viel getan für Hollywood. Er arbeitete unter anderem für ET, Unheimliche Begegnung, Jäger des verlorenen Schatzes und und und er bekam den Oscar für Cocoon, aber für mich das Wichtigste: Er war der kreative Kopf hinter Star Wars. Seine Matte-Zeichnungen haben den Weg für CGI bereitet.
Am heutigen Star Wars-Feiertag mögen wir an Ralph McQuarrie denken und dankbar für diese Edition Star Wars Art: Ralph McQuarrie sein.

Hier das Unboxing des Werkes:

Buchtipp: The Art of Rogue One von Josh Kushins

29. April 2017
Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich liebe die Art of-Bücher, weil ich daran sehen kann, wie sich ein Film entwickelt und welche Ideen im Vorfeld aufkamen. Da es sich hier um Star Wars handelt, wird die Sache für mich um so interessanter, denn Fanboys wie ich werden Szene für Szene des Films analysieren. Das ist bei The Art of Rogue One nicht anders. Ich habe den Film mehrmals im Kino gesehen und mir jetzt auch auf Blu Ray bestellt.
Spekulationen und Interpretationen um diesen Film tauchten im Netz auf und auch mir fiel auf, dass Trailer und Film zum Teil sehr unterschiedlich sind und komplett andere Szenen enthalten. Nach der Veröffentlichung auf Blu Ray und DVD können wir Fans die Szenen Stück für Stück analysieren. Die Bestellung für den Datenträger ist freilich schon raus – am 4. Mai wird das Teil erscheinen.
Bis die Blu Ray Rogue One – A Star Wars Story bei mir eintrifft, schaute ich mir in das Buch The Art of Rogue One von Josh Kushins an. Am Wichtigsten war mir, wie das Buch das Quartier von Darth Vader auf Mustafa zeigt. Wird hier wirklich der Blick hinter die Kulissen gewagt? Ja – ich bin begeistert. Schon beim Aufschlagen der ersten Seite sehe ich den verstümmelten Körper von Vader, wie er aus der Nährflüssigkeit auftaucht. Für mich eine der besten Szenen im Film und auch im Buch. Und gleichzeitig kommt beim Durchblättern auch der Rückschlag: Der finale Kampf von Vader im Film kommt in diesem Buch nicht vor. Es endet mit der Schlacht auf dem Planeten. Hier bin ich enttäuscht. Ich hätte gerne das Storyboard gesehen, wie Vader unter den Rebellen wütet. Im Kino hatte diese Szene einen Applaus bekommen – im Art of Buch ist sie unter den Tisch gefallen. Das ist sehr, sehr schade. Noch dazu weil Regisseur Gareth Edwards einen kurzen Cameo-Auftritt hatte, den Hebel umlegte und das Sternenschiff von Leia wieder freigab. Obwohl es nur eine kleine Szene ist, ist die für die Geschichte von Star Wars enorm wichtig. Die Prinzessin flieht und gewinnt Zeit, um R2D2 mit den Daten des Todessterns zu füttern. Der Rest ist Filmgeschichte.


Mein Problem mit dem Film war das Wechseln der Schauplätze. Das ging für mich zu schnell und ich hatte manches Mal nicht die Zeit, mich in die Szenerie der Orte hineinzudenken. Diese Zeit kann ich mir jetzt beim Lesen des Buches nehmen. Denn es verdienten die unterschiedlichen Orte, die liebevoll gestaltet wurden. Das kann ich jetzt durch das Buch nachholen und entdecke Details, die ich später noch einmal mit dem Film auf Blu ray vergleichen werde. Wie schreibt Regisseur Gareth Edwards, dass er Angst hatte, das Buch zu beginnen, weil sich Story und Budget immer wieder änderten. Er selbst war ein kleines Kind von zwei Jahren, als Star Wars eine neue Hoffnung in die Kinos kam. Star Wars war für ihn immer da, immer ein Begleiter seines Lebens. Ich selbst sah Star Wars mit neun Jahren und ich kannte noch eine Welt vor Krieg der Sterne – ich denke, das macht viel aus. Die Verantwortung, die auf Gareth Edwards lastete, sie ist enorm. Nun, er hat seine Sache mit dem Film gut gemacht. Das Buch hätte dagegen mehr bringen dürfen wie die digitale Produktion von Leia oder Tarkin. Die CGI-Charaktere fehlen in diesem Buch komplett und damit ist es für mich kein vollwertiges Art of-Buch. Da hätte es mir nichts ausgemacht, wenn das Buch etwas nach dem Filmstart erschienen wäre und dafür Leia und Tarkin im Buch enthalten wären. Es sind in YouTube einige interessante Videos zu sehen, wie man die jugendliche Leia und den bösen Tarkin erschaffen hat.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den Raumschiffen, Fahrzeugen und Raumschlachten. Personen und mit ihnen verbundene Uniformen/Klamotten und Waffen gibt es zwar auch, treten aber in den Hintergrund. Dieses Buch eignet sich kaum zum Schneidern der eigenen Star Wars-Kostüme, als vielmehr zum Bau der eigenen Raumflotte.
Es ist also wieder Zeit in das Star Wars Universum mit diesem Buch einzutauchen und das Feuer wieder zu entfachen. Schließlich kommt ja auch irgendwann der Dezember mit dem regulären Star Wars VIII Die letzten Jedi.

Buchtipp: Art of Atari von Tim Lapetino

2. März 2017
Als 8-Bit Fan liebe ich Atari.

Als 8-Bit Fan liebe ich Atari.

Kennt ihr das auch noch? Als Jugendlicher lag ich auf meinem Sofa und hatte das Cover einer Langspielplatte in der Hand, während sich die Vinylscheibe auf meinem Dual-Plattenspieler drehte. Ich vertiefte mich in das Cover, las die Texte, studierte die Mitwirkenden und versank in meine Gedankenwelt. Ähnlich ging es mir als Kind, als mir meine Eltern das Videospielsystem VCS Atari 2600 kauften.
Wenn der heimische Grundig-Fernseher von meinen Eltern für eine TV-Sendung wie das laufende Band oder der blaue Bock besetzt war, saß ich auf dem Sofa und schaute mir die Verpackungen der Videospiele an. Spielen konnte ich ja nicht, weil der Fernseher von meinen Eltern blockiert war. Ein eigenes TV-Gerät hatte ich nicht, das bekam ich erst später von meiner Großmutter geschenkt. Ich versank also in meine Traumwelt und malte mir Abenteuer aus. Die Inspiration lieferten mir die Cover der Atari-Spiele. Ich spielte Tennis, sprang über Dschungelgruben, eroberte den Weltraum, schlug Schlachten mit meinen Raumschiff oder wehrte feindliche Aliens an. Ich liebte Videogames aus der 8-Bit Ära und ich liebe sie heute noch.
So war es für mich eine Selbstverständlichkeit als Retro-Gamer, dass ich mir sofort nach Erscheinen das Buch Art of Atari anschaffte. Es war wie eine Reise in meine Jugend, als ich auf dem Sofa das schwere Buch durchblätterte. Im Vorwort von Ernest Cline lese ich, dass das Spielecover sich mit dem digitalen Spiel verbinden und er hat recht. Gefiel mir das Cover nicht, gefiel mir das Spiel in der Regel auch nicht. Aber auch ein gutes Cover kann ein schlechtes Spiel nicht retten – ET sei als Beispiel genannt.
Die Geschichte von Atari wird in diesem Buche zum wiederholten Male erzählt. Die Geburt ist bekannt, wichtig waren mir die alten Bilder. Pong-Werbung in der Frühzeit, alte Arcademaschinen mit Knöpfchen, Bushsnell hier und Bushnell dort. Die beiden Steve bei Atari (leider ohne neuem Bildmaterial) sind auch bekannt. Wenn ich ehrlich bin, interessiere ich mich nur für das 2600-Gerät. Das 5200 Supersystem war mir zu teuer und das Atari 7800 Prosystem kam für mich zu spät. Ich war bereits auf den C64 umgestiegen und holte meinen Atari 2600 erst Jahre später wieder aus dem Keller. Atari XE kannte ich nicht, dafür liebte ich meinen Atari Lynx-Handheld (der einen enormen Batterienverbrauch hatte) und trotz 64 Bit kam mir Jaguar nie ins Haus.
Für mich interessanter war der Blick in die Designabteilung. George Opperman war beispielsweise einer meiner Helden, die ich nie mit Namen kannte. Aber ich kannte seine Kunst – ich kannte das legendäre Atari-Logo. Noch heute liebe den Schriftzug mit den drei Streifen.

Natürlich darf die Geschichte von ET nicht fehlen.

Natürlich darf die Geschichte von ET nicht fehlen.

Und dann kommen wir endlich zu den Spielen. Eines meiner ersten Games war Air-Sea-Battle. Das Cover war Action pur. Düsenjäger greifen Kriegsschiffe an – Krieg. Raketen steigen auf, ein U-Boot taucht ab. Extreme Dynamik in einem Bild vereinigt. Das Bild wurde von Cliff Spohn gezeichnet und prägte sich in mein Gedächtnis ein.

Air-Sea-Battle

Air-Sea-Battle

Eine Zeitlang mochte ich Autorennen ganz gerne. Es waren im Grunde Striche, die sich innerhalb anderer Striche bewegten. Als Sound gab es Brummen. Das ganze Spiel spielte sich auch im Kopf ab. Schumacher hab es noch nicht, Nikki Lauda war mein Held.

Star Ship

Star Ship

1977 kam Star Wars – Krieg der Sterne in die Kinos und ich brauchte unbedingt ein Weltraumspiel. Empire strikes back kam erst Jahre später auf das Atari 2600 und so blieb mir für Weltraumschlachten das Spiel Star Ship. Zwischen Planeten lieferten sich Raumgleiter schwere Kämpfe – genau meine Welt und wieder lieferte Cliff Spohn das Cover. Da war es an der Zeit, endlich was über Cliff Spohn zu lesen. Der Mann, der die visuelle Games meiner Kindheit geprägt hatte. Der Illustrator machte mir damals Lust auf die Spiele, wobei ich die klassischen Sportspiele nicht mochte. Basketball ist zwar schön gezeichnet, reizt mich aber noch immer nicht zu spielen.

Basketball

Basketball

Das Buch zeigt auch die Version von Superman. Der Film mit Brando kam 1978 in die Kinos und ich wollte unbedingt als Kind die erste lizensierte Videospielversion eines Films haben, hatte es aber damals in keinen meiner Spieleläden bekommen. Amazon und Online-Handel hab es noch nicht. Vielleicht erfülle ich mir heute noch den Wunsch, den Stählernden, wie er damals hieß, als Videogame zu kaufen. Das Spielprinzip habe ich allerdings auch heute nicht verstanden, aber das Cover war cool.

Asteroids

Asteroids

Und so gab es viele Covers und damit Spiele, die ich liebte: Asteroids war der Hammer. Stundenlang, tagelang spielte ich das Dreieck und zerstörte digitale Felsbrocken. Das Cover des Spiels mit dem einsamen Raumschiff inmitten von Asteroiden war super spannend. Ich stellte mir vor, wie ich der Captain dieses Schiffs war und mir mit Laserwaffen den Weg bahnte.

Missile Command

Missile Command

Und dann war da noch in der Hochphase des Kalten Krieges das Spiel Missile Command. Von einem versteckten Bunker feuerte ein Soldat der Zukunft Atomwaffen auf Städte ab. Eine Frau schaut ihn dabei über die Schulter. Brutaler und kaltblütiger geht es wohl nicht. Die Aufgabe war es, die anfliegenden Atomraketen abzufangen. Jahre später war mit dem Raketenabwehrsystem Roland und den Raketen von Saddam Hussein aus dem Spiel Wirklichkeit geworden. Als Kind faszinierte mich das Cover, das im Buch auf einer Doppelseite abgebildet ist. George Oppermann schuf wiederum das Bild.

Kompletter Schrott: ET

Kompletter Schrott: ET

Als Kind wusste ich nicht, welchen Klassiker ich mit Vanguard in der Hand hielt. Es war ein Raumschiff, dass durch ein Tunnelsystem flog und gegen Welle um Welle von Fieslingen kämpfen musste. Das Design des Covers stammte von Ralph McQuarrie. Ohne diesen Mann hätte es Star Wars, Unheimliche Begegnung oder ET nicht gegeben. Ein absoluter Klassiker des Spieledesigns wurde hier geschaffen. Mein Wunsch ist es, ein Originalcover zu ersteigern. Nun, dem Buch liegt zumindest ein schöner Druck einer Collage von Cliff Spohn bei – und es gibt von Steam 100 Atari Spiele zum Download, der Code liegt ebenso dem Buch bei.
Wer das Buch Art of Atari von Tim Lapetino noch bekommt, sollte unbedingt zugreifen.

Hier das Unboxing-Video:

Shopping in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 9

13. Januar 2017
Für mich gehört Shopping in New York einfach dazu. Große Teile meiner Familie waren der gleichen Meinung.

Für mich gehört Shopping in New York einfach dazu. Große Teile meiner Familie waren der gleichen Meinung.

Früher gab es in den USA Produkte, die es in Europa nicht gab. Im Zeitalter des Internets ist das vorbei. Überraschungen beim Shopping gibt es eher weniger. Und dennoch lohnte sich für die Familie der Einkauf in der New Yorker Geschäftswelt. Die Produkte sind toll, aber das Einkaufserlebnis im Big Apple ist viel wichtiger. Hier eine kleine Auswahl von Tipps und ja, ich weiß: New York hat noch viel mehr Geschäfte zu bieten.

Rolltreppen in Macy’s
Macy’s behauptet von sich, das größte Kaufhaus der Welt zu sein. Das war sicherlich früher der Fall. Heute ist das größte Kaufhaus wohl eher der Everythingstore Amazon. Als ich mit meiner Familie in New York weilte, kam die Meldung, dass Macy’s zahlreiche Mitarbeiter entlassen wird. Von den weltweit 163.000 Mitarbeiter müssen nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft 2016 rund 4800 Mitarbeiter gehen. Das Geschäft beim Geschäft mit dem roten Stern bröckelt massiv.


Für mich bedeutet Macy’s weniger Shopping als vielmehr Rolltreppenfahren. Klingt blöd, ist aber so. In Macy’s gibt es schöne alte Holzrolltreppen, die die Stockwerke miteinander verbinden. Ich genieße es, auf diesen hölzernen Treppen zu fahren – hoch und runter. Was müssen Rolltreppen damals für eine Revolution gewesen sein? Meine Großmutter, die noch im 19. Jahrhundert geboren wurde, hatte Zeit ihres Lebens Schiss vor den fahrenden Treppen. Im obersten Stockwerk von Macy’s gibt es übrigens eine hervorragende Eisdiele.

Die bunte Welt der Lego-Steine
Als Lego-Fan muss ich Lego-Stores auf der ganzen Welt besuchen. Klar ich: Eigentlich braucht man keine Lego-Stores mehr und eigentlich ist der New Yorker Store am Flatiron überflüssig, denn es gibt den Lego Online-Store. Der Store vor Ort ist aber wichtig, um einen Eindruck von den Modellen zu bekommen und sich auszutauschen. Der AR-Scanner im Store war heftig umlagert. Hier wird der AR-Code von der Lego-Packung gescannt und das fertige Modell erscheint virtuell und kann gedreht werden. Ich habe über den AR-Scanner in München gebloggt.

Und der Lego-Store ist ideal für Ersatzteile von der Brickwall. Schön anzusehen, war ein Streifzug durch die amerikanische Geschichte anhand von Lego-Figuren. Als nette Figur fand ich eine Freiheitsstatue als Lego von ein paar Zentimeter Größe. Ich kaufte mir das Yellow Submarine der Beatles, weil es bei uns schon seltener wird und ich unbedingt Geld loswerden wollte.

Frühstück bei Tiffany
Auf dem Flug nach New York las ich den hervorragenden Roman Frühstück bei Tiffany von Truman Capote. Immer wieder habe ich den Film gesehen und ich bin in Buch und Film verliebt. Daher war es selbstverständlich, dem Juwelier Tiffany einen Besuch abzustatten. Fürs Shoppen bei Tiffany hat die Urlaubskasse nicht ausgereicht, obwohl Ehefrau und K2 sich Ringe, Ketten und Glitzer im größeren Stil angeschaut haben. K2 verstand bei den Preisen die Welt nicht mehr. Es sei unnötig, einen Ring für 4000 US-Dollar zu erwerben, so die Kapitalismuskritik von K2. Auf jeden Fall hat der Laden eine schöne Atmosphäre, auch wenn man nicht in Klunker investieren will/kann. Der Service war super freundlich. Wie sehr überschlagen die Mitarbeiter sich dann, wenn man wirklich mal was kaufen will? Irgendwann, irgendwann werde ich es mal ausprobieren – Kapitalismuskritik hin oder her.

In Gedenken bei Leia – Forbitten Planet
Als wir in New York waren, verstarb Prinzessin Leia – Carrie Fisher und tags darauf ihre Mutter Debbie Reynolds. Welcher Ort kann der beste Ort zum Trauern sein, als eine Zweigstelle von Forbidden Planet. Das ist der weltweit größte Store für Science Fiction. Und natürlich nimmt Star Wars hier eine große Rolle ein. Der erste Weg führte mich in die umfangreiche Comics- und Manga-Abteilung. Ich wollte sehen, was es so auf dem US-Markt gibt und was über kurz oder lang bei uns aufschlägt. Dann für mich ganz wichtig waren die Art of-Bücher, die ich regelmäßig in meinem Blog bespreche. Ich kaufe sie ja in der Regel blind bei Amazon und hoffe, dass sie mir gefallen. Bei Forbitten Planet hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Bücher durchzublättern. Gekauft habe ich keines: Zum einen aus Gewichtsgründen, zum anderen aus Bequemlichkeit – denn Amazon liefert bequem nach Hause. Ich hatte gehofft, neues Material zu 2001 zu finden, aber stieß nur auf bekannte Bücher.


Dann ging es in die Welt der Action- und Sammlerfiguren. Ich stöberte nach Material zu Gigers Alien, wurde auch fündig, konnte mich aber dann doch nicht zum Kauf der 400 US-Dollar teuren Figur entschließen. Ich hatte Angst, dass die zerbrechlichen Gliedmaßen der Figur während des Flugs kaputt gehen. Außerdem war die Figur recht groß und passte nicht unbedingt in den Koffer. Mal sehen, ob ich online die Figur bekomme. Lebenswichtig ist es ja nicht.


Schön anzusehen, war allerhand Plunder rund um Star Wars. Am Witzigsten fand ich eine Reihe von Esstellern mit Star Wars-Motive. Braucht kein Mensch, sehen aber nett aus. Es war noch einmal die Gelegenheit, Prinzession Leia für ihren Kampf gegen das Imperium und die vielen Stunden der Unterhaltung zu danken.


In diese Kategorie passen übrigens auch die Dronen von Propel, die ich am Flughafen entdeckt hatte. Sie sind Spielzeugdronen mit einer Star Wars-Verkleidung. Tie-Fighter, X-Wing und Speed-Bike. Die Teile sehen gut aus, sind handgemalt und ich habe einige YouTube-Videos darüber gesehen. Ich wollte den Tie-Fighter für 200 US-Dollar erwerben, doch leider verweigerte mir die Lady am Flughafen den Verkauf. Dies sei nur für den US-Markt. Für Europa gebe es eine eigene Website. Menno – möge die Macht nicht mit euch sein.

Durfte ich leider nicht ausführen, sondern muss es online bestellen.

Durfte ich leider nicht ausführen, sondern muss es online bestellen.

The Tonight Show mit Jimmy Fallon
Es ist dann doch fast 20 Jahre her, als ich Fan der Harald Schmid-Show im Deutschen Fernsehen war. Ich liebte seine Late-Night-Show und in New York war ich im Zentrum der Late-Night-Shows. Neben der legendären Radio-City-Hall sind die Studios noch NBC. Dort wird unter anderem die The Tonight Show mit Jimmy Fallon aufgezeichnet.

Gute Unterhaltung und wie sehr vermisse ich Harald Schmidt.

Gute Unterhaltung und wie sehr vermisse ich Harald Schmidt.

Jimmy Fallon kann es wirklich und ist nicht nur Entertainer, sondern auch ein hervorragender Artist. Diese Show wurde von großartigen Menschen moderiert: Johnny Carson, Jay Leno, Conan O’Brien und seit 2014 von Jimmy Fallon. Die Show wird erstmals seit 1972 aus dem Rockefeller Center übertragen, wo NBC fünf Millionen US-Dollar in ein neues Studio investierte. Wir besuchten keine Show, aber auf jeden Fall den Company-Store. Es gab nur noch Fan-Artikel von Jimmy Fallon. Neben den üblichen Tassen und Gläsern fand ich ein Kissen mit dem Senderlogo ganz nett, es braucht aber kein Mensch. Ich wollte eigentlich ein Buch über die Geschichte der Late Night-Shows, hab aber außer Plunder nichts gefunden.

Hier wurde TV-Geschichte gemacht.

Hier wurde TV-Geschichte gemacht.

Obwohl am Eingang des Stores eine Plakette in den Boden eingelassen ist, dass hier das US-amerikanische Fernsehen begann, bekommt man im Store nichts über die US-Fernsehgeschichte. Schade, hier hat sich der Kommerz durchgesetzt, was aber bei den Mieten in der Stadt durchaus nachvollziehbar ist. Der Store ist auf Umsatz getrimmt und nicht auf inhaltliche Tiefe. Dennoch lohnt sich ein Besuch und beim nächsten New York-Aufenthalt in acht Jahren werde ich mal eine Late Night-Show live besuchen. Bis dahin schau ich mir The Tonight Show mit Jimmy Fallon im Internet auf YouTube an.

Bunte Bilder vom Shopping
Hier noch ein paar Schnappschüsse, völlig durcheinander vom Einkaufen in New York. Für mich bedeutet diese Stadt immer wieder neue Inspirationen.

Filmkritik Star Wars Rogue One

14. Dezember 2016

videoimage

„Als das Lucas-Logo auftauchte, da kribbelte es so schön im Bauch und mein Herz pochte“ – So nett drückte es mein Filmkritiker Kollege Julian Reischl aus. Und recht hatte er. Rogue One versetzte mich seit Wochen in einen Erregungszustand, den ich als Kind hatte, wenn ich einen großen Film im Kino ansehen durfte. Heute bin ich eher abgebrüht, aber dieses Gefühl habe ich mir bei Star Wars- und Star Trek-Filmen bewahrt. So auch bei der Premiere von Rogue One. Ich trat aus dem Kino und fühlte mich wie ein Held auf seinem Klassentreffen. Rogue One war ein Treffen der alten Bekannten. Ich sah meine Lieblinge wieder: C3PO, R2D2, Darth Vader, Prinzessin Leia und einfach wunderbar Gouverneur Großmoff Tarkin. Sie waren die Konstante, die den Film erträglich machten, was nicht heißen soll, dass Rogue One ein schlechter Film ist. Nur das Feuer sprang bei mir erst im Laufe des Films über.
Der Film ist ein Spin Off aus dem Star Wars-Universum und eine separate Geschichte, die sehr gut vor Episode IV eingebettet ist. Von der Handlung will ich nicht viel verraten: Es geht um die Pläne des Todessterns, die von den guten Rebellen von dem bösen Imperium gemopst werden. Fans wissen Bescheid.
Der Beginn des Films schleppte sich hin, die neuen Charaktere wurden eingeführt, doch emotional rissen sie mich nicht mit. Einzig der umgedrehte imperiale Droide K-2S0 zeigt die notwendigen Emotionen und sorgte für ein gewisses Maß an Unterhaltung. Was ist passiert? Bin ich etwa zu alt für Star Wars? Nein, ich bin nicht zu alt für gute Unterhaltung, aber der Anfang kam schon sehr klischeebehaftet daher.
Regisseur Gareth Edwards, der mit Godzilla ein emotionales Meisterwerk ablieferte, versteht eigentlich sein Handwerk. Er weiß eigentlich, was mir als Fan der ersten Stunde gefällt. Er zitierte die alten Filme und das freut mich. Beispiele gefällig?

Da wäre der Held, der zuerst schießt. Wie der alte Han Solo einstmals. Und ich bleibe dabei: Han hat zuerst geschossen, auch wenn Lucas später eine Geschichtsfälschung betrieb.

Dann wären da die Wachmänner auf den Rebellentürmen, die in den Sonne blicken, während die X-Wings in den Krieg ziehen. Warum braucht man eigentlich in der Zukunft noch einen Ausguck?

Und da ist auch der Mausroboter, der den Sturmtruppen hinterher rollt. Wie sehr habe ich damals im Kino gelacht und wollte unbedingt so einen Maus-Droiden haben.

Schöne Erinnerung waren auch die hohen Schächte in denen unsere Helden herumturnen und gegen die Sturmtruppen kämpfen. Der alte Luke hing auch in solchen Schächten, die damals noch Matte-Zeichnungen waren, und musste den Traktorstrahl ausschalten. Leia retten.

Sehr schön auch der Crash der Sternenzerstörer – wie einst bei Rückkehr der Jedi, als es Rums auf Endor machte und die Jedi wieder die Macht übernahmen.

Aber es kamen in Rogue One beim ersten Mal Ansehen keine neuen markanten Augenblicke vor, die sich in mein Filmbewusstsein einbrennen werden. Schade. Vielleicht passiert dies beim zweiten und dritten Mal, denn ich werde mir den Film mehrmals ansehen (müssen).
Technisch ist Rogue One allererste Sahne und die Weltraumkämpfe machen Spaß. Da gibt es nix zu meckern, wenn Gold eins und Rot eins zum Angriff über gehen. Es macht Freude, wenn die Jäger gegen das Imperium antreten, wenn die Tie-Fighter daher sausen und sich im Kampf stellen. Ich liebe die ATAT, die Rebellen auslöschen. Das ist das Star Wars Universum, wie ich es mag. Warum allerdings die Daten vom Todesstern allerdings auf Festplatten gelagert werden, erschließt sich mir nicht. Cloud Computing hat sich in der Zukunft wohl doch nicht durchgesetzt. Es muss ja nicht gerade die Drop Box sein.
Klar ist auch: Der Rogue One ist härter geworden als die bisherigen Filme der Reihe. Der Hinterhalt, in dem die Sturmtruppen mit ihrem Panzer geraten, zeigt keine glorreichen Kämpfe mit Helden und Siegern. Das ist Krieg und mir kam Ridley Scotts Black Hawk Down in Erinnerung. Und ich täuschte mich nicht. Für das lebensnahe, realistische Feeling von Rogue One verpflichtete Edwards Greig Fraser (Zero Dark Thirty, Foxcatcher) als Chefkameramann und Neil Corbould (Black Hawk Down, Gladiator, Der Soldat James Ryan) als Special Effects Supervisor. Einzig, die Heldin zeigt Herz und rettet ein weinendes Kind. Bilder vom Krieg in Syrien kamen auf. Familienunterhaltung ist das nur bedingt. Der Film selbst ist eher in dunklen Bilder gehalten, was der ganze Atmosphäre sehr gut tut.
Die grundsätzliche Frage stellte sich mir im Film immer wieder: Warum tragen die Sturmtruppen eigentlich eine Panzerung. Laserstrahlen fegen sie hinweg. Und sogar jeder Stockhieb erledigt sie. Schutz stelle ich mir anders vor. Richtig nervig war für mich Kung Fu Panda Chirrut Îmwe (Donnie Yen) und sein Rambo-Verschnitt mit der großen Karre. Hier wurde versucht ein dynamisches Duo aufzubauen, das meines Erachtens misslang. Die Charaktere nerven nur. Ich bin auch keine 8 Jahre mehr. Was bei Lucas noch eine Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa war, ging mir jetzt gehörig auf den Geist. Es war eher Kung Fu David Carradine mit John Rambo Stallone.
Gefallen hat mir dagegen das Böse im weißen Mantel. Der imperiale Militärdirektor Krennic (schön gespielt von Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen. Er bekommt aber von seinen Vorgesetzten, buchstäblich die Luft abgeschnürt und wird zurückgepfiffen. Insider wissen, wer der Chef mit schwarzen Mantel und Maske ist. Das macht Spaß und bei dieser Szene klatschte ich innerlich. Gut gemacht.
Ein Wort noch zur Musik. Den Score werde ich noch extra besprechen, wenn ich das Album durchgehört habe. Jeder Komponist muss verlieren, wenn er das Erbe von John Williams antritt. An den Olymp kommt keiner heran. Regisseur Gareth Edwards beauftragte Komponist Alexandre Desplat mit dem er schon bei Godzilla arbeitete. Weil aber Disney umfangreiche Nachdrehs anordnete, stieg Alexandre Desplat aus dem Projekt aus – mich würde jetzt um so mehr seine Interpretation interessieren. Ausputzen musste es Michael Giacchino, der in vier Wochen den Score komponierte und aufnahm. Eigentlich viel zu wenig Zeit für so einen wichtigen Film. Michael Giacchino machte seine Sache gut, aber das endgültige Urteil folgt in einer separaten Kritik.
Lohnt sich Rogue One? So lautet die Frage. Ja ist meine Antwort. Ist er besser als Erwachen der Macht? Nein, ich habe mich damals eher heimisch gefühlt. Werde ich mir Rogue One nochmals ansehen: Ja, auf jeden Fall, denn es gibt viel zu entdecken und außerdem ist es noch ein Jahr hin, bis Star Wars VIII am 15. Dezember 2017 ins Kino kommt.

Schnell noch zu Star Wars Identities

16. Oktober 2016

starwars_5097

Wer sie noch nicht gesehen hat, für den ist jetzt allerhöchste Eisenbahn. Bis zum 17. Oktober ist die Star Wars Ausstellung Identities in der kleinen Olympiahalle noch zu sehen. Es ist ein Pflichttermin für alle Star Wars-Fans jeden Alters.
Zusammen mit K1 hatte ich bei Star Wars Identities einen entspannten und inspirierenden Fannachmittag unter Gleichgesinnten. Sicherlich hat der aktuelle Trailer von Rouge One nochmal sein Übrigens getan und uns heiß gemacht. Grundsätzlich macht es nur Sinn als echter Star Wars-Fan diese Ausstellung zu besuchen, aber dies dürfte natürlich klar sein. Trekkies werden ebenso enttäuscht sein wie Unwissende des Star Wars Universums. Das Zeug ist wirklich nur etwas für Fans, denn gerade die Details machen es aus. Es gibt für jede Altersstufe etwas zu entdecken. Die Marke Star Wars schafft es, über Generationen hinweg zu faszinieren. Ich konnte es kaum fassen, dass ich neulich in einem Gespräch die Aussage gehört habe: „Ich habe noch nie einen dieser Krieg der Sterne-Filme gesehen!“ Ab in die Sarlaccs Grube mit so einem Ignoranten der Pop Kultur.


Die Ausstellungsmacher von Star Wars Identities gingen geschickt bei der Planung des Events in der kleinen Olympiahalle vor: Sie sprechen zwei Zielgruppen unterschiedlich an: Kinder und Geeks. Und beide Zielgruppen gewinnen etwas vom Besuch der Veranstatung. Die einen Spaß und Unterhaltung, die andere eine Fülle von Details zum Fachsimpeln herausfordern.
Die Ausstellung ist gut gegliedert und mit neuer Technik ausgestattet. Der Besucher hat eine Art Audio-Guide im Ohr und sobald er sich einem Ausstellungsstück nähert, bekommt er die entsprechenden Informationen. Zudem bekam man ein Armband mit der Besucher im Star Wars-Universum mitspielen konnte – wenn er will. Besonders die jüngeren Besucher fuhren darauf ab und schufen sich ihren eigenen Star Wars Charakter, den man sich am Ende der Ausstellung per eMail zusenden konnte.
Als Fan war ich von den Details fasziniert und musste mir am Ende der Ausstellung im angehängten Shop auch die Luxusausgabe des Ausstellungsführers kaufen. Über den werde ich separat mal einen Blogpost schreiben. Nur soviel: Das Ding lohnt sich.
Mein erster Blick fiel auf die zahlreichen Roboter der Serie – im Mittelpunkt freilich R2D2 und C3PO sowie BB-8. Darum gruppierten sich Kampfdroiden, Med-Robots, Sturmtruppen und Boba Fett. Wichtiger für mich waren die zahlreichen Skribbles, Konzeptzeichnungen und Sketches. Es lässt sich wunderbar die Entwicklung der Figuren daran erkennen. Es zeigt sich, wie der Charakter einer Figur durch Änderungen in den Zeichnungen verstärkt oder abgeschwächt wird. Einige der Zeichnungen habe ich noch nie gesehen und war total fasziniert.


Die Luft blieb mir weg als ich vor einen Original Pod Racer stand. Im Film musste ich mich an die Racer gewöhnen, in der Ausstellung war ich gleich Feuer und Flamme. Durch geschickte Beleuchtung bekam der Besucher beim Betrachen des Modells den Eindruck von Geschwindigkeit. Super gemacht und eine Attraktion für groß und klein.
Für mich ein weiterer Höhepunkt war der Bikini von Prinzession Leia aus Rückkehr der Jedi. Generationen von Teenagern waren fasziniert von dem goldenen Bikini, den Leia in der Gefangenschaft von Jabba tragen musste. Endlich hatte man das Ding vor seinen Augen und es begann das übliche Kopfkino wie zu Zeiten als man Teenager war. Beeindruckend auch die Skulptur von Han Solo in Carbonit. Es war schon ein fieser Cliffhanger unseren coolen Helden am Ende vom Imperium einzufrieren. Wir mussten Jahre warten, um das Schicksal von Solo weiter verflogen zu können.
Die Modelle von Yoda und Jabba waren toll, der Jar Jar Binks als ein männlicher Gungan von dem Planeten Naboo zog mal wieder meinen Hass zu. Diesen Dreck werde ich George Lucas nicht verzeihen. Da nutzt es auch nichts, dass es verschiedene Versionen von dem Deppen gab. Ich mag Jar Jar Binks nicht.


Details um Details gab es zu entdecken. Natürlich staute es sich bei den Raumschiffen und beim Rasenden Falken. Aber ich will nicht zu viel verraten. Aber achtet auf die Kostüme: Der Helm von Darth Vader ist der Hammer, Darth Vader sowieso und auch die Kostüme von Senatorin Amidala. So viele Kleinigkeiten, so viel zu entdecken. Nehmt euch für die Räume Zeit mit.
Lasst euch überraschen von Star Wars Identities. Schaut euch die Ausstellung unbedingt noch an. Und dann freuen wir uns auf Rouge One.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blogstöckchen – Als ich zehn war

10. Oktober 2016

Als ich zehn Jahre alt war, schrieb man das Jahr 1978. Es war ein bewegtes Jahr für mich, ein Jahr voller neuer Eindrücke, die mich formten. Als ich zehn Jahre alt – so lautet ein Blogstöckchen meines Iron Blogger-Kollegen Lutz Pausner das ich gerne aufnehme. Dieses Mal eine Reise in die Vergangenheit, eine nostalgische Erinnerung an alte Zeiten, an die gute alte Zeit. Für mich war das ihr 1978 ein Jahr des Umbruchs.

Chomeini revolutioniert
Mein Elternhaus war sehr politisch. Beim Abendessen wurde viel diskutiert und ich kleiner Bub bildete mir eine eigene Meinung. Mein Papa war eines Abends sehr schweigsam beim Abendessen. Er ging schnell über zum Ritual des Fernsehens, erst heute, dann Tagesschau. Im Fernsehen kam immer wieder ein greiser alter Mann – es war Chomeini. Den Begriff Ajatollah hörte ich zum ersten Mal. Der herrschende Schah wurden von seinem Pfauenthron in Persien gestoßen. Die iranische Revolution begann und ich war das erste Mal mit religiösen Bewegungen konfrontiert. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieser Chomeini die Welt veränderte. Aber im Fernsehen liefen Interviews und Erläuterungen – heute würden wir die Sondersendungen Brennpunkt nennen. Die Welt wurde erklärt von Peter Scholl-Latour, der mit Chomeini im Flieger von Paris nach Teheran saß und Interviews machte. Scholl-Latour war in unserer Familie sehr beliebt, die Bücher hatten meine Eltern verschlungen. Scholl-Latour war glaubwürdig für uns und er sagte: Die Welt ändert sich. Er sollte Recht behalten.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Neuer Papst
Eine andere tiefgreifende Erinnerung war der Papstwechsel. Jetzt bin ich kein großer Christ, aber der Papst ist dennoch eine wichtige Persönlichkeit. Der alte Papst Papst Paul VI. starb nach 15 Jahren im Amt – ich hatte als zehnjähriges Kind keinen anderen Papst lebendig erlebt. Der Papst ist also gestorben und es begann das Konklave. Ein neuer Papst wurde gewählt und die Wahl fiel auf den sympathischen Kardinal Luciani, der sich den Namen Johannes Paul I. gab. Nach 33 Tagen im Amt verstarb Johannes Paul I. plötzlich und die Verschwörungstheorien begannen. Bei uns in der Familie wurde spekuliert, bei uns in der Klasse wurde spekuliert. Verschwörung um Verschwörung, ob der liberale Papst vielleicht beseitigt wurde. Das verstörte mich, dass ein Papst zweimal im Jahr verstarb. Das Jahr 1978 ging somit als ein Dreipäpstejahr in die Geschichte ein.

Der Stadtneurotiker
Aber das Jahr 1978 war auch ein ganz, ganz großes Kinojahr. Es begann mit Woody Allen. Ich habe den Komiker gerne gehabt. Die Klamauk-Filme mochte ich als Kind. Und dann sah ich den Stadtneurotiker. Ich verstand den Film nicht beim ersten Mal. Die Probleme der New Yorker waren nicht die Probleme von mir als Kind. Und dennoch: Die Dialoge blieben mir in Erinnerung. Irgendwie erahnte ich die Tiefe der Worte, ohne sie zu verstehen. Erst Jahre später verstand ich die Probleme und Handlungen der Menschen im Stadtneurotiker. Höhen und Tiefen – so sieht das Leben aus. Davon verstand ich als Zehnjähriger nichts und dennoch faszinierten mich die Dialoge.
Von etwas verstand ich allerdings etwas als Zehnjähriger. Ich verstand etwas von Science Fiction: Ich kannte die tollen Filme, es war Pop Corn-Kino pur. Und dann kamen 1978 zwei Filme ins Kino, die mich wegbeamten: Unheimliche Begegnung der Dritten Art und Krieg der Sterne.

Unheimliche Begegnung der Dritten Art
Unheimliche Begegnung der Dritten Art war ein toller Film, weil es ein friedlicher Film war. Es war die Probe für den genialen ET, der später folgen sollte. Steven Spielberg öffnete mir die Augen, John Williams öffnete mir die Ohren. Ich mochte François Truffaut als Schauspieler, der ja eigentlich ein Regisseur ist. Das Thema UFO faszinierte mich und endlich waren die Außerirdischen da und nahmen uns mit auf die Reise. Der Film zeigte, wie Menschen den Kontakt zu einer fremden Species aufnehmen. Was gibt es Schöneres?

Star Wars
Ja und dann infizierte mich Krieg der Sterne – wie Star Wars, a new Hope damals hieß. Der Film war ein Hammer. Ich hab den Film bei uns im Kino dreimal hintereinander gesehen. Bei uns in der Stadt gab es drei Kinos: Capitol, Lichtspielhaus und Amperlichtspiele – und ich glaube, der Film lief im Capitol. Heute existiert keines dieser Kinos mehr. Es war ein wunderbares Märchen, ich war verknallt in Leia (coole Frisur), ich verehrte Han wegen seiner Coolness und ich bewunderte Darth Vader, der bei uns Kinder der schwarze Lord hieß. Luke mochte ich allerdings nicht so, der war so verdammt jung – so wie ich. Das ganze war wie ein Rittermärchen in der Zukunft mit Schwerter, Umhängen und Rüstungen. Prinzessinnen und Lords, Soldaten und Rebellen – das ganze Programm. Und es war dort Peter Cushing zu sehen, den ich so aus den Dracula-Filmen mochte. Star Wars hatte den gleichen starken Komponisten wie Unheimliche Bewegung: Ich entdecke John Williams und er ist seitdem Teil meines musikalischen Lebens. Ich hatte ein Panini Klebealbum von Star Wars, sammelte Figuren von Haspo und vor allem von Kenner. Leider habe ich nur noch das Gewehr von Chewbacca, die Figuren sind weg – welch ein Verlust.

Kenny Baker ist tot – R2D2 piept nicht mehr

14. August 2016
Gestern ist Kenny Baker gestorben, der den R2D2 verkörpert hat.

Gestern ist Kenny Baker gestorben, der den R2D2 verkörpert hat.

R2D2 ist tot. Nein, natürlich nicht, aber der Schauspieler, der den kleinen Roboter verkörpert hat, ist gestern nach langer Krankheit gestorben: Kenny Baker. Er wurde 83 Jahre alt. Sein Tod ist sehr schade, denn unsere Familie liebt R2D2. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich den Schauspieler Kenny Baker nur in den wunderbaren Streifen Time Bandits von 1980 als Fidgit wahrgenommen habe, ihn dort sofort mochte. Monty Python Terry Gilliam setzte den Film von Zeitreisenden Kleinwüchsigen gekonnt in Szene.
Wie ja den Star Wars-Fans bekannt ist, wollte Kenny Baker nicht in die Blechdose schlüpfen, wie George Lucas es sich vorgestellt hatte. Am Ende überredete Lucas den 1,12 Meter großen Schauspieler dann doch. Baker musste keine Zeile Text sprechen und verlieh in der Blechdose dem Roboter R2D2 doch menschliche Züge. Durch Kenny Baker lebte der Roboter, er bewegte sich nicht nur, nein er lebte wirklich.


Unsere Familie liebt R2D2. Vor allem meine Frau sammelt den Roboter in verschiedenen Ausführungen, mal aus Plüsch, mal aus Lego in unterschiedlichen Größen. Wir haben einen Wecker, Kaffeetassen, Keksdosen und vielleicht auch bald einen Mülleimer im R2D2-Deisgn. Unser Hausschlüssel hängt an einem R2D2-Anhänger und ich gönnte mir vor Jahren einen Nikko Beamer, DVD-Player und iPod-Dock in Form eines R2D2.

R2D2 ist Teil meiner Roboterspielzeugsammlung.

R2D2 ist Teil meiner Roboterspielzeugsammlung.

Das Ding war damals schon sündteuer und heute legen Star Wars-Freaks für den mobilen Gesellen viel Geld auf den Tisch. Gerade vor kurzem haben K1 und ich die Star Wars-Ausstellung Identities in München angesehen und über das Verhältnis BB-8 und R2D2 gefachsimpelt. Also ihr seht: R2D2 ist Thema in unserer Star Wars-verrückten Familie.

R2D2 und BB-8 in einer Ausstellung.

R2D2 und BB-8 in einer Ausstellung.

Wenn ich zurückdenke, hat die Schauspielkunst von Kenny Baker den Roboter so genial zum Leben erweckt, dass er wohl 1977 meine Liebe zu einem neuen Hobby auslöste: Ich sammelte über mehrere Jahre hinweg Roboterspielzeug. In meiner Sammlung durfte R2D2 natürlich nicht fehlen. Die Roboter, an der Spitze mehrere Aibos von Sony, stehen hier überall herum. Im Garten fährt übrigens ein Mähroboter Automower von Husqvarna. Wir haben ihn in der Familie R2Mäh2 getauft und ihm Augen aufgeklebt, um ihn menschlicher zu machen. Das brauchte der R2D2 im Film durch die Schauspielkunst von Kenny Baker nicht, er in seiner Dose war menschlich.