Posts Tagged ‘Abenteuer’

Meine Vinyl-Käufe im Juni

1. Juli 2026

Es ist die Perfektion des Unperfekten, die Vinyl heute faszinierender denn je macht. In einer Welt flüchtiger digitaler Klicks bietet die Schallplatte ein echtes, entschleunigtes Ritual: das bewusste Auswählen, das sanfte Auflegen der Nadel und das warme, organische Knistern, das dem Sound eine fast spürbare Seele verleiht.
Dazu kommt die Ästhetik des Physischen. Ein Album auf Vinyl ist kein bloßer Stream, sondern ein Gesamtkunstwerk, das man in den Händen hält – vom großformatigen Artwork des Covers bis hin zur gepressten Rille. Wer Platte hört, konsumiert Musik nicht einfach nur nebenbei; er nimmt sich die Zeit, sie wirklich zu erleben.

Raumpatrouille von Peter Thomas

Es gibt Musik, die nicht einfach beginnt. Sie hebt ab. Peter Thomas’ „Raumpatrouille“ ist so ein Klangereignis. Schon nach wenigen Takten öffnet sich ein Raum, der größer ist als jede Erinnerung: silbernes Licht, flimmernde Bildschirme, der Blick in ein Universum, das nach Zukunft klingt – und zugleich nach Kindheit, Schwarzweißfernsehen und dieser unbändigen Lust, das Unbekannte zu erobern.

Diese Musik ist kein bloßer Soundtrack. Sie ist ein Versprechen. Ein Versprechen darauf, dass Fantasie stärker sein kann als jede technische Begrenzung. Dass ein deutsches Fernsehstudio der sechziger Jahre plötzlich zum Tor in die Galaxis werden konnte. Dass ein Beat, ein Bläsersatz, ein vibrierender Rhythmus genügt, um uns aus dem Wohnzimmer hinaus in die Sterne zu katapultieren.


Peter Thomas komponierte nicht einfach Begleitmusik. Er baute eine akustische Raumstation. Funk, Jazz, elektronische Klangsplitter, schräge Effekte und unwiderstehliche Melodien kreisen hier umeinander wie fremde Planeten. Alles wirkt verspielt, elegant, mutig und vollkommen eigen. Man hört dieser Musik an, dass sie keine Angst vor der Zukunft hat.
Und vielleicht liegt genau darin ihre Magie: „Raumpatrouille“ klingt bis heute nicht alt. Sie klingt wie eine Zukunft, die wir einmal geträumt haben – optimistisch, kühn, ein bisschen verrückt und wunderbar menschlich. Wer dieses Album hört, reist nicht nur durch den Weltraum. Er reist zurück zu dem Moment, in dem Science-Fiction noch Staunen bedeutete. Peter Thomas hat mit dieser Musik ein Stück Popkultur geschaffen, das weiter leuchtet. Wie ein Signal aus einer anderen Zeit. Wie ein Gruß von der Orion. Wie ein Beweis, dass große Abenteuer manchmal mit einem einzigen Ton beginnen.

Music from Andor: Season 1 von Nicholas Britells

Nicholas Britells „Music from Andor: Season 1“ ist einer der ungewöhnlichsten und stärksten Beiträge zur neueren Star-Wars-Musik. Statt die großen sinfonischen Gesten John Williams’ einfach nachzuahmen, entwickelt Britell eine eigene Klangsprache: kühler, brüchiger, politischer und oft erstaunlich intim. Die Musik klingt weniger nach Weltraumoper als nach Widerstand, Überwachung und innerer Anspannung.
Besonders stark ist der Soundtrack dort, wo er elektronische Texturen, minimalistische Motive und orchestrale Farben miteinander verbindet. Britell gibt der Serie damit eine Identität, die perfekt zu ihrem Ton passt: erwachsen, düster und von unterschwelliger Unruhe geprägt. Die Themen bauen sich oft langsam auf, manchmal fast unmerklich, bis aus kleinen rhythmischen Figuren eine enorme emotionale Wucht entsteht.


Als Album funktioniert die Musik nicht immer im klassischen Sinne eingängig; manche Stücke sind eher atmosphärische Szenen als abgeschlossene Kompositionen. Doch gerade diese Zurückhaltung macht den Reiz aus. „Music from Andor: Season 1“ ist kein nostalgisches Star-Wars-Souvenir, sondern ein eigenständiger, mutiger Score, der die Welt der Saga musikalisch erweitert. Ein intensives, intelligentes und atmosphärisch dichtes Werk.

Yardbirds

Die Yardbirds zählen zu den wichtigsten und einflussreichsten Bands der britischen Rock- und Bluesgeschichte. Entstanden in den frühen 1960er-Jahren, standen sie zunächst tief in der Tradition des Rhythm & Blues. Doch schon bald entwickelten sie daraus einen eigenen, rauen und zugleich experimentierfreudigen Sound, der weit über den klassischen Beat jener Zeit hinausging.

Besonders bemerkenswert ist die Rolle der Yardbirds als Talentschmiede für drei der größten Gitarristen der Rockgeschichte: Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page spielten nacheinander in der Band und prägten jeweils auf eigene Weise ihren Klang. Clapton brachte den kompromisslosen Blues, Beck öffnete die Tür zu neuen Klangexperimenten, Verzerrungen und psychedelischen Elementen, Page führte den Sound schließlich in Richtung härterer Rockmusik weiter.

Mit Stücken wie „For Your Love“, „Heart Full of Soul“, „Shapes of Things“ oder „Over Under Sideways Down“ zeigten die Yardbirds, wie sich Blues, Pop, Psychedelic und Rock miteinander verbinden lassen. Sie waren Suchende, Grenzgänger und Wegbereiter: Viele Ideen, die später im Hard Rock, Psychedelic Rock und Heavy Blues selbstverständlich wurden, klangen bei ihnen bereits an.

Auch wenn ihre große Zeit vergleichsweise kurz war, ist ihr Einfluss kaum zu überschätzen. Ohne die Yardbirds wäre die Entwicklung der Rockmusik der späten 1960er-Jahre anders verlaufen – und vermutlich ärmer. Sie waren eine Band des Übergangs: vom Beat zum Rock, vom Blues zur elektrischen Ekstase, vom Song zur Klangexplosion. Ihre Musik steht bis heute für Aufbruch, Energie und den Mut, neue Wege zu gehen

50 Years Of Phaedra: At The Barbican

Mit „Phaedra“ schufen Tangerine Dream 1974 eines jener Alben, bei denen man nicht einfach von Musik sprechen kann, sondern eher von einem Raum, in den man eintritt. Das Werk erschien am 20. Februar 1974 bei Virgin Records, wurde im November/Dezember 1973 im Manor Studio in England aufgenommen und gilt als das erste Tangerine-Dream-Album mit jenem klassischen, sequencergetriebenen Sound, der später prägend für die Berliner Schule wurde.

Schon der lange Titeltrack macht klar, dass hier keine Songs im herkömmlichen Sinn geboten werden. „Phaedra“ pulsiert, driftet, wächst und zerfällt wieder. Die Sequencer-Linien wirken wie Maschinen, die träumen, während Mellotron-Flächen und Synthesizer-Schwaden eine kalte, kosmische Weite öffnen. Das Stück hat etwas Unheimliches und zugleich Meditatives: Es ist nicht melodisch im klassischen Sinn, sondern atmosphärisch, körperlos und doch voller Spannung.

Mit „50 Years Of Phaedra: At The Barbican“ feiern Tangerine Dream nicht einfach ein Jubiläum, sondern treten in einen Dialog mit ihrer eigenen Legende. Das Livealbum wurde im Londoner Barbican aufgenommen und erschien am 30. Januar 2026 bei Kscope/Edel. Es dokumentiert die Neuinterpretation des Klassikers „Phaedra“, jenes Albums von 1974, mit dem Tangerine Dream ihren sequencergetriebenen Sound entscheidend prägten und die Berliner Schule der elektronischen Musik nachhaltig beeinflussten.

Das Besondere an dieser Veröffentlichung ist, dass die heutige Besetzung von Tangerine Dream das historische Material nicht museal nachspielt. Stattdessen wird „Phaedra“ mit modernen Mitteln neu befragt. Auf dem ersten Teil des Albums interpretiert die aktuelle Formation die Stücke des Originals in veränderter Reihenfolge und in zeitgemäßer Klangsprache: „Sequent C, 2024“, „Movements Of A Visionary, 2024“, „Mysterious Semblance At The Strand Of Nightmares, 2024“ und schließlich „Phaedra 2024“. Ergänzt wird das Ganze durch die ausgedehnte „Hippolytos Session“, die in mehreren Teilen den improvisatorischen Geist der Band betont.

Musikalisch beeindruckt vor allem, wie organisch Vergangenheit und Gegenwart zusammenfinden. Die vertrauten Sequencer-Muster pulsieren weiterhin wie elektronische Herzschläge, doch sie wirken nicht nostalgisch verstaubt. Sie haben mehr Druck, mehr Raum, mehr Tiefe. In „Movements Of A Visionary, 2024“ bauen sich die hypnotischen Linien langsam auf, bis ein tranciger Sog entsteht, der klar an die klassische Berliner Schule erinnert und dennoch modern klingt. „Mysterious Semblance At The Strand Of Nightmares, 2024“ zeigt dagegen die filmische Seite der Band: dramatische, anschwellende Klangflächen, Dunkelheit, Schwebung und eine fast unheimliche Schönheit.

Die heutige Besetzung mit Thorsten Quaeschning, Hoshiko Yamane und Paul Frick behandelt das Erbe mit Respekt, aber ohne Ehrfurchtsstarre. Gerade das macht die Aufnahme stark. Wo das Original von 1974 wie ein Blick in eine unbekannte Zukunft klang, wirkt diese Barbican-Version wie eine Rückschau aus dieser Zukunft heraus. Die analoge Fragilität des Originals wird nicht kopiert, sondern in eine präzise, weit aufgefächerte Live-Architektur übersetzt. Das Ergebnis klingt größer, körperlicher und stellenweise fast sinfonisch, ohne den meditativen Kern von „Phaedra“ zu verlieren.

Die „Hippolytos Session“ ist dabei mehr als bloß Bonusmaterial. Sie öffnet das Konzert in Richtung freier elektronischer Improvisation und erinnert daran, dass Tangerine Dream nie nur eine Band der Komposition, sondern immer auch eine Band des Moments war. Hier darf Musik wachsen, atmen und sich verändern. Manche Passagen wirken suchend, andere überwältigend klar. Gerade diese Offenheit macht den Mitschnitt lebendig.

Natürlich wird es Puristen geben, die das Original bevorzugen. „Phaedra“ von 1974 besitzt eine geheimnisvolle Rohheit, die aus den damaligen technischen Grenzen entstanden ist. Diese Magie lässt sich nicht wiederholen. Aber „50 Years Of Phaedra: At The Barbican“ versucht das auch gar nicht. Es ist keine Kopie, sondern eine Verneigung mit eigener Haltung. Ein Kritiker nannte das Album eine moderne Rückkehr zu klassischen Tangerine-Dream-Epochen und zugleich einen Beweis, dass die aktuelle Besetzung den Namen weitertragen kann.

„50 Years Of Phaedra: At The Barbican“ ist ein würdiges, kraftvolles und atmosphärisch dichtes Jubiläumsalbum. Es zeigt, dass „Phaedra“ nicht nur ein historischer Meilenstein ist, sondern ein lebendiger Klangraum, der auch fünf Jahrzehnte später noch neue Formen annehmen kann. Tangerine Dream feiern hier nicht die Vergangenheit als Denkmal, sondern lassen sie neu leuchten – pulsierend, dunkel, elegant und visionär.

Ambient 1: Music for Airports von Brian Eno

Mit Ambient 1: Music for Airports schuf Brian Eno 1978 nicht nur ein Album, sondern praktisch eine neue musikalische Denkweise. Die Platte gilt als Geburtsstunde dessen, was Eno selbst als „Ambient Music“ definierte: Musik, die Atmosphäre erzeugt, ohne sich aufzudrängen – ruhig, offen und zugleich emotional tief wirkend.

Der Ausgangspunkt war ebenso ungewöhnlich wie visionär. Eno wollte Musik komponieren, die die sterile, stressige Atmosphäre von Flughäfen beruhigt und menschlicher macht. Statt klassischer Songstrukturen entstehen auf Music for Airports langsam fließende Klangräume aus Klaviermotiven, Synthesizerflächen und verfremdeten Stimmen. Die Stücke entwickeln sich fast schwerelos, ohne Rhythmusdruck oder erkennbare Dramaturgie.

Gerade diese Reduktion macht das Album so faszinierend. Die Musik scheint zu schweben: Wiederholungen verändern sich minimal, Töne verklingen langsam, Stille wird Teil der Komposition. Besonders „1/1“ mit seinem zurückhaltenden Klavier zählt heute zu den ikonischen Momenten elektronischer Musikgeschichte. Das Album funktioniert gleichzeitig als Hintergrundmusik und als konzentrierte Hörerfahrung – je nachdem, wie intensiv man sich darauf einlässt.

Damals wirkte das Werk auf viele Hörer irritierend, weil es sich bewusst gegen klassische Rock- oder Popkonzepte stellte. Rückblickend ist sein Einfluss jedoch enorm: Von Ambient über New Age bis hin zu moderner elektronischer Musik und Filmmusik reicht die Wirkung dieses Albums bis heute. Künstler wie Aphex Twin, The Orb oder Stars of the Lid bauten später auf Ideen auf, die Eno hier erstmals konsequent formulierte.

Trotz seines historischen Gewichts wirkt Ambient 1: Music for Airports erstaunlich zeitlos. Die Platte erzeugt keine spektakulären Momente, sondern einen Zustand – ruhig, melancholisch und fast meditativ. Genau darin liegt ihre Größe: Sie verändert weniger den Raum als vielmehr die Wahrnehmung des Hörers.

Six Evolutions – Bach: Cello Suites von Yo-Yo Ma

Yo-Yo Ma nähert sich auf Six Evolutions – Bach: Cello Suites den sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach nicht als bloßem Virtuosenstück, sondern als Lebensbilanz. Es ist bereits seine dritte Gesamtaufnahme dieser Werke – und gerade diese Reife hört man in jeder Phrase. Die technische Souveränität steht nie im Vordergrund; vielmehr entwickelt Ma eine fast meditative Ruhe, die den Suiten eine außergewöhnliche Menschlichkeit verleiht. Kritiker lobten besonders die „Zen-artige Gelassenheit“ und die innere Geschlossenheit der Interpretation.

Was dieses Album so besonders macht, ist die Balance zwischen Intimität und Größe. Ma spielt mit warmem, singendem Ton, vermeidet jedoch jede sentimentale Übertreibung. Die berühmte erste Suite wirkt transparent und lichtdurchflutet, während die düsteren Passagen der fünften Suite beinahe existenzielle Tiefe erreichen. Besonders in den Préludes zeigt sich seine erzählerische Stärke: Jede Suite bekommt ihre eigene Atmosphäre, ihren eigenen emotionalen Kosmos.

Im Vergleich zu seinen früheren Bach-Einspielungen klingt Six Evolutions reflektierter und freier. Die Aufnahme wirkt weniger geschniegelt als frühere Studiofassungen, dafür unmittelbarer und persönlicher. Viele Rezensenten sehen darin sogar seine gelungenste Bach-Interpretation überhaupt. Dabei bleibt Ma stets dem tänzerischen Charakter von Bachs Musik verpflichtet – die Gavotten, Bourrées und Giguen besitzen Eleganz und Leichtigkeit, ohne ihre Erdung zu verlieren.

Klanglich überzeugt das Album ebenfalls: Der warme, natürliche Celloton steht im Mittelpunkt, ohne künstliche Effekte oder übertriebene Räumlichkeit. Dadurch entsteht eine fast intime Hörsituation, als säße der Musiker direkt im Raum. Six Evolutions ist keine spektakuläre Neuerfindung der Bach-Suiten, sondern eine tief empfundene, menschliche und außergewöhnlich reife Lesart. Gerade darin liegt ihre Stärke. Wer Bach nicht nur hören, sondern erleben möchte, findet hier eine Aufnahme voller Wärme, Würde und stiller Intensität

Roxy Music – Avalon (1982)

Als Roxy Music 1982 Avalon veröffentlichten, hatten sie den exzentrischen Art-Rock ihrer frühen Jahre längst hinter sich gelassen. Statt schriller Avantgarde präsentierte die Band um Bryan Ferry ein Album von außergewöhnlicher Eleganz: kühl, luxuriös und zugleich zutiefst romantisch. Es wurde ihr erfolgreichstes Studioalbum und gilt heute als Meilenstein des Sophisti-Pop.

Schon die ersten Takte machen deutlich, dass hier Atmosphäre wichtiger ist als klassische Rock-Dramatik. Die Produktion wirkt beinahe schwerelos: Synthesizer schweben durch den Raum, Gitarren setzen dezente Akzente, und Ferrys Stimme gleitet wie ein weiterer Klangbaustein durch die Arrangements. Besonders „More Than This“ zählt zu den schönsten Pop-Balladen der Achtzigerjahre – melancholisch, sehnsüchtig und zeitlos. Der Titelsong „Avalon“ entfaltet mit seinen schwebenden Harmonien und den ätherischen Hintergrundstimmen eine fast magische Wirkung.

Die große Stärke des Albums liegt in seiner Geschlossenheit. Es gibt kaum offensichtliche Hits im klassischen Sinne, dafür entsteht ein durchgehender Klangraum, der eher erlebt als analysiert werden will. Viele spätere Produktionen aus dem Bereich Adult Pop, Dream Pop oder Lounge-Musik verdanken Avalon mehr, als oft angenommen wird. Der Einfluss auf die britische Popmusik der Achtziger wird von Kritikern regelmäßig hervorgehoben.

Gleichzeitig kann man dem Album vorwerfen, dass es stellenweise zu perfekt ist. Die kantige Spannung früherer Meisterwerke wie For Your Pleasure oder Country Life fehlt weitgehend. Wo Roxy Music einst provozierten, verführen sie nun. Wer die wilde Experimentierfreude der frühen Jahre liebt, könnte Avalon als zu geschniegelt empfinden.

Dennoch bleibt Avalon ein beeindruckendes Werk. Es klingt auch mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung erstaunlich modern. Die Mischung aus Melancholie, Stilbewusstsein und audiophiler Klangqualität macht das Album bis heute zu einem Lieblingsalbum von Musikliebhabern und HiFi-Fans.

Avalon ist kein Album, das mitreißt oder erschüttert – es umhüllt den Hörer. Es ist die musikalische Entsprechung eines nächtlichen Spaziergangs durch ein luxuriöses Hotel am Meer: elegant, geheimnisvoll und von einer Schönheit, die nie aufdringlich wirkt. Für viele ist es das Meisterwerk von Roxy Music – und zumindest ihr vollkommenstes Album.

Blues Breakers with Eric Clapton (1966) – John Mayall & The Bluesbreakers

Blues Breakers with Eric Clapton gehört zu den wichtigsten Alben der britischen Bluesgeschichte. Das Werk, das unter Fans auch als „Beano Album“ bekannt ist, markierte den Moment, in dem der traditionelle Chicago-Blues mit der Energie des britischen Rock verschmolz und damit den Grundstein für den späteren Bluesrock legte.

John Mayall fungiert dabei als musikalischer Kopf und Mentor, doch die eigentliche Sensation ist der damals erst 21-jährige Eric Clapton. Sein Gitarrenton – eine Gibson Les Paul über einen aufgerissenen Marshall-Verstärker – setzte neue Maßstäbe. Die Mischung aus Kraft, Sustain und technischer Präzision beeinflusste Generationen von Gitarristen und machte Clapton endgültig zum Star.

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Blues-Klassikern wie „All Your Love“, „Hideaway“ und „Ramblin’ on My Mind“ sowie einigen Eigenkompositionen. Besonders „Hideaway“ zeigt Claptons Virtuosität, während „Have You Heard“ und „Double Crossing Time“ die Stärke der gesamten Band unterstreichen. Mayalls Hammond-Orgel, sein Piano und seine Mundharmonika sorgen dafür, dass die Platte nie zu einer bloßen Gitarrenshow verkommt. Die Produktion wirkt aus heutiger Sicht erstaunlich direkt und lebendig. Statt auf Studiotricks setzt Produzent Mike Vernon auf Transparenz und Dynamik. Dadurch klingt das Album auch 60 Jahre später frisch und authentisch.

Kritisch betrachtet ist die Platte weniger abwechslungsreich als spätere Bluesrock-Meilensteine. Einige Stücke folgen klassischen Blues-Schemata, und Mayalls Gesang besitzt nicht die Ausdruckskraft amerikanischer Vorbilder. Doch gerade die kompromisslose Orientierung am Blues macht den Reiz des Albums aus: Es klingt wie eine Liebeserklärung britischer Musiker an ihre amerikanischen Helden.

Blues Breakers with Eric Clapton ist kein Album für spektakuläre Effekte, sondern für Liebhaber ehrlicher, elektrischer Bluesmusik. Die Platte dokumentiert den Augenblick, in dem Eric Clapton vom talentierten Gitarristen zur Legende wurde und John Mayall den britischen Bluesboom entscheidend vorantrieb. Ein historisch bedeutendes Werk, dessen Einfluss auf Rock und Blues kaum überschätzt werden kann.

Andy Fairweather Low – The Invisible Bluesman

Mit The Invisible Bluesman liefert Andy Fairweather Low endlich das Album ab, das viele seiner Fans seit Jahrzehnten erwartet haben: eine kompromisslose Hommage an den Blues. Der ehemalige Amen-Corner-Sänger und langjährige Gitarrist von Eric Clapton, Roger Waters und George Harrison interpretiert auf zwölf Coverversionen Klassiker von Größen wie Muddy Waters, Jimmy Reed und Junior Parker mit spürbarer Leidenschaft und großer musikalischer Reife.

Statt virtuoser Selbstdarstellung setzt Fairweather Low auf Gefühl, Timing und eine warme, charaktervolle Stimme. Die Produktion von Glyn Johns klingt angenehm klassisch und lässt den Songs viel Raum zum Atmen. Das Album wirkt authentisch, entspannt und gleichzeitig hochklassig eingespielt.

The Invisible Bluesman ist kein revolutionäres Bluesalbum, aber ein äußerst überzeugendes Werk eines Musikers, der nach Jahrzehnten im Schatten großer Namen eindrucksvoll zeigt, wie tief der Blues in ihm verwurzelt ist.

Grieg – Peer Gynt Suites Nr. 1 & 2 Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker

Es gibt Aufnahmen, die sich nicht damit begnügen, Musik zu spielen – sie erschaffen eine Klangwelt. Karajans Einspielung der beiden Peer-Gynt-Suiten mit den Berliner Philharmonikern gehört zweifellos in diese Kategorie. Die Aufnahme entstand Anfang der 1970er Jahre für Deutsche Grammophon und gilt bis heute als eine der Referenzen des Werks.

Karajan nähert sich Grieg nicht als folkloristischem Nationalkomponisten, sondern als Meister orchestraler Farben. Schon die berühmte „Morgenstimmung“ entfaltet sich mit einer beinahe impressionistischen Leuchtkraft. Die Berliner Holzbläser zeichnen die Sonnenstrahlen nicht einfach nach – sie lassen sie förmlich über norwegische Berglandschaften gleiten. Dabei vermeidet Karajan jede Sentimentalität. Das Tempo bleibt fließend, der Klang transparent und dennoch luxuriös.

Besonders beeindruckend gelingt „Åses Tod“. Die Berliner Streicher erzeugen eine stille, fast sakrale Atmosphäre. Hier zeigt sich die berühmte Karajan-Kultur des Legatos, die dem Orchester in dieser Zeit einen unverwechselbaren Klang verlieh.

In „Anitras Tanz“ überzeugt die perfekte Balance zwischen Eleganz und Leichtigkeit. Karajan modelliert jede Phrase mit äußerster Sorgfalt, ohne dass die Musik akademisch wirkt. Der orchestrale Feinschliff erreicht ein Niveau, das viele Konkurrenzaufnahmen technisch übertrifft.

Der Höhepunkt der ersten Suite bleibt jedoch „In der Halle des Bergkönigs“. Während andere Dirigenten auf rohe Dramatik setzen, baut Karajan die Spannung kontrolliert und unerbittlich auf. Das Resultat wirkt weniger grotesk als vielmehr bedrohlich – wie eine perfekt konstruierte Maschine, die sich immer schneller dreht.

Auch die zweite Suite profitiert von diesem Ansatz. „Der Brautraub“ besitzt dramatische Wucht, „Arabischer Tanz“ schwebt in exotischen Farben, und „Peer Gynts Heimkehr“ entwickelt eine fast symphonische Kraft. Besonders „Solveigs Lied“ wird nicht zur sentimentalen Zugabe, sondern zum poetischen Abschluss eines großen musikalischen Bogens.

Klanglich ist die Deutsche-Grammophon-Produktion hervorragend gealtert. Der typische warme, geschlossene Berliner Orchesterklang wird von der Stereoaufnahme prachtvoll eingefangen. Selbst heute wirkt die Einspielung erstaunlich frisch, detailreich und räumlich. Zeitgenössische Hörer und Sammler loben die Aufnahme regelmäßig als besonders gelungenes Beispiel der Karajan-Berlin-Ära.
Wer Griegs Peer Gynt als farbenprächtiges spätromantisches Orchesterwerk erleben möchte, findet hier eine nahezu ideale Interpretation. Karajan opfert zwar etwas nordische Herbheit zugunsten von Schönheit und Perfektion, doch gerade diese Verbindung aus orchestraler Brillanz, atmosphärischer Dichte und technischer Vollendung macht die Aufnahme zu einem Klassiker.

Wiebke Lühmann im Kino mit SAME SUN – Mit dem Fahrrad durch Afrika – Ein Abend voller Fernweh, Mut und berührender Begegnungen

26. April 2026

Mit einem langen Applaus und spürbarer Begeisterung endete im Scala Kino Fürstenfeldbruck der besondere Kinoabend zur Reisedokumentation „SAME SUN – Mit dem Fahrrad durch Afrika“. Zu Gast war Wiebke Lühmann, die im Film ihre außergewöhnliche Radreise von Freiburg bis zum Kap der Guten Hoffnung nachzeichnet. 430 Tage, 22 Länder, Wüste, Regenwald, Hitze, Erschöpfung, Begegnungen und Zweifel. Aufgrund des großen Erfolgs wird der Film und das Filmgespräch am Sonntag, 26. April im 11 Uhr wiederholt. Karten gibt es hier

Die Dokumentation zeigte nicht nur die äußeren Dimensionen dieser Reise, sondern vor allem auch die inneren Grenzerfahrungen einer jungen Frau, die sich allein auf den Weg machte und unterwegs immer wieder neu mit sich selbst und der Welt in Kontakt kam. Hier die Aufzeichnung des Filmgesprächs. Ich durfte das Gespräch auf der Bühne filmen.

Im anschließenden Publikumsgespräch wurde deutlich, wie sehr der Film die Zuschauerinnen und Zuschauer berührt hatte. Viele Fragen drehten sich um ganz praktische Aspekte der Reise: um Wasserreserven in der Westsahara, technische Ausrüstung, Pannen, Schuhe, Visa und Routenplanung. Lühmann erzählte offen von Drohnenaufnahmen, improvisierten Lösungen wie einem Bambusstock als Fahrradständer, von überflüssigem Gepäck, das sie nach Hause schickte, und davon, wie sehr sich Körper und Kopf unterwegs an die Belastung anpassten. Gleichzeitig ging das Gespräch weit über Reiseanekdoten hinaus. Besonders eindrücklich schilderte sie ihre Krise im Kongo, ausgelöst durch Erschöpfung, Einsamkeit, Sicherheitsbedenken und die Erfahrung einer leidenden Natur. Eine Woche in einem Kloster, Ruhe, Tagebuchschreiben und die Erkenntnis, jederzeit abbrechen zu dürfen, hätten ihr damals die Kraft gegeben, weiterzufahren.

Auch die Themen Heimkehr, Verarbeitung und Begegnung nahmen breiten Raum ein. Eine Besucherin sprach davon, dass große Reiseerfahrungen oft schwer zu teilen seien, weil das Erlebte in einem selbst bleibe. Lühmann griff diesen Gedanken auf und erzählte, wie wichtig für sie das Schreiben ihres Buches „Immer Richtung Süden“ und die Arbeit am Film geworden seien, um die vielen Eindrücke festzuhalten. Immer wieder betonte sie, dass es gerade die kleinen Begegnungen unterwegs gewesen seien, die ihre Reise geprägt hätten – und dass solche Verbindungen auch im Alltag oft zu kurz kämen.

Für Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scala Kinos Fürstenfeldbruck, war der Abend ein Beispiel dafür, was Kino leisten kann: „Dieser Abend hat auf wunderbare Weise gezeigt, dass Kino mehr ist als ein Film auf der Leinwand. Wenn ein Publikum nach der Vorstellung so aufmerksam fragt, lacht, staunt und weiterdenkt, dann entsteht genau diese besondere Begegnung, für die wir das Scala lieben.“ Die Anwesenheit von Wiebke Lühmann habe dem Film zusätzliche Tiefe gegeben: „Ihre Offenheit, ihre Ehrlichkeit und ihre Begeisterung haben den Abend zu einem sehr persönlichen Erlebnis gemacht.“

Zum Abschluss bedankte sich das Scala Kino bei Wiebke Lühmann für ihren Besuch in Fürstenfeldbruck. Im Foyer konnten die Besucherinnen und Besucher noch ihr Buch erwerben, Postkarten und Sticker mitnehmen und den Abend im Gespräch ausklingen lassen. Zur Erinnerung wurde im Saal ein gemeinsames Foto gemacht – mit den Lichtern der Handys als Zeichen dafür, wie viele Menschen an diesem Abend dabei waren. So wurde aus „SAME SUN – Mit dem Fahrrad durch Afrika“ im Scala nicht nur eine Filmvorführung, sondern ein inspirierender Abend über Mut, Verletzlichkeit, Fernweh und die Kraft menschlicher Begegnungen.

und hier seht ihr mich bei der Arbeit auf der Bühne – danke Gero

Die Welt von Mittelerde, Herr der Ringe und Tolkien: Mein Vortrag in der Maisacher Gemeindebücherei

25. November 2025

In der Gemeindebücherei Maisach durfte ich einen Abend gestalten, der mir persönlich sehr am Herzen liegt: einen Streifzug durch das Leben und Werk von J.R.R. Tolkien im Rahmen unserer „MGP Maisacher Gespräche zur Popkultur“. Schon die Begrüßung war für mich besonders – so viele vertraute Gesichter, so viel Wohlwollen. Und natürlich der Hinweis der Bücherei: Bücher von Tolkien bleiben im Bestand, die DVDs vielleicht nicht – ein schönes Sinnbild dafür, wie langlebig gute Literatur ist. Der nächste kostenlose Vortrag in der Gemeindebücherei ist am Mittwoch, 3. Dezember zum Thema Ein Leben für den Nervenkitzel – Alfred Hitchcock und die Macht der Emotionen. Beginn 18 Uhr.

Ich stellte als Tolkien-Fan vor, seit ich als Jugendlicher den „kleinen Hobbit“ in einem Italienurlaub verschlungen hatte. Während andere in den Gardasee sprangen, bin ich in Mittelerde abgetaucht. Diese Begeisterung begleitet mich bis heute – und sie begleitet auch meine Familie, die Herr der Ringe ebenso liebt, wenn auch manchmal lieber in der Filmversion. Hier ist die Aufzeichnung meines Vortrags.

An diesem Abend wollte ich aber vor allem eines: Tolkien dem Publikum näherbringen. Nicht den Kitsch, nicht die Merchandise-Maschinerie, nicht nur die großen Filme – sondern den Menschen dahinter. Ich erzählte von seiner Kindheit, von seinen frühen Sprachstudien, von dem katholischen Glauben, der ihn stark prägte, und von den schweren Schicksalsschlägen seiner Jugend. Seine Eltern verlor er früh, und diese Einsamkeit, diese Melancholie findet sich in vielen seiner Texte wieder.

Vor allem aber sprach ich über den Ersten Weltkrieg, der für Tolkien eine unvergessliche Zäsur war. Er kämpfte an der Somme, überlebte nur, weil er krank ins Lazarett kam, während Freunde starben. Ich wollte mein Publikum spüren lassen, wie tief diese Erlebnisse in seine Mythologie hineinreichen: die Totensümpfe als Sinnbild zerfetzter Schlachtfelder, die schwarzen Reiter als Schatten von Gasmasken-Soldaten, die kreischenden Nazgûl als Echo der ersten Kampfflieger.

Mir war wichtig, zu zeigen, dass „Der Herr der Ringe“ nicht bloß Fantasy ist. Tolkien hat keine plumpe Allegorie auf den Zweiten Weltkrieg geschrieben – er hat seine traumatisierten Erinnerungen aus dem Ersten in eine mythologische Form gegossen. Deshalb sind Frodo und Bilbo auch keine strahlenden Helden. Sie sind Figuren, die sich fürchten, zweifeln, stolpern – wie junge Männer, die in einen Krieg geschickt wurden, den sie nicht wollten.

Ich erklärte, warum Sam für mich die wichtigste Figur des ganzen Romans ist: Er ist der einfache englische Soldat, der „Bursche“, der seinen Offizier trägt, stützt und rettet. Ohne Sam wäre Frodo verloren – und ohne die einfachen Soldaten wäre Tolkien selbst im Krieg verloren gewesen. Es war mir ein Anliegen, diese stillen Parallelen sichtbar zu machen.

Natürlich sprach ich auch über Tolkiens Liebe zur Natur und seine Skepsis gegenüber der Moderne. Die Entherden und Baumbart als Aufstand der Natur gegen die zerstörerische Maschinerie Isengards – für mich ist das eine frühe literarische Öko-Warnung, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Ein weiterer Teil meines Vortrags widmete sich der Editionsgeschichte: den unterschiedlichen deutschen Übersetzungen, der Debatte um Carroux und Krege, den Streit darüber, ob „Master Frodo“ mit „Chef“ übersetzt werden sollte – und warum ich persönlich die Carroux-Fassung bevorzuge.
Dann tauchten wir gemeinsam ein in die Verfilmungen. Ich zeigte die ersten Versuche: Ralph Bakshis ungewöhnliche Hybrid-Animation von 1978, die sowjetische Leningrader TV-Produktion von 1991, die heute Kultstatus besitzt. Und selbstverständlich sprachen wir über Peter Jacksons monumentale Trilogie, die das Tolkien-Universum für eine ganze Generation neu geöffnet hat.

Von dort aus war der Weg nicht weit zu den Ablegern: die „Hobbit“-Filme, die für meinen Geschmack etwas zu sehr gestreckt sind; die „Ringe der Macht“-Serie von Amazon, visuell beeindruckend, erzählerisch aber nicht ganz so kraftvoll; die Anime-Verfilmung „Die Schlacht der Rohirrim“; und der kommende Gollum-Film, der mich persönlich sehr neugierig macht.

Ich zeigte auch, wie umfassend Mittelerde die Popkultur durchdrungen hat: musikalisch durch das Tolkien Ensemble, technisch durch Videospiele, sogar im Alltag – etwa durch die Überraschungsei-Figuren in meinem Keller oder die Lego-Sets, die ich gerne sammeln würde, aber laut meiner Frau nicht darf.

Besonders eindrücklich fand das Publikum meine letzte Pointe: dass eines der mächtigsten Überwachungsunternehmen der Welt den Namen „Palantir“ trägt – benannt nach den sehenden Steinen aus Tolkiens Werk. Ein Zeichen dafür, wie tief seine Fantasie in die Wirklichkeit eingewandert ist.

Danke an das Team der Gemeindebücherei Maisach. Der nächste kostenlose Vortrag in der Gemeindebücherei ist am Mittwoch, 3. Dezember zum Thema Ein Leben für den Nervenkitzel – Alfred Hitchcock und die Macht der Emotionen. Beginn ist 18 Uhr.

Mein Kommentar zu Asterix in Lusitanien

25. Oktober 2025

Mit großem Werbeaufwand startete der Verkauf des neuen Asterix-Bandes. Die sozialen Medien waren voll mit Postings von lesenden Fans. Auch ich habe mitgemacht und mich als Fan der ersten Stunde auf die Abendteuer der Gallier gefreut. Mit „Asterix in Lusitanien“ legen Autor Fabcaro und Zeichner Didier Conrad den mittlerweile 41. Band der Kultserie vor – ein neues Kapitel in einem der langlebigsten Erfolgsmodelle der europäischen Comicgeschichte.

Diesmal verschlägt es unsere gallischen Helden erstmals auf die Iberische Halbinsel, ins antike Lusitanien, das heutige Portugal. Damit greifen die Macher ein bewährtes Konzept wieder auf: das Reiseabenteuer mit exotischer Kulisse und reichlich Raum für sprachliche sowie kulturelle Spielereien.

Die Handlung folgt der klassischen Asterix-Struktur. Asterix und Obelix werden in die Ferne entsandt, um einem befreundeten Stamm beizustehen, der sich gegen die römische Besatzung zur Wehr setzt. Der dramaturgische Aufbau – Auftrag, Konflikte, lokale Verbündete, römische Widersacher und das unvermeidliche Happy End – erinnert an viele Vorgängerbände. Alles schon einmal gelesen. Fabcaro erzählt routiniert, ohne das Erfolgsrezept grundlegend neu zu mischen. Sein Text ist solide gearbeitet, bleibt aber inhaltlich konventionell; Überraschungen sind rar, erzählerische Tiefe ebenfalls. Das ist schade.

Humoristisch orientiert sich der Band stark am Originalgeist der Reihe. Wortspiele, Anachronismen und subtile Anspielungen auf zeitgenössische Themen bestimmen das Tempo, wobei Fabcaro mehr auf Fülle statt Schärfe setzt. Die vertrauten Running Gags – Obelix’ Appetit auf Wildschwein, die Hinkelstein-Liebe, die schlagkräftigen Römerprügel – sind selbstverständlich wieder dabei. Auch wenn der Humor stellenweise vorhersehbar erscheint, sorgen Tempo und Sprachwitz für anhaltende Lesefreude beim Fan, der vieles verzeiht.

Zeichnerisch beweist Didier Conrad einmal mehr seine Nähe zum Stil Uderzos, ohne diesen lediglich zu imitieren. Die Figuren wirken vertraut, die Szenerien lebendig und ausdrucksstark. Besonders die portugiesische Kulisse überzeugt: sonnengetränkte Städte, typische Pflastermuster und maritime Motive verleihen dem Album einen frischen Ton innerhalb der Serie. Farblich und atmosphärisch zählt „Asterix in Lusitanien“ zu den ansprechendsten neueren Bänden – detailreich, handwerklich sauber und mit spürbarer Freude an der Umgebungsgestaltung.

Doch leider: Inhaltlich schöpft das Album nicht das volle Potenzial seines Schauplatzes aus. Zwar werden regionale Eigenheiten und kulturelle Klischees humorvoll eingebaut, doch bleibt die Umsetzung oft an der Oberfläche. Der römische Gegenspieler ist kaum mehr als eine Karikatur, und die Konflikte verlaufen nach bekanntem Muster. Angedeutete gesellschaftliche oder historische Bezüge – etwa zur portugiesischen Identität oder kolonialen Vergangenheit – bleiben unausgeführt.

Unterm Strich liefert der 41. Band genau das, was wir langjährige Leser erwarten: solide Unterhaltung mit viel Nostalgie und dem vertrauten Rhythmus aus Aktion, Witz und Wortspiel. Die Serie beweist damit ihre erstaunliche Langlebigkeit, auch wenn sie künstlerisch vorsichtiger denn je wirkt. „Asterix in Lusitanien“ ist kein Meilenstein, aber einer der stärkeren Bände der Nach-Uderzo-Ära – farbenfroh, charmant und mit sicherer Hand erzählt. Für Fans ein Vergnügen, für Neueinsteiger ein zugänglicher, gut gelaunter Einstieg in die Welt der unbeugsamen Gallier.

Die Welt von Mittelerde, Herr der Ringe und Tolkien in der Maisacher Gemeindebücherei

23. September 2025

Ein weiterer Vortrag zur MGP Maisacher Gespräche zur Popkultur steht an: Dieses Mal geht es um die Welt von Mittelerde, Herr der Ringe und Tolkien.

Mittelerde ist ein Reich der Fantasie, das sich anfühlt, als wäre es schon immer Teil unserer Welt gewesen. Wenn wir in die Geschichten eintauchen, betreten wir Landschaften voller Magie und Schönheit: die stillen Wälder Lothlóriens, die gewaltigen Berge des Nebelgebirges, die grünen Hügel des Auenlandes. Jeder Ort trägt eine eigene Stimmung, ein Echo von Geschichte und Erinnerung, das Tolkien mit einzigartiger Sprachkraft und Liebe zum Detail gezeichnet hat. Es ist eine Welt, die lebt, weil sie bis ins Kleinste durchdacht ist – von den Sprachen und Kulturen bis zu Legenden, Liedern und Geschichten in der Geschichte. Ich werde einen Vortrag über die Welt von Mittelerde, Herr der Ringe und Tolkien in der Maisacher Gemeindebücherei am Mittwoch, 24. September um 18 Uhr halten. Der Eintritt ist kostenlos.

Ich spreche über den Autor, die Bücher und auch über die Filme und ein bisschen mehr. Und es gibt eine Überraschung.

Doch das Besondere an Der Herr der Ringe ist nicht nur die epische Weite, sondern die Menschlichkeit, die in jeder Zeile steckt. Es sind nicht die mächtigen Könige oder Zauberer allein, die den Lauf der Dinge bestimmen, sondern vor allem die kleinen Gestalten – die Hobbits. In Frodo, Sam, Merry und Pippin erkennen wir den Mut des Alltäglichen, die Kraft von Freundschaft und Treue, die selbst in der größten Dunkelheit standhält. Sie lehren uns, dass Heldenmut nicht im Glanz des Schwertes liegt, sondern in der Entschlossenheit, das Richtige zu tun, auch wenn die Welt dagegensteht.

Der Autor J.R.R. Tolkien selbst, geprägt durch seine Jugend in England, die Schrecken des Ersten Weltkriegs und seine Liebe zu Sprachen und Mythen, hat diese Welt nicht einfach erfunden – er hat sie erschaffen wie ein lebendiger Organismus. Er verband germanische und nordische Legenden mit christlichen Werten, persönliche Erfahrungen mit universalen Fragen: Was bedeutet Macht? Wie weit darf man gehen, um sie zu erlangen? Wo liegen die Grenzen von Opfer und Hoffnung? Dadurch spricht Mittelerde nicht nur Fans von Fantasy an, sondern jeden, der sich mit der Suche nach Sinn, Mut und Menschlichkeit auseinandersetzt.

Der Herr der Ringe ist deshalb mehr als ein Abenteuerroman. Es ist eine Geschichte über Verlust und Wiederaufstehen, über Versuchung und Verzicht, über das Erkennen des Werts von Freundschaft und Heimat. Und es ist eine Geschichte darüber, dass auch in den dunkelsten Zeiten ein kleines Licht nicht verlöscht. Tolkien hat mit Mittelerde ein zeitloses Vermächtnis geschaffen – eine Welt, die uns lehrt, dass selbst der Kleinste das Schicksal der Welt verändern kann.

Ich freue mich auf einen weiteren Teil der MGP Maisacher Gespräche zur Popkultur am Mittwoch, 24. September um 18 Uhr in der Gemeindebücherei Maisach. Der Eintritt ist kostenlos.

Überall in der Gemeinde Maisach wurde plakatiert und ich bedanke mich für die Werbung.

Und wer wissen will, wie so etwas abläuft. Hier eine Aufzeichnung von meinem Vortrag zu Science Fiction:

Von Bambi bis Bettgeflüster – Filmlegenden, die Generationen bewegt haben als Filmprogramm

28. August 2025

Von einer guten Bekannten habe ich eine Kiste mit Filmprogrammen aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschenkt bekommen. Ich habe mich sehr darüber gefreut und nun beginnt das Sichten. Es handelt sich u.a. um die Illustrierte Filmbühne, deren Nachfolger ich in den achtziger Jahren gesammelt habe. Ich habe in einem Video ein paar Programme herausgezogen, die mir persönlich etwa bedeuten und stelle sie vor.

Illustrierte Filmbühne
Die „Illustrierte Filmbühne“ war eine deutsche Filmprogrammreihe, die von 1946 bis 1969 erschien und heute zu den begehrten Sammlerstücken der Filmgeschichte zählt. Es handelte sich um kleine, handliche Hefte im Taschenformat, die vor allem in Kinos verkauft wurden. Ihr Zweck war es, die jeweils aktuellen Filme zu bewerben und dem Publikum zusätzliche Hintergrundinformationen an die Hand zu geben.

Die Hefte zeichneten sich durch ihre liebevolle Gestaltung aus: Auf dem Titelblatt prangte meist ein auffälliges Foto oder ein Plakatmotiv des Films, während im Inneren kurze Inhaltsangaben, Szenenfotos und Porträts der Hauptdarsteller zu finden waren. Häufig gab es außerdem Hintergrundinformationen über Regisseure, Schauspieler oder die Entstehungsgeschichte des Films. Mit einem Umfang von meist nur vier bis acht Seiten waren die Hefte kompakt, aber reich bebildert und boten Kinogängern eine bleibende Erinnerung an ihren Besuch.

In der Nachkriegszeit war die „Illustrierte Filmbühne“ eines der wichtigsten Filmwerbemittel in Westdeutschland. Während große Filmmagazine allgemeine Trends beleuchteten, begleiteten diese kleinen Programme konkret den jeweiligen Kinofilm. Für viele Zuschauer waren sie die einzige Möglichkeit, Szenenbilder und Produktionsinformationen mit nach Hause zu nehmen. Die Hefte deckten ein breites Spektrum ab: von deutschen Produktionen bis zu großen Hollywood-Klassikern wie Casablanca, Vom Winde verweht oder 12 Uhr mittags.

Heute sind die Ausgaben der „Illustrierten Filmbühne“ bei Sammlern sehr beliebt. Ihr Wert hängt stark von der Seltenheit, dem Zustand und dem Filmklassiker-Status ab. Besonders begehrt sind Ausgaben mit ikonischen Covern oder Filmen, die Filmgeschichte geschrieben haben. Für Filmfreunde sind diese Hefte nicht nur nostalgische Erinnerungsstücke, sondern auch wertvolle Zeugnisse der deutschen Kino- und Kulturgeschichte.

Und hier die Programme aus meinem Video, chronologisch geordnet. Am Schluss sogar ein wirklicher Hammer.

Vom Teufel gejagt 1950
Der Film ist ein Kriminaldrama. Hans Albers spielt den ehemaligen Meisterdetektiv Rolf Bernt, der sich eigentlich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hat. Doch als eine Serie mysteriöser Verbrechen die Stadt erschüttert, wird er erneut in die Ermittlungen hineingezogen.

Bambi 1942
Der Disney-Zeichentrickfilm „Bambi“ aus dem Jahr 1942 ist ein berührendes Tier- und Naturdrama, basierend auf dem Roman von Felix Salten. Der Film war ursprünglich 1942 in den USA uraufgeführt worden, kam aber wegen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre erst acht Jahre also 1950 später in die deutschen Kinos. Das junge Rehkitz Bambi wird im Wald geboren und wächst behütet von seiner Mutter auf. Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Hasen Klopfer und dem Stinktier Blume, entdeckt er spielerisch die Wunder der Natur. Doch das idyllische Leben wird jäh unterbrochen, als Bambis Mutter von einem Jäger erschossen wird.

Rampenlicht 1952
Der gealterte Clown und Komiker Calvero (Charlie Chaplin) hat seine besten Jahre hinter sich und kämpft mit dem Bedeutungsverlust seiner Karriere. Eines Tages rettet er die junge Ballerina Terry (Claire Bloom) vor einem Selbstmordversuch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Calvero hilft Terry, neues Selbstvertrauen zu gewinnen und ihre Karriere als Tänzerin wieder aufzubauen. Während sie Erfolg hat, sinkt Calvero immer weiter in Vergessenheit.

Don Camillo und Peppone 1952
Der Film „Don Camillo und Peppone“ (Don Camillo, 1952) ist eine italienisch-französische Komödie.
In einem kleinen Dorf in der Po-Ebene der Nachkriegszeit stehen sich zwei Gegensätze gegenüber Don Camillo (Fernandel), der temperamentvolle katholische Pfarrer Peppone (Gino Cervi), der kommunistische Bürgermeister. Beide vertreten leidenschaftlich ihre Überzeugungen und geraten ständig in Streit – ob es um Politik, Glauben oder Dorffragen geht. Ihre Auseinandersetzungen führen zu vielen humorvollen, aber auch rührenden Situationen. Trotz aller Rivalität verbindet die beiden jedoch eine heimliche Freundschaft und gegenseitiger Respekt.

Die Wüste lebt 1953
Der Film „Die Wüste lebt“ (The Living Desert) aus dem Jahr 1953 ist ein Dokumentarfilm von Walt Disney aus der Reihe True-Life Adventures. Der Film zeigt das faszinierende Leben in der nordamerikanischen Wüste und kombiniert beeindruckende Naturaufnahmen mit erzählerischem Witz. Gezeigt werden verschiedene Tiere wie Skorpione, Schlangen, Echsen, Schildkröten, Vögel und Insekten, die sich an die extremen Bedingungen der Wüste angepasst haben. Besonders bekannt ist die Szene eines „Tanzes“ der Skorpione, die mit Musik unterlegt ist. Der Film erklärt auf unterhaltsame Weise das Zusammenspiel von Überlebensstrategien, Nahrungsketten und Naturkreisläufen in dieser rauen Umgebung.

Desirée 1954
Der Film „Desirée“ aus dem Jahr 1954 ist ein historisches Liebesdrama mit Marlon Brando als Napoleon Bonaparte und Jean Simmons als Désirée Clary. Die junge Kaufmannstochter Désirée Clary aus Marseille verliebt sich in den ehrgeizigen Offizier Napoleon Bonaparte. Die beiden verloben sich, doch Napoleon verlässt sie bald, um seine militärische und politische Karriere voranzutreiben, und heiratet schließlich Joséphine. Désirée ist tief verletzt, findet aber später ihr Glück an der Seite eines französischen Generals, der später König von Schweden wird. Der Film verwebt Liebesgeschichte und Weltgeschichte und zeigt, wie persönliche Schicksale und große historische Ereignisse miteinander verbunden sind.

Sauerbruch 1954
Der Film „Sauerbruch – Das war mein Leben“ aus dem Jahr 1954 ist ein biografisches Drama über den berühmten deutschen Chirurgen Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch, gespielt von Ewald Balser. Er entwickelt bahnbrechende chirurgische Methoden, insbesondere im Bereich der Brustkorbenchirurgie, und kämpft unermüdlich für den medizinischen Fortschritt.

Ladykillers“ (1955)
Die exzentrische ältere Dame Mrs. Wilberforce (Katie Johnson) vermietet ein Zimmer an den geheimnisvollen Professor Marcus (Alec Guinness). Er gibt vor, mit seinen vier Begleitern ein Streichquartett zu sein. In Wirklichkeit plant die Bande einen Überfall auf einen Geldtransporter.

Susi und Strolch 1955
Der Disney-Zeichentrickfilm „Susi und Strolch“ (Lady and the Tramp) aus dem Jahr 1955 ist ein romantisches Abenteuer für die ganze Familie. Die wohlerzogene Cocker-Spaniel-Hündin Susi lebt behütet bei einer wohlhabenden Familie. Ihr ruhiges Leben ändert sich, als ein Baby ins Haus kommt und sie weniger Beachtung findet. Zufällig trifft sie den streunenden Mischlingsrüden Strolch, der frei und ungebunden auf der Straße lebt.

Der Prinz und die Tänzerin 1957
Der Film „Der Prinz und die Tänzerin“ (The Prince and the Showgirl) aus dem Jahr 1957 ist eine romantische Komödie mit Marilyn Monroe und Laurence Olivier, der auch Regie führte.
Im Jahr 1911 kommt der steife und pflichtbewusste Prinz-Regent von Karpathien (Laurence Olivier) nach London zur Krönung von König George V. Dort trifft er auf die lebenslustige amerikanische Tänzerin Elsie Marina (Marilyn Monroe). Der Prinz lädt sie in seine Residenz ein, zunächst mit eindeutigen Absichten, doch Elsie überrascht ihn mit Witz, Charme und Schlagfertigkeit.

Das Wirtshaus im Spessart“ 1958
Der Film „Das Wirtshaus im Spessart“ aus dem Jahr 1958 ist eine deutsche Musikkomödie mit Liselotte Pulver in der Hauptrolle, basierend auf der Novelle von Wilhelm Hauff. Die junge Gräfin Franziska (Liselotte Pulver) reist mit ihrem Verlobten und dessen Diener durch den Spessart. Als sie in einem abgelegenen Wirtshaus übernachten, werden sie von einer Bande Straßenräuber entführt, die Lösegeld erpressen wollen. Doch Franziska erweist sich als clever und mutig: Sie verkleidet sich, überlistet die Räuber und versucht, ihre Begleiter zu befreien.

Bettgeflüster 1959
Der Film „Bettgeflüster“ (Pillow Talk) aus dem Jahr 1959 ist eine romantische Komödie mit Doris Day und Rock Hudson in den Hauptrollen. Die erfolgreiche Innenarchitektin Jan Morrow (Doris Day) und der charmante Komponist Brad Allen (Rock Hudson) müssen sich in New York eine Telefonleitung teilen. Brad nutzt die Leitung ständig für seine Flirts, was Jan wahnsinnig macht.

Vom Winde verweht (1939/1953)
Die Deutschlandpremiere des Films „Vom Winde verweht“ fand am 15. Januar 1953 in München statt. Der Film wurde bereits 1939 in den USA uraufgeführt, konnte aber während der NS-Zeit in Deutschland nicht regulär starten. Zum einen galt der Roman von Margaret Mitchell als „kulturfremd“, außerdem waren US-Filme generell nur eingeschränkt oder gar nicht zugelassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verzögerte sich die Auswertung zusätzlich wegen der Rechtefragen und der Neuordnung der Filmwirtschaft in Deutschland. Für die deutsche Erstaufführung 1953 wurde der Film komplett synchronisiert.
Die erste Synchronfassung war recht frei in der Übersetzung und trug stark den Ton der 1950er-Jahre.
1977 wurde der Film noch einmal neu synchronisiert, um ihn näher am Originaldialog zu halten.

Sterne, Sehnsucht und ferne Welten – Science Fiction-Vortrag am Mittwoch, 4. Juni in der Gemeindebücherei Maisach

3. Juni 2025

Die Maisacher Gespräche zur Popkultur (MGP) gehen am Mittwoch, 4. Juni, in die zweite Runde. Ich darf ab 18 Uhr in der Gemeindebücherei einen Vortrag über die großen Science Fiction-Sagas halten. Nach einem erfolgreichen Auftakt um das Phänomen James Bond diskutiere ich nun die Frage: Warum uns Science-Fiction-Sagas nicht mehr loslassen? Der Eintritt ist kostenlos. Überall im Gemeindegebiet wurde für den Vortrag plakatiert. Danke dafür.

Science-Fiction-Sagas lassen uns nicht mehr los, weil sie weit mehr sind als bloße Zukunftsphantasien mit Raumschiffen, Laserwaffen und fremden Planeten. Sie berühren etwas Tiefes in uns – eine Mischung aus Neugier, Sehnsucht und der ewigen Frage nach dem „Was wäre, wenn?“. In einer Welt, die sich immer schneller verändert, in der Technologien unseren Alltag bestimmen und gesellschaftliche Umbrüche unser Leben prägen, bieten Science-Fiction-Geschichten nicht nur einen Blick in mögliche Zukünfte, sondern auch einen Spiegel für unsere Gegenwart. Dabei bespreche ich in die SF-Sagas zu Star Wars, Star Trek, Alien und Dune – der Wüstenplanet unter unterschiedlichen Fragestellungen.

Science Fiction-Sagas erschaffen Welten, in denen wir uns verlieren können – nicht zur Flucht, sondern zur Erweiterung unseres Denkens. Wenn wir Luke Skywalker auf seinem Weg begleiten, wenn wir mit der Crew der Enterprise ins Unbekannte aufbrechen oder wir uns auf die Jagd nach einem Alien begeben, dann geht es im Kern immer um etwas zutiefst Menschliches: Mut, Zweifel, Verantwortung, Hoffnung.

Science-Fiction erlaubt uns, große Themen zu verhandeln – künstliche Intelligenz, Klimawandel, gesellschaftliche Spaltung – ohne dass sie uns zu nahe treten. Durch die Distanz der fiktiven Welt erkennen wir oft klarer, was in unserer eigenen auf dem Spiel steht. Gleichzeitig wecken diese Sagas unsere Fantasie wie kaum ein anderes Genre. Sie zeigen nicht nur, was sein könnte, sondern auch, was sein sollte – und manchmal, was besser nicht eintreten darf.

Diese Geschichten leben von epischen Konflikten, charismatischen Figuren und der Vorstellung, dass auch der Einzelne im riesigen Gefüge des Universums Bedeutung haben kann. Vielleicht ist genau das ihr größter Reiz: Sie geben uns das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein – und dennoch selbst entscheiden zu können, was richtig ist.

Deshalb lassen uns Science-Fiction-Sagas nicht mehr los. Sie sind Abenteuer und Allegorie, Utopie und Warnung zugleich. Sie schlagen Brücken zwischen Wissenschaft und Emotion, zwischen Vision und Realität. Und sie erinnern uns daran, dass der Mensch selbst in der entferntesten Galaxie auf der Suche nach dem bleibt, was ihn im Innersten ausmacht: Liebe, Freiheit, Sinn.

Ich freue mich auf die reichliche Teilnahme zu meinem Vortrag am Mittwoch, 4. Juni um 18 Uhr in der Gemeindebücherei Maisach. Ich halte diesen Vortrag ehrenamtlich, um die Kommunikation innerhalb unserer Gemeinde zu fördern. Ich bedanke mich ausdrücklich bei dem Team der Gemeindebücherei.

Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond eröffnete die Maisacher Gespräche zur Popkultur

31. Mai 2025

Erfolgreich ist Vortragsreihe Maisacher Gespräche zur Popkultur gestartet mit einem Abend über James Bond. Nun folgt am kommenden Mittwoch, 4. Juni , in der Gemeindebücherei mein Vortrag über Science-Fiction-Sagas.

Ziel meiner ehrenamtlichen Reihe ist es, Interesse an Popkultur zu wecken und zur kulturellen Vielfalt in meiner Wohnortgemeinde beizutragen. Wer könnte dazu besser geeignet sein, als James Bond? Der berühmte britische Geheimagent, fasziniert seit über 60 Jahren: Er ist stilvoll, mutig, charmant – und zugleich menschlich. Hier ist die Auszeichnung des Vortrags, der Lust auf die nächsten Veranstaltungen machen soll.

Der Vortrag beleuchtete die Entwicklung der Figur von Connery bis Craig, die spektakulären Schauplätze, die legendären Gadgets, Kultautos wie den Aston Martin DB5 und ikonische Gegenspieler. Auch der Wandel im Zeitgeist – vom Kalten Krieg bis zur digitalen Bedrohung – wurde thematisiert. Bond bleibt zeitlos modern und ein Mythos der Popkultur.

James Bond ist eine der bekanntesten und langlebigsten Filmfiguren der Kinogeschichte. Seit der erste Film „Dr. No“ (1962) der offiziellen Reihe erschien, zieht der britische Geheimagent Millionen von Fans weltweit in seinen Bann. Ich klärte in meinem Vortrag, was die ungebrochene Faszination für 007 ausmacht.

Indiana Jones 5 – muss das sein?

13. Februar 2015

Muss das wirklich sein? Ein fünfter Teil von Indiana Jones? Wie man aus dem entsprechenden Gazetten hört, plant Spielberg mit Ford einen fünften Teil der Erfolgsserie. Dabei war Teil vier doch schon ziemlich daneben, was vor allem an dem jugendlichen Hauptdarsteller Shia LaBeouf lag.


Ich sag dir Mr. Spielberg: Mach mir bloß nicht meinen Indiana Jones kaputt! Ich bin mit ihn aufgewachsen und habe seine Abenteuer genossen. Es waren dort Cliffhanger, wie sie eben nur Spielberg machen konnte. Und dabei war es doch egal, ob die Filme unlogisch waren: Sie haben einfach Spaß gemacht. Mein liebster Film der Reihe war Teil drei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Ich mag so mystische Geschichten um Kreuzzüge und den Heiligen Gral.
Mit den vierten Teil hatte ich aber meine Probleme. Harrison Ford ist einfach ein alter Mann und das wird beim fünften Teil von Indy Jones nicht besser werden. Warten wir erst einmal ab, wie er sich in Star Wars schlägt. So selbstverständlich ist es gar nicht, dass Spielberg wieder Regie führen wird. Die Rechte für das ganze Indiana Jones-Zeug liegen bei Disney. George Lucas hat es bei dem Verkauf von Star Wars gleich mit zu Geld gemacht. Disney könnte die Serie komplett neu starten für ein neues jugendliches Publikum. Aber Spielbergs Kameramann Janusz Kaminski ließ die Katze aus dem Sack und so dürfen Spielberg und Jones noch einmal ran.
Wahrscheinlich erleben wir wieder Vater und Sohn, wie einstmals Vater und Sohn turbulenter Abenteuer im Teil fünf. Aber will ich Sie wirklich sehen? Sean Connery hat mir als Vater von Indiana Jones gut gefallen, ihn nehme ich die Rolle ab. Shia LaBeouf fand ich schrecklich.

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Zum Trost und als Erinnerung an alte Zeiten blättere ich das Buch The Complete Making of Indiana Jones durch. Es heißt zwar großspruig, dass es die The Definitive Story Behind All Four Films sei, aber wenn man ehrlich ist, werden nur Teil 1-3 ausführlich behandelt. Teil 4 kommt nicht so intensiv vor, schließlich ist das Buch 2008 erschienen. Wer sich aber für Teil 1-3 interessiert, für den ist dieses Buch eine Fundgrube an seltenen Hinter den Kulissen-Bildern, Artworks, Sketchnotes und schönen Gescichten. Geschrieben wurde die ganze Sache von J.W.Rinzler, der viele Bücher über Lucas und Spielberg verfasst hat. J.W.Rinzler gehört zu Lucasfilm und hat damit genehmigten Zugriff auf die Archive. Und er zeigt uns, welche Schätze in diesen Archiven ist. Tolle Bilder, tolle Geschichten, tolle Zeichnungen – der Leser kann in die Produktionswelt von Indiana Jones voll eintauchen und macht damit The Complete Making of Indiana Jones zu einem der besten Bücher über den Abenteuerer.

Und weil ich beim Loben will, empfehle ich auch die The Soundtrack Collection zu den ersten vier Filmen. Der Score stammt aus der Feder von John Williams und ist wie vieles von dem Meister allererste Sahne. Ich hatte zwar die einzelnen Alben bei Erscheinen gekauft, empfehle aber hier ausdrücklich die The Soundtrack Collection. Grund: Es liegt eine Zusatz-CD dabei mit noch nicht veröffentlichtem Material und das ist der Hammer. Mit dabei ist auch ein Interview zwischen Spielberg, Lucas und Williams. Auch das Booklet kann sich sehen lassen und bietet gute Infos über die vier Soundtracks.

AlbumIm Moment weiß ich also noch nicht, ob ich mich über einen fünften Teil von Indiana Jones freuen soll oder nicht. Daher habe ich mir das Vorbild von Indiana Jones angesehen und genossen: Gunga Din. Der schwarzweiß-Film von George Stevens enthält alle Elemente der Jones-Reihe – vor allem des zweiten Teils Indiana Jones und der Tempel des Todes. Spielberg hat genau hingesehen und seine Version von Gunga Din gedreht. Damals traten Cary Grant, Victor McLaglen und ein etwas blasser Douglas Fairbanks jr. gegen Horden von bösen Indern an. Schaut euch diesen Film an und ihr werdet sehr viel von Indiana Jones erkennen und euren Spaß haben. Der Film Gunga Din lohnt sich.

Gunga_Din