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Comic-Kritik: Pacific Rim – Geschichten aus dem Jahr Null

20. Juli 2026

Bein Aufräumen entdeckte ich als Godzilla-Fan den Comic Pacific Rim – Geschichten aus dem Jahre Null, der 2013 erschienen ist. Ich hatte ihn mir damals gekauft und ungelesen ins Archiv gestellt, fragt nicht warum. Jetzt fiel er mir wieder in die Hände und kopfschüttelnd über meine Vergesslichkeit freute ich mich auf eine monstermäßige Lektüre. Leider ist der Comic ausverkauft, aber vielleicht findet ihr ihn noch auf Flohmärkten oder Börsen.

Ich sag es gleich: Ich mag die Monsterfilme, die Comics und die Scores – allen voran die Godzilla-Filme. Als die Pacific Rim-Filme ins Kino kamen, genoss ich das Pop Corn-Kino mit viel Action. Der vorliegende Comic ist eine Geschichte aus dem Jahre Null, also die offizielle Vorgeschichte zum damaligen Filmevent.

Guillermo del Toros Pacific Rim war nie nur ein Film über riesige Roboter und gigantische Monster. Hinter den spektakulären Kämpfen gegen die Kaiju steckte eine überraschend ernsthafte Geschichte über Opferbereitschaft, Zusammenarbeit und den Überlebenswillen der Menschheit. Genau dort setzt der Comic Pacific Rim – Geschichten aus dem Jahr Null an. Anstatt lediglich bekannte Actionszenen nachzuerzählen, erweitert die offizielle Vorgeschichte das Universum sinnvoll und verleiht vielen Figuren und Ereignissen zusätzliche Tiefe. Der Band wurde von Drehbuchautor Travis Beacham gemeinsam mit Guillermo del Toro entwickelt und erzählt die Entstehung des Jaeger-Programms sowie die ersten Jahre des Kampfes gegen die Kaiju.

Besonders gelungen ist die erzählerische Struktur. Die Handlung folgt nicht einer klassischen Actiongeschichte, sondern nutzt Interviews und Rückblicke verschiedener Figuren, um den Beginn der Kaiju-Invasion aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Dadurch entsteht fast der Eindruck einer dokumentarischen Chronik der Apokalypse. Die politischen Diskussionen um den Bau der Jaeger, die technischen Probleme der ersten Maschinen und die psychologischen Belastungen der Piloten erhalten deutlich mehr Raum als im Film. Gerade diese ruhigeren Momente machen den Comic überraschend stark, weil sie den gigantischen Materialschlachten ein menschliches Fundament verleihen.

Die Zeichnungen stammen von mehreren Künstlern, darunter Sean Chen, Yvel Guichet und Pericles Junior. Trotz der unterschiedlichen Handschriften wirkt der Band erstaunlich homogen. Die Kaiju besitzen eine beeindruckende Wucht und Größe, während die Jaeger glaubwürdig als tonnenschwere Maschinen inszeniert werden. Die Farbgebung unterstützt den oft düsteren Grundton, ohne die Übersichtlichkeit der Action zu beeinträchtigen. Besonders in den großformatigen Panels wird deutlich, wie gut sich das monumentale Design des Films in das Medium Comic übertragen lässt.

Erfreulich ist zudem, dass sich Geschichten aus dem Jahr Null nicht allein auf spektakuläre Kämpfe verlässt. Die eigentlichen Gegner sind häufig Angst, Zweifel und persönliche Traumata. Der Comic zeigt eindrucksvoll, dass die Menschheit nicht nur gegen die Kaiju kämpfen muss, sondern auch gegen politische Trägheit, technische Rückschläge und menschliche Schwächen. Dadurch gewinnt die Geschichte eine emotionale Dimension, die vielen Filmadaptionen als Comic fehlt.

Kleinere Schwächen ergeben sich aus der episodischen Erzählweise. Manche Figuren bleiben trotz der zusätzlichen Hintergrundinformationen etwas blass, und durch die wechselnden Zeichner verändert sich der visuelle Stil gelegentlich spürbar. Wer ausschließlich pausenlose Monsterkämpfe erwartet, dürfte zudem überrascht sein, wie viel Platz Dialogen und Charakterentwicklung eingeräumt wird.

Gerade darin liegt jedoch die größte Stärke des Bandes. Pacific Rim – Geschichten aus dem Jahr Null versteht sich nicht als bloße Ergänzung zum Film, sondern als eigenständige Science-Fiction-Geschichte über den Beginn einer globalen Katastrophe. Der Comic erweitert die Mythologie sinnvoll, macht bekannte Figuren greifbarer und vertieft die Welt von Pacific Rim erheblich. Für Fans des Films gehört er nahezu zur Pflichtlektüre – und selbst Leser, die den Film nicht kennen, erhalten eine spannende Mischung aus Militär-Science-Fiction, Katastrophendrama und klassischem Kaiju-Abenteuer.

Pacific Rim – Geschichten aus dem Jahr Null ist einer der gelungensten Film-Prequel-Comics der vergangenen Jahre. Statt sich in reiner Action zu verlieren, erzählt der Band von den Anfängen einer Menschheit im Ausnahmezustand und schafft es, den Mythos der Jaeger mit glaubwürdigen Figuren und einer überraschend vielschichtigen Handlung zu bereichern. Wer Guillermo del Toros Vision liebt, findet hier eine ebenso spannende wie atmosphärische Ergänzung zum Film.

Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Sie leben (They Live, 1988) – Rückblick auf die Matinee

27. Februar 2026

Als John Carpenter 1988 seinen Science-Fiction-Film „Sie leben“ veröffentlichte, wirkte das Werk auf den ersten Blick wie ein rauer B-Movie mit Wrestling-Star in der Hauptrolle. Doch hinter der scheinbar simplen Prämisse verbirgt sich eine ebenso wütende wie brillante Gesellschaftssatire, die heute aktueller erscheint denn je. Ich zeigte den Film bei meiner Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Am Sonntag, 8. März präsentiere ich in der nächsten Matinee die Kalter Kriegs Komödie Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben. Karten gibt es hier.

Carpenter erzählt die Geschichte des arbeitslosen Bauarbeiters Nada, gespielt von Roddy Piper, der in Los Angeles auf eine unscheinbare Sonnenbrille stößt. Setzt er sie auf, enthüllt sich eine erschreckende Wahrheit: Werbetafeln und Zeitschriften enthalten in Wirklichkeit unterschwellige Befehle wie „OBEY“, „CONSUME“ oder „NO INDEPENDENT THOUGHT“, und ein Teil der herrschenden Klasse entpuppt sich als außerirdische Spezies, die die Menschheit manipuliert und ausbeutet. Hier ist mein Vortrag als Aufzeichnung.

Was nach klassischem Science-Fiction-Stoff klingt, ist in Wahrheit eine scharfzüngige Abrechnung mit Konsumwahn, Medienmacht und der politischen Atmosphäre der Reagan-Ära. Carpenter verzichtet auf subtile Zwischentöne und setzt stattdessen auf klare Bilder, harte Kontraste und eine fast schon provozierende Direktheit. Gerade diese kompromisslose Offenheit verleiht dem Film seine Wucht. Die ikonischen Schwarzweiß-Sequenzen durch die Sonnenbrille wirken wie ein visuelles Erwachen – als würde der Zuschauer selbst gezwungen, hinter die Fassade der Hochglanzwelt zu blicken.

Neben seiner politischen Dimension besticht „Sie leben“ auch durch seinen rohen, schnörkellosen Stil. Die langen Einstellungen, der minimalistische Synthesizer-Score und die bewusst einfache Dramaturgie erzeugen eine beklemmende Atmosphäre. Legendär ist zudem die minutenlange Prügelszene zwischen Nada und seinem Kollegen, die zugleich absurd komisch und symbolisch aufgeladen ist: Es ist der Kampf darum, die Wahrheit zu erkennen – oder sie eben nicht sehen zu wollen.

„Sie leben“ ist damit weit mehr als ein Genrebeitrag der 80er-Jahre. Der Film ist ein wütender Kommentar zur Macht der Bilder, zur Manipulierbarkeit von Gesellschaften und zur Verführungskraft des Konsums. Seine Botschaft ist so plakativ wie eindringlich: Die Wirklichkeit ist nicht das, was sie zu sein scheint. Und manchmal braucht es nur eine Sonnenbrille, um sie zu entlarven.

Am Sonntag, 8. März präsentiere ich in der nächsten Matinee die Kalter Kriegs Komödie Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben. Karten gibt es hier.

Sie leben (They Live, 1988) – Matinee am 1. Februar im Scala Fürstenfeldbruck

31. Januar 2026

Sie leben (They Live, 1988) ist mehr als nur ein Science-Fiction-Film – es ist ein bissiger, hochaktueller Kultklassiker von Horror- und Action-Legende John Carpenter. Ich bespreche und zeige den Klassiker in meiner phantastischen Matinee am Sonntag, 1. Februar im Scala Kino Fürstenfeldbrzck. Karten gibt es hier.

Mit scharfem Humor, ikonischen Bildern und einer unvergesslichen Prämisse entlarvt der Film auf provokante Weise die versteckten Mechanismen von Macht, Konsum und Manipulation.

Als der Wanderarbeiter Nada (gespielt von Wrestling-Ikone Roddy Piper) eine mysteriöse Sonnenbrille findet, sieht er plötzlich die Welt, wie sie wirklich ist: Hinter Werbetafeln, Medienbotschaften und scheinbar normalen Menschen verbergen sich außerirdische Strippenzieher, die die Menschheit kontrollieren. Die verborgenen Befehle sind unmissverständlich: GEHORCHE. KONSUMIERE. SCHLAFE.

Mit seinem markanten Synthesizer-Score, der legendären Prügelszene und seiner kompromisslosen Gesellschaftskritik ist Sie leben heute aktueller denn je. Der Film verbindet knallharte Action mit subversiver Satire und ist ein Muss für Fans von Science-Fiction, Horror und politischem Kino. Setz die Brille auf. Sieh die Wahrheit. Sie leben.
Karten gibt es hier

Der Krieg der Welten aus der Reihe Illustrierte Klassiker

31. August 2025

Der Comic Der Krieg der Welten aus der Reihe Illustrierte Klassiker (Originaltitel: Classics Illustrated) ist eine Adaption des berühmten Science-Fiction-Romans von H. G. Wells, der ursprünglich 1898 erschien. Die „Illustrierten Klassiker“ waren eine populäre Comicserie, die klassische Literatur in Bildform für ein breites Publikum – insbesondere Jugendliche – zugänglich machen wollte. Die Serie wurde ab 1941 in den USA von Gilberton veröffentlicht und später auch in viele Sprachen übersetzt, darunter Deutsch.
Als Fan der Originalgeschichte von HG Wells bin ich an den verschiedenen Buch-, Comic- und natürlich Film- und TV-Fassungen dieses Stoffes interessiert.

Die Handlung von Der Krieg der Welten als Comic folgt grob dem Roman Wells’: Marsianer landen in England und beginnen mit gigantischen Kriegsmaschinen (Tripods) eine verheerende Invasion. Die Menschheit ist technologisch unterlegen und wird von den Angreifern brutal dezimiert. Am Ende scheitert die Invasion nicht durch menschliche Waffen, sondern durch die Bakterien der Erde, gegen die die Marsianer keine Immunität besitzen.

Diese Comicversion vereinfacht den komplexen gesellschaftskritischen Subtext von Wells und legt den Schwerpunkt stärker auf Action und visuelle Darstellung der Bedrohung – was dem Medium Comic entgegenkommt.

Die Adaption gilt als eine der besseren innerhalb der Reihe, weil sie die düstere Atmosphäre und die Bedrohung gut visuell einfängt. Die Illustrationen waren farbig, mit einem typischen 50er-/60er-Jahre-Stil: klare Linien, dramatische Perspektiven, expressive Mimik. Die Geschichte wurde aus Gründen der Verständlichkeit gestrafft und an ein jugendliches Publikum angepasst. 1956 erschien die deutsche Erstausgabe. Sie ist heute rund 130 Euro wert. Ich habe den Nachdruck.

Illustrierten Klassiker
Die Illustrierten Klassiker sind eine Comicreihe, die berühmte Werke der Weltliteratur in Bildern nacherzählt. Ihren Ursprung hat die Reihe in den USA: Dort startete der Verleger Albert Kanter im Oktober 1941 die Serie zunächst unter dem Titel Classic Comics, die später in Classics Illustrated umbenannt wurde . Bis 1971 erschienen in den Vereinigten Staaten insgesamt 169 Hefte dieser Reihe, veröffentlicht bei Kanters Verlag Gilberton Company. Die erste Ausgabe adaptierte Alexandre Dumas’ Die drei Musketiere als Comic. Von Beginn an verfolgte Kanter ein pädagogisches Ziel: Junge Leser sollten durch unterhaltsame Comics an große Literatur herangeführt werden. Entsprechend basierte jedes Heft auf einem einzelnen klassischen Werk, das in gekürzter, aber möglichst originalgetreuer Comicform nacherzählt wurde.

Inhaltlich blieben die Adaptionen eng an den literarischen Vorlagen und enthielten oft zusätzliche Bildungselemente. Jede Ausgabe begann in der Regel mit einer kurzen Einführung zum jeweiligen Werk und endete mit einem Nachwort; zudem wurden oft Hintergrundinformationen über den Autor oder die Epoche beigefügt . Im Comic selbst wurden berühmte Passagen zum Teil wörtlich zitiert – so enthielt etwa der Band zu Shakespeares Hamlet die wichtigsten Monologe im Originaltext – und schwierige Wörter wurden mit Fußnoten erklärt . Am Ende jedes Heftes richtete sich ein Appell an die Leser, das vollständige Originalwerk zu lesen, sobald man den Comic durchhatte: „Now that you have read the Classics Illustrated edition, don’t miss the enjoyment of reading the original, obtainable at your school or public library.“ („Nun, da du die Illustrierte-Klassiker-Ausgabe gelesen hast, versäume nicht das Vergnügen, auch das Original zu lesen, das du in deiner Schule oder öffentlichen Bücherei finden kannst.“). Diese klare Aufforderung unterstrich den Bildungsanspruch der Reihe.

In den USA war Classics Illustrated kommerziell äußerst erfolgreich und kulturell einflussreich. Bis in die 1960er Jahre wurden über 200 Millionen Hefte verkauft , und zeitweise galt die Serie als eine der größten Jugendausgaben der Welt . Die Auswahl der adaptieren Werke reichte von Homers Ilias bis zu Shakespeare und prägte das Bildungsbewusstsein einer ganzen Generation. Anfang der 1950er Jahre erregte die Reihe sogar positive Aufmerksamkeit in der Presse, als mehrere Shakespeare-Tragödien in Comicform veröffentlicht wurden . Gleichzeitig war das Konzept umstritten: Einige Pädagogen und Kritiker befürchteten, die vereinfachten Bildergeschichten könnten die Lektüre der Originale ersetzen. So verurteilte der Psychiater Fredric Wertham 1954 in seinem einflussreichen Buch Seduction of the Innocent auch die Illustrierten Klassiker als „Verstümmelung“ großer Werke und meinte, solche Comics würden bei Jugendlichen eher Lesefaulheit fördern . Er berichtete etwa von einem Jungen, der mit dem Comic-Heft Robinson Crusoe prahlte: „Warum sollte ich das echte Buch lesen, wenn ich das hier habe?“. Kanter hingegen sah seine Hefte als Brücke zur Literatur und hielt dagegen, dass die Comics das Interesse an den „großen Büchern“ wecken sollten . Tatsächlich fühlten sich viele Kinder durch die Comics motiviert, anschließend auch zum richtigen Buch zu greifen – die Hefte enthielten nicht umsonst den ausdrücklichen Hinweis, das Original nicht zu verpassen . Im amerikanischen Gedächtnis haben die Classics Illustrated bis heute einen besonderen Platz; für die Nachkriegsgeneration sind sie zu nostalgischen Sammlerstücken geworden.

In Deutschland erschien die Reihe erstmals 1952. Der Wiener Rudl-Verlag veröffentlichte acht Hefte unter dem Reihentitel Illustrierte Klassiker – Die spannendsten Geschichten der Weltliteratur, darunter als Band 2 eine Adaption von Die Schatzinsel und als Doppelheft Robin Hood . Dieser erste Versuch war jedoch wenig erfolgreich und wurde 1953 nach acht Ausgaben eingestellt . Eine etablierte deutsche Edition folgte erst ab 1956: Der Verlag Internationale Klassiker in Hamburg startete eine neue Heftreihe gleichen Namens, beginnend erneut mit Nummer 1. Nach 30 Ausgaben übernahm der Hamburger Bildschriftenverlag (BSV) die Reihe. Der BSV führte die Illustrierten Klassiker bis 1972 fort, wobei der Verlagssitz währenddessen von Hamburg nach Aachen und schließlich Alsdorf wechselte . In dieser Hauptphase erschienen in Deutschland insgesamt 204 Hefte. Die Nummerierung lief von 1 bis 205, allerdings wurde die Nummer 192 übersprungen, so dass physisch 204 Hefte vorlagen . Der deutsche Verlag ergänzte die amerikanischen Original-Comics teils durch eigenes Material: Neben Übersetzungen der US-Hefte wurden auch Adaptionen anderer europäischer Partnerreihen in die deutsche Serie aufgenommen. Dadurch kamen zusätzliche Literaturklassiker hinzu, die in den USA gar nicht als Comic erschienen waren.

Der Inhalt der Illustrierten Klassiker umspannte ein breites Spektrum an Werken und Autoren. Antike Sagen und Epen (etwa Die Odyssee von Homer) wurden ebenso adaptiert wie historische Abenteuerromane und Jugendliteratur. So finden sich in der Reihe zum Beispiel Der letzte Mohikaner von James Fenimore Cooper, Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe, Moby Dick von Herman Melville oder Ivanhoe von Sir Walter Scott. Große Schriftsteller des 19. Jahrhunderts sind zahlreich vertreten: Charles Dickens’ Oliver Twist und Große Erwartungen, mehrere Romane von Jules Verne (darunter 20 000 Meilen unter dem Meer), Alexandre Dumas’ Der Graf von Monte Christo, Victor Hugos Les Misérables und Mark Twains Tom Sawyer, um nur einige zu nennen. Auch Werke von William Shakespeare wurden in Comicform veröffentlicht – beispielsweise Macbeth, Hamlet, Romeo und Julia und Julius Cäsar. Insgesamt deckte die Serie nahezu alle Genres ab, von Abenteuer und Historie über Sozialromane bis zur Science-Fiction (etwa H. G. Wells’ Die Zeitmaschine) und zu klassischen Horrorgeschichten (Dr. Jekyll und Mr. Hyde). Diese Vielfalt machte die Illustrierten Klassiker zu einer Art bildhaftem Kanon der Weltliteratur für junge Leser.

Die zeichnerische und erzählerische Umsetzung folgte bestimmten Prinzipien. Jeder Band präsentierte eine in sich abgeschlossene Geschichte – anders als bei fortlaufenden Superhelden- oder Funny-Comicserien gab es keine wiederkehrenden Hauptfiguren oder Fortsetzungen . Dadurch glich jedes Heft eher einem kleinen Graphic Novel seiner Zeit, was der Reihe den Ruf einer „ernsteren“ Lektüre einbrachte . Der Zeichenstil der Comics war überwiegend realistisch und konventionell; auf künstlerische Experimente wurde zugunsten einer klaren Narration verzichtet. Kritiker beschrieben die Optik mitunter als „eher bieder“ – die Bilder sollten vor allem den Text unterstützen, nicht dominieren . Gewaltsame oder anzügliche Inhalte der Literaturvorlagen wurden für die jugendliche Leserschaft entschärft. So verzichteten die Adaptionen etwa darauf, Shakespeares Macbeth allzu blutig darzustellen (der abgetrennte Kopf wird im Comic nicht aufgespießt gezeigt), und in Romeo und Julia fehlen Anspielungen auf die in der Vorlage implizierte körperliche Beziehung . Trotz der Vereinfachung achteten die Macher auf einen gewissen Anspruch: Wie erwähnt, wurden manchmal Originaltextstellen – etwa berühmte Monologe – vollständig abgedruckt, und schwierige Begriffe mit Sternchen markiert und am Seitenrand erklärt . Ergänzend zu den Bildern trug begleitender Text (Erzählerkommentare und Dialoge) dazu bei, die komplexen Handlungsstränge der Romane verständlich auf das Comicformat zu übertragen. Darüber hinaus erschienen ab 1951 die Titelbilder der US-Ausgaben als aufwendig gemalte Illustrationen, was den Heften zusätzlichen Wiedererkennungswert gab . Insgesamt folgte die Reihe dem Motto „Bildung durch Unterhaltung“: Die Comics sollten spannend sein, ohne trivial zu werden, und gleichzeitig einen Einstieg in die klassische Literatur bieten.

Die Illustrierten Klassiker entfalteten in beiden Ländern eine bemerkenswerte kulturelle Wirkung. In den deutschsprachigen Ländern zählte die Reihe in den späten 1950er und 1960er Jahren zu den bekanntesten Comic-Publikationen. Sie machte Meisterwerke der Literatur einem breiten Publikum zugänglich und wurde von vielen Eltern und Lehrern positiver aufgenommen als reine Unterhaltungscomics. So wurden die Hefte bisweilen sogar im Schulunterricht eingesetzt, um Schüler für die behandelten Lektüren zu interessieren . Auch nach der Einstellung der Serie blieben die Illustrierten Klassiker präsent: Zwischen 1991 und 2002 brachte der Norbert Hethke Verlag sämtliche Ausgaben noch einmal als Nachdruck heraus und veröffentlichte darüber hinaus zwei neue Comicadaptionen literarischer Werke, die zuvor in keiner Ausgabe umgesetzt worden waren . Ab 2012 wurde die Reihe in Deutschland vom neu gegründeten Bildschriftenverlag in Hannover mit weiteren Bänden fortgesetzt, die zuvor hierzulande nicht erschienen waren. Diese Revival-Projekte – ebenso wie diverse Sammelbände und Sondereditionen – zeugen vom anhaltenden Interesse an der Verbindung von Klassikern und Comic-Kunst. In den USA selbst sind die Classics Illustrated längst Kultobjekte für die Generation, die in der Nachkriegszeit damit aufgewachsen ist . Als früher Versuch, Literatur „für jedermann“ aufzubereiten, haben Illustrierte Klassiker sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Deutschland einen besonderen Platz in der Comicgeschichte. Sie stehen sinnbildlich für das Konzept, Bildung durch Unterhaltung zu vermitteln, und ihr Einfluss hält bis in die Gegenwart an. – Bei mir jedenfalls.

Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond eröffnete die Maisacher Gespräche zur Popkultur

31. Mai 2025

Erfolgreich ist Vortragsreihe Maisacher Gespräche zur Popkultur gestartet mit einem Abend über James Bond. Nun folgt am kommenden Mittwoch, 4. Juni , in der Gemeindebücherei mein Vortrag über Science-Fiction-Sagas.

Ziel meiner ehrenamtlichen Reihe ist es, Interesse an Popkultur zu wecken und zur kulturellen Vielfalt in meiner Wohnortgemeinde beizutragen. Wer könnte dazu besser geeignet sein, als James Bond? Der berühmte britische Geheimagent, fasziniert seit über 60 Jahren: Er ist stilvoll, mutig, charmant – und zugleich menschlich. Hier ist die Auszeichnung des Vortrags, der Lust auf die nächsten Veranstaltungen machen soll.

Der Vortrag beleuchtete die Entwicklung der Figur von Connery bis Craig, die spektakulären Schauplätze, die legendären Gadgets, Kultautos wie den Aston Martin DB5 und ikonische Gegenspieler. Auch der Wandel im Zeitgeist – vom Kalten Krieg bis zur digitalen Bedrohung – wurde thematisiert. Bond bleibt zeitlos modern und ein Mythos der Popkultur.

James Bond ist eine der bekanntesten und langlebigsten Filmfiguren der Kinogeschichte. Seit der erste Film „Dr. No“ (1962) der offiziellen Reihe erschien, zieht der britische Geheimagent Millionen von Fans weltweit in seinen Bann. Ich klärte in meinem Vortrag, was die ungebrochene Faszination für 007 ausmacht.