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Rückblick auf meine Matinee: Über dem Jenseits (1980)

25. September 2026

Lucio Fulcis Über dem Jenseits von 1981 ist kein Film, den man nach den üblichen Maßstäben von Handlung, Psychologie und dramaturgischer Logik bewerten sollte. Wer eine sauber erzählte Geistergeschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer sich aber auf einen fiebrigen, morbiden, fast traumartigen Horrorfilm einlässt, bekommt eines der stärksten Werke des italienischen Genrefilms der frühen achtziger Jahre. Ich hatte den Film bei meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee ist am 4. Oktober der Film StarShip Tropfers. Karten gibt es hier.

Der Originaltitel lautet …E tu vivrai nel terrore! L’aldilà, international ist der Film als The Beyond bekannt. Fulci erzählt von Liza Merrill, gespielt von Catriona MacColl, die ein altes Hotel in Louisiana erbt. Dieses Hotel steht, wie sich bald zeigt, auf einem der sieben Tore zur Hölle. Unterstützt wird sie von Dr. John McCabe, gespielt von David Warbeck. Zum Ensemble gehören außerdem Cinzia Monreale, Antoine Saint-John und Veronica Lazar. Die Musik stammt von Fabio Frizzi, die Kamera führte Sergio Salvati. Der Film gilt als Teil von Fulcis loser „Gates of Hell“-Trilogie, zu der auch Ein Zombie hing am Glockenseil und Das Haus an der Friedhofsmauer gezählt werden. Hier ist mein Vortrag zum dem Film. 

Die Geschichte ist im Grunde schnell erzählt: Eine Frau kommt in ein verfallenes Hotel, die Vergangenheit meldet sich zurück, Tote kehren wieder, Räume verändern ihre Bedeutung, und am Ende gibt es keinen Ausweg mehr. Aber diese Inhaltsangabe greift zu kurz. Über dem Jenseits funktioniert weniger als klassische Erzählung, sondern als Abstieg. Fulci baut keinen Spannungsbogen im Hollywood-Sinn, sondern eine Serie von Visionen, Warnungen, Todesbildern und surrealen Übergängen.

Genau darin liegt seine Stärke. Der Film wirkt wie ein Albtraum, in dem man zwar einzelne Zusammenhänge erkennt, aber nie vollständig begreift, nach welchen Regeln diese Welt funktioniert. Figuren handeln nicht immer logisch, Schauplätze scheinen sich zu verschieben, Ursache und Wirkung lösen sich zunehmend auf. Das kann man als Schwäche sehen. Man kann es aber auch als bewusste Ästhetik lesen: Die Hölle bricht nicht als klar erklärbares Ereignis in die Realität ein, sondern als langsame Auflösung jeder Ordnung.

Fulci war nie ein eleganter Regisseur im klassischen Sinn. Er war grob, direkt, manchmal schlampig, gelegentlich geschmacklos. Aber in Über dem Jenseits findet diese Grobheit eine erstaunliche Form. Der Film ist voller extremer Gewaltszenen: Augen werden zerstört, Körper zerfallen, Säure frisst sich durch Fleisch, Spinnen attackieren ein Gesicht, Zombies tauchen auf wie Boten aus einer verrottenden Zwischenwelt.

Das Entscheidende ist: Diese Szenen sind nicht einfach nur Schockeffekte. Sie sind Teil einer Bildwelt, in der der menschliche Körper seine Stabilität verliert. Bei Fulci ist der Körper kein geschützter Ort, sondern eine brüchige Hülle. Augen spielen dabei eine besondere Rolle. Immer wieder geht es um Sehen, Blindheit, Warnzeichen und das Unvermögen, das Grauen rechtzeitig zu erkennen. Die berühmten weißen Kontaktlinsen, die mehrere Figuren tragen, wurden laut Produktionsangaben aus Glas gefertigt und handbemalt. 

Fulcis Gewalt ist sicher nicht jedermanns Sache. Sie kann abstoßend wirken, manchmal auch überzogen. Aber sie besitzt hier eine eigene, makabre Poesie. Gerade die Kombination aus billigem Effektkino, katholisch aufgeladenem Jenseitsgrauen und verfallener Südstaaten-Gotik macht den Reiz des Films aus.

Ein großer Teil der Wirkung entsteht durch die Schauplätze. Gedreht wurde unter anderem in New Orleans, im Umland Louisianas und später auf italienischen Studiobühnen. Das historische Otis House bei Lake Pontchartrain diente als Hotel „Seven Doors“. Für den heruntergekommenen Look wurde das Gebäude künstlich gealtert. 

Das ist mehr als exotische Kulisse. Louisiana wird bei Fulci zu einer Art Zwischenreich: Sümpfe, Friedhöfe, verfallene Gebäude, leere Straßen, das Hotel als Schwelle zwischen Leben und Tod. Man spürt, dass der Film nicht an realistischer Ortsbeschreibung interessiert ist. Louisiana ist hier ein mythischer Raum, ein Ort des Stillstands, an dem die Vergangenheit nicht vergeht, sondern verwest.

Fabio Frizzis Musik ist ein wesentlicher Grund, warum Über dem Jenseits bis heute nachwirkt. Sein Score verbindet elektronische Elemente, Chöre, Mellotron, Bass und orchestrale Passagen. Frizzi wollte nach eigener Aussage verschiedene instrumentale Formen zusammenführen; das Ergebnis ist ein Thema, das zugleich feierlich, unheilvoll und hypnotisch wirkt. 

Die Musik verleiht dem Film Größe, wo die Inszenierung manchmal billig aussieht. Sie zieht die Bilder ins Mythische. Gerade das Hauptthema macht aus dem Geschehen keinen bloßen Splatterfilm, sondern eine Totenmesse. Man hat das Gefühl, der Film marschiere von Anfang an auf sein unausweichliches Ende zu.

Natürlich hat der Film Schwächen, gewaltige sogar. Die Dialoge sind oft hölzern. Die englischsprachige Synchronisation verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Manche Figuren wirken weniger wie Menschen als wie Markierungen in einem Albtraum. Auch die Handlung ist löchrig. Warum Figuren bestimmte Dinge tun, warum sie Warnungen ignorieren, warum Räume und Wege plötzlich anders funktionieren – vieles bleibt unklar.

Aber bei Über dem Jenseits stellt sich die Frage, ob diese Schwächen den Film tatsächlich beschädigen oder ob sie Teil seines Reizes sind. Fulci interessiert sich nicht für psychologische Plausibilität. Ihn interessieren Zustände: Angst, Verfall, Vorahnung, Ausweglosigkeit. In diesem Sinne ist der Film näher an einem düsteren Gemälde oder einem apokalyptischen Gedicht als an einem klassischen Horrorplot.

Das Finale gehört zu den stärksten Momenten in Fulcis Werk. Ohne zu viel zu erklären: Der Film endet nicht mit Auflösung, Rettung oder Bestrafung, sondern mit einer metaphysischen Sackgasse. Die Figuren erreichen einen Ort jenseits der bekannten Welt, eine graue, leere, endlose Landschaft. Dieser Schluss ist so einfach wie erschütternd. Er macht deutlich, dass das Grauen nicht besiegt werden kann. Es war immer schon da.

Gerade hier wird Über dem Jenseits größer als seine einzelnen Effekte. Fulci gelingt ein Bild absoluter Verlorenheit. Kein moralischer Trost, keine göttliche Ordnung, keine Rettung. Nur Staub, Leere und das Jenseits als ewige Gefangenschaft.

Bei Erscheinen wurde der Film von vielen Kritikern abgelehnt. In Italien warf man Fulci Geschmacklosigkeit und banale Inhalte vor; erst später wurde der Film von Genrefans und Fachpublikationen deutlich stärker gewürdigt. In Großbritannien hatte der Film erhebliche Probleme mit der Zensur und wurde im Umfeld der sogenannten „Video Nasties“ diskutiert; ungekürzt erschien er dort erst viel später auf Heimvideo. 

Heute gilt The Beyond vielfach als einer von Fulcis zentralen Filmen. Sogar moderne Horrorlisten heben ihn als besten Teil der „Gates of Hell“-Trilogie hervor und beschreiben ihn treffend als einen Film für ein Publikum, das Fulcis spezielle Mischung aus Surrealismus, Körperhorror und morbider Atmosphäre schätzt. 

Ich bespreche und zeige in meiner nächsten Matinee den Film Starship Tropfers am Sonntag 4. Oktober um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Über dem Jenseits (1980) – Matinee am 7. Juni im Scala Fürstenfeldbruck

6. Juni 2026

Es gibt Filme, die sieht man nicht einfach. Man betritt sie. Lucio Fulcis „Über dem Jenseits“, in Deutschland lange auch als „Geisterstadt der Zombies“ bekannt, ist so ein Film: ein fiebriger Albtraum aus verfallenen Hotels, okkulten Geheimnissen, untoten Körpern und einer Hölle, die nicht laut aufbricht, sondern langsam in die Wirklichkeit sickert. Ich bespreche und zeige diesen Film am Sonntag, 7 Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Über viele Jahre war der Film in Deutschland indiziert und sogar beschlagnahmt. Das allein macht ihn noch nicht bedeutend – aber es erzählt viel über seine Wirkung. Fulcis Werk galt als zu drastisch, zu verstörend, zu kompromisslos. Inzwischen ist die Beschlagnahmung aufgehoben, der Film kann neu betrachtet werden: nicht nur als berüchtigter Splatterklassiker, sondern als eigenwilliges, surreales Stück italienischer Horrorgeschichte.

„The Beyond“ ist kein Horrorfilm, der brav einer logischen Handlung folgt. Er funktioniert wie ein Alptraum: Bilder, Musik und Atmosphäre sind wichtiger als Erklärungen. Fabio Frizzis düsterer, fast sakraler Score legt sich wie ein Trauergesang über die Szenen. Die Kamera zeigt eine Welt, in der Augen nicht mehr sehen wollen, Körper zerfallen und Räume ihre eigene böse Erinnerung besitzen.

Gerade auf der großen Leinwand entfaltet dieser Film seine volle Kraft. Was im Heimkino vielleicht nur als blutiger Kultfilm erscheint, wird im Kinosaal zu einer Erfahrung: unheimlich, hypnotisch, abgründig und seltsam schön. Fulci führt sein Publikum nicht einfach durch eine Geschichte, sondern an einen Ort, an dem die Grenze zwischen Leben, Tod und Jenseits zusammenbricht.

In der Matinee wollen wir diesen besonderen Film gemeinsam neu entdecken: als umstrittenes Werk, als Beispiel für die Radikalität des italienischen Horrorkinos und als Film, der noch immer Fragen auslöst. Warum schockieren uns solche Bilder? Was macht ihren Reiz aus? Und weshalb übt ein Film, der lange als Skandal galt, bis heute eine solche Faszination aus?

Wer Horror nur als Schock versteht, wird überrascht sein. Wer Kino als Reise in dunkle, fremde Welten liebt, sollte diese Matinee nicht verpassen. „Geisterstadt der Zombies“ ist mehr als ein reißerischer deutscher Titel. Dahinter verbirgt sich ein verstörendes, bildgewaltiges und einzigartiges Kinoerlebnis – ein Blick über die Schwelle, dorthin, wo das Grauen beginnt.
Ich bespreche und zeige diesen Film am Sonntag, 7 Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Ein Roboter aus dem Jahr 1897: Georges Méliès’ Sensationsfund schreibt Filmgeschichte neu

15. April 2026

Der Filmfreund und Sammler von Roboterspielzeug in mir jubiliert und feiert. Der 1897 entstandene Kurzfilm „Gugusse et l’Automate“ von Georges Méliès ist ein sensationeller Fund, da er höchstwahrscheinlich die allererste filmische Darstellung eines Roboters enthält. Der 45-sekündige Stummfilm wurde von der US-amerikanischen Library of Congress aufwendig restauriert und der weltweiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Handlung des Kurzfilms
In dem Stummfilm steuert ein Clown namens Gugusse – gespielt von Regisseur Georges Méliès – eine mechanische Figur im Pierrot-Kostüm, die durch das Drehen einer Kurbel plötzlich auf Menschengröße anwächst. Der Automat entwickelt ein unerwartetes Eigenleben und schlägt seinen menschlichen Schöpfer unvermittelt mit einem Stock auf den Kopf. Daraufhin greift Gugusse zu einem großen Vorschlaghammer und hämmert wütend auf die Maschine ein, bis sie immer kleiner wird und schließlich nach dem letzten Schlag gänzlich verschwindet. Hier der Film.

Die abenteuerliche Entdeckung
Der historische Film schlummerte über ein Jahrhundert lang in einer alten Holztruhe, die über Generationen auf verschiedenen Dachböden und in Garagen aufbewahrt wurde. Entdeckt wurde der Schatz von Bill McFarland, einem pensionierten Lehrer aus Michigan und Urenkel des frühen Filmvorführers William DeLyle Frisbee. Die Filmrollen lagerten über ein Jahrhundert lang unbemerkt in einer ramponierten Holztruhe. Diese wurde innerhalb der Familie über mehrere Generationen hinweg weitergereicht und stand die meiste Zeit unbeachtet auf verschiedenen Dachböden, in Kellern und Garagen. Letztendlich landete das Erbstück bei Bill McFarland, einem 76-jährigen pensionierten Lehrer aus Michigan, der die Truhe selbst bereits seit rund 20 Jahren aufbewahrte.
Da lokale Antiquitätenhändler die leicht entzündlichen Nitratfilme aus Sicherheitsgründen ablehnten, fuhr McFarland im September 2025 persönlich nach Virginia, um die verrosteten Rollen dem National Audio-Visual Conservation Center zu übergeben. Hier ein KI-generierter Podcast:

Das Erbe eines Filmvorführers
Die historische Filmsammlung gehörte ursprünglich McFarlands Urgroßvater William DeLyle Frisbee. Dieser arbeitete im späten 19. Jahrhundert tagsüber als Kartoffelbauer und Lehrer, zog aber nachts als Schausteller mit einem Projektor durch das ländliche Pennsylvania. Nach seinem Tod Ende der 1930er Jahre gingen seine Ausrüstung und die Filme in den Besitz seiner Tochter über, bevor sie über weitere Stationen schließlich ihren Weg zu seinem Urenkel fanden.

Die abenteuerliche Übergabe
McFarland wusste nicht, welche Werke sich auf den Rollen befanden, konnte sie aber aufgrund ihres fragilen und brandgefährlichen Nitratmaterials nicht selbst untersuchen. Da lokale Antiquitätenhändler und Museen das explosive Filmmaterial aus Sicherheitsgründen ablehnten, lud er die Truhe im September 2025 in sein Auto und fuhr rund 1.100 Kilometer zum National Audio-Visual Conservation Center in Virginia. Dort nahmen Archivare der Library of Congress die verrosteten Filmdosen in Empfang und identifizierten eine der Rollen kurz darauf als das seit über 100 Jahren verschollene Werk von Georges Méliès.

Filmhistorische Bedeutung
„Gugusse et l’Automate“ gilt als ein bahnbrechendes Werk des frühen Science-Fiction-Kinos, da es den zeitlosen erzählerischen Konflikt zwischen einem Erfinder und seiner außer Kontrolle geratenen Maschine thematisiert. Méliès nutzte in diesem frühen Werk bereits seine innovativen Kamera- und Stopptricks, um das magische Wachstum und Schrumpfen des mechanischen Automaten optisch umzusetzen. Da mehr als die Hälfte seiner rund 500 produzierten Filme bis heute als verschollen gelten, ist diese unerwartete Wiederentdeckung ein wahrer Meilenstein für die internationale Kinogeschichte.