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Rückblick auf meine Matinee: Herr der Ringe (1978)

17. September 2026

Es gibt Geschichten, die uns ein Leben lang begleiten. Geschichten, deren Figuren irgendwann zu alten Freunden werden, deren Orte wir kennen, obwohl wir niemals dort gewesen sind. Das Auenland gehört dazu. Bruchtal. Moria. Mordor. Und natürlich Mittelerde selbst. J.R.R. Tolkien hatte mit „Der Herr der Ringe“ nicht einfach einen Fantasyroman geschrieben – er hatte eine Welt erschaffen, in die Generationen von Leserinnen und Lesern immer wieder zurückkehrten. Im Scala Kino Fürstenfeldbruck öffnete sich bei unserer Matinee noch einmal das Tor zu dieser Welt. Die nächste Matinee dreht sich um den Katastrophenklassiker Erdbeben von 1974. am Sonntag, 20. September im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Wir zeigten und besprachen Ralph Bakshis „Der Herr der Ringe“ aus dem Jahr 1978 – einen Film, der vielleicht nicht perfekt war, aber etwas besaß, das man bei vielen perfekt durchgestylten Produktionen unserer Tage schmerzlich vermisst: Mut, Eigenwilligkeit und eine geradezu wilde filmische Fantasie. Lange bevor Peter Jackson Mittelerde mit seiner monumentalen Filmtrilogie endgültig zum weltweiten Kinoereignis machte, wagte sich Ralph Bakshi an das scheinbar Unmögliche. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags.

1978 wollte er Tolkiens gewaltiges Epos auf die Leinwand bringen. Ohne digitale Armeen, ohne computergenerierte Landschaften und ohne jene technischen Möglichkeiten, die für uns heute selbstverständlich sind. Was Bakshi dafür hatte, waren Zeichnungen, Farben, Schauspieler, eine Kamera – und eine Vision. Und was für eine Vision! Bakshi verband klassische Zeichentrickanimation mit der damals spektakulären Rotoskopie-Technik. Schauspieler wurden zunächst real gefilmt, ihre Bewegungen anschließend Bild für Bild in Animation übertragen und verfremdet. Dadurch entstand ein visueller Kosmos, der unverwechselbar blieb. Manchmal wunderschön, manchmal düster, manchmal beinahe gespenstisch. Besonders die Schwarzen Reiter, die Orks und die großen Schlachten wirkten wie Gestalten aus einem fiebrigen Traum.

Dieser „Herr der Ringe“ sah nicht aus wie Peter Jacksons Mittelerde. Er wollte es auch gar nicht. Bakshis Welt besaß ihre ganz eigene Seele. Und gerade deshalb lohnte es sich, diesen Film wiederzuentdecken. Im Mittelpunkt stand natürlich Frodo Beutlin. Ein kleiner Hobbit, dem eine Aufgabe zufiel, die eigentlich viel zu groß für ihn war. Der Eine Ring musste vernichtet werden. Gemeinsam mit seinen Gefährten verließ Frodo die Sicherheit des Auenlandes und machte sich auf den Weg in eine Welt, die immer bedrohlicher wurde. Doch hinter Orks, Ringgeistern, Zauberern und gewaltigen Schlachten steckte jene Geschichte, die Tolkiens Werk so berührend machte. Es ging um Freundschaft und Loyalität. Um Versuchung und Macht. Um die Frage, ob ein Einzelner überhaupt etwas gegen eine scheinbar überwältigende Dunkelheit ausrichten konnte. Und es ging um Hoffnung.

Vielleicht war genau das der Grund, warum „Der Herr der Ringe“ nie wirklich alt wurde. Frodo war kein strahlender Superheld. Sam war kein großer Krieger. Die Hobbits waren kleine Wesen aus einem friedlichen Land, die plötzlich mit Dingen konfrontiert wurden, die ihre Vorstellungskraft überstiegen. Und trotzdem gingen sie weiter. Schritt für Schritt. Gerade darin lag die ungeheure emotionale Kraft dieser Geschichte. Bakshis Film besaß allerdings auch eine tragische Seite. Eigentlich sollte seine Adaption weitergehen. Doch dazu kam es nicht. Der Film endete, bevor Tolkiens große Geschichte abgeschlossen war. Jahrzehntelang wurde ihm genau das vorgeworfen. Doch vielleicht machte gerade dieses Unvollendete einen Teil seiner Faszination aus. Bakshis „Der Herr der Ringe“ wirkte wie ein gewaltiger Entwurf, wie ein Traum von Mittelerde, der plötzlich abbrach. Was geblieben war, hatte Filmgeschichte geschrieben.

Viele Bilder und Inszenierungsideen wirkten erstaunlich vertraut, wenn man später Peter Jacksons Filme gesehen hatte. Bakshi bewies bereits 1978, dass Tolkiens Welt auf die Kinoleinwand gehörte. Sein Film wurde damit zu einem wichtigen Wegbereiter für das moderne Fantasykino. Und deshalb gehörte dieses Werk auch genau dorthin zurück: ins Kino. Nicht auf den kleinen Bildschirm eines Smartphones. Nicht nebenbei auf einem Tablet. Sondern in einen dunklen Kinosaal, auf eine große Leinwand, gemeinsam mit anderen Menschen. Genau das machte unsere Matinee im Scala Fürstenfeldbruck zu einem besonderen Erlebnis. Wenn die Landschaften Mittelerdes auf der großen Leinwand aufleuchteten, wenn die Gefährten ihre Reise begannen und die bedrohlichen Schatten Mordors näher rückten, zeigte sich wieder einmal, was nur Kino wirklich kann: Für einige Stunden verschwand die Welt vor der Tür. Für Tolkien-Fans war diese Matinee deshalb mehr als eine nostalgische Begegnung mit einem Film von 1978. Sie war eine Reise zurück zu einer Zeit, in der Fantasy im Kino noch ein Wagnis bedeutete. Eine Zeit, in der Filmemacher Lösungen erfinden mussten, weil es die technischen Möglichkeiten unserer Gegenwart schlicht noch nicht gab. Und für diejenigen, die Bakshis Film zum ersten Mal sahen, bot sich die Gelegenheit, eine andere Version von Mittelerde kennenzulernen: rauer, fremder, experimenteller und manchmal geradezu psychedelisch – aber voller Leidenschaft für Tolkiens Welt.

Fast fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung besaß Ralph Bakshis „Der Herr der Ringe“ noch immer diese eigentümliche Magie. Vielleicht gerade deshalb, weil er nicht perfekt war. Man sah das Experiment, man spürte das Risiko und man erkannte hinter jedem Bild den Versuch, etwas eigentlich Unverfilmbares sichtbar zu machen. Unsere Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck war deshalb nicht einfach nur die Vorführung eines alten Animationsfilms. Sie war eine Begegnung mit einem Stück Filmgeschichte – und eine gemeinsame Reise in eine Welt, die seit Generationen unsere Fantasie beflügelt. Für einen Vormittag hatten wir das Auenland unseres Alltags verlassen. Der Weg war lang. Mordor war weit. Aber wir waren wieder in Mittelerde.

Die nächste Matinee dreht sich um den Katastrophenklassiker Erdbeben von 1974. am Sonntag, 20. September im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Der Herr der Ringe (1978) – Matinee am 9. August im Scala Fürstenfeldbruck

7. August 2026

Eine außergewöhnliche Reise nach Mittelerde – zurück zu den Anfängen der Fantasy-Filmgeschichte

Bevor Mittelerde durch die monumentale Realverfilmung von Peter Jackson weltweit Millionen von Kinobesuchern begeisterte, brachte Regisseur Ralph Bakshi J.R.R. Tolkiens berühmtes Werk bereits 1978 auf beeindruckende Weise auf die Leinwand. Mit seinem animierten Film Der Herr der Ringe schuf er eine außergewöhnliche und für ihre Zeit visionäre Interpretation des Fantasy-Klassikers, die bis heute als Meilenstein der Animationsgeschichte gilt. Wir besprechen und zeigen den Film bei unserer Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 9. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Bakshi kombinierte traditionelle Zeichentrickanimation mit der damals noch jungen Rotoskopie-Technik. Dabei wurden reale Schauspieler gefilmt und ihre Bewegungen anschließend Bild für Bild nachgezeichnet. Diese innovative Arbeitsweise verlieh den Figuren und den großen Schlachtszenen eine ungewöhnliche Dynamik und einen realistischen Charakter, der den Film deutlich von anderen Animationsproduktionen seiner Zeit abhob. Gerade dieser unverwechselbare Stil macht den Film bis heute zu einem faszinierenden Zeitdokument der Filmgeschichte.

Die Handlung folgt der bekannten Geschichte um den Hobbit Frodo Beutlin, der den Einen Ring übernimmt und sich gemeinsam mit seinen Gefährten auf eine gefährliche Reise begibt. Ihr Ziel ist es, den Ring im Schicksalsberg zu vernichten und damit die Rückkehr des dunklen Herrschers Sauron zu verhindern. Auf ihrem Weg begegnen sie treuen Freunden, mächtigen Verbündeten und gefährlichen Gegnern – eine zeitlose Erzählung über Mut, Freundschaft, Hoffnung und den Kampf zwischen Gut und Böse.

Obwohl der Film aus produktionstechnischen Gründen nur den ersten Teil der Geschichte erzählt und kein vollständiger Abschluss entstand, entwickelte sich Ralph Bakshis Werk im Laufe der Jahrzehnte zu einem echten Kultfilm. Viele Szenen, Figurenentwürfe und visuelle Ideen beeinflussten spätere Fantasyproduktionen und gelten heute als wichtiger Baustein der modernen Fantasyfilmgeschichte. Zahlreiche Filmhistoriker sehen in Bakshis Werk einen Wegbereiter für das weltweite Interesse an aufwendig produzierten Fantasyfilmen.

Für Fans von J.R.R. Tolkien bietet diese Kinomatinee die Gelegenheit, Mittelerde aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben. Gleichzeitig eröffnet sie auch jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern einen spannenden Blick auf die Entwicklung des Fantasykinos und der Animationskunst. Gerade auf der großen Leinwand entfaltet der Film seine atmosphärische Bildsprache, seine eindrucksvollen Landschaften und seine kraftvolle musikalische Untermalung in besonderer Weise.

Diese Matinee am Sonntag lädt dazu ein, einen Film neu zu entdecken, der trotz seines Alters nichts von seiner kreativen Ausstrahlung verloren hat. Er erinnert daran, wie mutig und innovativ Filmschaffende bereits vor fast fünf Jahrzehnten waren und mit welchen Ideen sie eines der bedeutendsten Werke der Fantasyliteratur einem Kinopublikum zugänglich machten.

Freuen Sie sich auf ein außergewöhnliches Kinoerlebnis, das Filmgeschichte, Nostalgie und Abenteuer miteinander verbindet. Tauchen Sie ein in die Welt Mittelerdes und erleben Sie einen Klassiker, der Generationen von Fantasy-Fans begeistert hat und bis heute seinen festen Platz in der Geschichte des Kinos behauptet. Karten gibt es hier.

Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Der Teufel trägt Prada 2: Mode, Glamour und großes Kino im Scala Fürstenfeldbruck

30. April 2026

Mode, Glamour und großes Kino: Das Scala Kino Fürstenfeldbruck machte die Preview von „Der Teufel trägt Prada 2“ zu mehr als nur einer Filmvorführung. Schon vor dem Start des Films wurde das Haus zur kleinen Gala-Bühne. Cocktails, stilvolles Ambiente, fotografische Begleitung und modische Akzente verwandelten den Abend in ein Ereignis für Film- und Fashionfans. Fotografin Karina Ullritz aus Maisach hielt die Atmosphäre in Bildern fest und porträtierte die Besucherinnen und Besucher, während die Stylisten der Boulanger Friseure aus Fürstenfeldbruck für das passende modische Flair sorgten. Geschäftsführer Markus Schmölz sprach von einem besonderen Highlight für das Scala Kino: Der Film bringe Glanz, Witz und Modebewusstsein auf die Leinwand, und genau dieses Lebensgefühl habe man auch im Kino erlebbar machen wollen.

Der Rahmen passte gut zu einem Film, der von seiner Marke fast ebenso sehr lebt wie von seiner Geschichte. „Der Teufel trägt Prada 2“ ist die Fortsetzung des Kinohits von 2006 und bringt zentrale Namen des Originals zurück: Meryl Streep als Miranda Priestly, Anne Hathaway als Andy Sachs, Emily Blunt und Stanley Tucci gehören erneut zum Ensemble. Regie führt wieder David Frankel, das Drehbuch stammt erneut von Aline Brosh McKenna; produziert wurde der Film von Wendy Finerman. Zum erweiterten Cast zählen unter anderem Kenneth Branagh, Simone Ashley, Justin Theroux, Lucy Liu, Patrick Brammall, Helen J. Shen, Pauline Chalamet und B.J. Novak. Der US-Kinostart ist für den 1. Mai 2026 angegeben. 

Inhaltlich setzt die Fortsetzung rund zwanzig Jahre nach dem ersten Film an und versucht, die Welt von „Runway“ in die Gegenwart zu übertragen. Aus der alten Mode- und Magazinwelt ist eine Medienlandschaft geworden, die sich stärker mit digitalem Wandel, sinkender Bedeutung klassischer Printtitel, Konzerninteressen und neuen Machtverhältnissen auseinandersetzen muss. Gerade darin liegt der interessanteste Ansatz des Films: Miranda Priestly ist nicht mehr nur die unantastbare Herrscherin eines Hochglanzimperiums, sondern eine Figur, die sich in einer veränderten Branche behaupten muss. Andy Sachs wiederum kehrt nicht einfach als naive Assistentin zurück, sondern als Frau mit eigener Berufserfahrung, eigener Haltung und einer komplizierten Vergangenheit mit Miranda. Die Fortsetzung lebt deshalb weniger vom klassischen „Neuling gegen Chefin“-Konflikt des Originals, sondern stärker von Wiederbegegnungen, alten Verletzungen und der Frage, wie viel Macht die alten Institutionen der Modewelt noch besitzen.

Als Film funktioniert „Der Teufel trägt Prada 2“ vor allem dann, wenn er sich auf seine stärkste Währung verlässt: Präsenz. Meryl Streep muss als Miranda Priestly oft nur einen Blick senken, eine Pause setzen oder einen Satz mit kühler Präzision aussprechen, um den Raum zu beherrschen. Anne Hathaway bringt Andy Sachs mit mehr Reife zurück; ihre Figur wirkt nicht mehr wie die junge Frau, die von der Modewelt überrollt wird, sondern wie jemand, der diese Welt kennt und sich dennoch fragen muss, ob sie ihr wirklich noch etwas bedeutet. Emily Blunt sorgt erneut für pointierte Energie, während Stanley Tucci dem Film Wärme und Eleganz gibt. Die Chemie des Ensembles gehört klar zu den Stärken der Fortsetzung.

Gleichzeitig trägt der Film sichtbar die Last der Erwartung. Der erste „Teufel trägt Prada“ war nicht nur eine Komödie über Mode, sondern ein präzise getakteter Film über Arbeit, Anpassung, Ehrgeiz und Selbstverlust. Die Fortsetzung möchte daran anknüpfen, aber auch moderner wirken. Das gelingt in Teilen, vor allem wenn der Film den Wandel von Medien und Modewelt aufgreift. Weniger überzeugend ist er dort, wo Nostalgie zu offensichtlich bedient wird. Einige Momente wirken wie bewusst gesetzte Erinnerungsanker für Fans des Originals: bekannte Dynamiken, elegante Auftritte, pointierte Seitenhiebe, glamouröse Schauplätze. Das ist unterhaltsam, manchmal auch sehr charmant, kann aber nicht immer verdecken, dass die erzählerische Schärfe des Originals schwer zu erreichen ist. Auch die Nachrichtenagentur AP kam in ihrer Kritik zu dem Eindruck, dass die Darsteller mühelos in ihre Rollen zurückfinden, der Film aber stärker auf Stil und Nostalgie setzt als auf erzählerische Substanz. 

Optisch ist „Der Teufel trägt Prada 2“ erwartungsgemäß ein Film der Oberflächen: Kleidung, Räume, Auftritte und Gesten sind sorgfältig arrangiert. Das passt zur Modewelt, birgt aber auch die Gefahr, dass die Inszenierung manchmal mehr glänzt als erzählt. Die Kostüme, die Schauplätze und das Tempo geben dem Film einen hochwertigen Eventcharakter. Gerade für eine Gala-Preview wie im Scala Kino ist das ideal: Dieser Film will nicht nur gesehen, sondern als gesellschaftlicher Anlass erlebt werden. Das Publikum kommt nicht allein wegen der Handlung, sondern wegen des Lebensgefühls, das mit „Runway“, Miranda Priestly und der Modewelt verbunden ist. 

So bleibt „Der Teufel trägt Prada 2“ ein Film, der sein Publikum vor allem über Wiedererkennung, Eleganz und Starpower gewinnt. Er ist kein radikaler Neuanfang, sondern eine stilvolle Rückkehr in eine Welt, die viele Zuschauerinnen und Zuschauer längst mit bestimmten Bildern, Sätzen und Figuren verbinden. Wer den ersten Film liebt, wird sich über das Wiedersehen mit Miranda, Andy, Emily und Nigel freuen. Wer allerdings eine Fortsetzung erwartet, die den Vorgänger in Schärfe, Tempo und satirischer Präzision übertrifft, dürfte etwas zurückhaltender urteilen. Für einen glamourösen Kinoabend aber ist der Film wie gemacht – und genau darin lag die Stärke der Scala-Preview: Das Kino schuf einen Rahmen, der den Charakter des Films aufgriff und aus einer Vorführung ein Ereignis machte. Zwischen Cocktails, Styling, Fotografie und Hollywood-Flair wurde „Der Teufel trägt Prada 2“ in Fürstenfeldbruck nicht nur gezeigt, sondern gefeiert.

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) – Rückblick auf die Matinee

13. Februar 2026

„Erbarmungslos“ steht wie kaum ein anderer Western für die späte Selbstabrechnung eines Genres mit seinen eigenen Mythen. Clint Eastwood erzählt nicht mehr vom heldenhaften Revolvermann, sondern vom gebrochenen, alternden Killer, der erkennt, dass seine eigene Legende auf Blut, Alkohol und Zufall gebaut ist. Ich besprach diesen Film in meiner Western-Matinee im Scala. Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 22. Februar der Film „Die glorreichen Sieben“. Karten gibt es hier.

Der Film kehrt die klassische Moralordnung des Westerns um: Der Mann des Gesetzes, Sheriff Little Bill, verkörpert nicht Gerechtigkeit, sondern Eitelkeit, Grausamkeit und die Gewalt des Staates, der sich selbst nicht reflektiert. Dem gegenüber stehen ausgerechnet Prostituierte als moralischer Motor der Handlung, die aus einer ökonomischen Kränkung – der Verstümmelung einer Kollegin ohne echte Strafe – eine eigene Form von Gerechtigkeit organisieren und damit das Gewaltmonopol der Männer infrage stellen. Schon darin steckt eine bittere Diagnose: Recht ist käuflich, Würde nicht. Hier mein Referat:

Zugleich ist „Erbarmungslos“ ein Film über das Scheitern von Erlösung. William Munny hat dem Alkohol abgeschworen, versucht sich als jämmerlicher Schweinefarmer, als Witwer, der den Kindern ein anderer Mensch sein will – und doch reicht ein Bündel Geld, um ihn zurück in die Hölle zu ziehen. Jeder Schritt zurück zur Waffe ist von Unbeholfenheit, körperlicher Schwäche, Angst und schlechtem Gewissen geprägt; Eastwood inszeniert das Töten als mühsame, hässliche Arbeit, ohne Spur von Glanz oder heroischer Choreografie. Dass Munny am Ende wieder zur eiskalten Tötungsmaschine wird, macht ihn nicht zum Helden, sondern zum Beweis dafür, dass manche Vergangenheiten sich nicht abstreifen lassen.

Von großer Bedeutung ist auch, wie der Film mit dem Mythos des Revolverhelden umgeht. In der Figur des schreibenden Biografen, der aus banalen, chaotischen Schießereien glatte Heldengeschichten formt, zeigt „Erbarmungslos“, wie Legenden gemacht werden: durch Auslassungen, Übertreibungen, den Wunsch nach klaren Gut-und-Böse-Erzählungen. Die Realität, die der Film zeigt, ist dagegen schmutzig, feige, zufällig: Männer, die vor Angst zittern, schlecht zielen, in den Rücken schießen und sich selbst belügen, um mit dem, was sie getan haben, leben zu können. Der Western erinnert sich so an seine eigene Funktion als nationaler Gründungsmythos – und zerlegt sie.

Damit wird „Erbarmungslos“ zu einem Spätwerk, das zugleich Testament und Widerruf ist. Eastwood, der jahrzehntelang das Gesicht des stoischen, unfehlbaren Schützen war, hält diesem Bild gewissermaßen die Waffe an den Kopf und zeigt, was hinter der Pose liegt: Schuld, Reue, Angst vor dem Sterben, aber auch die verführerische Einfachheit von Gewalt, wenn alle anderen Ordnungen versagen. In einer Zeit, in der der klassische Western bereits aus dem Mainstream verschwunden war, formuliert „Erbarmungslos“ so etwas wie den letzten, ernüchterten Satz des Genres – ein düsteres Resümee, das sowohl die Faszination wie die Lüge des Western-Mythos sichtbar macht.
Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 22. Februar der Film „Die glorreichen Sieben“. Karten gibt es hier.

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) – Matinee am 28. Dezember im Scala Fürstenfeldbruck

26. Dezember 2025

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) ist mehr als ein klassischer Western – der Film ist Clint Eastwoods schonungslose Abrechnung mit dem Mythos des edlen Revolverhelden und zugleich eine würdige Bilanz eines ganzen Filmgenres. Ich bespreche und zeige den Film am Sonntag, 28. Dezember bei meiner Western-Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Beginn ist um 10:45 Uhr. Karten gibt es online.

Eastwood inszeniert und spielt William Munny, einen gealterten ehemaligen Killer, der versucht hat, sein früheres Leben hinter sich zu lassen. Armut, Schuld und die Verantwortung für seine Kinder treiben ihn jedoch noch einmal zurück in eine Welt, die keine Helden kennt.

Der Film verweigert jede romantische Verklärung von Gewalt. Töten ist hier unerquicklich, zufällig und moralisch zerstörerisch. Eastwood zeigt, dass Gewalt nicht aus Stärke entsteht, sondern aus Schwäche, Angst und Verzweiflung. Gene Hackman verkörpert als Sheriff Little Bill Daggett die vielleicht beunruhigendste Figur des Films: einen Mann, der Ordnung predigt und dabei selbst zum brutalen Tyrannen wird. Hackmans Spiel ist so kontrolliert wie grausam und wurde zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet.

Erbarmungslos lebt von seiner Ruhe und Konsequenz. Die Kamera beobachtet, statt zu urteilen, die Musik bleibt zurückhaltend, die Dialoge sind knapp und präzise. Jeder Schuss hat Gewicht, jede Entscheidung Folgen. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Film das Erzählen von Heldengeschichten demaskiert – verkörpert durch den Schriftsteller Beauchamp, der stets nach großen Legenden sucht und am Ende nur ernüchternde Realität findet.

Mit Erbarmungslos verabschiedet sich Clint Eastwood nicht nur von der Figur des Westernhelden, sondern reflektiert auch seine eigene Leinwandvergangenheit. Der Film wirkt wie ein spätes moralisches Resümee: Was bleibt von all den Toten, von Ruhm und Legende? Die Antwort ist bitter, aber ehrlich. Gerade darin liegt die Größe dieses Films. Erbarmungslos ist ein stilles, dunkles Meisterwerk – ein Western für Erwachsene, der bis heute nachhallt und zu den bedeutendsten Filmen der Filmgeschichte zählt. Karten gibt es online.

Shaun of the Dead auf – Rückblick auf meine phantastische Matinee

6. November 2025

Shaun of the Dead (2004) ist weit mehr als nur eine Zombiekomödie – es ist ein ebenso witziger wie melancholischer Kommentar auf das moderne Leben. Ich besprach und zeigte den Film in meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee findet am Sonntag, 16. November statt. Ich bespreche und zeige den Klassiker des Horrorfilms The Shining von Stanley Kubrick. Karten gibt es hier.

Zurück zu Shaun of the Dead. Regisseur Edgar Wright und Hauptdarsteller Simon Pegg schufen mit ihrem ersten gemeinsamen Kinofilm einen echten Kultklassiker, der das Horrorgenre mit britischem Alltagswitz, präzisem Timing und überraschender Emotionalität verbindet. Hier mein Vortrag.

Im Mittelpunkt steht Shaun, ein sympathisch-loser Durchschnittstyp, der sein Leben in einem Trott aus Pubbesuchen, Videospielen und Beziehungsproblemen fristet. Als plötzlich eine Zombie-Apokalypse über London hereinbricht, reagiert er zunächst kaum – zu sehr ähnelt das apathische Schlurfen der Untoten seinem gewohnten Alltag. Erst als seine Freundin ihn verlässt und seine Nachbarn anfangen, ihn fressen zu wollen, erwacht Shaun aus seiner Lethargie. Mit seinem besten Freund Ed (Nick Frost) und einem waghalsigen Plan – „Wir holen Mum, retten Liz, gehen in den Pub und warten, bis alles vorbei ist“ – zieht er los, um das Chaos zu überleben.

Wrights Regie überzeugt durch raffinierte visuelle Gags, rhythmische Schnitte und eine erstaunlich dichte Inszenierung, die Komik und Spannung perfekt ausbalanciert. Das sogenannte „Cornetto“-Erzähltempo – benannt nach der späteren Trilogie aus Shaun of the Dead, Hot Fuzz und The World’s End – ist präzise durchkomponiert: Montagen, Soundeffekte und Musik (von Queen bis Zombie-Metal) verschmelzen zu einer eigenen filmischen Sprache. Trotz der grotesken Gewaltmomente – abgetrennte Köpfe, blutige Schlägereien mit Schallplatten – verliert Wright nie den Sinn für Herz und Menschlichkeit.

Was den Film besonders macht, ist seine emotionale Tiefe: Unter all dem Splatter verbirgt sich eine Geschichte über Erwachsenwerden, Freundschaft und Verlust. Wenn Shaun am Ende im Pub um sein Leben kämpft, spürt man echte Tragik zwischen den Lachern. Die Zombies sind hier weniger Bedrohung als Symbol – für Routine, Stillstand und soziale Entfremdung. Die satirische Pointe: Schon vor der Katastrophe bewegen sich viele Figuren wie lebende Tote durch ihren Alltag.

Simon Pegg spielt Shaun mit einer seltenen Mischung aus Slacker-Humor und Verletzlichkeit. Seine Entwicklung vom passiven Mitläufer zum handlungsfähigen Helden macht den Film so sympathisch. Nick Frost liefert dazu die perfekte Ergänzung als unverbesserlicher Kumpel Ed, dessen Flegelhaftigkeit ebenso nervt wie rührt.

Auch zwanzig Jahre nach seiner Premiere wirkt Shaun of the Dead frisch, intelligent und außergewöhnlich gut gealtert. Er hat zahllose Nachfolger inspiriert, von Zombieland bis What We Do in the Shadows, und gilt als Musterbeispiel dafür, wie man Horrorparodie, Romantik und Sozialkommentar vereinen kann.

Shaun of the Dead ist eine brillante, liebevoll gemachte Horrorkomödie, die gleichermaßen zum Lachen, Nachdenken und Mitfühlen einlädt – ein moderner Klassiker, der zeigt, dass selbst im Angesicht der Apokalypse noch Platz für Humor, Herz und ein Pint Bier bleibt. Die nächste Matinee findet am Sonntag, 16. November statt. Ich bespreche und zeige den Klassiker des Horrorfilms The Shining von Stanley Kubrick. Karten gibt es hier.

Shaun of the Dead – phantastische Matinee am 21. September im Scala Fürstenfeldbruck

19. September 2025

“Shaun of the Dead” ist eine brillante britische Horrorkomödie von Edgar Wright, die das Zombie-Genre liebevoll mit anarchischem Witz parodiert und zugleich mit originellen Einfällen bereichert. Der Film und Vortrag ist meine phantastische Matinee am 21. September im Scala Fürstenfeldbruck um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Der Film erzählt die Geschichte des sympathischen, lebensuntüchtigen Shaun, der plötzlich mitten in eine Zombie-Apokalypse stolpert und mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe seine Freundin und Mutter retten will – ausgerechnet im Stamm-Pub “Winchester”.

Der Humor ist pointiert und schwarzhumorig, die Inszenierung temporeich und voller Bildwitz: Schräge Schnittfolgen, irre Gags wie die Plattenwurf-Szene und zahlreiche Zitate an Klassiker wie “Dawn of the Dead” sorgen für Schau- und Wiedererkennungswert auch bei Genrefans. Trotz allem bleibt Platz für emotionale Momente und eine augenzwinkernde Milieustudie britischer “Lads”, die zwischen Beziehungskummer, Freundschaft und Alltagsverdruss auf ihre Weise den Weltuntergang meistern.

“Shaun of the Dead” zitiert und parodiert zahlreiche klassische Werke des Zombie-Genres, insbesondere die Filme von George A. Romero wie “Night of the Living Dead” und “Dawn of the Dead”. Schon der Titel verweist als Wortspiel auf “Dawn of the Dead”, und das Pub “Winchester” dient als britisches Pendant zur Einkaufs-Mall aus Romeros Vorlage: Ein gewöhnlicher Fluchtpunkt, in dem sich die Überlebenden verbarrikadieren.

Ich freu mich auf den Vortrag und den Film am 21. September im Scala Fürstenfeldbruck um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Lee Millers Sohn Anthony Penrose über die emotionale Kraft von „Die Fotografin“ im Amerika-Haus München

22. April 2025

Die Fotografin ist weit mehr als ein klassisches Biopic. Der Film zeichnet das bewegende Porträt einer außergewöhnlichen Frau – Lee Miller –, die als Kriegsfotografin, Künstlerin und Kämpferin gegen das Vergessen in die Geschichte einging. Im Amerika-Haus München fand vor kurzem eine Vorführung des Films statt. Anthony Penrose, der Sohn der berühmten Kriegsfotografin, wurde live zu einem Filmgespräch zugeschaltet.

Mit großer Sensibilität und visueller Kraft erzählt der Film nicht nur von den historischen Ereignissen, die Miller dokumentierte, sondern auch von den inneren Narben, die sie davontrug. Kate Winslet verkörpert die widersprüchliche, brillante und verletzliche Lee Miller mit beeindruckender Tiefe und Authentizität.

Im Amerika-Haus ist noch bis 31. Juli eine Ausstellung über das Werk von Lee Miller zu sehen ist. Ich habe hier darüber gebloggt. Im Zentrum des Abends stand jedoch für mich nicht nur der Film selbst, sondern das Gespräch zwischen Anthony Penrose und Julia Weigel, Co-Direktorin des Filmfests München. Penrose, der auch Ko-Direktor des Lee Miller Archivs ist, gab Einblicke in die Entstehung des Films, seine persönliche Beziehung zur Mutter – und wie beides auf unerwartete Weise zusammenfand.

Besonders spannend war die Entstehung des Fotobuchs, das die Grundlage für die Ausstellung im Amerikahaus bildet. Penrose erklärte, dass die Auswahl der Bilder bereits vor Fertigstellung des Films erfolgte: „Ich kannte das Drehbuch gut, weil ich eng mit den Autorinnen zusammenarbeitete, aber bei der Auswahl der Fotos war vieles auch einfach ein Ratespiel – und zum Glück lagen wir meistens richtig.“ Zudem sei es wichtig gewesen, gemeinsam mit dem Amerikahaus Motive auszuwählen, die einen Bezug zur Münchner Geschichte und zum lokalen Kontext haben.

Detailtreue als oberstes Prinzip
Der Film selbst basiert auf einem sehr persönlichen Buch Penroses über das Leben seiner Mutter. Er erzählte, wie Kate Winslet, die nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Produzentin des Films ist, durch die Lektüre des Buches auf Lee Miller aufmerksam wurde.

Die Arbeit am Drehbuch sei von einem hohen Maß an historischer Genauigkeit geprägt gewesen. Penrose betonte: „Kate und unsere Drehbuchautorin Marion Hume ließen nichts im Film, was wir nicht auch beweisen konnten. Selbst Details wie: Können zwei Menschen nebeneinander die Treppe in Hitlers Wohnung hochgehen? mussten wir belegen.“

Eine Anekdote zur Datierung der Aufnahmen in Dachau veranschaulichte diese Sorgfalt eindrucksvoll. Da Lee Miller ihre Aufnahmen nicht datierte, halfen ihm die Schneeverhältnisse auf den Fotos sowie Archivmaterial aus Dachau, den exakten Tag – den 30. April 1945 – zu bestimmen.

Die Kraft der Fiktion: Gespräch mit der verstorbenen Mutter
Eine besondere narrative Ebene des Films ist der fiktive Dialog zwischen Lee Miller und ihrem erwachsenen Sohn – dargestellt von Josh O’Connor.

Penrose sagte dazu: „Diese Gespräche hat es so nie gegeben – aber es sind die Fragen, die ich ihr gerne gestellt hätte, nachdem ich ihre Fotos und Manuskripte entdeckt habe. Fragen, die ich leider erst nach ihrem Tod hatte.“ Der Film wurde für ihn zu einem emotionalen Raum, in dem Versäumtes doch noch ausgesprochen werden konnte. „Es war sehr berührend für mich, diese Szenen zu sehen. Denn obwohl es Fiktion ist, spiegelte es meine inneren Prozesse wider.“

Kate Winslet als Lee Miller – mehr als Schauspiel
Mit sichtbarer Bewunderung sprach Penrose über die Zusammenarbeit mit Kate Winslet:
„Sie ist warmherzig, klug, absolut professionell – und sie wollte Lee wirklich verstehen. Dafür verbrachte sie Wochen im Archiv, las Briefe, Manuskripte, betrachtete Fotos. Sie hat sich nicht auf mein Urteil verlassen, sondern ist selbst zur Quelle gegangen.“

Der Moment, als Penrose sie zum ersten Mal als alte Lee Miller auf der Leinwand sah, war für ihn überwältigend: „Es war, als ob meine Mutter plötzlich vor mir stand. Die Stimme, die Mimik, die Gesten – alles stimmte. Ich war völlig verwirrt: Ist das meine Mutter? Nein, es ist Kate. Oder doch nicht?“ Diese Erfahrung beschrieb er als tief emotional – als eine Begegnung mit seiner Mutter, die er so zu Lebzeiten nie hatte.

Vom Konflikt zur Versöhnung
Penrose schilderte auch die schwierige Beziehung, die er über viele Jahre zu seiner Mutter hatte. Lee Miller litt nach dem Krieg an posttraumatischer Belastungsstörung, Depressionen und Alkoholismus. „Die Frau, mit der ich aufwuchs, war eine ganz andere als die junge, kraftvolle Frau, die wir im Film sehen“, sagte er.

Die Beziehung war über lange Zeit von Konflikten geprägt – aber kurz vor ihrem Tod fanden Mutter und Sohn wieder zueinander. „Wir wurden keine klassische Mutter-Sohn-Beziehung, aber wir wurden Freunde.“ Erst durch das Schreiben ihrer Biografie, das Studium ihrer Werke – und letztlich durch Kate Winslets Darstellung – habe er seine Mutter wirklich verstehen und sogar lieben gelernt: „Ich hatte dieses Gefühl nie zuvor. Aber durch Kate habe ich meine Mutter bekommen. Und darauf bin ich sehr stolz.“

Eine Einladung zur Begegnung
Zum Abschluss wandte sich Penrose direkt an das Publikum und stimmte auf den Film ein:
„Sie werden vielleicht nicht mit einem Lächeln aus dem Film kommen – aber ich hoffe, Sie werden das Gefühl haben, meiner Mutter begegnet zu sein. Und dass sie in Ihrer Vorstellung weiterlebt. Denn sie ist es wert, gekannt zu werden.“

Auftritt als Komparse
Penrose erklärte in dem Interview, dass er im Film als Komparse zu sehen ist. Er spielt einen Dachau-Häftling – in einer kurzen, aber für ihn sehr bedeutungsvollen Szene. Er hatte sich bewusst diese Rolle gewünscht: „Ich bin der erste Gefangene, den man sieht – in gestreifter Kleidung, an ein Fenster gelehnt, mit einem sehr traurigen Blick. Es war emotional überwältigend für mich.“ Diese Szene war für ihn besonders bewegend, da sie mit einem historischen Ort und mit den Fotografien seiner Mutter verbunden ist. Die Kulisse war so detailgetreu rekonstruiert, dass Penrose den Eindruck hatte, die Fotos seiner Mutter seien zum Leben erwacht.

Popcorn-Sarg für Nosferatu

2. April 2025

Heute kommt Nosferatu von Robert Eggers als Bluray auf den deutschen Markt. Ich habe mir die 4K-Version als Steelbook bestellt, weil den Vampirfilm sehr schätze. Über den Film habe ich mich ja bereits ausführlich geäußert. Weil ich so ein Fan des Vampirs bin, hat mir mein Kollege Markus Elfert von Filmreport ein besonderes Geschenk gemacht: Einen Sarg, der speziell für Nosferatu in den USA auf den Markt kam.

Er stammt von Alamo Drafthouse Cinema. In Deutschland ist das Unternehmen eher den Insidern bekannt. Meine US-Freunde aus New York kannten sie allesamt. Alamo Drafthouse Cinema ist eine US-amerikanische Kinokette, die 1997 von Tim und Karrie League in Austin, Texas, gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihr einzigartiges Konzept, bei dem Speisen und Getränke während der Filmvorführungen serviert werden, sowie für ihre strikte Einhaltung von Kinoregeln wie der Vermeidung von Störungen durch Zuschauer.

Ursprünglich als kleines Repertoirekino mit einem Saal gestartet, entwickelte sich Alamo Drafthouse zu einer der innovativsten Kinoketten in den USA. Die Kette betreibt heute 42 Standorte in den USA, darunter in Texas, New York und Kalifornien. Geplant sind weitere Eröffnungen. Neben der Gastronomie bietet Alamo Drafthouse thematische Filmabende, Retrospektiven und interaktive Events.

Im Juni 2024 wurde Alamo Drafthouse von Sony Pictures Entertainment übernommen. Die Kette bleibt eigenständig, wird jedoch Teil der neuen Abteilung „Sony Pictures Experiences“. Ziel ist es, das Kinoerlebnis weiterzuentwickeln und kulturell zu stärken. Ich hab eigentlich immer Angst, wenn eine Major-Kette einsteigt, aber im Moment scheint es noch gut zu gehen.

Alamo Drafthouse gilt als Vorreiter im Bereich „Dine-In-Kinos“ und hat eine treue Fangemeinde aufgebaut. Es ist die siebtgrößte Kinokette Nordamerikas und ein Symbol für Innovation in der Kinobranche.

Beim Kinostart von Nosferatu in den Alamo Drafthouse Kinos wurde ein spezieller “Popcorn-Sarg” angeboten. Dieser exklusive Eimer war als Sarg gestaltet, gefüllt mit einem Plüsch-Ratte und einem Überraschungs-Andenken, speziell für die Veranstaltung “Nosferatu Beyond the Grave Screening” entwickelt

Der Sarg als Popcorn-Eimer wurde als Teil eines Trends für virales Marketing eingeführt, um Filme mit außergewöhnlichen und auffälligen Sammlerstücken zu bewerben. Der Nosferatu-Sarg sollte die düstere und ikonische Atmosphäre des Films widerspiegeln und gleichzeitig Sammler und Fans ansprechen. Solche Popcorn-Eimer dienen als kreative Merchandising-Artikel, die Aufmerksamkeit erregen und den Kinobesuch zu einem besonderen Erlebnis machen.

Die Reaktionen der Zuschauer auf ungewöhnliche Popcorn-Eimer, wie sie bei Filmpremieren oder speziellen Events angeboten werden, sind meist positiv und begeistert. Viele Fans sehen sie als Sammlerstücke und kreative Ergänzung zum Kinoerlebnis. Designs, die sich auf Filme oder Charaktere beziehen, gehen oft viral, da sie sowohl Nostalgie als auch Exklusivität ansprechen. Einige Zuschauer empfinden jedoch den Hype als übertrieben oder verstehen nicht, warum Popcorn-Behälter so beliebt geworden sind. Ich hab ein paar solcher Becher von Star Wars und Wall E in meiner Sammlung.