Archive for the ‘Familie’ Category

Mein persönlicher Jahresrückblick 2020

31. Dezember 2020

Ich denke, ich muss nichts mehr schreiben: 2020 war ein Desaster, privat und geschäftlich. Und trotz der schlechten Situation gab es bei mir Weichenstellungen in eine hoffentlich optimistischere Zukunft.
Der drastische Einschnitt des Jahres war der Tod meines Vaters am 8. Mai. Er starb nicht an Corona. Zusammen mit meiner Frau war ich in der Stunde seines Todes im Krankenhaus an seinem Bett mit dabei. Um 4.11 Uhr verstarb er. Die Erinnerungen kommen immer wieder hoch. Er fehlt uns allen sehr und sein Tod hat mein Jahr geprägt. Seine Beerdigung fand unter strengen Corona-Auflagen im ersten Lockdown mit wenigen Trauergästen statt.

Bloggen aus dem Dorf im Lockdown
In der Phase des ersten Lockdowns ging ich mit meinem Blog redaktion42 auf die sublokale Ebene. An 45 Tagen berichtete ich aufeinanderfolgend über mein Dorf in dem ich wohne und wie die Bewohner mit Corona umgingen. Ich machte das, was ich einstmals gelernt hatte: Klassischen Tageszeitungsjournalismus im Blogformat mit Texte, Fotos und Videos. Die Resonanz war überwältigend. Jeden Tag um 7 Uhr stellte ich einen neuen Blogpost online. Verbreitet wurde er auch über die örtliche Facebookgruppe mit rund 2000 Mitgliedern. Es war ein riesiger Erfolg: Die Zugriffe explodierten und ich wurde beim Einkaufen, beim Bäcker, beim Tanken und beim Spazierengehen auf den Blog angesprochen. Ich werde aus den Posts noch ein eBook machen und es kostenlos zum Herunterladen anbieten, quasi eine Zweitverwertung. Mein Vorhaben war, Corona aus der Sicht einer kleinen Gemeinde westlich von München darzustellen und ich wollte auch ein bisschen die örtlichen Lokalzeitungen ärgern. Ich wollte ihnen zeigen, was Blogs im Lokalen ausrichten können. Als der Blog richtig Fahrt aufgenommen hat, verstarb mein Vater und ich hatte erst mal den Nachlass zu ordnen.

Mein Eindruck war: Im ersten Lockdown zogen wir alle an einem Strang, waren rücksichtsvoll und ausgeglichen. Im zweiten Lockdown ist meines Erachtens nicht soviel davon geblieben. Egoismus ist allerorts anzutreffen. Mal sehen, vielleicht nehme ich den sublokalen Blog im dritten Lockdown wieder auf, der wohl kommen wird.

Neue Geschäftsmodelle gefragt
Mit Corona brach ein Teil meines Geschäftsmodells zusammen. Ich war bis Corona dreimal die Woche in Deutschland an Schulen mit dem Thema Medienkompetenz unterwegs. Hinzu kamen Wochenend-Seminare und Abendveranstaltungen in Bayern. Das alles brach weg. Eigentlich wollte ich im Sommer das zehnjährige Bestehen meines Unternehmens redaktion42 mit einer fetten Party feiern. Daraus wurde nichts.

Ich packte im März meine Reisekoffer aus und hängte alles in den Schrank. Soforthilfe oder ähnliches gab es für mich nicht. Neidvoll schau ich auf Lufthansa, Automobilindustrie oder die Tourismus-Industrie.
Wie heißt es, in der Krise liegt die Chance. Ich tastete mich mit Online-Schulungen vor. Ein guter Kunde, die Hanns-Seidel-Stiftung, entpuppte sich als agiler Bildungsanbieter und ließ ihren festangestellten Referenten freie Hand. So entwarfen wir Woche für Woche neue Konzepte für Seminarmodelle, probierten Software wie Zoom, GotoWebinar oder Jitsi aus. Ich eignete mir eine digitale Didaktik an, investierte größere Summen in Studiotechnik wie Kameras, Greenscreen, Videomischer, Beleuchtung, Mikros und mehr. Höhepunkt war sicher ein Zwei-Tages-Streaming aus dem Wohnzimmer zur US-Wahl.

Experimente mit Greenscreen.

Ich wurde gebucht und durfte einige Bildungsanbieter in Bezug auf Online-Schulungen schulen. Leider gibt es noch zuviele schlechte Webinare da draußen, Webcam und PowerPoint reichen nicht. Die finanziellen Verluste der Präsensseminare wurden natürlich nicht durch die Einnahmen der Online-Schulungen aufgefangen, aber ich kam mit einem blauen Auge davon. Es ist klar: Der Weg der Digitalisierung lässt sich nicht mehr zurückdrehen und das ist gut so.

Neues Hobby und neuer Blog
Durch Corona hatte ich mehr Zeit. Während andere Leute diese Zeit nutzten und neue Sprachen lernten oder Netflix leer schauten, entdeckte ich für mich ein neues Hobby: Golfen

Zusammen mit meiner Frau und K2 machten wir einen Platzreifekurs auf der Golfanlage in Rottbach. Ich habe im Golfen eine neue Art der Freizeitbeschäftigung gefunden: Es ist enorm anstrengend, ich bin an der frischen Luft und es kostet gewaltige Konzentration. Es ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung, die es in sich hat. Ich war fast jeden Tag auf dem Golfplatz und ich rief meinen Golfblog Golffieber42 ins Leben, der sich gut entwickelt. Golf ist ein prima Hobby für mich, trotz den doofen Sprüchen aus dem Bekanntenkreis.

Und ich entdeckte das Fahrradfahren (wieder). Da Reisen dieses Jahr 2020 nicht möglich waren, machten wir Urlaub zu Hause im Garten (oder auf dem Golfplatz). Genau rechtzeitig wurde bei uns ein neuer, sehr schöner Radweg mit Namen Räuber-Kneißl eröffnet.

Familie gefestigt
Durch Corona hat sich unser Familienleben verändert. Die Gattin war und ist durch ihren Job voll eingespannt und kommt kaum zum Durchschnaufen. Sie kann ins Büro radeln oder zu Fuß laufen und ist dort die meiste Zeit am Telefon, in virtuellen Konferenzen oder beantwortet Mails und ich unterstütze meine Frau wo ich nur konnte. Zusammen stellten wir eine geniale Aktion auf die Beine.

Das Internet lief zu Hause heiß: Die Kinder hatten Teams-Konferenzen, versuchten mit Mebis zu arbeiten, um Home-Schooling zu bewerkstelligen. Insgesamt ist es eine Schande, wenn ich die Digitalisierung in der Schule sehe. Und es ist eine noch größere Schande, weil ich mit diesem Thema seit Jahren an den Schulen unterwegs bin und vertröstet werde.

Auf jeden Fall kochten wir täglich alle zusammen und verbrachten viel Zeit miteinander. Da wir uns an die Kontaktbeschränkungen hielten, bekamen wir kaum Besuch. Mit meiner Mutter konferierte die Familie via FaceTime. Ich bin dankbar, dass meine Mutter mein abgeschriebenes iPad verwenden kann und es auch nutzt. Digitalisierung ist auch für die ältere Generation kein Fremdwort.

Mitte Parsifal und rechts Atari – ganz links bin ich.

Im Sommer verstarb ein geliebtes Haustier: Sinatra unser alter treuer Wellensittich. Nun ist Dr. Watson alleine und steht mit seinem Käfig bei uns im Wohnzimmer und piept in jeder familiären Unterhaltung mit. Die Familienkonferenz entschied, dass kein weiterer Sittich angeschafft wird, dafür aber zwei junge Kater. Wir bekamen sie von der vorbildlichen Tierauffangstation in Maisach. Die beiden Kater hießen dort Rocky und Mailo, aber wir taufen die Herrschaften um in Parsifal und Atari um. Egal welchen Namen die tragen, so richtig folgen sie auf keinen. Meine Frau wurde zugegebenermaßen bei der Namensvergabe etwas überrumpelt. Parsifal kommt von Richard Wagners letzter Oper und Atari von meiner ersten Videospielkonsole Atari 2600. Seitdem toben die Herrschaften in der Hütte und wir haben die neuen Rabauken lieben gelernt. Die Entscheidung für Parsifal und Atari war eine richtige Wahl zum Wohle aller.

Riga samt Heinz Erhardt
Eigentlich war ich beruflich viel auf Achse, aber aufgrund Corona kam alles zum Erliegen. Zusammen mit meiner Frau machte ich zu Jahresbeginn eine einwöchige Reise nach Riga, der Hauptstadt Lettland. Ich hab von dort ausführlich gebloggt und ich habe es vor allem genossen. Ich war früher schon mal in der Stadt und konnte meiner Frau ein bisschen was zeigen. Organisiert hat die Reise eine Freundin und Arbeitskollegin und eigentlich wollten wir 2021 wieder mit ihr ins Baltikum. Daraus wird zumindest 2021 nichts, aber ich zehre von der Riga-Fahrt noch immer mit vielen Erinnerungen und Eindrücken. Und ich habe Heinz Erhardt wieder für mich entdeckt, der in Riga aufwuchs.

John Williams – mein einziges Konzert
Und der musikalische Höhepunkt des ganzen Jahres und darüber hinaus war das Weihnachtsgeschenk 2019 meiner Frau: Ich bekam eine Karte für das John Williams Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Ich war so gerührt, dass wir noch für die ganze Familie Karten besorgten. Finanziell war es schon ambitioniert, aber wir alle genossen Wien und den wichtigsten lebenden Filmkomponisten, der mit den Wiener Philharmonikern und Anne-Sophie Mutter spielte.

Ich kann nur sagen: Es war mir eine Ehre bei so einem Ereignis dabei zu sein. Die ganze Familie war total aus dem Häuschen. Es war zudem das erste Konzert, bei dem ich dabei war, was auch als CD und Bluray herauskam – ich bin im Film sogar mal zu sehen, kurz, aber immerhin. Für 2020 hatte ich noch weitere Konzertkarten zu Elton John und Yes, aber die musikalischen Ereignisse wurden erst mal verschoben. Ich hoffe, dass wir die Künstler noch mal sehen können und wir nicht auf den teuren Tickets sitzen bleiben.

Vinyl lebt
Also bleibt nichts anderes übrig, als Musik von der Konserve oder via Stream zu hören. Ich machte mir dafür selbst ein Geschenk. Seit Jahren spielte ich mit dem Gedanken mir wieder einen Schallplattenspieler anzuschaffen. Ich hab zwar Modelle von Dual und Technics, aber ich als Retro-Liebhaber wollte ich mir eine besondere Freude machen: Einen Braun PT4 in weiß.

Und ein neuer Player will neues Futter haben. Zum Glück erschien der Gesamtkatalog von Kraftwerk in farbigen Vinyl. Und ich höre auf dem Schallplattenspieler meist abends bei einem Glas Rotwein Jazz-Platten und lasse mich treiben.


Meist lese ich in einem Filmbuch um abzuschalten, aber wirklich gefesselt hat mich 2020 wieder und wieder die Geschichte „die Maske des Roten Todes“ von meinem Lieblingsautor Edgar Allan Poe, die da endet: „And Darkness and Decay and the Red Death held illimitable dominion over all“. („Und unbeschränkt herrschte über alles mit Finsternis und Verwesung der Rote Tod.“) Mehr gibt es über 2020 nicht zu schreiben.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und bleibt gesund.

Musiktipp: Kraftwerk – Autobahn in farbigem Vinyl

29. Oktober 2020

Was war das Lied, das ich mit meinen Eltern gesungen habe, als wir in den Sommerurlaub fuhren? Richtig geraten. Wir sangen die legendären Zeilen: „Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal. Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl.“

Autobahn in Blau

Das Album hieß Autobahn von Kraftwerk und dieses Werk veränderte alles. Hörte ich bis dahin als Kind Rock und Pop, veränderte Kraftwerk meine Sicht auf die Welt. Als 1974 das Album Autobahn erschien, war ich noch zu klein. Ich hab es wohl zu Beginn der Achtziger Jahre gehört und genossen. Autobahn war das vierte Album der Band, die zuvor eher im Experimentalbereich und Krautrock angesiedelt war. Mit Autobahn fand Kraftwerk seine Richtung und stürmte die Hitparaden auch außerhalb Deutschlands. Der monoton-repetitive Aufbau der Songs faszinierte mich ungemein und noch heute summe ich die legendären Zeilen, wenn ich mit meiner Familie auf der Autobahn unterwegs bin.

Daher musste ich mir die limierte Auflage in farbigen Vinyl einfach kaufen, die im Oktober 2020 auf den Markt kam.

Hauptsache gesund

24. Dezember 2019

„Hauptsache gesund“, diesen Spruch hörte ich immer wieder als Wunsch zu Weihnachten. Und zurückblickend auf das sich dem Ende zuneigendem Jahr kann ich diesen Ausruf „Hauptsache gesund“ nur unterstreichen.
Für meine Familie war das Jahr 2019 vor allem geprägt durch viele Kranken- und Klinkhausaufenthalte meiner Eltern. Ich verbrachte viel Zeit an Krankenbetten, diskutierte mit Ärzten, Pflegern und Schwestern, war Taxi, ärgerte mich mit Versicherungen herum. Ohne meine Familie und vor allem meiner Frau hätte ich es nicht so schaffen können.
Wenn Eltern älter werden, brauchen sie mehr Unterstützung. So wie sie mir als Kind geholfen haben, brauchen sie jetzt mehr und mehr meine Hilfe. Ich danke allen, die meinen Eltern zur Seite gestanden haben und zur Seite stehen.

Aber ich habe auch gesehen, in welchen Zustand unser Gesundheitswesen ist und unter welchen Bedingungen hier gearbeitet werden muss. Ich habe auch erlebt, dass man Planungen für behindertengerechten Umbau von Häuser aus Verwaltungsvorschriften verhindert und gleichzeitig häusliche Pflege im Alter propagiert. Ich habe viel Pharisäer erlebt und meine Konsequenzen daraus gezogen.
Aber nun erst einmal: Schöne Weihnachten, kommt zur Ruhe, feiert mit euren Liebsten, konzentriert und sammelt euch, macht etwas Gutes aus den Tagen, fasst Mut und sagt einfach öfters danke. Ich danke euch und denkt daran: Hauptsache gesund.

Steiff 355448 King Kong ist da

13. November 2019

King Kong von Steiff ist eingetroffen.

King Kong von Steiff ist eingetroffen.

Was hat Edgar Wallace mit King Kong zu tun? Der berühmte Autor schuf nicht nur britische Krimis wie der Schwarze Abt, der grüne Bogenschütze und allerlei Kriminalliteratur, sondern er hatte die Grundidee zu King Kong. Als Filmfan mag in den Affen im Film: Natürlich angefangen mit King Kong und die weiße Frau von 1933, dann King Kong von 1976, später King Kong von Peter Jackson und zuletzt Kong: Skull Island. Und ich mag die japanischen Godzilla-Filme und es kommt ja 2020 auf das Zusammentreffen von Kong und Godzilla.
Von Godzilla hab ich eine seltene Steiff-Figur, die 1954 mal erschienen ist. 1954 war das Erscheinungsjahr des ersten Godzilla-Films. Jetzt erschien eine Sonderausgabe von King Kong bei Steiff und ich musste als Fan von Kong natürlich auch zuschlagen.

Der Steiff 355448 King Kong ist 42 Zentimeter groß. Die Figur besteht aus feinstem Mohair und hat Kunststoffaugen. Gefüllt ist der Affe mit synthetischem Füllmaterial. King Kong ist ein Sammlerobjekt mit Kunstlederapplikationen. Ein Gliederdraht unterstützt die machtvolle Haltung. In Grau und Rot sind Akzente mit Airbrushtechnik gesetzt. Mit vergoldetem „Knopf im Ohr“. Produziert ist der Affe durch Steiff in einer limitierten Auflage von 750 Stück. Während bei Godzilla sich die Auflage am Entstehungsjahr des Godzilla-Films orientierte, ist der King Kong meines Erachtens willkürlich auf 750 Exemplare gewählt. Ich sehe keinen Grund für die Zahl außer der künstlichen Verknappung, um den Sammlerpreis nach oben zu treiben. Im Moment liegt der Affe beim Verkaufspreis von rund 400 Euro, wird aber sicherlich bei Sammlern in den nächsten Jahren steigen.

Das Paradies für Merch: Forbidden Planet, London

9. Juni 2019

Forbidden Planet Megastore in London

Forbidden Planet Megastore in London

Brauche ich Actionfiguren? Nein! Brauche ich weitere Filmbücher? Nein! Brauche ich weitere Comics? Nein! Was habe ich in Forbidden Planet in London gekauft? Actionfiguren, Filmbücher und Comics! Oh der Megastore von Forbidden Planet ist einfach das Paradies für mich.

Die erste Adresse in London, wenn es um Merchandise, Comics, Manga und Graphic Novels geht, ist eindeutig für mich der Forbidden Planet Megastore in der 179 Shaftesbury Avenue, London, WC2H 8JR. Bei jedem London-Besuch schaue ich vorbei, auch dieses Mal wieder. Ich könnte zwar die Produkte im Web anschauen und online bestellen, aber live vor Ort hat mehr Atmosphäre. Vor allem im Bereich Manga, Comics und Graph Novels möchte ich mich vorher von den Produkten überzeugen, ein bisschen reinlesen und dann sowieso alle kaufen. 

Der Megastore hat zwei Etagen. Im Parterre gibt es Merch und im Kellergeschoss die ganzen Holzmedien. Der Besuch folgt bei mir einem Ritual. Erst in den Schaufenstern die teueren Auslagen ansehen. Dieses Mal fiel mir eine schöne Alien-Figur ins Auge – und ein Handschuh von Thanos. Alien top, Avengers interessiert mich nicht, aber ein Foto musste gemacht werden. 

Wenn sich die Türen öffnen kommt auf der linken Seite ein großes Glasregal mit allerlei Figuren. Hier gilt es genau zu schauen, denn oftmals hat Forbidden Planet besondere Ausgaben – aber auch zu besonderen Preisen.

Hab ich Alex oder hab ich ihn nicht?

Hab ich Alex oder hab ich ihn nicht?

Sammlerfiguren sind ein schönes, aber auch teueres Hobby. Ich muss mich also zusammenreißen, damit ich nicht zuschlage. Leider entdeckte ich dann doch eine Figur. Alex aus Uhrwerk Orange von Mezco. Ich finde die Figur aus Kubricks Film sieht grandios aus. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich diese Version von Alex nicht bereits besitze. Ich denke schon, hab aber als Sammler meinen Alex nie ausgepackt. Er liegt sicher verwahrt in meinem Archiv. Eigentlich doof, wenn man nicht mehr weiß, was man eigentlich besitzt. Absolutes Luxusproblem, ich weiß. Also: Notiz an mich, meine Figurensammlung mal dokumentieren und in der Cloud ablegen, damit man im Zweifelsfall darauf zurückgreifen kann. 

Beim Stöbern in einer Ecke habe ich das aktuelle Godzilla-Material entdeckt. Unser Lieblingsmonster in verschiedenen Größen und Ausführungen. Mich interessierte die Version von Godzilla Final Wars von 2004 mit den roten Augen. Er passt nicht ins Handgepäck, also wird er online bestellt. Die Musik zu diesem Film machte übrigens der leider verstorbene Keith Emerson von ELP. 

Dann ging es ab in den Keller. Neben den Sale Angeboten interessiert mich vor allem die signierten Buch- und Comic-Ausgaben. Sehr oft finden in Forbidden Planet Autogrammstunden statt und signierte Ausgaben werden verkauft. Ich war einmal bei so einer Autogrammstunde und habe darüber gebloggt. Dieses Mal kaufte ich mir Anno Dracula – 1895: Seven Days in Mayhem mit den Unterschriften von Kim Newman (Autor) und Paul McCaffrey (Illustrator). Schöner Comic von 2017. K2 deckte sich zudem mit einigen Manga ein. Das Paradies kann nicht schöner sein. 

Dracula mit Autogramm

Dracula mit Autogramm

Wenn das Kind in Sachen Kunst macht

23. Mai 2019

Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Stolzer Vater: K2 hat das erste Bild in einer Ausstellung hängen.

Ja ich bin ein stolzer Papa, denn K2 hat mit einem Bild an einer Kunstausstellung teilgenommen. Wie alle Eltern vermute auch ich ein großes Potenzial bei ihren Kindern. Im Fall von K2 bin ich mir aber sicher, dass ja eine Fähigkeit vorhanden ist, die entwickelt werden muss.

Hyperrealismus - eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

Hyperrealismus – eine Form des Pop Art. Hier Visit London von K2.

K2 nahm mit dem Bild „Visit London“ an der Ausstellung der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck teil. Ein Wochenende wurden die Werke in der Künstlerwerkstatt Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld ausgestellt und konnten besichtigt werden. Die Ausstellung stand unter dem Motto „Unterwegs“. Wir wurden vor zwei Monaten auf diese Ausstellung aufmerksam, zeigten die Ausschreibungsunterlagen K2 und das Kind beschloss hier mitzumachen.
K2 machte es sich nicht einfach. Grundlage des Bildes war ein Foto, was K2 bei einem Besuch in London vor einem Jahr mit der Digitalkamera gemacht hat. Es zeigt die Beine und Füße von zwei Mädchen, die bei Regen Richtung Harrods laufen. Komplizierte Lichtverhältnisse liegen vor, die durch den Regen noch verstärkt werden. Dieses Digitalfoto sollte also die Grundlage für den Ausstellungsbeitrag werden.

Form des Hyperrealismus
K2 ist ein Fan des Hyperrealismus, eine Version des Pop-Art. Wikipedia beschreibt die Kunstrichtung so: Der Hyperrealismus ist eine Weiterentwicklung des Realismus und benachbart zur Pop Art. Sein Ideal ist nicht unbedingt eine exakte lebenstreue Nachbildung, wie sie typisch für den Realismus ist, sondern eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit, eine „überschärfte Realität“. Die Abstraktion wird zurückgewiesen. Vielen sind vielleicht die Bilder von Gottfried Helnwein oder Luigi Rocca, der über die Galerie Mensing vertrieben wird.


K2 schnappte sich das MacBook Pro und arbeitete am Wacom Stifttablett. Als Software verwendet K2 Clip Studio Paint, die sonst im Manga-Bereich eingesetzt wird. Über Wochen hinweg entstand das Digital Painting. Gerade das Licht und die Regentropfen erforderten höchste Konzentration. Am Wochenende vor der Ausstellung war das digitale Bild dann fertig. Morgens wurde es auf DIN A3 bei meinem Kollegen Uwe Ehrig von den Erstentwicklern auf Fotopapier ausgedruckt. Ich hatte noch einen goldenen Rahmen und nachdem alles perfekt war, wurde das Bild von meiner Frau der Bürgerstiftung übergeben.

Am darauffolgenden Freitag war dann die Vernissage, zu der zahlreichen Fürstenfeldbrucker erschienen sind. Nach salbungsvollen Worten konnte wir uns die Ausstellung ansehen. Es waren inspirierende Sachen darunter. Für mich stach „Visiting London“ aus den Bilder durch den Stil des Hyperrealismus heraus. K2 erklärte den Betrachter des Bildes die Technik und waren erstaunt, was da dahinter steht. Mancher Besucher meinte, es sei nur eine einfache Fotografie. Als er sich aber dann die Zeit nahm und das Bild näher betrachtete, fiel ihm der Hyperrealismus auf.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Ich hab gleich mal en paar Postkarten zum Verteilen drucken lassen.

Auf jeden Fall hat es der Familie gefallen und wir werden das Talent von K2 weiter fördern. Ich habe von dem Bild Postkarten drucken lassen und lege sie meinen Schreiben bei. Am Freitag Abend besuchen wir den internationalen Pop-Art-Künstler Ed Heck, der aus New York nach München kommt. Unsere Familie ist mit Ed Heck befreundet und ich bin auf seinen Input gespannt, wenn K2 das Bild zeigt.

Mobiles Fotostudio für Hahnsammlung

19. März 2019

Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Meine Frau hat ein seltsames Hobby. Sie sammelt Hähne. Nicht Gockel aus Fleisch und Blut, sondern Hähne als Kunst. Hähne aus Porzellan, Bronze, Metall, Glas, Bronze, Holz, Keramik, Bilder, Kacheln, Teller und Plastiken von Hähnen und vieles mehr – aber kein Kitsch oder Nippes. Und sie plant ihre Website zu aktualisieren mit Fotos ihrer Hahn-Sammlung. Und da komme ich ins Spiel. 

Ich durfte/sollte/musste einige Hähne fotografieren – hab ich gerne gemacht. Bisher breitete ich ein einfaches Tuch aus, stellte die Hähne darauf und lichtete die gefiederten Kammeraden ab. Die Ergebnisse haben mich nicht so richtig überzeugt. Ich wollte eine preisgünstige Fotobox für besseres Licht und Hintergründe. 

Ich wählte AmazonBasics Mobiles Fotostudio. Bisher war ich von den Produkten der AmazonBasics-Reihe bisher angetan und griff wieder zu. Ich kann diese Fotobox für Fotoamateure absolut empfehlen. 

Mir war es wichtig, keine große Montage beim Aufstellen und keine große Fummelei. Das ganze System ist klappbar, besteht aus einem Teil und ist zusammengefaltet eine in schmale, robuste Tragemappe, die ich bei Bedarf auch schnell ins Auto werfen kann, um mobil zu sein. Die Maße 63,5 x 76,2 x 63,5 cm reichen aus für meine Hähne. Das eingebaute Licht von 5600 K kommt von oben. Das ganze System bringt 7,9 Kilogramm auf die Waage.

Nachdem die Hähne durchfotografiert sind, was kommt jetzt an die Reihe? 

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

London: Harry Potter an Kings Cross

24. Januar 2019

Harry Potter am Kings Cross an der berühmten Plattform.

Harry Potter am Kings Cross an der berühmten Plattform.

Harry Potter ist ein unglaubliches Phänomen. Meine Frau und die Kinder haben die Bücher, die Lego-Videospiele und die Filme verschlungen, ich habe das Hörspiel auf meinen langen Reisen gehört. Da war es endlich an der Zeit, Harry Potter in London auf die Spur zu kommen. Bei einem Kurztrip nach London stand dabei ein Besuch des Bahnhofs Kings Cross Station auf dem Programm.

Potter Fans wissen: Hier in der Haupthalle fährt der Hogwarts-Express von dem geheimen Gleis 9¾ ab. Aktuell befindet sich das Fan-Gleis seit 2012 in der neuen Eingangshalle, rechter Hand auf dem Weg zu den Gleisen 9, 10 und 11 (Western Departures). Dort gibt es auch einen Harry-Potter-Shop – und es gibt immer eine Traube von Menschen, die sich für die Reise nach Hogwarts interessieren. Darunter war meine Familie und ich selbstverständlich auch.

Ein Fotograf und zwei Assistenten stattet die willigen Fotomotive mit Potter-Schal und Zauberstab aus und postieren sie an der Plattform. Der Gepäckwagen ist bereits zur Hälfte in der Wand verschwunden und damit auch die Koffer und der Eulenkäfig. Der Schal wird in die Höhe geworfen und der Fotograf drückt ab. Alle freuen sich. Je nach Fotomodell jubelt die Traube an Fans, die die Szenerie beobachtet oder selbst aufweinen Fototermin wartet. Das fertige Foto kann dann im Harry Potter Shop gegen Bares abgeholt werden.

Als Potter-Fan sollte man Kings Cross einen Besuch abstatten. Wer sich für Harry Potter nicht interessiert, kann sich an der futuristischen Architektur des Bahnhofs erfreuen.

Der Harry Potter Shop am Kings Cross
Wer Hardcore-Fan ist, der muss natürlich die Türschwelle überschreiten zum Harry Potter Shop an der Plattform 9¾. Es ist der Himmel an Merchandising pur. Ach ja Himmel: Schaut man an die Decke des Ladens hängen zahlreiche Eulenkäfige von der Decke. Das sieht sehr schön aus und schafft Atmosphäre.
Alles um die Harry Potter-Marke wird zu Geld gemacht. Es gibt Kuscheltiere – vor allem, Eulen in verschiedenen Größen, Gläser, Zauberstäbe, Umhänge, Schlüsselanhänger, Karten, Hüte, Schals, Stifte, Taschen und vieles vieles mehr. Es herrscht Ordnung in dem Laden, denn der ganze Merch wird fein säuberlich in die vier Häuser von Hogwarts eingeteilt.

Es gibt auch Harry Potter-Bücher, spezielle englische Ausgaben in verschiedenen Farbumschläge und Größen. Was es nicht gibt – und das verstehe ich absolut nicht – es gibt keine Soundtracks oder die Harry Potter Filme auf DVD, Blu-ray oder UDH. Ich hätte gerne verschiedene Versionen des Scores gekauft, aber hier war absolute Fehlanzeige. Wahrscheinlich gibt es hier ein Lizenzproblem mit Warner, wobei diese Soundtracks und Filme auch nicht in den Harry Potter Warner Studios außerhalb von London aufzufinden waren. Den Grund werde ich wohl nie erfahren.

Während die Kinder sich um klassischen Merch bemühten, schaute ich mir die Sammlerfiguren in den Vitrinen an. Ich habe zwar einige Sammelfiguren aus der Filmwelt, doch konnte ich mich bei Harry Potter nicht so erwärmen. Gut für meine Geldbörse. Schön anzusehen waren auch die Modellzüge des Hogwarts-Express und das Hogwarts-Internat. Aber auch da blieb ich kalt: Eisenbahn hatte ich nie als Hobby und das Schloss ist fein, kostet aber Platz. Ich spielte mit den Gedanken, Manschettenknöpfe zu kaufen, aber wollte mich nicht so sehr als Fan outen. Ich trage an besonderen Tagen Star Wars- und Star Trek-Manschettenknöpfe, das muss reichen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren bei unserem Besuch sehr freundlich, very british und das trotz vollem Haus. Trotz dem Trubels habe ich mich sehr wohl gefühlt und für alle Fans von Harry Potter, die gerade mal in London sind, ist der Besuch von Gleis und Shop an Kings Cross eigentlich eine Pflichtveranstaltung.

Neujahrsvorsatz: Keller entrümpeln und dabei ein paar Euro umsetzen

2. Januar 2019

Ich habe in den Weihnachtsferien einen festen Termin. Nicht nur Weihnachten und Silvester, sondern auch Entschlackung in der Form von Keller aufräumen. Das ist ein Vorsatz im neuen Jahr, den ich seit Jahren praktiziere. Es sammelt sich über das Jahr so viel Zeug an, das jetzt einfach weg muss. Loslassen ist die Devise. Für meine Frau geht das Entrümpeln nicht weit genug, sie würde noch mehr finden, aber ein Anfang ist gemacht. 

Jetzt stellt sich die Frage: Wohin mit den Schätzen aus dem Keller? Natürlich wird säuberlich getrennt bei den Wertstoffen: Metall, Holz, Altpapier, Glas, Restmüll. Aber was mache ich mit den Sachen von Wert, und ich meine nicht nur ideellen Wert?

Vieles wird verschenkt. Ich bin Mitglied in einer Facebook-Gruppe „Verschenks FFB“. Dort stelle ich Sachen ein und in der Regel finden die Sachen schnell einen Abnehmer. Ich bin begeistert. Da sage noch einer, dass Facebook keinen Nutzen habe. 

Hilfstransport nach Togo

Einige Sachen gehen nach Togo. Ich bin Mitglied in einer Hilfsorganisation Aktion PiT Togohilfe Maisach. Dort packen wir jeden Monat einen Schiffscontainer für das afrikanische Land. Viele guterhaltende Sachen wandern dorthin. Gegen eine Transportspende werden meine Rucksäcke, Taschen usw. nach Afrika geliefert. Optiker sammeln über das Jahr Brillen für mich, die ich vor Weihnachten einsammle. Die Aktion PiT Togohilfe macht übrigens viele weitere wichtige Aktionen – schaut doch mal auf die Website. 

Hilfsgüter für Togo.

Hilfsgüter für Togo.

Öffentlicher Bücherschrank

Bücher, die ich gelesen habe oder nicht lesen will, wandern bei uns in den örtlichen Edeka Leich in Maisach. Dort gibt es einen öffentlichen Bücherschrank. Nach dem Einkaufen schaue ich immer wieder rein und hab schon tolle Sachen gefunden, die ich schon lange gesucht habe. Wenn so ein System wie ein öffentlicher Bücherschrank funktionieren soll, dann darf ich nicht nur nehmen, sondern muss auch geben. Also kommen viele Bücher dorthin. 

Hier ein Video von Beginn des Bücherschrankes. Heute ist der Schrank voll.

Verkauf über Apps wie Momox, ReBuy und Co

Sind es Bücher, DVDs, CDs, Blurays mit einem ISBN-Code, dann verwende ich zwei Verkaufsplattformen im Netz. Momox und ReBuy. Beide haben Apps für iOS und Android. Ich scanne den ISBN-Code und die Plattform macht mir ein Angebot. Ich verwende zwei Smartphone und lasse je eine App auf dem Smartphone laufen, um zu sehen, wer das höhere Angebot macht. Leider läuft die ReBuy-App nicht immer zuverlässig trotz Software-Aktualisierung. Ach ja Angebote: Die vorgeschlagenen Angebote sind nicht enorm, aber es ist ein nettes Zuckerl. Das verkaufte Material kommt in einen Karton und geht auf Kosten von Momox und ReBuy an die jeweiligen Plattformen. Das Geld kommt eine Woche später aufs Konto. Es sind keine großen Summen, aber es geht ja um Entrümpelung des Kellers. 

Es gibt noch eine App namens Studibuch, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Hier kann man Studien- und Schulbücher verkloppen. Bücher aus dem Studium habe ich kaum noch welche. Die sind einem Wasserschaden mal zum Opfer gefallen. Die App hab ich trotzdem, falls doch noch Bücher aus den unendlichen Kellern auftauchen. 

Die klassische Verkaufsplattform eBay und eBay Kleinanzeigen nutze ich nur noch ganz selten. Mir ist in der Regel der Aufwand zu groß. Meine persönlichen eBay-Zeiten sind im Moment vorbei. Ich habe zwar noch Kisten von Porzellan und Keramik im Keller, müsste mich aber erst mal über die Herkunft und Wert des Material beschäftigen. Dafür fehlt mir aber die Zeit, bzw ich will sie mir nicht nehmen. Übrigens, ich habe noch ein Masterkeyboard zum Verkauf. Ein SL-880 von Fatar – es hat der Familie gute Dienste erwiesen, aber wir sind jetzt auf ein klassisches Klavier umgestiegen. Wer es samt Klavierstuhl und Midischnittstelle käuflich erwerben will, bitte melden. 

Das Masterkeyboard SL-880 von Fatar muss auch raus.

Das Masterkeyboard SL-880 von Fatar muss auch raus.

Amazon Marketplace habe ich noch nicht ausprobiert. Es klingt verlockend, aber im Moment scheue ich noch den Aufwand. Mal sehen, was die Zukunft bringt. 

Mit den Marketplace-Anzeigen in Facebook habe ich grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht. Aber bei einigen Käufern nervt die Kommunikation, weil sie es gerne so oder so hätten, 1000 Fragen haben. Bei manchen verstehe ich die Anfragen auch gar nicht, weil ich deren Landessprache nicht spreche und sie wohl meine auch nicht. 

Regalmeter mieten

In der Kreisstadt Fürstenfeldbruck, ein paar Minuten von mir, gibt es die Möglichkeit in der Innenstadt in einem Laden Regalmeter für einen gewissen Zeitraum zu mieten. Dann kann man dort seine Waren verkaufen. Den Laden gibt es schon einige Zeit und ich bin als Käufer ab und zu vor Ort, habe aber noch nichts verkauft, dafür darüber gebloggt.

Kunden können die Regale mieten und ihre Waren verkaufen.

Kunden können die Regale mieten und ihre Waren verkaufen.

Der klassische Flohmarkt

Und dann wäre noch der klassische Flohmarkt. In meiner Jugend liebte ich solche Flohmärkte. Ich war ein großer Verkäufer – und leider auch ein großer Käufer. Es hat Spaß gemacht, auf dem örtlichen Volksfestplatz seine Decke oder seinen Tapeziertisch aufzubauen und seine Waren zu präsentieren. Ich habe gelernt zu verhandeln, zu feilschen – der Film Leben des Brian war eine gute Schule. Heute gehe ich nur noch ab und zu als Käufer auf Filmsammler-, Videogames- oder CD-Börsen. Flohmärkte haben sich verändert. Es sind mehr Trödelmärkte geworden und auch die Klientel ist durch die weltpolitische Situation eine andere geworden. Und ich nehme mir nicht mehr die Zeit, einen Tag bei Wind und Wetter herumzustehen und für ein paar Euro zu verkaufen. Bei mir ist der Spaß hier im Moment nicht mehr vorhanden. Zudem muss ich im Keller ja dann wieder Sammelkisten errichten und die Aufgabe war doch, den Keller leer zu bekommen. 

Meine erste Zubereitung von Kimchi

28. November 2018

Nachdem K2 auf dem Korea-Tripp ist, muss Kimchi auf den Tisch. Kimchi nennt man in der koreanischen Küche die Zubereitung von Gemüse durch Milchsäuregärung. Kimchi wird traditionell als Vitamin-C-Speicher für den Winter eingemacht und nachdem es bei uns schneit, kommt jetzt auch das passende Essen auf den Tisch.
Anleitungen und Ideen für das koranische Nationalgericht habe ich mir von dem Buch Kimchi – Die Seele der koreanischen Küche geholt. Es sind vier koreanische Frauen, die dieses schöne Büchlein geschrieben haben. Von mir ein klarer Lesetipp für Kochbuchfreunde. Und die zweite Inspiration waren meine Gespräche mit dem Kochblogger Thomas Gerlach.
Ich habe mich bisher für drei unterschiedliche Kimchi-Varianten entschieden: Karotten, Kohl und Brokkoli. Über das Ergebnis zu Brokkoli kann ich noch nichts sagen, der muss noch ein wenig im Kühlschrank vor sich hinziehen. Die anderen beiden, also Karottenkimichi und Kohlkimchi, sind für mein erstes Mal super geworden, allerdings wollte K2 das Gemüse dann doch nicht essen. Die Milchsäuregärung hat dazu seinen Teil getan. Mir persönlich schmeckt es sehr gut und ich werde weiter experimentieren und verfeinern.

Zubereitung des Karottenkimchis
Natürlich müssen zunächst die Karotten geraspelt werden. Dazu setzte ich die Küchenmaschine ein. Dann kommen die Raspel in eine Salzlake und da bleiben sie erst mal für zehn Stunden bei Zimmertemperatur.
Derweil mache ich die Kimchi-Paste an. Das koranische Chilipulver haben wir in großen Mengen aus dem Internet bestellt. Amazon ist dein Freund. Dazu kommt Lauch, Fischsauce, frisch gepresster Knoblauch geriebener Ingwer, geraspelter Rettich, Zucker und Salz. Alles schön durchmischen und ich kann nur empfehlen, dafür Einweghandschuhe zu verwenden. Das Chillipulver reizt und wehe es kommt was in die Augen oder Nase, dann ist es mit dem Kochabenteuer erst mal vorbei.
Das Salzwasser bei den Karotten wird abgegossen. Paste und Karotten werden schön verrührt und in ein Glas geschichtet. Ich habe dazu bei Ikea wunderbare Gläser mit luftdichten Deckel gefunden. Vielleicht ist das nicht stilecht, aber es ist praktisch. Dann kommt das durchmischte Kimchi für 14 Tage oder etwas länger in den Kühlschrank. Die Milchsäure-Bakterien erledigen die Arbeit.

Bei dem Kohl und dem Brokkoli bin ich genauso vorgegangen, obwohl ich beim Kohl zu wenig Kimchi-Paste gemacht habe. Die Kollegen aus Facebook haben gleich gemeckert: „Mehr rotes Zeug!“ Geschmeckt hat es trotzdem.