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Fans halten Chris Hülsbecks Musik die Treue

28. August 2018

„Es ist ein Hammer, was hier jedes Jahr im Retrogaming-Bereich aufgebaut wird.“ Mit diesen Worten lobt Komponist Chris Hülsbeck die Retrogaming-Area auf der weltgrößten Spielemesse gamescom in Köln. 

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Für einen Tag ist Hülsbeck aus den USA auf der gamescom zu Gast, um alte Freunde zu treffen, neue Kontakte zu schließen und vor allem mit seinen Fans ins Gespräch zu kommen. Und da komme ich ins Rennen. Ich bin ein großer Fan des Komponisten und hatte ihn in der Vergangenheit immer wieder verpasst. Aber dieses Mal sollte ich ihn treffen. Chris Hülsbeck ist der deutsche Komponist für Videospielsoundtracks. Er komponierte zahlreiche Klassiker, sein Meisterwerk ist die Musik zur Videospielreihe Turrican. Die Musik wurde in zahlreichen Versionen veröffentlicht, unlängst als opulente Orchesterversion mit klassischen Sinfonieorchester. Also traf ich ihn auf der gamescom, ließ mir ein paar Autogramme geben und machte ein Videointerview mit ihm. 

Deutschland hat eine starke Heimcomputerszene

In den USA gibt es auch eine große Spielegemeinde, aber so Hülsbeck in meinem Interview, aber die Amerikaner seien mehr Konsolenspieler. Das Besondere in Deutschland sei die Begeisterung für die Heimcomputer der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Chris Hülsbeck arbeitet im Moment an einem Bonus-Amiga-Album für Turrican. Hier wird mit alten Amiga-Tools und Rechner neuer Sound für ein imaginäres Turrican 4-Spiel erzeugt. 

Fans halten Chris Hülsbeck die Treue

„Ich bin super dankbar, dass mir die Fans die Treue halten und diese Projekte möglich machen“, gibt Hülsbeck zu. Und er verrät einen Traum: Chris Hülsbeck würde gerne einen klassischen Filmscore für einen Spielfilm komponieren. Er klopft schon in Hollywood an und hat inzwischen auch eine US-Agentin. Bisher noch ohne Ergebnisse, aber Chris Hülsbeck arbeitet weiter an seinem Traum. Große Vorbilder gibt es schon: Michael Giacchino oder Jesper „Jakobson“ Kyd arbeiten für beide Welten – Kino und Videogames. 

Hülsbeck als Wegbereiter 

Musik im Film und im Spiel sei extrem wichtig, so Hülsbeck weiter. Wenn man bei einem audiovisuelles Medium die Musik abschaltet, dann fehlt auf jeden Fall etwas. Hülsbeck hat inzwischen sein 36. Album veröffentlicht und ist seine eigene Plattenfirma. Er war damit ein Wegbereiter in der Musikproduktion. Während andere Musiker große Musikstudios buchen mussten, produzierte Hülsbeck in den eigenen vier Wänden. Er sah damit den Tod der großen Studios voraus. Heute wohnt und fährt er mit seinem Wohnmobil durch die USA und arbeitet von unterwegs – ein musikalischer Nomade. 

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Die Kampagnen in Kickstarter sind für Hülsbeck sehr wichtig. Einerseits ist es eine Art Wasserstandsmelder, um zu prüfen, ob seine Kunst noch nachgefragt wird. Andererseits könnte er große Projekte wie die Orchestermusik nicht aufziehen, ohne die Unterstützung der Fans zu haben. „Die Liveaufführung zu erleben, war der totale Wahnsinn“, so Hülsbeck weiter. „Ich wünschte, meine Großmutter hätte das erleben können.“ Sie war immer diejenige, die Chris ermutigte, seine Musik zu machen. „Meine Großmutter wäre total aus dem Häuschen gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“ 

Beim Thema Wertschätzung der Soundtrackmusik hat Chris Hülsbeck einen Vorschlag: So könnte eine Kategorie „der beste Soundtrack“ beim Deutschen Computerspielpreis aufgenommen werden. 

 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Musiktipp: Turrican II – the orchestral Album von Chris Huelsbeck

10. April 2017
Meine Box trägt die Nummer 529.

Meine Box trägt die Nummer 529.

Als Retrogamer wandelt sich mein Sammlerinteresse. Zunächst war ich an den Spielen meiner Jugend interessiert – allen voran an den Spielen des Atari 2600. Ich mag die Konsole und ich mag die Spiele. Der Atari 2600 war mein Einstieg in die Welt der Videogames – oder Telespiele, wie es damals hieß. ES kam der C64 und viele andere Kisten folgten.
Je mehr ich mich mit dem Phänomen Videospiele beschäftigte, desto mehr kam auch eine andere Sammelleidenschaft zu Tage. Ich liebe Soundtracks und Scores zu Filmen. Nun kommen immer der Soundtracks zu Games dazu, die ich für ein wertvolles, aber leider unterschätztes Kulturgut halte. Wenn der Soundtrack nicht stimmt, stimmt das Feeling im Spiel nicht. Und wenn ich in Deutschland von Gamessoundtracks spreche, dann darf der Name Chris Huelsbeck nicht fehlen. Für mich ist Chris Huelsbeck einer der großen Männer der Soundtrackmusik. Er vertonte viele Spiele – aber vor allem vertonte er Turrican II. Über Kickstarter habe ich die große Kollektion des Soundtracks erworben und dieser Tage traf auch der Ergebnis der nächste Kickstarter-Kampagne ein: Turrican II – the orchestral Album.


Meine Box trägt die Nummer 529 der auf 1000 Kopien limitierten Box. Der Inhalt: Ein Doppelalbum auf Vinyl, eine CD und Artwork im LP-Format. Ich hoffe, Chris Huelsbeck einmal persönlich zu treffen, um ihm für sein Gesamtwerk zu danken und er muss ein Artwork unterschreiben. Auf der GamesCom im vergangenen Jahr habe ich ihn leider verpasst – vielleicht klappt es dieses Mal in Köln oder beim Deutschen Computerspielpreis in Berlin. Es wäre mir eine Ehre. Das Album Turrican II – the orchestral Album erschien zum 25. Geburtstag des Spiels auf dem Amiga. Zur Musik muss ich eigentlich nichts mehr schreiben. Turrican II ist ein Klassiker, die Musik dazu ebenso. Und die orchestrale Version ist wieder eine weitere Variation dieses Klassikers. Hören und Genießen – nicht mehr, nicht weniger.
Das Orchester auf diesem Album ist das Norrköping Symphony Orchestra und die Musik wurde Oktober/November 2016 aufgenommen und gemixt. Ich hatte bis dato noch nie etwas von dem Norrköping Symphony Orchestra aus Schweden gehört, gestehe aber auch zu, dass ich ein Banause bin. Es wurde 1912 gegründet und umfasst heute 81 Musiker.

Hier das Unboxing:

 

Konzertkritik und mehr: Video Games Live in Nürnberg 2016

24. November 2016
Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Zum zweiten Jahr in diesem Jahr war ich bei Video Games Live. Nach dem Konzert in München besuchte ich nun den Auftritt in Nürnberg. Ich mag das amerikanische Show-Gehabe von Tommy Tallarico, aber vor allem mag ich Soundtracks von Videospielen.
Eine ausführliche Kritik über das Münchner Konzert habe ich in meinem Blog geschrieben. Es waren in Nürnberg ähnliche Songs am Start und es hat mir auch gefallen.


Dieses Mal möchte ich mir an dieser Stelle mehr Gedanken um Videospielsoundtracks als Kulturgut machen. Bei aller Diskussion in der Vergangenheit steht heute eindeutig fest: Videospiele sind ein Kulturgut. Games sind zu einer Leitkultur geworden. Videospiele sind aber auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Es werden mehr Videospiele umgesetzt als Karten an der Kinokasse verkauft. Und dennoch werden Gamesentwickler immernoch stiefmütterlich behandelt. Die Vergabepolitik der deutschen Förderer kümmert sich meines Erachten lieber um die Filmer als um die Gamer. Das ist ein Gefühl, handfeste Zahlen liegen mir nicht vor. Aber natürlich hat sich viel getan, die Situation rund ums Spiel ist besser geworden.


Als ich im Konzert in der Nürnberger Meistersingerhalle saß, trugen mich meine Gedanken fort, als ich die Soundtracks der Klassiker hörte. Mit Videospielen identifiziere ich mich heute mehr als mit Filmen. In Filmen muss ich passiv der Handlung folgen, die mir ein Regisseur vorgibt. Keine Frage, es gibt geniale Filme. Aber in einem Spiel kann ich in eine handelnde Person schlüpfen und mich in das Spiel einbringen. Das macht für mich den Reiz aus. Ich muss Verantwortung für meine Handlung und Entscheidungen übernehmen. Jeder Ruck am Joystick oder Gamepad hat Folgen für meine Spielfigur. Im Film kann ich nur der Figur folgen und natürlich auch mitfiebern. Beim Videospiel ist dieses Gefühl intensiver.


Sowohl Film als auch Spiel wären ärmer, wenn es den Soundtrack nicht geben würde. Ich sammle seit Jahren Filmsoundtracks. Meine Götter heißen hier John Williams und Jerry Goldsmith. Es gibt zahlreiche Lieblinge, aber sicherlich gehört Hans Zimmer nicht dazu. Immer mehr freunde ich mich mit Gamessoundtracks an. Ich kam über die Filmkomponisten zu den Gameskomponisten. Leute wie Michael Giacchino brachten Film und Spiel zusammen. Leider stelle ich fest, dass Komponisten für Soundtracks in Deutschland nicht so behandelt werden. Dabei ist für mich doch eine Selbstverständlichkeit, Leute wie Chris Huelsbeck mit seinen Kickerstarter-Aktionen zu unterstützen.


Das ist leider bei den Preisen und Auszeichnungen wenig Begeisterung für Videospielkomponisten zu spüren. Beim animago AWARD, ein Preis den ich jahrelang selbst vergeben durfte, spielt der Soundtrack keine Rolle. Aber der Score sorgt für das Gefühl in der Animation. Noch sträflicher finde ich es, dass es beim Deutschen Computerspielpreis keine Auszeichnungen für Videogameskomponisten gibt. Ich werde den Gedanken nochmals an die zuständige Staatsministerin Dorothee Bär einbringen, die sich hervorragend um Games in Deutschland kümmert. Meine Kritik habe ich bereits bei der jüngsten Verleihung in meinem Blog verfasst.


Wenn ich in die Rolle einer Spielfigur schlüpfe und dies kann auch nur ein Pixelklötzchen in einem 8-Bit Game als Retrogamer sein, dann steigert sich meine Spielerfahrung wenn sie mit Musik angereichert ist. Und wenn der Soundtrack ordentlich komponiert und arrangiert ist, dann geht der Score ins Ohr, ins Bewusstein und verbindet sich mit dem Spiel. Alles zusammen gehört zu einer Marke.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Wie emotional Videospiele sind, habe ich in Nürnberg auf dem Konzert von Video Games Live gesehen. Nach der Pause kam auf einmal ein junger Mann namens Markus auf die Bühne. Er hatte eine junge Frau mit Namen Anna dabei, die etwas verdutzt schaute. Markus machte ihr auf der Bühne vor versammelten Publikum einen Heiratsantrag, den Anna annahm. Das Ja-Wort wurde von den Besuchern der Meistersingerhalle mit donnernden Applaus belohnt. Tommy Tallarico, Organisator der Video Games Live, hat die Anfrage kurz vor seinem Nürnberger Gastspiel bekommen und zugestimmt. Vielen Dank Tommy Tallarico. Das Paar wird den Abend nicht vergessen und ich habe das Schauspiel aus einiger Entfernung mitgedreht.


Auch Hans Ippisch, heute Geschäftsführer von Computec und vor langer Zeit Videospieljournalist, hielt eine launige Ansprache und erinnerte an vergangene Zeiten.


Bei all der Musik, die an dem Abend gespielt wurde, mochte ich die Tetris Suite am liebsten. Tetris machte das Videospiel erwachsen und ist der Klassiker es Casual Games. Mein GameBoy von früher ist heute noch immer im Einsatz und Tetris liegt griffbereit.


Fast Lagerfeuerromantik brach aus, als Akteure und Publikum gemeinsam den Mario Song und I’m alive sangen. Schön war es.

 

 

Volià – mein Pac Man Anzug

30. April 2016
Mein neuer Anzug mit Pac Man-Motiven. Perfekt für mich als Retro Gamer. Foto: maskworld.com

Mein neuer Anzug mit Pac Man-Motiven. Perfekt für mich als Retro Gamer. Foto: maskworld.com

Ich habe ein paar T-Shirts mit Retro Gaming-Motiven, aber ich trage auf offiziellen Veranstaltungen eher einen Anzug mit Hemd. Jetzt endlich kann ich meine Retro-Gaming-Leidenschaft auf offiziellen Anlässen zur Schau stellen: Ich habe bei Maskworld aus Berlin einen Anzug mit Pac Man-Motiven.
Der Pac-Man Anzug von OppoSuits ist eine Augenweide und ich bin mir sicher, das Teil wird auf Veranstaltungen wie dem Deutschen Computerspielpreis, der GamesCom, Retro-Börsen oder Spieleabend im Münchner Werk1 auffallen.
Die gesamte Oberfläche des Anzugs ist mit dem Labyrinth aus dem legendären Videospiel Pac Man bedruckt und auch die bunten Geister Blinky, Pinky, Inky & Clyde tummeln sich auf Jacket, Hose und Krawatte. Das Teil hat einen gewissen Retrocharme.


Der Anzug hat jetzt nicht die Qualität meiner Standardanzüge aus Tweed, ist dafür ein netter Gag. Ich hatte befürchtet, dass die Sache sehr billig ausfällt, ist es aber nicht, trotz 100% Polyester. Der Anzug von OppoSuits ist ein Einreiher im klassischen Schnitt mit Brusttasche, Außen- und Innentaschen. Er ist mit Schulterpolstern und mit Ärmelknöpfe ausgestattet.
Die Hose ist klassisch gerade geschnitten mit Bundfalte. Der Bundverschluss ist mit Haken und Knopf und die Hose hat Gürtelschlaufen, Eingriffstaschen an der Seite und hinten und sie fällt etwas länger aus.
Neben Pac Man gibt es noch eine Reihe anderer Motive bei den Anzügen von OppoSuits. Einfach mal bei Maskworld schauen und online bestellen. Die Lieferung kam schnell und super verpackt. Den Anbieter kann ich empfehlen, werde aber trotzdem bei meinen Berlin-Besuch nächste Woche im Laden vorbeschauen und ein wenig stöbern.

Meine Eindrücke zum Deutschen Computerspielpreis

26. April 2016

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Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und ich bin dankbar, dass ich zum Festabend des Deutschen Computerspielpreises eingeladen wurde. Die Veranstaltung ist zwar schon ein paar Tage her, aber mir immer noch in guter Erinnerung. Für mich war es das erste Mal – und ich hoffe, es war nicht zum letzten Mal. Es war eine schöne Gala mit anschließender Party – alles fand in der futuristischen BMW-Welt in München statt. Bayern zeigte Stil und schindete mit der Location Eindruck. Der Ort der Verleihung wechselt jährlich zwischen Berlin und München – und 2016 war die bayerische Landeshauptstadt wieder an der Reihe. Gut so.


Jetzt kenne ich einige Fachpreise, hab sogar einige Fachauszeichnungen selbst organisiert und ich dachte, der Deutsche Computerspielpreis ist eine ähnliche Fachveranstaltung für die Branche. War es im Grunde auch, aber von Fachlichkeit war an dem Festabend nichts zu spüren. Es wurde fast kein Wort über Shader, Lightning, Pixels, Polynone, CGI verloren, sondern es bliebt alles an der Oberfläche. Es war mehr eine Show und eine Darbietung als eine Fachauszeichnung. Wahrscheinlich wollten dies die Veranstalter und ich bin mit falschen Erwartungen in die BMW-Welt hingegangen. Als ich mich mit Show, und Glamour abgefunden hatte, gefiel es mir sehr gut. Ich habe gleich viele Selfies von mir gemacht.

Mario Kart-Fahrer Dobrindt
Der von den Branchenverbänden BIU e.V. und GAME e.V. gemeinsam mit dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bundesminister Alexander Dobrindt, getragene Preis ist eine Initiative der deutschen Politik und Wirtschaft. in 14 Kategorien werden herausragende deutsche Spieleproduktionen ausgezeichnet. Ich hatte meine Einladung aber weniger dem Minister zu verdanken als vielmehr seiner Staatssekretärin Dorothee Bär. Ich kenne Dorothee Bär seit einigen Jahren, kannte sie noch als sie Dorothee Mantel hieß. Immer wieder kreuzen sich unsere Wege und Dorothee Bär setzt sich massiv für die Digitalisierung der bundesdeutschen Gesellschaft ein. Sie ist zudem auch eine überzeugte Gamerin und es lässt sich mit ihr exzellent fachsimpeln.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Insgesamt war in der BMW-Welt viel Politik am Start. Die Rede von Verkehrsminister Alexander Dobrindt war gut geschrieben. Ich weiß zumindest jetzt, dass er ein Mario Kart-Fan ist. Das ist doch schon mal was und er bekommt bei all der Diskussion um Maut hier einen Pluspunkt. Wir Mario Kart-Fahrer müssen zusammenhalten, aber ich hoffe es stimmt nicht, dass Dobrindt Mario Kart nur mag weil er Verkehrsminister ist. Für den Bundesverkehrswegeplan hätte ich ein paar Vorschläge. Ich habe die Rede von Dobrindt via Periscope live gestreamt und in YouTube eingestellt.

Standortförderin Aigner
Gut in der anwesenden Community kam auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an. Sie ist zugleich Medienministerin und muss die schwierige Aufgabe Medien und Wirtschaft lösen. Mit ihrer Rede hat sie es gut gemacht und konnte beim Publikum punkten ohne sich anzubiedern. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Schwarze Witwe Dorothee Bär legt nach
Ja und natürlich durfte Dorothee Bär auch etwas sagen, schließlich verdanken wir ihrem Engagement den Deutschen Computerspielpreis. Ihre Rede war extrem launig. Lob gebührt ihr auf jeden Fall für das wunderschöne Kleid, das sie an dem Abend trug. Zwar meinte ihr Minister das Kleid sei das Modell Schwarze Witwe, aber was weiß Alexander Dorbindt im Nadelstreifenanzug schon über Mode. Mit einem gelungenen Bullshit-Bingo feierte sie die Branche und es tat gut, diese Worte zu hören.


Dass nicht alles glatt lief, zeigte sich bei einer Unklarheit, wann welche MAZ eingespielt wird. Hier zeigte Dorothee Bär wer das sagen hat: Mit den Worten „Wer das Mikro auf der Bühne hat, der bestimmt“ hatte die Politikerin aus Franken die Sympathien auf ihrer Seite. Gut gesprochen. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Gewinner und Laudatoren und ein wenig Kritik
In gleich zwei internationalen Kategorien und beim Publikumspreis setzte sich „The Witcher 3: Wild Hunt“ des polnischen Entwicklers CD Projekt RED durch. Ich muss zugeben, ich fand The Witcher 3 nicht den Hit, bin wohl aber nicht die Zielgruppe.

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Weitere Preise wurden unter anderem von YouTube-Star LeFloid, Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr überreicht. LeFloid ist zumindest ein Experte in Sachen Games, durch seine Let’s Plays kennt ihn die Nachwuchsbranche. LeFloid war mir etwas zu schnell. Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr waren extrem sympathisch. Ein Fachmann aus der Gamesbranche wäre wir lieber gewesen.

Kritik von meiner Seite gibt es nur an der Musik. Die Band Mia spielte auf, kam auch sehr gut beim Partypublikum in München an, aber für meinen Geschmack passte die Musik nicht zu einem Fachpreis. Ich hätte Gamesmusik vorgezogen. Auch das ist eine Kritik am Preis: Der Komponisten von Soundtracks sind so enorm wichtig für den Erfolg eines Spiels und Spielsoundtracks haben unter Kennern große Erfolge. Geniale Komponisten wie Chris Huelsbeck hätte ich gerne auf der Bühne des Deutschen Computerspielpreises gesehen. Übrigens, hier die Gewinnerliste des Preises.

Förderungen der Bundesländer
Als „Bestes Serious Game“ hat das interaktive Echtzeitspiel „Professor S.“ aus Berlin den Deutschen Computerspielpreis 2016 gewonnen. Das vom Medienboard im Bereich „Innovative Audiovisuelle Inhalte“ geförderte Spiel ist zusammen mit sieben Berliner Grundschulen entwickelt worden und wird bereits in über 50 Schulen deutschlandweit im Unterricht eingesetzt. Der Rahmen des Spiels mit ständig wachsenden Varianten ist die Zeitreise des „Professor S.“, von dem die Schüler Aufgaben erhalten. Indem sie in Dialog mit den Figuren treten, werden sie selbst Teil des Abenteuers und tragen aktiv zum Verlauf der Erzählung bei.
Helge Jürgens, Geschäftsführer Standortentwicklung Medienboard Berlin-Brandenburg: „Mit Professor S.´ ist es Jan von Meppen und seinem Team von LudInc gelungen ein Game zu entwickeln, durch das Schüler den Umgang mit digitalen Inhalten lernen, und gleichzeitig dazu animiert werden Aufgaben in der realen Welt zu lösen.“
Der bereits vielfach preisgekrönte 2D Puzzle Platformer „Typoman“ (Brainseed Factory) aus Bonn, in dem sich der Spieler durch eine Welt aus Buchstaben und Wörtern bewegt, überzeugte die Jury in der Kategorie Beste Inszenierung. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte das Konzept und den Prototyp von „Typoman“ im Bereich Innovative Audiovisuelle Inhalte mit insgesamt 75.000 Euro.
Der Preis für das beste Kinderspiel 2016 wurde an „Fiete Choice“ von Ahoiii Entertainment vergeben. Die Kölner Kinderspieleentwickler teilen sich den Preis mit „Shift Happens“ von Klonk aus München. Der dritte Preis in der Kategorie Bestes Nachwuchskonzept ging an die TH Köln mit ihrem point-and-click Adventure „Leaves“.

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„Drei Auszeichnungen nach NRW – ein toller Erfolg für die hiesige Gamesbranche! Wir gratulieren allen Preisträgern, besonders natürlich den Teams von ‚Fiete Choice‘, ‚Leaves‘ und ‚Typoman‘. Mit dem Gewinn in der Kategorie ‚Beste Inszenierung‘ setzt ‚Typoman‘ seine Erfolgsserie bei Preisverleihungen weiter fort.“ Bundesminister Alexander Dobrindt überreichte den Preis für das Beste Deutsche Spiel an das Mainzer Entwicklerstudio von Blue Byte für „Anno 2205“. Hauptsitz von Blue Byte ist in Düsseldorf.
Hier sieht man, wie wichtig Standortpolitik im Gamesbereich ist. Spieleentwickler sind eine ernstzunehmende Größe im deutschen Wirtschaftsleben. Da wollen auch die Bayern nicht zurückstehen. Im April öffnet die FFF Bayern ihre Förderschatulle und verteilte Steuergelder. Der Games-Vergabeausschuss hatte zum ersten Mal in diesem Jahr getagt und entschieden, fünf Games mit einer Gesamtsumme von 310.000 Euro zu unterstützen. Darunter zwei Spiele, deren Prototypen bereits gefördert worden sind und die jetzt produziert werden. Alle Spiele befassen sich mit dem künftigen Zusammenleben auf unserem Planeten.
Die Produktion dreier Spiele wird mit insgesamt 270.000 Euro unterstützt: Das Online-Echtzeitstrategiespiel Submerge (Iceberg Studios, 120.000 Euro), deren Prototyp bereits gefördert wurde, ist ein innovativer Mix aus Massive Online Battle Arena (MOBA) und Real Time Strategy, in dem die Spieler nach einer Klimakatastrophe um ihr Überleben kämpfen und sich in Planung, Taktikund Strategie mit ihren Gegnern messen müssen. Ebenfalls in Produktion geht das Online-Rollenspiel Das Tal (Fairytale Distillery, 100.000 Euro), in dem sich die Spieler in einem fantastischen Wüstental gemeinsam mit anderen Bewohnern arrangieren müssen, um eine nachhaltige Zivilisation aufzubauen. Der FFF hat bereits den Prototypen von Das Tal gefördert. Im rundenbasierten GPS-Artillery-Multiplayer Steampumkins (United Soft Media Verlag, 50.000 Euro) fungiert die Erde als Spielfläche, auf der der Spieler mit Früchten als Schusswaffe den realen Standort des jeweils anderen Spielers irgendwo auf der Erde treffen muss. Dabei werden das räumliche und das geographische Vorstellungsvermögen geschult.
Die Entwicklung zweier Konzepte, die sich beide mit der Zukunft unseres Planeten befassen, wird mit insgesamt jeweils 20.000 Euro gefördert: Das Action Adventure Modern Conquistadores für Windows (Conquista Games) versetzt den Spieler in ein Erkundungsteam im Jahr 2032, das Kontakt mit den Aliens aufnehmen und den Planeten erforschen soll. Das Simulationsspiel Food Corp.Tycoon (Thera Bytes) spielt im Jahr 2040 und handelt von der Ernährungs-Apokalypse, während derer der Spieler für seine und die Gesundheit der Bewohner verantwortlich ist.

Computerspiele und Medienkompetenz

18. Mai 2011

Vor kurzem war ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion bei der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema Computerspiele und Medienkompetenz. Dies ist der Seminarbericht des Moderators Karl Heinz Keil, der unlängst auf der HSS-Website veröffentlicht wurde. Ich habe von dem Event Videos gedreht und bei YouTube eingestellt, damit sich alle von der Qualität der Veranstaltung einen Eindruck machen können.

Sind Computerspiele ein neues Kulturgut, ein purer Spaßfaktor oder womöglich nur ein digitales Suchtmittel? Dieser Frage gingen Experten bei der Podiumsdiskussion „Computerspiele und Medienkompetenz“ am 5. Mai 2011 im Konferenzzentrum München nach. Am Rande der Veranstaltung bestand die Möglichkeit – an Konsole, Laptop oder iPad – Spiele auszuprobieren. Verschiedene Aussteller präsentierten im Foyer Computerspiele, darunter auch kleinere Unternehmen, die ihren Sitz in Bayern haben.

Ob mit Maus und Tastatur vor dem heimischen PC, per Spielekonsole oder auf dem Handy: Durch die Möglichkeiten der digitalen Technologien wird das Angebot immer vielfältiger. So vielfältig das Ange bot ist, so vielfältig sind die Meinungen. Oft stehen die nega tiven Wirkungen im Fokus der Öffentlichkeit. So sind die Auswirkungen von Gewalt in Computerspielen Gegenstand kontroverser Diskussionen. Manchmal werden Computer spiele auch als süchtig machendes elektronisches Spielzeug mit bloßem Unterhaltungswert ohne Inhaltsvermittlung betrachtet. Andere Studien verweisen auf positive Effekte. Demnach wirkte sich das Erlernen neuer Computerspiele positiv auf die Fähigkeiten von Schülern beim Lösen von Problemen sowie auf deren Fingerfertigkeit aus. Oder sind Computerspiele gar als neue Kunstform neben Film, Musik, bildender Kunst zu akzeptieren? Es gibt bereits Staaten wie Südkorea in denen sich eine bedeutende Kultur rund um Spiel und Spieler gebildet hat. Diese kontroversen gesellschaftlichen Beobachtungen waren Anlass zu einer Abendveranstaltung, die ein möglichst objektives Bild der Thematik „Computerspiele“ zeichnen wollte. Dazu war es hilfreich, dass auch vor und nach der Veranstaltung verschiedene Unternehmen ihre Produkte präsentierten und die Möglichkeit bestand einmal selbst zu spielen.

In seinem Eingangsstatement plädierte der ehemalige Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und jetzige medienpolitische Sprecher der CSU, Eberhard Sinner, für ein normales Verhältnis zum Thema Computerspiele. Sinner warb gleichzeitig dafür, nicht nach jedem Amoklauf sofort nach neuen Gesetzen zu rufen. Medienkompetenz sei gefragt! Ein Begriff, den alle Diskutanten immer wieder zitierten. Computerspiele seien inzwischen auch ein Kulturgut, so wie das Medium Film. Sinner verwies in diesem Zusammenhang auf den Deutschen Computerspielpreis, der am 30. März 2011 bereits zum dritten Mal von den Branchenverbänden BIU e.V. und G.A.M.E. e.V. gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, verliehen wurde.

Die mit diesem Preis verbundene wirtschaftliche Bedeutung und die umfangreichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten – vom Programmierer bis zum Designer – verdeutlichte neben Sinner auch die Managerin des Clusters audiovisuelle Medien, Barbara Schardt, die mit vielen Aktivitäten in Bayern versucht, die Bedeutung der Branche in der Öffentlichkeit zu verankern.

Verena Weigand, Referentin für Jugendschutz und Medienpädagogik der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), bejahte zwar Problempotenziale von Computerspielen: Gewalt, auch politischer Extremismus und Pornographie seien in Ihrer täglichen Arbeit ein Thema. Bei strafrechtlich relevanten Kriterien, hänge es aber eher am Vollzug der Gesetze als an den Gesetzen selbst. Bei Jugendgefährdung gäbe es das Mittel der Indizierung mit Vertriebs- und Werbebeschränkungen. Bei vermuteten Entwicklungsbeeinträchtigungen, seien die Altersstufen ein probates Mittel. Aber auch Weigand plädierte für Augenmaß: „Ein unmittelbarer kausaler Zusammenhang von Spiel und Amoklauf“ sei aus ihrer Sicht nicht wissenschaftlich zu belegen. Sie spreche nur von Wirkungsrisiko und nie von Wirkungszusammenhang. So wird auch nicht im medizinischen Sinne von Sucht gesprochen, sondern von möglichem Abhängigkeitspotenzial.

Michael Krimmer, Betreiber des Blogs „Whats up@PS3“, und Matthias J. Lange, IT-Journalist und Social-Media-Experte, votierten beide für ein „gesundes Verhältnis“ zu Computerspielen. Schwarzweißmalerei, sei, so Lange, nicht der richtige Weg, das Thema medienkompetent anzugehen. Hier widersprach die Vorsitzende des Landeselternverbandes der Bayerischen Realschulen, Ingrid Ritt, nicht. Auch wenn Sie selbst Computerspielen reserviert gegenüber steht, kennt Sie den Alltag der Jugendlichen. Die Eltern sind gefordert: „Eltern müssen sich gründlich informieren, interessiert und wachsam sein!“ und ihrem Erziehungsauftrag nachkommen, so Ritt.

Es bestand Einigkeit, dass neben den Eltern auch die Schulen gefordert sind. Und so konnten mehr oder weniger alle Podiumsteilnehmer zustimmen: Computerspiele sind inzwischen ein Kulturgut, das Spaß machen kann, aber auch Abhängigkeitspotenzial hat, insbesondere wenn die Erziehung versagt. Das Fazit von Eberhard Sinner: „Wir müssen die Medien beherrschen und nicht die Medien uns!“