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Ich bin Retrogamer – und war im Fernsehen

10. September 2018
Das Bayerische Fernsehen drehte einen Beitrag über mich zum Thema Retrogames.

Das Bayerische Fernsehen drehte einen Beitrag über mich zum Thema Retrogames.

Hui, das Bayerische Fernsehen war bei mir zu Hause und ich war dann im Fernsehen. Nicht, weil ich so berühmt bin, sondern weil ich ein interessantes Hobby habe: Retrogames.
Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich die alten Videospiele meiner Jugend liebe. In erster Linie ist es die Atari 2600-Videokonsole aus dem Jahr 1977 und die Hunderten von Spiele von damals. Der 8 Bit-Sound und die Pixelgrafik fasziniert mich und erinnert mich an meine Jugend. In den Spielen werden tolle Geschichten erzählt, die sich dann in meinem Kopf abspielten.
Diese Blogposts in meinem Blog haben nicht nur meine Follower gelesen, sondern auch eine Reporterin vom Bayerischen Fernsehen. Die Dame nahm telefonisch Kontakt mit mir auf und bat um Infos zum Thema alte Videospiele. Hab ich gerne der Kollegin gegeben und wir kamen tiefer ins Gespräch. Irgendwann wurde ich von der BR-Kollegin gefragt, ob sie mit ihrem Team einen Beitrag über mich und mein Hobby machen dürfe. Der Beitrag soll in der BR-Sendung „Aus Schwaben aus Altbayern“ erscheinen.
Klar bin ich dazu bereit. Zum einen kann es Werbung für meine Person sein (das freut mein Unternehmerherz) und zum anderen kann ich auf den Verein VideoSpielKultur (VSK) hinweisen, bei dem ich Mitglied bin. VSK führt verschiedene Veranstaltungen durch, die sich mit Videospiele als Kulturgut beschäftigt.

In Absprache mit dem Verein lud ich das BR-Team zu den Veranstaltungen von VSK nach München ins Werk 1 ein. Dort gibt es zweimal im Monat Spieleabende. Jung und alt und Gamer mit unterschiedlichem Interesse kommen zusammen, um gemeinsam zu zocken. Ab und zu bin ich dort mit K1 und wir spielen. Die Termine werden in der Facebook-Gruppe des Vereins bekanntgeben. Also kam ein Kameramann, ein Kameraassistent und die besagte Reporterin zu dem Termin und wir drehten einen Beitrag. Es wurden schöne Bilder gedreht, Interviews mit Spielern und VSK-Verantwortlichen geführt. Ich musste auch ein wenig schauspielerisch tätig werden und laufen, posen, cool schauen – hat alles viel Spaß gemacht.

Dann kam es zu einem zweiten Drehtermin bei mir zu Hause. Ich zeigte meine Gamer-Klamotten, meine Retro-Konsolen, einen Acrade-Automaten und viel Merch. Die Sache war ganz schön anstrengend. Leider wurden die Aufnahmen aus dem Drehtag bei mir zu Hause nicht in dem Beitrag verwendet. Warum, weiß ich nicht.
Mir war es wichtig, meine Botschaft im Fernsehen an den Mann und die Frau zu bringen: Retrogames machen Spaß, ein Kulturgut und sind ein tolles Hobby. Es gibt nicht nur Spiele, sondern auch Filme, Bücher, Musik, Klamotten und mehr zum Thema.

Tja und dann kam der große Tag. In der Woche der gamescom 2018 in Köln war der Ausstrahlungstermin. Die ganze Familie saß vor der Glotze und wir schauten die Sendung „Aus Schwaben und Altbayern“ an – gefühlt habe ich die Sendung vor 100 Jahren das letzte Mal angeschaut. K1/2 waren sichtlich nervös: Der Papa im Fernsehen und hoffentlich ist es nicht peinlich. Aber ich macht mich nicht zum Deppen. Hier ist übrigens der TV-Beitrag:

Kurz nach der Sendungen kamen Mails und Nachrichten. Ein paar Leute gratulierten. Am nächsten Tag wurde meine Frau angesprochen, dass ihr Mann im Fernsehen gewesen sei. Vielen Dank für die guten Wünsche. Auch meine Eltern waren stolz auf ihren Sohn, schließlich hatten sie mir damals das Atari 2600 gekauft.
Was ist mir klargeworden: Mein Atari 2600 gehört nicht mehr nur ins Arbeitszimmer, sondern ins Wohnzimmer. Dann will ich mich bei VideoSpielKultur mehr engagieren und auch mehr Vorträge für diesen Themenbereich anbieten.

Seminare rund um Videogames

2. Juli 2018
Videospiele - hier ein VR-Spiel - sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Videospiele – hier ein VR-Spiel – sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Heute mal etwas in eigener Sache: Ich möchte euch auf zwei interessante Gaming-Veranstaltungen hinweisen, an denen ich beteiligt bin. Die eine ist in München, die andere ist in Köln/Bonn im Rahmen der GamesCom.

Videospiele als kulturelle Errungenschaft
Am Dienstag, 10. Juli, werde ich im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung eine Veranstaltung zum Thema „Umgang mit Videospielen“ durchführen. Von 9 bis 16 Uhr spreche ich zusammen mit einem Kollegen über die Versoftung von Filmen. Meine These: Der Film wird als Leitmedium von Gaming abgelöst. Ich zeige einige gute und sehr viele schlechte Beispiele von Film zu Games und dann Games zum Film und wir reden über die neuen Entwicklungen wie VR. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Verbraucherschutzes statt. Am Nachmittag haben wir spannende Diskussionen.
Sehr freue ich mich über den Beitrag von Nina van Aken, einer jungen Psychologin und psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung und Gamerin. Sie spricht zu: Virtual Reality Exposure Therapy bei Angststörungen und die Ursachen von Videospielabhängigkeit.
Ich bin der Meinung, dass Videogames auch Kulturgüter sind – freilich nicht jedes Spiel ist Kultur, so wie nicht jedes Musikstück oder jeder Film ein Kulturgut sind. Ich diskutierte mit Stefan Fränkl vom Verein VideoSpielKultur VSK aus München. Dieser Verein führt regelmäßig Spieleabende im Werk1 in München durch und zeigt immer wieder Retrogames (hier schlägt mein Herz natürlich höher). Das genaue Programm und die Anmeldung gibt es hier unter HSS_game.

Im August findet die GamesCom in Köln statt. Und ich organisiere im Auftrag vom Johannes-Albers-Bildungsforum gGmbH ein dreitägiges Bloggerseminar zum Thema Games mit Besuch auf der GamesCom. Ich will mit Jugendlichen das Thema Games aus unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren und darüber bloggen. Natürlich besuchen wir auch die GamesCom zum Recherchieren. Für Übernachtung, Verpflegung und Eintritt auf die GamesCom ist gesorgt und wer weiß, wie die Hotelpreise zu dieser Zeit aussehen, der sollte diese Chance wahrnehmen. Das genaue Programm gibt es hier unter Gamescom.

Bitte anmelden und an interessierte Gamer weitergeben. 

Konzertkritik und mehr: Video Games Live in Nürnberg 2016

24. November 2016
Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Zum zweiten Jahr in diesem Jahr war ich bei Video Games Live. Nach dem Konzert in München besuchte ich nun den Auftritt in Nürnberg. Ich mag das amerikanische Show-Gehabe von Tommy Tallarico, aber vor allem mag ich Soundtracks von Videospielen.
Eine ausführliche Kritik über das Münchner Konzert habe ich in meinem Blog geschrieben. Es waren in Nürnberg ähnliche Songs am Start und es hat mir auch gefallen.


Dieses Mal möchte ich mir an dieser Stelle mehr Gedanken um Videospielsoundtracks als Kulturgut machen. Bei aller Diskussion in der Vergangenheit steht heute eindeutig fest: Videospiele sind ein Kulturgut. Games sind zu einer Leitkultur geworden. Videospiele sind aber auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Es werden mehr Videospiele umgesetzt als Karten an der Kinokasse verkauft. Und dennoch werden Gamesentwickler immernoch stiefmütterlich behandelt. Die Vergabepolitik der deutschen Förderer kümmert sich meines Erachten lieber um die Filmer als um die Gamer. Das ist ein Gefühl, handfeste Zahlen liegen mir nicht vor. Aber natürlich hat sich viel getan, die Situation rund ums Spiel ist besser geworden.


Als ich im Konzert in der Nürnberger Meistersingerhalle saß, trugen mich meine Gedanken fort, als ich die Soundtracks der Klassiker hörte. Mit Videospielen identifiziere ich mich heute mehr als mit Filmen. In Filmen muss ich passiv der Handlung folgen, die mir ein Regisseur vorgibt. Keine Frage, es gibt geniale Filme. Aber in einem Spiel kann ich in eine handelnde Person schlüpfen und mich in das Spiel einbringen. Das macht für mich den Reiz aus. Ich muss Verantwortung für meine Handlung und Entscheidungen übernehmen. Jeder Ruck am Joystick oder Gamepad hat Folgen für meine Spielfigur. Im Film kann ich nur der Figur folgen und natürlich auch mitfiebern. Beim Videospiel ist dieses Gefühl intensiver.


Sowohl Film als auch Spiel wären ärmer, wenn es den Soundtrack nicht geben würde. Ich sammle seit Jahren Filmsoundtracks. Meine Götter heißen hier John Williams und Jerry Goldsmith. Es gibt zahlreiche Lieblinge, aber sicherlich gehört Hans Zimmer nicht dazu. Immer mehr freunde ich mich mit Gamessoundtracks an. Ich kam über die Filmkomponisten zu den Gameskomponisten. Leute wie Michael Giacchino brachten Film und Spiel zusammen. Leider stelle ich fest, dass Komponisten für Soundtracks in Deutschland nicht so behandelt werden. Dabei ist für mich doch eine Selbstverständlichkeit, Leute wie Chris Huelsbeck mit seinen Kickerstarter-Aktionen zu unterstützen.


Das ist leider bei den Preisen und Auszeichnungen wenig Begeisterung für Videospielkomponisten zu spüren. Beim animago AWARD, ein Preis den ich jahrelang selbst vergeben durfte, spielt der Soundtrack keine Rolle. Aber der Score sorgt für das Gefühl in der Animation. Noch sträflicher finde ich es, dass es beim Deutschen Computerspielpreis keine Auszeichnungen für Videogameskomponisten gibt. Ich werde den Gedanken nochmals an die zuständige Staatsministerin Dorothee Bär einbringen, die sich hervorragend um Games in Deutschland kümmert. Meine Kritik habe ich bereits bei der jüngsten Verleihung in meinem Blog verfasst.


Wenn ich in die Rolle einer Spielfigur schlüpfe und dies kann auch nur ein Pixelklötzchen in einem 8-Bit Game als Retrogamer sein, dann steigert sich meine Spielerfahrung wenn sie mit Musik angereichert ist. Und wenn der Soundtrack ordentlich komponiert und arrangiert ist, dann geht der Score ins Ohr, ins Bewusstein und verbindet sich mit dem Spiel. Alles zusammen gehört zu einer Marke.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Wie emotional Videospiele sind, habe ich in Nürnberg auf dem Konzert von Video Games Live gesehen. Nach der Pause kam auf einmal ein junger Mann namens Markus auf die Bühne. Er hatte eine junge Frau mit Namen Anna dabei, die etwas verdutzt schaute. Markus machte ihr auf der Bühne vor versammelten Publikum einen Heiratsantrag, den Anna annahm. Das Ja-Wort wurde von den Besuchern der Meistersingerhalle mit donnernden Applaus belohnt. Tommy Tallarico, Organisator der Video Games Live, hat die Anfrage kurz vor seinem Nürnberger Gastspiel bekommen und zugestimmt. Vielen Dank Tommy Tallarico. Das Paar wird den Abend nicht vergessen und ich habe das Schauspiel aus einiger Entfernung mitgedreht.


Auch Hans Ippisch, heute Geschäftsführer von Computec und vor langer Zeit Videospieljournalist, hielt eine launige Ansprache und erinnerte an vergangene Zeiten.


Bei all der Musik, die an dem Abend gespielt wurde, mochte ich die Tetris Suite am liebsten. Tetris machte das Videospiel erwachsen und ist der Klassiker es Casual Games. Mein GameBoy von früher ist heute noch immer im Einsatz und Tetris liegt griffbereit.


Fast Lagerfeuerromantik brach aus, als Akteure und Publikum gemeinsam den Mario Song und I’m alive sangen. Schön war es.

 

 

Buchtipp: Push Start – The Art Of Video Games von Stephan Günzel

30. Juli 2015

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Können Pixel Kunst sein? Diese Frage bewegt mich nach der Lektüre des Buches Push Start – The Art Of Video Games. Über 600 Videospiele aus den vergangenen Jahren auf 380 Seiten sind hier großformatig abgebildet – von den Anfängen der Telespiele bis zu den Videogames der Gegenwart. Beim Durchblättern dieses Bilderbuches für Gamenerds kommen Erinnerungen an längst vergessene Freuden hoch. Die Faszination, der ich erlegen bin, wenn ich eine Spielecartridge damals in mein Atari 2600 geschoben habe. Es hat ein paar Sekunden gedauert und ich war von der Pixelwelt gefangen. Die gleiche Faszination stellte sich später bei mir beim Volkscomputer Commodore C64 ein als ich die Datasette fütterte. Ich beschwor meine Eltern mir den C64 zu kaufen, wegen der Schule und so. Nun ja, ich habe ein paar Mal Hausaufgaben gemacht, Basic programmiert, Assembler gelernt, aber die meiste Zeit habe ich gespielt, gezockt, geballert. In dem Buch Push Start – The Art Of Video Games entdeckte ich die Spiele meines Teenager-Zeitalters wieder. Minutenlang starrte ich Screenshots in diesem Prachtband an und versank in meiner digitalen Vergangenheit.


Viele der Pixel wurden zu Ikonen der Populärkultur: Pac Man, Mario, Zelda, Donkey Kong, Space Invaders – wie stark diese Marken sind, zeigt sich in dem Klamauk-Spielfilm Pixels, der dieser Tage im Kino läuft. Sind damit Videospiele automatisch Kunst, wie der Buchtitel suggeriert? Nein, nicht alle, aber viele. So wie nicht jeder Film ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Gemälde ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Musikstück ein Kunstwerk ist, so ist auch nicht jedes Videospiel ein Kunstwerk. Viele sind es aber dennoch geworden. Kunst im Videospielbereich kann der Entwickler nicht schaffen, sondern Kunst wird durch und mit den Gamer geschaffen. Durch die Identfikation mit dem Spiel werden die digitalen Pixels zum Kunstwerk. Die Spielidee schafft im Kopf eigene Welten. Und dabei meine ich nicht nur das Gamedesign. Es gibt, gerade im Bereich der Next Gen-Konsolen, viele Spiele, die fantastisch aussehen, aber noch lange keine Kunst sind. Diese Kunst muss sich durch Interaktion Game – Gamer entwicklen, sich langsam formen.


Das Buch gibt uns Fans und Kunstinteressierten einen emotionalen Streifzug in unsere eigene Vergangenheit und Gegenwart. Und dazu gibt es fetten Sound. Einige der Gametracks gibt es auf einer neongelben 10-inch Vinyl-Schallplatte sowie als MP3-Downloadcode – remixed by Big Twice. Die Musik ist so gut, sie läuft sogar bei uns im Auto.

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Der Autor dieses großzügigen Pixelstreifzuges ist Stephan Günzel. Er ist Professor für Medientheorie an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Zuvor lehre er an der Humboldt-Universität Berlin sowie an den Universitäten Jena, Klagenfurt und Trier. Von 2008 bis 2010 war er Koordinator des Zentrums für Computerspielforschung (DIGAREC) und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam. Damit will ich sagen: dieser Mann befasst sich wissenschaftlich mit dem Thema Games und ist mit Sicherheit ein begeisterter Gamer. Dies sieht man diesem Buch an. Er selbst setzt sich mit der Frage nach dem Kunstbegriff in mehreren Aufsätzen in dem Buch Push Start – The Art Of Video Games auseinander – sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Also für mich eine klar Kaufempfehlung dieses Coffee Table-Books.

Danke LucasArts – hat viel Spaß gemacht

14. April 2013

lucas

Hey, es wurde mir vor zwei Wochen von Disney ein Teil meiner Jugend genommen. Disney machte ernst. Nachdem der Micky Maus-Konzern das Star Wars Universum gekauft hat, ging vor zwei Wochen das Ausschlachten, das Zerteilen los. Das erste Opfer ist Lucas Arts, die Spieleschmiede von George Lucas. Sie stand einstmals für eine glorreiche Videospielzeit, sie stand für meine Videospielzeit. Einstmals, denn seit rund 2004 ist nicht mehr so richtig viel passiert außer die Hundertste Auflage von Star Wars. Was waren das früher noch für Zeiten, als es zwar auch Star Wars und Indy Jones gab, aber LucasArts durch super Ideen auffiel. Maniac Mansion, Day of the Tentacle, Full Throttle und Monkey Island waren Klassiker der Branche und mir mich Nächste gekostet.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

In dem sehr lesbaren Buch Rogue Leaders: The Story of LucasArts sagte George Lucas seinem Studio noch eine wunderbare Zukunft voraus. Es erschien zum 25jährigen Bestehen des Unternehmens. Doch jetzt nach 31 Jahren ist alles vorbei. Das Studio wird von Disney abgewickelt.

Bei seiner Gründung im 1982 war es noch die richtige Entscheidung auf Videogames in Eigenregie zu setzen. Es war visionär von Lucas, ebenso wie die Gründungen von Pixar oder THX oder ILM. Mit LucasArts ist Schluss. Pixar musste Lucas an Jobs verkaufen, um seine Scheidung finanzieren zu können. Nun Pixar gehört heute zu Disney und LucasArts ebenso. Der Kreis schließt sich. Während Pixar neuen Schwung in die Animationsbranche bringt, war von LucasArts leider nicht viel zu hören, als immer wieder einen neuen Star Wars Aufguss. Das neue Spiel Star Wars 1313 wird jetzt nicht mehr weiterentwickelt.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Disney geht auf Nummer sicher und vergibt die Entwicklungen von Star Wars-Spielen an externe Unternehmen. Natürlich wird es damit noch weitere Spiele aus der Welt von Star Wars und Co geben, aber eben nicht mehr von LucasArts. 150 bis 200 Mitarbeiter müssen gehen. Ein paar von ihnen hab ich immer wieder auf Spiele- oder 3D-Messen getroffen.

Aber wo früher noch richtig gute Ideen waren, herrschte zuletzt nur noch die Macht der Zahlen. Das Lizenzgeschäft um Star Wars blüht kräftig, aber so witzige Sachen wie damals waren nicht mehr dabei. Klar, ich spiele begeistert ein paar Sachen wie Lego, Knights of the Old Republic oder abends im Bett auf der PSP ein bisschen Battlefront, aber ein Monkey Island gehört der Vergangenheit an. Ich hab es mir für das iPad geholt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Laden die Kinect Steuerung für das XBox-Spiel Star Wars ausprobiert, aber es hat mich auch nicht richtig überzeugt.

rebell

Zu Ehren von LucasArts spielte ich am Wochenende ein bisschen Rebel Aussault auf dem Mac. Das Spiel war der Grund, warum ich damals unbedingt ein CD-Laufwerk brauchte, damit die Daten nachgeladen werden können. Cool waren auch die gerenderten Zwischensequenzen. Also liebes LucasArts: Vielen Dank für eine nette Zeit mit deinen Spielen, Ideen und der guten Laune.

Buchkritik: „10 Fragen zu Videospielen“ von Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner

4. Juni 2012

Jahrelang lag dieses Buch auf meinem Stapel mit dem Titel „das sollte ich mal lesen“. Und jahrelang wanderte dieses Buch immer wieder nach hinten. Warum, weiß ich eigentlich auch nicht. Ich hatte wohl einfach keine Lust darauf. Dabei ist das Buch 10 Fragen zu Videospielen von Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner ein guter Beitrag zur immer wieder aufflammenden Diskussion um Videogames.

2009 ist das Buch erschienen und ist geschickt aufgebaut. Nicht die Autoren beantworten die 10 Fragen zu Videospielen, sondern User. Die beiden Autoren haben ihre Fragen an die Mitglieder der Netzgemeinde und bekamen 50 verwertbare Antwortbögen zurück. Damit lässt sich prima arbeiten. Die Fragen gliedern sich in vier Bereiche: Grundlagenforschung – worüber sprechen wir eigentlich?, Deutsche Klassiker – was Dichter und Denker bewegt, Nerdism Daily – Fragen für den Liebhaber und Der Blick in die Glaskugel – mutige Voraussagen.

Die Antworten der 50 Befragten sind ein Spiegelbild der deutschen (Spiegel-)Gesellschaft, vom Gelegenheitsspieler bis zum Hardcore-Zocker. Und wir stellen auch fest: Videogames sind Kulturgüter geworden. Es spielen nicht potentielle Massenmörder, wie so mancher Politiker gerne behauptet. Nein, Spiele ziehen sich durch die gesamte Gesellschaft, durch alle Schichten und Altersgruppen, durch jeden Bildungs- und Einkommensstand. Wer Videogamer in eine Ecke stellen möchte, der hat in unserer Gesellschaft etwas nicht verstanden. Ich will nicht von Leuten regiert werden, die dies einfach nicht wahrhaben wollen.

Mich haben von den 10 Fragen zu Videospielen vor allem zwei Fragen am meisten interessiert: Welches war dein nachhaltigstes Spielerlebnis? und die Frage nach der Glaskugel.

Die Antworten nach dem Spielerlebnis beantworteten die Befragten meist mit Retro-Games. Ich würde es ebenso machen. Nach langem Überlegen kam ich auf Fort Apocalypse, das ich gerne auf meinem C64 mit Datasette und TurboTabe 64 gezockt habe. 1982 veröffentlicht fand es bald den Weg in mein Kinderzimmer und ich rettete mit meinem Hubschrauber 16 Kameraden in einer unterirdischen Festung. Natürlich musste ich böse Panzer, Laserkanonen und andere Fallen überwinden. Als ich das erste Mal den Reaktor der gegnerischen Festung zerstörte, da fühlte ich mich großartig.

Aber an der Frage nach der Glaskugel zeigte sich, wie gute die Auswahl der Antworten durch das Autorenduo Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner war. Wir befanden uns im Jahr 2009 und einige Antworten trafen voll ins Schwarze, was die Voraussagen betrifft. In diesem Buch wurde der Trend zu Stereo3D voraus gesagt. So wurde auch vorausgesagt, dass Apple größer in den Videospielmarkt einsteigt – was dann mit dem iPhone/iPad/iPod touch auch geschehen ist. Mehr Koop-Modi in Games sowie Shops im Netz, Cloud Games und sogar Geo-Caching. Speicherung der Datenstände in der Cloud und Videogames wandern an die Hochschulen.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Videogames auseinandersetzen will oder Anregungen zum Nachdenken braucht, sollte zu diesem Buch 10 Fragen zu Videospielen greifen. Und ich entschuldige mich aufrichtig, dass ich das Buch fast drei Jahre liegen gelassen habe. Es war ein Fehler.

Studie: Frauen sind (auch) begeisterte Gamer

10. März 2010
Gerade hatten wir Weltfrauentag und da will ich das Thema Gaming und Frauen näher beleuchten. Immer wieder höre ich die Aussage: Männer spielen Videogames und Frauen nicht. Zumindest bei uns zu Hause ist diese Aussage Blödsinn. Die ganze Familie spielt Videogames, aber jeder auf seine Weise und jeder seine Spiele. Beatles Rock Band spielen wir zusammen. Und wir spielen an de Konsole. Der Mac selbst ist zum Arbeiten, zum Surfen, zum Musikhören, zum Filme glotzen, aber nicht zum Spielen. Dafür sind Konsolen besser geeignet, bei uns die PS3 und Wii.
Wie eine von Today`s Gamers durchgeführte Studie zeigt, spielen viele Frauen genauso gerne wie Männer. Allerdings geben sie meist anderen Games den Vorzug. „Männer wollen gewinnen und lieben Action, Frauen wollen sich fordern“, meint auch Psychologe Marcelino Lopez und recht hat sie.
Ich habe mir die Studie genauer angeschaut: Für die Studie, die Today’s Gamers in Zusammenarbeit mit Zylom by RealGames durchführte, wurden 13.000 Personen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, UK, Belgien und den Vereinigten Staaten befragt. Die Untersuchung zeigt, dass 65 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Internet-Zugang PC-Games spielen. Bei den Frauen sind die Angehörigen der Altersgruppe 20 – 49 die eifrigsten Spielerinnen. Doch auch Frauen der Generation 50+ spielen offenbar regelmäßig.
Während sich Männer am stärksten von Spielen faszinieren lassen, bei denen sie actionreiche Abenteuer erleben und sich mit anderen messen können, zeigen Frauen kein Interesse an Games dieser Art. Die beliebtesten Spiele bei Frauen sind Denksportspiele, Puzzles und Mahjong.
„Die Studie macht deutlich, dass die Motivation zum Spielen bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich ist. Männer sind hauptsächlich darauf aus, ein Spiel zu gewinnen und wollen einander herausfordern“, so Hein Medema, Marcom Manager bei Zylom by RealGames. „Frauen geht es vor allem um die Lernerfahrung und das Hirntraining. Sie spielen Games, weil sie sich entspannen möchten, eine Herausforderung suchen oder Langeweile haben. Deshalb entscheiden sich Frauen für Casual Games: einfache Spiele, die man schnell erlernen und deshalb sofort spielen kann.“
Die Studie gab auch Aufschluss über den sozialen Status der weiblichen Game-Fans. Medema: „Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Gamerinnen ein niedriges Einkommen haben, zumeist alleinstehend sind und sich nicht für andere Online-Aktivitäten interessieren. Die Ergebnisse dieser Studie belegen das Gegenteil. In Wahrheit sind weibliche Spielefans gebildet und in Berufen mit überdurchschnittlichem Einkommen tätig. Viele von ihnen haben hohe Positionen inne.“ Zumindest bei uns zu Hause stimmt das.

Teaser von Fallout New Vegas ist online

13. Februar 2010
Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich ein Freund von Videogames bin. Eine ganze Armada von Konsolen ist zu Hause im Einsatz, je nach Gusto: Aktuell sind PS3, Wii und PSP sowie Nintendo DS. Im Keller sind die Oldies zu finden von denen ich mich nicht trennen kann, allen voran mein Atari Lynx.
Bei der PS3 mag ich vor allem die fette Grafikleistung. Und da freut es mich, dass Fallout 3 fortgesetzt wird. Bethesda Softworks, ein Unternehmen von ZeniMax Media, gibt vor kurzem bekannt, dass im von der Kritik gefeierten Fallout-Franchise schon bald ein weiteres Kapitel aufgeschlagen wird: Fallout: New Vegas erscheint im Herbst 2010. Das Spiel wird derzeit von Obsidian Entertainment für die Xbox 360 von Microsoft, für die PlayStation 3 und Games for Windows entwickelt. Ein erstes Video, das einen Vorgeschmack auf das Spielgeschehen bietet, ist natürlich auch schon da.
Es zeigt eine Art Wall-E-Totengräber. Viel passiert im Trailer nicht, aber dennoch macht der Teaser Lust auf mehr. Die Engine hat sich nicht verändert und neuer Spielort ist Las Vegas nach der Bombe. Ein paar weitere Spielorte nennt die US-Gamerzeitschrift „PC Gamer“ mit dem McCarran Airport, ein Kaff mit Namen Primm, ein Strip Clup und der Hoover Damm, der den Strom für Vegas liefert.
Wie es heißt, so es einen Hardcore-Modus geben. Hier muss der Spieler Nahrung aufnehmen und die fette Muni wirkt sich auf sein Gewicht des Spielers aus. Warten wir den Herbst ab.

Hakenkreuze in Spiele

7. Oktober 2009

Wolfenstein ist aus dem Programm genommen

Eine interessante Frage stellte mir neulich ein Bekannter: Warum muss aus Spielen jedes einzelne Hakenkreuz entfernt werden, wenn man es in Deutschland verkaufen will? Aktuelles Beispiel ist der Egoshooter „Wolfenstein“. Activision Blizzard hat die Händler Ende September aufgerufen, ihr Spiel aus den Regalen zu nehmen, weil bei der Überprüfung ein Hakenkreuz durchgerutscht sei.

Nur damit keine Zweifel aufkommen. Ich brauche keine nationalsozialistischen Symbole und hab auch nix mit dem alten oder neuen Nazi-Pack am Hut. Dennoch ist die Frage des Kollegen richtig: Warum muss aus Spielen jedes einzelne Hakenkreuz entfernt werden, wenn man es in Deutschland verkaufen will? Während hingegen ein Spielfilm durchaus Symbole des Nationalsozialismus enthalten kann, ein Beispiel dafür ist der Film „Operation Walküre“.

Ein Blick in die Rechtsliteratur besagt: Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Absatz 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“.

In einem PC-Spiel wie Wolfenstein werden aber keine geschichtlichen Zusammenhänge dargestellt, sondern es geht um reine Unterhaltung. Insofern kann ein Hakenkreuz hier leicht als den Nationalsozialismus verherrlichendes Symbol gewertet werden. Spielehersteller gehen dieser Diskussion aus dem Weg und entfernen die entsprechenden Symbole, wie unlängst bei Activision Blizzard geschehen. In Deutschland ist das Hakenkreuz aus gutem Grund verboten, im Ausland nicht, deshalb gibt es in den USA das Spiel mit den Nazi-Symbolen.

Im Fernsehen sieht man Hakenkreuze im Zusammenhang mit Dokumentationen oder mit der Darstellung der deutschen Geschichte. Auch Filme werden genau geprüft, wie sie mit dem Hakenkreuz umgehen. Grundsätzlich gilt bei Filmen aber der Kunstbegriff.

Interessant ist aber die Weiterentwicklung des Kulturbegriffs. So sind von einigen Videogames als Kulturgut offiziell anerkannt. Gelten dann für Spiele und Filme die gleichen Maßstäbe? Ich bin gespannt, wie die Debatte weitergeht.

Spieletipps: Die Lego Video Games

2. Oktober 2009

Ich habe im jüngsten Urlaub die Lego Video Games „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Batman“ durchgespielt und es hat einfach Spaß gemacht. Dabei kam die PSP, Nintendo DS und die PS3 zum Einsatz an der Spielefront.

Obwohl das Spielprinzip in allen drei Spielen das Gleiche ist, wurden die Games nie langweilig. Dabei muss ich gestehen, ich bin sowohl ein Fan der bunten Steine aus Dänemark, als auch ein Fan der genannten Filme. Ich bin mit Lego aufgewachsen und hab ganze Welten aus Plastiksteinen gebaut. Ebenso war es mit den Filmen, wobei die natürlich auch die Comics von Batman aus dem Ehapa-Verlag als Kind verschlang. Die Comics von Frank Miller entdeckte ich erst viel, viel später.

Dennoch gibt es Abstufungen bei den Lego-Games: Star Wars“ und „Indiana Jones“ orientieren sich an den Drehbüchern der Filme, wobei der Dreiteiler „Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und die „Rückkehr der Jedi-Ritter“ für mich am besten umgesetzt wurde. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Geschichten um Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo mir in Fleisch und Blut übergangenen sind. Die neuen Verfilmungen, die ja zeitlich und inhaltlich vor diesen drei Teilen liegen, haben mich emotional nicht so berührt. Bei „Indiana Jones“ ist es ebenso, wobei die Lego-Version die ersten drei Teile umfasst.

Etwas enttäuschend ist die Lego-Version von Batman. Dabei liegt es nicht an dem dunklen Rächer über Gotham City, sondern vielmehr an der Geschichte des Spiels. Hier haben sich die Macher nicht an die Originaldrehbücher gehalten, sondern haben eigene Geschichten mit den Schurken wie Joker oder Two Face entwickelt. Hier merkt man dann aber auch die Schwäche von Videogames: Die Story ist zu dünn. Es reicht eben nicht, nur ein paar bekannte Helden zu nehmen und sie in ein Spiel zu packen.