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Seminare rund um Videogames

2. Juli 2018
Videospiele - hier ein VR-Spiel - sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Videospiele – hier ein VR-Spiel – sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Heute mal etwas in eigener Sache: Ich möchte euch auf zwei interessante Gaming-Veranstaltungen hinweisen, an denen ich beteiligt bin. Die eine ist in München, die andere ist in Köln/Bonn im Rahmen der GamesCom.

Videospiele als kulturelle Errungenschaft
Am Dienstag, 10. Juli, werde ich im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung eine Veranstaltung zum Thema „Umgang mit Videospielen“ durchführen. Von 9 bis 16 Uhr spreche ich zusammen mit einem Kollegen über die Versoftung von Filmen. Meine These: Der Film wird als Leitmedium von Gaming abgelöst. Ich zeige einige gute und sehr viele schlechte Beispiele von Film zu Games und dann Games zum Film und wir reden über die neuen Entwicklungen wie VR. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Verbraucherschutzes statt. Am Nachmittag haben wir spannende Diskussionen.
Sehr freue ich mich über den Beitrag von Nina van Aken, einer jungen Psychologin und psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung und Gamerin. Sie spricht zu: Virtual Reality Exposure Therapy bei Angststörungen und die Ursachen von Videospielabhängigkeit.
Ich bin der Meinung, dass Videogames auch Kulturgüter sind – freilich nicht jedes Spiel ist Kultur, so wie nicht jedes Musikstück oder jeder Film ein Kulturgut sind. Ich diskutierte mit Stefan Fränkl vom Verein VideoSpielKultur VSK aus München. Dieser Verein führt regelmäßig Spieleabende im Werk1 in München durch und zeigt immer wieder Retrogames (hier schlägt mein Herz natürlich höher). Das genaue Programm und die Anmeldung gibt es hier unter HSS_game.

Im August findet die GamesCom in Köln statt. Und ich organisiere im Auftrag vom Johannes-Albers-Bildungsforum gGmbH ein dreitägiges Bloggerseminar zum Thema Games mit Besuch auf der GamesCom. Ich will mit Jugendlichen das Thema Games aus unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren und darüber bloggen. Natürlich besuchen wir auch die GamesCom zum Recherchieren. Für Übernachtung, Verpflegung und Eintritt auf die GamesCom ist gesorgt und wer weiß, wie die Hotelpreise zu dieser Zeit aussehen, der sollte diese Chance wahrnehmen. Das genaue Programm gibt es hier unter Gamescom.

Bitte anmelden und an interessierte Gamer weitergeben. 

Blogparade #SchlossGenuss in Kloster Banz

3. Mai 2018

Als Referent komme ich viel herum. Ich reise zu Tagungszentren und Businesshotels und halte in meine Vorträge rund um Digitalisierung. 

Ein Seminar von mir für den LIV Friseure in Kloster Banz.

Ein Seminar von mir für den LIV Friseure in Kloster Banz.

Ein treuer Kunde von mir ist die Hanns Seidel Stiftung und diese CSU-nahe Stiftung besitzt in Oberfranken das Kloster Banz. Die Franken sagen auch Schloss Banz zu dem imposanten Sandsteingebäude. Und als ich von der Blogparade #SchlossGenuss meiner Bloggerclub-Freundin Tanja Praske erfuhr, wurde mir schlagartig bewusst, in welchem schönen Gebäude ich ab und zu arbeite. Vor lautet Arbeit habe ich manches Mal vergessen, welch schöner und inspirierender Ort das ist. Ihre Blogparade von Tanja dreht sich um die Frage: Was fesselt dich beim Besuch eines Klosters/Schosses? Und ich bin Tanja sehr dankbar für diese Blogparade. 

Der Zauber von Kloster Banz 

Immer wieder verzaubert mich Kloster Banz mit seinem speziellen Charme. Ich komme immer wieder gerne nach Oberfranken, reise in der Regel mit dem Zug an. Gegenüber dem Wallfahrtsort Vierzehnheiligen und dem Staffelberg erhebt sich  das Kloster Banz in die Höhe. Schon bei der Anreise zeigt sich die Schönheit des Klosters. Die HSS hat das baufällige Kloster im Jahre 1978 gekauft und zum Bildungszentrum hergerichtet.

Natürlich ist vieles Routine, wenn ich als Referent nach Banz, die Franken sagen auf Banz, komme. Einchecken, freundliches Schwätzchen mit der Empfangscrew, Zimmer beziehen (meist im Hauptgebäude) und dann wird mir schlagartig bewusst, an welchem wunderbaren Ort ich mich befinde:

Ich öffne mein Fenster und schaue in den Gottesgarten. Ein großartiger Blick in das Obermainland. Meine Batterie laden sich auf. Minutenlang bleibe ich stehen und genieße den Blick. Als Gottesgarten wird eine Region im Obermainland bezeichnet. Sie erstreckt sich von der Gemeinde Ebensfeld das Maintal entlang über Bad Staffelstein bis zur Kreisstadt Lichtenfels. Gegenüber ist die Basilika Vierzehnheiligen zu erkennen – der Ausflug zu den 14 Nothelfern lohnt sich (auch das Bier).

Und ich blicke auf den Staffelberg und das Frankenlied kommt mir in den Sinn. Die vierte Strophe lautet: 

Zum heil’gen Veit von Staffelstein

komm ich empor gestiegen,

und seh’ die Lande um den Main

zu meinen Füßen liegen.

Von Bamberg bis zum Grabfeldgau

umrahmen Berg und Hügel

die breite stromdurchglänzte Au.

Ich wollt’, mir wüchsen Flügel,

valeri, valera, valeri, valera,

ich wollt’, mir wüchsen Flügel.

Die anderen Strophen, die sich gegen die Bayern richten, habe ich als Oberbayer freilich vergessen.

Abwechslung auf Kloster Banz

Dann schalte ich in meinen Arbeitsrhythmus und halte meine Vorträge. Abends steht der Besuch des Bierstüblas, des SPA-Bereichs oder des Fitnessraums an. Meistens stehe ich um 5:30 Uhr auf und laufe eine halbe Stunde auf dem Laufwand. Danach geht es in Schwimmbad bis 7 Uhr.

Ab und zu mache ich einen auf Kultur und betrachte die zahlreichen Gemälde in dem Gebäude. Oft übersehen, aber wirklich eindrucksvoll ist das Museum in Banz. Es beinhaltet die Petrefaktensammlung, die auch zahlreiche andere Exponate wie beispielsweise ägyptische Mumien und ein versteinerten Fischschädel enthält. Ich hab mal über das Museum gebloggt. 

Wenn das Wetter passt, setze ich mich in die Anlagen, um etwas zu lesen, meine Seminare vorzubereiten oder meinen Gedanken nachzuhängen. Hier gehe ich meist Seminarteilnehmern aus dem Weg. Ich sammle Kraft für die Seminare, denn die Weitergabe von Fachwissen ist anstrengend. Bei Hitze ist der kleine Brunnen für mich ein Ort an dem ich mich gern aufhalte. Das Geplätscher beruhigt mich und fördert meine Kreativität. Banz hat viele solcher Orte, die meine Kreativität unterstützen – dafür bin ich sehr dankbar.

 

Immer wieder nutze ich auch diesen abgeschiedenen Ort, um Interviews zu führen. So beispielsweise ein Gespräch mit der jungen Poetry-Slammerin Coco aus Franken. Die damals Elftklasslerin erzähle mir fasziniert über ihr Hobby und ich drehte dazu ein 360 Grad Video. 

Die Orte in Kloster Banz

Kloster Banz hat aber auch interessante Räume, die nicht jedem offen stehen. Die HSS steht der CSU nah, aber es ist keine CSU-Stiftung. Und die CSU führt ab und zu Veranstaltungen durch und auch der Ministerpräsident übernachtet dann hier. Und wer jetzt glaubt, dass die Volksvertreter in Saus und Braus leben, der wird enttäuscht. Ich hatte mal die Chance, eine Suite in Banz zu besuchen.  

Interessanter ist das Arbeitszimmer des Abtes, das nur noch in Führungen besichtigt werden kann. Der kleine Raum zur Uhr über den Haupteingang von Banz ist mittlerweile für die Öffentlichkeit tabu. Vor Jahren hatte ich einmal die Möglichkeit, den Raum zu besichtigen. 

 

Die perfekte Schülerzeitung

20. März 2018
Noch ist der Saal leer, aber in einer Stunde war er voll besetzt und ich durfte über Schülerzeitungen sprechen.

Noch ist der Saal leer, aber in einer Stunde war er voll besetzt und ich durfte über Schülerzeitungen sprechen.

Zum Lesetag 2018 war ich von der Regierung von Oberfranken nach Scheßlitz eingeladen und durfte zum Thema Schülerzeitung referieren. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer folgten dieser Einladung. Zu meiner Schulzeit war ich selbst Schülerzeitungsredakteur, doch das liegt lange zurück. Seit Jahren betreue ich für die Hanns Seidel Stiftung die Schülerzeitungsseminare, bin immer wieder Jurymitglied des Schülerzeitungspreises Die Raute und habe zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach das Standardwerk „1×1 der Schülerzeitung“ geschrieben. Im Moment überarbeiten wir gerade den Inhalt für eine dritte Auflage und werden 2018 noch ein Workshop-Buch für Schülerzeitungredakteure herausgeben.

Mit einem halbstündigen Vortrag eröffnete ich den Lesetag 2018 und habe meine Keynote mitgefilmt und bei YouTube eingestellt, um das Wissen zu verbreiten. Schülerzeitung ist für mich eine bunte Spielweise der Kreativität gepaart mit den drei T. Es ist toll zu sehen, welche Ideen die jungen Leute entwickeln.

Das Buch 1x1 der Schülerzeitung, herausgegeben von der HSS, legte ich aus.

Das Buch 1×1 der Schülerzeitung, herausgegeben von der HSS, legte ich aus.

Das erste T: Texte
Da wäre die Beschäftigung mit Texten. Was kann ich wie über journalistische Darstellungsformen ausdrücken? Dabei steht nicht die Selbstverwirklichung im Vordergrund, sondern der Dienst am Leser. Journalisten, auch Schülerzeitungsredakteure, sollen komplizierte Sachverhalte so aufbereiten, dass es der Leser versteht. Nicht missionieren ist angesagt, sondern vermitteln – dabei auch natürlich unterhaltend. Das passt natürlich ideal zum Lesetag 2018, um Schülerinnen und Schülern das Lesen wieder mehr zu vermitteln.

Das zweite T: Technik
Schülerzeitungen werden heute nicht mehr wie zu meiner Zeit geklebt. Es gibt keine Letraset-Buchstaben mehr zum Rubbeln, sondern Schülerzeitungen werden am Computer erstellt – die Online-Schülerzeitung erst recht. Der Umgang mit dem Computer, das Einhalten eines Workflows und das Datei-Ablagesystem in Server oder Cloud sind heute Grundkenntnisse in der Wirtschaft. Leider können dies viele Schülerinnen und Schüler nicht und lernen über die Arbeit an der Schülerzeitung diese Grundfertigkeiten der IT. Spielerisch so für das spätere digitale Leben vorbereitet – was will man mehr?

Ich durfte zudem noch zwei Workshops am Lesetag 2018 halten.

Ich durfte zudem noch zwei Workshops am Lesetag 2018 halten.

Das dritte T: Team
In der Schule lernt jeder für seine persönliche Note. Teamfähigkeit steht zwar irgendwo im Lehrplan, doch viele Schülerinnen und Schüler sind klassische Einzelkämpfer. Benötigt werden in Projekten – und die Schülerzeitung ist klassisches Projektmanagement – allerdings Teamplayer. Und hier wird spielerisch ein Team samt dazugehörige Hierarchien eingeübt: Chefredakteur, Text- und Layoutchef, Fotografen, Redakteure, Layouter, Anzeigentruppe, Controlling und Marketing – die Schülerzeitung bietet für jeden einen Platz und eine Rolle. Das Zusammenspiel als Team macht dann diesen Erfolg aus.

Klares Angebot
Gerne stehe ich als Referent für Schülerzeitung Print und Online zur Verfügung und vermittle auch gerne den Kontakt zur HSS, die hier sehr engagiert für das Thema einsteht.

Gerne stehe ich als Referent zur Verfügung und stelle den Kontakt zur HSS her.

Gerne stehe ich als Referent zur Verfügung und stelle den Kontakt zur HSS her.

Raute – der Preis für Schülerzeitungen

1. September 2016
Ein ganzer Tag Jury-Sitzung kann anstrengend sein.

Ein ganzer Tag Jury-Sitzung kann anstrengend sein.

Ganz so einfach, wie man es sich vorstellt, ist eine Jury-Sitzung dann doch nicht. Vor kurzem wurde ich von der Hanns Seidel Stiftung zur Teilnahme an einer Jurysitzung eingeladen, um die beste Schülerzeitung Deutschlands zu küren. Der Preis heißt Raute. Das Ergebnis verrate ich natürlich nicht, aber verraten kann ich, dass wir es uns nicht leicht gemacht haben. Wir haben ganz schön miteinander gerungen, abgewägt und auch mal gestritten.


Wer gewonnen hat, das wird am 7. November verkündet. Dann findet ein Festakt in der Zentrale der HSS in München statt. Eingeladen hat die Vorsitzende der Stiftung, Ursula Männle. Die Festansprache hält dieses Mal der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle. Spaenle ist selbst Journalist und wird den jungen Kollegen sicher Mut zusprechen. Ich hoffe, dass wenig Politik in seiner Rede vorkommt und vielmehr viel, viel Motivation für die Nachwuchsjournalisten.

Die eintägige Jury-Sitzung zur Raute hat Spaß gemacht. Ich wurde als Jurymitglied aus zwei Gründen nominiert. Zum einen, sicher der wichtigere Grund, ich mache seit über 20 Jahren Trainings für Schülerzeitungen. Ich betreue mehrere Zeitungen und ganze Redaktionen sind schon durch meine Schulungen gegangen. So mancher Schülerzeitungsredakteur ist später selbst Journalist geworden, was mich besonders freut. Ab und zu besteht der Kontakt noch immer. Zudem habe ich mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Hier gibt es eines zum kostenlosen Download. Wer gedruckte Exemplare braucht, bitte eine Mail an mich.
Zum anderen bin ich vor kurzem zum Vorsitzenden des Bloggerclubs gewählt worden. Zusammen mit vielen Gleichgesinnten haben wir den Verein gegründet, um Bloggern eine Unterstützung zu geben und auch um eine Interessenvertretung für Blogger zu sein. Und ich sehe, so manche Schülerzeitung hat als Marketinginstrument neben der Print-Schülerzeitung einen Blog am Start. Das passt ideal zusammen.
Die eingesandten Schülerzeitungen aus ganz Deutschland wurde in Schularten eingeteilt. Grund-/Mittelschulen, Förderschulen, Realschulen sowie FOB/BOS und Gymnasien. Es wurde von Mitarbeitern der HSS eine Auswahl getroffen und dann trat die Jury zusammen. Ich bewertete die Grund-/Mittelschulen und Förderschulen.


Bei unserer Arbeit waren wir sehr überrascht von der Qualität der Beiträge. Wir – das waren meine Blogger-Kollegin Miriam Zöllisch und der HSS-Praktikant Jan-Philipp Grande und ich. Bewertet wurde in den Kategorien Gesamtbild, journalistischer Einzelbeitrag und journalistische Vielfalt. Wir machten uns die Sache nicht leicht und rangen um die beste Entscheidung und die beste Begründung. Beim Durchlesen und Blättern ist mir wieder aufgefallen, wie kreativ die jungen Blattmacher sind. So hat eine Förderschule beispielsweise alle Beiträge als Audiodatei auf eine CD abgelegt, damit die sehbehinderten Mitschüler auch in den Genuss der Artikel kommen. Eine andere Zeitung hat beispielsweise auf einem Jahreskalender die Geburtstage der Lehrer veröffentlicht – freilich nicht ohne Hintergedanken. Bei Geburtstag muss der Lehrer einen Kuchen für die Klasse springen lassen. Schönes Thema war auch die Haustiere der Lehrer in der Grundschule.
Für mich als Blogger auch interessant, war der Einsatz von QR-Codes in den Heften. Hier wird auf eine Langfassung des Artikels gelinkt. Und was natürlich auch passiert und wo viele Profizeitungen lernen können, ist eine Verlinkungen auf Fotogalerien.
Ich habe gleich mal ein 360 Grad Video mit Stefanie von Winning vom Institut für politische Bildung der HSS gedreht. Sie ist die zuständige Referentin, wenn es um Schülerzeitungen geht. Viel Spaß mit dem Video.

Betreuungslehrer für Schülerzeitungen – ab zum Seminar

24. Februar 2016
Schülerzeitungen machen Spaß und fördern die Schulgemeinschaft.

Schülerzeitungen machen Spaß und fördern die Schulgemeinschaft.

Bei all meinen Seminaren mag ich besonders die Schülerzeitungsseminare. Es herrscht dort eine wunderbare Win-Win-Situation. Die Schüler bekommen aktuelles Know-how zu Print- und Online-Schülerzeitungen und ich erhalte Zugang zu neuen Denkweisen und Jugendtrends. Jetzt möchte ich mich auch intensiv um die Betreuungslehrer von Schülerzeitungen kümmern.
In der Regel sind die Betreuungslehrer von Schülerzeitungen die Deutschlehrer. Entsprechend gut sind die Zeitungen inhaltlich aufgestell, gute Artikel, interessante Themen und kaum Rechtschreibfehler. So viel Deutschlehrer über Texte wissen, so wenig wissen sie allerdings über Gestaltung, Typografie und Layout. Noch weniger Wissen ist vorhanden, wenn wir von der Druckvorstufe und PDF-Erzeugung sowie Marketingmaßnahmen reden.
Daher bin ich nun Referent eines Schülerzeitungsseminars für Betreuungslehrer. Das Seminar wird veranstaltet von der Hanns Seidel Stiftung und findet von 1. bis 3. April 2016 in Kloster Banz (Franken) statt. Das genaue Programm und die Modalitäten gibt es hier als PDF Betreuungslehrerseminar.


Meine Bitte: Wenn jemand einen Betreuungslehrer kennt, schickt ihm diesen Post weiter. Es wäre toll, wenn dieses Seminar stattfinden kann und wir genügend Anmeldungen haben.
Inhaltlich werden wir uns nicht ums Schreiben kümmern, sondern viel mehr um technische Abläufe, Redaktionsworkflow und Redaktionsmanagement. Die Lehrer bekommen Wissen um PDF-Erstellung und geeignete DTP-Software. Außerdem will ich mich um das Thema Foto kümmern, dass leider in Schülerzeitungen stiefmütterlich behandelt wird. Immer wieder kommt es vor, dass Schülerzeitungen einfach Bilder aus dem Netz klauen und sich damit angreifbar machen. Daher sind die Themen Fotorecherche und noch besser das Fotoshooting auch Bestandteil des Seminars.
Gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung und freue mich auf dieses Seminar. Das Seminar ist für alle Schularten geeignet und natürlich können sich auch Lehrer anmelden, die für den Jahresbericht ihrer Schule zuständig sind. Hier mich ist das ein aktueller Beitrag zur Medienkompetenz.

Ein Resultat einer früheren Fortbildung war eine Schülerzeitung für fünfte Klassen. Der kleine Sobbit – in Anlehnung an den kleinen Hobbit ist ein klasse Projekt des Gymnasiums Schrobenhausen. Entwickelt wurde eine Schülerzeitung für die fünfte Klassen, die im September neu an das Gymnasium kommen. Hier ein kleines Video mit den engagierten Betreuungslehrern.

Vielen Dank Wildbad Kreuth – meine Erinnerungen

25. Januar 2016
So behalte ich das Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung in Erinnerung.

So behalte ich das Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung in Erinnerung.

Das Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung in Wildbad Kreuth hat im Dezember 2015 seinen Seminarbetrieb für die Öffentlichkeit eingestellt. Ende März 2016 muss die HSS dann aus Wildbad Kreuth nach 40 Jahren ausgezogen sein. Zwei Klausuren der CSU fanden noch in den historischen Gebäude statt und das war es dann.
Als Referent der HSS hatte ich im Dezember 2015 meine letzte Veranstaltung und war schon etwas wehmütig. Ich verabschiedete mich von den Mitarbeitern, von denen sehr viele zu guten Bekannten geworden sind. Die meisten von ihnen haben bereits einen neuen Job gefunden. Das freut mich, denn es sind gute Leute. Auch ich als Selbstständiger muss mich neu positionieren, denn auch ich verliere einige meiner Aufträge.

Das Ende einer Ära. Die HSS zieht aus Wildbad Kreuth aus.

Das Ende einer Ära. Die HSS zieht aus Wildbad Kreuth aus.

Der Grund für den Auszug aus Kreuth ist das liebe Geld. Die HSS hatte das alte Gebäude gepachtet und das Haus im Schneeloch Kreuth unterhalten. Die Eigentümerin hat die Pacht erhöht und die HSS bzw. der Steuerzahler kann diese Konditionen nicht akzeptieren. Ob sich die Eigentümerin verspekuliert hat und was nun aus dem Gebäude wird, zeigt uns die Zukunft. An Spekulationen will ich mich nicht beteiligen, wir werden es erfahren. Abwarten und Tee trinken.

Aus und vorbei - das Frühstücksei.

Aus und vorbei – das Frühstücksei.

Bei aller Begeisterung für neue Herausforderungen hielt ich bei meinem letzten Seminar in Kreuth inne und erinnerte mich an meine Kreuther Zeit. Das ist nicht große Politik, kein Kreuther Geist, kein Sturz von Stoiber und andere politischen Manöver. Als Referent habe ich einige Seminarteilnehmer mit Infos versorgt, geschult, die Gegend genossen und viele Bekanntschaften geschlossen. Es war eine gute Zeit und nun kommt etwas neues.

Schneeloch Wildbad Kreuth
Wenn ich an Wildbad Kreuth denke, dann kommt mir als erstes Schnee in den Sinn: viel Schnee, richtig viel Schnee. Wildbad Kreuth ist ein Schneeloch. Wenn es überall schon Frühling war, dann konnte ich mich darauf verlassen, dass in Kreuth meterhoher Schnee lag. Um zu dem Gebäude zu gelangen, muss mit der Schneefräse gearbeitet werden.

Ich hatte großen Respekt vor den Hausmeistern, die das alte Gebäude in Schuss hielten und den Weg frei machten. Wenn es mal schneite, dann schneite es. Und die Autos standen auf dem Parkplatz im Freien. Am Ende eines Seminars begann die große Suche: Wo hatte ich nochmal mein Automobil abgestellt? Wer kann mir eine Schneeschaufel leihen? Hoffentlich geht die Batterie noch! Erfahrene Kreuth-Besucher hatten immer eine Schaufel im Auto. Später stand am Hinterausgang von Kreuth bei der Paniktüre immer eine große Schaufel zum Ausleihen. Und ich musste meine Seminarschühchen gegen Winterstiefel tauschen.
Ich erinnere mich an ein Seminar im tiefsten Winter als der Strom im Gebäude ausgefallen war. Die Schneeräumer im Landkreis waren voll ausgelastet und es schneite und es schneite und es schneite. Frau Holle machte Großputz und wir ersoffen im Schnee. Es war Sonntag und eigentlich Seminarende. Aber wir kamen nicht mehr vom Seminarort weg. So verlängerten wir eine Nacht und wurden dann ausgegraben.

Baum
Und weil wir gerade beim Schnee sind. Eines Tages gab ich ein Fotoseminar. Der Schnee lag hoch, im Tal war es still und die Sonne brannte vom Himmel. Mit ein paar Teilnehmern brach ein Kollege und ich zu einer kleinen Fotosafari Richtung Siebenhütten auf. Während die anderen Teilnehmer eine Schneeballschlacht fotografierten, wollten wir unberührte Schneenatur auf die Speicherkarte bannen. Wer mitging, der sank knietief in den Schnee ein. Zum Glück hatten wir Schneeschuhe in unseren Autos und es wurde eine der besten Fotoexkursionen im Schnee, die ich je gemacht habe.

Raus, einfach raus
In den Seminarpausen musste ich raus. Der Blick auf die Berge tankte meine Akkus auf. Ich musste nur in die Molkehalle gehen und den Blick über die Wiese und die Berge schweifen lassen und die Energie floss. Ein wahrhaft fantastischer Blick, an den ich mich gerne und bis ins hohe Alter erinnern werde.

Kreuth_aussen3
Ab und zu drehte ich eine Runde um die große Wiese auf der im Sommer Haflinger Pferde weideten. Zusammen mit meinem Seminarkollegen hingen wir unseren Gedanken nach, schmiedeten Pläne oder genossen einfach die Ruhe. Das war Inspiration pur. Einmal hatte ich meinen Sohn auf einem Seminar dabei. Der Bub war noch klein und wollte einfach abends nicht schlafen. So gingen Vater und Sohn noch eine Runde um die Wiese bei sternenklarem Himmel. Anscheinend war der Sohn müde – und ich auch. Vater und Sohn schliefen dann perfekt.

Eingang_kreuth

Fisch ahoi in Wildbad Kreuth
Wenn man das Bildungszentrum verließ, konnte man rechts den Berg hinter die herzogliche Fischzucht zu Fuß erreichen. In den Pausen war ein Spaziergang dorthin immer lohnenswert. Nach einer großen Rechtskurve kam man bergab direkt zur Fischzucht. Mehrere künstliche Weiher waren angelegt. Immer wieder ließ ich mich auf dem Gelände nieder, beobachtete die Mitarbeiter der Fischzucht bei ihrer Arbeit. Wenn es die Zeit erlaubte, nahmen wir eine kleine Brotzeit ein. Der Klassiker im Frischfischsortiment ist der Saibling. Nun, die Fischzucht wird weiter existieren und wenn ich in der Gegend bin, fährt auch ein Fisch mit nach Hause.

Mein Lieblingsort in Wildbad Kreuth
Wildbad Kreuth hatte viele schöne Orte. Ich mochte es, am Morgen zu schwimmen, wenn das Bad frei war. Dann gab es noch das Bierstüberl im Keller. Das Bierstüberl gehörte für mich nicht zu den schönen Orten. Mir war es dort immer zu laut. Wenn ich den ganzen Tag im Seminar sprechen musste, wollte ich abends nicht noch schreien, um mich zu verständigen. Ab und zu nahm ich dort Platz, aber so richtig gemütlich fand ich es nicht.

Ich war eher in der Bibliothek oder in der Sitzgruppe vor der Rezeption zu finden. Über der Sitzgruppe hing lange Zeit ein Bild von CSU-Übervater Franz Josef Strauß. Im Feierjahr zum 100. Geburtstag von FJS wurde das Gemälde gegen eine Farbvergrößerung eines Fotos ausgetauscht, weil das Bild restauiert wurde.

Strauss
Mein Lieblingsort in Kreuth war allerdings in „meinen“ Zimmer 109. Die Mitarbeiterinnen von Kreuth wiesen mir, wenn es möglich war, das Zimmer 109 zu. Und dort stand ein Sessel, der mir ein bisschen ans Herz gewachsen ist. Der Sessel ist nichts besonderes. Es ist ein stabiles Ding und unglaublich beqeuem. Nach Seminar und Gesprächen erholte ich mich dort, schaute die Keynote-Folien für den nächsten Tag an oder genoss einen Film am iPad. Andere Zimmer hatten keinen Sessel, sondern nur einen Holzstuhl am Tisch. Ein Holzstuhl war ok, ein Sessel wie meiner war besser. Einmal bin ich sogar im Sessel eingeschlafen und hatte am nächsten Morgen Rücken. Und dennoch, der Sessel war klasse.

Kreuth_Sessel

Mein Lieblingsort in Wildbad Kreuth

 


Ich wünsche allen Besuchern von Wildbad Kreuth ihre schönen Erinnerungen. Jeder hat es anderes erlebt und jeder soll Kreuth so in Erinnerung behalten. Vielen Dank für alles, Wildbad Kreuth.

Mein letztes Bild aus Wildbad Kreuth.

Mein letztes Bild aus Wildbad Kreuth.

Ein Schülerzeitungsseminar für Schüler mit geistiger Behinderung

17. Dezember 2015
Die ComPost-Redaktion im Kaisersaal in Kloster Banz.

Die ComPost-Redaktion im Kaisersaal in Kloster Banz.

Eine Leidenschaft von mir ist das Thema Schülerzeitung. Es macht mir seit Jahren absoluten Spaß, die Nachwuchsredakteure und -layouter zu schulen. Jetzt durfte ich im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung eine besondere Schulung durchführen: Ein Schülerzeitungsseminar für Schüler mit geistiger Behinderung.
Es war eine Premiere und es wurde ein Schülerzeitungsseminar der ganz besonderen Art. Im oberfränkischen Kloster Banz hatten sich acht Schülerinnen und Schüler der Comenius-Schule Aschaffenburg getroffen. Die Comenius-Schule Aschaffenburg ist ein staatliches Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Sie wird von 180 Schülerinnen und Schülern mit den differenziertesten Förderbedürfnissen besucht. Die Schüler haben unterschiedliche geistige Behinderungen – das hält sie aber keineswegs davon ab, mit voller Begeisterung ihre Schülerzeitung ComPost zu produzieren. Auch wenn manches natürlich anders geht als an anderen Schulen.
“Manches geht bei uns halt ein bisschen langsamer: Ein Interview mit 20 Fragen üben wir tagelang”, sagt Betreuungslehrerin Andrea Greiner. Aber am Ende hat jeder Schüler “seine” Frage auswendig parat und ist am Ende mächtig stolz, wenn dann das Interview “im Kasten” ist. Auch Fotografieren und das Tippen am Computer macht den Schülern einen riesigen Spaß. Mit Feuereifer wird jeder Winkel des Klosters Banz abfotografiert – besonders interessant sind der barock-prächtige Kaisersaal, das Videostudio und natürlich das Schwimmbad.


Pädagogisch behutsam gehe ich als Referent vor. Kurze, klare Sätze helfen den Schülerinnen und Schülern bei ihrer Arbeit. Grundlagen der Fotografie werden in Theorie und Praxis durchgenommen. Themen für die kommende Ausgabe der ComPost werden geplant und besprochen. Zudem werden In- und Out-Listen gesammelt und am Computer eingegeben – für die behinderten Schüler ein großer Erfolg und eine Bestätigung ihrer Arbeit. Fotos und Texte wurden auf USB-Sticks überspielt und werden jetzt in Aschaffenburg in die ComPost-Ausgabe eingearbeitet.


“Für uns ist das Seminar ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Inklusion in der Praxis funktionieren kann”, so Referentin Stefanie von Winning vom Institut für politische Bildung der Hanns Seidel Stiftung. Für die Zukunft sind weitere ähnliche Seminare geplant.

Sponsoren für weitere Seminare gesucht
Der Besuch des Schülerzeitungsseminars für die Schülerinnen und Schüler war nur möglich, da Eltern einer Schülerin der Schülerzeitung eine großzügige Spende zukommen ließen. Für künftige Seminare in Kooperation mit der Hanns Seidel Stiftung sind die Schüler auf weitere Sponsoren angewiesen. Nachdem ja viele nach Inklusion in der Gesellschaft rufen, bin ich mal gespannt, ob sich jetzt jemand meldet. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen und den Kontakt zur Schülerzeitungsredaktion ComPost vermitteln.

Der 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß

6. September 2015

Heute am 6. September 2015 hätte Franz Josef Strauß seinen 100. Geburtstag gefeiert. Ich bin gerade zu diesem Zeitpunkt in Wildbad Kreuth. Ein Ort, der eng mit Strauß verbunden ist und es regnet in Strömen. Der Himmel beweint FJS. Kreuth bedeutete Franz Josef Strauß den Kreuther Geist, das Aufkündigen der Fraktionsgemeinschaft CSU/CDU und viele Geschichten mehr. Das Ehepaar Strauß wohnte in den 1980er Jahren in Kreuth. Kreuth ist aber auch ein tragischer Ort für die Familie Strauß. Am 22. Juni 1984 verunglückte Marianne, die Ehefrau von FJS, kurz nach der Brücke bei Scharling mit ihrem Fahrzeug tödlich. Gestern Nacht besuchte ich bei einer Fahrt nach Rottach-Egern die Todesstelle von Marianne Strauß. Es war eine eigenartige Stimmung, muss ich zugeben, keine Kerzen, nichts.
In den vergangenen Wochen beschäftigte ich mich ein wenig mit FJS und ging auf eine Reise in meine/seine Vergangenheit. Ich habe bereits darüber gebloggt.
Als politisch interessierter Mensch wollte ich mehr über den umstrittenen Übervater der CSU und bayerischen Ministerpräsidenten erfahren. Ich bin 1968 geboren und bekam als Kind und Jugendlicher den Streit um die Person FJS mit. Wo Strauß auftrat, da polarisierte er. Politisch habe ich ihn nicht bewusst erlebt, den Streit um ihn dafür um so mehr. In Gesprächen mit Zeitzeugen wurde mir nur deutlich: Er war umstritten, und das ist vornehm ausgedrückt. Von Verehrung bis Hass auf seine Person habe ich in den vergangenen Tagen viele Stimmen vernommen. Was habe ich alles gehört und gelesen: Übervater der CSU, Gauner, Schöpfer des modernen Bayern – auf jeden Fall war er eine faszinierende Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Ich denke, diverse Vorfälle wie Fibag, Lockheed oder dem Verkehrspolizisten Hahlbohm, die Spiegel-Affäre oder die Wienerwald-Rede von 1976 sind ganz schön heftig.

Strauß-Vortrag bei der HSS
Zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß veranstaltete die CSU-nahe Hanns Seidel Stiftung eine Vortragsveranstaltung „Franz Josef Strauß – Staatsmann und Freund“ mit Wilfried Scharnagl. Wilfried Scharnagl, ehemaliger Chefredakteur der CSU-Mitgliederzeitschrift Bayernkurier und politischer Publizist, genoss das besondere Vertrauen von Strauß, der dies mit dem Satz zum Ausdruck brachte: „Scharnagl schreibt, was Strauß denkt, und Strauß denkt, was Scharnagl schreibt.“

Ich habe den Vortrag von Scharnagl und die anschließende Diskussion mit Prof. Hans Peter Niedermeier von der HSS für Youtube mitgeschnitten.

Ich war überrascht, dass Scharnagl in seinem Rahmen kritisch mit dem Übervater Strauß umging. Entsetzt war ich allerdings in der anschließenden Podiumsdiskussion über so manche Wortmeldung aus dem Publikum. Schaut euch die Videos mal an, wenn ihr ein bisschen Zeit habt.

 

Horst Möller: Herrscher und Rebell
Am Rande der Veranstaltung wies Scharnagl auf das Buch von Horst Möller hin: Franz Josef Strauß: Herrscher und Rebell. Das Buch erschien im Piper-Verlag, der mir das Buch zur Rezension zur Verfügung stellte. Vielen Dank dafür.

Wilfried Scharnagl stellte das Buch Herrscher und Rebell besonders heraus.

Wilfried Scharnagl stellte das Buch Herrscher und Rebell besonders heraus.

Das 832 Seiten dicke Buch wurde von Horst Möller verfasst, der einst das Institut für Zeitgeschichte in München leitete. Anfangs befürchtete ich ein trockenes Werk eines deutschen Professors, aber er orientiert sich an der angelsächsischen Erzählweise und an vier Tagen hatte ich das Buch gelesen. Vom Stil her flüssig, aber wissenschaftlich, gleitet mir das Werk in so mancher Formulierung in eine Art Heldenverehrung ab.

Und dennoch ist es ein wichtiges Zeitdokument, das Leben und Werk von Strauß vortrefflich beleuchtet. Allerdings mit Detailfehler, die einem Direktor des renommierten Instituts für Zeitgeschichte nicht passieren dürfen – Stichwort ist die berühmte Put Put-Rede. Hier hätte spätestens der Lektor besser aufpassen müssen. Auch Strauß außereheliche Affäre mit einer 17jährigen Schülerin wird mir zu wenig kritisch hinterfragt. Gut, ich war nicht dabei und das Privatleben soll privat bleiben, wenn es das öffentliche Amt nicht berührt.

Mir wurde das Buch von Horst Möller von Wilfried Scharnagl ans Herz gelegt.

Mir wurde das Buch von Horst Möller von Wilfried Scharnagl ans Herz gelegt.

Mir hat das Lesen dieses detailreichen Werkes große Freude gemacht, auch wenn ich mit der kommentierenden Form des Autors nicht einverstanden bin. Verfehlungen von Strauß müssen bei so einem Werk stärker berücksichtigt und klar benannt werden. Dennoch: Ohne FJS wäre Bayern nicht dort, wo sich der Freistaat heute wirtschaftlich befindet. Hervorragend unterstreicht das Buch, wie umstrittenen FJS war und heute noch immer ist. Erwähne ich bei der älteren Generation den Namen Strauß, schlägt mir Begeisterung oder Ablehnung entgegen – dazwischen scheint es nichts zu geben. Alle betonen aber übereinstimmend, welch Redner Strauß gewesen war – Redeschlachten zwischen Wehner und Strauß gehören in die Kategorie deutliche Worte. Immer wieder wurde mir gesagt, dass es solche Politiker wie Strauß heute bräuchte. Ja, sie bräuchte es, aber sie würden mit ihrer Art nur eine Zeitlang in ihren gewählten politischen Ämtern überleben. Wir als Volk fordern zwar deutliche Worte und Charakterköpfe – kommt es mal zu ihnen, dann ist die Aufregung aber groß.

Wirtschaftspolitik und Standortpolitik
In dem Vortrag der HSS wurde Wilfried Scharnagl gebetsmühlenartig vom Publikum gefragt, wie Strauß denn heute diese oder jene Sachen sehen würde. Wilfried Scharnagl lässt sich auf dieses Glatteis nicht führen und wiegelt zurecht ab. Und dennoch ist es in der Biografie von Horst Möller interessant nachzulesen, wie intensiv sich Strauß für Airbus gegen Boing einsetze und damit aktive Wirtschaftspolitik für den Freistaat machte. Solche klaren Worte bräuchten wir gegenüber Google und Facebook aus Deutschland (oder Bayern). Das System Strauß brauche ich heute nicht mehr, die Ecken und Kanten eines Politikers wie Franz Josef Strauß sehne ich herbei.

Originelles FJS-Plakat von Peter Gauweiler. Strauß wirkt noch heute in der Öffentlichkeit.

Originelles FJS-Plakat von Peter Gauweiler. Strauß wirkt noch heute in der Öffentlichkeit.

Ausflugtipp: Was macht ein Fischschädel im fränkischen Kloster?

29. Juni 2015

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Ich bin öfters im oberfränkischen Kloster Banz als Referent zu Gast. Hier gibt es ein Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung in dem ich einige Kurse anbiete. Am Fuß des Bildungszentrums gibt es auch eine sehr interessante Petrefaktensammlung. Eine Petrefaktensammlung ist ein altes Wort für eine Fossiliensammlung, also Versteinerungen von Tieren und Pflanzen. Mit den Kindern bin ich öfters im Altmühltal zum Steineklopfen und hab auch darüber gebloggt. Ich wusste gar nicht, dass die Gegend um Kloster Banz auch für seine Fossilien bekannt ist, bzw. war. Und in Kloster Banz liegt der größte Fischsaurierschädel Europas. Der Schädel und die Reste des Skeletts wurden 1841 beim Durchbruch des Mainbogens bei Unnersdorf gefunden. Ich sprach mit Museumsleiterin Brigitte Eichner-Grünbeck, was denn ein Fischkopf im Kloster.


Die historische Fossiliensammlung, gehört zu den ältesten paläontologischen Ausstellungen in Bayern und wurde zwischen 1814 und 1857 vom Juristen Carl Theodori (1788 – 1837) und dem katholischen Geistlichen Augustin Geyer (1774 – 1837) geschaffen. Seither blieb sie weitgehend unverändert.


Die Sammlung präsentiert einen zu Stein gewordenen Querschnitt des Lebens im ehemaligen Jurameer aus der Zeit vor rund 200 Millionen Jahren.
Das bedeutendste Ausstellungsobjekt dieser Sammlung und Herzstück des Museums ist das 2.10 m lange, versteinerte Skelett eines Fischsaurierschädels, der Größte seiner Art in ganz Europa. Diesem Exponat widmete der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886) zwei Gedichte, in denen er seine Faszination dem Objekt gegenüber ausdrückte: den „Bericht vom Meerdrachen“ und „Der Ichthyosaurus“.
Wer einmal in der Gegend ist, sollte mal vorbeischauen und den Fischschädel ansehen.

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Persönlicher Nachruf über Helmut Dietl

31. März 2015

Ein Stück Münchner Seele ist mit dem Tod von Helmut Dietl von uns gegangen. Der große bayerische Regisseur und Drehbuchautor starb gestern im Alter von 70 Jahren.
Seine Filme haben mich sehr beeinflusst und viele Dialoge sind in meinen Sprachgebrauch übergegangen. Die Zeilen aus der Feder von Dietl sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.
Als gelernter Zeitungsmann zitierte ich oft zum Spaß die Sprüche vom Baby: „Wer reinkommt, das bestimm’ ich.“ oder „Edda schreib!“ Ich witzelte mit einem Kollegen immer wieder die Überlegungen vom Monaco „Wo tät jetzt so eine wohnen?“ und „ich bin ja in der italienischen Angelegenheit unterwegs“. Mir lag einmal bei einer Polizeikontrolle und der Frage nach Alkohol der Ausspruch vom Monaco auf der Zunge: „Ja freilich, was sonst“ – aber ich hab mich nicht getraut. Und in Bayreuth muss ich immer wieder an den Monaco denken, wenn ich mit den Bildungsbürgern über Wagner diskutiere: „Ein rechter Scheissdreck war’s. Altmodisch bis provinziell war’s. Des war’s!“ Schtonk! hielt uns den Spiegel äh Stern vor und Rossini brachte mich auf die Namensidee als Vater.
Jetzt werden in den Gazetten viele Nachrufe verfasst und über die Bedeutung brauche ich mich nicht weiter zu äußern. Dietl war einer der ganz Großen des deutschen Films – nicht mehr, nicht weniger. Lieber Herr Dietl, meine Heimatstadt München hat Ihnen viel zu verdanken und ich wandle in Schwabing gerne auf Ihren filmischen Spuren.
Aber mit den Münchner Medien hatte er am Ende gebrochen. Es ist bezeichnend, dass Dietls Tod von der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit als erstes gemeldet wurde. Ihr hatte er auch ein Exklusivinterview über seine tödliche Krankheit gegeben. Die Süddeutsche Zeitung aus München hat ihn so mit seiner bescheuerten Kritik über Zettl geärgert, dass er mit der Münchner SZ brach, was ich absolut verstehen kann. Hier wollte sich die SZ in ihrer hochnäsigen Art mal wieder über andere erheben.

Eberhard Sinner mit Helmut Dietl beim CSU-Filmgespräch.

Eberhard Sinner mit Helmut Dietl beim CSU-Filmgespräch.

Ich selbst habe Helmut Dietl ein paar Mal getroffen. Zum ersten Mal im Juli 2012 bei einem CSU-Filmgespräch. Dort saß er in einem Leinenanzug auf Einladung von Simon Rehak auf dem Podium. Der ehemalige bayerische Medienminister Eberhard Sinner sprach mit ihm. In der anschließenden öffentlichen Fragerunde diskutierten wir über Downloads seiner Filme. Damals zeigte ich mich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach enttäuscht, dass es Kir Royal und Monaco Franze nicht als Download bei iTunes oder Amazon gab, sondern nur auf klassischen DVDs. Mein Kollege Thomas Gerlach hat in seinem Nachruf über das Gespräch gebloggt. Die Rechteinhaber wollten dies nicht, sagte er uns.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Nach dem Filmgespräch sprachen wir unter sechs Augen weiter. Dietl war nicht im digitalen Zeitalter angekommen, verwechselte auf dem Podium Wikileaks mit Wikipedia. Und erst bei dem persönlichen Gespräch anschließend taute er auf. Das Eis brach eine Bemerkung von mir, dass ich meine Tochter nach einer seiner Filmfiguren benannt habe. Das hat ihn wirklich berührt und er blickte mir tief in die Augen, bedankte sich und schüttelte mir die Hände. Er gab mir auf mein iPad ein Autogramm für K2.

Ein Autogramm für K2

Ein Autogramm für K2

Leider konnte ich ihn dieses Jahr nicht mehr treffen. Ich hätte die Chance gehabt, mich von ihm zu verabschieden. Mein Kollege Artur Kolbe hatte für die HSS eines seiner hervorragenden Filmgespräche mit Helmut Dietl organisiert. Ich sollte den Termin dokumentieren, aber mir kam ein anderer Auftrag dazwischen. Ich verpasste Helmut Dietl und darüber ärgere ich mich. Artur Kolbe besorgte mir daher ein mir gewidmetes Autogramm von Helmut Dietl, auf das ich sehr stolz bin. Dannach gab es keine Gelegenheit mehr.

Eines der letzten Dietl-Autogramme.

Eines der letzten Dietl-Autogramme.

Vielen Dank Helmut Dietl für die ganzen Filme, für die stundenlange Unterhaltung und für die Inspiration. Ich möchte es mal mit dem Monaco sagen. „A bisserl was geht immer …“ Wenn das mal kein Lebensmotto ist.