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Abfahrt zur Harry Potter Studio Tour mit Golden Tour

22. Juni 2018

In meiner Familie gibt es drei Harry Potter-Fans: K1/2 und meine Frau. Und Harry Potter war auch der Grund, weshalb die Familie ihren Urlaub in London verbrachte, denn fast alle wollten unbedingt an der Harry Potter Studio Tour teilnehmen. Obwohl ich kein ausgesprochener Potter-Fan bin, kann ich im Nachhinein diese Tour durch die Warner Bros. Studios absolut und uneingeschränkt empfehlen. Es war sehr, sehr eindrucksvoll.

Die Busse zu Harry Potter fahren hinter der Victoria Station ab.

Die Busse zu Harry Potter fahren hinter der Victoria Station ab.

Den Abfahrtsort der Harry Potter Tour finden
In Deutschland buchten wir über das TUI Reisecenter Kissing vier Tickets für die Tour samt Transfer zum Studio außerhalb Londons.
Der Dienstleister in London war Golden Tour. Golden Tour bringt uns zu Harry Potter. Es fahren die Busse bei der Zweigstelle von Golden Tour an der Victoria Station ab. Und die Herrschaften fahren pünktlich ab, denn die Fahrt zu den Studios kann je nach Londoner Stadtverkehr bis zu zweieinhalb Stunden dauern.

Aus dem Netz wusste ich, dass der Abfahrtsort etwas schwierig zu finden sein soll, denn als Ortsangabe wird und der Regel Victoria Station angegeben. Allerdings ist es nicht im Busbereich der Victoria Station, sondern im Busbahnhof innerhalb des nächsten Gebäudes. Ich habe mal einen Screenshot von Apple Maps gemacht.

Am besten orientiert man sich an Schild Colonnade Walk. Da geht es dann in ein Atrium, das an den Busbahnhof anschließt. Die genaue Adresse ist 4 Fountain Square, Buckingham Palace Road 121-151, London SW1W 9SH. Oder man wählt den direkten Weg durch den Buchbahnhof und sucht sich den Harry Potter-Bus aus.

Es ist ein klassischer Doppeldecker mit Harry Potter-Aufschrift. Im Netz habe ich gelesen, dass es ein moderner Reisebus sein soll. Da habe ich andere Vorstellungen von einem modernen Reisebus. Es ist ein einfacher Bus, wie es ihn Hunderte in London gibt – ohne Toilette an Bord.

Schlange stehen zum Einstieg in die Welt von Harry Potter.

Schlange stehen zum Einstieg in die Welt von Harry Potter.

Also gleich in die Schlange stellen und einsteigen und sich den besten Platz sichern. Oben hat man eine gute Sicht, allerdings schaukelt es ein bisschen. Der klassische Londoner Busfahrer ist auch nicht für seine defensives Fahrverhalten bekannt. Die Hinfahrt haben wir unten verbracht, die Rückfahrt oben samt fetten Regenschauer mit Blick gleich Null.

Theoretisch ein guter Blick, praktisch nicht - es regnet in London.

Theoretisch ein guter Blick, praktisch nicht – es regnet in London.

 

Die Fahrt zu den Harry Potter Studios 
Die Tourmanagerin begrüßt uns mit neongelber Weste und erklärt uns die Spielregeln. Weil es an unseren Tag furchtbar heiß ist, spendiert uns Golden Tour gleich mal eine Flasche Mineralwasser – es stammt aus Deutschland. Danke für die nette Geste. Auf hier gilt: Wer als Erster sein Wasser abgreift, bekommt auch eines.

Die Einweisung im Bus.

Die Einweisung im Bus.

Während der Fahrt läuft ein Video des ersten Harry Potter Films Harry Potter und der Stein der Weisen auf Englisch. Das Bild ist klein, es sind normale Busmonitore. Ich hab den Film einst im Kino gesehen und mit K1/2 mehrmals auf Blu ray. Außerdem saß ich zu weit weg. Daher entschied ich mich für ein kleines Nickerchen und wachte frisch an den Warner Bros. Studios auf. Die Fahrt dauerte bei uns nur 1,5 Stunden, weil in London Feiertag war und die Straße entsprechend frei. Glück muss der Tourist haben.

Auf der Fahrt zu den Studios Harry Potter schauen.

Auf der Fahrt zu den Studios Harry Potter schauen.

Abfahrt zurück nach London Victoria war dann nach rund vier Stunden später. Also genügend Zeit, sich die wunderbare Harry Potter Studio-Tour anzuschauen. Voraussetzung ist aber, das man den Abfahrtsort findet, der einen zu Harry Potter bringt. Es lohnt sich wirklich. Ich werde noch darüber bloggen.

Pünktlich geht es zurück nach London.

Pünktlich geht es zurück nach London.

Essen und Trinken in London

20. Juni 2018

Essen in London kann eine verdammt gute, aber auch verdammt teure Angelegenheit werden. Jamie Oliver hat der britischen Küche gut getan, die ich noch aus der Zeit der Minzsoße kannte. Inzwischen hat sich viel verändert, in London lässt sich gut speisen. Die Küche ist international, was in dieser ungewöhnlichen Millionenstadt kein Problem ist. Ob Fast Food oder Sterne-Restaurant – es ist alles je nach Geldbeutel vorhanden, wobei Fast Food nicht unbedingt billig sein muss in dieser Stadt. 

Bei meinem jüngsten London Besuch, wählte ich die goldene Mitte: mal Imbiss, mein höherwertigere Gastronomie. Meine Familie und ich waren beim Inder, beim Chinesen, beim Hähnchen-Bräter, beim Italiener, und natürlich waren wir klassisch Fish and Chips essen.

Da Mario in London

Für mich war mein kulinarisches Erlebnis das kleine Restaurant in Da Mario bei Covent Garden. Als wir das Restaurant ohne Tischreservierung betraten, hatten wir Glück, dass ein Gast gerade abgesagt hatte und überraschend etwas frei wurde. Die Karte ist übersichtlich, was immer ein gutes Zeichen ist und die Pasta ist ausgemacht,

Während wir die verschiedenen Gänge genossen, den Wein und die Pasta probierten, füllte sich das kleine Restaurant immer mehr. Und plötzlich hatte ich das Gefühl mitten in Italien zu sein. Die Lautstärke stieg an. Die sonst so zurückhaltenden Briten waren alles andere als zurückhaltend. Man unterhielt sich, diskutierte mit Händen und Füßen, feierte, lachte lauthals, drehte völlig ab. Bewundernswert eine korpulente Dame am Nebentisch in einem zu engen Kleid, die schnatterte und lachte und prostete uns immer wieder zu. So gewinnt man Anschluss in steifen Britannien. Zum Spaß überprüfte ich die Dezibel am Smartphone via App. Nun, die App empfahl bei 108 Dezibel mir einen Kopfhörer zu tragen, auch nicht schlecht. Aber ich habe das Abendessen und die Atmosphäre genossen. Mein klarer Tipp ist Da Mario. 

Absacker im Londoner Pub

Den Absacker tranken meine Frau und ich im Pub gegenüber unserem Hotel. Wir nahmen an der Bar Platz, um die Atmosphäre an der Theke aufzusaugen. In der Regel bevorzuge ich Lager, probierte aber hier natürlich wieder einmal das Guiness. Zwei, drei Pints zum Abschluss des Tages. Das Bier wird von den Landlords

noch gepumpt. Es ist oft sämig, weich und wenn man nicht aufpasst, ist es für meinen Geschmack zu warm. Ich wählte daher das kalte Lager.

Interessant zu sehen war, dass Kleinbeträge wie Bier allesamt von den Gästen mit Kreditkarte bezahlt wurde. Ab und zu gab es mobiles Zahlen mit Apple Pay, aber Barzahler wie ich es war, waren eher selten in dem Pub anzutreffen. Hier verändert sich die Pub-Kultur. Versuchen Sie mal in einem bayerischen Wirtshaus ein Weißbier mit der Kreditkarte zu bezahlen – Sie werden Ihr blaues Wunder erleben. Gegen Mitternacht wurde in unserem Pub mit der Glocke die letzte Runde eingeläutet – Last Orders please. Ich dachte eigentlich, dass diese Pub Laws, ein Relikt des Zweiten Weltkriegs, der Vergangenheit angehören, konnte dies aber nicht näher überprüfen. 

Galerie als Kaffeelokal

Nachmittags hatte die Familie Lust auf Kaffee und Kuchen. Als Kaffeetante trank ich in London aber natürlich Tee. Also wohin zur Tee-Time. Eine liebe Freundin, die mit einem Briten verheiratet ist, gab uns den Tipp in die Galerien der Stadt zu gehen. Die Galerien kosten keinen Eintritt, denn Kunst gehört dem Volk. Anders als bei uns, wo für Galerien zum Teil ein horrender Eintritt verlangt wird. Und diese Galerie haben meist ein nettes Kaffee. Wir wählen die National Portrait Gallery am St Martin’s Place, das Kaffee im ersten Stock war prima. Die Auswahl an den Genüssen war reichlich. Wir tranken Tee, heiße Schokolade und ich musste noch einen Espresso genießen, damit der Tag mein Freund ist. 

 

Harrods in London – Tempel des Konsums

18. Juni 2018
Luxus pur bei Harrods

Luxus pur bei Harrods

Es gibt es viele Mythen, so viele Geschichten um dieses Luxus-Kaufhaus, dass es einen eigenen Blog bräuchte, um alle die Storys zu erzählen, die sich um Harrods ranken. Bei meinen London-Besuch musste ich diesen Tempel des Konsums besuchen, um meinen Kinder zu zeigen, was hochwertige Warenpräsentation, niveauvoller Luxus und klassische Eleganz ist – und ich musste vorbeischauen, um mir eine neue Barbour-Jacke zu kaufen.
Es gibt die Mythos, das der Kunde bei Harrods in London alles kaufen kann, sogar einen Elefanten. Nun, das habe ich nicht ausprobiert, aber die Warenvielfalt ist enorm.
Wir haben in Deutschland das wunderbare KaDeWe in Berlin, das Kaufhaus des Westens, aber im Vergleich zu Harrods ist das KaDeWe ein Tante-Emma-Laden. Und wer nicht zum Einkaufen zu Harrods geht, der sollte wegen seiner ungewöhnlichen Innenarchitektur vorbeischauen und nicht vergessen, seinen Mund beim Staunen zuzumachen.

Innenarchitektur bei Harrods überwältigt
Es ist in den Verkaufsräumen ein Mix verschiedener Architekturstile aus verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen. Dabei wirkt es nicht zusammengewürfelt, sondern sobald man eine Abteilung verlässt und eine neue Abteilung betritt ändert sich Licht, Stil und auch die Atmosphäre.

Beratung bei Harrods
Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind absolut professionell geschult. Als unsere Familie die Kofferabteilung betrat, zeigte ich meinen Kinder die Rimowa-Reihe. Ich mag diese Koffer mit Charakter und K2 hat vor unserer London-Reise den ersten Rimowa bekommen, den K2 wohl das ganze Leben haben wird.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Wahrend ich über die Rimowa-Koffer monologisierte, schaute sich meine Gattin die neuen Montblanc Laptoptaschen an. Wunderschöne Taschen, wunderbar verarbeitet – wunderbar teuer. Sie wurde ausgezeichnet beraten, auch wenn von Anfang an klar war, dass wir die Tasche nicht kaufen werden.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Testen eines Harrods-Verkäufers
Da wir bei Montblanc sind: In der Füllerabteilung schaute ich mir die neuen Kollektionen von Montblanc an und ein Verkäufer näherte sich mir, ob er mir helfen könne. Ich glaube, er checkte mich ab, ob ich mir überhaupt so ein Schreibwerkzeug leisten könne. Und ich glaube, er hatte entschieden, dass ich es mir nicht leisten kann und er mich trotzdem freundlich fragt. An seinen Augen war aber zu erkennen, dass mit mir als Banause kein Geschäft zu machen sei. Ich dankte ihm, sagte dass ich keinen Montblanc benötigte und er wollte sich schon abwenden und sich zurückziehen. Und da ergriff ich meine Chance: Ich frage nach einer speziellen roten Montblanc Tinte, die zu der Alfred Hitchcok-Edition herausgekommen war: Blutrote Tinte. Das riss den Verkäufer, denn der Füller ist nicht billig und er musste sichtlich eingestehen, dass er mich falsch eingeschätzt hatte. Und noch peinlicher: Er hatte die Tinte nicht im Programm. Ich wusste das, denn die Hitchcock-Tinte war seit Jahren ausverkauft, aber ich wollte den Herren aufs Glatteis führen. Das tat gut.

Viele der heutigen Harrods-Kunden kommen aus Asien oder Arabien. Hier wird das große Geld gemacht und die Herrschaften wollen Luxus konsumieren und zeigen. Als ich mir den Catier-Schmuck ansah, beobachtete ich zwei vollverschleiterte Damen, die mit einem Herren Platz nahmen und sich teuere Kolliers zeigen ließen. Die Verkäuferin wollte den Schmuck den Damen umhängen, aber die Vollverschleierung hinderte sie daran. Leider habe ich nicht mitbekommen, wie das Problem gelöst wurde, denn meine Familie wollte weiterziehen.

Galerie Halcyon bei Harrods
Die renommierte Galerie Halcyon hat in Harrods eine eigene Abteilung. Ich wollte Halcyon selbst besuchen, aber dafür reichte die Zeit nicht. Dennoch lohnte sich der kurze Besuch bei Halcyon in Harrods, wo die Galerie einen eigenen Ausstellungsraum hat. Total fasziniert hat mich eine Skulptur von Lorenzo Quinn „The Face of Nature“ für 52500 britische Pfund – nun, wir haben keinen Platz, aber schön war das Werk schon.

Und dann entdeckte ich noch Originalgemälde von Bob Dylan. Diesem Part der Ausstellung widme ich einen eigenen Blogbeitrag in den nächsten Tagen. Auf jeden Fall war ich gerührt, einen echten Dylan ganz nah bewundern zu können. Das hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck. Sofort kaufte ich mir den Ausstellungskatalog der Dylan-Ausstellung, die bei Halcyon zu sehen war. Nun, das ist nun mal eine Weltstadt und dort ist für mich starke Kunst zu sehen.

 

Modeabteilungen bei Harrods

London ist nicht mehr unbedingt der Nabel der Welt, wenn es um Mode geht. Das war in den Swinging Sixties mit der Carnaby Street anders, aber die Straße ist heute zu einer austauschbaren Shoppingbereich in Soho geworden. Die besten Herrenausstatter gibt es nach wie vor in der Savile Row und in der Jermyn Street, aber dafür fehlte die Zeit. Also schaute ich in die Modeabteilung von Harrods, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Leider ist Alexander McQueen schon 2010 gestorben und dennoch inspiriert er die Modeszene noch immer. Natürlich schaute ich bei Hackett vorbei und ließ aber die Aston Martin Kappe schweren Herzens liegen. Die rote Mütze gefällt mir, aber im Grunde stehen mir keine Kappen.

Hackett finde ich sehr schön.

Hackett finde ich sehr schön.

Dafür schlug ich bei Barbour wieder einmal zu, denn ich mag die klassische Eleganz der Landhausmode. Ein Kleid von Stella McCartney gefiel mir sehr gut.

Sehr viel Humor: Stella McCartney

Sehr viel Humor: Stella McCartney

K2 schaute sich noch die Sportabteilungen von Nike, Puma und Adidas an, die mich weniger interessierten. Dennoch: Ich fand dort große Statuen von Bearbrick – wenn ich nur den Platz hätte.

Rolltreppen bei Harrods
Wer nichts kaufen will, der sollte auf jeden Fall die Rolltreppen fahren. Sie sind zwar nicht so berühmt, wie die Rolltreppen von Macs in New York, aber sie machen optisch unbedingt was her. Ich hab mir den Spaß gemacht von Stockwerk zu Stockwerk zu fahren und mir die Architektur anzusehen. Ich hatte den Eindruck in der Ägypten-Abteilung des britischen Museums zu sein. Mir machte der Abstecher einen gehörigen Spaß. Und ab und zu bin ich auch die alten Stufentreppen hinaufgegangen und habe mir vorgestellt, welchen Eindruck Harrods früher auf die Leute gemacht hat.

Lebensmittel bei Harrods
Wer Harrods besucht, der muss bei den Lebensmittel-Abteilungen des Hauses vorbeischauen: Kaffee, Gewürze, Fleisch, Fisch, Früchte, Käse, Backwaren – und natürlich Tee. Ich konnte mich an den kulinarischen Genüssen nicht sattsehen. Zudem gibt es kleinere Stände an denen das Essen frisch zubereitet wird. Leider war der Stand mit den Austern voll besetzt und ich hätte länger warten müssen, was ich aber aufgrund des Zeitdrucks nicht wollte. Aber Austern-Schlürfen bei Harrods, das wäre es gewesen. Stattdessen haben wir Tee gekauft und ich habe mich in der Gewürzabteilung verloren. Die Gewürze waren unter großen Glaubkuben. Einfach anheben und Nase in den Glaskubus und die Gewürze auf sich wirken lassen – das war für mich als Hobbykoch eine Reise der Sinne durch die Welt der Gewürze.

Besuch bei Harrods lohnt sich allemal
Fazit: Ich brauche keinen Elefanten bei Harrods kaufen, aber das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit und streife noch intensiver durch das Luxuskaufhaus. Auch wenn man nichts kaufen will oder kann, der Besuch lohnt sich allemal.

Shopping in London

15. Juni 2018
London ist eine Wahnsinnsstadt zum Shoppen. Hier die Kings Road.

London ist eine Wahnsinnsstadt zum Shoppen. Hier die Kings Road.

Shoppen in London ist Paradies. Es gibt so viele Inspirationen in der britischen Hauptstadt. Früher bin ich wegen Schallplatten nach London gepilgert, heute streife ich durch die zahlreichen Shops und Boutique. Über meine Enttäuschung bei HMV habe ich ja bereits gebloggt.

Forbidden Planet
Meine Frau nannte es den Vorhof der Hölle – ich nenne es das Paradies. Gemeint ist der Megastore von Forbidden Planet. Es ist ein Laden für Comics, Filmbücher, Mangas, Fan-Artikel und Merch.

Meine Frau nannte es den Vorhof der Hölle - ich nenne es das Paradies

Meine Frau nannte es den Vorhof der Hölle – ich nenne es das Paradies

Als Sammler von Nippes macht das Durchstreifen unglaublich Spaß. Es gibt so viel zu entdecken. Vor allem im Untergeschoss hab ich mir die reduzierten Filmbücher angeschaut (und eingekauft). Es gibt spezielle Sale-Regale mit Angeboten – die Buchpreisbindung gibt es ja in Großbritannien nicht. Also Schnäppchen gesehen und gekauft – so muss es sein. In aller Ruhe konnte ich mich über die aktuelle Comic-Szene informieren und sah Comics, die in Kürze auch in Deutschland übersetzt erscheinen. Toll ist auch ein Regal mit Comics und Unterschrift der Comickünstler. An meinen Besuchstag in London bei Forbidden Planet war auch eine Autogrammstunde von Ryan O‘Sullivan und Cullen Bunn. Ich werde dazu später einmal bloggen.

It’s only Rock’n Roll
Beim Besuch von Sherlock Holmes in der Baker Street entdeckte ich gegenüber einen interessanten Laden für Musikfans: It’s only Rock’n Roll. Hier gibt es Merch zum Abwinken rund um Rock’n Roll und wer populäre Musikstars und die bekannten Klassiker mag, wird hier mit Tassen, T-Shirts und anderen Plunder fündig. Ich dachte mir, dass ich mal Material über Emerson, Lake & Palmer erstehen könnte. Leider Fehlanzeige – es gab nichts zu dieser berühmten Supergroup und die jungen Verkäuferin an der Kasse kannte ELP auch nicht. Sie schaute in ihrem iPad nach, das als Warenwirtschaftssystem dient – Fehlanzeige. Nun, er etwas Populäres aus dem Rock’n Roll Zirkus braucht, findet sicher etwas. Nun: ELP ist wohl nicht mehr im Herzen der jungen Leute, schade – alles Banausen.

Papier zum Anfassen und Streicheln
Als digitaler Nomade besuche ich gerne Papiergeschäfte. Ich liebe hochwertiges Papier und bin auch Fan von Nippes. An der Viktoria Station betrat ich so einen Laden mit Sachen, die man nicht braucht, aber unbedingt haben muss. Witzig vor allem die Notizbücher, deren Einband sich beim Darüberstreichen verändert. Schaut euch einfach das Video an. Viel Spaß beim Shoppen.

 

 

Und dann gibt es noch viele viele weitere Geschäfte. Ich muss die Kreditkarte aufladen und dann geht es wieder ab nach London.

Quiz: Harry Potter Studio Tour: Wem gehört welches Gepäck?

14. Juni 2018
Lust auf ein kleines Harry Potter Quiz? Wem gehört welches Gepäck?

Lust auf ein kleines Harry Potter Quiz? Wem gehört welches Gepäck?

Die Harry Potter Studio Tour in den Warner Bros. Studios in London ist gewaltig. Ich werde über die genauen Stationen der Tour noch einzeln bloggen. Bevor es richtig zur Sache geht, ein kleines Quiz aus der Bahnhofshalle des Hogarts Express direkt aus den Studios. Ich rufe die Harry Potter Fans zum Mitmachen auf und frage: Wem gehört welches Gepäck?

Zuvor ein 360 Grad Rundgang durch die Bahnhofshalle:

Am Eingang der großen Bahnhofshalle stehen verschiedene Gepäckwagen, die Richtung Plattform 9 3/4 aufgereiht sind. Klicken Sie die Galerie durch und raten Sie mit: Achtung es geht schnell – Nach ein paar Sekunden kommt das nächste Bild.

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In Londoner Supermärkten die Einkäufe selbst scannen

13. Juni 2018

In vielen kleinen Supermärkten in London bin ich die Self Scanner-Kassen gestoßen. Was bei uns bei IKEA oder den großen Handelshäuser langsam eingeführt wird, sehe ich in London in vielen kleinen Geschäften: Der Kunde scannt an der Kasse seine Waren selbst und bezahlt in Bar, mit eCash wie Karte oder Smartphone. Das ist inzwischen Standard. 

Ei ohne Schale aber mit Plastikverpackung - aus einem englischen Supermarkt.

Ei ohne Schale aber mit Plastikverpackung – aus einem englischen Supermarkt.

Wie geht das? Als erstes scannt man seinen Einkäufe Stück für Stück ein und legt die Waren auf einem speziellen Bereich ab, wo das Gewicht überprüft wird. Stimmt die gescannte Waren mit dem hinterlegten Gewicht überein? 

Dann wird der Kauf abgeschlossen, ich habe die Wahl einer Tüte oder nicht, und dann kommt die Bezahlung: Bar oder Karte und die Sache ist gegessen. Personal ist eingespart, es braucht nur noch einen Supervisor, der den ganzen Prozess überwacht, Kunden wie mir es erklärt oder in Vorgänge eingreift. Ich habe dazu ein Video gedreht:

Ich sprach mit einem Mitarbeiter in einem Supermarkt über Sinn und Unsinn der Self Scanner-Kassen. Als Antwort bekam ich einiges zu hören: Man finde keine Kassenkräfte im leergefegten Londoner Arbeitsmarkt mehr, die bereit sind im Service zu arbeiten. Die Leute können sich schlichtweg die Mieten in dieser Stadt bei so einer Arbeit nicht leisten. Der Roboter ersetzt diese Arbeitsleistung. Die Digitalisierung an der Supermarktkasse schreitet voran. Zudem habe sich in London eine Imageänderung ergeben: Wer an eine Kasse mit Kassierer geht, sei entweder alt oder er sei faul. Das war eine heftige Aussage. In einer Stadt in der Kleinbeträge wie ein Glas Bier mit der Kreditkarte gezahlt werden und Abrechnungssysteme mit Apple Pay auf dem Vormarsch sind, geht das Bargeld immer weiter zurück.

Wäre ich ein paar Tage später zum Einkaufen in London gewesen, hätte ich Probleme mit diesem System gehabt. Wer am Freitag, den 1. Juni 2018, seine Visa-Karte zum Zahlen zückte, konnte sie gleich wieder einstecken: Ein Fehler im Netzwerk des Kartenanbieters Visa sorgte in Europa für Ausfälle. Das bargeldlose Bezahlen in Geschäften, an Bahnautomaten und in Restaurants war gestört. Viele sonst bargeldlose Transaktionen mussten in Cash abgewickelt werden – Wasser auf die Mühlen der Bargeldfreunde.

Stromtanken mit Karte.

Stromtanken mit Karte.

Ich bin mir sicher, dass Supermarktketten in Deutschland über ein System der Self Scanner-Kassen nachdenken. Die Voraussetzungen sind die gleichen: Leergefegter Arbeitsmarkt, Zuwachs von Kartenzahlung – und ich bin gespannt, wie der Deutsche auf diese Entwicklung reagiert. Was meinst du? 

In englischen Pubs ist das Zahlen mit Karte kein Problem.

In englischen Pubs ist das Zahlen mit Karte kein Problem.

Apple HomePod in London ausprobiert

12. Juni 2018

In wenigen Tagen erscheint in Deutschland der HomePod. Am 18. Juni wird der intelligente Lautsprecher ausgeliefert. Kostenpunkt stolze 349 Euro für eine Box. 

Der Apple HomePod kommt für rund 350 Euro nach Deutschland.

href=“https://redaktion42.files.wordpress.com/2018/06/07b52aa0-23b6-4e74-af5f-499fb3053cc2.jpeg“> Der Apple HomePod kommt für rund 350 Euro nach Deutschland.[/

Bei einem Besuch in London wollte ich den Lautsprecher näher anschauen und ich wählte als Besuch den wunderschönen Apple Store Covent Garden. Während meine Familie mit dem iPhone Product red herumspielte, probierte ich den HomePod aus.

In London waren sowohl die weiße als auch die Space graue Variante ausgestellt. Das Gerät ist schwer und ich verstehe, dass bei einem fetten Wums Abdrücke in einer Holzunterseite vorkommen können. Nun, im Apple Store war auf den Eichentischen (eine Besonderheit im Store Covent Garden) davon nichts zu sehen. Aber der Wums ist wirklich bemerkenswert. Per Touch erhöhte ich die Lautstärke, so dass ein freundlicher Apple-Mitarbeiter auch mich zukam und mich bat, den Ton in akzeptabler Lautstärke zu halten. Na gut, mach ich doch. 

Ich hab noch die Apple Boom Box zu Hause, die damals ein Schnellschuss von Apple war, mir aber immer noch gute Dienste erweist. Der HomePod muss schon mehr bringen – zumal der Preis nicht ohne ist. Ich habe bereits Amazon Echo in mehreren Zimmern zu Hause installiert und bin zufrieden. Nun, der Lautsprecher des Echo kann keinesfalls mit dem des HomePods mithalten. Apple fegt die Amazon Konkurrenz vom Platz. Wäre da nicht Siri. Siri ist gegenüber Alexa sehr begriffsstutzig und bisher eine lahme Ente. Ich habe über das Problem bereits gebloggt. Amazon hat einen starken Vorsprung. 

Etwas verwirrt war ich, dass Apple keinen Audioeingang per 3,5 Klinke oder optischen Kabel zulässt. Ich hatte gerne mal meinen CD-Player – mein PowerCD von Apple – an das Teil angeschlossen. Aber Apple macht wie immer alles dicht. Per AirPlay 2 kann man auf den Lautsprecher zugreifen. Mit iOS 11.4 kommen heute Stereopaare bei den HomePods und Multiroom-Audio mit AirPlay 2. Und diese Anpassung an den Raum klappt beim HomePod wirklich gut. Nun, ich konnte die Lautsprecher nicht im Apple Store herumtragen, aber ich hatte das Gefühl, dass der Klang ausgezeichnet ist. Der Anwender kann Musik in jedem Raum von jedem Raum aus abspielen, Musik von einem Raum in einen anderen ‚verschieben‘ oder denselben Song überall mit einem iOS-Gerät, einem HomePod, Apple TV oder durch Abfrage von Siri abspielen, so heißt es bei Apple. Lassen wir uns überraschen. 

Jeder HomePod nutzt automatische Raumerkennung, um seine Position zu erfassen und den Ton unabhängig vom Aufstellungsort automatisch für ein herausragendes Musik-Erlebnis anzupassen; für ein perfektes Zusammenspiel und das vollständig synchrone Abspielen der Musik verwendet HomePod eine von Apple entwickelte drahtlose Peer-to-Peer-Direktverbindung, um miteinander zu kommunizieren.

Mit einem A8 Chip in jedem Lautsprecher ist jeder HomePod in der Lage, seinen eigenen Audiokanal – links oder rechts – abzuspielen und dabei den direkten vom indirekten Schall zu trennen. Mit dem Update heute soll es gehen.

Nachdem K2 uns zu einem Apple Music-Abonnement gedrängt hat, haben wir die Familievariante gewählt. Als überzeugter Jäger und Sammler glaube ich immer, dass ich Musik besitzen muss. K2 meint, die Musik müsse nur verfügbar sein. Naja, auf jeden Fall passt Apple Music zum HomePod und es wird wohl die weiße Variante werden. Und im Moment reicht auch ein Lautsprecher. Nun, Siri streng dich an. Alexa wartet schon auf dich. 

Beatles in London auf Schritt und Tritt

9. Juni 2018

Die British Invasion wird in London weiterhin hochgehalten. Die Beatles sind in der britischen Hauptstadt London auch heute überall zu finden. Als Fan der Pilzköpfe halte ich John, Paul, George und Ringo halte ich die Beatles schlichtweg für die beste Band der Welt. Und das wissen die Londoner und ziehen daraus Kapital. Vor dem Geschäft des berühmten Musikgeschäfts His Masters Voice ist noch eine Plakette eingeladen, die an die ruhmreiche Vergangenheit der Beatles und HMV erinnert.  

Auf dem Weg zum Sherlock Holmes Museum entdeckte ich den größten Beatles Merch-Laden mit allerlei Plunder und Schätze – den London Beatles Store. Als Schätze waren dort neben der Kasse Vinyl-Singles aus Japan zu finden. 40 britische Pfund für das 007-Lied Live and let die von Paul waren ok, wollte ich aber dann doch nicht ausgeben. Dann gibt es allerlei Originalautogramme im mindestens vierstelligen Bereich, die aus finanziellen Gründen auch ausschieden, aber nett anzusehen sind. 

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Goldene Schallplatten (Nachpressungen) für rund 150 Euro sind interessant, passen aber nicht ins Handgepäck. Dann gibt es natürlich die üblichen Tassen, T-Shirts, Poster, Gitarrenplektren, Aufkleber, Aufnäher – eine ganze Reihe von Spielzeugautos und U-Booten oder Manschettenköpfen oder John Lennon-Brillen. Was ich nicht verstehe, warum es nie neue CDs, LPs oder DVD/Blu Rays in diesen Läden gibt. Naja, die Gattin erwarb ein zweiseitiges Yellow Submarine-Puzzle. Die Teile sind nicht optimal ausgeschnitten und der Zusammenbau in der Heimat war aufgrund des schlechten Materials nicht reibungslos. Aber die Idee dahinter ist wirklich nett. 

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Beatles Füller von Montblanc

Sehr viel hochwertiger begegneten uns die Beatles beim Luxuskaufhaus Harrods. In der Papeterie-Abteilung von Harrods schaute ich bei Montblanc vorbei, um mir die 2017-Edition der Beatles Stifte anzusehen, die in der Reihe Great Characters veröffentlicht wurde: Füller, Kugelschreiber und Roller Ball. Ich probierte den Füller aus und verliebte mich in das exklusive Schreibgerät im Graphit Grau und Regenbogen, wir sind ja schließlich im Jahr von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Die bunten Streifen sind eine Hommage an die Kostüme der Beatles. Die Feder in Federstärke M besteht aus 585er Gold und ist Ruthenium beschichtet. Der Clip verweist auf den berühmten Schnurrbart der Beatles. Ja, ich hab mich in die Schreibgeräte verliebt und als Wertanlage sind die Stifte auch interessant. Wenn da nicht die hohen Investitionskosten wären, wir sprechen ja über Stifte. 

Eine Augenweide - der Beatles Füller von Montblanc.

Eine Augenweide – der Beatles Füller von Montblanc.

London – meine Enttäuschung bei HMV und Co

8. Juni 2018
Früher bin ich mit einem leeren Koffer nach London geflogen und kam mit einem Koffer voller Schallplatten zurück.

Früher bin ich mit einem leeren Koffer nach London geflogen und kam mit einem Koffer voller Schallplatten zurück.

Als Jugendlicher bin ich oft nach London gefahren, denn London war für mich das Mekka der Pop-und Rockmusik in Europa. Ich bin mit einem leeren Koffer in die Stadt gefahren, verbrachte Tage in Schallplattenläden und bin mit einem vollen Koffer wieder zurückgefahren. So baute ich mir in der Vergangenheit eine stolze LP- und Singlesammlung auf, von der Stadt London selbst mit den Sehenswürdigkeiten hatte ich einige Jahre nichts gesehen. 

Früher war es für mich der erste Anlaufpunkt: HMV

Früher war es für mich der erste Anlaufpunkt: HMV

Jetzt bin ich wieder mit meiner Familie nach London gefahren und suchte die Wirkungs- und Konsumstätten meiner Jugend auf. Meine Tempel der Jugend waren einst die Filialen von Tower Record oder die Zweigstellen von His Masters Voice (HMV). Und dann gab es noch viele kleine Plattenläden. Und heute traf ich wieder auf HMV an der 363 Oxford-Street und ich war enttäuscht. Amazon hat zugeschlagen und das Musikgeschäft auf den Kopf gestellt. Hatte ich früher seltene Ausgaben gefunden, habe ich heute nur Standardware gesehen. Die Preise waren etwas teuerer als bei Amazon, ein paar Sachen waren billiger. 

Das wirkliche Geschäft macht der Laden wohl weniger mit Musik als vielmehr mit Merch-Zeugs wie Funko Pop-Figuren, T-Shirts oder Tassen. Die Abteilungen für DVDs und Blu Rays waren bei meinem Besuch kaum besucht, einzig in der blutigen Horror-Abteilungen tummelten sich ein paar Fans. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass diese Schlachter-Filme nicht per Video on Demand bei Netflix und Co zu bekommen sind. Ein gewisses Revival hat wohl die Vinyl-Abteilung. Es gab einige Reihen mit Schallplatten für teures Geld, aber kein Vergleich zu den schwarzen Scheiben meiner Jugend. Ich selbst war auf der Suche nach Picture Discs von Soundtracks und habe nicht eine Scheibe gefunden. Ich habe vor Frust in der kleinen Soundtrack-Abteilung zwei, drei Scores auf CD gekauft, die es bei Amazon auch gegeben hätte.

Ich sag es nicht gerne: Bei meinem nächsten Besuch spare ich mir den Besuch von HMV und Co und werde mich den Sehenswürdigkeiten von London widmen.  

Wenn der Weg London – München über Hannover führt

7. Juni 2018

Wäre ich doch gleich mit der Bahn gefahren: Hinterher ist man immer schlauer. Ursprünglich wollte ich mit der Bahn unter dem Ärmelkanal hindurch nach London fahren, aber die Familie entschied aus Preisgründen zu fliegen. Das TUI-Reisebüro in Kissing organisierte uns eine super Reise und ich bin mit der Dienstleistung voll zufrieden. Klare Empfehlung an das TUI Reisecenter. 

Alles klappte prima: Hinflug mit British Airways, Hotel (mit WLAN), Touren und dann kam der Rückflug mit BA zurück nach München. Der Abflug ab London Heathrow verzögerte sich. Über Deutschland herrschte Gewitterstimmung. Es donnerte und schepperte in den Wolken. Unser BA-Pilot meinte, dass es am Flughafen München einen Rückstau von Flugzeugen aufgrund des Wetters gebe und wir daher eine Dreiviertelstunde Verspätung haben würden. Ursprünglicher Start war auf 20:30 Uhr terminiert. Nach einer Stunde des Wartens starteten wir, weil München wohl grünes Licht gegeben hatte. Der Flug verlief problemlos, ich verschlief die meiste Zeit. Über München wachte ich auf und stellte fest, dass wir um die bayerische Landeshauptstadt kreisten – Runde um Runde. Mittlerweile war es 0:30 Uhr geworden. Wir wollten eigentlich um 23:30 Uhr landen, doch wir verbrachten ja eine Stunde auf dem Rollfeld in London. München hatte grünes Licht gegeben und wahrscheinlich hat so ein Held vergessen, dass zwischen London und München eine Stunde Differenz besteht. Um 0:30 Uhr war der Flughafen München für uns geschlossen – wir in Bayern haben schließlich ein Nachtflugverbot. Zudem seien zahlreiche Flughäfen in Deutschland geschlossen. 

Unser aufmerksamer Pilot funkte mit der British Airways-Zentrale und es wurde nach einem Landeplatz für uns gesucht. Deutschland sei dicht, hieß es aus dem Cockpit. Sogar ein Rückflug nach Großbritannien wurde diskutiert, aber ein Flughafen in Deutschland würde uns noch eine Landeerlaubnis geben. Ich dachte an Stuttgart oder Nürnberg – es wurde allerdings Hannover. Zwischen München und Hannover ist es doch eine gewisse räumliche Distanz. 

Da sitzt man halt in Berlin herum.

Da sitzt man halt in Berlin herum.

Also ab nach Hannover und dort wurde problemlos gelandet. Aber natürlich war der Flughafen um diese Uhrzeit nicht voll besetzt. Eine Notmannschaft wurde zusammengetrommelt. Ein Bus wurde organisiert und Hotels galt es für Fluggäste abzutelefonieren. Mit den Hotels sah es schlecht aus, sehr schlecht. Und die Stimmung an Bord der Maschine wurde immer schlechter. Ein Familienvater machte Stimmung, schlechte Stimmung. Es ist Wahnsinn, was Druck aus Menschen macht. Der Mann wurde ausfällig und polterte durch das Flugzeug. Er werde jetzt aussteigen und schimpfe wutschnaubend durchs Flugzeug zum Ausgang. Den Mann sah man später im Flughafenbus wieder. Sein Aufregen hatte ihm nichts genutzt. Und es ist interessant wie unter Druck lauter Luftfahrtexperten an Bord sind, die wunderbare Lösungen in der Tasche haben. Hauptsache Luft wackelt und sich wichtig machen – Druck zeigt den wahren Charakter der Menschen. 

In Hannover steppt der Bär.

In Hannover steppt der Bär.

Naja gegen 1:30 Uhr entschied der Familienrat: Wir bleiben am Flughafen Hannover über Nacht und fahren mit einem der ersten ICE nach München. Noch im Flugzeug wurden die Zugtickets über die Bahn-App erstanden. Wir mussten am Flughafen nur noch ein paar Stunden Zeit totschlagen. In Hannover hatte ein Schnellimbisrestaurant und eine Bäckerei geöffnet und wir machten es uns als Familie auf Sitzplätzen im Abflugbereich bequem. Nur nicht einschlafen und den Zug verpassen. Als Papa unterhielt ich abwechselnd mit meiner Frau die Kinder, kaufte Pommes und Cola und streifte durch den Abflugbereich.

Nein, das Angebot ist zeitlich nicht interessant.

Nein, das Angebot ist zeitlich nicht interessant.

Mit der BA nach München fliegen wollten wir nicht. Die Crew braucht mindestens 12 Stunden Entspannung, also Rückflug nicht vor 14 Uhr. In Wahrheit kam um 10:49 Uhr eine SMS, dass der Flieger um 17:45 Uhr starten würde. Um 10:41 Uhr waren wir mit dem ICE in München. Außerdem musste meine Frau ab 19 Uhr in München unterrichten. 

Morgens um 5:36 Uhr die S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof Hannover genommen und wir sind gleich kontrolliert worden. Die halbe Stunde bis zur Abfahrt des ICE 581 nach München war die schlimmste Zeit. K1/2 waren komplett übermüdet und schliefen fast im Stehen. Die Kinder taten mir leid und als der ICE aus Hamburg einfuhr, mussten wir Reisende von unseren reservierten Plätzen vertreiben. Dann sitzen, endlich sitzen und schlafen. Die Kinder schliefen sofort ein und ich schaute mir einen Film am iPad an. Viel mitbekommen habe ich allerdings nicht. Ab Aschaffenburg war nicht mehr an Schlaf zu denken. Eine Fußballmannschaft bestieg sturzbetrunken den Zug, soff Bier, grölte herum und spielte Musik. Bitten um Ruhe wurden nur kurzzeitig berücksichtig, also entschieden wir uns, die Fußballer um Bier zu bitten und mitzutrinken. Die Müdigkeit und der Alkohol sorgten nicht unbedingt dafür, dass ich fit wie ein Turnschuh war. Irgendwann waren wir dann zu Hause. Frau und Kinder gingen sofort ins Bett, ich duschte noch und fiel dann in den Schlaf. Wäre ich doch gleich mit dem Zug gefahren. 

Genervt im ICE nach München.

Genervt im ICE nach München.