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Musiktipp: Hang on to Your Hat von Video Game Jazz Orchestra

2. Januar 2021

Das erste Mal habe ich das Label Black Screen Records 2019 bei der GamesCom in Köln entdeckt und war angetan über das Angebot an Scores zu Videogames. Ihr Schwerpunkt liegt auf hochwertigen Vinylpressungen. Und als Freund von Retro-Games musste ich bei dem Album Hang on to Your Hat einfach zuschlagen.

Auf der GamesCom 2019 hab ich das Label für mich entdeckt.

Es ist die legendäre Musik von Super Mario 64, aber in einem neuen Sound – und wenn ich neu schreibe, dann meine ich auch wirklich neu. Der Score wurde als Bigband-Arrangement in Nashville in den Ocean Way Studios eingespielt und nistete sich sofort in mein Ohr ein. Interpreten sind das Video Game Jazz Orchestra.

Nachdem ich die Musik bei AppleMusic geladen hatte, musste ich mir die Veröffentlichung als Doppelalbum auf 180 Gramm Vinyl holen und bin hin und weg von dem Sound von Super Mario 64. Die zeitlosen Melodien stammen von japanischen Maestro Koji Kondo.
Das Album „Hang on to Your Hat“ ist in einer eindrucksvollen, geprägten und goldfolierten Gatefold-Hülle erscheinen und enthält ein 8-seitiges 12″-Booklet, gestaltet von Rozen & Isa Alcántara mit zusätzlichem Layout von Dane Baudoin. Mit stimmungsvollen Art-Deco-Details von José Acosta Calva und Innenillustrationen von David René Christensen macht es Spaß beim Durchblättern. Die Musik ist erhältlich auf rot/blauem, goldenem/goldenem und schwarzem/schwarzem Doppelvinyl. Ich hab die goldene Version. Es gibt noch ein Grün/Blaues Vinyl exklusiv erhältlich bei Materia Collective .

Also nichts wie zurücklegen, Hang on to Your Hat hören und an Mario und Bowser denken – und vielleicht mal wieder zocken.

Mein persönlicher Jahresrückblick 2020

31. Dezember 2020

Ich denke, ich muss nichts mehr schreiben: 2020 war ein Desaster, privat und geschäftlich. Und trotz der schlechten Situation gab es bei mir Weichenstellungen in eine hoffentlich optimistischere Zukunft.
Der drastische Einschnitt des Jahres war der Tod meines Vaters am 8. Mai. Er starb nicht an Corona. Zusammen mit meiner Frau war ich in der Stunde seines Todes im Krankenhaus an seinem Bett mit dabei. Um 4.11 Uhr verstarb er. Die Erinnerungen kommen immer wieder hoch. Er fehlt uns allen sehr und sein Tod hat mein Jahr geprägt. Seine Beerdigung fand unter strengen Corona-Auflagen im ersten Lockdown mit wenigen Trauergästen statt.

Bloggen aus dem Dorf im Lockdown
In der Phase des ersten Lockdowns ging ich mit meinem Blog redaktion42 auf die sublokale Ebene. An 45 Tagen berichtete ich aufeinanderfolgend über mein Dorf in dem ich wohne und wie die Bewohner mit Corona umgingen. Ich machte das, was ich einstmals gelernt hatte: Klassischen Tageszeitungsjournalismus im Blogformat mit Texte, Fotos und Videos. Die Resonanz war überwältigend. Jeden Tag um 7 Uhr stellte ich einen neuen Blogpost online. Verbreitet wurde er auch über die örtliche Facebookgruppe mit rund 2000 Mitgliedern. Es war ein riesiger Erfolg: Die Zugriffe explodierten und ich wurde beim Einkaufen, beim Bäcker, beim Tanken und beim Spazierengehen auf den Blog angesprochen. Ich werde aus den Posts noch ein eBook machen und es kostenlos zum Herunterladen anbieten, quasi eine Zweitverwertung. Mein Vorhaben war, Corona aus der Sicht einer kleinen Gemeinde westlich von München darzustellen und ich wollte auch ein bisschen die örtlichen Lokalzeitungen ärgern. Ich wollte ihnen zeigen, was Blogs im Lokalen ausrichten können. Als der Blog richtig Fahrt aufgenommen hat, verstarb mein Vater und ich hatte erst mal den Nachlass zu ordnen.

Mein Eindruck war: Im ersten Lockdown zogen wir alle an einem Strang, waren rücksichtsvoll und ausgeglichen. Im zweiten Lockdown ist meines Erachtens nicht soviel davon geblieben. Egoismus ist allerorts anzutreffen. Mal sehen, vielleicht nehme ich den sublokalen Blog im dritten Lockdown wieder auf, der wohl kommen wird.

Neue Geschäftsmodelle gefragt
Mit Corona brach ein Teil meines Geschäftsmodells zusammen. Ich war bis Corona dreimal die Woche in Deutschland an Schulen mit dem Thema Medienkompetenz unterwegs. Hinzu kamen Wochenend-Seminare und Abendveranstaltungen in Bayern. Das alles brach weg. Eigentlich wollte ich im Sommer das zehnjährige Bestehen meines Unternehmens redaktion42 mit einer fetten Party feiern. Daraus wurde nichts.

Ich packte im März meine Reisekoffer aus und hängte alles in den Schrank. Soforthilfe oder ähnliches gab es für mich nicht. Neidvoll schau ich auf Lufthansa, Automobilindustrie oder die Tourismus-Industrie.
Wie heißt es, in der Krise liegt die Chance. Ich tastete mich mit Online-Schulungen vor. Ein guter Kunde, die Hanns-Seidel-Stiftung, entpuppte sich als agiler Bildungsanbieter und ließ ihren festangestellten Referenten freie Hand. So entwarfen wir Woche für Woche neue Konzepte für Seminarmodelle, probierten Software wie Zoom, GotoWebinar oder Jitsi aus. Ich eignete mir eine digitale Didaktik an, investierte größere Summen in Studiotechnik wie Kameras, Greenscreen, Videomischer, Beleuchtung, Mikros und mehr. Höhepunkt war sicher ein Zwei-Tages-Streaming aus dem Wohnzimmer zur US-Wahl.

Experimente mit Greenscreen.

Ich wurde gebucht und durfte einige Bildungsanbieter in Bezug auf Online-Schulungen schulen. Leider gibt es noch zuviele schlechte Webinare da draußen, Webcam und PowerPoint reichen nicht. Die finanziellen Verluste der Präsensseminare wurden natürlich nicht durch die Einnahmen der Online-Schulungen aufgefangen, aber ich kam mit einem blauen Auge davon. Es ist klar: Der Weg der Digitalisierung lässt sich nicht mehr zurückdrehen und das ist gut so.

Neues Hobby und neuer Blog
Durch Corona hatte ich mehr Zeit. Während andere Leute diese Zeit nutzten und neue Sprachen lernten oder Netflix leer schauten, entdeckte ich für mich ein neues Hobby: Golfen

Zusammen mit meiner Frau und K2 machten wir einen Platzreifekurs auf der Golfanlage in Rottbach. Ich habe im Golfen eine neue Art der Freizeitbeschäftigung gefunden: Es ist enorm anstrengend, ich bin an der frischen Luft und es kostet gewaltige Konzentration. Es ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung, die es in sich hat. Ich war fast jeden Tag auf dem Golfplatz und ich rief meinen Golfblog Golffieber42 ins Leben, der sich gut entwickelt. Golf ist ein prima Hobby für mich, trotz den doofen Sprüchen aus dem Bekanntenkreis.

Und ich entdeckte das Fahrradfahren (wieder). Da Reisen dieses Jahr 2020 nicht möglich waren, machten wir Urlaub zu Hause im Garten (oder auf dem Golfplatz). Genau rechtzeitig wurde bei uns ein neuer, sehr schöner Radweg mit Namen Räuber-Kneißl eröffnet.

Familie gefestigt
Durch Corona hat sich unser Familienleben verändert. Die Gattin war und ist durch ihren Job voll eingespannt und kommt kaum zum Durchschnaufen. Sie kann ins Büro radeln oder zu Fuß laufen und ist dort die meiste Zeit am Telefon, in virtuellen Konferenzen oder beantwortet Mails und ich unterstütze meine Frau wo ich nur konnte. Zusammen stellten wir eine geniale Aktion auf die Beine.

Das Internet lief zu Hause heiß: Die Kinder hatten Teams-Konferenzen, versuchten mit Mebis zu arbeiten, um Home-Schooling zu bewerkstelligen. Insgesamt ist es eine Schande, wenn ich die Digitalisierung in der Schule sehe. Und es ist eine noch größere Schande, weil ich mit diesem Thema seit Jahren an den Schulen unterwegs bin und vertröstet werde.

Auf jeden Fall kochten wir täglich alle zusammen und verbrachten viel Zeit miteinander. Da wir uns an die Kontaktbeschränkungen hielten, bekamen wir kaum Besuch. Mit meiner Mutter konferierte die Familie via FaceTime. Ich bin dankbar, dass meine Mutter mein abgeschriebenes iPad verwenden kann und es auch nutzt. Digitalisierung ist auch für die ältere Generation kein Fremdwort.

Mitte Parsifal und rechts Atari – ganz links bin ich.

Im Sommer verstarb ein geliebtes Haustier: Sinatra unser alter treuer Wellensittich. Nun ist Dr. Watson alleine und steht mit seinem Käfig bei uns im Wohnzimmer und piept in jeder familiären Unterhaltung mit. Die Familienkonferenz entschied, dass kein weiterer Sittich angeschafft wird, dafür aber zwei junge Kater. Wir bekamen sie von der vorbildlichen Tierauffangstation in Maisach. Die beiden Kater hießen dort Rocky und Mailo, aber wir taufen die Herrschaften um in Parsifal und Atari um. Egal welchen Namen die tragen, so richtig folgen sie auf keinen. Meine Frau wurde zugegebenermaßen bei der Namensvergabe etwas überrumpelt. Parsifal kommt von Richard Wagners letzter Oper und Atari von meiner ersten Videospielkonsole Atari 2600. Seitdem toben die Herrschaften in der Hütte und wir haben die neuen Rabauken lieben gelernt. Die Entscheidung für Parsifal und Atari war eine richtige Wahl zum Wohle aller.

Riga samt Heinz Erhardt
Eigentlich war ich beruflich viel auf Achse, aber aufgrund Corona kam alles zum Erliegen. Zusammen mit meiner Frau machte ich zu Jahresbeginn eine einwöchige Reise nach Riga, der Hauptstadt Lettland. Ich hab von dort ausführlich gebloggt und ich habe es vor allem genossen. Ich war früher schon mal in der Stadt und konnte meiner Frau ein bisschen was zeigen. Organisiert hat die Reise eine Freundin und Arbeitskollegin und eigentlich wollten wir 2021 wieder mit ihr ins Baltikum. Daraus wird zumindest 2021 nichts, aber ich zehre von der Riga-Fahrt noch immer mit vielen Erinnerungen und Eindrücken. Und ich habe Heinz Erhardt wieder für mich entdeckt, der in Riga aufwuchs.

John Williams – mein einziges Konzert
Und der musikalische Höhepunkt des ganzen Jahres und darüber hinaus war das Weihnachtsgeschenk 2019 meiner Frau: Ich bekam eine Karte für das John Williams Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Ich war so gerührt, dass wir noch für die ganze Familie Karten besorgten. Finanziell war es schon ambitioniert, aber wir alle genossen Wien und den wichtigsten lebenden Filmkomponisten, der mit den Wiener Philharmonikern und Anne-Sophie Mutter spielte.

Ich kann nur sagen: Es war mir eine Ehre bei so einem Ereignis dabei zu sein. Die ganze Familie war total aus dem Häuschen. Es war zudem das erste Konzert, bei dem ich dabei war, was auch als CD und Bluray herauskam – ich bin im Film sogar mal zu sehen, kurz, aber immerhin. Für 2020 hatte ich noch weitere Konzertkarten zu Elton John und Yes, aber die musikalischen Ereignisse wurden erst mal verschoben. Ich hoffe, dass wir die Künstler noch mal sehen können und wir nicht auf den teuren Tickets sitzen bleiben.

Vinyl lebt
Also bleibt nichts anderes übrig, als Musik von der Konserve oder via Stream zu hören. Ich machte mir dafür selbst ein Geschenk. Seit Jahren spielte ich mit dem Gedanken mir wieder einen Schallplattenspieler anzuschaffen. Ich hab zwar Modelle von Dual und Technics, aber ich als Retro-Liebhaber wollte ich mir eine besondere Freude machen: Einen Braun PT4 in weiß.

Und ein neuer Player will neues Futter haben. Zum Glück erschien der Gesamtkatalog von Kraftwerk in farbigen Vinyl. Und ich höre auf dem Schallplattenspieler meist abends bei einem Glas Rotwein Jazz-Platten und lasse mich treiben.


Meist lese ich in einem Filmbuch um abzuschalten, aber wirklich gefesselt hat mich 2020 wieder und wieder die Geschichte „die Maske des Roten Todes“ von meinem Lieblingsautor Edgar Allan Poe, die da endet: „And Darkness and Decay and the Red Death held illimitable dominion over all“. („Und unbeschränkt herrschte über alles mit Finsternis und Verwesung der Rote Tod.“) Mehr gibt es über 2020 nicht zu schreiben.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und bleibt gesund.

Musiktipp: Kraftwerk: Trans Europa Express auf weißem Vinyl

17. November 2020

Bis Corona war ich ein ausgiebiger Nutzer der Deutschen Bahn und legte meine Fahrten grundsätzlich mit der Bahn zurück, weil ich es für sinnvoll halte und den Individualverkehr vermeiden möchte. Und die Musik, die ich beim Bahnfahren im Ohr hatte, war natürlich Kraftwerk mit ihrem Trans Europa Express. Jetzt ist dieses legendäre Album wieder auf Vinyl veröffentlicht worden – in einer Sonderauflage Trans-Europa Express in weißem 180 Gramm Vinyl. Es ist die musikalische Fassung von 2009. Und als Fan musste ich hier zuschlagen und erwarb die deutsche Ausgabe der Schallplatte.

Über den Einfluss auf die Musikwelt muss ich nichts mehr schreiben. Die Band Kraftwerk hat nach eher experimentellen Alben nun 1977 ihre Stil gefunden und die Musik auf den Kopf gestellt. Hip-Hop, Techno und Electronic wären ohne Kraftwerk unmöglich. Ich persönlich verbinde mit Trans Europa Express immer einen Besuch im Cafe Hawelka in Wien. Wie es die Legende will, war Kraftwerk auch einstmals dort und verewigte das Kaffeehaus mit den Zeilen „In Wien sitzen wir im Nachtcafé“.

Nun, ich werde mir einen schöne Tasse Bohnenkaffee machen und dem Trans-Europa Express lauschen und mich an die Fahrten mit der Bahn vor Corona erinnern. Meine Lieblingssongs sind Trans Europa Express, Schaufensterpuppen und Europa Endlos.

Musiktipp: Kraftwerk – Autobahn in farbigem Vinyl

29. Oktober 2020

Was war das Lied, das ich mit meinen Eltern gesungen habe, als wir in den Sommerurlaub fuhren? Richtig geraten. Wir sangen die legendären Zeilen: „Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal. Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl.“

Autobahn in Blau

Das Album hieß Autobahn von Kraftwerk und dieses Werk veränderte alles. Hörte ich bis dahin als Kind Rock und Pop, veränderte Kraftwerk meine Sicht auf die Welt. Als 1974 das Album Autobahn erschien, war ich noch zu klein. Ich hab es wohl zu Beginn der Achtziger Jahre gehört und genossen. Autobahn war das vierte Album der Band, die zuvor eher im Experimentalbereich und Krautrock angesiedelt war. Mit Autobahn fand Kraftwerk seine Richtung und stürmte die Hitparaden auch außerhalb Deutschlands. Der monoton-repetitive Aufbau der Songs faszinierte mich ungemein und noch heute summe ich die legendären Zeilen, wenn ich mit meiner Familie auf der Autobahn unterwegs bin.

Daher musste ich mir die limierte Auflage in farbigen Vinyl einfach kaufen, die im Oktober 2020 auf den Markt kam.

Musiktipp: Kraftwerk – The Mix in farbigem Vinyl

26. Oktober 2020

Natürlich kann eine Band wie Kraftwerk nicht einfach ein Greatest Hits-Album auf den Markt bringen. Nein, es musste im Juni 1991 schon etwas Besonderes sein und so kam es zu The Mix. Die Songs des Albums wurden neu abgemischt, neu arrangiert oder gar neu aufgenommen. Im Oktober 2020 kam The Mix als farbiges 180 Gramm Vinyl in limitierter Auflage auf den Markt und ich musste zuschlagen.

Es gibt eine englische und eine deutsche Ausgabe, wobei ich dieses Mal zur englischsprachigen Vinylscheibe von The Mix gegriffen habe, weil ich die deutsche Ausgabe verpasst habe. Vielleicht habe ich noch die Gelegenheit zum Nachkaufen zum vernünftigen Preis. Zudem höre ich, dass bei der deutschen Ausgabe ein Pressfehler von Warner vorliegt – nach Roboter soll die Platte hängen.

Als Purist habe ich immer meine Probleme, wenn Musikalben remastered werden. Oftmals kommt eine Verschlimmbesserung heraus. Im Falle von The Mix ist es aber eine Verbesserung: Analog wird digital und bei Kraftwerk sprechen wir von elektronischer Musik, die auf digitalem Equipment einfacher fetter und voller klingt. Mein Musiktipp dieser Doppel-LP: Einfach alles.

Meine Lieblingssongs aus James Bond Filmen

21. Oktober 2020

Das 25. Abenteuer von meinem Lieblingsagenten James Bond scheint unter keinen guten Stern zu stehen. Die Dreharbeiten dauerten länger als erwartet, dann wurde der Kinostart wieder und wieder verschoben. Zeit sich also positiveren Dingen zu widmen. Der Musik in James Bond-Filmen.

Der neueste James Bond-Titelsong von Billie Ellish No Time to die

Die Titelmelodien zu Bond-Filmen sind eine Klasse für sich. Viele Ohrwürmer wurden produziert. Zeit also, eine Liste meiner Lieblingstitelstücke zu erstellen, was absolut schwer ist. Rein subjektiv hier meine persönliche Top Ten:

Shirley Bassey: Goldfinger
Sheena Easton: For your Eyes only
Louis Armstrong: We have all the Time in the World (obwohl es kein Titelsong ist)
Shirley Bassey: Diamonds are forever
Nancy Sinatra: You only live twice
Tom Jones: Thunderball
Carly Simon: Nobody does it better
Paul McCartney: Live and Let die
Adele: Skyfall
Billie Ellish: No Time to die

Kritiker werden bemängeln, dass hauptsächlich frühe Bond-Titelmelodien in meiner Aufzählung zu finden sind. Ausnahme sind die Songs von Adele und Billie Ellish. Zwar sind Madonna, Tina Turner, Sherly Crow oder Duran Duran große Stars, aber die Lieder haben mich nicht gepackt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann hätte ich Shirley Bassey mit Moonraker auch in meine Top-Ten statt Adele oder Billie Ellish geholt, aber dann hätte mich ganz als alten Mann entpuppt.
Billie Ellish ist also die neueste Interpretin und zunächst mochte ich ihr No Time to die überhaupt nicht. Ihre Art des Gesangs und der Interpretation gefiel mir nicht, aber ich habe mich reingehört. Wer den gälischen Namen von Elisabeth trägt, den höre ich gerne zweimal, dreimal zu. An ihren Soprangesang musste ich mich erst einmal gewöhnen – vor allem wenn man so stimmgewaltige Sängerinnen wie Shirley Bassey bei Bond-Lieder mag. So wandelt sich eben die Zeit. Ich mag die Klasse von Sean Connery und finde Daniel Craig einen schlechten Bond-Darsteller, aber ich habe mich an seine rüpelhafte Bond-Interpretation gewöhnt. Ebenso geht es mir mit Billie Ellish und ihrem Flüstergesang. Aber der jüngsten Sängerin eines Bond-Liedes will ich eine Chance geben, aber was mich wirklich aufregt ist, dass Hans Zimmer für das orchestrale Arrangement zuständig war. Und nein, ich mag Hans Zimmer überhaupt nicht und halte ihn für vollkommen überschätzt als Soundtrackproduzenten. Als Geldverdiener hat er meinen Respekt, also Lieberhaber von Scores sicher nicht.

Nun, ich habe mir die Amazon-Sonderedition der Single No Time To Die in durchsichtigen, eisfarbenen Vinyl gekauft, die dann auch ins Archiv zu den anderen Bond-Singles wandert. Und dann beginnt das lange Warten auf den 25. James Bond Film.

Musiktipp: Techno Pop von Kraftwerk in weißem Vinyl

16. Oktober 2020

Kann elektronische Musik Ohrwürmer hervorbringen? Ja, sie kann es, wie sich wunderbar am Album Techno Pop von Kraftwerk aus dem Jahre 1986 zeigen lässt. Kaum höre ich die ersten Klänge der Songs der ersten Seite Boing Boom Tschak – Techno Pop und Musique Non-Stop so ist es um mich geschehen.

Ich bekomme die Musik von Techno Pop nicht mehr aus dem Kopf. Das lag sicherlich daran, dass Musique Non-Stop ein computeranimiertes Video hatte, das bei MTV damals rauf und runter gespielt wurde und sich in meinem Kopf einnistete. Vielleicht begann damals auch mein Interesse für Computeranimation, das mich später zu einem Beruf führte.

Daher war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir dieses Ohrwurm-Album Techno Pop auf Vinyl zulegen musste, nachdem eine Sonderausgabe der Kraftwerk-Alben in farbigen Vinyl im Oktober 2020 erschien. Techno Pop kommt in weißem Vinyl daher.

Eigentlich hieß das Album einstmals Electric Café und erschien in englisch, deutsch und spanisch. 2009 wurde der Titel geändert und das Album überarbeitet – und so liegt es nun auch in der farbigem Vinylfassung vor.

Musiktipp: Kraftwerk: Tour der France in rotem und blauem Vinyl

15. Oktober 2020

Diesen Sommer war ich viel mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn ich meine Runden drehte, hatte ich Kraftwerk im Ohr. Das Album Tour de France.

Die erste Disk ist in Blau, die zweite in Rot.

Einst hieß das Album noch Tour de France Soundtracks, jetzt ist es unter Tour de France erhältlich – und es gibt eine Neuauflage der 180 Gramm-Vinyl-Ausgabe in Blau und Rot und natürlich limitiert, um den Preis nach oben zu treiben. Als Fan der deutschen Musikrevolutionäre musste ich mir die limitierte Ausgabe Tour de France natürlich gleich besorgen. Es handelt sich um die musikalischen Ausgabe des Jahres 2009. Ralf Hütter hat lediglich das Booklet überarbeitet.

Tour der France war das letzte offizielle Studioalbum und stammt aus dem Jahr 2003. Fans wissen, dass bereits 1983 eine Single zu Tour de France veröffentlicht wurde. Kraftwerk-Guru Ralf Hütter und das damalige Mitglied Karl Bartos waren ja große Radfahrer vor dem Herrn.

Bei dem vorliegenden Album gibt es keine unterschiedlichen Sprachausgaben. Viele Kraftwerk-Alben erschienen ja in Deutsch und Englisch. Gesungen, bzw interpretiert wird auf Deutsch, Englisch und natürlich in Französisch. Übrigens, Tour de France war das einzige Nummer eins Album in Deutschland. Für mich die besten Songs sind noch immer: Tour de France, Aéro Dynamik und Elektro Kardiogramm.

Musiktipp: The Rise of Skywalker von John Williams

11. August 2020

Sammlung komplettiert.

Sammlung komplettiert.

Es sind nur noch ganz wenige Tage hin, dann erscheint das Wiener-Konzert von John Williams auf Bild- und Ton-Datenträger. Bis es soweit ist, lausche ich seiner Musik des neunten Teils von Star Wars: The Rise of Skywalker.
Ich hatte mir die CD Star Wars: The Rise of Skywalker gleich nach Erscheinen zugelegt und wieder und wieder gehört. Jetzt war es an der Zeit, die Sammlung zu vervollständigen und ich habe mir die Vinyl-Ausgaben gegönnt, bevor die Preise explodieren. Neue Musik ist nicht auf der Doppel-LP Star Wars: The Rise of Skywalker, aber der Sammler braucht nunmal das Gesamtwerk.
Und ich habe mir die Doppel-Vinyl-Picture Disc Star Wars: The Rise Of Skywalker gekauft. Ich sammle Soundtracks auf Picture Discs und habe einige zum Leidwesen meiner Gattin. Ich weiß natürlich, dass der Ton schlechter ist als auf einer 180 Gramm Vinyl-Platte, doch es geht mir um das Bildmotiv. In der Regel haben A- und B-Seite verschiedene Motive und beim vorliegenden Score Rise of Skywalker haben wir vier unterschiedliche Bilder.

Das wäre mein Motiv für die Wand.

Das wäre mein Motiv für die Wand.

Allerdings finde ich die Fotos nicht unbedingt berauschend. Die Entscheidung, welches Motiv ich vielleicht hinter Glas aufhängen möchte, fällt mir in diesem Fall leicht. Ich nehme das Duell-Motiv mit den Sternenzerstörern im Hintergrund. Die beiden Schauspielermotive reizen mich nicht, weil ich mit den Figuren nicht aufwachsen und sozialisiert worden bin – ein Darth Vader oder Obi Wan haben für mich ein anderes Kaliber. Ich hätte gerne den Imperator gehabt, aber da konnte sich Disney wohl nicht durchringen.

Zur Musik muss ich nicht viel schreiben. Es ist John Williams und wer den Meister mag, hat sowieso schon lange zugeschlagen. Ich habe gelesen, dass er insgesamt 135 Minuten Musik komponiert haben soll. Das bedeutet, es kommt (hoffentlich) noch irgendwann eine erweiterte Fassung der Musik von The Rise of Skywalker heraus. Mit Star Wars will der Meister im betagten Alter von 88 Jahren aber nicht mehr weitermachen, egal wie sich Disney entscheidet.

Flüchtige Eindrücke von Lübeck – ein Spaziergang

16. September 2019

In diesem Blog habe ich über zahlreiche Ausflugstipps zu Lübeck gebloggt – einfach Lübeck in die Suchmaske eingeben. Hier noch ein paar kleinere Tipps und Impressionen aus dieser Stadt der Hanse.

Tanzbär Maria Magdalena
Am 22. Juli ist der offizielle Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena. Und eine interessante Skulptur der Maria gibt es auf dem ehemaligen Gefängnishof des Burgklosters, oberhalb des Europäischen Hansemuseums.
Die Lübecker sind Maria-Fans, denn sie soll bei der Schlacht von Bornhöved am 22. Juli 1227 die Feinde mit Sonnenlicht geblendet haben. Als Dankeschön bauten die Lübecker das Burgkloster oder Maria Magdalena-Kloster.

Ich schaute mir die Maria-Skulptur von Kiki Smith an, als ein älteres Ehepaar zu mir trat und sich über die Nacktheit der Maria beklagte. Nun, die US-amerikanische Künstlerin wollte mit ihrer Bronzeskulptur aus dem Jahr 1994 die Heilige als nackte Sünderin zeigen, die eine zerbrochene Eisenkette am Fuß trägt. Ich dachte ursprünglich, dass die Eisenkette aufgrund des ehemaligen Gefängnishofes angebracht war, aber falsch gedacht. Es sollte an einen Tanzbären erinnern.

„Wild Woman“ lautet der Titel der Skulptur im Original. Es ist die Geschichte von Maria von Ägypten, einer bekehrten Prostituierten, die aus Reue in die Wüste wandert. Der Haarwuchs, der ihren einst sündigen Körper verdeckt, ist das Resultat dieser langjährigen Buße und ein Zeichen der Scham und des göttlichen Schutzes. Vom vielen Beten auf den Knien ist ihr Haarkleid an diesen Stellen allerdings abgetragen.

Paradies für Musik
Wahrlich profan geht es weiter mit einem 2nd Hand Laden für Vinyl, CDs und Laserdiscs. Ich musste mich im Studio 1 zusammenreißen, dass ich nicht stundenlang in dem Geschäft verbrachte. Ich wählte aus dem Soundtrack-Regal ein paar Sachen aus, um meine Sammlung von John Williams, Jerry Goldsmith und Howard Shore zu vervollständigen. Im Bereich Picture Disc Vinyl Soundtracks habe ich leider nichts gefunden, dafür holte der Inhaber eine LaserDisc-Box mit der Götterdämmerung von Wagner aus dem Jahrhundertring hervor. Das Teil war noch original eingeschweißt. Der Händler empfahl mir, die Box zu öffnen, ob alles in Ordnung sei und siehe da, die LaserDiscs hatten Laser-Rot und gingen daher zurück. Sehr fair von dem Händler mich beim Kauf darauf hinzuweisen und daher klare Empfehlung für alle Musikfreunde in Lübeck.

Erinnerung an den Todesmarsch
Vor unserem Hotel war ein kleiner Grünstreifen und darauf stand eine Erinnungsstele an einen Todesmarsch. Diese Stele erinnert an den Todesmarsch von 500 Häftlingen aus Auschwitz und Mittelbau-Dora. Sie wurden im April 1945 durch Holstein getrieben. Die meisten verloren ihr Leben während der Cap Arcona Katastrophe am 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht.

Die Cap Arcona war das Flaggschiff der Hamburg-Südamerika-Linie. Es wurde nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt. Das Schiff wurde am 3. Mai 1945 durch britische Flugzeuge versenkt, wobei die meisten der an Bord befindlichen ca. 4.600 KZ-Häftlinge ums Leben kamen.

Marzipan-Schock
Lübeck steht für Marzipan – und ich hab das Glück, dass ich Marzipan nicht mag. Daher konnte ich ganz entspannt durch die Verkaufsräume von Marzipan Niederegger gegenüber dem Rathaus spazieren und mir die Naschereien ansehen. Ich bin begeistert, was die Künstler alles so produzieren.

Als ich meinem Netzwerk ankündigte, dass ich ein paar Tage in Lübeck verbringen würde, kam der Hinweis, dass ich unbedingt bei Niederegger Café am Rathausplatz einen Kaffee mit Marzipan trinken müsse. Hab ich gemacht. Der süße Trank hat einen um, eine Tasse war prima, aber mehr brauch ich auch nicht.

Kino im Verfall
Als Kinofan stimmen mich verlassene Filmpaläste traurig. In Lübeck traf ich auf so ein altes Lichtspielhaus: Das Eden Kino. Es hat eine lange Kinohistorie hinter sich. Es begann am 22. Mai 1919 als Volks-Kino Bürgerverein, 1920 firmierte es als Kammer-Lichtspiele, wechselte immer wieder den Besitzer, nannte sich ab 1928 Eden, überstand den Krieg und nach der Währungsreform waren wohl Westernfilme hauptsächlich im Programm. 1975 kamen Pornos dazu und später war es für zwei Tage ein Art-Kino und dann gab es wieder nackte Haut. 1985 wurde der Kinobetrieb eingestellt und das war es dann mit dem Kino. So ist der Lauf der Dinge, aber als Filmfan macht mich die ganze Sache traurig.

Wie beschrieben, sind das nur ein paar Eindrücke von Lübeck. Im Blog findet sich mehr und ausführlichere Tipps.