Die Konzertatmosphäre bei einem Auftritt des britischen Sängers Paul Armfield ist intim, warmherzig und tief emotional und sie hat mich bei seinem Privatkonzert in München sofort in den Bann gezogen. Ich tauchte tief in die Musik ein. Mit seiner akustischen Gitarre schaffte er es, durch seine sanfte Stimme und seine poetischen Texte eine fast meditative Stimmung zu erzeugen. Seine Musik bewegt sich zwischen Folk, Chanson, Americana und Kammerpop, oft getragen von leisen, melancholischen Tönen.
Es war kein Konzert zum Mitklatschen, sondern sein Publikum hört aufmerksam zu und lässt sich auf die feinen Nuancen seiner Musik ein. Zwischen den Liedern erzählte Armfield oft persönliche Anekdoten oder humorvolle Geschichten, was seine Auftritte sehr menschlich und nahbar machen. Wie viele Briten hat auch Paul Armfield eine Verbindung zur Natur. Gardening ist auf der Insel weit verbreitet und gerne hätte ich ihm den Englischen Garten in München gezeigt. Er wäre begeistert gewesen. Ein Teil seiner Lieder dreht sich um Bäume und erinnerten mich an das ehemalige Genesis-Mitglied Anthony Phillips, dessen ruhige Musik ich schätze.
Bei Paul Armfield hatte ich das Gefühl, nicht nur einem Musiker, sondern auch einem Geschichtenerzähler und feinsinnigen Beobachter zuzuhören. Die Atmosphäre ist dadurch fast familiär, und am Ende des Münchner Konzerts blieb ein Gefühl von Nachdenklichkeit und innerer Ruhe zurück. Viele Songs handelten von Zuhause („Home“), Bibliotheken, Bäumen – alles Stoff für nachdenkliches, fast meditatives Flair. Sein britischer Humor zeigte sich in Wortspielen und charmanten Kommentaren. Paul Armfield überzeugt mit einer warmen, entspannten Bühnenpräsenz. Er wirkte erfahren und souverän, ohne dabei distanziert zu sein. Seine ruhige Ausstrahlung und die Gelassenheit, mit der er seine Songs präsentiert, schaffen eine offene und einladende Atmosphäre, in der sich das Münchner Publikum auf dem Privatkonzert wohlfühlte. Ein Künstler zum Anfassen.
Die Musik von Armfield ist geprägt von emotionaler Tiefe und Sinnlichkeit. Seine klare, warme Stimme und die literarisch anmutenden Liedtexte erzeugten eine fast schon transzendente Stimmung. Paul Armfields Konzerte sind geprägt von Wärme, Intimität und einer tiefen emotionalen Verbindung. Seine entspannte Präsenz, die literarischen Texte und die klare Stimme schaffen eine Atmosphäre, in der sich das Publikum aufgehoben und berührt fühlt – ein Erlebnis, das lange nachklang.
Paul Armfield schaffte es bei seinem Konzerten eine intime Atmosphäre durch mehrere ineinandergreifende Elemente: Seine Auftritte fühlen sich an wie ein persönliches Gespräch – nah, ehrlich und berührend. Er interagiert mit dem Publikum, erzählt Geschichten und zieht die Zuhörer aktiv in seine Welt hinein. Armfield überzeugt mit einer warmen, entspannten Ausstrahlung, die sofort Vertrauen schafft. Diese Gelassenheit und Authentizität lassen das Publikum zur Ruhe kommen und sich auf die Musik einlassen. Seine Lieder sind kleine Geschichten voller Poesie, Tiefe und Wärme. Die Themen reichen von Erinnerungen über Natur bis hin zur Suche nach Verbundenheit. Diese Inhalte sprechen die Zuhörer auf einer emotionalen Ebene an und schaffen eine besondere Verbindung. Armfield setzt auf akustisches Spiel und eine klare Stimme, wodurch seine Musik unmittelbar und unverfälscht wirkt. Die Reduktion auf das Wesentliche – ohne unnötigen Schnickschnack – verstärkt das Gefühl von Intimität. Seine Konzerte laden zum Innehalten ein. Das Motto „Slowing down Time“ beschreibt treffend, wie Armfield mit seiner Musik eine entschleunigte, konzentrierte Stimmung erzeugt, in der das Publikum die Musik bewusst erleben kann. Ich kaufte mir gleich Vinyl-Platten wie Domestic
In den 90er Jahren war der Sound für mich vollkommen neu. Ich war ein Fan der traditionellen Elektronischen Musik wie TD, Kraftwerk oder JMJ. Aber war ich bei Kruder & Dorfmeister gehört habe, erweiterte mein Spektrum – und es gefiel mir verdammt gut. Nach all den Jahren konnte ich Kruder & Dorfmeister endlich live in der Isar Philharmonie München erleben – und es war ein Erlebnis.
Früher hatte man solche Musik in Clubs gehört, jetzt geht man in die Philharmonie, um diesen Sound zu genießen.
Gespielt wurde das Album „The K&D Sessions“ aus dem Jahr 1998, das inzwischen berühmt geworden ist. Es ist ein Mehrfachalbum, das hauptsächlich aus Remixen besteht und oft als Meilenstein in der elektronischen Musik bezeichnet wird. Der Sound ist eine Mischung aus verschiedenen Genres wie Dub, Jazz, Hip-Hop und elektronischer Musik. Diese Verschmelzung verschiedener Einflüsse schafft eine einzigartige Klanglandschaft, die viele Fans anzieht, wobei ich mit Hip-Hop am wenigsten anfangen konnte. Das tat der Stimmung in München aber keinen Abbruch.
Kruder & Dorfmeister sind bekannt für ihre Pionierarbeit im Downbeat- und Trip-Hop-Genre. Ihre Musik ist oft entspannt, atmosphärisch und hat einen einzigartigen, unverwechselbaren Sound. Ich habe die beiden Alben The K&D Sessions und DJ-Kicks und wenn ich in der richtigen Stimmung bin, höre ich die Musik den ganzen Tag. Das Interesse an dem Duo weckte einmal ein Bericht als ich hörte, dass Kruder & Dorfmeister ihre Sounds auf einen Atari erzeugten. Als Atari-Fan musste ich damals die Musik hören und besorgte mir eine Audio-Cassette. Sie haben gezielt auf analoge Sounds und Vintage-Equipment gesetzt, um eine organische, fast greifbare Klangtextur zu erzeugen. Damals erschien nur eine EP, die ich aber bei uns nie im örtlichen Plattenladen Sound erhalten konnte. Der Sound begegnete mir auf vielen Partys, die Musik war damals irgendwie allgegenwärtig.
Das Duo hat inzwischen zahlreiche Remixe für andere Künstler produziert, die oft als besser angesehen werden als die Originalversionen. Diese Remixe haben ihren Ruf als innovative und kreative Produzenten gefestigt.
Tage nach dem Konzert habe ich erfahren, dass der !K7-Gründer Horst Weidenmüller nach einer schweren Krankheit verstorben ist. Bei !K7 erschienen die Alben von Kruder & Dorfmeister. Sicherlich ein schwerer Schlag für die Szene. Von der Plattenfirma hieß es: „Seine Vision, Leidenschaft und Hingabe haben !K7 seit 1985 zu dem geformt, was es heute ist, und sein Vermächtnis wird uns weiterhin inspirieren.“
Als ich so in meinem Stuhl in der Isar Philharmonie saß und mein Fuß mitwippte und die Show genoss, dachte ich über die Faszination nach. Ihre Tracks zeichnen sich durch atmosphärische Klangwelten aus, die eine fast cineastische Tiefe erzeugen. Sanfte, hypnotische Beats verbinden sich mit vielschichtigen Melodien und schaffen so eine warme, immersive Soundlandschaft. Das Konzert zeigte, warum das Album The K&D Sessions als Meilenstein des Genres gilt. Wie geschickt die Musiker mit ihrem Sampling, sanften Basslines und ausgefeilten Arrangements eine einzigartige musikalische Atmosphäre erschaffen können. Ich hoffe, dass von der Tour ein Live-Album erscheint – natürlich auf Vinyl. Ich bin dabei.
Im nächsten Jahr feiert der berühmte Komponist Peter Thomas seinen 100. Geburtstag. Leider verstarb der Ausnahmekünstler im Jahr 2020 im Alter von 84 94 Jahre. Den musikalischen Nachlass verwaltet sein Sohn Philip, den Markus Elfert von Filmreport und ich in Berlin einen Besuch abstatteten und ein Interview aufnahmen. Wir trafen auf einen sympathischen, engagierten Mann, der sich mit viel Passion dem Erbe seines Vaters widmete und sogar seinen Juristenjob an den Nagel hing.
Peter Thomas bedeutet für mich in erster Linie die Musik Raumpatrouille Orion, Edgar Wallace und Jerry Cotton. Und viele Soundtracks mehr: Aber ich habe auch noch viele Vinyl-Scheiben zu den Botschaft der Götter, ein schlimmer Dokumentarfilm aus dem Jahr 1976 von Harald Reinl mit William Shatner nach dem Ideen von Erich von Däniken. Das Archiv von Peter Thomas ist riesig. Noch zu Lebzeiten hat der Musiker sein Werk katalogisiert, was natürlich seinem Erben jetzt zur Hilfe kommt. Thomas hatte ja nicht nur Soundtracks wie Die Schlangengrube und das Pendel geschaffen, sondern auch viel Experimentalmusik und Jazz. Einige wunderbare Soundtracks sind bei All Score erschienen wie Bruce Lee Big Boss, Steiner-das Eiserne Kreuz II oder Winnetou und Sein Freund Old Firehand
Die Werke müssen nun gesichtet und gemastert werden. Einiges davon wird auf Vinyl veröffentlicht, sehr vieles auf Streaming-Plattformen. So wird Peter Thomas einer neuen Generation näher gebracht.
Zu Hause habe ich meine Peter Thomas Vinyl-Platten zusammengesucht und präsentiere sie hier in diesem Video.
Wenn es denn sein muss, dann kaufe ich auch die Wiederveröffentlichung von Joachim Witts zweites Soloalbum Edelweiß. Es ist nun bezeichnend auf weißem Vinyl herausgekommen und Edelweiß ist neben Silberblick für mich das wichtigste Album des deutschen Künstlers.
Und ja, es sind alte Scheiben. 1980 kam das Opus Silberblick auf den Markt und ich hab noch die Vinyl von damals und die Wiederveröffentlichung. Von Edelweiß hab ich nur noch die CD, die Vinyl von 1982 finde ich nicht mehr. Da ist es gut, dass Edelweiß wieder aufgelegt wurde. Es folgte dann noch Märchenblau, aber da war meine persönliche Witt-Phase im Grunde vorbei und heute interessiere ich mich nicht mehr für die Werke des Künstlers. Das Popalbum Märchenblau von 1983 sollte vielleicht auf blauen Vinyl veröffentlicht werden.
Ich lebe musikalisch hier in der Vergangenheit, in der Welt der Neuen Deutschen Welle. Witt stach damals aus der Branche heraus, sowohl musikalisch als auch textlich.
Der große Jaki Liebezeit von Can spielte damals die Drums und das alleine reicht schon, um ein Ohr zu riskieren. Aber vor allem die ikonischen Texte aus Single Tri tra trullala (Herbergsvater) liefen damals und heute die ganze Zeit. Das war Protest und Systemkritik ohne als solcher offen daher zu kommen – und tanzbar war das Liedchen auch.
Ey, lasst das sein, Kinder Ihr seid wohl ganz versessen Ey, lasst das sein, Kinder Ihr seid wohl ganz versessen
Und es sind auf Edelweiß Texte, wo heute beim Zuhörer die Schnappatmung einsetzen würde. Ich denke da nur an die Zeilen: Ich bin der Deutsche Neger, ah – uh Gib‘ mir den Stoß, den ich zum Leben brauche Laß mich verliebt Dir meine Liebe hauchen Ich brauch den Ruck-Zuck um meinen Trieb zu lеnken Das Huhn macht Tuck-Tuck, um uns ein Ei zu schenkеn Vielleicht war Witt bereits damals schon ein Visionär als er in Inflation im Paradies schrieb: Ich hab‘ die ganze Welt geseh’n Im Fernsehen und auf Fotografien
Ich schweife ab. Also kauft euch die alte neue Witt Edelweiß und erinnert euch an gute alte Zeiten.
Ich bestelle bei Amazon, weil es einfach ist und in der Regel keine Probleme bereitet, wenn UPS oder DHL der Lieferdienst ist. Schwieriger wird es, wenn Amazon über Subunternehmen Amazon Logistic selbst liefert. Noch schwieriger wird es, wenn die hinterlegten Lieferanweisungen nicht eingehalten bzw. komplett ignoriert werden.
Seit kurzem führe ich mal wieder ausführliche Telefonate mit der Hotline, weil ein Fahrer samt mitfahrender Ehefrau meine Bestellungen einfach über den Zaun wirft und als ich sie dabei erwischt habe, die Lieferanweisungen gar nicht lesen kann.
Jetzt hab ich ein neues Erlebnis, als der Amazon-Lieferdienst versuchte eine große Schallplatte in den kleinen Briefkasten zu stopfen. Das Ergebnis: Die Schallplatte hat verloren. Meine Tochter sah den gewalttätigen Versuch und nahm dem Fahrer, der natürlich nicht geklingelt hatte, das beschädigte Paket ab.
Die Verpackung des Pakets war geknickt. Beim Auspacken meiner wunderbaren Vinyl-Sammleredition House on Haunted Hill von Rob Zombie dann auch ein trauriges Bild: Das Cover des Doppelalbums war geknickt und gerissen. Und: die beiden farbigen Vinylscheiben waren gebrochen. Rohe Gewalt gegen empfindliches Vinyl.
Liebes Amazon: Wie kann man so blöd sein, eine Schallplatte in einen Briefkasten stopfen zu wollen? Ich bin echt sauer. Ja, ich finde es prima, dass ihr Leuten eine Chance am Arbeitsmarkt gebt, die sonst keinen oder nur schwer einen Job bekommen, aber warum beschäftigt ihr absolut dumme Leute wie diesen Subunternehmer?
Also die Schallplatte geht zurück und ich warte auf Ersatz. Den Ärger und die Arbeit habe ich. Danke dafür – nicht.
Ich bin angefressen wegen einer ärgerlichen Schlamperei. Seit Jahrzehnten bin ich Fan der deutschen Band Kraftwerk, eine der wenigen deutschen Bands, die international etwas bewegen konnten und Geschichte gemacht haben. Ich kaufe die Alben, zunächst auf Vinyl, dann auf CD und nun seit langem wieder auf Vinyl.
Als 2009 das Gesamtwerk von Kraftwerk auf farbigen Vinyl herausgekommen ist, habe ich zugegriffen und immer wieder darüber gebloggt. Ich hatte alle Ausgabe dieser Serie bis auf die deutsche Ausgabe von The Mix, eine Art Neuabmischung der Hits. Das Album erschien 1991 auf Deutsch und auf Englisch. Ich hatte seit langem die Doppel-LP The Mix auf Englisch. Nun wollte ich endliche die Sammlung komplettieren und erwarb die deutsche Ausgabe. Leider hatte sie einen Pressfehler, war dafür aber unverschämt teuer.
Bei dem Dealer meines Vertrauens reklamierte ich, stieß auf Verständnis und bekam eine Ersatzlieferung. Und siehe da: Der Pressefehler an gleicher Stelle. Scheinbar ist die ganze Ausgabe mit Fehlern behaftet. Dann lese ich die einschlägigen Kommentare im Netz und nicht nur ich habe diesen Pressefehler, sondern auch andere Kraftwerk-Fans. Die Musik ist über alle Zweifel erhaben, aber so etwas geht absolut nicht. Ich habe die bewusste Schallplatte auf anderen Schallplatternspielern abgespielt und es liegt natürlich nicht an meinen Geräten, sondern an der Pressung.
Wie kann so etwas passieren? Warum ist eine solche Fehlpressung noch im Handel? Warum wurde die Pressung nicht eingestampft und neu produziert? Liebe Band Kraftwerk – gibt es eine Stellungnahme von euch? Ich bin echt angefressen. Außer Kosten nichts davon gehabt.
Ich hätte eigentlich Musikproduzent werden können, zumindest rein technisch. In meiner Jugend hatte ich Schallplatten und Kassetten sowie von meinem Papa ein Tonbänder. Ich hatte ein Vierspur-Mixer von Tascam und wollte Hörspiele aufnehmen und scheiterte an meinem Erstlingswerk Krieg und Frieden von Lew Nikolajewitsch Tolstoi auf ganzer Länge. Warum klein anfangen, dachte ich mir, griff nach den Sternen und scheiterte. Meine einzige Leistung als Musikproduzent war, dass ich Schallplatten auf Musikkassette überspielte oder eigene Mixtapes zusammenstellte. Dabei blieb es dann auch.
Die Musikkassette verschwand im Laufe der Jahre aus meinem Leben, die Vinyl-Schallplatte überlebte bis heute. Ein Tapedeck von JVC liegt noch im Keller, die meisten Musikkassetten wurden entsorgt. Ich habe nur noch das Bundle von „War of the Worlds“ von Jeff Wayne von 1978, zwei Kassetten. Leider ist der Pappschuber inzwischen verschwunden.
Die Musikkassette wurde dieses Jahr 60 Jahre alt. Eigentlich war sie 1963 als sprechendes Notizbuch gedacht, entwickelte sich aber zum preisgünstigen Medium für Musik und für mich als Nachwuchsmusikproduzent war sie ideal. Die Tonbänder meines Vaters klangen zwar besser, waren aber deutlich teuerer.
1963 wurde die Musikkassette auf der Funkausstellung vorgestellt und zog seinen Siegeszug an. Als Kind hatte ich Märchenaufnahmen auf Vinyl und auch auf Kassette. Letztere waren wichtig, denn der Kassettenrekorder, wir sprechen hier nicht vom Ghettoblaster, sondern von einem einfachen Batteriebetrieben Mono-Abspielgerät, das war auf Autofahrten meiner Eltern meine Unterhaltung und wohl auch die Qual meiner Eltern. Ein Kassettendeck im Auto kam erst viel später in unsere Familie. Pumuckl und Hui-Buh waren meine Helden.
In den Kauf von bespielten Musikkassetten bin ich nie groß eingestiegen. Ich setzte mehr auf Vinyl und später auf CD. Die Musikkassette war eher was, um selbst Musik aufzuzeichnen. Freitag abend, die Top Ten mit der Hoffnung, dass der Moderator nicht ins Lied quatscht. Press Record and Play – hieß es damals. Aufgezeichnet wurde bei mir auf BASF- und TDK-Kassetten, mein C60 und auch auf C90. Es hab auch C120-Kassetten, die rissen allerdings öfters beim Hin- und Herspulen. Und dann war noch das leidige Thema Bandsalat, ältere Leser wissen noch, was ich meine.
Jetzt habe ich gesehen, dass Künstler wieder Musikkassetten von ihren Werken verkaufen und junge Menschen legen große Euros dafür hin. Da bin ich raus. Ich bin zwar ein Retro-Liebhaber, aber das tue ich mir nicht mehr an in meinem Retro-Wahn. Und ich höre, dass die Kassetten gar nicht angehört, sondern vielmehr gesammelt werden. Es scheint ein lukrativer Markt zu sein, der allerdings ohne mich stattfindet. Als Kinofan erinnere ich mich an Guardians of the Galaxy. Hier ziert eine Musikkassette den Soundtrack mit alten Lieder meiner Jugend. Hollywood befeuert den Trend zurück zur Musikkassette. Das JVC-Kassettendeck bleibt im Keller und verstaubt. Aber der Musikkassette gratuliere ich natürlich von Herzen zum 60. Geburtstag.
Volker Bertelmann alias Hauschka hat dieses Jahr den Soundtrack-Oscar zu Im Westen nichts Neues erhalten, absolut verdient wie ich meine. Das ist sein erster Oscar, nachdem es 2016 mit der Musik zu Lion – Der lange Weg nach Hause nicht geklappt hatte. Das ist also mein Soundtracktipp.
Es gibt verschiedene Ausgaben von Im Westen nichts Neues, bisher wohl alle nur auf Vinyl. Eine CD hab ich bisher noch nicht entdeckt. Ich habe die Nummer 436 der auf 2000 Exemplare veröffentlichten Smokey-Vinyl Version.
Der Soundtrack zum Antikriegsfilm hat mich beim Betrachen des Films tief getroffen. Die Musik basiert auf einem Harmonium, das Bertelmanns Uroma gehört hatte. Das dreitönige Motiv des Harmoniums durchzieht den kompletten Film. Der Klang des Instruments wurde durch einen Verzehrer und Gitarrenverstärker gejagt und wirkt nun kalt und brutal – aber dennoch lebendig. Das Holz und der Blasebalg des Harmonium haben einen emotionalen Klang, der eben nicht mit einem Synthesizer erzeugt wird. Bertelmann verwendet in seinen Hauschka-Alben sonst präparierte Klaviere. Ein minimalistischer Klang des Albums vor dem man Angst haben muss. Die Wirkung auf mich ist heftig. Für mich eine klare Empfehlung des Soundtüfters. Der Score wurde übrigens komponiert, nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen waren.
Der Soundtrack des Films „The Shining“ aus dem Jahr 1980 wurde verfasst von der renommierten amerikanischen Komponistin Wendy Carlos und der Komponistin Rachel Elkind, die die frühen Werke von Carlos produziert hat. Der Soundtrack ist bekannt für seine unheimliche Atmosphäre und seine Verwendung von Synthesizerklängen und orchestralen Arrangements – und der Soundtrack wurde nur auf Vinyl veröffentlicht. Der Soundtrack ist komplett vergriffen. Inzwischen werden Mondpreise für die Ausgabe bezahlt.
Die Musik des Films spiegelt die düstere und unheimliche Stimmung wider, die der Regisseur Stanley Kubrick in seiner Verfilmung des Romans von Stephen King erzeugen wollte. Die meisten Stücke auf dem Soundtrack verwenden elektronische Synthesizerklänge, die oft verzerrt und verfremdet werden, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Einige Stücke auf dem Soundtrack verwenden auch klassische Orchestermusik, um eine dramatische Wirkung zu erzeugen.
Das Thema ist aus der Symphonie Fantastique von Berlioz, Das musikalische Motiv basiert übrigens auf dem gregorianischen Gesang des „Dies irae“, das auch Berlioz in der Symphonie fantastique verwendete. Es ist während der beunruhigendsten Szenen des Films zu hören, in denen der Protagonist Jack Torrance allmählich dem Wahnsinn verfällt. Das Stück verwendet dröhnende, verstörende Synthesizerklänge, um die zunehmende Bedrohung und das Unheil, das in der Luft liegt, zu vermitteln. Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von klassischer Orchestermusik auf dem Soundtrack ist das Stück „The Awakening of Jacob“, das während der Szene zu hören ist, in der der Protagonist Jack den verbotenen Raum betritt und von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Das Stück verwendet dramatische Streicherklänge, um die emotionale Intensität der Szene zu verstärken und die Gefahr und Bedrohung zu unterstreichen, die Jack in diesem Moment empfindet.
Obwohl der Soundtrack des Films „The Shining“ bei Filmfans sehr beliebt ist, wurde er nie offiziell auf CD veröffentlicht. Warum wurde der Score nie auf CD veröffentlicht? Kubrick mag ja ein Eigenbrödler gewesen sein, hatte aber immer ein Interesse am Geldverdienen und stand der Veröffentlichung sicherlich nicht im Wege.
Ein möglicher Grund, warum der Soundtrack nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, ist, dass der Filmrechte-Inhaber Warner Bros. möglicherweise nicht das Interesse hatte, das Geld und die Ressourcen aufzubringen, um eine offizielle CD-Veröffentlichung des Soundtracks zu produzieren und die Rechte nochmals abzuklären. Stattdessen hat es einige inoffizielle Veröffentlichungen des Soundtracks auf CD-R gegeben, die von Fans des Films produziert wurden.
Insgesamt ist der Soundtrack von „The Shining“ ein wichtiger Teil des Films und ein Meilenstein in der Geschichte der Filmmusik. Obwohl er nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, hat er eine treue Fangemeinde, die seine einzigartige Atmosphäre und seinen unheimlichen Sound zu schätzen weiß.
Ich hatte einen Flashback zurück in meine Kindheit als ich meine Schallplattensammlung ordnete. Als Kind hatte ich einige Hörspiele auf Vinyl, allen voran Hui Buh mit der rostigen Rasselkette. Und ich hatte zu Ostern auch immer eine Ostergeschichte auf dem Plattenteller meines Mono-Schallplattenspielers: Langohr, Schlappohr und Stummelschwänzchen – eine Hasengeschichte.
Die LP hab ich nicht mehr, aber heute gibt es YouTube und ich fand das das Europa-Hörspiel aus dem Jahre 1973 von Heikedine Körting dort. Knapp 37 Minuten Kindheitserinnerungen pur. So hörte ich mir die Geschichte der Hasenfamilie auf dem Sofa an. Zunächst war ich erschüttert über das Familienbild der damaligen Zeit. Vater Langohr schlägt die Kinder, weil die Fehler machen, Mutter Mümmi Schlappohr ist ein nervliches völlig verängstliches Wrack, der Vater setzt die ganze Familie den Arbeitsstress und Druck aus, damit die Ostereier rechtzeitig zum Osterfest fertig werden. Hasenkind Dicki hat eine Essstörung und verlangt andauernd Kohlblätter. Psychologen hätte ihre Freude an diesem Hörspiel. Eine Familie am Rande des Abgrunds.
Aber nach ein paar Minuten Kopfkino, ließ ich mich auf die Geschichte ein und war wieder in meiner Jugend. Verblüffend: ich konnte ganze Passagen der rund 37minütigen Geschichte auswendig mitsprechen. Es begann mit dem Intro von Andreas Beurmann, der ja mit Heikedine Körting verheiratet war. Die Namen der Figuren wurden in den Wortschatz meiner Familie übernommen. Jeder Malermeister hieß bei meinem Vater natürlich erst mal Maler Klecksel. In der Geschichte sollten es eigentlich sechs Hasenkinder sein: Stummelschwänzchen, Schneechen, Mucki, Dicki, Schnucki und Feechen. Allerdings rufen die Eltern immer wieder nach Pucki und Kucki, also acht Kinder. Da war in der Geschichte der Wurm drin und das fiel mir erst jetzt auf. Egal. Ich genoss die Geschichte von Langohr, Schlappohr und Stummelschwänzchen und wünsche euch schöne Ostern. Und wie heißt es in dem Hörspiel: „… denn wie Ihr alle wisst: morgen Ostern ist.“