Wenn es denn sein muss, dann kaufe ich auch die Wiederveröffentlichung von Joachim Witts zweites Soloalbum Edelweiß. Es ist nun bezeichnend auf weißem Vinyl herausgekommen und Edelweiß ist neben Silberblick für mich das wichtigste Album des deutschen Künstlers.
Und ja, es sind alte Scheiben. 1980 kam das Opus Silberblick auf den Markt und ich hab noch die Vinyl von damals und die Wiederveröffentlichung. Von Edelweiß hab ich nur noch die CD, die Vinyl von 1982 finde ich nicht mehr. Da ist es gut, dass Edelweiß wieder aufgelegt wurde. Es folgte dann noch Märchenblau, aber da war meine persönliche Witt-Phase im Grunde vorbei und heute interessiere ich mich nicht mehr für die Werke des Künstlers. Das Popalbum Märchenblau von 1983 sollte vielleicht auf blauen Vinyl veröffentlicht werden.
Ich lebe musikalisch hier in der Vergangenheit, in der Welt der Neuen Deutschen Welle. Witt stach damals aus der Branche heraus, sowohl musikalisch als auch textlich.
Der große Jaki Liebezeit von Can spielte damals die Drums und das alleine reicht schon, um ein Ohr zu riskieren. Aber vor allem die ikonischen Texte aus Single Tri tra trullala (Herbergsvater) liefen damals und heute die ganze Zeit. Das war Protest und Systemkritik ohne als solcher offen daher zu kommen – und tanzbar war das Liedchen auch.
Ey, lasst das sein, Kinder Ihr seid wohl ganz versessen Ey, lasst das sein, Kinder Ihr seid wohl ganz versessen
Und es sind auf Edelweiß Texte, wo heute beim Zuhörer die Schnappatmung einsetzen würde. Ich denke da nur an die Zeilen: Ich bin der Deutsche Neger, ah – uh Gib‘ mir den Stoß, den ich zum Leben brauche Laß mich verliebt Dir meine Liebe hauchen Ich brauch den Ruck-Zuck um meinen Trieb zu lеnken Das Huhn macht Tuck-Tuck, um uns ein Ei zu schenkеn Vielleicht war Witt bereits damals schon ein Visionär als er in Inflation im Paradies schrieb: Ich hab‘ die ganze Welt geseh’n Im Fernsehen und auf Fotografien
Ich schweife ab. Also kauft euch die alte neue Witt Edelweiß und erinnert euch an gute alte Zeiten.
Ich bestelle bei Amazon, weil es einfach ist und in der Regel keine Probleme bereitet, wenn UPS oder DHL der Lieferdienst ist. Schwieriger wird es, wenn Amazon über Subunternehmen Amazon Logistic selbst liefert. Noch schwieriger wird es, wenn die hinterlegten Lieferanweisungen nicht eingehalten bzw. komplett ignoriert werden.
Seit kurzem führe ich mal wieder ausführliche Telefonate mit der Hotline, weil ein Fahrer samt mitfahrender Ehefrau meine Bestellungen einfach über den Zaun wirft und als ich sie dabei erwischt habe, die Lieferanweisungen gar nicht lesen kann.
Jetzt hab ich ein neues Erlebnis, als der Amazon-Lieferdienst versuchte eine große Schallplatte in den kleinen Briefkasten zu stopfen. Das Ergebnis: Die Schallplatte hat verloren. Meine Tochter sah den gewalttätigen Versuch und nahm dem Fahrer, der natürlich nicht geklingelt hatte, das beschädigte Paket ab.
Die Verpackung des Pakets war geknickt. Beim Auspacken meiner wunderbaren Vinyl-Sammleredition House on Haunted Hill von Rob Zombie dann auch ein trauriges Bild: Das Cover des Doppelalbums war geknickt und gerissen. Und: die beiden farbigen Vinylscheiben waren gebrochen. Rohe Gewalt gegen empfindliches Vinyl.
Liebes Amazon: Wie kann man so blöd sein, eine Schallplatte in einen Briefkasten stopfen zu wollen? Ich bin echt sauer. Ja, ich finde es prima, dass ihr Leuten eine Chance am Arbeitsmarkt gebt, die sonst keinen oder nur schwer einen Job bekommen, aber warum beschäftigt ihr absolut dumme Leute wie diesen Subunternehmer?
Also die Schallplatte geht zurück und ich warte auf Ersatz. Den Ärger und die Arbeit habe ich. Danke dafür – nicht.
Ich bin angefressen wegen einer ärgerlichen Schlamperei. Seit Jahrzehnten bin ich Fan der deutschen Band Kraftwerk, eine der wenigen deutschen Bands, die international etwas bewegen konnten und Geschichte gemacht haben. Ich kaufe die Alben, zunächst auf Vinyl, dann auf CD und nun seit langem wieder auf Vinyl.
Als 2009 das Gesamtwerk von Kraftwerk auf farbigen Vinyl herausgekommen ist, habe ich zugegriffen und immer wieder darüber gebloggt. Ich hatte alle Ausgabe dieser Serie bis auf die deutsche Ausgabe von The Mix, eine Art Neuabmischung der Hits. Das Album erschien 1991 auf Deutsch und auf Englisch. Ich hatte seit langem die Doppel-LP The Mix auf Englisch. Nun wollte ich endliche die Sammlung komplettieren und erwarb die deutsche Ausgabe. Leider hatte sie einen Pressfehler, war dafür aber unverschämt teuer.
Bei dem Dealer meines Vertrauens reklamierte ich, stieß auf Verständnis und bekam eine Ersatzlieferung. Und siehe da: Der Pressefehler an gleicher Stelle. Scheinbar ist die ganze Ausgabe mit Fehlern behaftet. Dann lese ich die einschlägigen Kommentare im Netz und nicht nur ich habe diesen Pressefehler, sondern auch andere Kraftwerk-Fans. Die Musik ist über alle Zweifel erhaben, aber so etwas geht absolut nicht. Ich habe die bewusste Schallplatte auf anderen Schallplatternspielern abgespielt und es liegt natürlich nicht an meinen Geräten, sondern an der Pressung.
Wie kann so etwas passieren? Warum ist eine solche Fehlpressung noch im Handel? Warum wurde die Pressung nicht eingestampft und neu produziert? Liebe Band Kraftwerk – gibt es eine Stellungnahme von euch? Ich bin echt angefressen. Außer Kosten nichts davon gehabt.
Ich hätte eigentlich Musikproduzent werden können, zumindest rein technisch. In meiner Jugend hatte ich Schallplatten und Kassetten sowie von meinem Papa ein Tonbänder. Ich hatte ein Vierspur-Mixer von Tascam und wollte Hörspiele aufnehmen und scheiterte an meinem Erstlingswerk Krieg und Frieden von Lew Nikolajewitsch Tolstoi auf ganzer Länge. Warum klein anfangen, dachte ich mir, griff nach den Sternen und scheiterte. Meine einzige Leistung als Musikproduzent war, dass ich Schallplatten auf Musikkassette überspielte oder eigene Mixtapes zusammenstellte. Dabei blieb es dann auch.
Die Musikkassette verschwand im Laufe der Jahre aus meinem Leben, die Vinyl-Schallplatte überlebte bis heute. Ein Tapedeck von JVC liegt noch im Keller, die meisten Musikkassetten wurden entsorgt. Ich habe nur noch das Bundle von „War of the Worlds“ von Jeff Wayne von 1978, zwei Kassetten. Leider ist der Pappschuber inzwischen verschwunden.
Die Musikkassette wurde dieses Jahr 60 Jahre alt. Eigentlich war sie 1963 als sprechendes Notizbuch gedacht, entwickelte sich aber zum preisgünstigen Medium für Musik und für mich als Nachwuchsmusikproduzent war sie ideal. Die Tonbänder meines Vaters klangen zwar besser, waren aber deutlich teuerer.
1963 wurde die Musikkassette auf der Funkausstellung vorgestellt und zog seinen Siegeszug an. Als Kind hatte ich Märchenaufnahmen auf Vinyl und auch auf Kassette. Letztere waren wichtig, denn der Kassettenrekorder, wir sprechen hier nicht vom Ghettoblaster, sondern von einem einfachen Batteriebetrieben Mono-Abspielgerät, das war auf Autofahrten meiner Eltern meine Unterhaltung und wohl auch die Qual meiner Eltern. Ein Kassettendeck im Auto kam erst viel später in unsere Familie. Pumuckl und Hui-Buh waren meine Helden.
In den Kauf von bespielten Musikkassetten bin ich nie groß eingestiegen. Ich setzte mehr auf Vinyl und später auf CD. Die Musikkassette war eher was, um selbst Musik aufzuzeichnen. Freitag abend, die Top Ten mit der Hoffnung, dass der Moderator nicht ins Lied quatscht. Press Record and Play – hieß es damals. Aufgezeichnet wurde bei mir auf BASF- und TDK-Kassetten, mein C60 und auch auf C90. Es hab auch C120-Kassetten, die rissen allerdings öfters beim Hin- und Herspulen. Und dann war noch das leidige Thema Bandsalat, ältere Leser wissen noch, was ich meine.
Jetzt habe ich gesehen, dass Künstler wieder Musikkassetten von ihren Werken verkaufen und junge Menschen legen große Euros dafür hin. Da bin ich raus. Ich bin zwar ein Retro-Liebhaber, aber das tue ich mir nicht mehr an in meinem Retro-Wahn. Und ich höre, dass die Kassetten gar nicht angehört, sondern vielmehr gesammelt werden. Es scheint ein lukrativer Markt zu sein, der allerdings ohne mich stattfindet. Als Kinofan erinnere ich mich an Guardians of the Galaxy. Hier ziert eine Musikkassette den Soundtrack mit alten Lieder meiner Jugend. Hollywood befeuert den Trend zurück zur Musikkassette. Das JVC-Kassettendeck bleibt im Keller und verstaubt. Aber der Musikkassette gratuliere ich natürlich von Herzen zum 60. Geburtstag.
Volker Bertelmann alias Hauschka hat dieses Jahr den Soundtrack-Oscar zu Im Westen nichts Neues erhalten, absolut verdient wie ich meine. Das ist sein erster Oscar, nachdem es 2016 mit der Musik zu Lion – Der lange Weg nach Hause nicht geklappt hatte. Das ist also mein Soundtracktipp.
Es gibt verschiedene Ausgaben von Im Westen nichts Neues, bisher wohl alle nur auf Vinyl. Eine CD hab ich bisher noch nicht entdeckt. Ich habe die Nummer 436 der auf 2000 Exemplare veröffentlichten Smokey-Vinyl Version.
Der Soundtrack zum Antikriegsfilm hat mich beim Betrachen des Films tief getroffen. Die Musik basiert auf einem Harmonium, das Bertelmanns Uroma gehört hatte. Das dreitönige Motiv des Harmoniums durchzieht den kompletten Film. Der Klang des Instruments wurde durch einen Verzehrer und Gitarrenverstärker gejagt und wirkt nun kalt und brutal – aber dennoch lebendig. Das Holz und der Blasebalg des Harmonium haben einen emotionalen Klang, der eben nicht mit einem Synthesizer erzeugt wird. Bertelmann verwendet in seinen Hauschka-Alben sonst präparierte Klaviere. Ein minimalistischer Klang des Albums vor dem man Angst haben muss. Die Wirkung auf mich ist heftig. Für mich eine klare Empfehlung des Soundtüfters. Der Score wurde übrigens komponiert, nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen waren.
Der Soundtrack des Films „The Shining“ aus dem Jahr 1980 wurde verfasst von der renommierten amerikanischen Komponistin Wendy Carlos und der Komponistin Rachel Elkind, die die frühen Werke von Carlos produziert hat. Der Soundtrack ist bekannt für seine unheimliche Atmosphäre und seine Verwendung von Synthesizerklängen und orchestralen Arrangements – und der Soundtrack wurde nur auf Vinyl veröffentlicht. Der Soundtrack ist komplett vergriffen. Inzwischen werden Mondpreise für die Ausgabe bezahlt.
Die Musik des Films spiegelt die düstere und unheimliche Stimmung wider, die der Regisseur Stanley Kubrick in seiner Verfilmung des Romans von Stephen King erzeugen wollte. Die meisten Stücke auf dem Soundtrack verwenden elektronische Synthesizerklänge, die oft verzerrt und verfremdet werden, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Einige Stücke auf dem Soundtrack verwenden auch klassische Orchestermusik, um eine dramatische Wirkung zu erzeugen.
Das Thema ist aus der Symphonie Fantastique von Berlioz, Das musikalische Motiv basiert übrigens auf dem gregorianischen Gesang des „Dies irae“, das auch Berlioz in der Symphonie fantastique verwendete. Es ist während der beunruhigendsten Szenen des Films zu hören, in denen der Protagonist Jack Torrance allmählich dem Wahnsinn verfällt. Das Stück verwendet dröhnende, verstörende Synthesizerklänge, um die zunehmende Bedrohung und das Unheil, das in der Luft liegt, zu vermitteln. Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von klassischer Orchestermusik auf dem Soundtrack ist das Stück „The Awakening of Jacob“, das während der Szene zu hören ist, in der der Protagonist Jack den verbotenen Raum betritt und von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Das Stück verwendet dramatische Streicherklänge, um die emotionale Intensität der Szene zu verstärken und die Gefahr und Bedrohung zu unterstreichen, die Jack in diesem Moment empfindet.
Obwohl der Soundtrack des Films „The Shining“ bei Filmfans sehr beliebt ist, wurde er nie offiziell auf CD veröffentlicht. Warum wurde der Score nie auf CD veröffentlicht? Kubrick mag ja ein Eigenbrödler gewesen sein, hatte aber immer ein Interesse am Geldverdienen und stand der Veröffentlichung sicherlich nicht im Wege.
Ein möglicher Grund, warum der Soundtrack nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, ist, dass der Filmrechte-Inhaber Warner Bros. möglicherweise nicht das Interesse hatte, das Geld und die Ressourcen aufzubringen, um eine offizielle CD-Veröffentlichung des Soundtracks zu produzieren und die Rechte nochmals abzuklären. Stattdessen hat es einige inoffizielle Veröffentlichungen des Soundtracks auf CD-R gegeben, die von Fans des Films produziert wurden.
Insgesamt ist der Soundtrack von „The Shining“ ein wichtiger Teil des Films und ein Meilenstein in der Geschichte der Filmmusik. Obwohl er nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, hat er eine treue Fangemeinde, die seine einzigartige Atmosphäre und seinen unheimlichen Sound zu schätzen weiß.
Ich hatte einen Flashback zurück in meine Kindheit als ich meine Schallplattensammlung ordnete. Als Kind hatte ich einige Hörspiele auf Vinyl, allen voran Hui Buh mit der rostigen Rasselkette. Und ich hatte zu Ostern auch immer eine Ostergeschichte auf dem Plattenteller meines Mono-Schallplattenspielers: Langohr, Schlappohr und Stummelschwänzchen – eine Hasengeschichte.
Die LP hab ich nicht mehr, aber heute gibt es YouTube und ich fand das das Europa-Hörspiel aus dem Jahre 1973 von Heikedine Körting dort. Knapp 37 Minuten Kindheitserinnerungen pur. So hörte ich mir die Geschichte der Hasenfamilie auf dem Sofa an. Zunächst war ich erschüttert über das Familienbild der damaligen Zeit. Vater Langohr schlägt die Kinder, weil die Fehler machen, Mutter Mümmi Schlappohr ist ein nervliches völlig verängstliches Wrack, der Vater setzt die ganze Familie den Arbeitsstress und Druck aus, damit die Ostereier rechtzeitig zum Osterfest fertig werden. Hasenkind Dicki hat eine Essstörung und verlangt andauernd Kohlblätter. Psychologen hätte ihre Freude an diesem Hörspiel. Eine Familie am Rande des Abgrunds.
Aber nach ein paar Minuten Kopfkino, ließ ich mich auf die Geschichte ein und war wieder in meiner Jugend. Verblüffend: ich konnte ganze Passagen der rund 37minütigen Geschichte auswendig mitsprechen. Es begann mit dem Intro von Andreas Beurmann, der ja mit Heikedine Körting verheiratet war. Die Namen der Figuren wurden in den Wortschatz meiner Familie übernommen. Jeder Malermeister hieß bei meinem Vater natürlich erst mal Maler Klecksel. In der Geschichte sollten es eigentlich sechs Hasenkinder sein: Stummelschwänzchen, Schneechen, Mucki, Dicki, Schnucki und Feechen. Allerdings rufen die Eltern immer wieder nach Pucki und Kucki, also acht Kinder. Da war in der Geschichte der Wurm drin und das fiel mir erst jetzt auf. Egal. Ich genoss die Geschichte von Langohr, Schlappohr und Stummelschwänzchen und wünsche euch schöne Ostern. Und wie heißt es in dem Hörspiel: „… denn wie Ihr alle wisst: morgen Ostern ist.“
Heute eine Soundtrack-Empfehlung von einem der Recken der deutschen Filmmusik. Peter Thomas. Vor kurzem veröffentlichte Allscoremedia zum ersten Mal den Soundtrack zu Steiner das eiserne Kreuz II auf farbigen Vinyl. Der Film selbst ist Mist, im Gegensatz zum erste Teil. Aber die Musik hat es in sich.
Der Produzent Wolf C. Hartwig plante, finanziert mit den Millionen der immens erfolgreichen Schulmädchen-Report-Filme, eine internationale Großproduktion: Steiner – Das Eiserne Kreuz, basierend auf Willi Heinrichs Weltkriegsroman „Das geduldige Fleisch“. Regie führte Sam Peckinpah. Die Musik sollte aus der Feder von Peter Thomas kommen. Leider kamen die beiden nicht miteinander klar. Letztendlich schrieb der amerikanische Komponist Ernest Gold die Musik zu dem erste Teil von Steiner. Der Film wurde 1977, trotz großer finanzieller Querelen, ein internationaler Erfolg.
Alsbald wurde eine Fortsetzung gedreht. Die Regie führte Andrew V. McLaglen, und bei der Filmmusik kam nun Peter Thomas zum Zuge. Der neue Regisseur und der Komponist verstanden sich auf Anhieb gut. Die Titelmelodie von Peter Thomas wurde kurz nach der Filmpremiere 1979 von der Ariola als Single veröffentlicht. Der Film Steiner – Das Eiserne Kreuz, Teil 2 konnte allerdings trotz Starbesetzung nicht mehr an den Erfolg des ersten Teiles anknüpfen. Eine bereits angedachte LP-Veröffentlichung des Soundtracks wurde vermutlich deshalb nicht mehr weiterverfolgt.
Bis jetzt: Allscore Media brachte die Musik auf dem Markt und ich bin restlos von den meisten Stücken begeistert. Das vorliegende Album ist die Vinyl-Premiere der Filmmusik, ergänzt um einen bisher unveröffentlichten Titel, der auf einer längst vergriffenen CD-Veröffentlichung aus dem Jahr 1993 noch nicht enthalten war.
Für die Illustrationen auf dem Gatefold-Cover der LP sowie dem Digipack der CD zeichnet einmal mehr Adrian Keindorf verantwortlich, der schon einige LPs von Allscoremedia geschaffen hat. Die LP erscheint auf transparent-orangefarbigem 180g-Vinyl in gefütterter Innenhülle, limitert auf 500 Exemplare.
Peter Thomas (1925-2020) war ein bedeutender deutscher Filmkomponist, der für mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen Musik geschrieben hat. Er prägte den Soundtrack von zahlreichen Klassikern des deutschen Films wie „Die Halbstarken“ oder „Raumpatrouille Orion“. Mit seinen unverwechselbaren Klängen, die oft von elektronischen Instrumenten und Soundeffekten geprägt waren, schuf er eine eigene Ästhetik im deutschen Filmmusikbereich. Thomas war auch ein Pionier in der Verwendung von Popmusik-Elementen in Filmmusik und gilt als einer der Wegbereiter für den Einsatz von Synthesizern und Sounddesign in der Filmmusik. Sein Werk prägte eine ganze Generation von Filmkomponisten und er wird für immer einen besonderen Platz in der deutschen Filmgeschichte einnehmen.
Normalerweise überlege ich mir am 31. Oktober welchen Horrorfilm ich mir an diesem Abend ansehen werde. Darauf werde ich dieses Jahr verzichten. Ich mache stattdessen eine musikalische Reise in meine Jugend und gedenke dem großen Kürbis zu Halloween.
Der große Kürbis war ein Film der Peanuts aus dem Jahre 1966. Linus glaubt an den großen Kürbis, eine Kürbis-Gestalt, die zu Halloween den Kindern erscheint und ihnen Geschenke bringt. Wie jedes Jahr schreibt er einen Brief an den großen Kürbis, was seine Freunde nicht wirklich nachvollziehen können. Ich mag den Film und die Figuren des Zeichners Charles M. Schulz. Mit vielen Figuren kann ich mich identifizieren. Noch mehr mag ich die Musik von Vince Guaraldi. Der Soundtrack It’s The Great Pumpkin, Charlie Brown zum großen Kürbis ist als oranges Vinyl-Album erschienen – in Form eines Kürbisses und sieht etwas ungewöhnlich auf dem Plattenteller aus. Vorsicht beim Aufsetzen der Nadel.
Vincent Anthony Guaraldi war Jazzer, aber für mich ist er das musikalische Genie hinter den Peanuts. Für die Figuren um Charlie Brown lieferte er 1965 die Musik zu A Charlie Brown Christmas und dann zu jeder weiteren Peanuts-Folge. It’s The Great Pumpkin, Charlie Brown ist eine Wiederveröffentlichung mit guten Klang und informativen Liner Notes. Was wir auf den meisten Tracks dieser neuen und verbesserten „besten“ Version des Soundtracks hören, sind die musikalischen Einsätze, wie sie von Vince und der Crew aufgenommen wurden, bevor sie für das Fernsehspecial bearbeitet wurden, in der Reihenfolge der Sendung, sowie eine Auswahl alternativer Takes. Mehr braucht es zu Halloween 2022 dieses Mal nicht.
Michael Myers hat ein Ende gefunden – zumindest in diesem Dreiteiler, der nach Halloween, Halloween Kills und nun mit Halloween Ends einen Abschluss gesetzt hat. Nach der Blutorgie des zweiten Teils, kommt in dritten Teil ein wenig mehr Story ins Kino, aber der Zuschauer bekommt im dritten Drittel gewohnt deftige Kost. Aber wenn ich ehrlich bin, hat mich der Film trotz zahlreicher Anspielungen enttäuscht. So etwas habe ich nicht erwartet, als ich mich in den Sessel meines Lieblingskinos des Scala-Kinos in Fürstenfeldbruck am Premierentag niederließ.
Halloween steht für mich als Synonym für Slasher, für psychische und physische Brutalität, für das pure Böse und für gelungene Horrorunterhaltung. Das alles erfüllt Halloween Ends nur bedingt.
Achtung Spoiler – weiterlesen auf eigene Gefahr.
Fangen wir mit dem Positiven von Halloween Ends an. Es ist vorbei. Nach drei Teilen wird Michael Myers vernichtet, klein gehäckselt, so dass nur noch die Maske übrig bleibt. Die letzten 20 Minuten des Films machten mir Spaß, lösten sie doch das Versprechen der vergangenen beiden Vorgänger ein. Hart, brutal und voller Anspielungen – gut Michael, dass du wieder da bist und deine Pflicht erfüllst.
Wunderbar ist Jamie Lee Curtis anzusehen. Diese Frau beherrscht die Szene, bringt eine Prise Ironie in den vermeintlich harten Streifen. Sie trägt den gesamten Film mit ihrem wunderbaren Schauspiel mit ein bisschen Screaming Queen. Zu den weiteren Rückkehrern aus vorherigen Filmen zählen Andi Matichak als Allyson Nelson, Will Patton als Deputy Frank Hawkins und Omar Dorsey als Sheriff Barker.
Und während des Films genoss ich die Musik der Familie Carpenter. Auch hier werde ich mir den Score auf Vinyl kaufen, denn Carpenter und Familie verstehen ihr musikalisches Handwerk. Der Score lohnt sich und Soundtrackfans werden hier zuschlagen. Für Carpenter-Liebhaber ist der Film auch ein Genuss, denn in Halloween Ends wimmelt nur von Anspielungen an den Regisseur. Es beginnt mit Das Ding aus einer anderen Welt, der am 31. Oktober im Fernsehen läuft.
Damals im Kino ein Flop, weil er gegen ET antrat, hat der Film heute sein Publikum gefunden. Dann wird natürlich der Film Halloween selbst zitiert: Ich sag nur Stricknadel im Hals oder das Betrachten der Leiche mit schiefen Kopf, nachdem Michael den Körper an die Wand mit dem Messer gepfählt hat.
Und dann kommen wir bei den Anspielungen auch zu den schlechten Seiten von Halloween Ends. Die Hommage an Carpenter setzt sich fort, so dass immerfort die Stephen Kings Verfilmung Christine zitiert wird. Ganze Einstellungen werden von diesem Film übernommen bis hin zum Ende von Michael Myers in der Schrottpresse. Leute, ich wollte Halloween sehen und nicht Christine, der für mich den Abstieg von Carpenter bedeutet hat.
Erinnern wir uns an Halloween III als versucht wurde, der Reihe eine neue Richtung zu geben. Ich fand die Idee gut, die Fans wandten sich dagegen von dem Film ab. Sie wollten Michael mit dem Messer und nicht einen Maskenfilm.
Und genauso werden sich die Fans von Halloween Ends abwenden, denn Michael kommt zu kurz. Stattdessen haben wir eine Love-Story, die wir schon 1000 Mal gesehen haben. Mädchen verliebt sich in den Bad Guy, gerät auf die schiefe Bahn und findet dann doch aufgrund der Liebe der Familie auf die Spur zurück. Der Bad Guy ist natürlich erst einmal schüchtern, Brillenträger versteht sich, wird gehänselt und trifft dann Michael im Abflussrohr. Da saß dieses Mal nicht der Clown Pennywise, sondern Michael hockt so seine vier Jahre herum. Die beiden werden Kumpel im Geiste, kloppen sich ein paar Mal und arbeiten dann zusammen, um ihr blutiges Handwerk zu erledigen. Geht es noch blöder? Jetzt kann man diskutieren, was ist Traum und was ist Wirklichkeit. Wie kann das Böse schlechthin eine Allianz eingehen mit dem Lackaffen? Es ist einfach nur peinlich: Michael trifft seinen Nachfolger.
Regisseur David Gordon Green hatte mit dem Start von Halloween Ends einen guten, sehr guten Einfall, aber dann ist mir zu viel Wild One mit Brando und vor allem Christine enthalten, so sehr, dass es nervt. Wir haben in den vergangenen Wochen mit dem Begräbnis der Queen gesehen, was eine Prozession ist. Da wirkt die Prozession der Einwohner von Haddonfield mit einem auf dem Dach angeschnallten Michael eher peinlich. Alle wollen schauen, ob Michael wirklich tot ist bzw wie er zerkleinert wird. Da hilft es auch nichts, dass wir im Schatten das Gesicht von Michael das erste Mal sehen. Ein alter Mann im blauen Arbeitsanzug, mehr nicht. Das ist nicht mein Michael Myers.