Archive for the ‘Medien’ Category

Mein Gameboy Classic wird 30 Jahre

21. April 2019
Meine beiden Game Boys meiner Jugend.

Meine beiden Game Boys meiner Jugend.

Mit dem Gameboy Classic und dem Atari Lynx begann bei mir zu Hause das mobile Gaming. Der Gameboy gehörte in den Schulranzen genauso wie mein Casio Taschenrechner fx100 für den Matheunterricht. Jetzt wird der Gameboy 30 Jahre alt und so alt ist mein Modell von 1989. 

Mein Gameboy ist grau und ich bekam ihn von meinen Eltern geschenkt. Damit war es um mich geschehen. Ich daddelte ganze Nachmittage hindurch. Ich hatte Spaß, während Freunde meiner Eltern meinten, ich sollte an die frische Luft oder zu Freunden gehen. Ich bin dann zu meinen Freunden gegangen und wir haben da zusammen Gameboy gespielt. Zunächst Tetris, dann kamen andere Games – wie beispielsweise R-Type, ein frühes Ballerspiel. 

Der Gamesboy war ein geniales Mobilgerät, lange vor Handygames. Und wer Gameboy spielte, der fand schnell Anschluss. Andere Kinder setzten sich zu mir oder ich setzte mich zu anderen, wir zogen unsere mobilen Gamekonsolen und wir spielten in der Gruppe. Zelda, Donkey Kong, Mario – ab und zu Pokémon.

Für mehr Spielepower sorgte der Atari Lynx, der in Farbe war und ein fetter Batteriefresser. Wenn unsere Familie in den Urlaub gefahren ist, schloss ich meinen Lynx von Atari am Zigarettenzünder im Auto an (so hieß es das Ding damals) und konnte von München bis zum Gardasee problemlos zocken. Der Lynx war zwar auch mobil, hatte die bessere Grafik, war allerdings ein wenig unhandlich. Der Gameboy passte besser in meine Tasche und war eher Mainstream, der Lynx war eher exotisch und nicht so verbreitet.

Jetzt wird der Gameboy 30 Jahre alt und ich habe meine graue Kiste wieder aus dem Archiv geholt. Ein Batteriekontakt war defekt, aber Caramba und ein wenig Alu-Folie brachten die Lösung. Ich schob Tetris rein und meine Jugend kam zurück. Und wenn ich mich richtig erinnere, dann lieh sich meine Mutter meinen Gameboy und spielte Abends Tetris. Vielleicht war dies der Grund, weshalb meine Eltern gegenüber Videogames grundsätzlich aufgeschlossener waren. 

Ein paar Jahre später kam der Gameboy Advance in mein Jugendzimmer. Er war kleiner, in Farbe und man konnte die alten Gameboy-Spiele damit weiterhin zocken. Noch heute lieben K1 und ich die alten Retrospiele. Das 8-Bit-Fieber hat uns  erfasst. 

Warten auf Star Wars Jedi: Fallen Order

17. April 2019

Nachdem ich für meinen Kunden, das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck, zweimal ausführlich in deren Blog zum Star Wars-Teaser Star Wars IX – The Rise of Skywalker geäußert habe, steht nun das nächste Star Wars-Spiel in den Startlöchern. Am 15. November 2019 kommt Star Wars Jedi: Fallen Order in den Handel.

Foto: EA

Auf der Star Wars Celebration in Chicago gab es erste Meldungen dazu. Respawn Entertainment, ein Studio von Electronic Arts, bringt das Third-Person-Action-Adventure auf den Markt. Die Story ist kurz nach den Ereignissen von Star Wars: Die Rache der Sith und dem Fall der Jedi angesiedelt.
Als Star Wars-Fan spiele ich einen jungen Padawan namens Cal Kestis, der von Cameron Monaghan (Shameless, Gotham) verkörpert wird. Er hat Order 66 überlebt. Spieler müssen die Fragmente seiner Vergangenheit nutzen, um seine Ausbildung abzuschließen und die Kunst des Lichtschwertes zu meistern – und gleichzeitig dem Imperium und seinen Inquisitoren einen Schritt voraus sein. Also ich spiele einen Jedi. Dabei finde ich persönlich die dunkle Seite der Macht viel reizvoller, aber so ist es nun mal.
Wie der Trailer zeigt, wird in dem Spiel viel Wert auf Lichtschwert-Duelle und Machtspielchen gelegt. Eigentlich liegen mir Raumschlachten viel mehr, aber ich will das Spiel nicht madig machen, bevor ich es selbst gespielt habe. Ein Besuch auf der Gamescom ist eingeplant und ich hoffe, dass es bis dahin etwas zu spielen und nicht nur zu schauen gibt.
Ich stehe den Spielen aus dem Star Wars-Universum zwiespältig gegenüber. Mein Lieblingsspiel war The Empire strikes back für den Atari 2600. Nächtlang schoss ich die ATAT mit meinem Snowspeeder in Grund und Boden. Jedi Arena für den Atari 2600 war eher schwach, daher wohl meine Abneigung gegen Lichtschwerter. Der Grund, warum ich mir vor gefühlten 100 Jahren im frühen Silikon-Zeitalter ein CD-ROM-Laufwerk für den Mac gekauft habe, war das Star Wars Spiel Rebel Assault von 1993. Das Ding hat Spaß gemacht. Dann kamen verschiedene Spiele für den Games Cube mit unterschiedlicher Qualität. Dann PSP und PS3 und PS4. Die Lego Star Wars Spiele hatten der Familie viel Freude bereitet.

Und nun stellen wir uns auf Star Wars Jedi: Fallen Order. Die Vorbestellung ist bereits jetzt möglich. Die PR-Maschinerie läuft jetzt an, genau richtig zur Teaser von Star Wars IX. „Viele Star Wars-Fans, darunter auch wir selbst, sind sehr an den dunklen Zeiten interessiert, und deshalb wollten wir uns auch mit dieser geheimnisvollen, gefährlichen Epoche beschäftigen“, erläutert Stig Asmussen, Game Director bei Respawn Entertainment. „Das Team von Lucasfilm hat großartig mit uns zusammengearbeitet und geholfen, diesen Teil der Chronik, als das Imperium am Gipfel seiner Macht ist und die verbleibenden Jedi untergetaucht sind, zu erforschen und weiterzuentwickeln. Mit diesem Hintergrund haben wir ein Spiel geschaffen, dessen Nahkampf mit Lichtschwert und Macht-Fähigkeiten intensiv und spaßig ist und jedem ermöglicht, seine Jedi-Fantasien auszuleben.”

„Als Respawn mit der Idee für das Spiel an uns herangetreten ist, haben wir sie sofort unterstützt. Ein Story-basierter Singleplayer-Titel im Star Wars-Universum war genau das, was wir suchten, und wir wissen, dass auch die Fans sich so etwas gewünscht haben“, sagt Steve Blank, Director Franchise Content & Strategy bei Lucasfilm. „Die Konzentration auf Cal, der nach Order 66 wieder in die Fußstapfen eines Jedi tritt, eröffnet zahlreiche Gameplay-Möglichkeiten und interessante Story-Varianten für diesen neuen Charakter und seine Hintergrundgeschichte.“
Genug des Marketing-Geredes. Wir wollen in den nächsten Monaten Fakten und Gamesplay sehen. Ich bin auf Star Wars Jedi: Fallen Order gespannt.

Der Brand von Notre Dame in sozialen Netzwerken

16. April 2019

Es waren schreckliche Bilder, die wir gestern sehen mussten. Notre Dame in Flammen. Der Dachstuhl der französischen Kathedrale brannte. Ich habe das Unglück live in den sozialen Netzwerken verfolgt und mir immer wieder gedacht, in welcher Welt wir leben.

Die erste Anlaufmeldung kam bei mir aufs Smartphone über die App des Bayerischen Rundfunks. Feuer in Notre Dame. Ich erinnerte mich als ich das erste Mal Notre Dame besucht hatte. Es war auf der Klassenfahrt vor dem Abitur Ende der Achtziger Jahre des vergangen Jahrhunderts. Damals stand viel Kultur auf dem Programm. Ich besuchte unter anderem den Louvre, das Grab von Jim Morrison und Victor Hugo (Der Glöckner von Notre Dame) und natürlich auch Notre Dame selbst. Das Bauwerk machte auf mich einen imposanten Eindruck. 

Dieser Erinnerung an die Schulzeit kam wieder hoch als ich die Flammen aus Notre Dame in den sozialen Medien sah. Zunächst verfolgte ich die Entwicklung des Brandes in Twitter. Dort kamen immer neue Bilder und kurze Clips aus Paris. Verschiedene Hashtags waren im Umlauf. Während Twitter die News brachte, kamen in Facebook die ersten Erinnerungen von Menschen an den Bau. Hier zeigte sich die unterschiedliche Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von Social Media. K2 berichtete, dass eine Schulfreundin drei Stunden vor dem Ausbruch des Feuers die Kirche sogar besichtigt hatte. Sie stand mit der Freundin via Messenger in Kontakt. 

Um das Unglück live mitzubekommen, schalte ich auf Periscope um. Der Twitter-Dienst zeigte Live-Videomaterial aus Paris. Viele Menschen richteten ihre Smartphone auf Notre Dame aus und gingen live auf Sendung. Der Übertragungswagen in der Hosentasche ist live dabei. Ich sah wie ein Spitzturm von Notre Dame zusammenbrach und erinnerte mich schlagartig an den 11. September. Damals sah ich den Zusammenbruch der Zwillingstürme live im Fernsehen, heute sehe ich den Brand live im Internet – welche Welt haben wir? 

Die Kommentare in Periscope drehten sich vor allem um Bestürzung und viele drückten ihr Mitgefühl aus. Immer wieder meldeten sich Hater und Trolle in die Timeline, die von einem Attentat schrieben. Ein paar von ihnen habe ich bei Periscope gemeldet, ob es etwas genützt hat, weiß ich nicht. Mir wurden diese Spinner und Verschwörungstheoretiker zumindest ausgeblendet. Zweitweise liefen bei uns mehrere Periscope-Streams nebeneinander. iPhone, iPad und MacBook Pro lieferten den Brand aus unterschiedlichen Bildperspektivem, Mein Schulfranzösisch reichte im Großen und Ganzen aus, um den Fortgang der Löscharbeiten zu verstehen. Menschen schienen nicht durch den Brand zu Schaden gekommen sein. Etwas unverständlich war für mich der Vorschlag von US-Präsident Trump, doch Löschflugzeuge einzusetzen. Die Wucht des abgeworfenen Wassers hätte das historische Gebäude aber zerstört. Da waren die Beileidsbekundigungen unserer deutschen Politiker dann doch angebrachter.  

Am frühen heutigen Morgen dann die Meldung, dass das Gebäude zu retten sei. Einige Kunstwerke konnten auch aus Notre Dame transportiert werden, aber der Dachstuhl sei abgebrannt. Gleich nach dem Aufwachen im Bett schaute ich via Periscope wie der Stand der Dinge war. Der Brand war wohl gelöscht, die Feuerwehr hatte einen hervorragenden Job gemacht. Der Dachstuhl fehlte. In Facebook und Twitter posteten viele Freunde Bilder von ihren Erinnerungen an Notre Dame. Ich muss die alten Fotoalben noch raussuchen. Mein erster Griff in den Buchschrank gehörte einem Bildband von Serge Ramelli, der HDR-Aufnahmen von Paris in Schwarz Weiß gemacht hatte und in seinem wunderbaren Buch Paris veröffentlichte. Darunter auch einige Bilder von Notre Dame. Ein Bild gefällt mir dabei besonders gut. Über eine Doppelseite ein wolkenverhangener Himmel über Notre Dame und Paris. So behalte ich Notre Dame in Erinnerung. 

Angespielt: DiRT Rally 2.0

12. April 2019

Im Moment fresse ich Staub. Nicht wirklich, sondern nur virtuell. Meine Kinder und ich liefern uns heiße Rennen mit DiRT Rally 2.0. Das neue Spiel von Codemasters setzt das Rennspiel aus dem Jahre 2015 fort, das wir auch gerne gespielt haben.
Realismus steht bei DiRT Rally 2.0 im Vordergrund, aber nicht übertriebener Realismus. Das Spiel wurde mir von der Agentur zur Verfügung gestellt. Vorbemerkung: Ich habe keine Lust groß andbücher über Steuerungen und etliche Menüs über Ausstattungsvarianten durchzuklicken, ich will einfach nur starten und Spaß haben ohne, dass ein Rallye-Spiel zu einer Wissenschaft verkommt. Natürlich kann ich spezielle Reifen für spezielle Untergründe verwenden, aber das Spaßerlebnis ist bei all dem Realismus nicht auf der Strecke geblieben. Das war uns wichtig. Bei den Schlaglöchern auf der Strecke sollte ich es mir als Fahrer überlegen, ob ich wirklich mit meiner Karre da durchbrettern muss oder ob ich maschinenschonend das Loch in der Straße umfahre.
Ich kann aus über 50 Original-Fahrzeugen aus unterschiedlichen Fahrzeugklassen wählen und sechs verschiedene Strecken in Neuseeland, Argentinien, Spanien, Polen, Australien und USA fahren. Fahrzeuge sind beispielsweise Subaru Impreza 1995, VW Polo GTI R5, Nissan Datsun 240z, Audi Quattro S1 E2 und AudiS1 EKS RX quattro. Ich muss gestehen, ich fahre im Moment mit dem Gamepad auf der PS4. Ein Lenkrad wäre für so ein Spiel eine lohnenswerte Anschaffung.

Gerne hätte ich das Spiel als VR-Version. Gerade Rennspiele machen hier eine gute Figur. Vielleicht legt Codemasters noch eine VR-Variante mit einem Update drauf. Die Grafik könnte ein wenig besser sein, da wird die PS4 nicht ausgereizt. Zudem hatte ich das Gefühl, dass es bei Codemasters gerne regnet. Das liegt vielleicht daran, dass der Hersteller seinen Sitz auf der britischen Insel hat. Ab und zu wären hellere Momente auch im Rallye-Bereich wünschenswert.
Also mein Fazit: Ich bin rundum zufrieden und werde DiRT Rally 2.0 noch einige Zeit mit der Familie fahren. Dann sollte ich aber im Juni auf das F1 2019 umsteigen, worauf sich unsere rennbegeisterte Familie jetzt schon freut.

Blogger sorgen für mehr Medienkompetenz

11. April 2019

Blogs sind längst Teil der Massenkommunikation geworden. Waren früher Massenmedien klassische Sender-Empfänger-Modelle, bei denen journalistisch gestaltete Produkte an Leser, Hörer und Seher übermittelt wurden, so hat sich dies durch das Web 2.0 stark geändert. Heute hat jeder mit seinem Smartphone ein Massenmedium in der Hosentasche und kann nach Belieben senden und empfangen. Ein gut vernetzter Blogger kommt an die Reichweite eines klassischen Massenmediums heran, seine Veröffentlichungen haben Wirkung. Und damit übernimmt der Blogger aber auch Verantwortung. Ich habe für den Bloggerclub diesen Beitrags für das Magazin des PresseClubs München geschrieben.

Franz Neumeier (r.) und ich vom Bloggerclub im Gespräch mit dem PresseClub-Vorsitzender Peter Schmalz.

Eine Verantwortung, die von jedem Blogger Medienkompetenz verlangt. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, denn bislang definierten wir Medienkompetenz eher vom Nutzer her und fordern daher von den Schulen, diese Kindern schon möglichst früh zu vermitteln. Bei den Produzenten klassischer Medien, den Journalisten, wurde die Kompetenz, mit Medien verantwortungsvoll umzugehen, ohnehin vorausgesetzt. Dies zu lernen, ist Teil ihrer Ausbildung als Volontär oder Absolvent einer Journalistenschule. Auch wenn spektakuläres Fehlverhalten Einzelner gelegentlich Zweifel wecken.

Wie eng verzahnt beide Seiten der Medienkompetenz sein können, zeigen Studien, wonach viele Jugendliche den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellen Beiträge nicht kennen. Für sie ist jede Veröffentlichung das Gleiche. Das aber bedeutet einerseits, den jungen Menschen Mechanismen und Artenvielfalt der medialen Welt erläutern und ihnen die Fähigkeit zum Unterschieden beizubringen. Andererseits ist der Blogger verpflichtet, Werbung und Sponsoring zu kennzeichnen und damit seine Leser darüber zu informieren, wenn er einen gesponserten Beitrag sendet, für den er Geld oder Gegenleistung erhalten hat. Er muss sich also diese Kompetenz erwerben in seinem Medium.

Blogger werden ins Kanzleramt eingeladen.

Der Münchner Bloggerclub hat hier mit seinem strengen Bloggerkodex, auf den sich alle Mitglieder verpflichten, Maßstäbe gesetzt, die weit über Bayern hinaus als vorbildlich gelten. „Wir kennzeichnen Werbung transparent und deutlich“, heißt es darin. Ebenfalls als Werbung gelte jeder Beitrag, „für den wir bezahlt werden oder eine geldwerte Leistung erhalten, die nicht dem Ziel der Berichterstattung dient“. Darüber hinaus definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. All dies dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs und findet auch bundesweite Anerkennung: Als Vertreter der Bloggerinnen und Blogger wurde der Münchner Bloggerclub im vergangenen Jahr zum Runden Tisch „Influencer Marketing“ ins Bundeskanzleramt eingeladen.

Mehr noch als traditioneller Journalismus ist Bloggen eine bunte Spielwiese der Kreativität, gepaart mit den drei T: Text, Technik und Team. Und doch verzahnen sich beide Medienwelten immer wieder. Das beginnt schon bei den Texten, wo für beiden als Basis aller Arbeit gilt: Komplizierte Sachverhalte so aufbereiten, dass der Leser sie versteht. Nicht missionieren ist angesagt, sondern vermitteln – und das möglichst unterhaltend. Dabei steht nicht die Selbstverwirklichung im Vordergrund, sondern der Dienst am Leser. Allerdings trägt der Blogger eine besondere Verantwortung: Die alleinige. Er produziert und sendet, in der Regel prüft kein anderer den Text auf Fehler. Schreibfehler sind ärgerlich, aber lässlich. Juristische Fehler dagegen können bedrohlich werden. Hier gehört zur Medienkompetenz des Blogger, Persönlichkeits- und Urheberrechte zu kennen, das Impressum nicht als vermeintliche Nebensache zu vernachlässigen und den klassischen Satz zu beachten: „Audiatur et altera pars“, also korrekt zu recherchieren und „auch die andere Seite hören“.

Wer bloggt, wird sich automatisch mit Texten beschäftigen, auch wenn er nur einen Foto- oder Videoblog betreibt. Und je mehr ein Blogger textet, desto mehr stößt er auf die journalistischen Darstellungsformen. Schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist, hat nur einen gewissen Erfolg in begrenzten Fankreisen. Wer erfolgreich in der Blogosphäre sein will, der kommt um die Grundlagen des journalistischen Handwerkszeugs nicht herum. Der Blogger muss Stellung beziehen, ob er einen Nachrichtenblog oder einen Meinungsblog betreiben will. Und er muss sich mit dem Aufbau seiner Texte beschäftigen. Dabei stößt er zwangsläufig auf die Nachrichtenpyramide oder die Ordnung durch Absätze, die nach inhaltlichen und weniger nach optischen Gesichtspunkten gesetzte werden. Sich mit Aufbau und Struktur der Texte zu beschäftigen, schärft die Medienkompetenz.

Und wie der Journalist muss auch der seriöse Blogger sorgsam umgehen mit seinen Quellen. Nachdem Blogger zunehmend zu Pressekonferenzen und auch zu vertraulichen Hintergrundgesprächen eingeladen werden, müssen Blogger die Regeln kennen und beachten, die in dieser Kollegen-Gemeinschaft gelten. Eine simple, aber wichtige besteht aus den drei Ziffern 1, 2 und 3. Läuft ein Gespräch „unter 1“, dürfen alle Information mit dem Namen des Gesprächspartners zitiert werden („Bundeskanzlerin Merkel sagte: ‚Angesichts der aktuellen Finanzkrise hat die Bundesregierung …“) , „unter 2“ dürfen Information und das Umfeld der Quelle zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden ( „Wie aus Kreisen der CDU zu erfahren war…“), „unter 3“ aber dürfen die Informationen nicht öffentlich verwertet werden. Journalist wie Blogger haben sie ausschließlich als Hintergrund erhalten, der Anlass für weitere Recherchen geben oder in Artikel und Kommentare indirekt einfließen könnte. Das Problem: Es ist eine ungeschriebene Regel, die rechtlich nicht bindend ist. Doch wer dagegen verstößt, riskiert beim nächsten Mal vor der Tür zu stehen.

Das zweite T gehört der Technik. Wer bloggt, verfasst nicht nur Texte, er schießt auch Fotos, dreht Videos oder produziert Audiopodcasts. Im besten Falle schafft er daraus einen multimedialen Blog. Das verlangt aber auch technisches Know-how im Umgang mit Hard- und Software. Zwar wird die Technik immer intuitiver, aber dennoch muss die Funktionsweise erst einmal verstanden werden. Obwohl der Umgang mit der IT, das Einhalten eines Workflows und das Datei-Ablagesystem auf dem Server oder in der Cloud heute zu den Grundkenntnisse gehören sollten, ist es bemerkenswert, dass die nachwachsende digitale Gesellschaft sich beim Umgang mit dem Rechner schwer tut. Ihr fällt es leicht, mit dem Smartphone oder dem Tablet umzugehen, sie versteht dagegen immer weniger von Dateistrukturen auf herkömmlichen Systemen. Hier ist die technische Medienkompetenz unbedingt zu stärken.

Das gilt auch für den Umgang mit Suchmaschinen. Wer bloggt, der will gefunden werden. Das Angebot im Netz ist riesig, und der einzelne Blogpost wird nur gefunden, wenn ihn eine Suchmaschine indiziert und in die Datenbank aufnimmt. Das bedeutet, der Blogger muss sich mit Suchmaschinen auskennen und deren Funktionsweise verstehen. Er muss seine Texte im besten Falle für die Suchmaschine optimieren. Diese Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) verändert natürlich die Texte. Der Blogger muss sich fragen: Schreibe ich Texte für den Menschen oder schreibe ich auffindbare Texte für Google und Co. Eine Gretchenfrage, die den Blogger beschäftigen muss und die zugleich täglich seine Medienkompetenz aufs Neue schult.

Das dritte T gehört dem Team. Blogger sind Teamplayer. Ein Blog ist klassisches Projektmanagement und wenn der Blog größer wird, wird automatisch das Team größer. Das Zusammenspiel als Team macht dann diesen Erfolg aus. In der Regel sind Blogger Einzelkämpfer, arbeiten aber auch in Netzwerken zusammen. Spezielle Kollaborationswerkzeuge haben sich bewährt: das Mini-Projektmanagement-Werkzeug Trello, das Terminfindungstool Doodle oder einfach die Zusammenarbeit über die Cloud wie Google Doc, Office 365 oder iCloud. Vor allem Corporate Blogger müssen absolut teamfähig sein. Sie schreiben ja nicht ihr persönliches Blog, sondern an einem Unternehmensblog. Corporate Blogs treten in unterschiedlichen Formen auf und können unterschiedliche Funktion haben. Charakteristisch für Corporate Blogs ist, dass sie dazu dienen, Kommunikations- oder Marketingziele des Unternehmens zu verfolgen. Sie werden in der Regel von Mitarbeitern eines Unternehmens oft in Verbindung mit externen Bloggern geführt. Corporate Blogs können sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation eingesetzt werden. Hier gibt es keinen Platz für Egos sondern Teamfähigkeit steht im Vordergrund.

Schließlich eine rasant wachsende Herausforderung, die Blogger und Journalisten gleichermaßen bewältigen müssen: Die Fake News. Vor wenigen Jahrzehnten war die Informationsbeschaffung ein echtes Problem. Aufwendig musste in Archiven und Bibliotheken recherchiert werden. Manche Journalisten wurden nur aufgrund ihres persönlichen Archivs von Verlagen angestellt, ihr Informationsschatz war ihr höchstes Gut.
Heute können Infos aller Art mühelos im Netz abgerufen werden. Nicht mehr die Information beschaffen, sondern sie zu bewerten ist die neue Herausforderung: Wahr oder falsch, Tatsache oder Fake? Wie Journalisten müssen auch Blogger lernen, den Wahrheitsgehalt einer Nachricht zu bewerten. Ließ früher das schlampige Aussehen einer Website zu Vorsicht mahnen, verhelfen heute Content Managementsystemen (CMS) fast jeder Website
zum seriösen Outfit. Kommt die Meldung gar noch im Layout eines sozialen Netzwerkes wie Facebook daher, dann funktioniert das alte Bewertungssystem des Aussehens nicht mehr.
Der Blogger von heute braucht also Medienkompetenz, um Fake News zu identifizieren. Auch dazu gibt es eine Reihe von Werkzeugen: Was ist die Originalquellen? Haben andere die Information auch zitiert? Videos lassen sich beispielsweise mit dem kostenlosen Datafinder von Amnesty International zurückverfolgen. Ein gesundes Misstrauen ist bei der Informationsrecherche im Netz angesagt. So mancher ist auf gefälschte oder gar frei erfundene Politikerzitate hereingefallen.

Bloggen und Journalismus verschmelzen mehr und mehr. Selbst Edelfedern der Printbranche haben sich mittlerweile Blogs zugelegt, so mancher Blogger wurde Redaktionsmitglied bei Verlagen oder Radio- und TV-Sendern. Wie die Arbeit verzahnt, so gleichen sich auch die Anforderungen an. Wie zum Beispiel die der Medienkompetenz.

Buchtipp: Furcht von Bob Woodward

10. April 2019
Ich empfehle die Lektüre von Furcht.

Ich empfehle die Lektüre von Furcht.

Nach der Lektüre dieses Buches habe ich Angst bekommen. Furcht, ja ich habe Furcht gelesen und Furcht bekommen. Für mich ist das Buch von Bob Woodward DAS politische Buch des Jahres 2018. Es zeigt eindrucksvoll, welch labile Persönlichkeit der US-Präsident Donald Trump ist.
Das gefällt mir nicht, aber ich muss mich damit abfinden, dass die Weltmacht USA von einem labilen, rachsüchtigen Egomanen geführt wird. Mit Abscheu müsste ich mich eigentlich von so einem Menschen abwenden, aber das Buch Furcht: Trump im Weißen Haus hat mich in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht aus der Hand nehmen. Immer wieder setzte ich beim Lesen ab und dachte mir: „Das kann doch nicht sein. So schlimm kann doch ein Mann nicht sein, der das mächtigste Amt der Erde inne hat.“ Doch leider ist es wohl so. Ich habe Vertrauen zu Bob Woodward, dass die recherchierten Hintergründe sich so zu getragen haben, wie im Buch beschrieben. Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt.
Das Duo Bob Woodward und Carl Bernstein war der Grund, warum ich den Beruf des Journalisten ergriffen habe. Die beiden Watergate-Aufdecker faszinierten mich, inspirierten mich, motivierten mich. Ihr Buch All the President’s Men ist ein Klassiker des investigativen Journalismus. Ich halte meine Ausgabe in Ehren. Sobald einer der beiden Autoren ein Buch veröffentlichen, hatte ich es mir gekauft und verschlungen. Bob Woodward ist dabei der intensivere Schreiber.
Mit Furcht hat er seine Eindrücke über Donald Trump veröffentlicht und mit dem USA-Experten Dr. Josef Braml habe ich immer wieder über diese neue Art von Politik gesprochen. Es ist eine Politik der Stärke. Die alten Bündnisse wie Handelsabkommen oder NATO werden sich unter diesem neuen US-Präsidenten verändern und wir müssen sie als Europäer gemeinsam mitgestalten oder wir werden vor vollendeten Tatsachen gestellt. Die Welt ändert sich.
Diese Transformation hat Bob Woodward in seinem Buch hervorragend dargestellt. Es zeigt, wie Trump sein Personal auswählt. Viele der im Buch beschriebenen Persönlichkeiten gibt es schon lange nicht mehr in ihrer Funktion. Das Personalkarussell unter Trump dreht sich schnell, sehr schnell. Während ich diese Zeilen tippe, trat gerade die Heimatschutzministerin der USA, Kirstjen Nielsen, zurück. Präsident Trump gab dies auf Twitter bekannt. Die Ministerin spielte in der umstrittenen Einwanderungspolitik des Präsidenten eine zentrale Rolle. Medienberichten zufolge äußerte sich Trump aber wiederholt unzufrieden über sie und warf ihr fehlende Härte vor. Sie hatte das Heimatschutzministerium eineinhalb Jahre lang geführt. Tags darauf musste der Chef des Secret Service gehen.
Da ist es wieder, dieses Twitter. Trump hat verstanden, wie soziale Netzwerke funktionieren. Für ihn sind viele klassische Massenmedien wie CNN, New York Times oder Washington Post einfach nur FakeNews. Er überspringt die Medien und wendet sich via Twitter direkt an seine Gefolgschaft. Auch ich folge Donald Trump auf Twitter, um zu wissen, was der Herr im Weißen Haus so alles macht. Ob mir die Art der Kommunikation gefällt? Eher nicht, aber ich muss mich wohl mit dem neuen Stil abfinden.
Und diesen Stil beschreibt Bob Woodward sehr gut in seinem Buch. Trump will nicht zuhören, er will schnelle Entscheidungen und keine oberlehrerhaften Belehrungen. Er will Deals machen, Verwaltung soll wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Widerspruch oder eine andere Meinung ist wohl nicht angebracht. Der Vorteil ist aber auch, dass Trump in seiner Art schnell Entscheidungen vergisst. Und auch das ist dramatisch. Der Umgangston innerhalb der Regierung ist unterirdisch. Streit, Beschimpfungen, Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Der ehemalige Stabschef John Kelly nennt seinen Chef einen „Idioten“. James Mattis, der ehemalige Verteidigungsminister meint, dass Trumpf eine „Aufnahmefähigkeit und das Verhalten eines Fünft- oder Sechstklässlers“ habe. Das sind schon heftige Aussagen über den mächtigsten Mann der Welt. Aber auch der teilt aus: Der ehemalige Justizminister Jeff Sessions wurde von Trump als „geistig zurückgeblieben“ bezeichnet. Das ist kein gutes Bild über eine handlungsfähige Regierung.
Der rechtsaußen Stratege Steve Bannon ist immer für einen handfesten Streit gut. Er forderte andere auf, einen Faustkampf auszutragen. Fremdschämen war bei mir angesagt, als sich Steve Bannon mit Ivanka Trump fetzte und sie dann schrie: „Ich bin nicht irgendeine Mitarbeiterin. Ich werde es auch niemals sein. Ich bin die First Daughter.“ Köstlich, aber dramatisch.
Bei einer Passage musste ich schlucken. Es geht um die umstrittene Aufkündigung des Handelsabkommens mit Südkorea. Ein Stabsmitarbeiter klaute diesen Brief vom Schreibtisch des Präsidenten, damit das Handelsabkommen nicht gekündigt wird. Dass Woodward dieses Vorgehen beschreibt ist journalistisch ein Hammer, verhindert aber künftig Aktionen zum Schutz von US-amerikanischen Interessen.
Schade, dass es Woodward nicht gelang, mit Trump direkt zu sprechen, obwohl er sich bemüht hatte. Erst in der Drucklegung gelang ihm ein Telefonat mit dem US-Präsidenten, der zunächst offen war, dann aber auf seine These zu FakeNews beharrte.

Für mich ist Furcht: Trump im Weißen Haus ein hervorragendes Buch, das mich massiv aufgeregt hat. Und trotz der Veröffentlichung durch die Reporterlegende Bob Woodward bin ich pessimistisch, dass sich der Regierungsstil von Trump ändert.

Als die Bayern Revoluzzer wurden – journalistisches Storytelling

1. April 2019

Vor kurzem hatte der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag und ich habe dieses wichtige Ereignis mit einem Blogbeitrag gewürdigt. Jetzt ist mir bei einem Besuch des Münchner Merkurs ein Magazin zum Thema in die Hände gefallen, dass ich gerne gelesen habe.

Als die Bayern Revoluzzer wurden - schönes Magazin vom Münchner Merkur.

Als die Bayern Revoluzzer wurden – schönes Magazin vom Münchner Merkur.

Ein alter Kollege von mir, Dr. Dirk Walter, der mit mir beim Merkur vor Jahren begonnen hatte, schrieb die viele Beiträge in diesem Magazin. Dr. Walter, oder Dirk für mich, ist studierter Historiker und arbeitet die deutsche Geschichte vorbildlich in seinen Veröffentlichungen auf. Und zum 100. Geburtstag veröffentlichte der Merkur das Magazin „Als die Bayern Revoluzzer wurden“ Bei einem Besuch des altehrwürdigen Zeitungshauses in München drückte Dirk mir das Magazin in die Hand und bei der Heimfahrt begann ich es gleich zu lesen. Zu Hause habe ich es sofort auf der Terrasse mit einem Kaffee in der Hand fertiggelesen. 

Besuch bei meinem alten Arbeitgeber.

Besuch bei meinem alten Arbeitgeber.

Die Gründung des Freistaats, die deutsche Revolution – all das kann ich bei Wikipedia und Co nachlesen. Dieses Magazin bringt selbstverständlich auch die Fakten, bereitet sie aber journalistisch auf – und das gefällt mir. Nicht Zahlen und nackte Infos, sondern Storytelling in seiner besten Form. Es kommen Menschen mit ihren Meinungen und Einschätzungen zu Wort. Das Thema wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und unterhaltsam mir als Leser näher gebracht. So muss Journalismus heute sein. 

Ist das die richtige Würdigung für Kurt Eisner als Ministerpräsident?

Ist das die richtige Würdigung für Kurt Eisner als Ministerpräsident?

Als ich dann abends ins Kino ging hatte ich einen Beitrag von Hans Well im Kopf. Der ehemalige Chef der Biermösl Blosn schrieb in dem Merkur-Magazin einen Betrag über Kurt Eisner, dem ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern. Er beklagte, dass Eisner bis heute kein Denkmal im Bayerischen Landtag bekommen hat. Im Kino Mathäser schaute ich mir einen Film an und entdeckte beim Herausgehen eine Stehle mit der Erinnerung an Eisner inmitten des Kinobetriebs. Ist das die richtige Würdigung an den ersten Ministerpräsidenten? 

Das Magazin gibt es in den  Merkur-Geschäftsstellen sowie für uns Onliner hierhier

Filmtipp Gorky Park

30. März 2019

Gorky Park war anders als die meisten Thriller, die ich bis dahin im Kino gesehen hatte. Damals im Jahre 1983 spielten meine Krimis in New York oder Chicago, die deutschen Tatorts im Pott oder Derrick ermittelte in Grünwald. Der US-Film Gorky Park spielte in Moskau und zeigte Mordermittlungen aus der Sicht der sowjetischen Polizei. Im Kino hatte mir der Film gefallen und jetzt schickte mir die Agentur die DVD zur Rezension, nachdem der Streifen Gorky Park für DVD und Bluray aufgelegt wurde.

Nachdem ich in Erinnerungen hatte, dass Gorky Park mir damals gefallen hatte, zelebrierte ich den Filmabend. Ich legte russisches Knabberzeugs bereit, schenkte mir ein Glas russischen Wodka ein und los ging’s.

Um was gehts? Im Moskauer Gorky Park werden drei bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Arkady Renko übernimmt die Ermittlungen. Er ist fest entschlossen, die Toten zu identifizieren und den Mörder zu finden. Doch von verschiedenen Seiten wird er vor allzu intensiven Nachforschungen gewarnt. Trotzdem lässt er nicht locker und erhält zudem Hilfe von FBI-Agent William Kirwill. Prompt kommen die beiden einer brisanten Staatsaffäre auf die Spur. 

Es war eine spannende Inszenierung von Michael Apted mit William Hurt und Lee Marvin in den Hauptrollen. Und während des Films wurde mir bewusst, dass die Geschichte heute nicht mehr so erzählt werden könnte. Inzwischen wäre durch DNA-Analyse die Geschichte in Sekunden geklärt und auch das Thema Zobel als Wirtschaftsgut der UdSSR hat sich erledigt. Der Roman Gorki Park (mit i statt y) von Martin Cruz Smith läuft heute ins Leere.

Aber vielleicht macht gerade das den Reiz des Films aus. Es ist eine Zeitreise in den Kalten Krieg. Die Sowjetunion bestand 1983 noch. Und natürlich konnten die Amerikaner nicht in Moskau drehen – das war erst 1988 bei Walter Hills Red Heat der Fall. So wurde im Winter im schottischen Glasgow und Helsinki in Finnland gedreht. Die Details sind sehr genau und machen Spaß. Der Film vermittelt eine kalte Thriller-Atmosphäre und hat eine Erzählweise der Filme der Endsiebziger und Anfang Achtziger. Immer wieder kam bei mir durch Kamerastil und Plot die Atmosphäre eines Dirty Harry auf. Also für mich ist Gorky Park eine Filmempfehlung für einen unterhaltsamen Abend für eine erwachsene Welt. Jugendliche werden sich bei Gorky Park einfach nur langweilen. 

William Hurt spielt hervorragend, Lee Marvin ist mir persönlich zu übertrieben als geldgieriger böser Kapitalist. Die Musik von James Horner ist prima, reicht nicht an seine späteren Meisterwerke wie Brainstorm, Star Trek III, Aliens oder Titanic heran. 

Ich erinnerte mich noch im Kino damals 1983 an den Schluss des Films. Der Held geht zurück nach Moskau, die Heldin wählt die Freiheit in den USA. „Irgendwann sehen wir uns wieder, irgendwann.“ Im Kino dachte ich mir damals 1983 „träumt weiter“. Dann nur 6 Jahre später kam der Zerfall des Ostblocks, die Auflösung der Sowjetunion und die Deutsche Vereinigung. Wie sich die Zeiten ändern … 

Vor 30 Jahren begann das Internet

12. März 2019

Heute wird das Internet 30 Jahre alt. Das Netz hat meine Welt verändert, radikal, alles auf den Kopf gestellt. Am 12. März 1989 schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. Das Internet war geboren und der Rest ist Geschichte. 

Der erste Webserver lief auf einem Next Cube, ein Rechner von Steve Jobs, der für mich unbezahlbar war. Bei Wikipedia ist das Bild zu sehen, dass den Rechner zeigt. Nett ist der Aufkleber: „This Maschine is a Server.“ 

Der Startschuss - Foto:: Wikipeadia

Der Startschuss – Foto:: Wikipeadia

Das Internet ist eine Revolution, aber trotz des 30. Geburtstag ist es für einige noch Neuland. In meinem Seminaren vergleiche ich die Revolution des Internets mit der Revolution der Druckerpresse. Johannes Gutenberg schuf mit den beweglichen Lettern der Druckerpresse das modernste Massenmedium seiner Zeit. In seinem Leben druckte er 180 Bibeln, die zuvor mühsam in Klöstern von Mönchen in Handarbeit kopiert wurde. Martin Luther ließ seine Pamphlete auf der Druckerpresse drucken und verbreitete seine Thesen, weil er das modernste Massenmedium seiner Zeit wählte. Die Folge war die Reformation, die Kirchenspaltung und später die Aufklärung. Die Druckerpresse veränderte die Welt. Das Internet heute ist eine ebenso große und weitreichende Revolution wie die Druckerpresse. Tim Berners-Lee, heute Sir Tim Berners-Lee, ist für mich daher ein echter Held.  

Im Anfang stand das Wort ....

Im Anfang stand das Wort ….

Mein persönlicher Weg ins Netz

Wie begann das Internet bei mir? Ich hatte einen Akustikkoppler. Ich schob den Telefonhörer des Telefons meiner Eltern in den Akustikkoppler und der Provider meines Vertrauens brachte mich ins Netz. 9600 war meine erste Internet-Geschwindigkeit. Damals war ich Mitarbeiter des Münchner Merkurs in Fürstenfeldbruck und machte Screenshots von Vereinen, die bereits eine eigene Website im Internet hatten. Ich war der einzige in der Redaktion, der über diese technische Fähigkeit verfügte. In der Schillerstraße in München kaufte ich mir dann mein erstes richtiges Modem 28.800. Es hatte keine Zulassung der Deutschen Bundespost, die damals noch über die Netze wachte. Dann kam ein Modem mit 36.600 und ich war schon vorne mit dabei. Als ich später einen roten iMac DV mein Eigentum nannte, startete ich Highspeed mit dem integrierten 56 K-Modem durch. 

Blick ins Software-Archiv zu Zeiten des Browserkrieges.

Blick ins Software-Archiv zu Zeiten des Browserkrieges.

Die Provider meiner Jugend hießen Compuserve und als ich das erste Mal in den USA war, wählte ich mich bei AOL ein. Die erste Software kam noch auf Diskette, später klebten auf den Computerheften die CDs der Provider. Eine ganze Nation brach ins Netz auf. Boris Becker war in der AOL-Werbung schon drin. „Bin ich schon drin? Ich bin schon drin!“ Meine Zugangsdaten aus dieser Zeit habe ich noch immer. Mein Browser war Netscape und dann begann der große Browserkrieg, den der IE gewann. Aus Netscape wurde Firefox und heute surfe ich meist auf Safari. 

Mit meinem Kollegen Franz NeumeierFranz Neumeier mit dem ich heute noch beim BloggerclubBloggerclub zusammenarbeite, veranstalteten wir die ersten Internet-Seminare. Wir schulten junge Journalisten auf dem Weg ins Netz. Zudem betrieben wir eine Mailbox, die via Terminalprogramm zu bedienen war. Der zuständige Mailbox-Rechner stand bei Franz im Schlafzimmer und saugte Strom. Herrliche Zeiten waren das.

Dann kamen ISDN und DSL als Geschwindigkeiten. Erste zaghafte Anfänge dieses Zauberwortes Multimedia kamen uns in den Sinn. Texte, Fotos, Audio, Videos im Netz – was für ein genialer Gedanke. Es war eine Goldgräberstimmung. Ich versuchte mich an meinen ersten HMTL-Websites und meine Bibel war Stefan Münz SelftHTML. 

Noch als Zeitungsjournalist erkannte ich die Macht des Internets. Ich erahnte die Veränderungen, die dieses Internet mit sich bringen würde und stellte meine privaten und beruflichen Weichen. Das Netz wurde privat und beruflich für mich immer wichtiger. Aus Web 1.0 wurde das Web 2.0 und es verändert sich weiter.

Heute als Selbstständiger bei redaktion42 lebe ich vom Internet, ich halte Vorträge über das Internet, ich berate zum Thema Internet, schreibe Bücher zum Internet und arbeite unterwegs. Mobiles Internet hat mein Leben revolutioniert. Danke an Tim Berners-Lee für das Internet. Und wie verlief bei euch die Reise ins Web? 

So gehts: Alt Text in Instagram Fotos

7. März 2019

Im Moment spiele ich gerade mit Instagram herum. Da ich sehr viel an Schulen unterwegs bin, ist Instagram dort ein extrem stark verbreitetes soziales Netzwerk. Beim Herumspielen entdeckte ich die Möglichkeit, alt Texte zu einem Instagram Foto hinzu zu fügen. Damit können Menschen mit einer Sehbehinderung erkennen, was ich gepostet habe. 

Der Workflow alt texte in Instagram Fotos zu versehen, ist recht simple. 

Zunächst wird das gewünschte Bild optimiert, bearbeitet, mit Filter versehen. Kurz vor der Veröffentlichung muss dann die Funktion „Erweiterte Einstellungen“ ausgewählt werden. 

Dort gibt es dann unten die Möglichkeit, einen Alternativtext einzugeben. Dieser alt Text ist wichtig für User mit Sehbehinderung. Da ich selbst eine Augenbehinderung habe, bin ich bei diesem Thema sensibel. Ich versuche auch meine Twitter-Bilder mit alt text zu versehen. 

Also gebe ich meinen alt text für Instagram separat ein.

Und schon kann ich das Bild wie gewohnt in meinen sozialen Netzwerken teilen und auch Sehbehinderte bekommen mit, was ich gepostet habe. 

Bei bereits veröffentlichten Bilder lässt sich der alt text nachträglich hinzufügen. 

Einfach das gewünschte Bild aufrufen und oben rechts den … Reiter aktivieren. Dann den Button „Bearbeiten“ drücken.

Im Foto erscheint dann Alternativtext hinzufügen.