Archive for the ‘Medien’ Category

Fotobuchtipp: Executive Order von Susan Ressler – die siebziger Jahre grüßen

17. Mai 2021

Im Moment mache ich mir Gedanken über die Arbeitswelt von gestern, von heute und von morgen: Begriffe wie New Work, Out of Office, aber auch digitales Proletariat schwirren mir durch den Kopf. Und auch Gedanken, wie eigentlich ein Büro auszusehen hat, beschäftigen mich. Und bei diesen Recherchen fiel mir ein wunderbares Fotobuch von Susan Ressler in die Hände: Executive Order: Images of 1970s Corporate America

Wundervolles Fotobuch über die Büros der 70er Jahre.

Executive Order ist ein scharfsinniger Blick auf das Amerika der Konzerne, mit Porträts und Bürointerieurs, die in den 1970er Jahren in Los Angeles und im Westen der USA aufgenommen wurden. Ressler übt eine fotografische Kritik an Reichtum und Macht und setzt die Fotografie mit Humor und Einfühlungsvermögen ein, und ihre Arbeit ist heute im Zeitalter von New Work besonders relevant. Susan Ressler ist Fotografin, Autorin und Pädagogin. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem im Smithsonian American Art Museum und in den Library Archives of Canada.

Einen Nachmittag lang habe ich diese Schwarzweißbilder von amerikanischen Führungskräften aus den siebziger Jahren genossen. Mal habe ich schmunzelt, mal gestaunt, mal war ich entsetzt und mal war ich fasziniert. Es ist erstaunlich, wie sich Büros verändert haben und was den Herren, zumeist waren es Herren, die die Büros bevölkerten, wichtig war. Schreibtische, Sitzmöbel, Bilder, Nippes und auch Teppiche sowie Accessoires aller Art. Sie symbolisierten oft den alten Spruch: Ich Chef, du nix. Das war das Managementprinzip, was schon alleine durch die Büroeinrichtung vermittelt wurde.

Computer war noch wenig in den Büros vertreten, dafür ein Telefon samt imposanter Telefonanlage. Sofort kommen Erinnerungen an Filme der siebziger und achtziger Jahre durch mit Aussprüchen „Der Präsident auf Leitung 3!“ Dann gab es natürlich Stifte. Aber nicht einfach eine Stiftebox mit Kugelschreiber und Bleistiften. Es musste schon imposanter sein. Füller-Ständer aus Ahorn, Rosenholz und schwarz Leder. Damit konnte man seinen Kaiser Wilhelm unter wichtige Dokumente setzen. Als Kind wollte ich auch so einen Füller-Ständer haben, aber ich war wohl nicht wichtig genug.

Interessant war, dass damals noch in Büros geraucht wurde. Auf zahlreichen Bilder sind imposante Aschenbecher zu sehen. Ich erinnere mich noch an mein Volontariat, als Rauchen in Redaktionsstuben noch üblich war: Die Sportredaktion rauchte Zigaretten in Kette, der Feuilletonchef paffte Pfeife und ich als Nichtraucher mitten drin. Protest gegen den blauen Dunst in den Siebziger eher unüblich.

Also klarer Tipp für Fotofreunde ist das Buch Executive Order: Images of 1970s Corporate America

Für Bücherfreunde und Ästheten: Antiquariat Schreyer in Augsburg

16. Mai 2021

Digital trifft analog. Bei meinem jüngsten Besuch in Ausgburg entdeckte ich das Antiquariat Schreyer in einem Hof beim Herkulesbrunnen an der Maximilianstraße.

Aus Platzgründen habe ich meist auf den Bezug von Digitalbüchern beschränkt, mag aber die Atmosphäre von gedruckten Büchern, die ich haufenweise besitze. Und wer gedruckte Bücher mag, sollte bei Hartmut Schreyer in Augsburg unbedingt vorbeischauen. In seinem Antiquariat, das an unterschiedlichen Adressen seit 1976 existiert, handelt Schreyer mit gebundenen Büchern. Sein Schwerpunkt liegt auf Kunst, Italien und natürlich Augsburg, Schwaben und Bayern sowie Grafiken. Über 20.000 Bücher hat er auf 150 Quadratmeter zum Auswählen, im Archiv liegen noch mal etwa 30.000 Bücher.

Da Buchläden als systemrelevant gelten, hat das Antiquariat im ehemaligen Musikerhof an der Maximilianstraße 65 in Augsburg für Bücherfreunde auch geöffnet. Ich hatte bei meinen Besuch keine Suchliste vorbereitet und so fielen mir spontan nur wenige Titel ein, die ich nachfragte: die Erstausgaben von Woodward/Bernstein Ein amerikanischer Alptraum, zum Spaß die für mich unbezahlbare deutsche Erstausgabe von Tolkiens Herr der Ringe oder die deutsche Gesamtausgabe von Churchills Der zweite Weltkrieg. Zwar war keiner meiner Wünsche erfüllbar, aber Hartmut Schreyer erwies sich als freundlicher, hilfsbereiter Bücherfreund, der einem Gespräch nicht abgeneigt war.
Bei meinem nächsten Besuch in Augsburg, nehme ich eine Suchliste meiner Bücher mit. Ich habe erfahren, dass Schreyer auch einen Fundus von Filmliteratur besitzt und da werden wir bestimmt zusammenkommen. Also, wer Bücher mag und in Augsburg Station macht, sollte beim Antiquariat Schreyer einmal vorbeischauen und Bücherluft schnuppern.

Buchtipp: Star Wars Visions

7. Mai 2021

Der kürzlich stattgefunden Star Wars-Feiertag machte es mir wieder bewusst, wie gerne ich die SF-Geschichte von George Lucas habe. Ich mag das Universum von Luke, Leia, Han und Vader einfach. Die mittlere Trilogie ist meine Serie und hat mich geprägt.

Eines meiner liebsten Star Wars Bücher: Visions

Und die fantastische Geschichte faszinierten nicht nur mich, sondern sie übte auch ihren Reiz auf zahlreiche Künstler aus. Star Wars ist eben ein Phänomen der Popkultur. Und aus diesem Grund blätterte ich mal wieder in den 2010 erschienen Buch Star Wars: Visions. Achtung: Das Buch Star Wars Visions hat nichts mit der Anime-Serie von Disney zu tun.

Ich habe zahlreiche Bücher rund um Star Wars, aber irgendwie ist mir dieses Buch eines meiner liebsten. Vielleicht weil es die enorme Kreativität zeigt, die Star Wars auf Künstler in aller Welt ausübt. Jeder der über 100 beteiligten Künstler drückte seinen Respekt gegenüber den Figuren und der Geschichte des Lucas-Universums aus. Für mich eine unglaubliche Inspiration und tolle Hommage an ein Phänomen der Pop-Kultur.
Das Buch Star Wars: Visions umfasst Werke von Künstlern wie Amano, Allan R. Banks, Harley Brown, Gary Carter, James Christensen, Michael Coleman, Kinuko Craft, Jim Dietz, Phillipe Druillet, Donato Giancola, Ann Hanson, H. R. Giger, Daniel Greene, Ron Kleeman, Arantzazu Martinez, Syd Mead, Moebius, Paul Oxborough, Alex Ross, Anthony J. Ryder, Dolfi Stoki, William Stout, Dan Thompson, Julie Bell und Boris Vallejo, Scott Waddell und Jamie Wyeth.

Hinzu kommt ein englisches Vorwort von George Lucas und eine Einleitung von J. W. Rinzler. Viele Bilder gefallen mir, einige treffen nicht so meinen Geschmack – so ist Kunst. Bilder, die mir noch vor Jahren viel bedeutet haben, regen mich heute nicht mehr zum Träumen an und anderes herum. Gemeinsam haben alle Bilder die Verehrung einer Filmidee. Und das muss man erst einmal schaffen – eine Vision.

Buchtipp: Ich lass mir den Mund nicht verbieten von Michael Haller und Walter Hömberg

6. Mai 2021

Am Tag der Pressefreiheit am 3. Mai erscheinen unzählige Artikel und Blogposts, wie wichtig und schützenswert die Pressefreiheit ist. Ich kann mich dem als gelernter Journalist nur anschließen. Aus diesem Grund werde ich auch ein Online-Seminar durchführen und erklären, wie Presse bei uns funktioniert. Denn ich stellte erschreckt fest: Viele Mitbürger haben von den Begriffen Pressekodex, Presserat und Audiatur et altera pars nichts gehört und das ist ungut.

Und ich daher gebe gerne einen Buchtipp zum Thema ab: »Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«:, herausgegeben von Michael Haller und Walter Hömberg.

Das bei Reclam erschienene Buch, das mir der Verlag zur Verfügung stellte, ist eine Streitschrift und Geschichtsbuch für Journalisten als Wegbereiter der Pressefreiheit und Demokratie. Es umfasst Beiträge zur Entwicklung des Journalismus von den Anfängen bis in die Gegenwart und sind verfasst von Stefan Aust, Holger Böning, Günter Müchler, Jürgen Wilke, Ulla Wischermann und vielen weiteren Autoren.

Die Beiträge sind nicht allzulang und können wunderbar zwischendurch gelesen werden. Sie zeichnen die historische Entwicklung des Journalismus seit dem 17. Jahrhundert nach als sich Meinungsfreiheit ihren Weg bannte. Für mich persönlich waren die journalistischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts am interessantesten an der vorliegenden Mediengeschichte, weil ich wohl am stärksten von ihnen beeinflusst wurde. Watergate und die mediale Berichterstattung sowie Verfilmungen des Themas waren der Grund für meine Berufswahl. Ich habe aus dem Buch viel gelernt über Team-Journalismus, Foto-Journalismus und investigativen Journalismus – und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, eine Geschichte zu erzählen.

Mein Kritikpunkt an diesem Buch »Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«:: Es ist rückwärtsgewandt und geht nicht auf neue Medien ein, muss ein Geschichtsbuch vielleicht auch nicht, obwohl hier viel passiert ist: Datenjournalismus, Kollaboration von Redaktionsnetzwerken, Webjournalismus und Blogs sind hier nicht zu finden. Das liegt wohl daran, dass das Buch auf eine Rubrik der Printzeitschrift Message beruht. Diese hat Herausgeber Michael Haller einstmals mitbegründet und ist schon lange am Markt verschwunden, die Käufer blieben aus. Rund ein Drittel der Beiträge des Haller-Buches stammen aus dem Haller-Ressort „Highlights des Journalismus“. So geht sinnvolle Zweitverwertung.

Buchtipp: Out of Office von Elke Frank und Thorsten Hübschen

5. Mai 2021

Während andere am 1. Mai demonstrieren, habe ich mein Arbeitszimmer aufgeräumt. Dabei fiel mir ein Buch von 2015 in die Hände: Out of Office – warum wir die Arbeit neu erfinden müssen.

Geschrieben wurde es von den damaligen Microsoft-Managern Elke Frank und Thorsten Hübschen. Im Jahre 2015 habe ich mir viele Gedanken zu dem Buch gemacht, deshalb unterbrach ich mein Aufräumen und las wieder in dem Buch. Beide Autoren haben schon vor längerem Mircosoft verlassen und dennoch sind die Aussagen des Buches für mich noch immer gültig.

Es traf mich aus heiterem Himmel: Verdammt, die beiden Autoren hatten mit ihren damaligen Thesen recht. Ich blicke in mein Arbeitszimmer und nahm die Veränderung wahr. Corona war der Beschleuniger dieser Veränderung der Arbeitswelt, meiner Arbeitswelt. War ich bis März 2020 drei, vier Tage die Woche unterwegs bei Kunden, bin ich seit Corona zu Hause und habe meinen persönlichen Workflow komplett geändert – Out of Office eben.

Da wird am 1. Mai von den Gewerkschaften vom digitalen Proletariat geredet und ich stelle fest, dass ich mehr und mehr zu einem Wissensarbeiter geworden bin. Ich war von der Lektüre von Out of Office derart gefesselt, dass ich das Aufräumen auf einen späteren Tag verschob und mich mit einem Espresso niederließ und las.

Ich brauche kein externes Büro anbieten, da ich ein großzügiges Arbeitszimmer habe. Die Kinder hatten im HomeSchooling ihre Arbeitsplätze, nur die Gattin ist ins zwei Kilometer entfernte Büro geradelt, um die heimische Internet-Leitung nicht zu stark zu strapazieren. Ein Büro im eigentlichen Sinne, also einen extra angemieteten Raum, braucht unsere Familie nicht. Ja, ich weiß, es gibt andere Familien mit Platzproblemen. Aber bei uns ist Out of Office kein Problem und ich muss sagen: Ich genieße es, dass ich zu Hause bin und nicht unterwegs sein muss. Damit wir uns richtig verstehen: Ich lehne Corona ab und freue mich auf den Tag, wenn wir wieder unter Leute kommen und ich wieder vor Ort sein darf. Aber die Zeit vor Corona lässt sich nicht zurückdrehen. Zoom, Teams, Webex und Co haben viel verändert und ich möchte es nicht missen. Im Moment plane ich den nächsten Schritt. Wenn es soweit ist, dann an dieser Stelle mehr.

Corona hat den Umbau der Arbeitswelt beschleunigt. Der Untertitel des Buches Out of Office heißt dann auch folgerichtig: „Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen“. Von Corona haben die Autoren damals 2015 natürlich nichts gewusst, aber sie hatten eine Ahnung, das eine Veränderung vor der Tür steht. Ich hoffe nur, dass unsere bundesdeutsche Gesellschaft diesen Veränderungsprozess mitgeht. Allerdings habe ich ein schlechtes Gefühl: Viele in meiner Umgebung wollen die Zeit vor März 2020 zurückdrehen.

Out of Office bei SAP
Vor kurzem meldete sich auch Cawa Younosi, Personalchef bei SAP Deutschland in einer Diskussionsrunde auf der didacta digital 2021 zum Thema Digitalisierung zu Wort. „Sie ist Fluch und Segen zugleich. Vieles wird niedrigschwelliger, wenn die technischen Grundvoraussetzungen vorhanden sind. Der Fluch ist, dass man darauf achten muss, sich nicht selbst aus zubeuten und zu wissen, wann man den Rechner runterfahren sollte.“ Interessant war die Antwort Cawa Younosis auf die Frage: Welche Entwicklungen aus der Pandemie werden sich langfristig durchsetzen? „Die Flexibilität im Hinblick auf den Arbeitsort wird zunehmen. Der Anteil der Arbeit, die nicht im Büro erbracht wird, wird nochmal steigen. Was sich ebenfalls fortsetzen wird, ist die Vermenschlichung der Arbeitswelt. Ich bin nicht mehr nur Cawa, sondern gleichzeitig Familienvater, vielleicht auch Hunde- oder Katzenbesitzer, man weiß, wie meine Wohnung aussieht. Kurz: Wir sind menschlicher geworden.“

Out of Office
Das Autorenduo Frank/Hübschen beschreibt ihre Version der Zukunft der Arbeit in einer Welt der kommerzialisierten Büroarbeit. Sie wissen natürlich, dass es die Welt des Handwerks, der Industrie, des Verkaufs gibt, aber sie kümmern sich in ihrem Buch um die spannenden Veränderungen der Büroarbeit. „Wir können nicht länger an einen Ort binden und von ihnen ihre Arbeits- und Schaffenskraft einfordern, ohne ihnen eine angemessene und individuelle Arbeitsumgebung zu schaffen.“ Interessant. Vertrauen ohne Überwachung – da würden einige meiner alten Überwachungschefs tot umfallen. Das bedeutet, dass Gespräche über Zielvorgaben nicht nur einmal Jahr stattfinden, sondern wie bei MS alle viertel Jahre projektbezogen. „Flexibles Arbeiten sollte auf einer gesunden Mischung aus Vertrauen, Kommunikation und Zielvereinbarung basieren.“

Die Autoren kritisieren den mangelnden Veränderungswillen von Unternehmen, die geprägt sind im Denken der industriellen Revolution und des Taylorismus. Doch die heutige Welt der Wissensarbeiter sieht anders aus und ist keine „organisierte Legehennenhaltung.“

May the 4th: Meine beiden liebsten Star Wars Spiele

4. Mai 2021

Zum heutigen Feiertag may the 4th präsentiere ich meine beiden liebsten Star Wars-Spiele. Sind es die besten? Nein, sicherlich nicht, aber es sind die Spiele, die mich am meisten aus der Reihe geprägt haben. Es handelt sich um Rebel Assault von 1993 und The Empire Strikes Back von 1982.

Rebel Assault von 1993
Star Wars war der Grund, warum ich mir 1993 ein CD-Rom-Laufwerk für meinen Mac kaufen musste. Ja, kaufen musste, denn Lucas Arts brachte das Spiel Rebel Assault für Mac/Windows auf den Markt und für mich als Star Wars-Fan war das Spiel ein absolutes Muss.
Ich wusste nicht, dass LucasArts damals kurz vor der Pleite stand, aber Rebel Assault brachte wohl die Wende. Das Spiel sorgte für den rasenden Abverkauf von CD-Rom-Laufwerken und brachte eine ganze Industrie ins Rollen.

Die Grafik von Rebel Assault war überwältigend und ich hatte damals einen leistungsschwachen LC II und einen Performa. Also investierte ich nicht nur in ein CD-Laufwerk.

Das Spiel gab es nur auf CD und so musste ich eine finanzstarke Investition eines CD-Rom-Laufwerk mit SCSI-Schnittstelle tätigen. Das Spiel war der Hammer, zumindest damals. Es gab Filmszenen meiner Helden. Ich war ein junger Rebellenpilot und musste die Einsätze meistern, die an Teil 4 von Star Wars angelegt waren. Damals gab es keine Open World Maps und so war Rebel Assault ein klassischer Rail Shooter. Die Bewegungsfreiheit meines Piloten waren eingeschränkt und ich musste den berechneten Sequenzen folgen. Die hatten es aber in sich, zumindest für die damalige Zeit. Obwohl im Grunde das Spiel nach einer Stunde durchgespielt war, hat es mich geprägt. So mussten Spiele sein. Irgendwann bekam ich eine Kopie von Cheat-Codes und die ganze Sache ging lockerer ohne den Spielspaß zu verlieren. Leider habe ich keinen alten Mac mehr im Einsatz. Sie stehen in meinem persönlichen Museum und so kann ich Rebel Assault heute nicht mehr spielen.

The Empire Strikes Back von 1982
Ich habe meine Eltern genervt: ich wollte das Spiel für meinen Atari 2600 haben, unbedingt. Als jugendlicher Rotzlöffel half ich im Haushalt mit, brachte den Müll raus, wusch mit meinen Papa sein Auto und machte trotz Pubertät auf guten Sohn. Und so erhielt ich die silberne Packung von Parker eines Tages in den Händen und verschwand für Tage in mein Kinderzimmer. Ich war Luke und trat gegen die ATAT an, Stunde um Stunde. Die 8-Bit-Grafik von Hoth war gewaltig. Mein Snowspeeder ballerte auf die Karawane von ATAT, die sich natürlich wehrten. Die Taktik war, den vordersten ATAT soweit zu schrottreif zu schießen, dass er langsamer wird und ich die anderen Läufer aufs Korn neben konnte. Wichtig war, dass man den Kopf des Kampfläufers ins Visier nahm und los ballerte. Die Schüsse auf die Beine waren wirkungslos. Und den doofen Smart Bombs musste ausgewichen werden, was gar nicht so leicht war. Guter Plan, der nicht immer gelang und mich Stunde um Stunde, Tage um Tage fesselte. Noch heute spiele ich The Empire Strikes Back auf meinen Atari 2600.

Buchtipp: Können Maschinen denken? von Alan Turing

14. April 2021

Immer wieder erwische ich mich, dass ich mich tiefer in das Computerzeugs hineinarbeite. Ich meine jetzt nicht unbedingt Hard- und Software, sondern ich beschäftige mich auch gerne mit den gesellschaftskritischen und philosophischen Aspekten des Themas. Gerade im Zeitalter von KI sollten wir uns darüber Gedanken machen. Nach Joseph Weinzenbaum und Kurzweil habe ich mich am Wochenende mit Alan Turing beschäftigt.

Alan Turing in München.
Alan Turing in München.

Dabei meine ich nicht nur den sehenswerten Film The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben, sondern seine Streitschrift Können Maschinen denken? Der Reclam-Verlag hat mir dankenswerterweise ein zweisprachiges Exemplar des Buches Können Maschinen denken? überlassen, das unter der Reihe Great Papers Philosophie herausgegeben wurde. 1950 hat Turing, den viele als den Enigma-Knacker kennen und der im Grunde die Wende gegen Hiterdeutschland eingeleitet hat, diese Schrift veröffentlicht. Nun liegt sie in neuer Übersetzung und ausführlicher Kommentierung vor, so dass auch ich als interessierter Laie den Ausführungen folgen kann.

Der Turingtest ist in vielen meiner Seminare zum Thema KI fester Bestandteil. Antwortet eine Maschine so, dass ein Mensch die Antworten als menschlich einordnet und nicht mehr erkennt, dass eine Maschine antwortet, dann ist der Turingtest bestanden. Die Rechner zu Zeiten Alan Turings waren dazu nicht in der Lage, aber er widmete sich theoretisch diesem spannenden Thema und diskutierte es in dieser Streitschrift Können Maschinen denken?.

Eliza von Joseph Weizenbaum
Immer wieder erinnere ich mich an meine Begegnung mit Eliza im Jahre 2017 im Computerspielemuseum in Berlin. Elizas Schöpfer war Joseph Weizenbaum. Eliza stammt aus dem Jahre 1966. Eliza war Teil von Joseph Weizenbaums Forschung im Bereich Mensch-Maschine-Kommunikation. Seine Idee, den Computer ein Gespräch simulieren zu lassen, sorgte damals international für Aufsehen und markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verhältnis zu Computern. Es war im Grunde ein Versuch eines Gesprächs mit einem elektronischen Psychologen. Das Ergebnis mutet heute humorvoll an, war aber bahnbrechend.

Eliza von Joseph Weizenbaum
Eliza von Joseph Weizenbaum

Ich denke, dass Siri, Alexa, Chatbots oder ein anderes System bald soweit sind und den Turingtest bestehen. Bis es soweit ist, bleibt die theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Hier hat Alan Turing entscheidende Grundlagenarbeit geleistet. Spät wurde ihm die Anerkennung zuteil, die er verdient. Für mich ist er einer der Helden der IT und das Buch Können Maschinen denken? eine empfehlenswerte Lektüre.

700. Todestag von Dante – gleich zweimal feiern

25. März 2021

Eigentlich ist am 14. September der 700. Todestag von Dante Alighieri und dennoch wird heute am 25. März an den bedeutenden Florentiner gedacht. Warum? Die Italiener haben den 25. März als Dantetag eingeführt und so wird heute gefeiert und auch am eigentlichen Jubiläum des Todestages noch einmal.

Heute schon Dante gelesen oder gehört?

Ich habe mir zur Feier des Tages meinen Dante herausgesucht. Ich habe verschiedene Ausgaben in verschiedenen Übersetzungen. Wie die Dante-Gesellschaft auflistet, gibt es noch einige mehr. Ich mag die von Wilhelm G. Herz Übersetzung Die Göttliche Komödie am liebsten, vielleicht weil ich mit ihr aufgewachsen bin und sie mir am vertrautesten ist. Die Prosa-Übersetzungen aus jüngeren Jahren kenne ich gar nicht, werde aber irgendwann man reinschauen – versprochen.

Über die Bedeutung von Dante Alighieri muss ich nicht schreiben. Einfach wunderbar diese Sprache – und ich habe Dante nie im Original gelesen, weil ich es Italienischen nicht mächtig bin. Er hat Italienisch zur Literatursprache gemacht. Seine Göttliche Komödie ist auch in der deutschen Übersetzung lesbar und ich rate Interessierten einen Blick in das Werk zu werfen. Nur Mut, die ersten Zeilen sind vielleicht etwas schwer, aber wenn man im Flow ist, will man Dante nicht zur Seite legen.

Ich habe gemerkt, dass in meinem persönlichen Umfeld zwei Kulturphänomen das Interesse an Dante wieder aufleben ließen. Das eine war der Roman Inferno von Dan Brown und das andere war David Finshers Film Sieben – in beiden Werken kommt Dantes göttliche Komödie vor und hat einer neuen Generation Dante näher gebracht. Das ist gut. Brown habe ich gerne gelesen, aber Finshers Film war eine wirkliche Offenbarung.

Zur Feier des Tages lege ich ein Hörbuch Die göttliche Komödie aus dem Hörverlag ein. Es ist eine Produktion des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 1957 – 316 Minuten die göttliche Komödie in einer wunderbaren Interpretation der deutschen Schauspielelite der 50er und 60er Jahre. Also denkt daran: Lasst all die Hoffnung fahren und nehmt mal wieder euren Dante zur Hand.

Mal sehen: Canon EOS M50 Mark II für Vlogger wie mich

26. Februar 2021
Ab März kommt die Canon EOS M50 Mark II für Vlogger. Foto: Canon

Endlich nehmen die etablierten großen Kamerahersteller die YouTuber und Anbieter von Webinaren ernst. Vor kurzem veröffentlichte Fujifilm ein entsprechendes Firmware-Upgrade für die X100V für Webinare und probiere es bald aus. Im Moment arbeite extrem gerne mit meiner Vlogger-Kamera Sony ZV-1 und endlich zieht auch Canon mit einem entsprechenden Modell für Europa nach. Ende März wird eine Kamera für eine neue Art von Contentproduzenten veröffentlichen: Canon EOS M50 Mark II

Die Kamera gab es seit Oktober 2020 bereits in den USA. Rund 720 Euro kostet die Kamera-Kit samt EF-M 3,5-6,3/15-45 mm-Objektiv bei uns – interessant bei genügend Licht. Zudem wird Canon ein Vlogger Kit mit Gorillapod und Rode-Mikrofon sowie ein Premium Live Stream Kit zusätzlich mit dem HDMI-Konverter Atomos Connect und einen DC-Kuppler für die Stromversorgung anbieten – aber nix genaues weiß man noch nicht. Mal sehen, ob ich sie mir als Ergänzung zu meiner Sony anschaffe und binde sie in mein ATEM-mini-System Blackmagic Design Atem Mini Pro von Blackmagic ein. Ich arbeite im Moment noch mit meiner alten Canon Legria Mini X und trauere diesem System schon lange hinterher.

Die Kamera Canon EOS M50 Mark II ist der Nachfolger der EOS M50, die für unter 500 Euro zu haben. So richtig viel passiert ist bei dem Upgrade allerdings nicht. Am Videobereich hat Canon geschraubt und am meisten optimiert. Die spiegellose EOS M50 Mark II soll den gesamten Prozess von der Aufnahme bis zum Hochladen von Inhalten so einfach wie nie zuvor machen, dies verspricht zumindest Canon. Ich bin sehr gespannt und würde es gerne probieren. Mit dieser Kamera lassen sich 4K-Videos im Quer- und Hochformat erstellen oder Full-HD-Videos direkt auf YouTube streamen. Einen entsprechenden Live-Kanal habe ich ja bei YouTube. Mit einem 3,5-mm-Mikrofoneingang sowie HDMI- und USB-Schnittstellen verfügt die EOS M50 Mark II über alle Ein- und Ausgänge, die bei der professionellen Video-Produktion benötigt werden. Im Moment sind ein Shure MV7 und RØDE Wireless Go bei mir im Einsatz. Dank des kompakten Gehäuses, einem dreh- und schwenkbaren Touchscreen und der Kompatibilität mit diversen Canon Objektiven bietet die Kamera eine hohe kreative Freiheit, so heißt es bei Canon. Warten wir auf erste europäische Praxiserfahrungen mit der Kamera und ihrem 24,1 Megapixel APS-C-Sensor und 4K-Videos.

Die Canon-Makrtforscher haben erkannt, dass YouTuber, TikToker und Co eine neue kaufkräftige Kundschaft sind und bedienen jetzt diesen Markt. Allein in Europa stieg die monatliche Nutzung von TikTok bei den 16-64-Jährigen zwischen dem dritten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2020 um 93 %. Und so kommt die Kamera endlich offiziell von den USA auch nach Europa.

Reportagekamera Fujifilm x100v Firmware updaten

24. Februar 2021

Vor kurzem hat Fujifilm eine neue Firmware für seine Reportagekamera Fujifilm X100V ins Netz gestellt. Ich liebe diese Kamera und habe mir 2021 vorgenommen, wieder mehr zu Fotografien – weniger mit dem Smartphone als vielmehr mit einer klassischen Kamera.

Meine Fujifilm X100V bekommt ein Firmware-Update und damit mehr Funktionen.

Daher galt es die meine X100V wieder auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Neuerungen sind unter anderen Filter- und Filmsimualtionen auch im Videomodus und besseres Handling als Webcam. Letzteres in Zeichen der Videokonferenzen enorm wichtig. Zudem hat sich die Tastenbelegung geändert bzw Tastenbelegungen wurden ergänzt. Die ganze Palette an Neuerungen gibt es hier. In einem Video zeige ich, wie das Firmware-Upgrade durchzuführen ist. Eigentlich keine große Sache, wenn man weiß, was zu machen ist: