Archive for the ‘Medien’ Category

200. Todestag E.T.A. Hoffmann – die Nachtseite der menschlichen Existenz

25. Juni 2022

Heute ist der 200. Todestag von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, besser bekannt als E.T.A. Hoffmann. Ich habe gerade ein erfolgreiches Online-Seminar mit meinem Kollegen Stefan Preis zu diesem Künstler durchgeführt.

Hoffmann war von Berufswegen eigentlich Jurist, ging aber in die Geschichte als Künstler, Musiker, Zeichner und Schriftsteller ein. Er hätte ein beschauliches Juristenleben im Preußen der Restauration verbringen können, wenn nicht immer der Künstler und Lebemann in ihn durchgebrochen wären.
ETA hieß eigentlich ETW Ernst Theodor Wilhelm (klar, man war im preußischen Königsberg). Das A kam aufgrund seiner Verehrung zu Amadeus Mozart und im Alter von 33 Jahren wurde aus ETW Hoffmann nun E.T.A. Hoffmann.

Mein erster Kontakt zu E.T.A. Hoffmann war bereits zu Schulzeiten, als wir im Deutschunterricht die Erzählung Das Fräulein von Scuderi durchnahmen. Was ich als Schüler lernte, dass das Fräulein von Scuderi (1819) als erste deutsche Kriminalnovelle galt. Und sie hatte enorme Auswirkungen: Ohne Hoffmann hätte es die Detektivgeschichten von Edgar Allan Poe, oder Sherlock Holmes von Doyle oder sogar Miss Marple von Agatha Christie nie gegeben. Sie stark war der Einfluss dieses Geschichte. Sie handelt von der Aufklärung einer rätselhaften Mordserie im Paris des 17. Jahrhunderts durch die Titelheldin, die französischen Schriftstellerin Madeleine de Scudéry (1607–1701), im Grunde eine Miss Marple zu Zeiten Ludwig des XIV. Die Idee des Cardillac-Syndroms in der Erzählung gefiel mir. Der Mörder Cardillac kann den Gedanken, dass er seine Schmuckstücke nicht für sich behalten kann und andere seinen Schmuck anlegen dürfen, nicht ertragen. So tötet er die Käufer kurzerhand, um den Schmuck wieder zu erlangen und ihn dann in einem verborgenen, nur durch eine Geheimtür zugänglichen Gelass nur für sich allein zu genießen. Das Dilemma der Erzählung war: Künstler müssen, um von ihrer Kunst leben zu können, ihre Werke verkaufen, das heißt, sie müssen sich von ihnen trennen. Daran zerbricht so mancher Künstler.

Mir gefiel der Ideenreichtum und der Stil von Hoffmann und ich kaufte mir als Schüler eine Gesammelte Werke-Ausgabe, weil ich mehr von ihm lesen wollte. Hoffmann war scheinbar ein Freund von Geheimbünde, die in seiner Zeit der Romantik aktiv wurden: Rosenkreuzer und Illuminaten. Und Hoffmann ist der erste Romantiker, der „Nachtseite“ der menschlichen Existenz entdeckte.

Das Motiv von Hoffmann ist immer wieder zu erkennen: Ohne eigene Steuerungsmöglichkeit ist die Hauptperson einer fremden zumeist bösen Kraft ausgeliefert. Und das ist die Grundlage von Hollywood. Erinnern wir uns nur an die erfolgreichen Filme von Alfred Hitchcock. Der Held gerät unverschuldet in die Fängen der Bösen. Also ist E. T. A. Hoffmann der Wegbereiter des modernen Hollywoods – eine gewagte These.

Übrigens ein Buchtipp zum 200. Todestag des Dichters: E. T. A. Hoffmann. 100 Seiten von Alexander Kluy. Alexander Kluy zeichnet ein lebendiges und pointiertes Porträt Hoffmanns und folgt den großen Strängen seines Lebens, Denkens und Schreibens, die untrennbar miteinander verwoben sind. Das Buch liest sich schnell und macht Spaß ein paar Stunden auf Sofa.

Powerbank immer dabei – Strom fürs Smartphone

18. Juni 2022

Panik breitet sich aus, wenn der Akku-Stand des Smartphones sich in den roten Bereich neigt, wenn man unterwegs ist. Der rettende Strom kommt dann nicht aus der Steckdose, sondern aus der Powerbank. Das ist nicht nur bei mir so, sondern auch bei anderen. 24 Prozent haben fürs Smartphone immer eine Powerbank dabei, so die BITKOM.

Was waren das für Zeiten, als man das Mobiltelefon einmal die Woche aufladen musste und der Akku hielt. Damals hatten wir auch nur telefoniert und SMS geschrieben. Der Energiebedarf bei Smartphone ist natürlich ein anderer. Mehr als die Hälfte der Smartphone-Nutzer wird nervös, wenn sie bemerkt, dass der Akku bald leer ist (57 Prozent). Und gut jede und jeder Zweite (53 Prozent) hat das Gefühl, dass der Akku des Smartphones ständig leer ist.

Die Nutzer haben sich unterschiedliche Strategien zurechtgelegt, damit ihrem Smartphone der Saft nicht ausgeht. 49 Prozent laden ihr Gerät mehrmals täglich auf. 48 Prozent laden auch unterwegs, zum Beispiel in der Bahn. Ein gutes Drittel (35 Prozent) lädt das Smartphone lieber häufiger auf, aber nicht unbedingt zu 100 Prozent. Und ein Viertel (24 Prozent) hat zur Sicherheit immer eine Powerbank dabei, um mobil nachladen zu können. Auf Seminaren werde ich oft von Teilnehmern angesprochen, deren Geräte der Saft ausgeht und sie ihr Ladekabel vergessen haben. Als digitaler Nomade habe ich IMMER Kabel und Stecker sowie Powerbank am Mann, wenn ich unterwegs bin.

„Bei den in Smartphones verbauten Lithiumionen-Akkus ist es von Vorteil, häufiger und kürzer nachzuladen. Um den Akku zu schonen und die Lebensdauer zu erhöhen, sollte das Smartphone spätestens bei einem Ladestand von 20 Prozent an den Strom und dann auch nur bis zu 80 Prozent aufgeladen werden. Einige Smartphone-Hersteller haben auch eine intelligente Ladetechnik integriert, die den Ladevorgang automatisch steuert, um einem langfristigen Kapazitätsverlust vorzubeugen“, sagt Bitkom-Experte Dr. Sebastian Klöß.

Im Moment versuche ich gerade, meine Powerbanks über Solargeräte aufzuladen – mit unterschiedlichen Solarpanels verschiedener Anbieter. Meine Erfahrungen werden ich bald bloggen.

Medienaktion für ukrainische Kinder

16. Juni 2022

Ich bin sehr angetan, was die deutsche Gesellschaft tut, um den geflüchteten ukrainischen Kindern vorübergehend eine Heimat zu geben. Nach der Fluchtbewegung 2015 ist Deutschland anders vorbereitet auf die Flüchtlinge aus der Ukraine. Jetzt sind es zumeist Frauen und Kinder, die Schutz suchen, während die Mehrzahl der Männer mit der Waffe in der Hand sich gegen die Invasion Putins stemmt.

Wenn ich ins Netz schaue, gibt es zahlreiche Initiativen, um ukrainischen Kinder den Einstieg in den Schulunterricht zu erleichtern. Zusammen mit einer Kollegin unterstützte ich Bildungsträger bei interkulturellen Herausforderungen in Schulen, Kirchen oder Vereinen.

Bild: NDR/Sesame Workshop

Aber auch Information und Unterhaltung darf nicht zu kurz kommen. Die Tagesschau und Springer Medien haben u.a. ihr Angebot in die ukrainische und russische Sprache übersetzt. Und auch die Sendung mit der Maus gibt es auf Ukrainisch. Aber es gibt noch mehr. Zwei Beispiele hab ich heute ausgewählt.
Die Sesamstraße bietet Kindern aus der Ukraine ein Programm in ihrer Muttersprache. Spots mit Elmo, Ernie und Bert und anderen beliebten Sesamstraßen Figuren sind jetzt neu in der ARD Mediathek und auf KiKA.de abrufbar. Auf beiden Kanälen ergänzen die kurzen Filme mit Elmo, Ernie, Bert und weiteren bekannten Puppen das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender, das speziell für vor dem Krieg geflüchtete Kinder aus der Ukraine geschaffen wurde.

Jetzt gibt es das Micky Maus-Magazin gibt es erstmals in ukrainischer Sprache. Egmont Ehapa Media hat die kostenlose Sonderausgabe mit Unterstützung von Mohn Media Mohndruck eigens für geflüchtete Kinder aus der Ukraine entwickelt und gedruckt. Mit dieser Aktion leistet Egmont Ehapa einen Beitrag, um ukrainischen Kindern ein Stück Vertrautheit, Freude und Leichtigkeit in ihrem neuen und noch ungewohnten Alltag in Deutschland zu bringen. Die ukrainische Sonderausgabe umfasst 36 Seiten und enthält beliebte Comics aus Entenhausen sowie lustige Witze, Tipps und Tricks aus der Redaktion.
Die Druckauflage des Sonderhefts umfasst 5.000 Exemplare. Schulen und soziale Einrichtungen können bei entsprechendem Institutionsnachweis anfordern. Der Versand der Sonderauflage erfolgt, solange der Vorrat reicht. Die Magazine und deren Versand sind kostenfrei.

Persönlicher Digitalisierungsschub durch Corona – und bei euch?

31. Mai 2022

Hat uns die Pandemie etwas Positives gebracht? Ich stimme der Bitkom zu, die behaupten, dass die Digitalisierung durch Corona vorangetrieben wurde. Daseist richtig, aber es gibt noch Luft nach oben. Das Voranschreiten von 1 und 0 gilt für Privatleute genauso wie für Unternehmen. Und ich sehe einen erhöhten Schulungsbedarf, damit analoge Mitmenschen durch die digitale Spaltung nicht abgehängt werden. Voraussetzung bei ihnen ist allerdings der Wille zur Veränderung.

Parsifal setzt auf Digitalisierung.

Die Bitkom wirft einen besonderen Blick auf die Unternehmen. Und nachdem ich ja auch ein kleiner Unternehmer bin, schaue ich da auch genau hin. Die Corona-Pandemie hat einen nachhaltigen Digitalisierungsschub in den deutschen Unternehmen ausgelöst. Rund jedes Zweite (49 Prozent) gibt an, dass Corona die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigt hat. Vor zwei Jahren, kurz nach Beginn der Pandemie, waren es erst 15 Prozent. In 44 Prozent der Unternehmen hat Corona die Digitalisierung der Geschäftsprozesse beschleunigt (2020: 18 Prozent). 6 von 10 Unternehmen (60 Prozent) sind überzeugt, dass digitale Technologien dabei geholfen haben, die Pandemie zu bewältigen. Eine knappe Mehrheit (53 Prozent) betont, dass Corona einen Innovationsschub im eigenen Unternehmen ausgelöst hat.
Ich mach das Mal bei mir fest: Mein Arbeitszimmer wurde um ein Videostudio ergänzt. Stand ich zu Beginn der Pandemie vor einer einfachen Webcam, ist es heute ein Studio mit mehreren Kameras, Mischer, Greenscreen und Licht. Von hier kann ich meine Online-Schulungen halten, wobei die Technik immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst werden muss.

Hybride Veranstaltungen mit 360 Grad Kameras

Und 4 von 5 Unternehmen (83 Prozent) verfügen inzwischen über eine Digitalstrategie, vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 74 Prozent. Auch hier kann ich von meiner Seite berichten, dass ich mit meinem wöchentlichen Newsletter ein neues Kommunikationstool eingerichtet habe, um meine Seminare zu bewerben und um eine Community aufzubauen.

Das alles sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.102 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom (ja ich bin Einzelkämpfer, wurde nicht gefragt, gebe aber dennoch meinen Senf dazu). Im laufenden Jahr werden die Investitionen in die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen voraussichtlich weiter zunehmen. 29 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Jahr mehr investieren als 2021, nur 14 Prozent planen, ihre Investitionen zurückzufahren. Die Mehrheit (53 Prozent) lässt die Ausgaben unverändert.

Zum Standard der Unternehmenskommunikation gehören wie in der Vergangenheit E-Mail (100 Prozent) und Festnetz-Telefone (96 Prozent) – bei mir ist das Festnetz formal vorhanden, wird aber nicht genutzt. Smartphones nutzen 83 Prozent der Unternehmen sehr häufig oder häufig, vor zwei Jahren waren es 81 Prozent und 2018 erst 51 Prozent. Videokonferenzen gehören in 72 Prozent der Unternehmen zum Alltag, Zoom und Facetime möchte ich nicht missen, nicht im privaten, nicht im beruflichen. 2020 waren es noch 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent. Messenger nutzt die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent), vor zwei Jahren waren es 50 Prozent. Kollaborationstools setzen 40 Prozent ein (2020: 36 Prozent). Und in jedem dritten Unternehmen (36 Prozent) wird inzwischen häufig über Social Media kommuniziert (2020: 29 Prozent, 2018: 25 Prozent). Zugleich werden klassische Kommunikationsmittel seltener verwendet. Erstmals nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die Briefpost (2020: 56 Prozent, 2018: 71 Prozent). Und nur noch 40 Prozent greifen häufig auf das Fax zurück. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar noch 62 Prozent.
Und die Zusammenarbeit über die Cloud hat deutlich zugenommen. Werkzeuge wie Google Drive, Doodle, MindMeister oder Trello gehören heute zu meinem digitalen Alltag.
Und wie ist es bei euch? Was hat Corona bei euch verändert?

Diese Zeiten sind vorbei.

Playstation 5 – ich hab sie endlich – und jetzt?

28. Mai 2022

Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass ich in absehbarer Zeit noch eine Sony PlayStation 5 mein eigen nennen würde. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder und siehe da: UPS brachte die lang ersehnte Konsole. Ich war sprachlos. Nachdem ich mich gar nicht mehr damit gerechnet habe, stehe ich nun vor der Herausforderung, welche Spiele ich erwerben soll. Alles Firstworldproblems, aber dennoch eine Herausforderung.

Nachdem ich mir zum Start der Playstation 5 schon gleich Zubehör wie zweiten Controller, Kamera und Fernbedienung zugelegt hatte, lag dieses Equipment unbeachtet im Schrank, weil das Herzstück – eben die Konsole – fehlte. Sony hatte den Markt überreizt und konnte nicht liefern. Anders als Apple, die mit Marktverknappung seit Jahren arbeiten und eigene Liefernetze aufgebaut haben, ist Sony brutal auf die Schnauze gefallen. Sony konnte und kann nicht liefern. Im November 2020 habe ich der Community mein Leid geklagt und ich bin auch nicht bereit, überhöhte und gar unverschämte Preise für eine Spielkonsole zu bezahlen, die mir auf Marketplace oder eBay angeboten werden. Ich wollte meine PS 5 mit Laufwerk für den Standpreis von 499 Euro, was schon teuer genug ist.

Über die Sony Website gelang es schließlich. Username und Passwort des PS-Netzwerkes eingeben und warten. Vielleicht lag es an meinen hohen Punktestand den K1 erspielt hat, vielleicht lag es an etwas anderem – auf jeden Fall bekam ich nach zwei Wochen eine Sony-Mail, ich könnte zu einem bestimmten Datum und Zeitfenster die PS5 erwerben. Hab ich gemacht, mich eingeloggt und mich in die virtuelle Warteschlange gestellt.

Sony erklärte aber auch gleich, dass man nicht unbedingt eine Konsole erwerben könne, denn das Kontingent sei begrenzt. Die Wartezeit reduzierte sich von einer Stunde auf eine Minute und zack, ich konnte bestellen: Playstation 5 mit Laufwerk.

In drei Tagen wurde sie von UPS geliefert. Und ich konnte es noch immer nicht glauben. Jetzt wurde sie zusammen mit K1 aufgebaut und in Betrieb genommen – dann Updates bis zum Umfallen laden. Und ich muss prüfen, an welchem HDMI-Port ich das Ding hänge ohne den Familienfrieden zu stören, denn es hängen zu viele Gerätschaften am Verstärker und den zahlreichen HDMI-Hubs.

Aber eine PS5 nützt nichts, wenn keine Spiele vorhanden sind. Ich muss zugeben, ich habe den Markt nicht mehr richtig verfolgt und fragte meine Community. Danke für die zahlreichen Antworten.
Ich habe bisher gekauft: Aliens Fireteam Elite (weil ich Alien liebe), Death Stranding (weil ich die Story interessant finde), Horizon Forebitten West (weil mir es jeder – buchstäblich jeder empfohlen hat) sowie A Plague Tale: Innocence (weil ich den Score liebe). Ratchet & Clank: Rift Apart kam heute aufgrund eines Amazon-Angebots. Auf der Wunschliste stehen noch Ghost of Tsushima und LEGO Star Wars: Die Skywalker Saga. Ich hätte noch gerne einen Shooter im Stile von CoD, bin aber noch nicht sicher, was es hier für mich gibt. Also bitte liebe Community, was brauche ich unbedingt für die PS5?
Und ich hoffe, dass Sony mit dem neuen VR Headset in die Gänge kommt. VR auf der PS4 war schon toll, mit der PS5 erwarte ich mich noch mehr. Gibt es hier verlässliche Daten und Fakten?
Also liebe Community, ich zähle auf euch.

Die letzten Fotos aus dem Stahlwerk Mariupol

24. Mai 2022

Die Schlacht um das Stahlwerk von Mariupol scheint erst einmal entschieden. Die 2439 ukrainischen Soldaten ergaben sich den russischen Aggressoren und gingen in Kriegsgefangenschaft. Unter ihnen der Soldat und Fotograf Dimitriy Kozatskiy. Er schoß eindringliche Bilder von den Verteidigern des Stahlwerks und verbreitete sie auf Twitter.

Seine letzten Worte sind verbunden mit einem Wunsch: „Nun, das ist alles. Danke aus der Zuflucht von Azovstal – dem Ort meines Todes und meines Lebens.“ Er postete einen Link zu seinen Fotos, zum Download „während ich in Gefangenschaft bin“. Seine Bitte: „Schickt sie an alle journalistischen Preisverleihungen und Fotowettbewerbe, wenn ich etwas gewinne, wird das nach der Freilassung sehr schön sein.“

Ich habe die Fotos von Dimitriy Kozatskiy aus Google Drive geladen, heruntergerechnet und hier veröffentlicht. Ich habe zwar keinen Fotowettbewerb, möchte mich aber an der Verbreitung dieser sensationellen Bilder via Social Media und meinem Blog beteiligen, um Gehör zu finden. Auf jeden Fall werde ich die Bilder in mein nächstes Fotoseminar für politische Fotografie einbauen.

So dramatisch die Lage für die Verteidiger des Stahlwerkes ist, so hervorragend sind die Fotos von Dimitriy Kozatskiy. Sie zeigen Menschen in Ausnahmesituationen, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben.

Ringlicht für unterwegs

17. Mai 2022

Wenn ich im Heimstudio arbeite, dann habe ich die optimale Beleuchtung bei meinen Online-Seminaren. Nun kommt es aber auch vor, dass ich von unterwegs Webinare halten darf und dazu brauche ich mobiles Licht.

Meine Voraussetzungen für die Beleuchtung: Es sollte ein wenig steuerbar sein, es darf nicht allzu schwer sein für die Reise und auch das Finanzbudget sollte nicht so strapaziert werden, wie es bei meinen mobilen Video- und Foto-LED-Leuchten der Fall ist. Im Moment habe ich mich für ein mobiles Ringlicht des chinesischen Herstellers Ruyilam entschieden, das ich auf das MacBook Pro klemmen kann. Es ist kein Markenprodukt, aber für den beschriebenen Zweck reicht es allemal.
Das 200 Gramm leichte Ringlicht präsentiert drei Farben und elf Helligkeitsstufen für unterwegs. Ich nehme meist die weiche warme Beleuchtung. Es gibt zwei verschiedene reinweiß (kaltes Licht) und ein gelbliches-weiß (warmes Licht). Und dann lässt sich das Licht jeweils über elf Helligkeitsstufen individuell anpassen.

Die Stromversorgung läuft über ein fast zwei Meter langes USB-A-Kabel. Es ist kein USB-C-Anschluss für den Mac vorhanden, weshalb ich an das Licht eine Powerbank hänge und die Lampe damit betreibe. So bin ich auch steckdosenunabhängig, wenn ich im Sommer draußen unterwegs bin. Die Klemme zum Befestigen am Monitor ist ideal für das Display am MacBook Pro, passt aber auch an die neuen M1-iMacs mit den dünnen Bildschirmen. Zu meiner Freude lag noch ein kleines dreibeiniges Stativ bei, um gegebenenfalls das Licht anders zu setzen, damit man in der Konferenz oder Online-Seminar nicht direkt ins Licht schauen muss. Der Durchmesser des Lichts beträgt 4 Zoll, also rund 10 Zentimeter. Damit lässt sich das Gesicht und der Oberkörper gut ausleuchten. Für Ganzkörpervideos für TikTok und Co reicht das Licht von Ruyilam nicht aus.

Wenn Tanz der Teufel auf der Konsole stattfindet: Evil Dead: The Game

16. Mai 2022

Zu dem Film Tanz der Teufel aus dem Jahre habe ich ein schwieriges Verhältnis. Als ich ihn als junger Mensch damals 1982 im Kino sah, war ich doppelt entsetzt: Einmal von der Brutalität und einmal von der billigen Darbietung. Im Laufe des Alters bin ich darüber hinweg. Nachdem der Film verboten, beschlagnahmt, umgeschnitten, verstümmelt und rehabilitiert wurde, sah ich mir unlängst die 4K Fassung von Evil Dead an. Mit dem Film hatte ich meinen Frieden gemacht, die Fortsetzungen fand ich dagegen weiter entsetzlich.
Aber wie es sich für einen erfolgreichen Film gehört, gibt es auch die Versoftung als Videospiel. Ich hatte mal die unterhaltsame Version für die PS2, von der es mehrere Fortsetzungen gab. Grafik auf PS 2-Niveau, aber durchaus unterhaltsam.

Und jetzt kam der Koop-PvPvE-Multiplayer-Titel Evil Dead: The Game für Konsolen (PS4, PS5 und Xbox One) und PC auf dem Markt. Da musste ich aufgrund der Härte des Trailers schon schlucken und erinnerte mich daran, wie ich als Schüler einen Screener auf VHS von der damaligen Klassenschönheit kopiert bekam – samt Muttertag. Das war schon harter Stoff, was ich damals auf VHS und heute Videospiel zu sehen bekam. Basierend auf der Trilogie von Regisseur Sam Raimi und der Serie Ash vs Evil Dead, schlüpfen Spieler darin in die Rolle der Protagonisten des Evil-Dead-Franchises und stellen sich in Mehrspieler-Matches den bösartigen Deadites. Oder sie werden selbst zum kandarischen Dämon und machen sich seine Kräfte zu Nutze, um die Helden zu stoppen und ihre Seelen zu verschlingen. Sie verstehen nichts, macht nichts: Es geht ums Töten und das sehr blutrünstig mit unterschiedlichen Waffen und Werkzeugen.

Der Launch-Trailer von Evil Dead: The Game zeigt die gruselige und gewaltige Spielwelt und das intensive Spielerlebnis beim Kampf gegen den kandarischen Dämon. Der Trailer ist vollgepackt mit Referenzen an Szenen und dem erweiterten Evil-Dead-Kosmos und wird untermalt durch den Song „Come Get Some“. Die groovige Hommage an das Evil Dead-Franchise wurde vom Künstler und Hardcore-Evil-Dead-Fan Method Man und dem Hip-Hop-Produzenten Statik Selektah geschrieben. Mit der Brutalität des Games kann ich leben, aber nicht mit der Hip-Hop-Musik, vor der es mir wirklich graust.

Inspiriert vom Horror, dem eigenwilligen Humor und der Action der Evil Dead-Reihe, bringt Evil Dead: The Game die bekanntesten Gesichter der Serie in einem Kampf gegen die Mächte der Finsternis zusammen. Spieler agieren in einem vierköpfigen Team, um den Deadites in den Hintern zu treten und den abscheulichen kandarischen Dämon zu verbannen. Oder sie werden selbst zum Dämon und machen sich seine Kräfte zu Nutze, um die Helden zu stoppen und ihre Seelen zu verschlingen!
Evil Dead: The Game bietet ein ziemlich heftiges Evil Dead-Action-Erlebnis. Aus einem Pool an Fan-Lieblingen aus allen Epochen der Serie, darunter Ash, Kelly Maxwell, Pablo Simon Bolivar, Annie Knowby, Scotty und Lord Arthur wählen Spieler ihren Favoriten. Ihnen stehen dabei 25 mächtige Waffen zur Auswahl, darunter die gute alte Kettensäge und der Boomstick, mit denen sie sich in die Schlacht stürzen können. Um die Nacht zu überleben, können Spieler aus einer Vielzahl an Charakterklassen diejenige auswählen, die am besten zu ihrem Spielstil passt.

Boss Team Games hat den Titel offiziell von Renaissance Pictures, STUDIOCANAL, Metro Goldwyn Mayer (MGM) und dem Inhaltsanbieter Lionsgate lizenziert, um das erste Multiplattform-Konsolen- und PC-Spiel zu herauszubringen, das auf den Filmen „The Evil Dead“, „Evil Dead II: Dead by Dawn“ und „Army of Darkness“ sowie der STARZ-Fernsehserie „Ash vs Evil Dead“ basiert. Entwickelt und veröffentlicht wird das Spiel von Saber Interactive und Boss Team Games.
Spieler mit NVIDIA-Grafikkarten können Evil Dead: The Game durch KI-beschleunigtes NVIDIA DLSS bei maximaler Leistung in bestmöglicher Bildqualität erleben. Der Titel ist auch über GeForce NOW, NVIDIAs Cloud Gaming Service, spielbar.

Starfotograf Manfred Baumann: ein Treffen zur Buchvorstellung

10. Mai 2022

Fotografie ist eine meiner Leidenschaften. Und es freut mich immer sehr, wenn ich einen meiner Fotografen-Helden live erleben kann. So unlängst als ich den Österreicher Manfred Baumann mit seiner bezaubernden Frau Nelly im Leica Store München traf. Baumann stellte sein neues Buch Face to Face vor. Ich nütze die Gelegenheit, um mir den Store bei den Fünf Höfen anzuschauen, mir das neue Baumann-Buch zu kaufen, ein wenig zu quatschen und auch ein kleines Interview zu mit dem Meisterfotografen zu führen.

Manfred Baumann und der Autor dieser Zeilen im Leica Store München. Foto: Nelly Baumann

Zum ersten Mal traf ich auf Manfred Baumann als ich Textchef der ComputerFoto war, einer der ersten Zeitschriften über digitale Fotografie. Eigentlich sollte ich mich hier nur um die Textqualität der Redaktion kümmern, aber der damalige Chefredakteur Richard Joerges meinte, dass ich zudem auch die Akt-Strecken des Heftes betreuen sollte. Hab ich gerne gemacht und so traf ich auf Baumann, der gerade sein Buch Fine Nute Art veröffentlicht hatte. Das Buch beinhaltete nicht nur schöne Aufnahmen schöner Frauen, sondern war auch als kleines Lehrbuch über das Lichtsetzen bei Shootings geeignet.

Jahre vergingen und Baumann wurde von Jahr zu Jahr berühmter, sammelte Preise für seine Fotos und pendelt zwischen Wien und LA. en Schritt in die Promi-Fotografie machte er durch ein Foto von Roger Moore. Das Foto war so gut, dass der Schauspieler das Bild kaufte und so Baumann die Tür zur Hollywood-Prominenz öffnete. Können und Glück fielen für Manfred Baumann hier zusammen.

Einige der Stars aus Face to Face kenne ich, einige sind mir unbekannt, aber die fotografische Handschrift Baumanns tragen sie alle. Sie sind nicht so inszeniert wie die Fotos seiner großen Kollegin Annie Leibovitz, erinnern mich eher an Paul Ripke. Ich kaufte das Buch und ließ es mir mit dem alten Fotografen-Spruch signieren: „Einmal hoch, einmal quer, was will man mehr.“

die Widmung für mein Buch.

Auch ein Porträt von Wilhelm Shatner ist in dem Buch enthalten. Captain Kirk gilt als schwieriger Zeitgenosse und Baumann traf ihn auf der Shatner-Ranch zum Fototermin. Shatner komplett verschwitzt vom Ausritt stellte sich mürrisch zum Shooting auf und war so begeistert vom Ergebnis, dass er Baumann alle Rechte von dem Bild abkaufte und das Bild überall einsetzte. Wenn das kein Erfolg ist.

ePUB-Format für den Kindle und Zukunftsaussichten

2. Mai 2022

Ich bin ein Bücherwurm, getreu meiner Lieblingskinderserie Lemmi und die Schmöker. Aber ein Buch muss nicht nur ein gebundenes Werk zwischen zwei Buchdeckel sein, sondern ein Buch ist für mich auch ein eBook. Soeben habe ich mir die neueste Ausgabe des Kindle Paperwhite (11. Generation) angeschafft, nachdem mein alter Paperwhite ein bisschen langsam wurde.
Das neue Gerät ist etwas größer mit 6,8-Zoll-Display (17,3 cm) und hat eine verstellbare Farbtemperatur, finde ich ganz angenehm. Das Lesen in der prallen Sonne im Garten klappt weiter problemlos. Danke an Mani aus Österreich für die Tipp.

Mit der neuen Hülle gab es ein Problem mit der Lieferung durch DPD, mal verloren, mal gefunden – der Laden nervt einfach. Nun lese ich, dass Amazon zum Jahresende das ePUB-Format unterstützen wird. Das ist fein, dann muss ich meine Dateien nicht immer mit Calibre hin- und herformatieren. Calibre ist übrigens auch in einer neuen Version erschienen und jeder der eBooks nutzt, der sollte auch Calibre nutzen – das Schweizer Taschenmesser für eBooks. Allerdings wird MOBI als Format nicht mehr unterstützt.

Wer seine eigenen PDF- und Co-Dateien auf den Kindle schicken will, der kann dies weiterhin ganz einfach tun. In den Einstellungen eines jeden Kindle findet man die persönliche Adresse des Gerätes. Inhalte, die an diese Adresse geschickt werden, werden auf dem Kindle lesbar. Unterstützt werden die Formate Microsoft Word (.doc, .docx), PDF (.pdf), Text (.TXT), Bilder (.JPG, .JPEG, .PNG, .BMP, .GIF), RTF (.rtf) und HTML (.html, .htm).

Und ich lese mit Begeisterung in den Diensten, dass E Ink, die die Technik auf den eBooks liefern, nun neues elektronisches Papier in Farbe anbieten wollen. Ich habe das vor Jahren als Prototyp auf der Siggraph gesehen, nun scheint die Technik marktreif zu sein. Die neueste Version des digitalen Papiers von E Ink soll auch in E-Readern deutlich mehr Farben anzeigen können, schneller die Anzeige wechseln und sogar zusammenfaltbar sein. So kommen wir der Haptik einer digitalen Zeitung näher, wie wir sie vom Papier kennen. Ich hoffe mal, dass Amazon die Technik lizensiert und ich damit farbig Comics auf dem Kindle lesen kann. Im Moment sind es nur Mangas in Schwarzweiß.

Für mich auch interessant, ist eine Ankündigung des chinesischen Herstellers Huawei. Mit dem eBook-Reader MatePad Paper soll das Schreiben mit einem Stift realistisch möglich sein. Ausgestattet ist das neue Huawei MatePad mit einem 10,3 Zoll großen E-Ink-Display. Darauf lassen sich PDF-Dateien und E-Books anzeigen, auch Hörbücher werden unterstützt. Die Auflösung des Displays liegt bei 1.872 x 1.404 Pixeln (227 PPI), rechts und links sind Lautsprecher eingebaut. Das Gewicht des MatePad liegt bei 360 Gramm, die Dicke beträgt knapp 7 Millimeter. Allerdings hat Huawei noch keinen Veröffentlichungstermin für das 500 Euro teure Gerät bekannt gegeben. Im Moment bietet der reMarkable 2 diese Technik, hat sich bei mir in der Praxis als zu langsam erwiesen. Vielleicht machen es die Chinesen besser und vielleicht bringt Amazon ebenso ein Gerät auf den Markt.