Archive for the ‘Medien’ Category

Catweazle ist tot – persönliche Gedanken an meine TV-Jugend

12. Mai 2017

Catweazle ist tot, naja eigentlich ist der Darsteller Geoffrey Bayldon verstorben. Als ich die Nachricht via Twitter bekam, dachte ich an eine schöne Jugendserie zurück. Wenn ich mehr darüber nachdenke, dann zeigte die Serie humorvoll den Zusammenprall von Kulturen. Was so witzig daherkommt, ist im Grunde ein ernste Herausforderung. Wie geht man mit Neuerungen in einer neuen Welt um?
Catweazle war für meine Eltern der pure Hippie. Ich fand den schrulligen, ziegenbärtigen Hexenmeister sehr sympathisch. Catweazle ist ein Zauberer aus dem Jahr 1066 und kommt via Zeitreise und Zaubertrank ins Großbritannien der Siebzigerjahre. Dort erlebt er allerhand turbulente Abendteuer, die vor allem aus dem Zusammenprall der Kulturen entstehen. Eine Glühbirne, genannt Elektrik-Trick, wird zum Wunder. Das Telefon ist ein Zauberknochen. Sein Zauberspruch war übrigens Salmei, Dalmei, Adomei.
Ich versuchte den Harry Potter meiner Jugend meinen Kindern zu vermitteln. Nun, die Kröte Kühlwalda kam gut an, nur Catweazle fiel komplett durch. Die TV-Serie der Siebzigerjahre passt einfach nicht mehr in die Neuzeit – zu langsam und auch die 16 mm-Aufnahme empfanden meine Kinder als störend und körnig. Aber das Zusammentreffen der Kulturen haben meine Kinder verstanden. Ich erklärte es ihnen mit meinen Eltern, die schon in die Jahre gekommen sind. Mein alter Vater reagiert auf den Sprachassistenten Alexa ebenso wie Catweazle. Für ihn ist das wie Zauberei. Nur, dass mein Vater keine Kröte dabei hat. Im Grunde fällt es Catweazle schwer, sich in die neue Zeit einzugewöhnen. Vieles ist neu und er versucht die Neuerungen mit den Erklärungen seiner Zeit zu verstehen.
Nun, ich werde mir die DVDs mit Geoffrey Bayldon wieder anschauen und mich an meine Jugend erinnern und daran denken, wie sich mein Vater in der heutigen Zeit fühlt.

Microsoft Hololens: Erste persönliche Eindrücke

11. Mai 2017
Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.

Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.

Ich bin ein Fan von Virtueller Realität (VR) und augmented reality (AR). In der Vergangenheit habe ich verschiedene Brillen ausprobiert, die Oculus Rift, die Google Glas und die SonyVR – letztere habe ich mir zum Spielen auch gekauft. Jetzt habe ich auf der re:publica 2017 #rp17 auf Einladung von Mircosoft die Hololens für 30 Minuten ausprobieren können. Ich bin baff: Ich habe die Zukunft gesehen. Das Teil ist der Hammer und hat großen Eindruck bei mir hinterlassen.

Arbeiten im virtuellen Raum - wahnsinnige Möglichkeiten ergeben sich.

Arbeiten im virtuellen Raum – wahnsinnige Möglichkeiten ergeben sich.

Ich sehe viele Einsatzbereiche für diese Art von AR-Brillen: Unter AR – erweiterter Realität wird die visuelle Darstellung von Informationen laut Wikipedia verstanden, also die Ergänzung von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen oder virtuellen Objekten mittels Einblendung/Überlagerung.
Microsoft hat mit der Hololens etwas Wegweisendes geschaffen. Und das sage ich als überzeugter Apple Fanboy. Ich kann mir viele Einsatzorte vorstellen: Bildung, Ausbildung, Forschung, Büro und natürlich auch Gaming. Im Netz habe ich einige tolle Ideen aus Medizin, Turbinenbau, Geografie oder Chemie gesehen – mit der Holoens kann Bildung 2.0 Spaß machen.


Die Brille sitzt gut auf dem Kopf und rutscht auch bei plötzlichen Kopfbewegungen bei mir nicht herunter. Das in die Brille projizierte Bild ist scharf, rattenscharf und das Tracking im dreidimensionalen Raum klappt perfekt. Der Akku reicht für 2,5 Stunden. Weil ich den letzten Slot an dem Demotag von Mircosoft hatte, musste ich einen handelsüblichen Akku-Pack in der Hosentasche tragen. Wenn die Brille aufgeladen ist, kann ich ohne Kabel agieren. In der Brille läuft Windows 10 als OS. Interagiert wird via Microsofteigene Sprachassistenten Cortina und mit Gestensteuerung. Im Moment läuft das System nur auf Englisch, aber Microsoft will lokalisierte Versionen nachliefern. Die Gestensteuerung ist einfach zu erlernen. Ich brauchte etwa 5 bis 10 Minuten, um die Gesten zum Öffnen und Schließen von Menüs oder Klicks zu verstehen. Es ist im Grunde kinderleicht, wenn man sich auf das System einlässt. Ich bin mir sicher, dass Entwickler bereits daran arbeiten, dass einige Gesten eingeführt werden können. Das würde ich mir sehr wünschen. Die Hololens ist übrigens kein Beta-Produkt mehr, sondern wird regulär verkauft – rund 3200 Euro für Entwickler, rund 5200 Euro für Unternehmen – lieferbar in 24 Stunden. Dennoch schrauben die Entwickler noch an der Software herum, um sie benutzerfreundlicher zu gestalten.

Ich sehe Einsatzbereich in der Bildung - hier untersuche ich ein Herz.

Ich sehe Einsatzbereich in der Bildung – hier untersuche ich ein Herz.

Was habe ich ausprobiert? Ich bin in das menschliche Herz eingetaucht. Ich konnte im Raum vor mir ein menschliches schlagendes Herz sehen und hören. Erster Gedanke war das verräterischer Herz von Edgar Allan Poe. Zweiter Gedanke: Wie geil ist das denn? Ich sehe ein Herz, das Bluthochdruck verarbeiten muss. Gleich der Gedanke, ob ich meine Blutdrucktabletten genommen habe. Und siehe da: Mein Arzt könnte mir via Hololens erklären, was genau im Herzen passiert. Ich würde die Information nicht nur hören, wie bisher, sondern ich könnte sie sehen. Als visueller Mensch wirkt das mehr als mahnende Worte. Ich drehe das Herz via Gesten, ich zoome näher ran, um die einzelnen Muskeln zu betrachten. Faszination pur – leider durfte ich keine Videos von meiner Demo-Session machen.
Die nächste Demo war ein Ballerina, die sich mitten im Raum dreht. Ich skaliere sie, gehe um die tanzende Dame herum und lege sie mal auf einen realen Stuhl, dann auf einen realen Tisch ab. Die Tanzbewegungen sind fast echt und irgendwie will ich die Figur berühren, die vor mir schwebt. Ich schalte um auf einen Astronauten, der im Raum schwebt. Ich untersuche seinen Raumanzug, gehe ganz nah ran und sehe das Material, die Nähte – und wieder fallen mir Hunderte Einsatzmöglichkeiten ein.
Meine Demosession neigt sich dem Ende zu und zum Schluss wird gezockt. Aus einer Wand brechen böse Alien-Skorpione hervor, die es abzuschießen gilt. Da die fiesen Skorpione im 360 Grad Raum angreifen, muss ich mich drehen, denn der Angriff kann aus unterschiedlichen Richtungen erfolgen. Ich habe auf der Gamescom Zombieangriffe bei anderen Spielen gesehen – und das ist extrem heftig und garantiert nichts für Kinder. Die Skorpione sind allerdings harmlos und sind – ganz meiner Egoshooter-Karriere – schnell erledigt. Das jahrelange Training auf der Playstation – nicht auf der XBox – hat sich ausgezahlt.
Nach einer knappen halben Stunde ist die Demo vorbei. Die Microsoft-Mitarbeiter wollen in den Feierabend und ich bleibe begeistert zurück. Techniken wie die Hololens werden die Welt voranbringen, wenn wir uns auf diese Technologie einlassen. Ich gehe durch die Berliner Nacht und mache mir Gedanken, was alles möglich ist und wie die Technik à la Hololens mein Arbeits- und Privatleben verändern können.

Angriff von Skorpionen

Angriff von Skorpionen

May the Fourth – Star Wars Art: Ralph McQuarrie

4. Mai 2017

Zum heutigen Star Wars Feiertag habe ich mir etwas Besonderes geleistet. May the Force be with you – es ist der Tag der Tage für uns Star Wars Fans – schließlich ist May the Fourth be with you.
Heute erscheint die Blu ray von Star Wars Rogue One, aber viel wichtiger war für mich, dass ich eine der Bibel des Star Wars Universums in den Händen halten darf. Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition.
Im Grunde schuf Ralph McQuarrie den Look von Star Wars. George Lucas hat ihm enorm viel zu verdanken und Ralph McQuarrie ist einer der absoluten Helden im Star Wars Universum, obwohl ihn der klassische Zuschauer nicht kennen wird. Er ist der Mann auf den die Designs zurückgehen. Er ist der Mann, der an den Figuren gearbeitet hat. Er ist der Mann, den wir viel, viel zu verdanken haben. Leider ist er 2012 an Parkinson gestorben – was für ein Verlust.


Das Buch Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition umfasst zwei Bände in einem Schuber. Jeder Band hat sein eigenes Titelbild und ist voll mit Infos und Bildern, Skizzen und Entwürfen. 800 Seiten der helle Wahnsinn. Viele doppelseitige Fotos sind dabei und viel, viel Material zum Schmökern und Fachsimpeln. Das eine oder andere Bild hat man bereits gesehen, aber noch nie in dieser Komplexität.
Ralph McQuarrie hat so viel getan für Hollywood. Er arbeitete unter anderem für ET, Unheimliche Begegnung, Jäger des verlorenen Schatzes und und und er bekam den Oscar für Cocoon, aber für mich das Wichtigste: Er war der kreative Kopf hinter Star Wars. Seine Matte-Zeichnungen haben den Weg für CGI bereitet.
Am heutigen Star Wars-Feiertag mögen wir an Ralph McQuarrie denken und dankbar für diese Edition Star Wars Art: Ralph McQuarrie sein.

Hier das Unboxing des Werkes:

Meine Gedanken zum Tag der Pressefreiheit

3. Mai 2017

Heute ist der Tag der Pressefreiheit und ich werde im Zeitalter der Falschmeldungen, FakeNews und alternativen Fakten die Fahne des Qualitätsjournalismus hochhalten. Mir fällt bei meinen Vorträgen zur Medienkompetenz auf: Die Leute rufen nach Qualitätsjournalismus, aber keiner will ihn bezahlen. Wie sich die Geschäftsmodelle für Journalismus entwickeln, wird sich zeigen. Heute ist der Tag, die enorme Wichtigkeit der Pressefreiheit zu betonen. Ich will keinen Journalismus der Parteienpresse wie in Weimar oder gar eine gleichgeschaltete Presse wie unter den Faschisten. Aber ich will, dass der Journalismus sich verbessert und mit der Zeit geht. Und das geht nur mit Pressefreiheit.
„Es ist unser Job, die beste verfügbare Version der Wahrheit zu berichten. Besonders jetzt“, sagte Watergate-Enthüller Carl Bernstein beim White House Correspondents‘ Dinner zu Aufgaben der Kollegen in Zeiten der Trump-Regierung, so berichtete es der Mediendienst turi2. Das ist vollkommen korrekt: Die beiden Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein waren der Grund, weshalb ich den Beruf des Journalisten ergriffen habe und noch heute lese ich ihr Buch gerne. Viele weitere Bücher und Veröffentlichungen von anderen Journalisten und Reporter sind hinzu gekommen, die zur Verteidigung der Pressefreiheit beigetragen haben.
Und bevor jetzt wieder die Schreierei über die Lügenpresse kommt – ein Begriff, der von Joseph Goebbels geprägt wurde – natürlich machen Journalisten als Menschen auch Fehler. Es gibt gute und schlechte Journalisten, so wie es auch gute und schlechte Lehrer, gute und schlechte Friseure oder gute und schlechte Politiker gibt.
Wenn staatliche Institutionen wie der US-Präsident, der russische Präsident, der ungarische oder türkische Ministerpräsident oder der Irre in Nordkorea uns anlügen, dann ist Journalismus enorm wichtig. Als Journalist und heutiger Blogger kann ich immer nur betonen, wie wichtig die Pressefreiheit in unserem Land ist und ich lebe gerne in unserem Land. Wenn Kolleginnen und Kollegen für die Pressefreiheit gefangen genommen, geschlagen, gefoltert, getötet werden, dann muss ein Aufstand der Anständigen erfolgen.

Statement des PresseClubs München
Als Mitglied des Internationalen PresseClubs München möchte ich ein Statement meines Clubs verbreiten. Zum Tag der Pressefreit haben deshalb der Bayerische Journalisten-Verband, der Verein Journalisten helfen Journalisten, der nach dem Tod von Egon Scotland gegründet wurde, und der PresseClub München vereinbart, einen gemeinsamen Offenen Brief an den türkischen Generalkonsul in München zu schrieben. „Uns war es besonders wichtig, auch auf die unerträgliche Lage unseres Kollegen Deniz Yücel hinzuweisen und seine Entlassung aus der Haft zu verlangen“, so der PresseClub-Vorsitzende Peter Schmalz.
In dem Brief heißt es unter anderem: „Wir protestieren entschieden und im Namen aller von uns vertretenen Journalistinnen und Journalisten gegen die Behinderung der Berichterstattung und gegen die Verfolgung unserer Kolleginnen und Kollegen, die nichts anderes tun, als ihrer journalistischen Arbeit nachzugehen. Diese Arbeit schließt auch die kritische Beurteilung staatlichen Handelns ein. Mit großer Sorge beobachten wir auch, dass türkische Kolleginnen und Kollegen wegen der aktuellen politischen Lage in ihrem Heimatland bei uns im Exil leben müssen und bei ihrer Rückkehr in die Türkei von Verfolgung und Haft bedroht sind.“ Ich unterstütze ausdrücklich dieses Statement.

Zukunft des Smartphones ist öde

2. Mai 2017
Ergebnisse der Lenovo-Studie.

Ergebnisse der Lenovo-Studie.

Ich weiß nicht, von wem ich die Geschichte gehört habe, aber sie ist gut. Wenn man Henry Ford zu seiner Zeit gefragt hätte, was die Menschen wollen, dann hätten sie gesagt: Wir wollen ein schnelleres Pferd! Kaum einer hätte sich ein Auto gewünscht. Und es war Steve Jobs von Apple, der sinngemäß gesagt hat: Wir erschaffen Produkte, von denen unsere Kunden noch nicht mal wissen, dass sie diese benötigen.
Über den Tellerrand hinausblicken, ist wichtig. Und dass wir Visionäre wie Henry Ford oder Steve Jobs brauchen, zeigt eine Studie von Lenovo. Welche neuartigen Funktionen und Eigenschaften wünschen sich die Deutschen für ihr Smartphone der Zukunft? Dieser Frage ging eine repräsentative Studie im Auftrag der Lenovo Deutschland GmbH (Mobile Business Group) nach. Für sie wurden mehr als 2.000 Personen im Alter von über 18 Jahren durch YouGov befragt. Die Antworten auf die Frage sind richtig, zeigen aber kaum in eine interessante Zukunft. Sie hängen zu sehr am Produkt. Wir brauchen mehr Visionen – auch bei den Kunden.
Die Kundenwünsche sind legitim und ich will sie gar nicht in Absprache stellen. Aber im Grunde sind sie nichts anderes als ein schnelleres Pferd. Aber schaut selbst: Ganz oben auf der Wunschliste für das Smartphone der Zukunft stehen bei den Deutschen insbesondere Verbesserungen im Bereich Akkulaufzeit und Display- bzw. Gehäusestabilität. Aber auch die Überwachung der Gesundheit, der Steuerung des Smart Home, die Navigation in Gebäuden sowie die Möglichkeit der Erweiterung oder Verbesserung der Funktionen des Smartphones über wechselbare Module hat viele Befürworter.
Gähn. Es ist eine evolutionäre Weiterentwicklung des Bestehenden. Disruptive Ideen sind gefragt. Ideen, die alles verändern und auf den Kopf stellen. Das Buch Innovators Dilemma beschreibt dies anschaulich und ich habe bereits darüber gebloggt. Das Smartphone ist für mich eine Übergangstechnologie und ich bin gespannt, was uns die Visionäre präsentieren werden. Der nächste Schritt wird ganz eindeutig in Richtung AR und bessere Sprachassistenten gehen. Und dann?

100 Tage Donald Trump – Humor als verzweifelter Ausweg

1. Mai 2017

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Bei einem meiner Vorträge in einer Schule über Medienkompetenz diskutierte ich mit Schülern über FakeNews. Eine Frage traf voll ins Schwarze: „Warum belügt uns der US-Präsident? Warum diskutieren wir hier über FakeNews und eine Institution gibt uns alternative Fakten?“  Es ist schwer, eine solche Frage zu beantworten, denn aus meiner Sicht hat der Schüler recht. In meinen Vorträgen setze ich mich für Werte ein und einer der wichtigsten Menschen auf diesen Planeten wirft mit schamlosen Lügen um sich.

100 Tage Donald Trump lassen mich nachdenklich werden. Natürlich muss nicht jeder meiner Meinung sein. Eine Demokratie lebt von dem Austausch, doch Regeln des Anstandes und der Wahrheit gehören einfach dazu. Der alte Kant ist für mich immer noch gültig.

Simpsons nehmen sich 100 Tage Trump an
Die Simpsons haben trotz ihrer Heimat bei Fox einen hervorragenden Spot über die ersten 100 Tage gedreht – ein Spot, der mir Angst macht. Ich flüchte mich in Humor und ich verzweifle. Ich lausche den politischen Kommentatoren in Presse, Funk und Fernsehen und online. Und ich verzweifle noch mehr. Eigentlich oft die gleiche Meinung: Donald Trump hat keinen brillanten Start hingelegt – und das ist höflich ausgedrückt. Er soll selbst gesagt haben, dass er geglaubt habe, die US-Präsidentschaft sei einfacher. Nun ja.


Ich war vor der Amtseinführung von Trump in den USA und ich bin froh darüber. Denn die USA ist ein tolles Land, ich habe so viele positive Eindrücke. Doch die USA verändern sich, so mein Eindruck. Das Land, das uns die Freiheit nach dem Zweiten Weltkrieg gebracht hat, verändert sich – und nicht zu seinem Vorteil. Und Donald Trump beschleunigt diese Veränderung. Persönlich habe ich deshalb beschlossen, auf absehbare Zeit auf Reisen in die USA zu verzichten.
Make America Great Again – das habe ich bei meinem USA-Aufenthalt oft gehört. Nationalismus ist der falsche Weg.

MAD Sonderheft zu 100 Tage Trump

Eine interessante Antwort auf Donald Trump gibt die Satirezeitschaft MAD. In diesem Jahr feiert das MAD-Magazin in Deutschland sein 50. Jubiläum. Das Magazin, das hierzulande unter Herbert Feuerstein als Chefredakeur groß wurde, zu Beginn der 1990er Jahren dann jedoch an Lesern verlor und kurzzeitig sogar vom Markt verschwand, wurde 1998 vom Dino Verlag wiederbelebt. 2003 übernahm Panini die Rechte für die Veröffentlichung in Deutschland und sorgt seitdem für regelmäßigen Satire-Nachschub. Auf jeden Fall hat MAD eine Sonderausgabe zu Donald Trump mit einer 80.000 Auflage herausgebracht.

Ich habe das neue MAD Sonderheft zu Trump vom Verlag erhalten und gelesen. Humor ist die richtige Antwort.

Ich habe das neue MAD Sonderheft zu Trump vom Verlag erhalten und gelesen. Humor ist die richtige Antwort.

Ich habe ein Besprechungsexemplar vom Verlag angefordert und dankend erhalten. Und wahrscheinlich scheint Humor und Satire die richtige Antwort auf Donald Trump zu sein. Ein ganzes Heft über Donald Trump – eigentlich ja nicht auszuhalten. Wir haben es in der Familie gelesen und ich habe mich köstlich amüsiert. K1 hat dagegen viele Witze nicht verstanden. Eine gewisse politische Bildung muss wohl vorausgesetzt werden, um dieses Sonderheft zu verstehen. Auch MAD hat sich wohl verändert. Unter Herbert Feuerstein hatte ich es damals als pubertierender Jugendlicher verschlungen und über die Witze gelacht. ich stand sogar in Briefkontakt mit Herrn Feuerstein. Ich muss diese Form der Kundenbindung mal aus meinen Archiv heraussuchen und darüber bloggen. Das vorliegende Sonderheft über Trump ist aber nicht so einfach zu verstehen. Natürlich gibt es die klassischen Sparwitze, aber der Humor ist zeitweise schon tiefgehender und erinnert mich an Titanic.

Am Hauptbahnhof in München wird das MAD-Heft angeboten.

Am Hauptbahnhof in München wird das MAD-Heft angeboten.

Satirisch stellt MAD-Urgestein Ivo Astalos zum Beispiel die Frage, welche Dekrete der unterschriftswütige Präsident noch unterzeichnen wird, Autor Desmond Devlin beäugt mit Zeichner Ward Sutton Trumps Verhältnis zur Bibel und zusammen mit Tom Richmond gibt Devlin Einblicke in das trump’sche Familienunternehmen, während Ward Sutton den Wahlslogan „Make America Great Again“ auf einer Doppelseite um ein paar Facetten erweitert. Matthias Kringe gestaltete ein Trump-An-und-Ausziehpüppchen (inklusive Grapsch-Hand und Twitter Man-Gürtel), damit neben der „ernsten“ Satire auch der Spaß für den Leser nicht zu kurz kommt. Das obligatorische Faltbild schließt das 52-seitige Special ab, das mit einer Cover-Abbildung von Trump und Alfred E. Trump beginnt. Also zahlreiche Ideen, um sich Trump satirisch zu nähern. Ein lesenswertes Presseprodukt, das hier aufgelegt wurde.

Journalismus geht gestärkt hervor
Ach ja Presse. Eines ist Donald Trump zu verdanken. Durch seine alternativen Fakten, Verzeihung Lügen, hat der vierte Stand in den USA wieder an Bedeutung gewonnen. Selten zuvor habe ich soviel Washington Post oder New York Times gelesen oder CNN geschaut wie heute. Die Auflagen der Digitalausgaben der Zeitungen gehen nach oben und unabhängiger Journalismus gewinnt durch Trump. Jetzt war das jährliche Pressedinner im Weißen Haus. Donald Trump nahm daran nicht teil, sondern weilte auf einer Wahlveranstaltung und hetzte die Leute gegen die einige Medien auf. Das ist eines US-Präsidenten unwürdig und eine Schande.

Der US-Präsident hetzt gegen unliebsame Medien.

Der US-Präsident hetzt gegen unliebsame Medien.

Buchtipp: The Art of Rogue One von Josh Kushins

29. April 2017
Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich liebe die Art of-Bücher, weil ich daran sehen kann, wie sich ein Film entwickelt und welche Ideen im Vorfeld aufkamen. Da es sich hier um Star Wars handelt, wird die Sache für mich um so interessanter, denn Fanboys wie ich werden Szene für Szene des Films analysieren. Das ist bei The Art of Rogue One nicht anders. Ich habe den Film mehrmals im Kino gesehen und mir jetzt auch auf Blu Ray bestellt.
Spekulationen und Interpretationen um diesen Film tauchten im Netz auf und auch mir fiel auf, dass Trailer und Film zum Teil sehr unterschiedlich sind und komplett andere Szenen enthalten. Nach der Veröffentlichung auf Blu Ray und DVD können wir Fans die Szenen Stück für Stück analysieren. Die Bestellung für den Datenträger ist freilich schon raus – am 4. Mai wird das Teil erscheinen.
Bis die Blu Ray Rogue One – A Star Wars Story bei mir eintrifft, schaute ich mir in das Buch The Art of Rogue One von Josh Kushins an. Am Wichtigsten war mir, wie das Buch das Quartier von Darth Vader auf Mustafa zeigt. Wird hier wirklich der Blick hinter die Kulissen gewagt? Ja – ich bin begeistert. Schon beim Aufschlagen der ersten Seite sehe ich den verstümmelten Körper von Vader, wie er aus der Nährflüssigkeit auftaucht. Für mich eine der besten Szenen im Film und auch im Buch. Und gleichzeitig kommt beim Durchblättern auch der Rückschlag: Der finale Kampf von Vader im Film kommt in diesem Buch nicht vor. Es endet mit der Schlacht auf dem Planeten. Hier bin ich enttäuscht. Ich hätte gerne das Storyboard gesehen, wie Vader unter den Rebellen wütet. Im Kino hatte diese Szene einen Applaus bekommen – im Art of Buch ist sie unter den Tisch gefallen. Das ist sehr, sehr schade. Noch dazu weil Regisseur Gareth Edwards einen kurzen Cameo-Auftritt hatte, den Hebel umlegte und das Sternenschiff von Leia wieder freigab. Obwohl es nur eine kleine Szene ist, ist die für die Geschichte von Star Wars enorm wichtig. Die Prinzessin flieht und gewinnt Zeit, um R2D2 mit den Daten des Todessterns zu füttern. Der Rest ist Filmgeschichte.


Mein Problem mit dem Film war das Wechseln der Schauplätze. Das ging für mich zu schnell und ich hatte manches Mal nicht die Zeit, mich in die Szenerie der Orte hineinzudenken. Diese Zeit kann ich mir jetzt beim Lesen des Buches nehmen. Denn es verdienten die unterschiedlichen Orte, die liebevoll gestaltet wurden. Das kann ich jetzt durch das Buch nachholen und entdecke Details, die ich später noch einmal mit dem Film auf Blu ray vergleichen werde. Wie schreibt Regisseur Gareth Edwards, dass er Angst hatte, das Buch zu beginnen, weil sich Story und Budget immer wieder änderten. Er selbst war ein kleines Kind von zwei Jahren, als Star Wars eine neue Hoffnung in die Kinos kam. Star Wars war für ihn immer da, immer ein Begleiter seines Lebens. Ich selbst sah Star Wars mit neun Jahren und ich kannte noch eine Welt vor Krieg der Sterne – ich denke, das macht viel aus. Die Verantwortung, die auf Gareth Edwards lastete, sie ist enorm. Nun, er hat seine Sache mit dem Film gut gemacht. Das Buch hätte dagegen mehr bringen dürfen wie die digitale Produktion von Leia oder Tarkin. Die CGI-Charaktere fehlen in diesem Buch komplett und damit ist es für mich kein vollwertiges Art of-Buch. Da hätte es mir nichts ausgemacht, wenn das Buch etwas nach dem Filmstart erschienen wäre und dafür Leia und Tarkin im Buch enthalten wären. Es sind in YouTube einige interessante Videos zu sehen, wie man die jugendliche Leia und den bösen Tarkin erschaffen hat.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den Raumschiffen, Fahrzeugen und Raumschlachten. Personen und mit ihnen verbundene Uniformen/Klamotten und Waffen gibt es zwar auch, treten aber in den Hintergrund. Dieses Buch eignet sich kaum zum Schneidern der eigenen Star Wars-Kostüme, als vielmehr zum Bau der eigenen Raumflotte.
Es ist also wieder Zeit in das Star Wars Universum mit diesem Buch einzutauchen und das Feuer wieder zu entfachen. Schließlich kommt ja auch irgendwann der Dezember mit dem regulären Star Wars VIII Die letzten Jedi.

Welttag des Buches – mein absolutes Lieblingsbuch

23. April 2017
Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Heute ist der Welttag des Buches und natürlich feiere ich diesen Tag gerne mit. Ich liebe Bücher in all seinen Formen, sei es als gedrucktes Buch, sei es ein Taschenbuch, sei es ein aufwendig gebundenes Buch, sei es als elektronisches Buch. Ich lese sehr viele Büchern, in der Regel ein Buch die Woche, mal ein Sachbuch, mal Literatur, mal einfach nur Schund.
Es gibt viele wichtige Bücher in meinem Leben, unzählig viele. Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde geschrieben von Richard Scarry. Er lebte von 5. Juni 1919 in Boston bis 30. April 1994 in Gstaad. Er war ein Kinderbuchautor und Illustrator, der über 300 Bücher veröffentlicht hat, wovon weltweit über 300 Millionen Exemplare verkauft wurden.

So lernte ich das ABC

So lernte ich das ABC

Ich liebte das Buch abgöttisch und lernte mit diesem Buch das ABC. Damit passt es für mich ideal zum Welttag des Buches. Bücher helfen uns, das Gehirn auf Trab zu halten, sie beflügeln die Fantasie und unser Einfühlungsvermögen. Lesen findet im Kopf statt und Lesen ist einfach super. Bücher sind einfach Medienkompetenz pur. Diese tolle Welt entdeckte ich durch Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde im Dezember 1994 wieder beim Delphin-Verlag in Köln neu aufgelegt. Ich habe allerdings noch die deutsche Erstausgabe aus dem Jahr 1971. Meine Eltern mussten mit mir das Buch Tag für Tag lesen und so lernte ich in jungen Jahren das ABC.


Jeder Buchstabe in dem Buch hat eine Doppelseite und sogar ä, ü und ö sind dabei und das erstaunt mich heute mehr als früher. Ein US-Autor, der an die Umlaute denkt.
Es sind viele, viele kleine Geschichten in diesem Buch zu finden. Heute sagt man wohl Wimmelbilder dazu. Ich machte mich als Kind auf, diese Geschichten zu erkunden. Der Buchstabe, um den es auf der Doppelseite ging, war in den Wörtern Rot gedruckt und so lernte ich das ABC. Ich schaute, suchte, malte mir meine Welt im Kopf aus. Geholfen haben mir die Figuren von Richard Scarry. Seine Figuren sind vermenschlichte Tiere, die ich in mein Herz geschlossen hatte. Und wenn ich heute das Buch durchblätterte, dann kommen mir die Geschichten um die Häschen, Schweinchen, Kätzchen ins Gedächtnis zurück. Und ich stoße immer wieder auf Egon. Egon ist so eine Art Regenwurm mit Tirolerhut, der auf den meisten Seiten auftaucht. Als Kind machte ich mir zur Aufgabe, Egon als erstes auf den Seiten zu suchen. Hatte ich den Wurm gefunden, dann war ich begeistert und jubelte. Beim Schreiben dieses Blogbeitrags musste die beste Ehefrau von allen mit mir Egon suchen, sie schien ein wenig genervt zu sein.
Das ist also meine Empfehlung und Erinnerung am Welttag des Buches. Ich mach mich jetzt mal auf die Suche im Netz, was andere für Bücher am heutigen Tag gepostet haben.

Hier das Buch ausführlich im Video:

Pressekonferenz mit Modefotograf Peter Lindbergh

22. April 2017

 

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Als Klatschreporter wäre ich wohl eine Niete, aber natürlich interessiert mich Prominenz. Durch meine journalistische Tätigkeit bin ich immer wieder Kreativen begegnet, die für mich persönlich wichtig und dadurch prominent waren – für die Masse eher weniger. Ich habe viel Gespräche geführt mit Kameraleuten, 3D-Artists oder Regisseuren, die mich beeindruckt haben. Jedes Jahr versuche ich ein solches persönliches Promi-Gespräch zu treffen. In der Vergangenheit war dies sicherlich Gespräche mit Christiane Kubrick und Jan Harlan, es war sicherlich ein nettes Interview mit Ken Adam und es war vor kurzem eine Pressekonferenz mit dem legendären Fotografen Peter Lindbergh.
In der Hypo Kunsthalle gibt es die absolut sehenswerte Ausstellung From Fashion to Reality mit grandiosen Fotos von Peter Lindbergh zu sehen. Ich werde separat über die Ausstellung und das dazu erschienen Buch bloggen. Im Vorfeld der Ausstellung gab es eine Pressekonferenz, auf die mich mein Bloggerclub-Kollege Sascha Walk am Rande einer Vorstandssitzung des Bloggerclubs hinwies. Ich war Feuer und Flamme und meldete mich nachträglich zur PK an. Danke an das Presseteam der Kunsthalle für die Kulanz trotz meiner Verspätung.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

So durfte ich in der ersten Reihe der Pressekonferenz den Worten des großen Fotografen lauschen. Und nachdem mir einige Fragen der Kolleginnen und Kollegen zu doof waren, stellte ich zwei eigene.
Aber alles der Reihe nach: Nachdem ich zeitig dran war, sah ich, dass die erste Reihe der Pressekonferenz in der Kunsthalle nicht besetzt war. Links und rechts hatten sich zahlreiche Kamerateams postiert und einige Bildjournalisten hatten schon vorne Plätze besetzt. Ein Stuhl war noch frei, also mein Stuhl. Als Blogger packte ich ein leichtes Tamrac Zip Shot Stativ aus und schraubte meine Bloggerkamera Canon LEGRIA mini X darauf. Diese zeichnete die ganze PK für YouTube auf. Die Fotos während der Veranstaltung machte ich mit meinem iPhone und der Fujifilm X100s.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Photoshop reduziert den Menschen auf Null
Nach ein paar privaten Ausführungen zum Deutschlernen in der Familie und ein Lob über München ging es los. „Modefotografen haben eine Art von Verantwortung. Wenn man Frauen fotografiert, muss man sich überlegen, wie man sie fotografiert und warum und wie sie dann aussehen auf den Fotos. Das ist heute so auf den Hund gekommen, wie Frauen in den Magazinen aussehen. Man hat eine Technik entwickelt, die heißt Photoshop. Damit kann man Frauen die Regungen des Lebens wegretuschierten. Und damit den Menschen auf Null reduzieren und dann behaupten, das ist schön.“ Dies sei der Stand der heutigen Idee von Schönheit. Lindbergh forderte die Courage zu haben, selbst zu sein. „Dann ist man schön“, so der Fotograf. Sein Frauenbild habe sich über die Jahrzehnte durch nicht geändert. „Man kennt das natürlich oder echt.“

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Von Smartphone-Fotografie lässt sich viel lernen und entdecken
Als Blogger, der von Lindbergh mit dem iPhone fotografiert wurde, wollte ich es genauer wissen und fragte nach. Was hält ein Meisterfotograf wie Peter Lindbergh von der Smartphone-Fotografie? „Die großen Fotografen behaupten ja immer, dass dies alles Blödsinn sei. Jeder will heute Fotograf sein. Ich sehe so viele tolle Sachen, dagegen kann man als Fotograf gar nicht anstinken. Professionelle Fotografen können sich nur noch dadurch auszeichnen, dass sie einen Standpunkt haben und den 20, 30 oder 40 Jahre vertreten.“ Bei den Smartphone Fotos seien so tolle Sachen dabei. „Da kann man nichts dagegen machen. Da kann man dagegen viel davon lernen, diese Leichtigkeit.“

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Über das Ende der Fotografie
Viele kleine und große Geschichten erzählte Peter Lindbergh in der Pressekonferenz. Probleme mit der digitalen Technik sehe er keine, vielmehr Probleme mit all den Leuten, die bei einem Shooting mitreden. In analogen Zeiten hatte er die Bilder im Kopf, in digitalen Zeiten in denen die Kamera an einem Monitor angeschlossen wird, reden zu viele Leute mit. „Dies läutet das Ende der Fotografie ein.“ Jeder könne durch den den externen Monitor sehen, was der Fotograf macht und reinreden. „Da beginnt das Ende der Fotografie. Der arme Typ hinter der Kamera darf nur noch den Kopf drücken.“


Schaut euch die ganze Pressekonferenz in Ruhe an. Von Peter Lindbergh kann jeder Fotograf etwas lernen und sei es auch nur die Leichtigkeit, wie so ein Star die Fragen beantwortet. Und schaut euch die Ausstellung in der Hypo Kunsthalle an, es lohnt sich.

Teil 1 der PK

Teil 2 der PK

Die Einführung zur PK

 

Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste

17. April 2017

So viele Produkte in meinem Umfeld sind weißblau oder blauweiß und ich habe eine Reizüberflutung, wenn ich an die Produkte in diesen Farben denke. Daher hatte ich Schwierigkeiten bei der Blogparade der IronBlogger München zu diesen Farben. Es war einfach zu viel. Beim Nachdenken überlegte ich mir, welche Geschichten ich zu diesem Thema bloggen könnte.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Als Kind war ich von einer Fernsehserie fasziniert, die sich um die Reporter der fiktiven Tageszeitung Los Angeles Tribune drehte: Lou Grant – diese Serie prägte mich und meinen späteren Berufswunsch Journalist. Ich liebte die Personen und die Geschichten. Und ich spielte als Kind meine Reportergeschichten mit Playmobil nach. Meine Eltern kauften mir im Jahre 1984 das Playmobil Set 3468. Ich spielte gerne Lego und ich spielte gerne Playmobil. Und das Set 3468 war ein Kamerateam mit Übertragungswagen. Ich habe es geliebt und habe meine Art Lou Grant mit den Playmofiguren aus dem fränkischen Zirndorf nachgespielt. Die Farben waren freilich weißblau oder blauweiß. Das Team tvi Television international bestand aus einem Kameramann für eine Studiokamera, eine Ton-Dame, einen Redakteur mit Bart und einen mobilen Reporter. Vielleicht eine Art Bayerischer Rundfunk, denn die Farben waren ähnlich und die Bartträger unter den Redakteuren habe ich damals beim PresseClub München auch getroffen. Es gab einen Übertragungswagen in weiß mit einem blauen Streifen an der Seite, es gab Scheinwerfer und eine schwenkbare Studiokamera und einen Tonarm.


Am liebsten war mit allerdings der Reporter. Er hatte eine Filmkamera (wahrscheinlich 16 mm) in der Hand und einen Rucksack auf dem Rücken. Wahrscheinlich war damals der Akku-Pack untergebracht. Diesen Typen schickte ich auf meine journalistischen Reisen. Im Grunde war er so eine Art Gerd Ruge, Peter Scholl-Latour, Peter von Zahn oder Dieter Kronzucker, wie meine Helden damals in der realen Welt hießen. Den Namen meines Reporters habe ich vergessen. Ich glaube, er hieß immer wieder anders und musste ja auch in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Mein Reporter besuchte Cowboys und Indianer, war Kriegsberichterstatter, reiste zu Piraten und er filmte auch eine königliche Playmobil-Hochzeit – Charles und Diana hinterließen auch bei mir als Jugendlicher ihre Spuren.
Irgendwann spielte ich nicht mehr mit Playmobil. Ich war zu alt. Meine Reporter verkaufte ich auf dem Flohmarkt und habe heute nur noch das Drehgestell der Studiokamera. Geblieben ist eine nette Erinnerung und ein weiterer Mosaikstein meines Berufswunsches, den ich später auch umgesetzt habe. Das Spiel mit meinem Playmobil-Reportern hat mich geprägt. Was kann es Schöneres geben?