Archive for the ‘Medien’ Category

Welttag des Buches – mein absolutes Lieblingsbuch

23. April 2017
Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Heute ist der Welttag des Buches und natürlich feiere ich diesen Tag gerne mit. Ich liebe Bücher in all seinen Formen, sei es als gedrucktes Buch, sei es ein Taschenbuch, sei es ein aufwendig gebundenes Buch, sei es als elektronisches Buch. Ich lese sehr viele Büchern, in der Regel ein Buch die Woche, mal ein Sachbuch, mal Literatur, mal einfach nur Schund.
Es gibt viele wichtige Bücher in meinem Leben, unzählig viele. Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde geschrieben von Richard Scarry. Er lebte von 5. Juni 1919 in Boston bis 30. April 1994 in Gstaad. Er war ein Kinderbuchautor und Illustrator, der über 300 Bücher veröffentlicht hat, wovon weltweit über 300 Millionen Exemplare verkauft wurden.

So lernte ich das ABC

So lernte ich das ABC

Ich liebte das Buch abgöttisch und lernte mit diesem Buch das ABC. Damit passt es für mich ideal zum Welttag des Buches. Bücher helfen uns, das Gehirn auf Trab zu halten, sie beflügeln die Fantasie und unser Einfühlungsvermögen. Lesen findet im Kopf statt und Lesen ist einfach super. Bücher sind einfach Medienkompetenz pur. Diese tolle Welt entdeckte ich durch Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde im Dezember 1994 wieder beim Delphin-Verlag in Köln neu aufgelegt. Ich habe allerdings noch die deutsche Erstausgabe aus dem Jahr 1971. Meine Eltern mussten mit mir das Buch Tag für Tag lesen und so lernte ich in jungen Jahren das ABC.


Jeder Buchstabe in dem Buch hat eine Doppelseite und sogar ä, ü und ö sind dabei und das erstaunt mich heute mehr als früher. Ein US-Autor, der an die Umlaute denkt.
Es sind viele, viele kleine Geschichten in diesem Buch zu finden. Heute sagt man wohl Wimmelbilder dazu. Ich machte mich als Kind auf, diese Geschichten zu erkunden. Der Buchstabe, um den es auf der Doppelseite ging, war in den Wörtern Rot gedruckt und so lernte ich das ABC. Ich schaute, suchte, malte mir meine Welt im Kopf aus. Geholfen haben mir die Figuren von Richard Scarry. Seine Figuren sind vermenschlichte Tiere, die ich in mein Herz geschlossen hatte. Und wenn ich heute das Buch durchblätterte, dann kommen mir die Geschichten um die Häschen, Schweinchen, Kätzchen ins Gedächtnis zurück. Und ich stoße immer wieder auf Egon. Egon ist so eine Art Regenwurm mit Tirolerhut, der auf den meisten Seiten auftaucht. Als Kind machte ich mir zur Aufgabe, Egon als erstes auf den Seiten zu suchen. Hatte ich den Wurm gefunden, dann war ich begeistert und jubelte. Beim Schreiben dieses Blogbeitrags musste die beste Ehefrau von allen mit mir Egon suchen, sie schien ein wenig genervt zu sein.
Das ist also meine Empfehlung und Erinnerung am Welttag des Buches. Ich mach mich jetzt mal auf die Suche im Netz, was andere für Bücher am heutigen Tag gepostet haben.

Hier das Buch ausführlich im Video:

Pressekonferenz mit Modefotograf Peter Lindbergh

22. April 2017

 

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Als Klatschreporter wäre ich wohl eine Niete, aber natürlich interessiert mich Prominenz. Durch meine journalistische Tätigkeit bin ich immer wieder Kreativen begegnet, die für mich persönlich wichtig und dadurch prominent waren – für die Masse eher weniger. Ich habe viel Gespräche geführt mit Kameraleuten, 3D-Artists oder Regisseuren, die mich beeindruckt haben. Jedes Jahr versuche ich ein solches persönliches Promi-Gespräch zu treffen. In der Vergangenheit war dies sicherlich Gespräche mit Christiane Kubrick und Jan Harlan, es war sicherlich ein nettes Interview mit Ken Adam und es war vor kurzem eine Pressekonferenz mit dem legendären Fotografen Peter Lindbergh.
In der Hypo Kunsthalle gibt es die absolut sehenswerte Ausstellung From Fashion to Reality mit grandiosen Fotos von Peter Lindbergh zu sehen. Ich werde separat über die Ausstellung und das dazu erschienen Buch bloggen. Im Vorfeld der Ausstellung gab es eine Pressekonferenz, auf die mich mein Bloggerclub-Kollege Sascha Walk am Rande einer Vorstandssitzung des Bloggerclubs hinwies. Ich war Feuer und Flamme und meldete mich nachträglich zur PK an. Danke an das Presseteam der Kunsthalle für die Kulanz trotz meiner Verspätung.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

So durfte ich in der ersten Reihe der Pressekonferenz den Worten des großen Fotografen lauschen. Und nachdem mir einige Fragen der Kolleginnen und Kollegen zu doof waren, stellte ich zwei eigene.
Aber alles der Reihe nach: Nachdem ich zeitig dran war, sah ich, dass die erste Reihe der Pressekonferenz in der Kunsthalle nicht besetzt war. Links und rechts hatten sich zahlreiche Kamerateams postiert und einige Bildjournalisten hatten schon vorne Plätze besetzt. Ein Stuhl war noch frei, also mein Stuhl. Als Blogger packte ich ein leichtes Tamrac Zip Shot Stativ aus und schraubte meine Bloggerkamera Canon LEGRIA mini X darauf. Diese zeichnete die ganze PK für YouTube auf. Die Fotos während der Veranstaltung machte ich mit meinem iPhone und der Fujifilm X100s.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Photoshop reduziert den Menschen auf Null
Nach ein paar privaten Ausführungen zum Deutschlernen in der Familie und ein Lob über München ging es los. „Modefotografen haben eine Art von Verantwortung. Wenn man Frauen fotografiert, muss man sich überlegen, wie man sie fotografiert und warum und wie sie dann aussehen auf den Fotos. Das ist heute so auf den Hund gekommen, wie Frauen in den Magazinen aussehen. Man hat eine Technik entwickelt, die heißt Photoshop. Damit kann man Frauen die Regungen des Lebens wegretuschierten. Und damit den Menschen auf Null reduzieren und dann behaupten, das ist schön.“ Dies sei der Stand der heutigen Idee von Schönheit. Lindbergh forderte die Courage zu haben, selbst zu sein. „Dann ist man schön“, so der Fotograf. Sein Frauenbild habe sich über die Jahrzehnte durch nicht geändert. „Man kennt das natürlich oder echt.“

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Von Smartphone-Fotografie lässt sich viel lernen und entdecken
Als Blogger, der von Lindbergh mit dem iPhone fotografiert wurde, wollte ich es genauer wissen und fragte nach. Was hält ein Meisterfotograf wie Peter Lindbergh von der Smartphone-Fotografie? „Die großen Fotografen behaupten ja immer, dass dies alles Blödsinn sei. Jeder will heute Fotograf sein. Ich sehe so viele tolle Sachen, dagegen kann man als Fotograf gar nicht anstinken. Professionelle Fotografen können sich nur noch dadurch auszeichnen, dass sie einen Standpunkt haben und den 20, 30 oder 40 Jahre vertreten.“ Bei den Smartphone Fotos seien so tolle Sachen dabei. „Da kann man nichts dagegen machen. Da kann man dagegen viel davon lernen, diese Leichtigkeit.“

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Über das Ende der Fotografie
Viele kleine und große Geschichten erzählte Peter Lindbergh in der Pressekonferenz. Probleme mit der digitalen Technik sehe er keine, vielmehr Probleme mit all den Leuten, die bei einem Shooting mitreden. In analogen Zeiten hatte er die Bilder im Kopf, in digitalen Zeiten in denen die Kamera an einem Monitor angeschlossen wird, reden zu viele Leute mit. „Dies läutet das Ende der Fotografie ein.“ Jeder könne durch den den externen Monitor sehen, was der Fotograf macht und reinreden. „Da beginnt das Ende der Fotografie. Der arme Typ hinter der Kamera darf nur noch den Kopf drücken.“


Schaut euch die ganze Pressekonferenz in Ruhe an. Von Peter Lindbergh kann jeder Fotograf etwas lernen und sei es auch nur die Leichtigkeit, wie so ein Star die Fragen beantwortet. Und schaut euch die Ausstellung in der Hypo Kunsthalle an, es lohnt sich.

Teil 1 der PK

Teil 2 der PK

Die Einführung zur PK

 

Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste

17. April 2017

So viele Produkte in meinem Umfeld sind weißblau oder blauweiß und ich habe eine Reizüberflutung, wenn ich an die Produkte in diesen Farben denke. Daher hatte ich Schwierigkeiten bei der Blogparade der IronBlogger München zu diesen Farben. Es war einfach zu viel. Beim Nachdenken überlegte ich mir, welche Geschichten ich zu diesem Thema bloggen könnte.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Als Kind war ich von einer Fernsehserie fasziniert, die sich um die Reporter der fiktiven Tageszeitung Los Angeles Tribune drehte: Lou Grant – diese Serie prägte mich und meinen späteren Berufswunsch Journalist. Ich liebte die Personen und die Geschichten. Und ich spielte als Kind meine Reportergeschichten mit Playmobil nach. Meine Eltern kauften mir im Jahre 1984 das Playmobil Set 3468. Ich spielte gerne Lego und ich spielte gerne Playmobil. Und das Set 3468 war ein Kamerateam mit Übertragungswagen. Ich habe es geliebt und habe meine Art Lou Grant mit den Playmofiguren aus dem fränkischen Zirndorf nachgespielt. Die Farben waren freilich weißblau oder blauweiß. Das Team tvi Television international bestand aus einem Kameramann für eine Studiokamera, eine Ton-Dame, einen Redakteur mit Bart und einen mobilen Reporter. Vielleicht eine Art Bayerischer Rundfunk, denn die Farben waren ähnlich und die Bartträger unter den Redakteuren habe ich damals beim PresseClub München auch getroffen. Es gab einen Übertragungswagen in weiß mit einem blauen Streifen an der Seite, es gab Scheinwerfer und eine schwenkbare Studiokamera und einen Tonarm.


Am liebsten war mit allerdings der Reporter. Er hatte eine Filmkamera (wahrscheinlich 16 mm) in der Hand und einen Rucksack auf dem Rücken. Wahrscheinlich war damals der Akku-Pack untergebracht. Diesen Typen schickte ich auf meine journalistischen Reisen. Im Grunde war er so eine Art Gerd Ruge, Peter Scholl-Latour, Peter von Zahn oder Dieter Kronzucker, wie meine Helden damals in der realen Welt hießen. Den Namen meines Reporters habe ich vergessen. Ich glaube, er hieß immer wieder anders und musste ja auch in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Mein Reporter besuchte Cowboys und Indianer, war Kriegsberichterstatter, reiste zu Piraten und er filmte auch eine königliche Playmobil-Hochzeit – Charles und Diana hinterließen auch bei mir als Jugendlicher ihre Spuren.
Irgendwann spielte ich nicht mehr mit Playmobil. Ich war zu alt. Meine Reporter verkaufte ich auf dem Flohmarkt und habe heute nur noch das Drehgestell der Studiokamera. Geblieben ist eine nette Erinnerung und ein weiterer Mosaikstein meines Berufswunsches, den ich später auch umgesetzt habe. Das Spiel mit meinem Playmobil-Reportern hat mich geprägt. Was kann es Schöneres geben?

blauweiß weißblau – egal, Hauptsache Twitter

16. April 2017

Nachdem ich meinen jüngsten Beitrag für die IronBlogger-Parade zum Thema blauweiß/weißblau über unsere Wellensittiche Lilly und Sinatra geschrieben habe, liegt es nahe, dass ich beim Gezwitscher bleibe: Welches Vögelchen passt am besten in eine solche Parade? Klar, der Twitter-Vogel.


Ich bin ein überzeugter Twitterer und zwitschere unter @redaktion42 den lieben langen Tag. Mit meiner Frau @spinosa1967 sind wir wie andere auch als als twitterndes Ehepaar bekannt. Aber Twitter ist für mich mehr als ein bisschen Zeitvertreib. Es ist für mich eine Art Stammtisch, der 24 Stunden 365 Tage lang geöffnet hat. Ich finde hier Weisheiten, dumme Sprüche, aktuelle News, schlüpfrige Anmache, Kampagnen, Provokationen, Hilferufe und vieles mehr unter einem Dach. Ich nutze Twitter zur Unterhaltung, als Inspiration, als Newsquelle, als Recherchetool und und und.
In meinem Seminaren über Medienkompetenz an Schulen kommt Twitter leider nur am Rande vor. Twitter ist vielen Leuten einfach zu blöd. Die formale Begrenzung auf 140 Zeichen sorgt dafür, dass Jugendliche in meinem Umfeld nicht so stark vertreten sind. In 140 Zeichen muss man mit der deutschen Sprache umgehen können und bei Donaudampfschifffahrtsgesellschaft wird es in Twitter recht eng. Auch der Humor mutet für viele Seminarteilnehmer etwas seltsam an. #hach, #flausch, #ausgruenden geht ja gerade so – bei #mimi blicke in in meinem Seminaren in fragende Gesichter. Wer will denn schon mit Beaker vom Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner identifiziert werden, dessen einziger Wortschatz eben das mimi ist?

Ich sag nur mimi

Ich sag nur mimi

Aber egal: Twitter ist für mich eine wunderbare Bereicherung. Leute glauben manches Mal, dass man Twitter komplett auslesen muss. Viel Spaß dabei. Ich habe durch Twitter den Satz eines US-Studenten begriffen: „Wenn die Nachricht wichtig für dich ist, wird sie einen Weg zu dir finden.“ Für mich ist Twitter ein wichtiger Bestandteil meiner Social Media-Kultur. Auch für meine politische Kundschaft gehört Twitter dazu: @RegSprecher habt es in Deutschland vorgemacht, der US-Präsident hat die absolute Macht von Twitter verstanden und publiziert an den Medien vorbei direkt zu seinen Anhängern und zu den Medien. Twitter ist ein geniales Massenmedium mit Rückkanal – einfach der Hammer. Ich muss nicht via in Facebook befreundet sein, sondern kann folgen wem ich will, ohne dass ich mit ihm befreundet sein muss. Und wenn einer glaubt, dass er nur senden will im Sinne von traditionellen Massenmedien, dann wird er auch bald wieder entfreundet – so einfach ist das. Liebe Politiker – nur senden ist so 20. Jahrhundert.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

In Twitter habe ich neue Bekanntschaften, ja sogar Freundschaften geschlossen. Einige sind auch wieder zerbrochen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Ich habe durch Twitter Personen kennengelernt, die ich im realen Leben nie getroffen hätte. Ich wurde mit Meinungen konfrontiert, die niemals meine eigenen wären. Ich lernte durch Twitter mehr Toleranz, den anderen Blick auf eine Sache. Nicht so eine Filter Bubble wie in Facebook, in der ich nur in meiner eigenen Meinung bestätigt werde. Für mich bedeutet Twitter eine neue von Freiheit und Verantwortung zugleich. Der weiße Vogel auf blauem Hintergrund ist für mich ein Symbol der neuen Zeit geworden. Die Welt wäre ohne Twitter ärmer und es wäre schade, wenn dieses Tool verschwinden würde.
Twitter bedeutet Senisbilität. Ich habe Leute kennengelernt, die ohne dieses Tool noch einsamer wären als sie es ohnehin sind. Ich habe Selbstmordankündigungen erlebt und wie eine ganze Gemeinschaft zur Rettung eilte. Ich habe kollektive Trauer und Freude erlebt. Ich habe Trolle und Social Bots erlebt, die herumholzen. Und ich habe Aktionen wie Twittagessen oder Weihnachtstwicheln erlebt und ich bin im Mai 2014 zu den IronBlogger über Twitter gestoßen. Jeder hat seine Geschichte in Twitter und ich bin gespannt auf eure. Was bedeutet Twitter für dich?

Buchtipp: Panama Papers von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier

11. April 2017

Ehre wem Ehre gebührt. Ich gratuliere dem Enthüllungsteam der Süddeutschen Zeitung um Bastian Obermayer und Frederik Obermaier zum Pulitzer-Preis für ihre Arbeit um die Panama Papers. Das ist Journalismus, wie er sein muss. Der Pulitzer-Preis ist quasi der Oscar der Journalistenbranche und wird 101. Mal verliehen. Dieses Mal wurden Medienschaffende in 21 Sparten ausgezeichnet, darunter auch das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ). Dieses Netzwerk trug zur Veröffentlichung der Panama Papers bei. Das Enthüllungsteam der SZ gehört diesem Netzwerk an und hat hier ganze Arbeit geleistet. Der Pulitzer-Preise zeichnet allerdings nur US-amerikanischen Journalismus aus und dennoch können sich die Münchner freuen. „Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war“, so der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. Also: SZ, gut gemacht!

Das Buch zur Story: Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung

Das Buch zur Story: Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung

In der Krise liegt die Chance, so heißt es immer so schön. Der Journalismus befindet sich in einer tiefen Krise, denn alte Rezepte von Presse, Funk und Fernsehen funktionieren nicht mehr so, wie es Medienverantwortliche der alten Zeit gerne hätten. Die Digitalisierung entlässt ihre Kinder, um bei Wolfgang Leonhard zu klauen. Dennoch: Präsident Trump lässt die Branche zu neuen Ruhm in den USA kommen. Und solider recherchierter Journalismus ist wichtiger denn je. Die Veröffentlichung um die Panama Papers haben dies gezeigt und die haben auch gezeigt, dass Journalismus mit der Zeit gehen muss.
In ihrem Buch Panama Papers zeigen die beiden SZ-Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier wie die Verbindung zwischen alten und neuem Journalismus gelingen kann. Der Umgang mit digitalen Quellen, die Recherche an Terabyte großen Datenmengen musste gelernt sein. Vor rund einem Jahr kam dann die SZ in Deutschland mit der Bombe heraus. Rund 200.000 Briefkastenfirmen betrieb die Kanzlei Mossack Fonseca in denen Prominente, Sportler und auch Politiker ihr Geld geparkt hatten. Die Themen Steueroasen und Geldwäsche wurden weltweit diskutiert und führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt. Eine Leistung, die eine einzelne Zeitung nicht leisten kann, dafür das Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ). Die Digitalisierung muss endlich von einer konservativen Branche wie Zeitungsverlagen akzeptiert werden.
Schöne Worte gab es aus den USA: “Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution“, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums Mike Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internet völlig neue Mittel zur Verfügung und sie nutzten sie gewinnbringend. Klingt alles sehr gut, dennoch sind Veröffentlichungen wie die Panama Papers für mich erst mal eine Ausnahme in der Welt des Journalismus. Aber an dem heutigen Tag will ich nicht jammern und kritisieren, sondern gratulieren.
Als die Meldung mich gestern Abend via Twitter von Frederik Obermaier  erreichte, holte ich noch nachts das Buch Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung hervor, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Der Verlag hatte es mir zur Rezension überlassen. Es zeigt den mühsamen Weg der Recherche dieser brisanten Materie. Anfangs war ich vom Stil des Buches nicht angetan, es waren mir zu viele private Schnupfengeschichten enthalten. Als ich dann zum journalistischen Recherchepart kam, wollte ich die Lektüre nicht unterbrechen. Es war ein bisschen wie meine erste Lektüre von Bernstein und Woodward mit ihrem All the president’s men. Es war spannend, unterhaltend, was 400 Reporter aus 80 Ländern um Schwarzgeld-Machenschaften aufdeckten. Ich empfehle ausdrücklich das Buch Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier jeden, der sich über guten Journalisten interessiert, jeden, der über die Lügenpresse skandaliert und jedem Medienunternehmer, der im Zeitalter der Digitalisierung bestehen will – und das gilt auch für schwäbische Unternehmer.

Musiktipp: Turrican II – the orchestral Album von Chris Huelsbeck

10. April 2017
Meine Box trägt die Nummer 529.

Meine Box trägt die Nummer 529.

Als Retrogamer wandelt sich mein Sammlerinteresse. Zunächst war ich an den Spielen meiner Jugend interessiert – allen voran an den Spielen des Atari 2600. Ich mag die Konsole und ich mag die Spiele. Der Atari 2600 war mein Einstieg in die Welt der Videogames – oder Telespiele, wie es damals hieß. ES kam der C64 und viele andere Kisten folgten.
Je mehr ich mich mit dem Phänomen Videospiele beschäftigte, desto mehr kam auch eine andere Sammelleidenschaft zu Tage. Ich liebe Soundtracks und Scores zu Filmen. Nun kommen immer der Soundtracks zu Games dazu, die ich für ein wertvolles, aber leider unterschätztes Kulturgut halte. Wenn der Soundtrack nicht stimmt, stimmt das Feeling im Spiel nicht. Und wenn ich in Deutschland von Gamessoundtracks spreche, dann darf der Name Chris Huelsbeck nicht fehlen. Für mich ist Chris Huelsbeck einer der großen Männer der Soundtrackmusik. Er vertonte viele Spiele – aber vor allem vertonte er Turrican II. Über Kickstarter habe ich die große Kollektion des Soundtracks erworben und dieser Tage traf auch der Ergebnis der nächste Kickstarter-Kampagne ein: Turrican II – the orchestral Album.


Meine Box trägt die Nummer 529 der auf 1000 Kopien limitierten Box. Der Inhalt: Ein Doppelalbum auf Vinyl, eine CD und Artwork im LP-Format. Ich hoffe, Chris Huelsbeck einmal persönlich zu treffen, um ihm für sein Gesamtwerk zu danken und er muss ein Artwork unterschreiben. Auf der GamesCom im vergangenen Jahr habe ich ihn leider verpasst – vielleicht klappt es dieses Mal in Köln oder beim Deutschen Computerspielpreis in Berlin. Es wäre mir eine Ehre. Das Album Turrican II – the orchestral Album erschien zum 25. Geburtstag des Spiels auf dem Amiga. Zur Musik muss ich eigentlich nichts mehr schreiben. Turrican II ist ein Klassiker, die Musik dazu ebenso. Und die orchestrale Version ist wieder eine weitere Variation dieses Klassikers. Hören und Genießen – nicht mehr, nicht weniger.
Das Orchester auf diesem Album ist das Norrköping Symphony Orchestra und die Musik wurde Oktober/November 2016 aufgenommen und gemixt. Ich hatte bis dato noch nie etwas von dem Norrköping Symphony Orchestra aus Schweden gehört, gestehe aber auch zu, dass ich ein Banause bin. Es wurde 1912 gegründet und umfasst heute 81 Musiker.

Hier das Unboxing:

 

Sack Reis: DVB-T2 kommt und mich interessiert es nicht

29. März 2017
Heute kommt das neue TV, aber nicht zu uns. DVB-T2 ist uns egal.

Heute kommt das neue TV, aber nicht zu uns. DVB-T2 ist uns egal.

Heute ist also der Tag der Tage: DVB-T wird abgeschaltet und Zug um Zug durch DVB-T2 ersetzt. Und wisst ihr was? Es ist mir egal. Während ich damals bei der Einführung des „Überall Fernsehens“ von DVB-T noch interessiert, vielleicht ein bisschen nervös war, ist es mir heute schlichtweg egal. Die neue Technik soll neben mehr Programmen auch eine bessere Bildqualität bieten.
Zwar bombardiert mich die Werbung auf allen Kanälen, aber ich muss zugeben: Lineares Fernsehen ist mir schnuppe – DVB-T2 kann gerne kommen und gehen, ich werde das Zeug nicht nutzen.

Gründe gegen DVB-T2
Das hat mehrere Gründe. Der offensichtlichste Grund ist: Wir empfangen unsere TV-Programme über Satellit. Wir haben eine Schüssel auf dem Dach und könnten mehrere Hundert TV-Sender empfangen. Könnten – wenn ich die Sender in die Programmplatzliste einprogrammieren würde. Ich habe 70 Sendeplätze mit Sender gefüllt, dann hatte ich keine Lust mehr.
Interessant ist, welche Reihenfolge wir bei den Sender haben. Meine Eltern haben: Platz1: Das Erste/ARD, Platz 2: ZDF, Platz 3: BR, Platz 4: ARTE, Platz 5: RTL, Platz 6: SAT 1, Platz 7: Pro7 usw. Mit einer solchen Senderplatzwahl wurde ich sozialisiert. Ich habe damit gebrochen: Bei uns startet es mit: Platz 1: ARTE, Platz 2: BBC, Platz 3: CNN, Platz 4: ZDF info, Platz 5: n24, Platz 6: Das Erste/ARD, Platz 7 ZDF.

Lineares Fernsehen ist out – und damit DVB-T2
Der zweite Grund ist ein viel wichtiger. Ich komme mir jetzt ein bisschen so vor, wie diese Typen aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die missionarisch unterwegs waren mit den Worten: „Wir haben keinen Fernseher, wir haben bewusst darauf verzichtet.“ Mann, oh Mann gingen mir diese Typen damals auf den Senkel. Bei jeder Party, wenn meine Kumpels und ich über TV-Serien diskutierten, kam so einer daher und sagte mit einem Vorwurf in der Stimme seinen Satz: „Wir haben keinen Fernseher, wir haben bewusst darauf verzichtet.“ Ich wollte über Judy aus Colt für alle Fälle reden und er kam mit der Verblödung durch die Medien. Ich glaube, jeder kannte so einen Typen. Ich habe als Kind und Jugendlicher gerne fernsehen geschaut. TV war einstmals Kulturgut und wenn es auch nur Trash-TV war. Fernsehserien prägten uns, formten uns, nahmen Einfluss auf uns – Fernsehen verband uns.
Heute muss ich feststellen: Das Thema lineares Fernsehen hat sich bei uns in der Familie erledigt. Es gibt im Grunde nur noch drei Sachen, die ich live sehen möchte: EM wenn die Deutschen spielen, WM wenn die Deutschen spielen und die 24 Stunden von LeMans. Der Rest ist mir egal. Ich möchte heute nicht in der Haut von Programmmachern stecken, die ein Programmschema zusammenbasteln müssen. Mich interessiert der Inhalt des lineares Fernsehens nur noch bedingt. Amazon, Netflix, Apple TV, die Mediatheken und vor allem YouTube haben dem klassischen TV den Rang abgelaufen. Meine Kinder schauen kein klassisches Fernsehen mehr und wenn sie ans TV-Gerät gehen, dann nur dann, um die Playstation 3/4 oder Nintendo-Konsolen anzuschalten. TV ist tot – und heute könnte ich wie diese nervigen Typen aus den Achtzigern sagen: „Wir haben keinen Fernseher, wir haben bewusst darauf verzichtet.“ Stimmt aber auch nicht, denn es wäre gelogen. Es kommt nur bedingt etwas, was mich interessiert. Und K1 hat es wunderbar ausgedrückt: „Papa, ich muss nicht dann fernseh schauen, wenn die Leute vom Fernsehen es wollen.“

K1/2 schalten die Glotze nur noch zum Spielen ein.

K1/2 schalten die Glotze nur noch zum Spielen ein.

Und in so eine Zeit fällt die Einführung von DVB-T2. Ich habe noch ein paar Antennen für Überall-TV in der Schublade gehabt. Damit hätte ich – theoretisch DVB-T unterwegs bei meinen Seminaren usw. schauen können. Hab ich aber kaum gemacht. Diese Antennen, Software und Kabel fliegen einfach jetzt in den Elektroschrott. Es interessiert mich einfach nicht mehr. Das Nutzungsverhalten unserer Familie hat sich komplett geändert.

Private Sender wollen Geld für DVB-T2
Wir zahlen die Rundfunkgebühr als Zwangsabgabe. Ich murre und habe aber grundsätzlich kein Problem, wenn ich für freien, unabhängigen Journalismus im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen eine Abgabe zahlen muss. Ich bin mit der journalistischen TV-Berichterstattung im Großen und Ganzen zufrieden, habe aber ein Problem damit, wenn ich mir gebührenfinanzierte Serien im TV anschauen soll. Darauf kann ich komplett verzichten. Informations- und Bildungsauftrag ja, Unterhaltungsauftrag nein. Ich finde die Apps der TV-Sender sehr, sehr gut. Aber das ist ein anderes Thema.

Werbung bietet mir neue Geräte an. Mir egal.

Werbung bietet mir neue Geräte an. Mir egal.

Jetzt lese ich, dass einige private TV-Sender eine Jahresgebühr für DVB-T2 haben wollen. Sagt mal, geht es euch noch gut? Privatfernsehen sollte doch werbefinanziert sein. Jetzt wollen die Herrschaften eine Art Abo für ihren Programminhalt haben. Keine Zwangsgebühr wie bei den Öffentichrechtlichen, sondern eine Art Abo – was im Grunde das Gleiche ist. Für was denn? Der Schrott, der über die Mattscheibe (nein LED-Bildschirm) flimmert, der interessiert mich nicht. Ich schaue kaum Unterschichtenfernsehen, wie diese Privatsender einstmals genannt wurden. Die Programminhalte interessieren mich nicht die Bohne. Die Versorgung über die öffentich-rechtlichen Sender reicht mir völlig aus.
Die neuen Receiver-Geräte kosten etwa 30 Euro. Rund 40 Programme kann man empfangen, davon 16 öffentlich-rechtliche kostenfrei. Die Privatsender strahlen über den Anbieter Freenet aus, der dafür 69 Euro im Jahr berechnet.
Ich kann die Argumente für DVB-T2 durchaus verstehen: Die neue Technik soll neben mehr Programmen auch eine bessere Bildqualität bieten. Alles nachvollziehbar und dennoch bleibt die Tatsache: Der Inhalt interessiert mich nicht mehr. Hier liegt doch das Problem. DVB-T2 ist mir egal. Jetzt kann ich endlich sagen. „Wir haben keinen DVB-T2, wir haben bewusst darauf verzichtet.“

Buchtipp: Leben wie ein Prinz von Armin Gross

15. März 2017
Ich kann das Buch allen angehenden Prinzen empfehlen.

Ich kann das Buch allen angehenden Prinzen empfehlen.

Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich den Autoren des Buches Leben wie ein Prinz gut kenne. Armin Gross ist Hotelier im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang in dem ich gerne meine Urlaube verbringe. Daher bin ich sicherlich etwas vorbelastet als ich mir das Buch Leben wie ein Prinz: Vom Sofahelden zum Märchenprinzen – gesund, fit, edel und gut von Armin Gross besorgt habe.
Im SPA und Wellnessbereich des Hotels gibt es neben Whirlpool, Saunen, Schwimmbecken unter anderem einen klassischen Gymnastikraum. Keine Muckibude, sondern ein klassischer Gymnastikraum mit zahlreichen Sportgeräten. An den Wänden dieses Raums hängen Drucke eines Buches über die gymnastische Übungen der Bayerischen Armee von 1872. Mich haben diese Bilder immer fasziniert.


Und diese gymnastischen Übungen der Bayerischen Armee von 1872 haben es Armin Gross angetan und er hat ein modernes Sport- und Fitness-Buch daraus entwickelt.
Es ist im Grunde eine Anleitung für ein gesundes, erfülltes, produktives und langes Leben, wie ein echter Prinz. Dabei geht es in dem Buch hauptsächlich um gesunde Lebensweise und Live-Hacks, wie sie bereits im 19. Jahrhundert genutzt wurden. Ich habe sie ausprobiert und die Sache ist ganz schön anstrengend. Ich habe das Buch Leben wie ein Prinz: Vom Sofahelden zum Märchenprinzen – gesund, fit, edel und gut als Papierbuch und elektronisches Buch für den Kindle. Im Papierbuch kommen die Bilder der Bayerischen Armee besser heraus, aber die Kindle-Variante ist einfach bequemer für unterwegs. Einige Übungen habe ich im Zug ausprobiert und seltsame Blicke zahlreicher Mitreisender auf mich gezogen, aber Fitness muss sein. Zu Ostern werde ich meine Ferien im Hotel Prinz Luitpold Bad verbringen und unter Anleitung von Armin Gross einige Übungen durchziehen.
Die im Buch beschriebenen Methoden sind erprobt und ihre Wirkungen belegt – sie sind einfach, günstig und nahezu überall einsetzbar. Dabei sind die Methoden natürlich und schonend. Wer jetzt Angst hat, den militärischen Drill der Bayerischen Armee von 1872 über sich ergehen zu lassen, den muss ich enttäuschen. Die Übungen basieren auf den Armeeübungen, wurden aber von Armin Gross durch Methoden von Kneipp, Yoga und modernes Hochintensitätsintervalltraining (HIIT) ergänzt, so dass ich ganz schön ins Schwitzen kam. Also eine klare Buchempfehlung von mir.

Als gedrucktes Werk oder Kindle für unterwegs

Als gedrucktes Werk oder Kindle für unterwegs

Auf der Suche nach Zelda

8. März 2017

Ich bin irgendwie selbst schuld und vielleicht ärgere ich mich deswegen so sehr über mich. Aber schuld sind natürlich immer die anderen.
Obwohl ich Retro-Gamer bin, interessiere ich mich natürlich für aktuelle Entwicklungen auf dem Spielemarkt. Dazu gehört im Moment die Nintendo Switch Konsole, die neue Konsole für zu Hause und unterwegs. Das Vorgängermodell Wii U war für mich nicht der große Wurf, was vor allem an den wenigen guten Spielen lag. Beim Nachfolger entscheidet es sich: Nun kommt die Switch mit einem interessanten mobilen. Spielprinzip auf den Markt und ich hatte bei der Ankündigung gleich zugeschlagen und die Konsole bestellt.
Jetzt traf das Teil bei uns zu Hause ein. Ich war auf Reisen, doch K1/2 packten das Gerät aus. Ich war via FaceTime live beim Unboxing dabei, weil ich derzeit in Passau auf einem Seminar bin.


Ich besprach mit meinen Kindern, welche Spiele wir für die Switch erwerben wollen. Gaming ist schließlich Familiensache. Und das war der Fehler. Es gibt zum Konsolenstart nur öde Kindergartenspiele (bäh) und es gab Zelda. Die Familienwahl war entschieden. Wir wollten das neue Zelda – Breath of the wild. Und nun Ernüchterung: Das Teil war ausverkauft.

Fehlanzeige Amazon Zelda – Breath of the wild
Bei Amazon, im Grunde meine erste Adresse bei Bestellungen, war das Game nicht mehr zu bekommen. Die Preise bei anderen Anbietern sind astronomisch. Ich bin bereit, um 60 Euro für das Spiel zu zahlen, aber keine Fantasiepreise. Es gab das Spiel Zelda – Breath of the wild für die Wii U, aber wer will denn eine Wii U wenn er eine Switch zu Hause hat? Und Download will ich auch keinen: Ich will eine physische Kopie des Spiels.

Das ist mir zu teuer.

Das ist mir zu teuer.

Einkauf im Einzelhandel Zelda – Breath of the wild
Da ich auf Reisen bin und derzeit in Passau auf einem Seminar weile, versuchte ich es im örtlichen Einzelhandel. Mein erster Stopp war die Stadtgalerie, eine Art Einkaufszentrum in der Innenstadt. Beim Saturn im Untergeschoss gab es einen Stapel Zelda für die Wii U (haha), aber nur noch ein Zelda – Breath of the wild für die Switch. Aber Pech gehabt. Diese Kopie des Spiels war vorbestellt und der Verkäufer mit Piercing im Mund wollte es mir nicht verkaufen. Ich habe gebettelt, gefleht, doch der Kollege blieb hart. Gegebenenfalls komme eine Lieferung am Mittwoch nachmittag, aber da bin ich schon wieder unterwegs.
Der nächste Weg führte mit zum GameStop. Der jugendliche Verkäufer zockte gerade Zelda auf der Switch. Hier bin ich richtig – dachte ich. Aber der Verkäufer schüttelte den Kopf: „Ausverkauft, aber das Spiel ist geil.“ Danke für den Input – das Spiel, das er gerade spielte, wollte er nicht verkaufen.

Drogeriemarkt Müller brachte die Rettung
Enttäuscht zog ich ins Hotel und überbrachte K1/2 die schlechte Nachricht via iChat. Via Twitter ließ ich einen #mimi Tweet los. Ich bekam meinem Games Kollegen Jens den Rat, im Drogeriemarkt Müller vorbeischauen.

Nun, es war kurz vor Ladenschluss und ich suchte via Google die nächste Filiale und spurtete los. Der zweistöckige Laden war fast leer, die Verkäuferinnen machten sich bereit für den Feierabend und ich fragte einen jungen Verkäufer, der mein Anliegen mitleidig anhörte. Er schaute sich um, griff unter die Ladentheke und überreichte mir das Spiel mit den Worten: „Es ist wohl das letzte Spiel in Passau – Glück gehabt und jetzt viel Spaß.“
Yeah, Yeah, Yeah – stolz zog ich mit Spiel ins Hotel, informierte die Welt über Twitter und informierte K1/2 vom Erfolg. Bei Amazon stornierte ich meine Bestellung.

Nintendo, so geht das nicht
Das sind alles Firstwordlproblems. Aber dennoch bin ich sauer. Nintendo, habt ihr eigentlich ein Rad ab? Ich freue mich über den Erfolg der Konsole. Aber ihr habt schon beim Lieferbestand der Nintendo Classic mini Konsole komplett versagt. Dieses Versagen setzt sich jetzt wieder fort. Eine Konsole auf den Markt bringen und keine brauchbaren Spiele liefern – da ist Nintendo Spezialist. Zelda – Breath of the wild wird sicherlich der Hammer, aber was nützt mir ein Hammerspiel, wenn es nicht lieferbar ist? Nintendo, ihr seid nicht Apple, bei denen künstliche Marktverknappung System hat. Ich bin zwar glücklich, dass ich Konsole und Spiel habe, aber die Lauferei möchte ich mir sparen.

Buchtipp: Zintstoff von Günter Zint

6. März 2017
Wunderbares Fotobuch über die deutsche Geschichte: Zintstoff

Wunderbares Fotobuch über die deutsche Geschichte: Zintstoff

Seine Bilder habe ich immer wieder gesehen, aber sein Name war mir unbekannt. Gemeint ist der Journalist und Fotograf Günter Zint. Er schrieb seit nunmehr 50 Jahren bundesdeutsche Fotogeschichte und schuf ein beeindruckendes fotografisches Werk.
Günter Zint mischte sich immer ein. Er bezog mit seinen Bildern Stellung. Er berichtete weniger – vielmehr richtete er mit seinen Bildern. Damit ist er für mich kein unabhängiger Bildjournalist mehr, sondern vielmehr jemand, der auf einer Mission war. Ich bin mit der Botschaft von Hajo Friedrichs aufgewachsen: Mache dich nicht mit einer Sache gemein, auch wenn es eine gute Sache ist. Diesen Rat von Hanns Joachim Friedrichs, dem ehemaligen Tagesthemen-Mann, hat Günter Zint gewiss nicht gefolgt. Seine Kamera nahm Einfluss.
Und vielleicht deswegen bin ich seinen Bilder jahrelang begegnet. Als ich auf den Fotoband Zintstoff stieß, war ich gleich hin und weg von der Kraft seiner Reportagefotos. Als Gymnasiast schrieb ich 1988 meine Facharbeit in Bayern im Fach Geschichte über die APO, den SDS und die Springer-Proteste. Ich blätterte die Archiven viele Zeitungen und Zeitschriften durch. Immer wieder waren dort Fotos von Günter Zint abgebildet, allen voran im Spiegel. Als ich das Buch Zintstoff aufschlug, kamen die ganzen Erinnerungen an meine gymnasiale Zeit wieder hoch. Ich schlug die Seiten mit den Bilder der 68er Jugend auf, die mir vertraut waren und ich jetzt wieder entdeckte.


Die Fotos von Günter Zint schlugen mich in den Bann. Als ich dann noch las, dass er zusammen mit Günter Wallraff auf Tour ging, musste ich das Buch kaufen. Die legendären investigativen Wallraff-Geschichten, die jeder Journalistenschüler heute kennen muss, waren hier bildlich versammelt: Der BILD-Skanal Hans Esser und später vor allem der Türke Ali in Ganz unten. Heute braucht man für seine Reportagen keinen eigenen Fotografen mehr. Smartphone und Co haben den Journalismus verändert. Dann gab es die Krawalle in Wackersdorf – die Bilder gegen die WAA, die Franz-Josef Strauß durchsetzen wollte, prägten sich in das Bewusstsein einer ganzen Generation ein.
Zint sagt selbst, dass er sich seine Werkschau einfacher vorgestellt hatte. Er meint, dass er rund drei Millionen Fotos geschossen hat. Klingt gewaltig, aber nicht übertrieben. Was haben wir in der analogen Zeit gelernt? Das Billigste am Fotografieren ist der Film. Und so hat Günter Zint wohl auch gehandelt und drauf gehalten: „Einmal hoch, einmal quer – was will man mehr.“ oder „Wenn Sonne lacht, nimm Blende 8“ – das waren die Fotosprüche der damaligen Zeit und sie waren wichtig für jeden Bildjournalisten.
Für meine Kinder ungewohnt, und für mich noch gut in Erinnerung: Die Fotos sind allesamt in Schwarzweiß. SW war die Sprache im Journalismus, Farbe druckten nur Illustrierten – die Zeitung war Schwarzweiß.
Interessant waren seine Bilder aus Berlin zur Mauer. Ich kannte noch beide deutsche Staaten und Zint fotografierte hier und drüben. Er hatte sogar einen Fotojob im deutschen Osten und bekam eine Stasi-Akte. Die Bilder aus der DDR und der Grenzöffnung berührte meine eigenen Vergangenheit und zeigten das deutsch-deutsche Alltagsleben.
Zint war im Star Club in Hamburg dabei, fotografierte die Beatles, Jimi Hendrix und die Stones und sogar die bekifften Who. Und diese Bilder finde ich schwach. Wer solche Stars vor der Linse hat, von dem erwartete ich stärkere Bilder. Für mich liegt die Stärke von Günter Zint in seinen politischen und gesellschaftlichen Fotos und nicht in der Gesellschaftsfotografie. Atmosphärisch dicht waren seine Milleu-Studien, sei es die Hafenstraße oder der Kiez in Hamburg. Subkultur – das kann Zint. Er kommt nahe ran und fängt Stimmungen ein. Rocker und Nutten, Jünger und Protestler – alles sehr spannend zu sehen.
Für mich war das Buch Zintstoff eine spannende Reise in die vergangenen 50 Jahre. Dabei fällt mir auf, dass meine Fotobücher über Journalismus sehr oft rückwärts gewandt ist. Ich muss mich mal auf die Suche nach aktuellen Fotojournalismus machen.