Das Werksviertel Mitte am Münchner Ostbahnhof gehört zu den spannendsten Stadtentwicklungsprojekten Deutschlands. Kaum ein anderes Quartier verbindet Industriegeschichte, Kultur, Architektur, Nachhaltigkeit und urbanes Leben so konsequent miteinander. Grund für den PresseClub München das Gelände zu besichtigen. Die Führung hatte Isabell Zacharias inne.
Wo einst über Jahrzehnte Kartoffelprodukte der Firma Pfanni produziert wurden, ist heute ein lebendiges Stadtviertel entstanden, das Arbeiten, Wohnen, Freizeit, Kunst, Gastronomie und Innovation auf einzigartige Weise miteinander verknüpft. Die Vergangenheit bleibt dabei bewusst sichtbar: Zahlreiche historische Gebäude wurden nicht abgerissen, sondern behutsam saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Aus ehemaligen Lagerhallen wurden Theater, Kletterhallen, Büros, Restaurants und Veranstaltungsorte. Diese Mischung aus industriellem Erbe und moderner Architektur verleiht dem Werksviertel seinen unverwechselbaren Charakter. Hier ein Video vom Rundgang:
Zur besonderen Atmosphäre trägt auch die bewegte Geschichte des Geländes bei. Nachdem die Pfanni-Produktion Mitte der 1990er Jahre endete, entwickelte sich das Areal zunächst als Kunstpark Ost und später als Kultfabrik zu einem der bekanntesten Ausgehviertel Europas. Clubs, Ateliers, Künstler und Kreative prägten über viele Jahre das Bild des Viertels. Statt diesen Geist mit einer klassischen Neubebauung zu verdrängen, griffen die Planer viele Elemente dieser Zeit bewusst auf. Das heutige Werksviertel Mitte versteht sich deshalb nicht als sterile Neubausiedlung, sondern als urbanes Quartier mit Geschichte, kultureller Vielfalt und einer bewusst gewollten Offenheit für neue Ideen.
Besucher erleben heute eine außergewöhnliche Mischung aus Kunst im öffentlichen Raum, modernen Bürogebäuden, Hotels, Restaurants, Konzert- und Veranstaltungsflächen sowie Freizeitangeboten wie dem weithin sichtbaren Umadum-Riesenrad. Gleichzeitig setzt das Quartier auf nachhaltige Mobilität, innovative Energiekonzepte und flexible Nutzungsmöglichkeiten. Das Leitbild lautet dabei nicht kurzfristige Rendite, sondern ein Stadtviertel zu schaffen, das auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Die Betreiber sprechen in diesem Zusammenhang von einem „urenkeltauglichen“ Quartier – einem Ort, der wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Werksviertel-Mitte Stiftung. Sie geht auf die 1996 von Otto Eckart gegründete Stiftung Otto Eckart zurück, die nach dem Verkauf des Familienunternehmens Pfanni ins Leben gerufen wurde. Seit rund drei Jahrzehnten begleitet sie die Entwicklung des Quartiers und fördert Projekte in den Bereichen Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Kunst, Kultur, Umweltschutz und internationale Verständigung. Im Jahr 2026 wurde die Stiftung zur Werksviertel-Mitte Stiftung weiterentwickelt, um ihre Rolle als ideelle Trägerin und Impulsgeberin des Quartiers noch stärker auszubauen.
Die Stiftung versteht sich dabei nicht nur als Förderinstitution, sondern als Mitgestalterin des gesamten Quartiers. Sie organisiert Veranstaltungen wie den Nachhaltigkeitstag „Day of Hope“, das Kinder- und Jugendfestival „JuKi“, unterstützt inklusive Kulturprojekte und betreibt mit dem Kartoffelmuseum sowie dem Pfanni-Museum Einrichtungen, die die Geschichte des Geländes lebendig halten. Gleichzeitig betreut sie weitere gemeinnützige Stiftungen und setzt sich dafür ein, dass wirtschaftliche Entwicklung stets mit gesellschaftlichem Nutzen verbunden bleibt.
Gerade diese Verbindung aus Geschichte, Kreativität, wirtschaftlicher Dynamik und sozialem Engagement macht die Faszination des Werksviertel Mitte aus. Es ist weit mehr als ein modernes Stadtquartier. Es ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft miteinander verschmelzen, an dem kulturelle Vielfalt ausdrücklich gewünscht ist und an dem Nachhaltigkeit nicht als Schlagwort verstanden wird, sondern als Leitidee für Architektur, Stadtentwicklung und das tägliche Leben. Das Werksviertel Mitte zeigt eindrucksvoll, wie aus einem ehemaligen Industrieareal ein lebendiger Stadtraum entstehen kann, der Menschen zusammenbringt und gleichzeitig neue Maßstäbe für eine nachhaltige Quartiersentwicklung setzt.
Ein Satz geht mir nicht mehr aus den Kopf und er berührt mich, er trifft mich: „Dem Prompt ist es egal, wer ihn bedient.“ Das Zitat bringt die disruptive Natur der generativen Künstlichen Intelligenz (KI) prägnant auf den Punkt. Es lässt sich in drei Dimensionen einordnen:
Die technologische Nivellierung (Demokratisierung): Die KI bewertet nicht die Qualifikation des Nutzers, sondern ausschließlich die Qualität des Inputs (den Prompt). Hochkomplexes Fachwissen, das früher jahrelanges Studium erforderte, wird dadurch für jedermann abrufbar.
Die Entwertung von Reproduktionswissen: Wenn der Zugang zu Fachwissen barrierefrei wird, verliert das reine Auswendiglernen und Verwalten von Wissen (was oft leider der Kern akademischer Bildung ist) seinen Marktwert.
Die Illusion der Kompetenz: Das Zitat stimmt zwar auf technischer Ebene, greift aber zu kurz, sobald es um die Qualitätssicherung und die strategische Einordnung der Ergebnisse geht.
Ich habe die These, dass ein hoher Bildungsgrad im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz kein automatischer Schutzschild mehr gegen Arbeitslosigkeit ist. Die prägnanten Formulierung „Dem Prompt ist es egal, wer ihn bedient“ findet hier eine treffende Bestätigung. Während frühere Automatisierungswellen vor allem manuelle und repetitive Tätigkeiten in der Industrie betrafen, greift die generative KI nun direkt in das Kernland der akademischen Wissensarbeit ein. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine – der Prompt – funktioniert rein meritokratisch auf Basis der Sprache, nicht auf Basis von Zeugnissen. Ein Large Language Model (LLM) unterscheidet bei der Text- oder Code-Generierung nicht, ob die Eingabe von einer promovierten Fachkraft oder einer angelernten Hilfskraft stammt.
Dies führt zu einer radikalen Demokratisierung von Expertenwissen: Komplexe juristische Analysen, Programmiercodes oder betriebswirtschaftliche Auswertungen können heute von Personen initiiert werden, die keine formale Ausbildung in diesen Bereichen besitzen. In dieser Logik verliert der klassische Bildungsabschluss seine Funktion als exklusiver Zugangsschlüssel zu anspruchsvollen Tätigkeiten.
Vom Erzeuger zum Kurator: Die Verschiebung der Kompetenzanforderungen Bei genauerer Betrachtung offenbart die Aussage jedoch eine gefährliche Halbwahrheit. Dem Prompt selbst mag der Bildungsgrad des Bedienenden gleichgültig sein – dem Ergebnis und dessen anschließender Verwendung ist es das jedoch nicht. Die technologische Entwicklung verschiebt die Grenze dessen, was als wertvolle Arbeit gilt. Die bloße Generierung von Inhalten, Daten oder Texten wird durch KI drastisch verbilligt und entwertet. Was stattdessen massiv an Bedeutung gewinnt, ist die sogenannte Kontext- und Validierungskompetenz. Da KI-Systeme zu Fehlinformationen und logischen Brüchen (sogenannten Halluzinationen) neigen, erfordert die Überprüfung und strategische Einordnung der Ergebnisse ein tiefes, fundiertes Domänenwissen. Wer nicht versteht, was die KI ausgibt, kann die Qualität des Resultats nicht sichern und trägt im beruflichen Kontext unkalkulierbare Risiken.
Berufliche Perspektiven: Synthese aus Fachwissen und KI-Souveränität Für die Berufe der Zukunft bedeutet dies eine fundamentale Transformation. Reine „Wissensverwalter“ und Fachkräfte, deren Haupttätigkeit in der routinierten Erstellung von Standarddokumenten, Analysen oder Codes liegt, sind akut von Substitution bedroht – hier greift die These der Bildungsarbeitslosigkeit. Perspektive haben hingegen Berufe, die auf einer Synthese aus zwei Feldern beruhen: Einerseits der „hybride Experte“, der tiefes Fachwissen mit der Fähigkeit kombiniert, KI-Systeme präzise zu steuern und deren Outputs kritisch zu hinterfragen. Andererseits all jene Berufsfelder, die sich einer digitalen Abbildung entziehen. Dazu gehören Berufe mit starker physischer Komponente (wie das Handwerk), empathisch-soziale Berufe (Pflege, Pädagogik) sowie Tätigkeiten, die echte strategische Innovation und tiefes menschliches Beziehungsmanagement erfordern. Bildung schützt also auch künftig vor Arbeitslosigkeit – allerdings nicht mehr in Form von starrem Faktenwissen, sondern als gelehrte Urteilsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft.
Virtual Reality und Augmented Reality verändern, wie wir digitale Inhalte erleben. VR versetzt Menschen vollständig in künstliche Welten – etwa für Spiele, Training, Bildung oder virtuelle Rundgänge. AR ergänzt dagegen die reale Umgebung um digitale Informationen, zum Beispiel über Smartphone, Tablet oder Datenbrille. Pierre Kretschmer aus Gernlinden ist Admin der Facebook-Gruppe VR-Familie mit über 12000 Mitglieder. Um 18 Uhr hier: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams
Die Bedeutung dieser Technologien liegt darin, dass sie Inhalte greifbarer, anschaulicher und interaktiver machen. Komplexe Themen können sichtbar werden, Orte lassen sich virtuell besuchen, Produkte vor dem Kauf erleben und Arbeitsabläufe realistischer trainieren. VR und AR verbinden die digitale mit der realen Welt – und eröffnen damit neue Möglichkeiten für Lernen, Unterhaltung, Kommunikation und Wirtschaft.
Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden den Admin der größten VR/AR-Facebookgruppe in Deutschland zu Gast – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script. Termin ist am Mittwoch, 15. Juli um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt. Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams
„Gleicher Planet, aber eine andere Welt“: Unter diese Überschrift stellte Andy Kopp, stellvertretender Vorsitzender der Aktion PiT Togohilfe, seinen Bericht bei der Mitgliederversammlung des Vereins 2026 in Maisach. Dieses Mal in einem anderen Format. Im Gespräch mit Matthias J. Lange nahm Kopp die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine persönliche Reise durch Togo – ein Land, in dem die Aktion Pit seit Jahrzehnten aktiv ist, Schulen baut, Brunnen finanziert, Patenkinder begleitet und soziale Projekte unterstützt.
Kopp war mit Unterbrechungen rund ein Jahr in Togo. Am 2. September 2024 reiste er nach Lomé, sein letzter Tag dort war der 14. Dezember 2025. Die Hauptstadt beschreibt er als „riesiges Dorf“ mit inzwischen rund 2,4 Millionen Einwohnern. Hochhäuser gebe es kaum, stattdessen breite sich die Stadt flach immer weiter aus. Hühner, Ziegen und andere Tiere gehörten ebenso zum Straßenbild wie das dichte Gewirr aus Häusern, Märkten und Verkehr. Lomé sei eine der wenigen Hauptstädte, die direkt an einer Landesgrenze liege – auf der anderen Seite beginne Ghana, allerdings mit einer harten Grenze, für die Europäer ein Visum benötigen. Hier unsere Aufzeichnung:
In Lomé hat die Aktion PiT Togohilfe ihren Sitz. Das Haus des Vereins dient als Büro, Lager und organisatorisches Zentrum. Dort werden unter anderem Pakete für Patenkinder zusammengestellt, deren Inhalte direkt in Togo eingekauft werden. Das Gebäude steht auf dem Gelände des OCDI, der togolesischen Caritas. Sollte die Aktion PiT es irgendwann nicht mehr benötigen, falle es an die Caritas zurück – eine Lösung, die Kopp ausdrücklich begrüßt.
Seine erste Unterkunft hatte Kopp bei einem Projektpartner, dem Arzt Dr. Kodom. Doch das große Anwesen mit Pool und Angestellten wurde ihm schnell zu einsam. Schließlich mietete er sich ein kleines Apartment bei einer togolesischen Familie. Dort fand er Anschluss, hatte eine Dachterrasse mit Wind und Ausblick, WLAN zum Arbeiten, kaltes Wasser am Morgen und warmes Wasser am Abend, wenn die Sonne den Tank aufgeheizt hatte. Zu seinen täglichen Begleitern gehörten ein Boxerhund und ein Pfau. Unvergesslich blieb ihm auch der Eisverkäufer, der jedes Wochenende mit Megafon durch die Straßen zog und „Crème-Choco“ für 50 Francs, umgerechnet etwa acht Cent, anbot. Probiert hat Kopp das Eis allerdings nicht – westlichen Besuchern würde er es auch nicht empfehlen.
Von Lomé aus führte seine Arbeit immer wieder in verschiedene Regionen des Landes. Im Süden besuchte er Togoville am Togo-See, einen historisch wichtigen Ort. Dort wurde in der Kolonialzeit der Schutzvertrag mit dem deutschen Reich geschlossen, aus dem später Togoland wurde. Heute gilt Togoville auch als Zentrum des Voodoo in Togo. Kopp betonte, dass Voodoo dort nichts mit den aus westlichen Horrorfilmen bekannten Klischees zu tun habe. Es sei eine offen praktizierte Religion, in der Ahnen und verschiedene Gottheiten eine wichtige Rolle spielten.
Ein wichtiger Projektpartner der Aktion Pit ist der König von Zoti. Mit ihm wurde unter anderem ein Krankenhaus für die Region aufgebaut und eingeweiht. Kopp schilderte die Einweihung als großes Ereignis mit Musik, Trommeln, traditionellen Gewändern und einer Voodoo-Zeremonie, bei der sogar ein echtes Krokodil anwesend war. Das neue Krankenhaus ersetzt ein altes, baufälliges Gebäude, in das es bereits hineinregnete. Für Kopp ist bei solchen Projekten entscheidend, dass die Zusammenarbeit nicht von oben herab geschieht. „Auf Augenhöhe“ bedeute für ihn nicht, sich künstlich herabzusetzen, sondern gegenseitigen Respekt zu zeigen, zuzuhören und zugleich klar zu sagen, was möglich ist und was nicht.
Auch Schuluniformen wurden in Zoti übergeben. In Togo besteht Schuluniformpflicht, doch viele Kinder tragen alte, weitergereichte Kleidung. Neue Uniformen seien deshalb für die Kinder ein großes Geschenk. Die Aktion PiT baut außerdem Schulen, wobei die Initiative meist aus den Dörfern selbst kommt. Die Projektpartner kümmern sich um Genehmigungen, Baufortschritt und lokale Organisation. Die Aktion PiT prüft, finanziert, begleitet und dokumentiert – auch, um den Spenderinnen und Spendern in Deutschland zeigen zu können, was mit ihrem Geld geschieht.
Ein weiterer wichtiger Ort ist Kpalimé, touristisch einer der besser erschlossenen Orte Togos. Dort ist das Klima angenehmer als in Lomé, weil die Stadt etwas höher liegt. Ein Projekt der Aktion Pit ist dort Aklala Batik, ein Frauenhaus und Ausbildungszentrum, gegründet von Madame Chantal. Dort werden Frauen in Batik und Schneiderei ausgebildet. Früher erhielten die Absolventinnen nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Nähmaschine, oft aus den Containern, die aus Deutschland nach Togo geschickt wurden. Heute ist das schwieriger geworden, weil die Containertransporte nicht mehr wie früher möglich sind. Zum Üben verwenden die Frauen teilweise alte Zementsäcke, weil Stoffe fehlen. Kopp schilderte dies als eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie wenig Material dort gearbeitet wird.
Die Reise führte ihn auch ins Hochland, in Klöster, Plantagenlandschaften und an Aussichtspunkte. Im Benediktinerkloster von Dzogbégan traf er Patenkinder und sah Kaffee, Kakao und Kochbananen wachsen. Am Aussichtspunkt „Golden Eye“ erzählte er von einem französischen Aussteiger, der dort ein kleines Hotel aufbaute, weil ihn der Blick über Togo nicht mehr losließ.
Ein Schwerpunkt seiner Reise waren Schulprojekte in ländlichen Regionen. In Gando-Kouka etwa besuchte Kopp mit Mitarbeitern der Aktion Pit mehrere Schulen, die kaum mehr als provisorische Unterstände waren. Kinder lernten unter Bäumen oder in einfachen Verschlägen, ohne ausreichende Bänke, Tische oder Tafeln. Sobald es regnet, sei dort kaum Unterricht möglich. Dennoch seien diese Schulen oft bereits staatlich anerkannt und mit Lehrern besetzt. Für Kopp zeigen solche Orte besonders deutlich, weshalb die Arbeit des Vereins notwendig ist: Die Menschen vor Ort wollen Bildung ermöglichen, können aber die Gebäude nicht selbst finanzieren.
In Kara, der zweitgrößten Stadt Togos, lernte Kopp die Evala kennen, traditionelle Ringkämpfe, die als Initiationsritus junger Männer gelten. Auch hier spielte Musik eine zentrale Rolle. Überhaupt, so Kopp, sei in Togo kaum eine Veranstaltung ohne Trommeln, Gesang oder Tanz denkbar. In der Region unterstützt die Aktion Pit zudem ein Blindenzentrum. Dort wurden ein Computer, ein spezieller Drucker für Brailleschrift und eine kleine Brücke finanziert. Diese Brücke sei für sehbehinderte Menschen besonders wichtig, weil ein Weg zwischen Wohnbereich und Schule bei Regen regelmäßig unpassierbar wurde.
Touristisch eindrucksvoll, aber zugleich sozial herausfordernd, sind die Lehmbauten der Tamberma im Norden, die sogenannten Tatas. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und werden bis heute bewohnt. Kopp schilderte die Bauweise, die Wohnbereiche, die Küche und die Ahnenfetische vor den Häusern. Die Ahnen seien in Togo nicht Vergangenheit, sondern Teil des Alltags. Auch in dieser Region entstanden Brunnenprojekte der Aktion PiT. Kopp zeigte ältere und neuere Brunnen, darunter den Gerhard-Landgraf-Brunnen aus dem Jahr 2002, der noch immer funktioniert. Viele Brunnen werden von Hand ausgeschachtet, ohne schwere Maschinen. Das erklärt auch, warum solche Projekte Zeit brauchen.
Ein großes Thema war die Sicherheitslage im Norden Togos. In der Savannenregion nahe Burkina Faso ist die Situation angespannt. Immer wieder kommt es zu Übergriffen dschihadistischer Gruppen, genaue Informationen sind schwer zu bekommen. Reisen mit Gruppen seien dort derzeit nicht mehr möglich. Kopp fuhr dennoch hin, teils unter Militärbegleitung, weil er den Patenkindern zeigen wollte: Die Aktion PiT ist weiterhin da. Besonders berührend war das Wiedersehen mit Nata, einem Jungen, der als Baby mit einer Geschwulst am Kopf geboren wurde und von der Aktion PiT zur Operation nach Deutschland geholt worden war. Heute lebt er wieder in Togo, ist fröhlich, lacht viel und wird von seiner Familie begleitet.
Neben Projekten sprach Kopp auch über Alltag, Essen und Reisen. Fufu, das Nationalgericht aus Yamswurzeln, Erdnusssoße, Fisch, Perlhuhn und das Bier „Eku Bavaria“ gehörten für ihn ebenso zu Togo wie staubige Straßen, lange Fahrten in Toyota-Bussen und die große Herzlichkeit der Menschen. Die Reisen der Aktion PiT dauern in der Regel 16 Tage, davon 14 Tage im Land. Besucht werden Projekte, Patenkinder und touristische Stationen – allerdings nicht mehr die gefährdete Savannenregion. Wer mitreist, müsse sich gesundheitlich vorbereiten, etwa wegen Gelbfieberimpfung und Malariaprophylaxe, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Zum Schluss machte Kopp deutlich, dass die Aktion PiT heute keine Projekte von außen überstülpt. Die Vorschläge kommen aus Togo selbst: Dörfer, Schulen, Projektpartner oder Initiativen melden sich, wenn sie Hilfe brauchen. Die Mitarbeiter vor Ort prüfen die Angaben, erst dann wird ein Projekt entwickelt. Genau dieser Ansatz ist für Kopp entscheidend. Sein Jahr in Togo habe ihm gezeigt, wie wichtig das Team vor Ort ist und wie viel Freude die gemeinsame Arbeit macht. Er sei nicht als „großer Chef“ aufgetreten, sondern als jemand, der beobachtet, mitarbeitet und lernt.
Im September will Andy Kopp wieder nach Togo reisen – diesmal etwas früher als die Reisegruppe und für gut einen Monat. Die Verbindung zu Land, Menschen und Projekten ist für ihn längst mehr als Vereinsarbeit. Es ist eine Aufgabe, die ihn geprägt hat. Oder, wie seine Überschrift es ausdrückt: gleicher Planet, aber eine andere Welt.
Die Studie „Social Media – Bildung – Integrität“ ist ein Gutachten des Aktionsrats Bildung, herausgegeben von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Ihr Kernbegriff ist „mediale Integrität“: Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen Social Media nicht nur technisch bedienen können, sondern verantwortungsvoll, werteorientiert, selbstreflektiert und sozial verträglich nutzen. Mein Gefühl nach der Veranstaltung und der Diskussion über Social Media und Ki: Es sprechen oftmals Blinde von der Farbe, aber das mit mahnenden Worten. 
Die Studie bewertet Social Media nicht pauschal als schlecht. Sie sieht Chancen für Kommunikation, Lernen, Kreativität, politische Teilhabe und Vernetzung. Zugleich warnt sie deutlich vor Risiken: Suchtverhalten, Cybermobbing, Desinformation, oberflächliche Informationsverarbeitung, sozialer Druck, problematische Körperbilder, Datenschutzprobleme, Manipulation durch Algorithmen und der Verlust von Empathie im digitalen Raum.
Der zentrale Gedanke lautet: Medienkompetenz reicht nicht mehr aus. Es geht nicht nur darum, Apps zu verstehen, sondern darum, im digitalen Raum integer zu handeln. Dazu gehören Respekt, Ehrlichkeit, Selbstkontrolle, Quellenkritik, Empathie und Verantwortung. Mein persönlicher Vorschlag: Schickt die Eltern und die Lehrer in die Schule. Oftmals wird über Sachen debattiert, die nicht nicht gelebte Realität der Vortragenden ist.
Empfehlungen Die Studie fordert gesetzliche Altersgrenzen für Social-Media-Plattformen, eine wirksame Altersverifikation und altersgerechte Schutzmechanismen. Anbieter sollen Minderjährige besser vor suchtfördernden Designs, Werbung, manipulativen Mechanismen und übermäßiger Nutzung schützen. Für Bildungseinrichtungen sollen klare Nutzungs- und Datenschutzregeln geschaffen werden. Digitale Bildungsplattformen der Länder sollen so erweitert werden, dass Unterricht über Social Media möglich ist, ohne auf externe Plattformen ausweichen zu müssen.
Für Schulen empfiehlt das Gutachten, Integrität im Umgang mit Social Media als Bildungsziel systematisch zu verankern. Lehrkräfte sollen besser medienpädagogisch ausgebildet werden. Außerdem fordert die Studie Konzepte gegen Cybermobbing und problematische Nutzung. Eltern sollen stärker einbezogen werden, weil Medienerziehung nicht allein Aufgabe der Schule sein kann. 
Nach Bildungsphasen In der frühen Bildung liegt der Schwerpunkt auf Familie, Kita und Kinderschutz. Besonders kritisch sieht die Studie hohe Bildschirmzeiten kleiner Kinder und das sogenannte Sharenting, also das Teilen von Kinderbildern durch Eltern. Hohe Bildschirmzeiten können laut Gutachten Entwicklungsprobleme verstärken und mit geringerem emotionalem Wohlbefinden zusammenhängen.
In der Primarstufe betont die Studie, dass Social Media bereits bei Grundschulkindern eine Rolle spielt, obwohl viele Angebote eigentlich erst ab 13 Jahren vorgesehen sind. Klare Familienregeln, feste Medienzeiten und Begleitung durch Eltern gelten als entscheidend. Grundschulen sollen Eltern beraten und Kinder auf einen späteren verantwortungsvollen Umgang vorbereiten. 
In der Sekundarstufe werden die Risiken besonders deutlich: FOMO, ständige Ablenkung, oberflächliche Informationsverarbeitung, sozialer Vergleich, Cybermobbing und psychische Belastungen. Die Studie hält fest, dass negative Auswirkungen besonders dann problematisch werden, wenn Social Media sehr früh, sehr intensiv und auf Kosten anderer Aktivitäten genutzt wird. 
In der beruflichen Bildung sieht das Gutachten Chancen für berufliche Orientierung, Netzwerke, Lerncommunities und digitale Kommunikation. Gleichzeitig entstehen neue Risiken: unprofessionelles Auftreten, Datenschutzprobleme, Vermischung von Privatem und Beruflichem sowie Unsicherheiten bei Betrieben und Berufsschulen.
In der Hochschule geht es um Social Media in Lehre, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Chancen liegen in Austausch, Sichtbarkeit und kollaborativem Lernen. Risiken bestehen in Qualitätsproblemen, Reputationsdruck, Datenschutz, Desinformation und fehlenden Standards.
In der Weiterbildung sieht die Studie große Potenziale für informelles Lernen, berufliche Netzwerke und niedrigschwellige Bildungsangebote. Gleichzeitig warnt sie vor Ungleichheiten: Wer wenig digitale Kompetenzen besitzt, kann von diesen Angeboten ausgeschlossen werden.
Die Studie ist stark, weil sie Social Media nicht kulturpessimistisch verdammt, sondern differenziert betrachtet. Besonders überzeugend ist der Begriff der medialen Integrität, weil er über reine Technikkompetenz hinausgeht. Die Studie macht klar: Es reicht nicht, Jugendlichen zu erklären, wie TikTok, Instagram oder YouTube funktionieren. Sie müssen lernen, was ihr Handeln dort mit anderen Menschen, mit Demokratie, Wahrheit, Selbstbild und sozialem Zusammenleben macht.
Kritisch ist allerdings, dass die Studie stark regulierend denkt. Altersgrenzen, Verbote und technische Schutzmechanismen spielen eine große Rolle. Das ist nachvollziehbar, birgt aber die Gefahr, dass pädagogische Arbeit zu sehr auf Kontrolle und Einschränkung verengt wird. Entscheidend wird sein, Schutz und Befähigung zusammenzubringen: Kinder und Jugendliche brauchen Grenzen, aber auch geschützte Räume, in denen sie digitale Verantwortung praktisch einüben können.
Das Gutachten versteht Social Media als eine der zentralen Bildungsfragen unserer Zeit. Es fordert eine neue Stufe der Medienbildung: weg von bloßer Bedienkompetenz, hin zu Verantwortung, Haltung und Integrität. Für Schulen, Eltern, Politik und Bildungsanbieter ist die Studie ein deutlicher Auftrag: Social Media darf nicht nebenbei behandelt werden. Es muss fester Bestandteil von Bildung werden – kritisch, praktisch, altersgerecht und werteorientiert. Die Studie gibt es hier zum Download. Dank an die vbw für die Organisation der Veranstaltung und den guten Willen auf diesem Feld Aufklärungsarbeit zu machen.
Der Welttag des Buches ist ein internationaler Aktionstag, der jedes Jahr am 23. April begangen wird. Er wurde von der UNESCO 1995 als „World Book and Copyright Day“ eingeführt und soll an die besondere Bedeutung von Büchern, Lesen, Autoren sowie des Urheberrechts erinnern.
Auch ich bin ein Buch-Fan zum Leidwesen meiner Frau, weil wir einfach zu viele Bücher haben und wöchentlich werden es mehr. Im Moment lese ich gerade das neue lesenswerte Buch von meinem Freund Tim Pröse: Doch noch ein neuer Tag.
Zudem widme ich dem Thema Lesen unter anderem mit meinem monatlichen Podcasts Seitensprung aus der Gemeindebücherei Maisach. Hier die ersten beiden Folgen. Im Mai geht es weiter.
Im Kern geht es darum, das Buch nicht nur als gedruckten Gegenstand zu feiern, sondern als kulturelles Medium, das Wissen weitergibt, Fantasie weckt und Menschen über Generationen, Sprachen und Länder hinweg miteinander verbindet. Die UNESCO beschreibt Bücher dabei ausdrücklich als eine Brücke zwischen Kulturen und Generationen.
Dass ausgerechnet der 23. April gewählt wurde, hat einen starken symbolischen Hintergrund. Das Datum gilt in der Weltliteratur als besonders bedeutend, weil es mit den Namen Miguel de Cervantes, William Shakespeare und Inca Garcilaso de la Vega verbunden ist. Deshalb entschied sich die UNESCO bewusst für diesen Tag, um Bücher und ihre Autorinnen und Autoren weltweit zu würdigen. Der Welttag des Buches ist damit nicht nur ein Lesefest, sondern auch ein kulturelles Signal: Literatur soll als Teil des gemeinsamen Menschheitserbes sichtbar gemacht werden.
Inhaltlich verfolgt der Welttag des Buches mehrere Ziele zugleich. Er soll die Freude am Lesen fördern, den Zugang zu Büchern verbessern und auf die Bedeutung von Bildung, Sprache und Lesekompetenz aufmerksam machen. Zugleich gehört auch das Urheberrecht ausdrücklich dazu. Das ist kein Nebenaspekt, sondern Teil der Grundidee: Wer Bücher feiert, soll auch die geistige Arbeit schützen, die hinter ihnen steht. Die UNESCO verbindet den Aktionstag deshalb mit größeren Themen wie kultureller Vielfalt, Kreativität, Mehrsprachigkeit und fairem Zugang zu Wissen. Bücher erscheinen hier nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern als Grundlage demokratischer Bildung und kultureller Teilhabe. Ich habe bei der langen Nacht der Bibliotheken einen Vortrag gehalten zum Thema Name der Rose
Weltweit wird der Tag mit sehr unterschiedlichen Aktionen begangen. Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen, Kulturinstitutionen und Autorenverbände veranstalten rund um den 23. April Lesungen, Bücherfeste, Schulaktionen, Ausstellungen und Diskussionen. Die UNESCO weist außerdem darauf hin, dass jedes Jahr eine Welthauptstadt des Buches ausgewählt wird. Für 2026 ist Rabat diese UNESCO-Welthauptstadt des Buches; 2027 folgt Medellín. Damit soll die Idee des Welttags über einen einzelnen Kalendertag hinaus verlängert und in einer Stadt ein ganzjähriges Programm zur Leseförderung und Buchkultur angestoßen werden.
In Deutschland hat der Welttag des Buches einen besonders starken Platz in der Leseförderung. Auf der offiziellen deutschen Aktionsseite wird der 23. April als großes Lesefest mit vielfältigen Veranstaltungen beschrieben. Besonders bekannt ist die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“, bei der Schulklassen Buchgutscheine erhalten und Kinder in großer Zahl ein eigenes Buch bekommen. Nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren wurden 2025 erneut über 1,1 Millionen Schulkinder erreicht, beteiligt waren rund 49.400 Schulklassen und etwa 3.000 Buchhandlungen. Daran sieht man sehr deutlich, dass der Welttag des Buches in Deutschland nicht nur symbolisch begangen wird, sondern ganz praktisch Kindern Lust aufs Lesen machen soll. Seine eigentliche Bedeutung entfaltet der Welttag des Buches aber vor allem auf einer tieferen kulturellen Ebene. Bücher eröffnen neue Perspektiven, sie bewahren Erfahrungen, sie schaffen Orientierung und ermöglichen es, andere Lebenswelten kennenzulernen. In einer Zeit, in der Informationen oft schnell, flüchtig und stark verkürzt verbreitet werden, steht der Welttag des Buches auch für eine Gegenidee: für Konzentration, vertieftes Verstehen und die Bereitschaft, sich auf längere Gedankenwege einzulassen. Gerade deshalb ist der Tag bis heute aktuell. Er erinnert daran, dass Lesen nicht bloß eine private Freizeitbeschäftigung ist, sondern eine Schlüsselkompetenz für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und kulturelles Verständnis.
So ist der Welttag des Buches am Ende weit mehr als ein Kalenderdatum für Literaturfreunde. Er ist ein weltweiter Appell, Bücher als kulturellen Reichtum ernst zu nehmen, Lesen zu fördern und den Zugang zu Wissen offen zu halten. Wer an diesem Tag ein Buch verschenkt, eine Lesung besucht, mit Kindern liest oder selbst wieder einmal bewusst zu einem Roman, Sachbuch oder Gedichtband greift, beteiligt sich an genau dieser Idee. Der Welttag des Buches feiert also nicht nur das Buch selbst, sondern auch das, was Bücher in Gesellschaften möglich machen: Bildung, Erinnerung, Empathie und Freiheit des Denkens.
Wenn Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger zum 4-Hands-Dinner bittet, sollte man das Angebot unbedingt annehmen. Der Gast bekommt fine Dining in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck nicht nur die exzellente Küche von Denis Kleinknecht zum Genießen, sondern auch die Küche des eingeladenen Koches, eben vier Hände in der Küche.
Dieses Mal kochte Denis Kleinknecht zusammen mit Jürgen Beyer. Jürgen Beyer ist ein erfahrener Kochmeister aus Nürnberg, der seit vielen Jahren in der Gastronomie, im Catering und in der Kochpädagogik tätig ist. Nach seiner Ausbildung – unter anderem an einer Hotelfachschule – erwarb er den Titel des Küchenmeisters sowie den staatlich geprüften Gastronom.
Mit seinem Unternehmen Mobiler-Koch.net betreibt Beyer eine moderne Kochschule in Nürnberg, bietet Private Cooking-Events, Caterings und Schulungen an. Sein Ansatz ist, Kochkunst zugänglich zu machen, persönliche Erlebnisse in der Küche zu schaffen und Menschen mit verschiedenen Hintergründen zum Kochen zu motivieren.
Ein bemerkenswerter Aspekt seines Engagements ist sein Einsatz für Inklusion. So unterstützte er ein Kochprojekt an der Dr. Bernhard Leniger Schule im Nürnberger Land, bei dem Schülerinnen und Schüler mit Behinderung unter seiner Anleitung ein Drei-Gänge-Menü für Gäste kochten. Dabei stand nicht nur die Technik im Vordergrund, sondern auch Respekt, Teamarbeit und Teilhabe.
Beyer sieht Kochen nicht nur als Handwerk, sondern als Erlebnis. Sein Motto würde ich überschreiben: „Genuss, Bildung und Gemeinschaft“. Er verbindet klassische Kochkunst mit modernen Konzepten – und legt Wert darauf, dass Kochen Spaß macht, neue Fähigkeiten vermittelt und Menschen zusammenbringt. Ob Hobbykoch oder angehender Gastronom – wer mit ihm arbeitet, bekommt nicht nur ein Menü serviert, sondern eine Erfahrung.
Und das war das Menü Denis: Kohlrabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohlrabi
Die Challans-Ente gilt als eine der edelsten Geflügelarten Frankreichs – ein Produkt, das für höchste Qualität, feines Aroma und traditionelle Zuchtkunst steht. Ursprünglich aus der Region Vendée nahe der Stadt Challans stammend, wird sie dort seit dem 18. Jahrhundert auf kleinen Höfen gezüchtet, meist in Freilandhaltung. Die Nähe zur Atlantikküste und das milde Klima sorgen für ideale Bedingungen.
Besonders schätzt Denis Kleinknechht wird die Challans-Ente wegen ihres zarten, aromatischen Fleisches und der feinen Fettmarmorierung, die ihr beim Braten eine unvergleichlich knusprige Haut und zugleich saftiges Fleisch verleiht. Ihr Geschmack ist intensiver als der gewöhnlicher Mastenten, dabei aber stets elegant und ausgewogen – eine Eigenschaft, die sie zu einem Liebling der Spitzengastronomie gemacht hat.
Kleinknecht schätzt an ihr nicht nur die Qualität, sondern auch die handwerkliche Tradition, die hinter jeder Ente steht. Jede Zucht folgt strengen Regeln, die den Tieren ausreichend Bewegung, natürliche Fütterung und Zeit zur Reifung geben. Diese Kombination aus Sorgfalt, Geduld und Respekt vor dem Produkt macht die Challans-Ente zu einem Symbol französischer Kochkultur – ein Produkt, das zeigt, wie aus Bodenständigkeit und Handwerk kulinarische Exzellenz entsteht.
Was zum Himmel stimmt mit manchen Menschen nicht?! Da steht sie – orangefarben, freundlich, übergroß und mit einem Lächeln, das seit über 50 Jahren Generationen von Kindern durch die Kindheit begleitet – die Maus. Und jemand zündet sie einfach an. Die Maus! Nicht ein Verkehrsschild, nicht eine Mülltonne, nicht ein Werbeplakat – die Maus. Ein Symbol für Bildung, Neugier, Freundlichkeit. Ein Wesen, das nie jemandem wehgetan hat. Und doch fällt sie einem feigen Akt von Vandalismus zum Opfer. Mir platzt der Kragen.
Wie abgestumpft muss man sein, um so etwas zu tun? Wer hat so wenig Respekt vor all dem, was die Maus verkörpert? Diese Figur steht für all das, was in dieser Welt noch gut ist – für kindliches Staunen, für Zusammenhalt, für Verständlichkeit in einer oft viel zu komplizierten Welt. Und nun steht da eine verkohlte Maus – weil jemand offenbar meinte, das sei ein passendes Ziel für Frust, Langeweile oder stumpfe Zerstörungswut.
Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Anschlag auf unsere Kindheitserinnerungen, auf ein kulturelles Erbe. Man zündet kein Stück Herz an. Und das ist die Maus: Herz, Wärme, Verlässlichkeit. Für viele Kinder, auch für ich, war die Maus der erste Kontakt mit Wissenschaft, Technik, Sprache – liebevoll erklärt, nie von oben herab, immer mit Respekt für das kindliche Denken. Und jetzt steht da nur eine angebrannte Maus.
Es ist nicht einfach nur eine Statue. Es ist ein Ort, zu dem Kinder mit leuchtenden Augen kamen, wo Familien Fotos machten, wo Passanten kurz stehenblieben, lächelten, und sich an ihre eigene Kindheit erinnerten. Und ein Idiot hat beschlossen, das alles soll in Flammen aufgehen.
Nein, das dürfen wir nicht hinnehmen. Es reicht nicht, einfach nur betroffen zu sein. Wir sollten wütend sein. Wütend über die Respektlosigkeit, über diese Herzlosigkeit, über einen Angriff auf das, was uns alle als Gesellschaft miteinander verbindet: unsere gemeinsame Erinnerung an das Staunen und Lernen mit der Maus.
Was bleibt? Unsere Entschlossenheit. Die Maus wird zurückkommen. Bunter, schöner, stärker als je zuvor. Denn das, wofür sie steht, lässt sich nicht verbrennen. Aber vergessen dürfen wir diesen Angriff nicht. Es war mehr als Sachbeschädigung. Es war ein Schlag ins Herz unserer Kindheit. Ich hoffe, dass der oder die Täter gefasst werden.
Nach dem Brand der Maus-Figur vor dem WDR in der Kölner Innenstadt soll die Maus jetzt ganz schnell wieder gesund werden: „Viele Maus-Fans haben bereits Erste Hilfe geleistet und Pflaster geklebt. In den nächsten Tagen schicken wir sie dann in eine längere Kur, damit die Brandwunden gut versorgt werden können. Die Maus kommt auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder“, verspricht Matthias Körnich, Leiter des Kinderprogramms.
Noch ist es ein trauriges Bild: Die beliebte Figur ist am rechten Arm und im Gesicht stark verkohlt. Nicht nur Pflaster symbolisieren die Anteilnahme, auch über die sozialen Medien erreichen die Maus viele liebe Genesungswünsche, darunter auch von der Seamstraße.
Eindrucksvoll, sehr eindrucksvoll ist das Gebäude der Universität Glasgow. Touristen sagten mir, es erinnere sie an Harry Potter. Auf jeden Fall ist die Uni einen Besuch wert. Der Campus lädt zum Spazieren ein und natürlich schaute ich auch zur Memorial Chapel rein, bei der gerade eine Probe lief und ich einfach mitgegangen bin.
Die Memorial Chapel der Universität Glasgow ist ein eindrucksvolles, neogotisches Bauwerk im Herzen des historischen Campus auf dem Gilmorehill. Sie wurde 1929 eingeweiht und erinnert an die Studierenden und Mitarbeiter der Universität, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Die Kapelle besticht durch ihre ruhige, erhabene Atmosphäre, hohe Gewölbe, kunstvolle Glasfenster und eine fein gearbeitete Innenarchitektur.
Sie wird sowohl für Gottesdienste und Gedenkveranstaltungen als auch für Konzerte und akademische Zeremonien genutzt und ist ein Ort des stillen Gedenkens und der spirituellen Sammlung innerhalb der lebendigen Universitätsgemeinschaft.
Der Campus Der Campus der Universität Glasgow liegt im Westen der Stadt auf dem Gilmorehill und zählt zu den schönsten Universitätsanlagen Großbritanniens. Geprägt wird er durch das imposante Hauptgebäude im neogotischen Stil mit seinen Türmen, Arkaden und Innenhöfen, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Campus verbindet historische Architektur mit modernen Lehr- und Forschungseinrichtungen und bietet weitläufige Grünflächen, Museen, Cafés und Bibliotheken. Die Atmosphäre ist lebendig und international, geprägt von Studierenden aus aller Welt. Der Blick über den nahegelegenen Kelvingrove Park bis hin zur Skyline Glasgows macht den Campus zu einem inspirierenden Ort zum Lernen und Leben. Ich habe mich niedergelassen und mir über diesen Campus nachgedacht. Ich selbst habe an keiner Campus-Uni studiert, was ich heute bedauere.
Hunterian Museum in Glasgow Das Hunterian Museum in Glasgow ist das älteste öffentliche Museum Schottlands und gehört zur Universität Glasgow. Es wurde 1807 gegründet und geht auf die umfangreiche Sammlung des Arztes, Anatomen und Wissenschaftlers William Hunter (1718–1783) zurück, einem ehemaligen Studenten der Universität. Das Museum befindet sich heute im Hauptgebäude der Universität auf dem Campus Gilmorehill und präsentiert eine vielseitige Sammlung aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Archäologie, Kunst und Geschichte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der medizinischen Sammlung Hunters, die Präparate, wissenschaftliche Instrumente und anatomische Studien umfasst. Ergänzt wird dies durch bedeutende naturkundliche Exponate, darunter Fossilien, Mineralien und zoologische Präparate. Auch Objekte aus der römischen Archäologie, insbesondere Funde vom Antoninuswall, sind ausgestellt. Neben der Dauerausstellung zeigt das Hunterian Museum regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen und bietet einen Einblick in die Forschungsarbeit der Universität.
Das Museum ist öffentlich zugänglich und kostenlos zu besichtigen. Es dient nicht nur als Schaumuseum, sondern auch als Lehr- und Forschungsstätte und ist Teil des größeren Verbunds der Hunterian Collections, zu dem auch die Hunterian Art Gallery, das Mackintosh House und das Zoology Museum gehören.
Über Thomas Mann muss man (Wortwitz) nicht viele Worte verlieren. Für mich ist er der wichtigste deutschsprachige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Ich habe als Schüler die Buddenbrooks verschlungen – verstanden habe ich das Werk allerdings erst viel später. Mit dem Zauberberg tat ich mich als Jugendlicher zunächst ebenfalls schwer, doch auch hier fand ich später den Zugang.
In eleganter, ironisch-distanzierter Sprache zeigt Mann den allmählichen Verlust bürgerlicher Tatkraft und hanseatischer Geschäftsethik, der schließlich in künstlerischer Sensibilität und weltferner Innerlichkeit mündet – verkörpert durch die Figur des jungen Hanno Buddenbrook. Der Roman ist damit nicht nur ein eindrucksvolles Familienepos, sondern auch ein kritischer Kommentar zur bürgerlichen Kultur seiner Zeit.
Für mich ist auch Der Zauberberg ein Meisterwerk der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der 1924 erschienene Roman verbindet auf einzigartige Weise Bildungsroman, Zeitdiagnose und philosophische Reflexion. In der scheinbar abgeschlossenen Welt eines Davoser Sanatoriums entfaltet Mann ein vielschichtiges Panorama europäischer Geistesströmungen kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Ein Roman, der nicht nur gelesen, sondern durchdacht werden will.
Aber genug der Literatur. Ich freue mich, dass Playmobil anlässlich von Thomas Manns 150. Geburtstag eine eigene Figur herausgebracht hat. Ich besitze ähnliche Figuren, unter anderem von Luther und Dürer.
Die Playmobilfigur mit der Nummer 71986 von Thomas Mann ist weit mehr als ein Spielzeug – sie ist eine liebevolle Hommage an einen der bedeutendsten deutschen Schriftsteller. In feinem, hellgrauen Anzug, mit stilvollem Hut auf dem Kopf und Spazierstock in der Hand, steht sie da: würdevoll, nachdenklich, beinahe so, als lausche sie dem inneren Flüstern einer kommenden Idee. In der anderen Hand hält sie ein aufgeschlagenes Buch – darin ein Auszug aus den Buddenbrooks, dem Werk, mit dem alles begann, dem Roman, der Thomas Mann unsterblich machte.
Diese kleine Figur bringt auf charmante Weise das große Erbe eines Autors auf den Punkt, der wie kein anderer den Wandel der Zeiten und den Klang der Gedanken in Sprache fasste. Sie wurde anlässlich seines 150. Geburtstags geschaffen – eine liebevoll gestaltete Miniatur, die Literaturfreunde zum Schmunzeln bringt, zum Erinnern anregt und vielleicht auch ein kleines Stück Ehrfurcht in sich trägt. Ein Stück Kultur in 7,5 Zentimetern Höhe – verspielt, klug und stilvoll zugleich.
Als Sammler bestellte ich zwei der limitierten Figuren direkt beim Thomas-Mann-Museum, nachdem die klassischen Vertriebswege nur noch astronomische Preise verlangten. Entstanden ist die Figur in Zusammenarbeit zwischen dem S. Fischer Verlag und dem Buddenbrookhaus – ein echtes Sammlerstück zum Schriftstellerjubiläum.
Wie immer bei dieser Playmobil-Serie ist die Figur in einer kompakten Faltschachtel (ca. 9,3 × 9,3 × 3,3 cm) verpackt, gefertigt aus Kunststoff, empfohlen ab 4 Jahren – und eigentlich nur für Sammler gedacht. Für mich ist sie ein stilvolles Andenken für Literaturfans, Sammler und alle, die Thomas Manns Werk schätzen. Natürlich wird sie nicht bespielt, sondern wandert bei mir sofort ins Archiv.