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Welttag des Buches und was er für mich bedeutet

23. April 2026

Der Welttag des Buches ist ein internationaler Aktionstag, der jedes Jahr am 23. April begangen wird. Er wurde von der UNESCO 1995 als „World Book and Copyright Day“ eingeführt und soll an die besondere Bedeutung von Büchern, Lesen, Autoren sowie des Urheberrechts erinnern.

Auch ich bin ein Buch-Fan zum Leidwesen meiner Frau, weil wir einfach zu viele Bücher haben und wöchentlich werden es mehr. Im Moment lese ich gerade das neue lesenswerte Buch von meinem Freund Tim Pröse: Doch noch ein neuer Tag.

Zudem widme ich dem Thema Lesen unter anderem mit meinem monatlichen Podcasts Seitensprung aus der Gemeindebücherei Maisach. Hier die ersten beiden Folgen. Im Mai geht es weiter.

Im Kern geht es darum, das Buch nicht nur als gedruckten Gegenstand zu feiern, sondern als kulturelles Medium, das Wissen weitergibt, Fantasie weckt und Menschen über Generationen, Sprachen und Länder hinweg miteinander verbindet. Die UNESCO beschreibt Bücher dabei ausdrücklich als eine Brücke zwischen Kulturen und Generationen.

Dass ausgerechnet der 23. April gewählt wurde, hat einen starken symbolischen Hintergrund. Das Datum gilt in der Weltliteratur als besonders bedeutend, weil es mit den Namen Miguel de Cervantes, William Shakespeare und Inca Garcilaso de la Vega verbunden ist. Deshalb entschied sich die UNESCO bewusst für diesen Tag, um Bücher und ihre Autorinnen und Autoren weltweit zu würdigen. Der Welttag des Buches ist damit nicht nur ein Lesefest, sondern auch ein kulturelles Signal: Literatur soll als Teil des gemeinsamen Menschheitserbes sichtbar gemacht werden.

Inhaltlich verfolgt der Welttag des Buches mehrere Ziele zugleich. Er soll die Freude am Lesen fördern, den Zugang zu Büchern verbessern und auf die Bedeutung von Bildung, Sprache und Lesekompetenz aufmerksam machen. Zugleich gehört auch das Urheberrecht ausdrücklich dazu. Das ist kein Nebenaspekt, sondern Teil der Grundidee: Wer Bücher feiert, soll auch die geistige Arbeit schützen, die hinter ihnen steht. Die UNESCO verbindet den Aktionstag deshalb mit größeren Themen wie kultureller Vielfalt, Kreativität, Mehrsprachigkeit und fairem Zugang zu Wissen. Bücher erscheinen hier nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern als Grundlage demokratischer Bildung und kultureller Teilhabe. Ich habe bei der langen Nacht der Bibliotheken einen Vortrag gehalten zum Thema Name der Rose

Weltweit wird der Tag mit sehr unterschiedlichen Aktionen begangen. Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen, Kulturinstitutionen und Autorenverbände veranstalten rund um den 23. April Lesungen, Bücherfeste, Schulaktionen, Ausstellungen und Diskussionen. Die UNESCO weist außerdem darauf hin, dass jedes Jahr eine Welthauptstadt des Buches ausgewählt wird. Für 2026 ist Rabat diese UNESCO-Welthauptstadt des Buches; 2027 folgt Medellín. Damit soll die Idee des Welttags über einen einzelnen Kalendertag hinaus verlängert und in einer Stadt ein ganzjähriges Programm zur Leseförderung und Buchkultur angestoßen werden.

In Deutschland hat der Welttag des Buches einen besonders starken Platz in der Leseförderung. Auf der offiziellen deutschen Aktionsseite wird der 23. April als großes Lesefest mit vielfältigen Veranstaltungen beschrieben. Besonders bekannt ist die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“, bei der Schulklassen Buchgutscheine erhalten und Kinder in großer Zahl ein eigenes Buch bekommen. Nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren wurden 2025 erneut über 1,1 Millionen Schulkinder erreicht, beteiligt waren rund 49.400 Schulklassen und etwa 3.000 Buchhandlungen. Daran sieht man sehr deutlich, dass der Welttag des Buches in Deutschland nicht nur symbolisch begangen wird, sondern ganz praktisch Kindern Lust aufs Lesen machen soll.
Seine eigentliche Bedeutung entfaltet der Welttag des Buches aber vor allem auf einer tieferen kulturellen Ebene. Bücher eröffnen neue Perspektiven, sie bewahren Erfahrungen, sie schaffen Orientierung und ermöglichen es, andere Lebenswelten kennenzulernen. In einer Zeit, in der Informationen oft schnell, flüchtig und stark verkürzt verbreitet werden, steht der Welttag des Buches auch für eine Gegenidee: für Konzentration, vertieftes Verstehen und die Bereitschaft, sich auf längere Gedankenwege einzulassen. Gerade deshalb ist der Tag bis heute aktuell. Er erinnert daran, dass Lesen nicht bloß eine private Freizeitbeschäftigung ist, sondern eine Schlüsselkompetenz für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und kulturelles Verständnis.

So ist der Welttag des Buches am Ende weit mehr als ein Kalenderdatum für Literaturfreunde. Er ist ein weltweiter Appell, Bücher als kulturellen Reichtum ernst zu nehmen, Lesen zu fördern und den Zugang zu Wissen offen zu halten. Wer an diesem Tag ein Buch verschenkt, eine Lesung besucht, mit Kindern liest oder selbst wieder einmal bewusst zu einem Roman, Sachbuch oder Gedichtband greift, beteiligt sich an genau dieser Idee. Der Welttag des Buches feiert also nicht nur das Buch selbst, sondern auch das, was Bücher in Gesellschaften möglich machen: Bildung, Erinnerung, Empathie und Freiheit des Denkens.

Podcast: Mehr als nur Bücher – Wie die Gemeindebücherei Maisach mit Herz und Ideen begeistert

8. April 2026

In der zweiten Folge des Podcasts „Seitensprung“ der Gemeindebücherei Maisach sprechen Büchereileiterin Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange über die Arbeit hinter den Kulissen der Bibliothek, über neue Bücher, Lesergewohnheiten und kommende Veranstaltungen. Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe, die ausschließlich positive Resonanz erhielt, war für beide schnell klar, dass der Podcast als monatliches Format weitergeführt wird. Diesmal geht es direkt ins „Allerheiligste“, in Beate Seyschabs Büro, wo zwischen Bücherkisten und Neuerscheinungen deutlich wird, wie viel Organisation und Auswahl hinter dem Angebot der Gemeindebücherei steckt. Hier die zweite Folge des Podcasts:

Beate Seyschab erzählt, dass sie jede Woche neue Bücher bestellt, bewusst über den örtlichen Buchhandel und nicht über große Online-Konzerne. Ihr ist wichtig, die Strukturen vor Ort zu stärken und mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten, die die Bücherei auch bei Veranstaltungen unterstützen. Bei der Auswahl neuer Titel verlässt sie sich nicht nur auf feste Bestseller-Listen, sondern vor allem auf Erfahrung, Bauchgefühl und auf das, was die Leserinnen und Leser wünschen. Viele Anregungen kommen direkt aus Gesprächen in der Bücherei, wenn Besucher nach bestimmten Neuerscheinungen, Fortsetzungen oder Themen fragen. Genau dieses Gespür für den Ort und seine Menschen macht für sie gute Büchereiarbeit aus.

Im weiteren Gespräch geht es um die große Vielfalt des Bestands, etwa im Bereich Kochen, Backen und Haushalt. Seyschab berichtet, dass Kochbücher nach wie vor stark gefragt sind – von Familien über Singles bis hin zu Kindern, die mit eigenen Kinderkochbüchern erste Erfahrungen sammeln. Gerade seit der Corona-Zeit beobachtet sie ein wachsendes Interesse am Selberkochen. Präsentation spielt dabei eine wichtige Rolle: Bücher werden bewusst sichtbar und thematisch passend ausgestellt, damit Besucher auch Titel entdecken, nach denen sie gar nicht gezielt gesucht haben. Nicht nur Neuerscheinungen, sondern auch ältere Bestände können auf diese Weise wieder in Erinnerung gerufen werden.

Auch regionale Themen und Veranstaltungen kommen in der zweiten Podcast-Folge zur Sprache. So weist Beate Seyschab auf die kommende Lesung des Arbeitskreises Geschichte hin, der mit Texten aus dem Meisaha erneut in der Gemeindebücherei zu Gast sein wird. Außerdem kündigt sie die englische Vorlesestunde sowie die deutschsprachige Vorlesestunde an, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Gerade das niedrigschwellige Angebot der englischen Lesestunde soll Menschen ermutigen, ohne Leistungsdruck und ganz spielerisch in die Sprache hineinzuhören. Zum Schluss geht es noch um Lernhilfen für die anstehenden Prüfungen, wobei auch hier deutlich wird, dass die Bücherei nicht nur ein Ort für Literatur, sondern ebenso für praktische Unterstützung im Alltag ist.

Die zweite Folge von „Seitensprung“ zeigt damit erneut, wie lebendig, vielseitig und nahbar die Gemeindebücherei Maisach ist. Der Podcast verbindet Einblicke in den Alltag der Bücherei mit persönlichen Gesprächen, Veranstaltungstipps und der Begeisterung für Bücher. Zugleich macht er deutlich, dass eine moderne Gemeindebücherei weit mehr ist als ein Ort der Ausleihe – sie ist Treffpunkt, Kulturort und ein Stück gelebtes Gemeindeleben.

BistroTalk: Mit Herz, Ideen und ganz viel Liebe zu Büchern: Beate Seyschab macht die Maisacher Bücherei zu einem Ort voller Leben

2. April 2026

Im Bistro SixtyFour in Maisach war diesmal ein Gast zu Besuch, der keinen weiten Anreiseweg hatte: Beate Seyschab, Leiterin der Gemeindebücherei Maisach. Die Bücherei liegt nur 50 Meter vom Bistro entfernt. Im Gespräch mit mir wurde schnell deutlich, wie lebendig, vielseitig und wichtig die Bücherei für das Gemeindeleben ist. Gleich zu Beginn verwies Seyschab auf ein aktuelles Projekt, das ihr besonders am Herzen liegt: den gemeinsam gestarteten Podcast „Seitensprung“, der sich rund um Bücher und Bücherthemen dreht. Darüber hinaus sei der Alltag in der Bücherei aber ohnehin stets abwechslungsreich – mit Ausleihbetrieb, Veranstaltungen, Autorenlesungen und Vorleseaktionen in Kindergärten. Hier die komplette Aufzeichnung des BistroTalks.

Besonders erfreulich sei derzeit die enge Zusammenarbeit mit den Kindergärten im Ort. Seyschab besucht die Einrichtungen regelmäßig zum Vorlesen und organisiert für Vorschulkinder den sogenannten Büchereiführerschein. Dabei lernen die Kinder spielerisch, wie eine Bücherei funktioniert, wie man mit Büchern umgeht und was die Einrichtung alles zu bieten hat. Für viele Kinder sei die Bücherei bereits durch ihre Familien vertraut, andere dagegen hätten mit Büchern bislang kaum Berührungspunkte gehabt. Gerade darin sieht Seyschab eine wichtige Aufgabe: Kindern früh den Zugang zum Lesen und zu Büchern zu ermöglichen. Wenn sie anschließend mit ihrem Büchereiführerschein in die Bücherei kommen und ihren Eltern zeigen, was sie gelernt haben, sei das immer wieder ein schönes Erlebnis.

Im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, wie eng Seyschabs eigene Lebensgeschichte mit Büchern und Büchereien verbunden ist. Schon als Kind habe sie jede freie Minute in der kleinen Zweigstelle ihrer Heimatbibliothek verbracht. Daraus entstand schließlich der Wunsch, selbst in diesem Bereich zu arbeiten. Heute, nach jahrzehntelanger Berufserfahrung, sagt sie noch immer mit Überzeugung, dass sie ihren Beruf liebt. Der Reiz liege für sie in der Vielseitigkeit: vom Medieneinkauf über Veranstaltungsorganisation bis hin zu ganz praktischen Aufgaben im Haus sei kein Tag wie der andere.

Auch über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit sprach Seyschab offen. Als Teil der Gemeindeverwaltung sei die Bücherei zwar organisatorisch eingebunden, arbeite aber in vielen Bereichen ganz anders als das Rathaus. Gleichzeitig spüre natürlich auch die Bücherei die angespannte Finanzlage der Kommunen. Am Personal werde zwar nicht gespart, beim Medienetat gebe es aber Einschränkungen. Dennoch sei sie dankbar für die Möglichkeiten, die sie habe, und könne eigenverantwortlich entscheiden, welche Bücher und Medien angeschafft werden. Dabei verlasse sie sich auf Erfahrung, Gespür und die Beobachtung dessen, was die Menschen vor Ort tatsächlich lesen und nachfragen.

Dass eine Gemeindebücherei heute längst mehr ist als ein Ort für Bücher, wurde im Gespräch ebenfalls deutlich. Zwar gehören Bücher weiterhin zum Kern des Angebots, doch daneben gibt es in Maisach auch Hörbücher, Musik-CDs, DVDs, Tonie-Figuren und verschiedene weitere Medien. Gerade die Tonies seien derzeit ein absoluter Renner. Mehr als 800 Figuren hat die Bücherei inzwischen im Bestand, und die Ausleihzahlen sind enorm. DVDs dagegen hätten seit der Corona-Zeit stark an Bedeutung verloren – vor allem wegen der Streaming-Angebote. Diese Entwicklung habe sie durchaus überrascht, sagte Seyschab. Auch dass viele Haushalte heute nicht einmal mehr einen CD-Player besitzen, sei für sie noch immer bemerkenswert.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Rolle der Bücherei als sozialer Ort. Seyschab bezeichnet die Gemeindebücherei gern als „Wohnzimmer des Ortes“. Menschen sollen dort nicht nur Medien ausleihen, sondern sich auch treffen, ins Gespräch kommen, verweilen und an Veranstaltungen teilnehmen. Tatsächlich hat sich die Bücherei in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Ort der Begegnung entwickelt. Lesungen, Tauschbörsen, Vorträge, Kinderaktionen und Sonderveranstaltungen gehören inzwischen fest zum Programm. Seyschab berichtete etwa von Harry-Potter-Tagen, Lesenächten und besonderen Aktionen wie der „Langen Nacht der Büchereien“.

Mit viel Begeisterung sprach sie auch über kreative Ideen, die den Büchereialltag bereichern. Dazu zählt etwa das „Blind Date mit einem Buch“. Neue Bücher werden dabei in Papier eingeschlagen und nur mit wenigen Stichworten versehen. Wer sich darauf einlässt, leiht ein Buch aus, ohne Titel oder Autor zu kennen, und entdeckt so vielleicht einmal etwas ganz Neues. Seyschab erzählte, dass diese Aktion bei vielen gut ankommt, auch wenn manche zunächst skeptisch reagieren. Gerade darin liege aber der Reiz: Leserinnen und Leser aus ihren Gewohnheiten herauszulocken und neue literarische Wege zu eröffnen.

Auch das Thema Lesegewohnheiten kam zur Sprache. Seyschab beobachtet, dass klassische Kinder- und Jugendbücher wie „Hanni und Nanni“ oder die „Fünf Freunde“ heute deutlich weniger gefragt sind. Andere Stoffe und modernere Themen hätten diese Reihen abgelöst. Bei Erwachsenen seien ebenfalls neue Vorlieben erkennbar, etwa für Lokalkrimis oder True-Crime-Stoffe. Klassiker würden zwar geschätzt, aber weit weniger ausgeliehen. Insgesamt gelte: Die Bücherei müsse sich ständig mit den Interessen und Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer weiterentwickeln.

Zugleich wurde auch deutlich, dass Seyschab ihre Arbeit mit einem klaren Verantwortungsgefühl ausübt. Sie berät Leserinnen und Leser individuell, spricht Empfehlungen aus und achtet gerade bei Kindern und Jugendlichen auch auf altersgerechte Inhalte. Bei bestimmten Büchern oder Mangas gebe es daher klare Hinweise oder Grenzen. Regeln gehörten für sie durchaus dazu – auch wenn die Bücherei ein offener und einladender Ort sein solle.

Zum Schluss sprach Seyschab noch über die Tauschbörsen, die in der Bücherei regelmäßig stattfinden. Ob Weihnachtsdekoration oder Osterartikel – viele Menschen bringen Dinge vorbei, die sie selbst nicht mehr benötigen, und andere freuen sich darüber. Entstanden sei diese Idee einst ganz pragmatisch, nachdem Dekoration aus dem Lesecafé verschwunden war. Inzwischen sind die Tauschbörsen zu einer beliebten Einrichtung geworden, die ebenfalls den Gemeinschaftsgedanken stärkt. Vielleicht, so verriet Seyschab, werde es künftig sogar einmal eine Börse für Gartendeko geben.

So zeigte der BistroTalk eindrucksvoll, dass die Gemeindebücherei Maisach weit mehr ist als ein Ort zum Bücherleihen. Sie ist Treffpunkt, Kulturort, Wohnzimmer, Ideenschmiede und für viele Menschen ein Stück Heimat mitten im Ort. Beate Seyschab gelingt es mit spürbarer Leidenschaft, diesen Ort lebendig zu halten und immer wieder neu mit Leben zu füllen.

Live. Lokal. Echt. Der BistroTalk in Youtube mit Beate Seyschab, Gemeindebücherei Maisach, im sixtyfour am Mittwoch, 25. März, 18 Uhr Online und in Maisach

24. März 2026

Die Leiterin der Gemeindebücherei Maisach Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange sprechen locker und persönlich über aktuelle Buchtipps, Veranstaltungen und den ganz normalen Büchereialltag – von der Auswahl neuer Titel bis zu besonderen Aktionen.

Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Beate Seyschab, Leiterin der Gemeindebücherei Maisach, eine Expertin für Bücher eingeladen – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren die Abläufe einer Bücherei – offen, nahbar und ganz ohne Script.
Termin ist am Mittwoch, 25. März um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt. Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Auch das Mitteilungsblatt der Gemeinde druckte einen Hinweis auf die Veranstaltung ab – vielen Dank

Es können Interessierte den Stream live verfolgen, kommentieren und Fragen stellen. Der Stream wird moderiert.
Unterstützt wird das Format vom Treffpunkt Bistro sixtyfour in der Maisacher Zentrumspassage von Gastronom Uwe Flügel.
https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Sicherlich werden wir auch über unseren neuen Podcast Seitensprung aus der Gemeindebücherei sprechen, auf dem wir viel positive Resonanz bekommen haben.

Podcast: Ein Ort mit Seele: Die Gemeindebücherei Maisach startet ihren Seitensprung

11. März 2026

Mit der Premiere von „Seitensprung – Der Videopodcast der Gemeindebücherei Maisach“ ist ein neues Format gestartet, das Lust auf Bücher, Begegnungen und Kultur vor Ort machen soll. Zum Auftakt sprachen Büchereileiterin Beate Seyschab und Matthias J. Lange von redaktion42 in lockerer Atmosphäre über das, was die Gemeindebücherei heute ausmacht: Sie ist längst nicht mehr nur ein Ort zum Ausleihen von Büchern, sondern auch Treffpunkt, Veranstaltungsraum und Kommunikationszentrum. Hier der Videopodcast:

Schon zu Beginn wurde deutlich, wie lebendig der Alltag in der Bücherei ist. Aktuell läuft dort eine Osterdekobörse, bei der Bürgerinnen und Bürger österliche Dekoration bringen, tauschen oder mitnehmen können. Seyschab berichtete, dass dieses Prinzip bereits bei der Weihnachtsdekoration sehr gut funktioniert habe und auch jetzt wieder rege angenommen werde. Besonders wichtig sei dabei nicht nur das Tauschen selbst, sondern auch das Miteinander: Gerade im Eingangsbereich entstünden immer wieder Gespräche, die die Bücherei zu einem Ort der Begegnung machten.

Im Gespräch wurde auch ein Blick auf das umfangreiche Angebot der Gemeindebücherei geworfen. Neben klassischen Büchern gehören dazu Zeitschriften, DVDs für Kinder und Erwachsene, Hörbücher und Musik-CDs. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Medien im Online-Verbund, darunter E-Books, E-Audios und weitere elektronische Formate. Seyschab machte damit deutlich, dass die Bücherei längst sowohl analog als auch digital aufgestellt ist.

Ein besonderer Publikumsmagnet sind derzeit die sogenannten Tonies. Diese Hörfiguren für Kinder, die auf eine Toniebox gestellt werden und dann Geschichten oder Lieder abspielen, zählen zu den erfolgreichsten Angeboten der Bücherei. Rund 880 Figuren sind inzwischen im Bestand, und die Nachfrage ist enorm. Bis zu zehn Tonies können gleichzeitig für zwei Wochen ausgeliehen werden. Vor allem für Familien sei das eine attraktive Möglichkeit, da die Figuren im Handel vergleichsweise teuer seien. Besonders beliebt ist laut Seyschab die Figur „Furzipups“, die auch im Podcast mit einem Augenzwinkern thematisiert wurde.

Deutlich wurde in der Premierenfolge außerdem, dass die Gemeindebücherei Maisach weit mehr bietet als Medien. Regelmäßig finden Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene statt. Dazu gehört unter anderem eine englische Vorlesestunde an jedem zweiten Dienstag im Monat, die sich an Kinder ohne Vorkenntnisse richtet und spielerisch an die Sprache heranführt. Hinzu kommen Bastelaktionen, Autorenlesungen und die klassische Vorlesestunde auf Deutsch am letzten Donnerstag im Monat. Seyschab betonte, wie wichtig diese Angebote gerade für Kinder seien, um früh Freude an Geschichten, Sprache und Büchern zu entwickeln.

Auch auf das aktuelle Veranstaltungsprogramm wurde eingegangen. So stehen in den kommenden Wochen unter anderem die „Maisacher Gespräche zur Popkultur“, ein frühlingshaftes Osterbasteln für Kinder sowie eine Autorenlesung mit Georg Brun an. Damit präsentiert sich die Bücherei einmal mehr als kultureller Veranstaltungsort mit vielseitigem Programm.

Zum Abschluss durfte natürlich auch ein Medientipp nicht fehlen. Als derzeit besonders gefragt nannte Seyschab die Minecraft-Bücher für Erstleser. Die Reihe erfreue sich großer Beliebtheit, vor allem bei Schulkindern, die mit dem Thema bereits aus der digitalen Spielewelt vertraut seien. Einige Bände wurden deshalb sogar mehrfach angeschafft. Sollte ein Exemplar gerade vergriffen sein, können Leserinnen und Leser Medien bequem vormerken lassen und werden benachrichtigt, sobald diese verfügbar sind.

Die Premiere von „Seitensprung“ zeigte damit auf unterhaltsame Weise, wie modern, offen und vielseitig die Gemeindebücherei Maisach aufgestellt ist. Sie ist nicht nur ein Haus voller Bücher, sondern ein lebendiger Ort für Austausch, Bildung und gemeinsame Erlebnisse. Das neue Podcastformat dürfte dazu beitragen, diese Arbeit noch sichtbarer zu machen und neue Besucherinnen und Besucher für die Bücherei zu begeistern.

Persönliche Gedanken zum Tod von Udo Jürgens

21. Dezember 2014

Als Jugendlicher war es bei uns absolut uncool, wenn man sich zu Udo Jürgens bekannte. Er gehörte der Generation meiner Eltern, nicht meiner Generation. Jahre später wurde mir klar, Udo Jürgens gehört allen Generationen. Jetzt ist Udo Jürgen im Alter von 80. Jahren verstorben – bei einem Spazierung.
Der Udo war für zahlreiche Gassenhauer verantwortlich und verdammt ja, ich konnte sie alle mitsingen. Und wenn man auf die Texte achtete, schwang immer ein wenig Sozial- und Gesellschaftskritik mit.
Mit Griechischer Wein schuf Udo Jürgens ein Denkmal für die griechischen Gastarbeiter, bei Gabi wartet im Park ging er auf das Thema Seitensprung ein. In seinem Song In diesem ehrenwerten Haus kritisierte er Spießbürgerlichkeit über eine wilde Ehe. Meine Lieblingssongs waren Ich war noch niemals in New York, das ich auch gleich bei meinem ersten Besuch von Big Apple trällerte und herzzerreißend mit Tochter Jenny Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden – ein Partysong meiner Jugend.
Als ich meinen Kindern vom Tod von Udo Jürgens erzählte, sangen sie sofort Vielen Dank für die Blumen – der Titelsong von Ton & Jerry – und da war sie wieder das generationsübergreifende musikalische Band von Udo Jürgens. Aber bitte mit Sahne kam dann gleich hinterher sowie Mit 66 Jahren. Udo Jürgens Songs sind Volkslieder geworden. Ganze Generationen verbinden sie, ganze Generationen können sie mitsingen.
Er gehörte für mich in die Liga der großen deutschsprachigen Entertainer wie Peter Alexander. Gerne hätte ich meine Mutter noch Konzertkarten für Udo gekauft. Gerne hätte ich das gläserne Klavier gesehen und den Bademantel – ich hoffe beides gibt es für dich im Himmel.
Zwiespalten – und dabei bleibe ich, waren die Songs mit der Fußball Nationalmannschaft. Meine Eltern haben die Vinyl-Platten noch: Buenos Dias Argentina, Wir schon auf dem Brenner – daran kann ich mich noch erinnern. Und berührt hat mich das Lied über Helmut Schön: Der Mann mit der Mütze geht nach Haus. Großartig lieber Udo und vielen Dank.