Archive for Januar 2015

Vorsicht vor Anrufen durch vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter

31. Januar 2015

Vor kurzem hatte ich eine Veranstaltung zusammen mit der Verbraucherzentrale Bayern. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder mit dieser wichtigen Organisation zusammengearbeitet, die einen wichtigen Dienst leisten. Die Kollegen dort leisten einen hervorragenden Job.
In einem Gespräch mit Verbraucherschützerin Eva-Maria Schönmetzler wies sie mich auf einen prekären Vorfall hin. Per Telefon versuchen derzeit falsche Microsoft-Servicekräfte, Zugriff auf den PC zu erlangen. Die vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter behaupten, der Computer sei angeblich von Viren befallen. Hierzu bieten sie an, beim Säubern des PCs zu helfen. “Was sich zunächst nach einem guten Service anhört, ist in Wahrheit jedoch eine Betrugsmasche”, warnt Eva-Maria Schönmetzler von der Verbraucherzentrale Bayern. Das Ziel der Anrufer sei, die Verbraucher zur Installation einer Fernwartungssoftware oder eines Trojaners zu bewegen. “Damit können die Betrüger problemlos auf den fremden Rechner zugreifen und auch Daten ausspähen”, so Juristin Schönmetzler weiter. Die falschen Service-Kräfte versuchen ihre Opfer am Telefon zu überreden, unter ihrer Anleitung bestimmte Schritte am PC auszuführen. Oft sprechen sie nur englisch oder gebrochen deutsch. “Solche Gespräche sollten ohne weitere Diskussion sofort beendet werden”, rät die Verbraucherschützerin eindringlich.
Da die Anrufe häufig von ausländischen oder anderen nicht zurück verfolgbaren Nummern kommen, sind die Anrufer kaum zu ermitteln. Wurde bereits Software auf Anweisung solcher Krimineller installiert, sollte das Gerät schnellstmöglich vom Internet getrennt und von einem Experten geprüft werden. “Sehr wichtig ist auch, Zugangsdaten und Passwörter, insbesondere für das Online-Banking, sofort zu ändern”, betont Eva-Maria Schönmetzler. Wer Fragen hat, kann sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Bayern wenden. Diesen Tipp gebe ich gerne weiter.

 

Missverständnis bei den Facebook AGB

30. Januar 2015

Heute ist es also so weit: Facebook setzt seine neuen AGB in Kraft. Der Inhalt ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Facebook trackt auch außerhalb von Facebook unser Nutzerverhalten im Web, um entsprechende Informationen und Profildaten zu sammeln, um uns mit Verbraucherinformationen zu versorgen.
Die Aufregung im Netz ist verständlich und gerechtfertigt. Verbraucherschützer laufen gegen diese Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen massiv Sturm. Wer den AGBs nicht zustimmen will, der solle einfach Facebook fernbleiben, so die Argumentation von Mark Zuckerberg & Co. Sie machen es sich schon sehr einfach, Herr Zuuckerberg!
Interessiert habe ich die Diskussion seitens der Politik verfolgt. Und auch mit manchem Kopfschütteln habe ich die Debatte angesehen. Immer wieder wird seitens der Politik behauptet: Das kann Facebook mit uns als Kunden nicht machen!
Doch hier irrt die Politik. Hier hat die Politik das Unternehmen Facebook komplett missverstanden. Es ist doch so:
Die User von Facebook sind nicht die Kunden, die User von Facebook sind das Produkt. Die Kunden von Facebook ist die Werbetreibende Wirtschaft. Und diese wird hervorragend, ja nahezu vorzüglich von Facebook behandelt.
So ist die Aufregung seitens der Politik ein Sturm im Wasserglas – Show oder Kalkül. Entweder sind sie dumm oder sie verkaufen uns als User für dumm. So mancher Politiker führt Scheingefechte, um potentielle Wähler zu beeindrucken.
Wahr ist doch: Die Änderung der AGBs von Facebook kommt den Kunden von Facebook komplett entgegen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Werbetreibende Wirtschaft die Änderung der Facebook AGBs sogar unterstützt. Endlich kann ich noch mehr Daten über die User sammeln, endlich kann ich noch genauer meine Werbung schalten und habe nicht die teuren Streuverluste, wie sie bei Tageszeitungen oder Fernsehen – also bei klassischen Massenmedien – üblich sind.
Die Gefahr, dass die User im großen Stil Facebook verlassen, sehe ich nicht. Ich bin dort, wo meine Freunde sind. Das gilt bei der Datenkrake WhatsApp genauso, wie für die große Mama Facebook. Der Mark Zuckerberg hat seinen Universum schon durchdacht aufgestellt.

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Was sollten die User mit Medienkompetenz  tun? Nun zum einen den Browser so einstellen, dass er alle Cookies nach einer Session löscht. Auch bevor man Facebook ansteuert, sollten die Cookies gelöscht werden. Auch das Surfen im privaten Modus ist ratsam. Browser-Plugins wie Ghostery sollten eigentlich auf jedem System installiert sein (gibt es für alle Standard-Browser am Rechner und Smartphone).

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Wer wirklich sicher sein will, sollte Facebook auf dem Smartphone und dem Tablet herunterwerfen. Wer das nicht will, sollte zumindest den Lokalisierungsdienst ausschalten – also keine Statusmeldungen mehr mit Ortsbezug. Und unbedingt untersagen, dass Apps auf dem Smartphone deine Werbe-ID nutzen. Hier der Link zum Einstellen für iOS und Android.

Und wehe, es schickt noch einer das folgende Bild herum: Das ist kompletter Blödsinn und zeugt von überhaupt keiner Medienkompetenz:

Das zeugt von nichtvorhandener Medienkompetenz

Das zeugt von nichtvorhandener Medienkompetenz

 

 

Sesame 2: Ein Sicherheitsschloss für meinen Mac auf Seminaren

29. Januar 2015
Sesam öffne dich - Sicherheit am Mac.

Sesam öffne dich – Sicherheit am Mac.

Wenn ich auf meinen Seminaren bin, dann habe ich manches Mal das Problem, dass ich immer wieder meinen Seminarrechner – ein MacBook Pro – verlassen muss. Ich weiß natürlich, dass ich vor Verlassen meines Seminararbeitsplatzes meinen Rechner sperren sollte, jedoch erscheint mir das oft in Anbetracht der kurzen Abwesenheit und des späteren Entsperrens zu lästig oder ich vergesse es schlichtweg. Ich habe gegen meine Vergesslichkeit jetzt eine hervorragende Abhilfe gefunden, die ich absolut empfehlen kann: das Bluetooth-Modul Sesame 2 von Atama. Das Tool regelt das Sperren des Rechners automatisch. Für mich hat sich das Sesame 2 zu einem praktischem Helfer für meinen Seminararbeitsalltag entwickelt. Das Teil kostet 50 Euro und ist jeden Cent wert.

Unscheinbar wirkt das Sicherheitstool.

Unscheinbar wirkt das Sicherheitstool.

Das System ist recht einfach. Ein kleine Anhänger kommuniziert via Bluetooth 4.0 mit der installierten App auf dem PC oder Laptop und wird am Körper getragen. Sobald er sich außerhalb einer festgelegten Reichweite befindet, wird der Bildschirm des Macs automatisch gesperrt, sodass kein anderer darauf zugreifen kann. So ist der Benutzer weder von der Dauer bis zur Schlafmodus-Aktivierung abhängig noch darauf angewiesen sich selbstständig abzumelden. Im Gegensatz zu iPhone-Apps mit gleicher Funktion, die über die Signalstärke die Entfernung messen, berücksichtigt die patentierte Technologie von Atama mehrere Faktoren, wie beispielsweise die Bewegungsrichtung, um ein unkontrolliertes Sperren und Entsperren des Bildschirms zu verhindern. Gleichzeitig wird der Ton stummgeschalten und iTunes angehalten. Sobald sich Sesame 2 wieder in Reichweite befindet, wird der Bildschirm entsperrt, der Ton eingeschaltet, iTunes ab der pausierten Stelle gestartet und die Arbeit kann so schnell und einfach fortgesetzt werden. Zur Erhöhung der Sicherheit lässt sich auch eine auf zwei Faktoren basierende Authentifizierung einstellen: Zusätzlich zur Anwesenheit des Sesame 2 in Reichweite muss auch ein Passwort eingegeben werden, um den Bildschirm zu entsperren.

Der kompakte Anhänger Sesame 2 ist nur 6mm dick, 10g schwer und dank Bluetooth Smart beträgt die Batterielaufzeit je nach Einsatz mindestens ein Jahr. Am Schlüsselband um den Hals, am Schlüsselring oder in der Hosentasche ist er somit ein nützlicher und doch fast unscheinbarer Begleiter im Alltag. Ich verwende das System bei meinen Seminaren unterwegs und kann es empfehlen. Allerdings sollte man auf die Kompatibilität bei den Macs achten. Unterstützt werden: iMac (ab Ende 2012), MacBook Air (ab Mitte 2011), MacBook Pro (ab Mitte 2012), Mac Mini (ab Mitte 2011), Mac Pro (Ende 2013) und Voraussetzung ist Mac OSx 10.9.x

Ich vergesse es niemals – 70 Jahre Auschwitz

28. Januar 2015
Foto: Lange

Foto: Lange

Unter dem Eindruck der Gedenkfeiern zur Befreiung von Auschwitz habe ich zwei Fotos von mir herausgesucht, als ich das Konzentrationslager besuchte. Die Traurigkeit und das Entsetzen, das ich damals verspürte, hatte ich beim Betrachten der Bilder wieder. Wie grausam kann der Mensch sein? Auschwitz bleibt eine Mahnung. Nie wieder!

Foto: Lange

Foto: Lange

Erinnerungen zum Tode von Demis Roussos

27. Januar 2015

Bei meinen Eltern hörte ich einst die Schlagersongs von Demis Roussos und ich mochte die Musik überhaupt nicht. Demis Roussos trällerte unter anderem mit Drafi Deutscher das Lied Young Love und es war absolut nicht mein Fall. Um ehrlich zu sein, ich finde auch seinen Song Goodbye, My Love, Goodbye immer noch schrecklich. Nun ist Demis Roussos im Alter von 68. Jahren gestorben und ich möchte an ihn erinnern.
Als mir als Jugendlicher eine rote Schallplatte in die Hände fiel, interessierte mich Demis Roussos nicht die Bohne. Ich hatte ihn als griechischen Schlageronkel abgetan – ich war so unwissend. Diese rote Schallplatte faszinierte mich. Als Progrock-Fan bekam ich die Scheibe 666 von Aphrodite’s Child in die Finger und war elektrisiert. Ein Synthi-Held mit Namen Vangelis spielte dort die Keyboards und nachdem mich die Musik von Vangelis in den Bann geschlagen hat und immernoch begeistert, schaute ich mir die Band genauer an. Das Cover von 666 war in Rot gehalten und die satanischen Zahlen 666 standen darauf. Das weckte mein Interesse und mit der Musik identifizierte ich mich. Ich erinnere mich: Bei einer Party hörte ich als Jugendlicher zum ersten Mal den Song „The Four Horsemen“. Und wie vom Blitz getroffen las ich den Namen des Sängers: Demis Roussos

666
Der gleiche Typ, der die Schlager in der Hitparade wie Schönes Mädchen aus Arcadia trällerte, brachte so eine Musik zustande? Ich konnte es nicht fassen. Es war wahnsinn. Ich kaufte drei Platten von Aphrodite’s Child, wobei ich heute immernoch 666 als die beste Aufnahme empfinde.
Wiederum Jahre später war ich noch immer Vangelis-Fan und der griechische Tastenkünstler komponierte den Soundtrack zum wichtigsten SF-Film der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Blade Runner. Und auch hier war Demis Roussos mit von der Partie und sang. Nun, die Schlagersachen von Roussos mag ich noch immer nicht, aber dennoch ist ein großer Künstler von uns gegangen.

Senioren sind im Netz aktiv – warum nicht?

25. Januar 2015

zeitung

Ein Vorurteil lautet, das Internet ist nur für die Jugend. Quatsch, das Netz ist für alle da. Die Senioren – oder wie es schön heißt: die Silver-Surfer – brauchten nur etwas länger bis sie im Netz angekommen sind. Und wir dürfen die Biologie nicht vergessen: Wir werden alle älter.
In meinem Seminaren fällt mir in jüngster Zeit auf: Meine Teilnehmer werden älter. Und siehe da, auch die BITKOM kann meine Erfahrungen mit Zahlen untermauern. Viele ältere Menschen können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Jeder zweite Internetnutzer ab 65 Jahren (46 Prozent) erklärt das Internet für sich persönlich als unverzichtbar. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Die digitale Gesellschaft“. Danach sind fast vier von zehn Senioren (38 Prozent) online. Im Vorjahr war es erst knapp jeder Dritte (32 Prozent). Interessant ist, dass jetzt die nächste Stufe im Netz kommt. Senioren steigen massiv in sozialen Netzwerken ein.
„Das Internet kann das Leben für Senioren außerordentlich erleichtern“, sagte Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Gut, unsere Frau Wanka ist auch schon 63 Jahre alt (geb. 1. April 1951). Gut jeder Zweite (52 Prozent) misst laut Umfrage dem Internet eine Steigerung seiner Lebensqualität zu. „Wer sich einmal mit dem Internet befasst, profitiert schon nach kurzer Zeit von den enormen Möglichkeiten und Verbesserungen für den Alltag“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.
„Für viele Menschen ist aber noch nicht klar, wie sie die technischen Möglichkeiten zu ihrem Vorteil nutzen können. Unsere Forschung hat gezeigt, dass es auf niedrigschwellige Nutzungsangebote und ansprechende Aufklärung ankommt“, so Wanka. Denn während jüngere Altersgruppen oft über die Schule, die Ausbildung und den Beruf an neue Technologien herangeführt werden, kommen ältere Menschen weitaus seltener in ihrem Alltag mit diesen in Berührung. Hier setzen einige meiner Seminare an und ich bringe Medienkompetenz den Senioren bei.
Die Fülle an verfügbaren Informationen über neue Technologien erschwert dabei eher den Zugang. „Wir haben in Pilotprojekten zeigen können, dass durch den Einsatz von Senioren-Technik-Botschaftern viele ältere Menschen sich dem Internet öffnen, also die Wissensvermittlung von Älteren an Ältere gut funktioniert“, sagte die Ministerin. So wurden Senioren-Technik-Botschafter in 18 Projekten und 10 Bundesländern zu Themen wie Internet, mobile Endgeräte, Assistenzsysteme beispielsweise für Wohnen, Mobilität, Gesundheit und Pflege sowie Unterhaltungselektronik erfolgreich eingesetzt. Gerne wäre ich so ein Technikbotschafter geworden. Die gewonnenen Ergebnisse sind wertvolle Orientierung für Kommunen, um ihre Beratungsmaßnahmen für ältere Menschen sinnvoll zu erweitern. „Wer beispielsweise altersgerechte Smartphones kennt und gezeigt bekommen hat, wird sie selber leichter nutzen wollen“, so Wanka.
Kommunikation und Information sind Internetnutzern ab 65 Jahren besonders wichtig. Neun von Zehn (91 Prozent) schreiben E-Mails, Acht von Zehn informieren sich über das Zeitgeschehen und Zwei von Drei (68 Prozent) über Gesundheitsfragen. Gut die Hälfte (57 Prozent) kauft Waren im Internet, jeder Vierte (26 Prozent) chattet mit der Familie oder schaut Videos und Filme (23 Prozent). Dennoch verzichten viele ältere Menschen bewusst auf das Internet. Zwei von drei (66 Prozent) sagen, dass sie das Internet nicht brauchten. Zwei von Fünf (41 Prozent) möchten sich im Alter nicht mehr damit beschäftigen. Allerdings hat fast jeder Zehnte (9 Prozent) laut eigener Aussage niemanden, der ihm das Internet zeigen könnte. Kempf: „In Kombination mit Bildungsangeboten können auch einfach zu bedienende Geräte wie Tablet Computer dabei helfen, den Einstieg zu erleichtern.“
Doch bisher haben nur wenige Senioren moderne Hightech-Geräte für sich entdeckt. Jeder Siebte (14 Prozent) nutzt ein Smartphone, erst jeder Zehnte (10 Prozent) einen Tablet Computer. Dagegen verwenden noch vier von zehn Senioren Kassettenrekorder (43 Prozent) oder Schallplattenspieler (42 Prozent). Fast alle Senioren nutzen ein Festnetztelefon (96 Prozent) oder einen Fernseher (95 Prozent).

Persönliche Gedanken zum Tod von Edgar Froese

24. Januar 2015

In später Freitagnacht habe ich über soziale Netzwerke erfahren, dass Edgar Froese im Alter von 70 Jahren in Wien an einer Lungenembolie verstorben ist. Das tut mir leid. Obwohl ich eher mit handgemachter Musik wie Rock’n Roll und Country aufgewachsen bin, hat mir Froese und seine Tangerine Dream (TD) einiges bedeutet. Für mich gab es im elektronischen Musikbereich lange Zeit nur Kraftwerk, Klaus Schulze und eben Tangerine Dream – und zwar in dieser Reihenfolge. So musikalisch innvoativ war dieses Land und brachte solche Ausnahmemusiker hervor.

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Edgar Froese als Gründungsmitglied der Tangerine Dream hat die Musik verändert – und wer kann das schon von sich sagen. Ich sah Konzerte auf DVD als Tangerine Dream wie Hohepriester in ihren Synthesizer-Burgen standen. Froese achtete mit Argusaugen darauf, dass sich keiner seiner Kollegen hervortat und gab die Richtung der Band vor.

Rubycon - ein erstes Album von TD.

Rubycon – ein erstes Album von TD.

Ich glaube, meine erste Schallplatte von Tangerine Dream war Rubycon, die 1975 erschien. Schon das Cover faszinierte mich, denn es war kein Bandfoto zu sehen. Stattdessen gab es auf dem Blau gehaltenen Bild einen Tropfen zu entdecken, der auf eine Flüssigkeitsoberfläche eintrat. Eine Makro- und Zeitrafferaufnahme der frühen Zeit. Und die Musik faszinierte mich. Jede Schallplattenseite eine rund 17minütige Komposition. Synthesizer standen im Mittelpunkt, ich glaube, ein Moog war auch zu hören. Was war das für Musik? Krautrock nein, das machten eher Can, Rock auch nicht. Der Begriff New Age war noch nicht geboren und so kam eine neue Stilrichtig Art Rock oder Progressive Rock und elektronischer Musik. Solche Kompositionen kannte ich als Kind nur von den Klassikplatten meiner Eltern. Die meditative und zum Teil intensive Musik faszinierte mich. Der innovative Sound schlug mich in den Bann und hat mich bis heute nicht losgelassen. Allerdings und das muss ich sagen, haben mir die alten Aufnahmen von Tangerine Dream weitaus besser gefallen als die neuen. Tangerine Dream und Froese veränderten sich musikalisch und ich folgte den Weg nur zum Teil. Es war mir in den späteren Jahren einfach zu viel Gedudel und Geplätscher. Ich folge eher dem ehemaligen TD-Mitglied Klaus Schulze, der dem alten Stil treu blieb und sich in eine Richtung weiter entwickelte, die mir gefallen hat. Durch TD entdeckte ich den Moog und damit auch später ELP.
Ich liebte die alten Tangerine Dream mit Alpha Centauri (1971), Zeit (1972), Phaedra (1974), Ricochet (1975), Stratosfear (1976) und Cyclone (1978) und auch in den achtziger Jahre brachten tolle Sachen heraus. Und ich war baff, wie gut Tangerine Dream als Liveband waren. Viele Schallplatten und später CDs kaufte ich mir und war begeistert, welche Live-Atmosphäre elektronische Musik erzeugen konnte. In einem Konzert im Münchner Circus Krone vor etlichen Jahren konnte ich davon selbst live überzeugen. Es war schon klasse, was die alten Herren da auf die Bühne zauberten. Die Lightshow war wunderbar abgestimmt auf eine eher rhythmische Musik. Ich weiß nicht, ob ein Teil des Publikums die Show aufgrund des großen Amphetamin- und Haschkonsums überhaupt mitbekommen hat. Mir hat es gefallen und ich kaufte mir Karten für das Münchner Konzert 2014, das ich aber versäumte. Die Karten liegen als Mahnung noch immer zu Hause.
Nun verstarb Edgar Froese als einer der wirklichen musikalischen Pioniere, die dieses Land hatte. Ich werde mir meine Tangerine Dream-Aufnahmen wieder heraussuchen und anhören. Ich nehme mir mal die Soundtracks vor, denn davon hat Tangerine Dream ja eine Menge aufgenommen. Ich starte mit einem Klassiker: Das Mädchen auf der Treppe vom Album White Eagle. Es war die Musik zu einem frühen Tatort mit Götz George. Wer solche Musik komponiert, der ist im wahrsten Sinne ein Klassiker.

Die SEO-Trends und -Tipps für 2015

23. Januar 2015
Auch ungewöhnliche Ansichten gehören zum Storytelling, wie hier beim Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang, Das erhöht den Pagerank.

Auch ungewöhnliche Ansichten gehören zum Storytelling, wie hier beim Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang, Das erhöht den Pagerank.

Wer als Blogger etwas ernsthafter unterwegs ist, der sollte ein wenig auf SEO achten. Das Thema ist groß, riesengroß und ganze Berufe sind hier entstanden. Die regelmäßigen Suchalgorithmus-Updates durch Google sowie die ständigen Entwicklungen auf dem IT-Markt, die das Internetnutzungsverhalten andauernd verändern, sorgen dafür, dass SEO immer komplexer wird. Das stellt Online-Händler und Webmaster immer wieder vor neue Herausforderungen. Auf was sich SEO-Verantwortliche 2015 einstellen sollten, hat die Löwenstark Online-Marketing GmbH zusammengefasst. Gerne gebe ich die Tipps weiter und zeige sie auch auf meinen Seminaren.
Es ist schließlich der Traum jedes Internetshop- und Websitebetreibers: In den Google-Suchergebnissen bei den relevanten Keywords in den Top 10 zu landen, um mehr Traffic auf der eigenen Homepage zu generieren und mehr Umsatz zu erzielen. Doch sobald der Suchmaschinenriese Google wieder an seinen Algorithmen schraubt, verändern sich die Spielregeln und die bewährten SEO-Taktiken müssen aufs Neue angepasst werden. So wird die Suchmaschinenoptimierung auch 2015 nichts an ihrer spannenden Dynamik verlieren. Dabei zeichnen sich für 2015 drei große SEO-Trends ab: Content Marketing, mobile Suche und Website-Performance.

1. SEO-Trend: Content Marketing brilliert, Linkbuilding verliert

Weg von Masse, hin zur Klasse – diese Devise gilt 2015 mehr als je zuvor. Wer in den Rankings der Suchmaschinen ganz oben stehen will, muss auf originelle, qualitativ hochwertige und vielfältige Inhalte setzen. „Das Linkbuilding der früheren Zeiten ist tot. Nun spricht man vom Linkmanagement“, erklärt Marian Wurm, Geschäftsführer und Mitgründer der Löwenstark Online-Marketing GmbH. „Das bedeutet: Linkkauf und Linktausch sind out, kreative Content Marketing-Strategien sind in.“
Aus dieser Entwicklung ergeben sich spannende Aufgaben für SEO-Teams: Erstens gilt es, Inhalte zu produzieren, die zum Lesen und Verweilen auf der Webseite animieren – diese locken Menschen an und werden gern geliked, geteilt oder geklickt. Dadurch erhöhen sich der Traffic und die Anzahl der Backlinks – d. h. der externen Verlinkungen auf die eigene Website, die das Suchmaschinenranking positiv beeinflussen – praktisch von ganz allein. Zweitens ist es wichtig, vielfältigen Content anzubieten, also neben Texten auch Videos, Grafiken oder beispielsweise E-Books in die Website einzubinden oder viral zu verbreiten. Drittens ist ein ständiges Monitoring der Backlinkstruktur notwendig. So lassen sich schädliche Links und Einflüsse rechtzeitig eliminieren und eine Abstrafung durch Google vermeiden.
Hier setze ich in meinem Seminaren an. Ich vermittle den Seitenbetreiber Storytelling, das ich als Journalist natürlich gelernt habe und das mir in Fleisch und Blut übergegangen ist.

2. SEO-Trend: Optimierung der mobilen Suche & des mobilen Webbrowsings

„Die mobile Revolution ist unaufhaltbar – daher wird die Ausrichtung der eigenen Homepage auf mobile Endgeräte 2015 für Online-Shops und Webmaster zur Pflicht“, sagt der Löwenstark-Experte. Die Zahlen sprechen für sich: Vier von zehn Deutschen nutzen mittlerweile Smartphones, fast jeder Dritte hat damit bereits online eingekauft, laut Google. Diese Entwicklung führt dazu, dass 2015 die mobile Suche und das mobile Webbrowsing weiter stark ansteigen werden. Online-Marketerer und SEO-Verantwortliche sollten das bei der Gestaltung ihrer Websites und Shops berücksichtigen. Es gibt verschiedene Wege, wie eine Website für den mobilen Bereich angepasst werden kann – die Webdesign-Technik ‚Responsive Design’ ist eine der bekanntesten. Diese passt Funktion, Design und Inhalt von Websites der Bildschirmauflösung des eingesetzten Endgerätes an und stellt so sicher, dass diese richtig dargestellt werden.
Die verstärkte Nutzung von Smartphones und Tablets verändert zudem das Suchverhalten im Web: Das Internet wird nicht mehr nur über die Textsuche, sondern zunehmend auch über die mobile Sprachsteuerung nach relevanten Inhalten durchforstet. Damit aber Google die durch den mobilen Nutzer gestellte Frage beantworten kann, muss die vollständige Antwort im Internet zu finden sein. Daher ist es die Aufgabe der SEO-Experten im Vorfeld zu bestimmen, welcher Content mit welchen Keywords beziehungsweise Keyword-Kombinationen auf der Homepage zu platzieren ist.

3. SEO-Trend: Website-Performance gewinnt zunehmend an Bedeutung

Es existieren über 200 verschiedene Faktoren, die Einfluss auf das Google-Ranking haben. Ladegeschwindigkeit – also die Zeitspanne, innerhalb derer eine Webseite vollständig von einem Besucher in dessen Webbrowser geladen werden konnte – wird einer der wichtigeren Rankingfaktoren sein.
„Daher gilt es, den Pagespeed so hoch wie möglich zu halten“, erklärt Wurm. „Aus unserer Erfahrung empfehlen wir unseren Kunden die Ladezeit ihrer Website inklusive deren implementierten Inhalte wie Bilder oder Grafiken zwischen eins bis zwei Sekunden zu halten.“ Das honoriert nicht nur Google, es hilft auch bei der Kundengewinnung. Je länger die Ladezeit, desto mehr Besucher springen ab. Das kann sich inzwischen kein Online-Händler oder Websitebetreiber mehr leisten. „Das gilt insbesondere für mobile Websites“, so der Online-Marketing-Experte. „Wer von unterwegs surft, hat nicht immer WLAN oder LTE verfügbar. Öffnet sich die Website nicht in einer akzeptablen Geschwindigkeit, ist der Besucher weg.“

Goldene Traube rettete mir den Abend

22. Januar 2015

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Meine Restaurantempfehlung geht im Januar an den Victoria Grill im fränkischen Coburg. Der Victoria Grill im Romantik Hotel Goldene Traube war für mich eine kulinarische Bereicherung – wie schon so oft in der Vergangenheit. Und er war eine absolute Bereicherung in Sachen Service und Kundenfreundlichkeit.
Spontan entschloss ich mich vor kurzem mit einem Kollegen das Steaks & Seafood-Restaurant zu besuchen. Einen Tisch hatten wir in unserer Spontanität natürlich nicht reserviert, was uns beinahe zum Verhängnis wurde. Das Victoria Grill Restaurant war voll. Ein Ausweichen in das legendären Esszimmer war auch nicht möglich, es fand dort eine geschlossene Veranstaltung statt, so dass wir die Sterne-Küche von Stefan Beiter auch hier nicht genießen konnten. Stefan Beiter hat einen Michelin Stern und ich liebe seine Kreationen aus der klassischen Haute Cuisine mit Elementen der Molekularküche. Wer einen Platz bekommt, der muss hingehen.
Wir wollten schon umkehren, als die Chefin der Goldenen Traube uns entdeckte. Barbara Glauben-Woy kennt uns und begrüßte uns außerordentlich freundlich. Wir erklärten unser Dilemma und Barbara Glauben-Woy hatte eine Lösung. Und so war ein Platz im Victoria Grill dann doch kein Problem. Wunderbar und vielen Dank – der Abend war gerettet. Klar ist für mich: In dem zentral gelegenen Hotel mit seinen beiden Restaurants, nur 100m vom historischen Coburger Marktplatz entfernt, wird jetzt knapp 450 Jahre Gastlichkeit großgeschrieben.

klassisches Tatar vom Rinderfilet

klassisches Tatar vom Rinderfilet

Die Küche war voll ausgelastet, so dass die Mahlzeiten etwas auf sich warten ließen. Aber die Qualität war ausgezeichnet. Zur Vorspeise wählte ich ein klassisches Tatar vom Rinderfilet mit pommes allumettes. Mein Hauptgang war eine Hochrippe am Knochen gebraten vom Neuseeland Beef.

Hochrippe am Knochen gebraten vom Neuseeland Beef

Hochrippe am Knochen gebraten vom Neuseeland Beef

„Wir kaufen nach strengen Kriterien ausgewähltes Beef aus den USA, Neuseeland, Pommern und Deutschland, damit Ihr persönliches Lieblingsstück zart und saftig ist“, lautet das Versprechen der Küche und das hat das Team des Victoria Grills voll und ganz eingelöst. „Wenn Fleisch die Hauptrolle spielt, verstehen wir darunter: beste Qualität aus natürlicher Aufzucht, luftgetrocknete Reifung am Knochen im Klimahaus und perfekte Zubereitung.“
Also mein klarer Restaurant-Tipp geht im Januar 2015 an die Goldene Traube in Coburg.

Der Schöpfer des Königlich Bayerischen Amtsgerichts ist tot

21. Januar 2015
Das Buch mit den gesammelten Fällen des Amtsgerichts aus dem Bücherschrank meiner Eltern.

Das Buch mit den gesammelten Fällen des Amtsgerichts aus dem Bücherschrank meiner Eltern.

Georg Lohmeier ist tot und viele werden den königstreuen, bayerischen Dramatiker nicht kennen. Ich kannte im Grunde auch nur ein Werk von ihm und das habe ich als Kind genossen: Das Königlich Bayerische Amtsgericht
Es war für mich eine schöne Fernsehzeit, wenn ich es mir als Kind mit meinen Eltern vor dem Grundig-Fernseher bequem machte und diese harmlose Serie aus der guten alten Zeit verfolgte. Ich glaube, die Serie lief am Sonntag nach 18 Uhr. Es war die Zeit, als wir zu Hause fünf Fernsehprogramme empfingen: ARD, ZDF, drittes Programm, ORF 1 und 2. Bei gutem Wetter hatten wir das Schweizer Fernsehen, aber das haben eher reinbekommen. Fernsehen begann in meiner Jugend am Nachmittag, eine der ersten Sendungen des Tages war die Drehscheibe im ZDF. Gegen 0:00 Uhr kam Nationalhymne mit Deutschlandfahne, dann Testbild, dann kam der Sendeschluss mit Bildrauschen.
Für mich war es im Großen und Ganzen eine harmlose Fernsehzeit. Und dazu gehörte auch das Königlich Bayerische Amtsgericht. Als ich vom Tod von Georg Lohmeier erfuhr, kam mir der Claim der Serie sofort wieder in den Sinn. Und genau so wie ich die einführenden Worte beim Raumschiff Enterprise auswendig kenne, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich die einführenden Sätze des Königlich Bayerischen Amtsgerichts genauso konnte. „In Bayern war sie besonders gut, diese Zeit. Damals regierte seine königliche Hoheit, der Prinzregent, das Bier war noch dunkel, und die Menschen noch typisch. Die Burschen schneidig und die Dirndl sittsam und die Honoratioren ein bisschen vornehmen und ein bisschen leger. Es war halt vieles noch in Ordnung damals. Denn für Ruhe und geordnete Verhältnisse sorgte die Gendarmerie und für die Gerechtigkeit das königliche Amtsgericht“. – na, wer von euch konnte diese Zeilen mit aufsagen?
Im Mittelpunkt der Serie stammt natürlich Amtsgerichtsrat August Stierhammer. Am liebsten mochte ich als Kind den Gerichtsdiener. Er war schön dämlich und ich konnte als Kind vortrefflich über ihn lachen. Als er Zeugen in den Gerichtssaal bringen musste, ging das immer nach gleichen Schema ab, ein früher Running Gag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Der Gerichtsdiener stand auf, rückte sich seine Schirmmütze zurecht und wiederholte die Worte des Rates: Zeuge XY, jawohl!
Die Darsteller waren allesamt erste Sahne – viele große bayerische Volksschauspieler. Vielleicht kam diese Serie in Norddeutschlandnicht gut an, bei uns in Bayern war sie ein Gassenfeger. Georg Lohmeier zeichnete die Personen wunderbar. Die Bauernschlauen Leute, die Naiven, die Aufbrausenden und die Grattler und Gantler. Der Autor hatte wunderbar dem Volk aufs Maul geschaut. Sie waren so schön skurril übertrieben, dass es als Kind ein Genuss war, sie anzuschauen.
Als die Serie in irgendeinem privaten TV-Programm wiederholt wurde, zappte ich hinein und blieb ein paar Minuten in meiner eigenen Fernsehvergangenheit hängen. Schön war es. Für heutige Sehgewohnheiten ist die Serie zu ruhig, es war ja im Grunde nichts anderes als abgefilmtes Theater ohne große Schnitte und Einstellungen. Georg Lohmeier nahm die Gerichtsserien der achtziger und neunziger Jahre vortrefflichen hinweg und packte sie in die Zeit des bayerischen Prinzregenten. So eine Art Ally McBeal des frühen 20. Jahrhunderts. Das gefiel den Leuten, und auch meine Eltern haben sich irgendwann eine Sonderausgabe mit allen Verhandlungen in einen Band gekauft.
Nun ist Georg Lohmeier im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Übrigens, bei YouTube sind einige Folgen zu sehen. Ach ja, Amazon verkauft die Folgen Königlich Bayerisches Amtsgericht für wenig Geld.