Posts Tagged ‘WhatsApp’

Europäischer Datenschutztag: Nachdenken über Daten als Wirtschaftsgut

28. Januar 2019

Der Datenskandal vor wenigen Wochen hat gezeigt: Wir haben ein Problem. Teile der Gesellschaft sind noch nicht in der Digitalisierung angekommen, einige sträuben sich sogar mit Händen und Füßen gegen den Wandel der Zeit. 

Aber die neue Zeit kommt und wir sollten uns darauf vorbereiten. Für mich gilt der Ausspruch: Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts und die Wirtschaft wandelt sich von einer Dienstleistungsgesellschaft zu einer Informationsgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger müssen erkennen, was ihre Daten wert sind. Aber noch zu viele füttern die Datenkrake mit dem wertvollsten was sie haben: Informationen. 

Für mich persönlich ist die größte Seuche WhatsApp. Bei meinen Vorträgen begegne ich oft unglaubliche Naivität und Unwissenheit über diesen Messenger. Ja, das Ding kostet kein Geld, aber es kostet eure Daten. Wie naiv kann man eigentlich sein und die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts nicht verstehen (wollen). Mark Zuckerberg ist für mich ein Genie. Ich denke, der Mann weiß genau was er tun und schafft seine Reichtümer durch das Verarbeiten von Daten. Die Kombination von Big Data, biometrische Scans und KI schafft perfekte Musteranalysen und künftig Mustervorhersagen. Dazu kommt das blöde Geschwätz wie: „Ich hab doch nichts zu verbergen!“ oder „Was interessiert denn den Zuckerberg, wohin ich in den Urlaub fahre!“ Blöder geht es wirklich nicht. 

Zum Tag des Europäische Datenschutzes, der heute stattfindet, wird es die WhatsApp-Alternative Threema zum reduzierten Preis geben. Das war zumindest in der Vergangenheit so. Der Europäische Datenschutztag wurde 2006 auf Initiative des Europarats ins Leben gerufen und wird seit 2007 jährlich begangen. 

Threema ist für mich DER Messenger schlechthin. Threema ist für mich DER Messenger schlechthin.

Threema ist für mich der Instant-Messaging-Dienst zur Nutzung auf Smartphones und Tablets. Im Jahr 2018 nutzen über 5 Millionen Privatnutzer Threema und 2 Millionen Nutzer „Threema Work“ in 3000 Firmen bzw. Institutionen. Die zugehörige Software ist für die Betriebssysteme Android (ab Version 4.1), iOS (ab Version 9.0) und Windows Phone (ab Version 8) kostenpflichtig verfügbar. Heute wird wohl Threema reduziert und damit für alle Schotten, Schwaben und Geizhälse ein Grund, Threema aus den jeweiligen Stores zu laden.

Vielleicht hat der Hackerangriff etwas Gutes …

8. Januar 2019

So hart es klingt, vielleicht hat der Hackerangriff und die Veröffentlichung von privaten Daten von Prominenten doch eine gute Seite. Vielleicht dringt endlich das Thema IT-Sicherheit und Medienkompetenz in das Bewusstsein der breiten Masse. Interessant ist, dass bei uns sofort nach dem Staat gerufen wird, der endlich handeln soll. Der Ruf darf nicht ungehört bleiben, es muss sich etwas verändern in unseren Staat durch unseren Staat. Aber ändern muss sich vor allem die Kompetenz der Bürger im Umgang mit Daten ändern. Solange jeder Datenkraken wie WhatsApp verwendet und seine Adressbücher zu Herrn Zuckerberg hochlädt, solange wird sich nichts ändern. „Aber WA ist doch so bequem“, höre ich immer und „Threema hat doch kein Mensch.“ 

Zwei Beispiele zum Thema Passwörter

Ich möchte zwei Beispiele anfügen, die mir auf meinen Digitalisierungsseminaren und Schulungen zur Medienkompetenz passiert sind und im Grunde die gleiche Aussage haben. 

Ich sprach über den Hack des Sony-Playstation Netzwerkes und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grinsten. Ob man denn denn Punktestand der Spiele klauen wollte? Naja, den Punktestand vielleicht nicht, aber wohl eher das Passwort. Viele Leute verwenden ein- und dasselbe Passwort für verschiedene Netzwerke. Habe ich dein Playstation-Passwort samt Mailadresse, dann habe ich vielleicht auch Zugriff auf dein Amazon-Konto. Da wurde es still im Teilnehmerkreis. Ich blickte in lange Gesichter. 

Bei so manchen Gesprächen in der Bahn sollte man nicht einsteigen.

Bei so manchen Gesprächen in der Bahn sollte man nicht einsteigen.

Das zweite Beispiel war eine Bahnfahrt – ich bin ein großer Bahnfahrer. Ich saß bei einem Freundespaar am Tisch im ICE, die sich über die komplizierten Passwörter beklagten. Wie soll man sich die ganzen Sachen denn merken? So oder ähnlich lautete die Klage. Nun, ein Passwort für alles und kein Problem. Oh mein Gott und dann regen wir uns über Datenklau auf.

Sichere Passwörter 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein halbwegs sicheres Passwort zu erstellen. Nein bitte nicht die Klassiker 1234567890 oder Passwort – man glaubt gar nicht, wie oft dies vorkommt. Wie wäre denn ein Passwort wie: Dis012019esP! – die Auflösung ist ein einfacher Merksatz: Das ist seit 012019 ein sicheres Passwort! Und natürlich gilt, für jede Plattform ein eigenes Passwort. 

Und wer unbedingt nur einen Merksatz verwenden möchte, dem empfehle ich ein F für Facebook, A für Amazon und T für Twitter hinter den Merksatz zu machen. Aber so richtig sicher ist die Sache ja eigentlich nicht, denn der gemeine Hacker ist ja auch nicht auf den Kopf gefallen. 

Passwort-Manager

Ich empfehle in den Seminaren immer Passwort-Manager. Dazu muss man sich das Masterpasswort merken und hat dann Zugriff auf alle seine Passwörter, die im Passwort-Manager hinterlegt sind. Es gibt eine stattliche Anzahl von Datentresoren. Ich bin jahrelang sehr zufrieden mit 1Password gewesen und wäre es auch heute noch, wenn der Hersteller nicht auf ein Abo-Modell umgestiegen wäre. 1Password gibt es für MacOS, Win, Linux, iOS und Android sowie ChromeOS. Kosten für Privatanwender zwischen 3 und 5 US-Dollar pro Monat. 

Im Moment gefällt mir Enpass deutlich besser. Einmal bezahlt und fertig. Auch dieses Tool gibt es für alle relevanten Betriebssysteme. 

Medienkompetenz bei Facebook

Mit Kopfschütteln reagiere ich auf die Wiederkehr der Facebook-Widerspruchmeldungen. Es geistert seit Tagen die jährliche Meldung durch die Plattform „hiermit widerspreche ich …“ Ich hab den aktuellen Schwachsinns-Screenshot mal als Bild angefügt. Früher habe ich unter die Posts noch Erklärungen geschrieben, heute reagiere ich mehr und mehr gehässig. Warum ist die Menschheit nicht lernfähig? Und die gleichen Menschen, die solche Widerspruchsmeldungen posten, rufen dann nach den Staat.

Der Schwachsinn geistert gerade durch Facebook.

Der Schwachsinn geistert gerade durch Facebook.

Staat ist gefordert

Aber auch der Staat ist gefordert. Beispielsweise in der Anpassung der Lehrpläne. Themen wie E-Mail-Verschlüsselung werden nicht unterrichtet. Vielleicht liegt es auch daran, dass Lehrerinnen und Lehrer keine Ahnung bei diesen Themen haben, aber ich möchte nicht in ein allgemeines Lehrerbashing verfallen. Dennoch kann der Staat hier eingreifen. In Bayern sprechen wir sehr viel zum Thema digitale Schule und ich bin mir sicher, dass es dort gute Ansätze gibt. 

Lehrer bilden sich fort und das ist gut so - aber es könnte mehr sein.

Lehrer bilden sich fort und das ist gut so – aber es könnte mehr sein.

Digitalisierung und Medienkompetenz hängen zusammen

25. Oktober 2017

Vor kurzem habe ich über die Angst vor der Digitalisierung gebloggt und jetzt ist es mir wieder passiert: Fehlende Medienkompetenz gemischt mit Angst vor Digitalisierung.
Was ist passiert? Ich führte ein Schülerzeitungsseminar durch und wir erstellten eine Seminarzeitung zum Thema Social Media. Meine Schülerinnen und Schüler machten unter anderem eine Umfrage unter anderen Gästen des Bildungszentrums. Auf die Frage: „Was ist Ihre Meinung zu sozialen Netzwerken?“ wurden auch zwei Erwachsene befragt, deren Angst vor Social Media anzumerken war und aufgrund fehlendes Wissens in die WhatsApp-Falle liefen. „Ich lehne Facebook ab. Soziale Medien behindern die Privatsphäre und sie sind sehr gefährlich für die Jugend“, meine eine erwachsene Interview-Partnerin. Alles klar, mit dieser Meinung kann ich leben. Dann kommt aber am Ende des Interviews: „WhatsApp als Möglichkeit für schnelle Kommunikation dagegen empfinde ich als nützlich.“
Wie bitte? Facebook ablehnen und die Datenkrake WhatsApp als nützlich empfinden? Ein Netzwerk, dass die privatesten Daten – das Adressbuch ausliest, auf US-Server überspielt und für Big Data verwendet – als „nützlich“ zu empfinden, zeugt von fehlender Medienkompetenz. Bitte versteht mich richtig. Ich habe nichts gegen die Dame, aber ich habe etwas gegen die fehlende Medienkompetenz.
Auf der gedruckten Seite der Seminarzeitung kam auch noch ein kritischer Herr zu Wort: „Das ständige zur Schaustellen des eigenen Lebens finde ich gar nicht gut.“ Klare Aussage, die ich unterschreiben kann. Aber dann: „Als Vorteile sehe ich aber, dass man per WhatsApp schnell und großflächig Nachrichten verbreiten kann. Wir haben zum Beispiel eine Familiengruppe, die oft sehr nützlich ist.“ Auch hier wieder das Thema WhatsApp und damit fehlende Medienkompetenz.
Und hier bin ich wieder bei meinem Thema Digitalisierung. Nicht alles was digital daherkommt ist automatisch gut. Digitalisierung kann die Welt voranbringen, aber nur wenn sie mit Medienkompetenz verbunden ist. Für mich ist diese Medienkompetenz eines der Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts. Dabei meine ich nicht die Fähigkeit des Wissens, welches Knöpfchen für was nützlich ist. Ich meine die Fähigkeit zu wissen, was und warum etwas so passiert. Die Wirtschaft im 21. Jahrhundert besteht schließlich auch aus Daten.

Big Data – die Welle wird noch kommen

24. Oktober 2016

Seit einigen Jahren halte ich Vorträge zum Thema Big Data. Die Möglichkeit, alles mit allem zu kombinieren, finde ich faszinierend. Als positiver Mensch war für mich bisher immer das Glas halb voll statt halb leer. In meinem Seminaren stoße ich aber immer wieder Teilnehmer vor dem Kopf, die sie sich vor Big Data schützen wollen. Sie wollen nicht mitmachen. Da muss ich diese Teilnehmer restlos enttäuschen. Mein Credo: Sie haben nicht mehr die Entscheidung, ob Sie mitmachen oder nicht. Sie haben nur noch die Wahl, wie viel Sie mitmachen. Der Zug, ob Ja oder Nein, dieser Zug ist schon lange abgefahren.
Ich propagiere in meinem Seminaren die Datensparsamkeit. Nicht jede digitale Sau, die durchs digitale Dorf getrieben wird, macht das Lebens lebenswerter.
Aber auch mich holt die Realität ein. Die Seuche und Datenkrake WhatsApp ist allgegenwärtig. Die gleichen Leute, die nach Schutz ihrer Daten rufen, nutzen WhatsApp, weil man ja umsonst chatten kann. Gleichzeitig überspielen wir unsere Adressbücher zu Herrn Zuckerberg, der sich ins Fäustchen lacht. Der Typ hat 18 Miliarden US-Dollar dafür gezahlt, der will damit Geld machen. Wer WhatsApp nutzt, hat sich in Sachen Datenschutz disqualifiziert und hält bitte einfach mal den Mund. Ok, das war jetzt hart, aber es ist leider so.
Die Gier ist etwas Gutes, so sagte es Gordon Geko in Wallstreet. Und die Gier, etwas zu sparen, ist weit verbreitet. Geiz ist geil hat diese Gesellschaft durchsetzt. Haben eure Eltern euch nicht beigebracht, dass es nichts umsonst gibt? Wir bezahlen für alles. Nicht immer mit Geld, heute mehr und mehr mit Daten. Die Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts und ich ziehe vor Zuckerberg, Page und Brin meinen Hut.
Vor kurzem erreichte mich eine neue Umfrage. Deutschland bleibt ein Land der (Schnäppchen)-Jäger und (Treueherzen)-Sammler. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Cashback-Portals Shoop.de. So nutzen bereits 90 Prozent aller Deutschen immer bzw. gelegentlich Bonusprogramme beim Online- und Offlineshopping. Ganz vorne unter den beliebtesten Treueprogrammen liegt dabei Payback, das von rund 71 Prozent der Befragten bei jedem Einkauf bzw. gelegentlich genutzt wird. Bei jedem Besuch in meinem örtlichen Rewe die Frage: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ Auf Platz zwei folgt dann die Deutschlandcard, die bei immerhin knapp 42 Prozent der Verbraucher zum Einsatz kommt.

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Weitere beliebte Bonus- und Rabattaktionen der Deutschen sind die Ikea Family Card (28 Prozent), kostenlose Kundenkarten (29 Prozent) sowie Treuepunkte-Aktionen (23 Prozent) und Treueprogramme (26 Prozent) verschiedener Einkaufs- und Handelsketten wie Kaisers, Kaufland, Rossmann und Co. Weniger genutzt werden hingegen kostenpflichtige Kundenkarten (13 Prozent) und Shoppingclubs (11 Prozent). Auch das Prinzip Cashback ist bislang bei Verbrauchern noch wenig bekannt. Hier geben lediglich 14 Prozent der Befragten an, dieses immer oder gelegentlich zu nutzen.
Der Fall Target in den USA müsste eigentlich ins jedes Schulbuch gehören. Die Drogeriekette hatte die Schwangerschaft einer minderjährigen Kundin via Datenanalyse herausgefunden und der jungen Frau Werbung für Babyartikel geschickt. Big Data macht es möglich. Und was machen wir mit den Treueprogrammen? Wir geben fleißig unsere Einkaufsdaten ab zur Profilerstellung, nur um ein paar Cent zu sparen.

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Interessant: Gefragt nach der generellen Nutzung von Bonus- und Rabattaktionen, fällt auf, dass speziell Einkommensstarke großen Gefallen an Treueprogrammen finden und sich als wahre Sparfüchse erweisen – ich würde sie eher als Datenschleudern bezeichnen. So nutzen knapp 94 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mehr als 3.000 Euro meistens oder gelegentlich Bonusprogramme. Verbraucher mit einem Einkommen von 1.500 bis 3.000 Euro pro Monat greifen ebenfalls zu rund 92 Prozent auf eines der vielen Vorteilsangebote zurück. In der unteren Einkommensgruppe bis 1.500 Euro sind dagegen nur noch vier von fünf Befragten (83 Prozent) an Rabatten oder Boni interessiert. Kaum Unterschiede bei der Nutzung von Treueprogrammen sind hingegen zwischen den verschiedenen Geschlechtern festzustellen. Hier greifen knapp 91 Prozent der Frauen und mehr als 89 Prozent der Männer beim Einkauf meistens oder manchmal zu einem Rabattprogramm. Lediglich die Ikea Family Card (31 Prozent Frauen, 24 Prozent Männer) und die kostenlosen Kundenkarten (33 Prozent Frauen, 24 Prozent Männer) werden deutlich häufiger von Frauen als von Männern genutzt.

Viele Kunden bevorzugen Geld-zurück statt Sachprämien
Fragt man nach den konkreten Gründen für die Nutzung von Bonusprogrammen, geben knapp 82 Prozent der Befragten an, sich darüber zu freuen, bei jedem Einkauf Sofortrabatte zu bekommen. Vier von fünf Verbrauchern (79 Prozent) schätzen es außerdem, wenn sie sich bei einer Rabatt- oder Treueaktion Geld direkt auf das eigene Konto überweisen lassen können. Dass Cashback klare Vorteile im Vergleich zu anderen Programmen hat, wurde bereits von der Stiftung Warentest bestätigt (Finanztest Ausgabe 01/2016). Das Geld-zurück-Prinzip ist für Verbraucher deutlich lohnenswerter und sie müssen auch weniger persönliche Daten angeben als bei anderen Treueprogrammen. Email-Adresse und Passwort für die einmalige Registrierung reichen und schon kann man bequem in einem der vielen Partnershops einkaufen gehen, so die Erklärung von Shoop.de.
Im Gegensatz zu Programmen werden bei Cashbackportalen wie Shoop (www.shoop.de), keine Treueherzen geklebt und auch keine Punkte gesammelt. Der Kunde erhält bei jedem Einkauf einen festgelegten Prozentsatz des Nettowarenwerts in klaren Raten bzw. konkreten Eurobeträgen zurück. Cashback bietet somit transparente Vorteile und der Verbraucher weiß immer genau, wie viel er für seinen jeweiligen Einkauf zurückbekommt. Das hat auch schon über 500.000 Nutzer von Shoop.de überzeugt, so die Pressemitteilung.
Und ich werde nicht müde in meinem Seminaren das Thema Big Data zu thematisieren. Ich halte den Verbraucherschutz in unserem Lande für wichtig.

Missverständnis bei den Facebook AGB

30. Januar 2015

Heute ist es also so weit: Facebook setzt seine neuen AGB in Kraft. Der Inhalt ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Facebook trackt auch außerhalb von Facebook unser Nutzerverhalten im Web, um entsprechende Informationen und Profildaten zu sammeln, um uns mit Verbraucherinformationen zu versorgen.
Die Aufregung im Netz ist verständlich und gerechtfertigt. Verbraucherschützer laufen gegen diese Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen massiv Sturm. Wer den AGBs nicht zustimmen will, der solle einfach Facebook fernbleiben, so die Argumentation von Mark Zuckerberg & Co. Sie machen es sich schon sehr einfach, Herr Zuuckerberg!
Interessiert habe ich die Diskussion seitens der Politik verfolgt. Und auch mit manchem Kopfschütteln habe ich die Debatte angesehen. Immer wieder wird seitens der Politik behauptet: Das kann Facebook mit uns als Kunden nicht machen!
Doch hier irrt die Politik. Hier hat die Politik das Unternehmen Facebook komplett missverstanden. Es ist doch so:
Die User von Facebook sind nicht die Kunden, die User von Facebook sind das Produkt. Die Kunden von Facebook ist die Werbetreibende Wirtschaft. Und diese wird hervorragend, ja nahezu vorzüglich von Facebook behandelt.
So ist die Aufregung seitens der Politik ein Sturm im Wasserglas – Show oder Kalkül. Entweder sind sie dumm oder sie verkaufen uns als User für dumm. So mancher Politiker führt Scheingefechte, um potentielle Wähler zu beeindrucken.
Wahr ist doch: Die Änderung der AGBs von Facebook kommt den Kunden von Facebook komplett entgegen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Werbetreibende Wirtschaft die Änderung der Facebook AGBs sogar unterstützt. Endlich kann ich noch mehr Daten über die User sammeln, endlich kann ich noch genauer meine Werbung schalten und habe nicht die teuren Streuverluste, wie sie bei Tageszeitungen oder Fernsehen – also bei klassischen Massenmedien – üblich sind.
Die Gefahr, dass die User im großen Stil Facebook verlassen, sehe ich nicht. Ich bin dort, wo meine Freunde sind. Das gilt bei der Datenkrake WhatsApp genauso, wie für die große Mama Facebook. Der Mark Zuckerberg hat seinen Universum schon durchdacht aufgestellt.

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Was sollten die User mit Medienkompetenz  tun? Nun zum einen den Browser so einstellen, dass er alle Cookies nach einer Session löscht. Auch bevor man Facebook ansteuert, sollten die Cookies gelöscht werden. Auch das Surfen im privaten Modus ist ratsam. Browser-Plugins wie Ghostery sollten eigentlich auf jedem System installiert sein (gibt es für alle Standard-Browser am Rechner und Smartphone).

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Wer wirklich sicher sein will, sollte Facebook auf dem Smartphone und dem Tablet herunterwerfen. Wer das nicht will, sollte zumindest den Lokalisierungsdienst ausschalten – also keine Statusmeldungen mehr mit Ortsbezug. Und unbedingt untersagen, dass Apps auf dem Smartphone deine Werbe-ID nutzen. Hier der Link zum Einstellen für iOS und Android.

Und wehe, es schickt noch einer das folgende Bild herum: Das ist kompletter Blödsinn und zeugt von überhaupt keiner Medienkompetenz:

Das zeugt von nichtvorhandener Medienkompetenz

Das zeugt von nichtvorhandener Medienkompetenz

 

 

Alles Gute: Facebook hat die Braut WhatsApp gekauft

20. Februar 2014
Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Braut wurde von Tag zu Tag hübscher und fetter – und jetzt ist sie vom Markt. Facebook kauft den Messenger Dienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Was sich schon lange andeutete, wurde nun vollzogen. Noch vor wenigen Tagen war der WA-Chef in München auf Goodwill-Tour und machte die Braut noch hübscher für den Mark.

In meinen Vorträge sage ich immer: Unsere Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Und nach dem Kauf des Messenger Dienstes ist Facebook die Nummer eins schlechthin. Freiwillig haben die WA-User die privatesten Daten, die sie besitzen, an das US-Netzwerk überspielt: Ihr Adressbuch.

Whatsapp Logo mit Text

Um WA nutzen zu können, musste der User sein Adressbuch freigeben und die Daten wurden jeden Tag mit US-Servern synchronisiert. Datenschutz? Quatsch – umsonst war die Devise. Allerdings: Ich habe keinem WA-User meine Genehmigung erteilt, meine Daten weiterzugeben. Nur weil man scheinbar umsonst die WA-Dienste nutzen kann, setzten viele auf die Facebook-Alternative. Aber Leute, es gibt nichts umsonst. Wir bezahlen es mit den intimsten Daten, die wir haben. Wir bezahlen es mit unseren Kontakten.

Der Facebook-Messenger war längst nicht so populär, da war es nur eine Frage der Zeit und des Preises, wann Facebook hier zuschlägt. 19 Milliarden US-Dollar ist kein Pappenstil.

Erinnern wir uns noch an die Übernahmen von Gowalla und Instagram durch Facebook. Hier war Zuckerberg und Co an Geodaten und an Fotos interessiert. Jetzt sind es die persönlichsten Kontakte. Chapeau Mr. Zuckerberg, das war der richtige Deal.

Und an die WA-User gerichtet: Ihr wart nie die Kunden, ihr seid das Produkt. Mit euren Daten wird Handel getrieben oder hattet ihr wirklich die Meinung, dass 1 Euro Jahresgebühr bei 430 Millionen weltweiten Usern wirklich die Braut hübsch, Verzeihung fett gemacht haben? Wie naiv musstet ihr sein?

 FB

Social Media: Facebook-Messenger greift WhatsApp an

25. November 2013

In meinem Seminaren über Sozialen Netzwerken stelle ich fest, dass Schüler neben Facebook auch WhatsApp parallel nutzen. Es ist kein entweder oder, sondern ein gleichzeitiges Nutzen. Die Schüler haben sich in geheimen, geschlossenen Gruppen auf Facebook organisiert und schicken Meldungen, Fotos, Audio über WhatsApp-Gruppen. Wer den Netzwerken nicht angehört, der bleibt draußen und ist vom Informationsfluss abgeschnitten.

Datenschützer schütteln über den Leichtsinn den Kopf. Über NSA jammern und die persönlichsten Daten des Adressbuches auf einem US-Server speichern, der jede Nacht synchronisiert. Wie doof ist das denn? Aber Hauptsache ein paar Cent gespart, denn Geiz ist ja so geil. Dabei gilt der Spruch mehr denn je: Unsere Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Wer über Kundendaten verfügt, der verfügt über bares Geld – Big Data lässt grüßen.

Immer wieder bekomme ich Spam-Mails, die von WhatsApp-Nutzer herausgeballert werden, ohne dass die User es wohl mitbekommen. Meine Reaktion ist in der Regel sehr hart. Ich fordere die Absender auf, mich aus ihrem Adressbuch zu löschen und dies nicht mit freundlichen Worten.

Spam-Mails von WhatsApp

Spam-Mails von WhatsApp

Inzwischen hat WhatsApp die Nutzung der klassischen SMS überholt. Andere, sichere Messenger-Dienste wie das hervorragende Threema, haben gegen die Übermacht von WhatsApp im Moment keine Chance. In der Schule muss nur ein Option Leader den Ruf nach WhatsApp ausgeben und schon folgt die Peer Group dem Ruf. Medienkompetenz ist in der Schafherde nicht gefragt. WhatsApp plündert das Adressbuch und überspielt es in die USA. Ein Virus verbreitete sich Juli 2013 über Android-Telefonen bei alter Software – ich habe darüber gebloggt. Im Oktober wurde der Dienst bereits gehackt und einige User bekamen eine Mail über Freiheit für Palästina.

WhatsApp wurde gehackt.

WhatsApp wurde gehackt.

Interessant ist, wie Facebook auf die Herausforderung von WhatsApp reagiert. Ich bin mir sicher, dass Facebook an einer feindlichen Übernahme des Messenger-Dienstes sehr interessiert ist. Bis es soweit ist, peppt die Zuckerberg-Firma den hauseigenen Messenger-Dienst auf, zuletzt Mitte November. So findet sich im Facebook Messenger jetzt etwas versteckt auch eine Telefonie-Funktion. Es ist nun möglich, der App die eigene Telefonnummer zuzuweisen. Diese wird nicht in der persönliche Chronik angezeigt. Nach dem Motto: Wenn Facebook meine Daten hat, dann braucht sie WhatsApp nicht extra.

Was bedeutet dieses neue Feature? Facebook-Nutzer können nun auch mit jenen Kontakten über den Facebook Messenger chatten, mit denen sie nicht auf Facebook befreundet sind. Es wird nur deren Mobilfunknummer benötigt.

Wer die aktuelle Version des Messangers installiert, wird beim ersten Start gefragt, ob er auch über seine Handy-Kontakte mit der App synchronisieren möchte. Nach Drücken von OK, wird das komplette Adressbuch automatisch mit dem Facebook-Kontaktverzeichnis abgeglichen.

Anschließend wird der User gefragt, ob er über seine Telefonnummer gefunden werden will. Beim wiederum Drücken von OK wird im Facebook-Profil die Einstellung „Wer kann mich über meine Telefonnummer finden?“ auf „öffentlich“ gesetzt.

Virus greift WhatsApp an – die Lösung

30. Juli 2013
Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

In meinem Seminaren an Schulen stelle ich fest: WhatsApp ist deutlich beliebter als SMS. Das hat vor allem Finanzgründe nach dem Motto “Geiz ist Geil”. Eine Nachricht via WhatsApp ist auf dem ersten Blick kostenlos. Aber natürlich ist der Dienst nicht kostenlos. Wir bezahlen den Service mit unseren Daten, unseren Telefonkontakten. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Leute meinen, dass sie von der Industrie etwas geschenkt bekommen. In welcher Welt lebt ihr?. In den USA gibt es den Spruch: „There’s no such thing as a free lunch“  Natürlich braucht WhatsApp die Telefondaten, damit die Software funktioniert.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

Und derzeit stelle ich bei Schülern verstärkte Virentätigkeit auf ihren Android-Smartphones fest. Der Wurm Priyanka (die Liebesvolle) geht bei WhatsApp um. Priyanka hat es auf das Adressbuch der Mobiltelefone abgesehen und schreibt Kontakte um. Damit droht ein Datenverlust bei den Usern. Priyanka ist übrigens eine Bollywood-Schauspielerin und der Wurm wurde wohl ihr zu Ehren programmiert

Zudem verschickt sich der Wurm selbst über WhatsApp. Er tarnt sich als Kontakt-Visitenkarte  mit Namen „Priyanka”. Öffnet der User den Anhang ist das Android-Telefon befallen. Wie es aussieht, bleiben die iOS-Geräte, also iPhones und iPads, von dem Angriff verschont.

Der Wurm ist leicht zu killen. Es muss WhatsApp aktualisiert werden. Mit der Version vom 10. Juli 2013 erkennt WhatsApp den Wurm und sperrt ihn aus.

Aber was, wenn ich den Wurm auf dem Android-Handy bereits habe? Dann ist Groß-Reinemachen angesagt. Zunächst das Handy vom Internet trennen. Dann alle Priyanka-Kontakte aus dem Telefonbuch löschen und natürlich auch die Chat-Datei mit der Priyanka empfangen wurde. Das ist wichtig, sonst beginnt der Zirkus von vorne.

Anschließend WhatsApp auf Werkstellung zurücksetzen. Der Weg ist Anwendungen –  Stoppen erzwingen – Daten löschen. Damit gehen alle gespeicherten Chats und auch Kontakte verloren, aber die App ist wieder sauber.

Meist legt WhatsApp in der Nacht ein Backup der Daten auf der Festplatte oder Speicherkarte an und sychronisiert sich am nächsten Tag. Um Chats wieder herzustellen muss WhatsApp gelöscht und neu installiert werden. Wenn die Software neu gestartet, fragt WhatsApp „Möchtest du deinen Chat-Verlauf aus dem Backup wiederherstellen?“. Ja und alles ist wieder gut. Dann nochmal prüfen, ob der Wurm Priyanka gekillt wurde.