Archive for Januar 2017

Musiktipp: Keep me singing von Van Morrison

30. Januar 2017

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Da ist er wieder, der störrische alte Knabe, der Mann der Irland den Blues brachte. Van Morrison hat sein neues Album Keep me singing veröffentlicht. Es ist im Herbst erschienen und ich hatte jetzt erst die Muse es richtig anzuhören. Und es ist schlichtweg ein Hammer. Wer den Iren mag, wird nicht enttäuscht sein. Es ist mit Abstand sein bestes Album der vergangenen Jahre.
Wenn ein anderer Künstler Keep me singing aufgenommen hätte, wären die Kritiker auf die Knie gefallen. Bei einem Meister wie Van Morrison nehmen sie dieses Album zur Kenntnis. Schließlich sprechen wir nicht von irgendeinem Songwriter, wir sprechen von Van Morrison, der zahlreiche Klassiker herausgebracht hat. Er erfindet sich immer wieder neu und eigentlich nimmt er seit Jahrzehnten die gleiche Platte immer wieder neu auf. Die neuen Songs klingen so vertraut, als ob ich sie seit Jahren kenne. Melodie, Dramaturgie, Inhalt – alles genial. Es ist so, als ob Van Morrison nie weg gewesen war. Er schließt nahtlos mit Keep me singing an seine Klassiker an. Welcher Musiker kann dies von sich behaupten?
Der Mann mit seinen 71 Jahren ist immer noch grantig, in Bayern sagt man bei uns, er ist ein Grantler, aber einer auf ganz hohem Niveau. 13 Songs sind auf dem Album, davon eine Coverversion. Ich habe dieses Album bei einer guten Flasche (schottischem) Whisky genossen – verzeih lieber Van ich mag schottischen lieber als irischen Whisky. Ich habe die Beleuchtung reduziert, die Musik aufgedreht und hab es genossen. Augen zu und der Musik gelauscht – so kann jeder Abend verlaufen. Es ist dieses Mal ein ruhiges Album geworden, ein bisschen Jazz ist eingeflossen. Ich hab sie zum ersten Mal im warmen Sonnenuntergang im Herbst gehört und die sentimentale Stimmung hat mich verzaubert. Jetzt ist es Winter und ich sitze beim warmen Sonnenuntergang und kann genießen.
Für mich zählt Van Morrsions Keep me singing zu den positiven Alben des vergangenen Herbsts und ich kann das Album bedenkenlos empfehlen.

Film- und Musiktipp: Eight Days A Week von The Beatles

29. Januar 2017

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„Papa, warum schreien die so laut?“ – das war die erste Reaktion von K1 als wir als Familie die fabelhafte Beatles Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years ansahen. Der Film beschreibt den Tour irrsinn der Beatles der sechziger Jahre bis zum letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Die Plizköpfe spielten sich die Seele aus dem Leib und wurden regelrecht verbrannt. Die DVD wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt und ich habe sie mir gerne angesehen. Die Jungs haben den Stress durchgehalten und mit ihrem Beat die Musikwelt revolutioniert. Beatlemania nannte man das Phänomen und gerne wäre ich dabei gewesen. Ich kenne diese Beatlemania nur aus Erzählungen und vom Fernsehen und eben jetzt von dieser Doku.
Aufmerksam, sehr aufmerksam schaute ich die Dokumentation von Ron Howards an und bekam viele neue Eindrücke. Es ist ein Wahnsinn, welche enorme Wirkung die Beatles hatten, welche Kraft sie auf ihren Konzerten entwickelten. Mit einfachen Songs entzündeten sie einen Sturm bei den zumeist weiblichen Fans. Das Geschrei bei den Konzerten war ohrenbetäubend. Bei den mickrigen Verstärkern auf der Bühne und ohne Monitorboxen ging Gesang und Musik komplett unter. John Lennon und George Harrison hassten die Touren, was beim Betrachten der Dokumentation durchaus verständlich ist. Was wie ein Traum begann, endete im Albtraum. John, Paul, George und Ringo wirkten gehetzt, genervt, ausgebrannt – es ist ein Wunder, dass sie sich gefangen hatten und anschließend die Musik mit ihren Studioalben nochmals auf den Kopf stellten. Die Doku zeigt, unter welchen Bedingungen damals der Rock´n Roll-Zirkus stattfand. Keiner der heutigen Stars kann sich wohl vorstellen, was diese musikalischen Genies durchmachen mussten und auch wie gefährlich es war, auf die Bühne zu gehen und wieder lebendig von dieser herunterzukommen. Es gab keine Privatjets oder Hotelsuiten, keine Bodyguards oder großen Service.

Beatles at the Hollywood Bowl
Als wir als Familie vor kurzem in New York waren, fand ich im Hard Rock Café am Time Square viel Material von den Beatles. Ich habe über meine Eindrücke in dem Restaurant ausführlich unter dem Titel Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7 gebloggt.

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Nach dem Film war auch ich wieder im Beatles-Fieber. Ich musste das Album Live At The Hollywood Bowl haben. Als Jugendlicher hatte ich eine Bootleg-Aufnahme auf einer Audiokassette. Der Sound war schlecht, aber die Aufnahme machte Laune. Im Laufe der Jahre verlor ich die Kassette und war froh darüber, dass nun das Album offiziell erschien. Die Toningenieure um Giles Martin, der Sohn von George Martin, schufen Beachtliches. Sie holten aus den alten Bänder viel heraus. Es gelang ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die das Konzert wirklich gut konservierte. Geschrei und Musik gingen wunderbar ineinander über. Als Zuhörer kann man verstehen, warum die Musiker keine Lust mehr hatten, live zu spielen. John Lennon machte die Ansagen und sein Humor kommt sehr gut an. Zitat von Lennon: „The next song, we’re gonna sing is an oldie. Some of the older people might remember. It’s from last year ! And it’s called: She loves you !“ Ich glaube, die damaligen Zuschauer hatten davon nichts mitbekommen.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Die Shows waren relativ kurz. Es waren 14 Songs – auf der CD gibt es noch zusätzlich drei Bonustracks. Ingesamt sind die Beatles dreimal in der Hollywood Bowl aufgetreten, am 23. August 1964 und dann am 29. und am 30. August 1965.

Beladen eines Hilfscontainers für Togo – PiT Togohilfe Maisach in Aktion

28. Januar 2017

 

Es ist schön zu sehen, wenn fremde Leute zusammenarbeiten für ein gemeinsames Ziel. Dies dachte ich, als ich vor kurzem einen 40 Tonnen Container für die Aktion PiT Togohilfe Maisach mitbeladen habe. Ich unterstütze den Verein und mein Unternehmen redaktion42 hat zwei Patenschaften im afrikanischen Togo. Den Verein, unter der Leitung von Margret Kopp, gibt es bei uns im Dorf Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck eine gefühlte Ewigkeit und die Togohilfe ist dafür bekannt, dass ihre Hilfe dort ankommt, wo sie nötig ist. Immer wieder habe ich über die Togohilfe Maisach gebloggt und war auch einmal in Togo selbst und konnte mich überzeugen, dass die Spenden richtig eingesetzt werden.

40 Tonnen müssen verladen werden
Jetzt war es wieder an der Zeit, einen Container auf den Weg nach Lomé, die Hauptstadt Togos, zu bringen. Rund 20 freiwillige Helfer der Togohilfe versammelten sich um 8 Uhr morgens bei eisiger Kälte im Togohaus in Maisach und packten an. Es galt das Lager im Togohaus zu räumen und die Hilfsgüter in den Container zu schichten. Ein schwerer Lkw bringt dann den Container nach München zum Verladebahnhof. Von dort geht der Container mit dem Zug nach Bremen und wechselt aufs Schiff Richtung Lomé.
Im Lager stapeln sich die Hilfsgüter für Togo. Viele davon sind bereits auf Paletten verpackt, um das Handling leichter zu machen. Ich sehe Babynahrung von HIPP, Verbandsmaterial, Bettwäsche für Krankenhäuser, Stühle und Tische sowie Tafeln für Schulen. Kleine und große Pakete, Koffer, Spielzeug und vor allem Nähmaschinen. Alte Pfaff und Singer stehen in Reih und Glied. Sie laufen in der Regel ohne Strom, denn Elektrizität ist im Busch von Togo nicht immer gewährleistet. Bei uns stehen die Maschinen als Dekoration in den Münchner Villen. Solche Nähmaschinen sind in Togo heiß begehrt, denn damit können die Togolesen ihre eigenes Leben finanzieren und müssen nicht Waren aus Fernost kaufen.

Container für Togo – Tetris mit Hilfsgütern
Das Team der zwanzig Helfer funktioniert tadellos. Gott sei Dank sind Leute mit Logistikerfahrung dabei, die zum einen wissen, wie man mit den Hubwägen und Gabelstapler umgeht und die zu zum anderen wissen, wie man einen Container richtig belädt. Das Ding muss voll werden. Jeder Platz muss ausgeschöpft werden, denn der Transport nach Togo ist teuer und schließlich handelt es sich um Spendengelder. Also muss genau geschichtet werden, um keinen Platz zu verschenken. Für mich ist es eine Art Tetris mit Hilfsgütern. Die Frauen und Männer der Togohilfe haben es im Griff. Sie wissen, wie man packt und schichtet. Ich bin eher zum Tragen dabei. Ich schleppe und belade Paletten, erfahre den Unterschied zwischen Euro- und Einmalpaletten und stelle auch fest, wie schwer Nähmaschinen sein können.

Gelebte Integration im Togohaus
Mit meinem Schulfranzösisch ausgestattet, wechsele ich ein paar Worte mit den mithelfenden Togolesen. Ich breche mir mit den Vokabeln einen ab. Irgendwann grinst der Togolese Belo über beide Ohren, haut mir auf den Rücken und antwortet mir im hervorragenden Deutsch. Er und seine Freunde haben längst Deutsch gelernt. Wir haben beim Beladen des Lkw unseren Spaß. Ich lerne auch ein paar wunderbare Schimpfwörter auf Französisch. Eben auch hier: Die Togohilfe sorgt für gelebte Integration. Gebt den Leuten eine Aufgabe und sprecht einfach miteinander. Und baut die Mauer in den Köpfen ab.

Togohilfe macht richtige Entwicklungshilfe
Ich war zum ersten Mal beim Einladen dabei. Meine Frau hat mich zum Mithelfen motiviert und es war gut so. Meine Arbeit am Schreibtisch kann auch mal für drei Stunden ausfallen. Körperliche Arbeit ist anstrengend, noch dazu bei den eisigen Temperaturen, aber es ist eine gute Abwechslung zu meiner Büro- und Referententätigkeit. Und ich tue ein gutes Werk, denn die Togohilfe hilft den Leuten in Afrika wirklich. Sie müssen sich nicht auf nach Europa machen, sondern können in ihrer Heimat ihr Leben aufbauen. Das ist aus meiner Sicht die richtige Entwicklungshilfe und ich vertraue Margret Kopp und ihrem Verein PiT Togohilfe Maisach. Sie weiß, was sie tut.


Nach rund 3,5 Stunden war der Container beladen. Palette um Palette wurde in den Bauch des Stahlungetüms verstaut. Wenn Platz war, dann kamen noch Matratzen oben auf die Ladung. Sie werden dringend in Krankenhäusern benötigt. Über jedes Paket, über jede Palette und jedes Stück im Container wird ordentlich Buch geführt. Eine Art Stückliste, denn auch in Togo arbeiten Beamte und die nehmen ihre Sache im Hafen von Lomé genau. Mit der Regierung hat Margret Kopp ausgehandelt, dass der Container in Togo entladen und im bewachten Lager der Togohilfe vom Zoll inspiziert wird. So stellt der Verein sicher, dass nichts von den Spenden geklaut wird.

Kein Rentner mehr im Container
Am Ende schreiben wir alle unsere Namen auf ein Pappschild und senden die besten Grüße nach Togo. Das sei ein Ritual, erklärt man mir als Neuling. Dann das obligatorische Gruppenbild für die örtliche Presse und dann die Klappe zu. Natürlich folgt auch hier der Standardwitz, ob denn alle Rentner aus dem Container geschlüpft sind, bevor die Stahltüren verschlossen werden. Dann wird der Container verblombt. Margret Kopp überzeugt sich, dass alles seine Richtigkeit hat. Schließlich beginnt der Papierkrieg. Zusammen mit dem LKW-Fahrer müssen Dokumente ausgedruckt, überprüft und unterschrieben werden. Ordnung muss schließlich sein. Dann geht der Lkw mit dem Container der Togohilfe auf die Reise. Helfer stoppen den Verkehr im Dorf, damit der tonnenschwere Lkw gut aus der Einfahrt vom Togohaus herausfahren kann. Gute Reise nach Togo.

Holocaust-Gedenktag: Es sind gute Zeiten für den Kampf für unsere Demokratie

27. Januar 2017

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und die beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
Ich will in meinem sonst recht unpolitischen Blog heute an diesen Tag erinnern. Gerade die aktuellen politischen Entwicklungen in der Welt, aber auch in Deutschland machen mir Sorge, manches Mal Angst. Sind wir schon wieder soweit? Sind wir schon wieder soweit, dass Kleingeister ihr verbrecherisches Gedankengut frei und ungestraft äußern können? Bei den anstehenden Wahlen machen Menschen ihr Kreuz bei den braunen Rattenfängern, wenn ich den Prognosen glauben darf. „Das wird man doch noch sagen dürfen ..“ poltert es mir entgegen – in der Bahn, im Wirtshaus, in Seminaren. Überall in Europa und auch im Land der Freiheit, den USA, bricht blanker Nationalismus hervor. Hier wird gerade mein Europa kaputtgemacht.
Mein ehemaliger Nachbar, der unlängst verstorbene Bundespräsident Roman Herzog, hatte einstmals bei der Proklamation des Gedenktages gesagt: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Vor allem den letzten Teil der Proklamation halte ich aktuell.

Appell der Bundespräsidenten
Bei dem Festakt zu 50 Jahre Hanns Seidel Stiftung hörte ich zum ersten Mal den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck. Auch er sagte weise Worte. „Die Demokratie muss mit der Erziehung zum verantwortungsvollen Gebrauch der Freiheit einhergehen.“ Jetzt müsse man dafür sorgen, dass die Menschen in der Mitte der Demokratie erwachten und begriffen, dass Demokratie in jeder Generation nicht neu erfunden, aber neu gesichert werden müsse. „Wir wollen doch nicht, dass die Gefühlswallungen von den Rändern der Gesellschaft so stark werden, dass eine träge gewordene Mitte denkt, man kann da gar nichts machen, die Zeiten sind eben schlecht. Es sind gute Zeiten für den Kampf für unsere Demokratie.“ Lieber Herr Gauck – das waren die richtigen Worte zur richtigen Zeit: „Es sind gute Zeiten für den Kampf für unsere Demokratie.“

Unscharfes Selfie mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Unscharfes Selfie mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Respekt vor der Geschichte
Vor Jahren besuchte ich das Vernichtungslager in Ausschwitz, vor Jahren besuchte ich das Konzentrationslager Dachau, vor Jahren besuchte ich vor kurzem das Mahnmal in Berlin – es ist alles lange her gewesen. Viele Erinnerungen und Gefühlen sind verblasst. Beim Betrachten der Fotos kommen die Gedanken zurück. Ausschwitz erschreckte mich als ich sah, wozu Menschen fähig sind. Ich wanderte alleine über das Gelände und ließ mich treiben. Im Fernsehen es zu sehen, in der Schule darüber zu lernen – das ist wichtig, aber es zu erspüren ist mindestens ebenso. Die Generation der Zeitzeugen stirbt und ihre Erzählungen zu bewahren, ist wichtig,
Ich war vor kurzem beruflich in Berlin und hatte nur ganz wenig Zeit, das Holocaust-Mahnmal zu besuchen. Ich wollte es aber unbedingt, nachdem ich die Diskussion um die rechten Schreihälse mit ihrer Drang nach Öffentlichkeit mitbekommen habe. Das Holocaust-Mahnmal besteht aus einem wellenförmigen Feld mit 2711 Stelen. Durchs Netz laufen gerade Bilder von tanzenden Touris durch das Mahnmal. Das war bei mir nicht der Fall. Es war zu kalt, zu spät, zu windig, aber bei früheren Berlin-Reisen ist mir dies auch aufgefallen. Respekt vor der Geschichte gehört einfach dazu – und Bildung. Immer wieder Bildung. Bildung ist der Schlüssel zu allem.
Ich habe beschlossen, mich wieder zu erinnern und werde mich für unsere Demokratie verstärkt einsetzen. Ich lasse mir mein Europa, meine Demokratie nicht von links oder rechts kaputt machen. Ich habe keine Lust auf des Deutschen Lust auf Untergang. Ein Vorbild für meine Kinder zu sein, das ist jetzt wichtig. Ich zeige Flagge. Meine Felder sind die politische Bildung und die Medienkompetenz. Wie Gauck sagte: „Es sind gute Zeiten für den Kampf für unsere Demokratie.“

Videos von Zimmerchecks in Hotels – Teil 8

26. Januar 2017

Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.
Hotel- und Zimmercheck Stöckacher Mühle, Neustadt an der Aisch

Hotel- und Zimmercheck ibis Nürnberg, Königstorgraben, Zimmer 207

Hotel- und Zimmercheck, Bayerische Verwaltungsschule Holzhausen/Utting

Griesers Hotel zur Post, Schrobenhausen

Hotel- und Zimmercheck Hotel Poseidon, Bayreuth

New York Reiseführer – Meine Reiseimpressionen Teil 16

25. Januar 2017

Die Entscheidung nach New York zu fahren lag an K2. Im vergangenen September hatte ich groß getönt, wenn der Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewinnt, dann fährt die Familie Silvester nach New York. Die große Klappe konnte ich mir leisten, da damals Hillary Clinton ganz weit vorne lag. Am Wahltag schaute ich doof aus der Wäsche und K2 erinnerte mich an mein Versprechen. So wurden Flug und Hotel gebucht, denn Versprechen gilt es einzuhalten.


Mit dem Zeitpunkt begann ich auch, meine New York-Reiseführer aus meinen Archiv herauszuholen. Was wollten wir alles besichtigen? Ich habe rund zehn Bücher über New York, klassische Führer mit so genannten Insider-Tipps. Wenn ich ehrlich bin: Ich habe keinen einzigen angeschaut. Ich habe mich komplett im Internet in der Blogosphäre umgesehen, habe ein paar Freunde vom Bloggerclub gefragt und bei meinen New York-Bekannten angeklopft. Irgendwie hatte ich keine Lust, klassische Reiseführer zu wälzen. Aber zwei Ausnahmen gab es dennoch: Ich habe ausführlich zwei Fotobücher genossen: New York von Jeff Chien-Hsing Liao und New York von Serge Ramelli. Das eine Buch ist in Farbe, das andere Buch in Schwarzweiß – beide Bücher bieten einen aktuellen Blick auf Big Apple, auf die Stadt die niemals schläft.


Ich liebe Fotobücher, sehr zum Leidwesen meiner Frau. Fotobücher sind teuer und nehmen viel Platz weg, aber gute Fotobücher erzählen Geschichten. Sie bilden nicht nur die Wirklichkeit ab, sondern wenn sie gut gemacht sind, dann geben sie Inspiration und Motivation. Sie erzählen Geschichten aus einer fremden Welt, von bekannten und unbekannten Orten. So ging es mir mit diesen beiden New Yorker-Fotobüchern. Wenn ich ehrlich bin, dann schaute ich auch noch in ein drittes Buch: Humans of New York. Über diesen Klassiker der Street-Fotografie habe ich ja früher bereits gebloggt. Aber da ich dieses Mal mit Familie unterwegs war, rutschte das Thema Street-Fotos etwas in den Hintergrund und ich will meinen Focus auf die klassischen Bildbände mit Motiven der Stadt legen. Dennoch klarer Buchtipp für Humans of New York.

Jeff Chien-Hsing Liao: New York
Jeff Chien-Hsing Liao zeigt uns großformatige Bilder und bewegt sich auch abseits der touristischen Routen der Stadt. Freilich, Schmelztigel wie Time Square dürfen nicht fehlen, aber Jeff Chien-Hsing Liao wirft auch einen anderen Blick auf seine Stadt New York. Seine Bilder sind extrem detailliert, aufgenommen mit einer Großformatkamera und anschließend nachbearbeitet.

Als Betrachter hatte ich das Gefühl, in die Szenerie der Fotos einzutauchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Es ist anders wie bei klassischen Bildbänden. Ich bin wirklich an den Ort teleportiert und blicke nicht wie ein Betrachter von außen auf das Motiv. Hier zeigt sich das geniale Talent von Jeff Chien-Hsing Liao.

Serge Ramelli: New York
Den Namen Serge Ramelli kannte ich vor allem von Photoshop- und Lightroom-Tutorials aus dem Netz. Er ist ein großer Magier der Adobe-Software. Der Franzose hat ein gewaltiges Fotobuch über seine Heimatstadt Paris auf den Markt gebracht.

Atemberaubende Schwarzweiß-Fotos von der Stadt der Liebe. Nicht ganz so perfekt ist sein Fotobuch über New York geworden, aber dennoch ist es eine Inspiration für mich gewesen. Das ging sogar soweit, dass ich einen kleinen Fotoblog mit Schwarzweiß-Bilder eingerichtet habe, in dem ich unregelmäßig Bilder poste. Ramelli ist der klassische HDR-Fotograf, der am Rechner seine Bilder nachbearbeitet. Ich bin nicht von allen Motiven begeistert, die er von New York geschossen hat. Manche Aufnahmen sind großartig, manche sind langweilig und die Luftbilder aus dem Heli sind etwas unscharf. Er besucht vor allem die touristischen Plätze und zeigt uns ein New York in Schwarzweiß – für mich eine Liebeserklärung an die Stadt wie Woody Allens Manhatten.

Vielen Dank
Mit diesem Beitrag beende ich meine New York-Serie und freue mich über die große Resonanz. Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und Klicks. Mal sehen, wohin mich meine nächsten Reiseimpressionen mich führen. Ich kehre damit wieder zu meinen gewohnten Beiträgen zurück.

Restaurant mit Bestellung am iPad – Meine Reiseimpressionen Teil 15

24. Januar 2017
Jeder Tisch in den Restaurants war mit einem iPad ausgestattet und dort ließ sich wunderbar Essen bestellen.

Jeder Tisch in den Restaurants war mit einem iPad ausgestattet und dort ließ sich wunderbar Essen bestellen.

Eine Zukunft des Restaurants habe ich am Flughafen Newark Liberty International Airport angetroffen. Wir waren auf Rückflug von New York und hatten noch etwas Zeit am Flughafen, weil Homeland Security schnell und zügig arbeitete und keine Zicken machte. K1/2 hatten Hunger und so beschlossen wir, unsere letzte Nahrung in den USA aufzunehmen. Der Newark Liberty International Airport ist ein großer Flughafen und wir wurden via Air Train zum Terminal C gebracht und suchten uns ein Restaurant.

Die Masse der Restaurants im Terminal C funktionieren anders als die Restaurants, die ich gewohnt war. Jeder Tisch verfügt über ein iPad. Hier kann der Kunde seine Bestellungen aufgeben. Das musste unsere technikverrückte Familie gleich ausprobieren. Wir entschieden uns für ein italienisches Restaurant und jeder griff zum ihm vorliegende iPad. Das Display listet die Speisekarte, Facebook, Twitter, Nachrichten und auch Spiele-Apps auf.

Das Display zeigt die Karte und andere Apps.

Das Display zeigt die Karte und andere Apps.

Jedes iPad ist fest mit dem Tisch verdrahtet, so dass es keine Füße bekommt und gestohlen werden kann. Am Tisch waren gleichzeitig Ladestationen mit US-Steckern und USB-Ports zum Laden der Smartphone angebracht. Diesen kostenlosen Service nutzen wir gleich aus.

Steckdosen an jedem Platz.

Steckdosen an jedem Platz.

Wir wählten die umfangreiche Speisekarte, stellten die Beschreibungen auf Deutsch um und suchten aus. Die Vielfalt war sehr groß. Die Speisen waren ausgezeichnet fotografiert und zudem erläutert. Die Übersetzungen waren im großen und ganzen gelungen. Nun, dass es eine digitale Speisekarte am iPad gibt, ist nicht die Revolution. Das habe ich in Deutschland auch schon öfters erlebt. Interessant fand ich, dass der komplette Bestellvorgang via Apple Device abläuft.

Ist die Zukunft schon Gegenwart?

Ist die Zukunft schon Gegenwart?

Meine Kinder wählten Pizza, meine Frau gebackene Calamari und ich Austern, weil ich dieses Mal nicht in der legendären Austern Bar in der Grand Central Station war. Da wir vier Personen waren und alles auf eine (meine) Kreditkarte buchen wollten, bestellten wir an einem iPad, um den Buchungsaufwand zu minimieren.

Bezahlt wird via Plastikgeld.

Bezahlt wird via Plastikgeld.

Getränke kamen hinzu und das Trinkgeld auch. Warum Trinkgeld? Nun, die iPad-Bestellung wurde uns von einem freundlichen Ober erklärt, der auch das Essen brachte. Trinkgeld gehört im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einfach dazu. Ich zog die Kreditkarte durch und die Rechnung kam per eMail in mein Postfach.

Der Lieferstatus wird angezeigt.

Der Lieferstatus wird angezeigt.

Das iPad zeigte uns auch, wie weit der Lieferstatus unseres Essens war. Essen wird zubereitet und dann Essen wird geliefert. Schön war, dass die Speisen gleichzeitig kamen, trotz unterschiedlicher Zubereitungszeit. So konnte die Familie gemeinsam essen. Und ich muss zugeben: Das Essen hat sehr gut geschmeckt. Die Familie war sehr zufrieden.

 

 


Wir verglichen die Speisen mit den Bildern auf der Karte und waren sehr angetan, dass digitales Foto und echtes Essen sehr ähnlich aussahen. Anders wie in Burgerketten oder Fast-Food-Lokalitäten, in denen ein himmelweiter Unterschied zwischen fiktionaler und realer Welt festzustellen ist.

Fazit der Familie: Eine tolle Sache.

Fazit der Familie: Eine tolle Sache.

Fazit der Familie: Es funktioniert, geht schnell und hat auch einen Charme. Natürlich will ich nicht so eine Bestellung via iPad in jedem Restaurant, aber die Idee dahinter finde ich sehr faszinierend. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Am Newark Liberty International Airport haben die Gastronomen diese Zukunft bereits beschritten und auch das ist interessant.

Hier das Fazit von meiner Frau und mir als Video:

Tagsüber im American Museum of Natural History- Meine Reiseimpressionen Teil 14

23. Januar 2017
Der Titanosaurier passt nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.

Der Titanosaurier passt nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.

Wenn es in New York regnet, bieten sich die klassischen Regenfotos à la James Dean am Times Square an. Allerdings war ich mit Familie in New York unterwegs und so stand der Gang in ein Museum auf dem Programm. James Dean muss warten. Museen gibt es ja einige am Big Apple, aber mit Kunst kann ich meine Kinder jagen. Also musste etwas anders geboten sein: Wir entschieden uns nach ein wenig Recherche für das American Museum of Natural History und der Besuch hat sich voll gelohnt – für alle Familienmitglieder. Bei uns ist das Museum durch den schrecklichen Film “Nachts im Museum” mit Ben Stiller bekannt geworden. Nun, wir besuchten das Museum in der Nähe des Central Parks mit seinen über 25 Gebäuden tagsüber.

Warteschlange vor dem American Museum of Natural History
Allerdings waren wir nicht alleine. Wenn es in New York regnet, dann haben gefühlt alle New Yorker Familien die Idee ins Museum zu gehen. So war erst einmal langes Warten vor dem American Museum of Natural History angesagt – bei strömenden Regen.

Im Gebäude hatten wir via Smartphone Tickets gekauft und konnten so der Schlange vor den Schaltern und seltsamerweise auch den umfangreichen Sicherheitskontrollen entgehen. Noch besser ist es, Fördermitglied des Museums zu werden, dann kann man an der wartenden Schlange vorbeimarschieren. Wir sind bereits Fördermitglied des Deutschen Museums in München, das reicht und so oft kommen wir nicht nach New York. Es gab im Vorfeld drei Gründe für den Besuch eines der größten Naturkundemuseen der Welt: Im American Museum of Natural History gibt es ein 1:1-Modell eines Blauwals, ein großer Meteor, den 563 Karat schwere „Stern von Indien“ – der größte jemals gefundene Saphir und eine absolut geniale Saurier-Ausstellung.

Zeitkapsel vor dem Museum.

Zeitkapsel vor dem Museum.

Wer genau wie wir vor dem American Museum of Natural History warten muss, dem empfehle ich das Betrachten einer Zeitkapsel. Vor dem Museum hat der Architekt Santiago Calatrava für die New York Times eine Zeitkapsel entworfen. Sie wurde im Jahr 2001 verschlossen und soll am 1. Januar 3000 wieder geöffnet werden. Schöne Idee, ich werde es aber wohl nicht überprüfen.

Der Titanosaurier – der größte Dino überhaupt
New York ist die Stadt der Superlative. Das ist bei den Ausstellungsstücken im American Museum of Natural History ebenso. Im Dino Park des Museums stand er: Der größte Saurier, der bisher gefunden wurde. Der Titanosaurier.

Das Skelett hat eine Länge von 26 Metern und das Tier dürfte 70 Tonnen gewogen haben. Etwa 10 afrikanische Elefanten haben das gleiche Gewicht, so Kurator Mark Norell. Die Dino-Forscher sagen, das riesige Vieh war noch nicht einmal ausgewachsen. Gestreckt wäre sein Hals lang genug, um ins Fenster eines fünfstöckigen Gebäudes zu schauen.
Ein Bauer hatte in Patagonien/Argentinien ein Fossil in einem Steinbruch entdeckt. Als man das Skelett ausgegraben hatte, stellte man fest, wie riesig der Kamera ist. Wegen seiner Länge passt der Titanosaurier nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.
Der Titanosaurier ist also nicht zu übersehen. Aber auch die restliche Dino-Abteilung ist absolut gelungen. Der Besucher kommt ganz nahe an die Ausstellungsobjekte heran, der eine zum Studieren, der andere für ein Selfie. T-Rex und Mammut hatten es persönlich angetan. In dieser Abteilung kam sich der Mensch mal richtig klein vor in Gegenwart der Giganten. Unseren Kindern hat der Einstand im Museum gefallen. K1 ist große Dino-Experte und konnte die Familie durch die Ausstellung führen. Sein Fachwissen hatte K1 durch zahlreiche Spielberg-Filme, BBC-Dokus aus YouTube und Was ist Was-Bücher – Bildung im 21. Jahrhundert.

Stoppt den Walfang – Blauwal im Museum
Da wir gerade bei großen Lebewesen sind, schaute wir auch beim Blauwal vorbei. In einem großzügigen Raum hing ein 1:1-Modell eines riesigen Blauwals von der Decke. Was sind das für wunderschöne und erhabene Lebewesen?

Absolut eindrucksvoll: Ein Wal hängt von der Decke.

Absolut eindrucksvoll: Ein Wal hängt von der Decke.

Die Familie trennte sich in dem Raum und jeder ging in der Abteilung seiner Wege. K1/2 interessierte mehr die Haie, meine Frau streifte umher und ich legte mich auf den Rücken und hatte den Wal in all seiner Schönheit über mir. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Freilich dachte ich an den genialen Roman Moby Dick. Und ich wusste wieder, warum ich den Walfang verabscheue. Es ist eine Sünde, solche Wesen zu jagen. Von der Galerie aus, drehte ich ein Facebook Live-Video und diskutierte mit meinen Facebook-Kumpels über den Blauwal.

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Die Milstein Hall of Ocean Life, so heißt die Abteilung, umfasst 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, wobei der 28,6 Meter lange Blauwal sicherlich einer der Hauptattraktionen des Museums ist. Mithilfe von Beleuchtungs-, Video- und Audioeffekte wird ein virtueller Ozean erzeugt.

Beim Blauwal war ein Poke Stopp.

Beim Blauwal war ein Poke Stopp.

Ein Wort zur Museumsdidaktik
Der Show-Aspekt bei US-Museen ist deutlich höher als bei deutschen Museen, die oftmals ein Hort der Wissenschaft und Forschung sind. Im American Museum of Natural History wird sicherlich auch massiv geforscht, doch die Amerikaner wissen einfach, wie sie ihr Museum dem Publikum verkaufen. Die Exponate haben eine andere Wirkung als bei uns, sie sind effektiv in Szene gesetzt und entsprechend beleuchtet. Die Besucher werden regelrecht ermutigt, ein Foto für soziale Netzwerke zu machen und so für das Museum zu werben, der Hashtag #amnh wird dabei eingesetzt. Zwar sind Selfie Stangen und Blitzen untersagt, aber die Masse der Besucher will auch nur Erinnerungsfotos knipsen.


Es gibt zwar ein paar Faltpläne aus Papier in verschiedenen Sprachen, um sich im Museum zurecht zu finden. Aber die beste Führung läuft per Apps. Das komplette Museum ist mit leistungsstarken WLAN ausgestattet. Ich selbst habe ein ruckelfreies Facebook Live Video vor dem Blauwal-Modell gedreht. Das Museum war hervorragend besucht und die Masse des Publikums hatte Smartphone im Einsatz – und dennoch ist das WLAN nicht in die Knie gegangen.
Und es werden verschiedene Apps für verschiedene Zielgruppen angeboten. Da gibt es beispielsweise den klassischen Museumsführer, um sich zu orientieren. Die Explorer App zeigt dem Besucher, wo er gerade ist und wo die nächsten interessanten Exponate zu finden sind. Für die Kinder gibt es eine Micro Rangers-App. Hier lassen sich mit den Micro Rangers ein Spiel im Museum spielen und so die Exponate spielerisch entdecken.

AR im Museum.

AR im Museum.

Auf Basis einer XBox standen große Monitore samt AR-Kamera herum. Der Besucher wird von der AR-Kamera erfasst und kann so einen Saurier durch Bewegung steuern. Das Motto ist: Be the Dino. Als ich das System ausprobieren wollte, musste ich erst einmal eine Masse von Kindern vertreiben. So ist das Leben.

4,5 Milliarden Jahre alter Stein aus dem All
Eindrucksvoll für mich war auch der größte in einem Museum ausgestellte Meteor Ahnighito. Für mich übt diese Klumpen Gestein eine ungeheure Faszination aus. Das Material stammt nicht von der Erde. Es ist wirklich außerirdisch. Nun gut, es ist ein großer Stein, der durch den Weltraum fliegt. Aber für mich war dieser Meteor viel, viel mehr.

Der Meteor ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Der Meteor ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Ich habe mich vor das Exponat gesetzt und zugehört. Dieser Stein ist ein exzellenter Geschichtenerzähler. Er kam zu Orten, die ich nie sehen werde. In meiner Fantasie berichtete der Stein von seiner Reise durch das All und ich hörte genau zu. In meinen Träumereien kamen wieder und wieder alte Science Fiction-Geschichten hoch.
Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne und wurde 1894 in Grönland gefunden. Vor rund 10000 Jahren schlug er auf die Erde ein. Mit einem Gewicht von 31 Tonnen ist der Ahnighito der drittgrößte Meteorit, der bisher entdeckt wurde.

Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne

Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne

New Yorker Popart-Künstler Ed Heck – Meine Reiseimpressionen Teil 13

19. Januar 2017

New York bietet einige der besten Kunstmuseen der Welt. Kunst ist aber nicht nur im Guggenheim und Co zu finden, sondern an jeder Straßenecke. Die Stadt strotzt nur so von Kunst und Künstlern, sei es Film, Musik, Malerei, Tanz und vieles mehr. Wer genau hinschaut, findet überall Kunst – und sei es auch nur die Kunst in dieser Stadt zu überleben.

Kunst oder nicht? Streetart überall in New York.

Kunst oder nicht? Streetart überall in New York.

Ich habe im Big Apple ein paar Bekannte, darunter auch eine Berühmtheit. Ich kenne im New Yorker Stadtteil Brooklyn einen Künstler, dessen Werk und Person ich gerne mag. Sein Name ist Ed Heck. Er ist einer der wichtigsten Vertreter des New Yorker Popart und meine Familie besitzt mehrere Bilder von ihm. Im Laufe der Jahre haben wir uns angefreundet und wenn ich in New York zu Gast bin, dann schau ich gerne in seinem Studio in Brookyln auf einen Plausch vorbei. So auch dieses Mal.

ich mag so eine Art von Humor.

ich mag so eine Art von Humor.

Banksy in New York
Auf dem Weg zu ihm, traf ich zufällig auf ein Kunstwerk, von einem Künstler, dessen Arbeit ich verehre: Banksy – auf der Upper West Side stieß meine Frau zufällig auf ein Bild von ihm. Fast wären wir in unserer Hektik an dem Werk vorbeigelaufen. Wer mehr über Bansky und New York wissen will, sollte hier klicken. Leider ist von Banksys Werk in New York nicht viel übrig geblieben. Er war im Oktober 2013 in New York und hinterließ jeden Tag ein Kunstwerk in den Straßen. Sein Motto: „Better Out Than In“ (BOTI). Viele der Kunstwerke sind zerstört, einiges konnte erhalten werden, wie dieses wunderbare Graffiti als genialer Beitrag zu Streetart. Das absolut lesenswerte Buch Banksy in New York dokumentiert die täglichen Stationen von Banksy und seiner Kunst in New York. Ich liebe Banksy.

Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.

Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.

Ed Heck und sein Studio
Das Studio von Popart-Künstler Ed Heck liegt in Brookyln und ist mit seinen Bildern eingerichtet. Die Bilder sind bunt, in grellen Farben und machen mir einen riesigen Spaß. Kein Wunder, denn Ed Heck illustrierte Kinderbücher mit Katzen, Vögel und vor allem Hunde. Ich habe mir einige der Kinderbücher von Ed Heck gekauft und habe meine Freude daran. Diese Art zu malen hat er auf die große Leinwand übertragen. Nach seinem Studium an der Kunstschule (School of Visual Arts, BFA) 1987 arbeitete Heck bis 2004 als Illustrator beim American Museum of Natural History. Dort erlebte er auch das Trauma 11. September. Wer heute in der Dino-Abteilung des Museums genau hinschaut, sieht überall Bilder von Ed Heck. Ich werde über das Museum noch in dieser Blogreihe schreiben. Seit 2004 ist Heck selbstständiger Künstler.

Ein toller Kerl und ein genialer Künstler: Ed Heck.

Ein toller Kerl und ein genialer Künstler: Ed Heck.

Weißwurst als Auslöser für eine Freundschaft
Ich hab ihn das erste Mal in Deutschland auf einer Vernissage der Galerie Mensing getroffen. Er stellte seine Bilder auf und wir entschlossen uns zum Kauf eines Bildes von zwei liebenden Vögeln.
Weil es wohl Bayern war, entschloss sich der Galerist Weißwürste als Verpflegung anzubieten. Leider hat er dem US-Amerikaner Ed Heck aber nicht gezeigt, wie er eine bayerische Weißwurst essen soll. Heck versuchte die Wurst wie eine Currywurst zu schneiden und zu essen – mit Haut. Da musste ich eingreifen. Ich nahm Ed Heck unter den entsetzten Blicken der Münchner Kunstszene und des Galeristen die Weißwurst weg und warf sie in den Müll. Eine Weißwurst mit Darm zu essen, das geht wirklich nicht. Dann holte ich vom Catering eine frische Weißwurst und zeigte Ed Heck, wie man die bayerische Spezialität richtig von der Wurstpelle befreit und professionell mit süßem Senf und Brezn isst. Heck war sichtlich dankbar und wir unterhielten uns angeregt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Immer wieder trafen wir uns, ich kaufte ein paar Bilder und wenn ich in New York war, schaute ich in seinem Studio vorbei.

Ed Heck mit (meiner) Ehefrau und Ente.

Ed Heck mit (meiner) Ehefrau und Ente.

So auch dieses Mal und ich brachte Ed Heck ein kleines Geschenk mit. Ich weiß, dass Heck Enten mag und so verschenkten meine Familie und ich eine gelbe Badeente mit bayerischer Klamotte und Bier und natürlich Weißwurst. Ed Heck verstand den Humor sofort.

Superhelden auf Leinwand
Wir durften einen Blick auf aktuelle Bilder werden, die eine enorme Kreativität und Humor ausstrahlen. Ich mag diese kindlich-naive Art der Motive, die sich immer wieder auf New York beziehen. Die tierischen Figuren haben Charakter. Im Moment arbeitet Heck an einer Serie über Superhelden, wobei wir uns einig waren, dass Batman der beste Superheld schlechthin ist. Die dunkle Seite von Bruce Wayne faszinierte uns beide. Für ein Bild braucht er etwa eine Woche. Lange sprachen wir über Copyright und die Freiheit der Kunst. Marvel beispielsweise hat weniger Probleme, wenn man aus die markenrechtlich geschützten Figuren künstlerisch verändert. Der Motorrad-Hersteller Harley Davidson hat dagegen weniger Humor und klagt bei Rechteverstößen alle in Grund und Boden.

Ed Heck zeigte uns sein legendäres Notizbuch.

Ed Heck zeigte uns sein legendäres Notizbuch.

Heck zeigte uns auch sein legendäres Notizbuch. Dies trägt er immer bei sich. Sobald er eine Idee für eine neue Figur hat, wird es in diesen Notizbuch verewigt. Dann entstehen die Werke auf der großen Leinwand, wobei der Rechner zum Einsatz kommt, um den besten Kontrast der Farben auf dem jeweiligen Motiv auszuloten. Irgendwann, so Heck, plane er die Anschaffung eines Wacom Cintiq-Tablets, um den Workflow zu verbessern.

Ed Heck kommt wieder nach Deutschland
Im Februar 2017 kommt Ed Heck für einen Monat nach Deutschland. Ein neuer Kunde hat ihn eingeladen und stellt ihn Wohnraum und Atelier zur Verfügung. Es soll eine neue Zusammenarbeit entstehen. Ich versuche nach Stuttgart zu kommen und habe schwäbische Freunde schon aktiviert, damit wir die Gegend unsicher machen können. Die sprechen die Landessprache und kennen sich aus. Ich freue mich schon wieder auf unser nächstes Treffen.

Leider ist sein Sohn dieses Mal nicht dabei, er muss zur Schule. Ich habe ihn einmal kennengelernt. Er studiert Schlagzeug und spielt mit den absoluten Größen der Szene. Vor Weihnachten hatte der Sohnemann die Gelegenheit mit Ringo Starr in einer Masterclass zu drummen. Wer kann das schon von sich behaupten? Papa Heck hat selbst Zugang zur US-Musikszene und ist eng befreundet mit Carmine Appice. Ich verehre diesen Drummer aus seiner Zeit von Beck, Bogart und Appice. Ed Heck und Carmine Appice sind ein prima Team und vielleicht habe ich irgendwann das Glück auch mal Mäuschen zu sein, wenn sich die kreativen Köpfe treffen.

Kunstwerk auf dem iPad Pro
Als Zeichen unserer Freundschaft wurde mir eine besondere Ehre zu Teil. Ich bekam das letzte Bild des Jahres 2016 von Ed Heck live gemalt.

Ein echter Ed Heck auf meinem iPad Pro - vielen Dank.

Ein echter Ed Heck auf meinem iPad Pro – vielen Dank.

Auf der Rückseite meines goldenen iPad Pro malte er einen typischen Ed Heck Hund. Meine Frau hat das Entstehen des Kunstwerkes mitgefilmt. Lieber Ed Heck, vielen, vielen Dank für dieses Bild. Es bedeutet mir sehr viel. So trage ich jetzt einen echten Heck in meinen Seminaren herum. Naja, wird Zeit, dass Apple im März ein neues iPad veröffentlicht, damit mein Heck in eine Vitrine kommt. Auf jeden Fall bin ich sehr stolz.

Malen für Erwachsene
Ed Heck ist ein geselliger Typ, der die Beatles hört und immer wieder neue Ideen hat. Immer wieder organisiert er Kindermalerei-Camps. Hier können Kinder malen lernen und sich kreativ ausleben. Jetzt ist er dazu übergegangen, auch Malpartys für Erwachsene zu organisieren. Er kommt mit Ed Heck Motiven und Malstiften zu einer Party und Erwachsene können Bilder ausmalen. Das klingt auf den ersten Blick seltsam, doch wer die Szene kennt, der weiß auch, dass Malbücher für Erwachsene der absolute Renner sind. Ähnlich einer Tuberware-Party kommt eine Gruppe zusammen, trinkt etwas, quatscht und dann malt dann. Heck will diese Events 2017 ausbauen. Vielleicht können wir in Stuttgart so etwas auch durchführen – Ideen hab ich schon.

Das Zentrum der Kreativität.

Das Zentrum der Kreativität.

Elektronik kaufen bei Apple und Nintendo in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 12

18. Januar 2017

Wenn es um Elektronik in New York geht, dann bedeutet es für unsere Familie natürlich die Besuche bei Apple und Nintendo. Beide Unternehmen haben im Big Apple entsprechend repräsentative Stores und auch wenn wir nicht viel gekauft haben, ist der Besuch immer wieder lohnenswert. Vorher ging es aber zu Best Buy.

Best Buy muss einfach sein
Auf dem Weg zu den Ikonen der Unterhaltungsindustrie schauten wir allerdings zunächst bei Best Buy vorbei. Das ist eine Art Elektrokette, wie bei uns Saturn oder Media Markt. In New York gibt es noch einige dieser Läden – noch muss ich sagen, denn Amazon macht das Leben schwer. Es war mir fast unmöglich, in New York CDs zu kaufen. Die großen Flagship-Stores aus dem Musikbereich gibt es nicht mehr. Bei Best Buy hab ich einen Ständer mit CDs gesehen, das war es aber auch schon.


Bemerkenswert, welchen Stellenbereich das Thema Wearables in den USA einnimmt. Auch wenn die Verkaufszahlen laut Medienberichten nicht so berauschend sind, hatte jeder Best Buy eine umfangreiche Abteilung für Uhren und Fitness-Armbänder. In New York habe ich auch viele Amerikaner gesehen, die entsprechende Wearables trugen. Ich habe meine Apple Watch Serie 2 und bin zufrieden damit.
Ich selbst war bei Best Buy auf der Suche nach einem Amazon Echo und einem Google Home. Diese Geräte sind digitale Assistenten, die auf Zuruf reagieren und sich mit der Sprache steuern lassen. Apple hat so eine Art Technologie namens Siri. Bei Amazon heißt die Dame in der Box Alexa.


Ich habe im Oktober bei Amazon eine Einladung für den Sprachassistenten Echo bei Amazon angefordert. Als ich in den USA war, hatte ich noch keine Einladung von Amazon. Amazon kommt wohl mit den Bestellungen nicht nach. Das geht mir auf den Senkel. Ich glaube fest daran, dass Sprachassistenten die Zukunft im Smart Home gehört und möchte die Geräte ausprobieren. Zudem brauche ich die Sachen als Demonstration für meine Verbraucherseminare. Natürlich ist mir der Datenschutz bewusst und ich konnte mich über die umfangreichen Puppenhausbestellungen über Echo amüsieren, als eine Radiosendung Alexa aufforderte, ein Puppenhaus zu bestellen, was Alexa auch gleich machte.
Bei Google Home schaute ich auch in New York in die Röhre. Keiner der Läden hatte Geräte vorrätig. Schade. Bei Amazon Echo hatte ich in einem Best Buy mehr Glück. Es gab noch ein paar Echos und ein paar Tabs, das sind die mobilen Lautsprecher von Amazon. Ein Dot gab es leider nicht mehr. Also Echo samt Alexa in Schwarz eingekauft und ich will es jetzt in Deutschland zum Laufen bringen. Ich hoffe, Alexa versteht mich jetzt in Deutsch.

Bunte Welt von Nintendo
K1 und K2 wollten zum Nintendo Store in der Nähe des Rockefeller Centers. K2 spekulierte auf ein neues Nintendo 3DS XL und als wir uns nach langen internen Beratungen für ein Gerät entschieden hatten, wies uns der Verkäufer freundlicherweise darauf hin, dass das Gerät mit europäischen Spielen nicht funktionieren würde. So ein Mist. Was soll das Nintendo? War das schon immer so? Zumindest bei Sony habe ich für die PS3 viele, viele Spiele in den USA gekauft und auf der heimischen PS3 gezockt. Mit der Nintendo Switch soll es anders werden.


Naja, so bleib uns nur übrig, im Nintendo Store aus den umfangreichen Merchandising-Artikel von Mario und Co auszuwählen. Freunde, das Zeug geht ganz schön ins Geld. Schön, waren verschiedene Sammlerfiguren.
Für mich als Retro-Gamer war aber eine kleine Ausstellung im ersten Stock des Stores interessanter. Hier wurden verschiedene Konsolen und Spiele von Nintendo über all den Jahren ausgestellt. Das ist eine wehmütige Reise in die Vergangenheit. Von einigen Konsolen habe ich nur gelesen, sie aber noch nie live gesehen. Leider kann man die Sachen nicht ausprobieren und bei meinem Besuch stand auch kein kompetenter Gesprächspartner zum Fachsimpel zur Verfügung – schade. Und dennoch: Ich kann jedem Retro-Fan den Besuch des Stores absolut empfehlen.

Apple – über allem leuchtet der Apfel
Wir besuchten mit dem Store an der 5th Avenue und der Grand Central Station sicherlich zwei der wichtigsten Apple Stores in New York. Es gibt freilich noch weitere Retail Stores und Apple-Abteilungen wie beispielsweise bei Macy’s oder Best Buy, aber ich wollte bei den wichtigsten Anlaufstellen selbst sein. Beide Geschäfte haben rund um die Uhr geöffnet und waren bei meinem Besuch sehr gut besucht. Für viele Besucher war das iPhone ein Thema.

Vor genau zehn Jahren stellte Steve Jobs das iPhone in San Francisco vor. Ich saß damals als Chefredakteur der MACup in der Keynote im Moscone-Center und mir lief es kalt den Rücken herunter. Ich hatte das Gefühl bei einer Zeitenwende dabei zu sein. Jobs revolutionierte nach dem Mac und dem iPad nun zum dritten Mal die Technikgeschichte – und ich war dabei. Ich hatte mir das erste iPhone gekauft und alle weiteren wesentlichen Devices danach. Das Smartphone hat die Welt verändert. Leute, die glauben, das Smartphone sei ein Telefon, die sind komplett auf dem Holzweg. Das Smartphone ist Zentrum des digitalen Lebens für eine ganze Generation geworden. Heute macht Apple den Hauptumsatz mit mobilen Geräten – die alte Firma Apple Computer Inc gibt es schon lange nicht mehr. Das war auch bei meinen Besuchen in den Apple Stores zu bemerken. Zwar gibt es iMac, Mac mini, Mac Pro und die MacBooks (pro) weiterhin, doch im Zentrum des Interesses stehen die mobilen Devices wie iPhone, iPad und AppleWatch.
Da es in beiden Stores die Air Pods nicht gab, machte ich nur einen Streifzug durch die Läden und genoss die Atmosphäre und nutzte das leistungsstarke WLAN.