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New York Reiseführer – Meine Reiseimpressionen Teil 16

25. Januar 2017

Die Entscheidung nach New York zu fahren lag an K2. Im vergangenen September hatte ich groß getönt, wenn der Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewinnt, dann fährt die Familie Silvester nach New York. Die große Klappe konnte ich mir leisten, da damals Hillary Clinton ganz weit vorne lag. Am Wahltag schaute ich doof aus der Wäsche und K2 erinnerte mich an mein Versprechen. So wurden Flug und Hotel gebucht, denn Versprechen gilt es einzuhalten.


Mit dem Zeitpunkt begann ich auch, meine New York-Reiseführer aus meinen Archiv herauszuholen. Was wollten wir alles besichtigen? Ich habe rund zehn Bücher über New York, klassische Führer mit so genannten Insider-Tipps. Wenn ich ehrlich bin: Ich habe keinen einzigen angeschaut. Ich habe mich komplett im Internet in der Blogosphäre umgesehen, habe ein paar Freunde vom Bloggerclub gefragt und bei meinen New York-Bekannten angeklopft. Irgendwie hatte ich keine Lust, klassische Reiseführer zu wälzen. Aber zwei Ausnahmen gab es dennoch: Ich habe ausführlich zwei Fotobücher genossen: New York von Jeff Chien-Hsing Liao und New York von Serge Ramelli. Das eine Buch ist in Farbe, das andere Buch in Schwarzweiß – beide Bücher bieten einen aktuellen Blick auf Big Apple, auf die Stadt die niemals schläft.


Ich liebe Fotobücher, sehr zum Leidwesen meiner Frau. Fotobücher sind teuer und nehmen viel Platz weg, aber gute Fotobücher erzählen Geschichten. Sie bilden nicht nur die Wirklichkeit ab, sondern wenn sie gut gemacht sind, dann geben sie Inspiration und Motivation. Sie erzählen Geschichten aus einer fremden Welt, von bekannten und unbekannten Orten. So ging es mir mit diesen beiden New Yorker-Fotobüchern. Wenn ich ehrlich bin, dann schaute ich auch noch in ein drittes Buch: Humans of New York. Über diesen Klassiker der Street-Fotografie habe ich ja früher bereits gebloggt. Aber da ich dieses Mal mit Familie unterwegs war, rutschte das Thema Street-Fotos etwas in den Hintergrund und ich will meinen Focus auf die klassischen Bildbände mit Motiven der Stadt legen. Dennoch klarer Buchtipp für Humans of New York.

Jeff Chien-Hsing Liao: New York
Jeff Chien-Hsing Liao zeigt uns großformatige Bilder und bewegt sich auch abseits der touristischen Routen der Stadt. Freilich, Schmelztigel wie Time Square dürfen nicht fehlen, aber Jeff Chien-Hsing Liao wirft auch einen anderen Blick auf seine Stadt New York. Seine Bilder sind extrem detailliert, aufgenommen mit einer Großformatkamera und anschließend nachbearbeitet.

Als Betrachter hatte ich das Gefühl, in die Szenerie der Fotos einzutauchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Es ist anders wie bei klassischen Bildbänden. Ich bin wirklich an den Ort teleportiert und blicke nicht wie ein Betrachter von außen auf das Motiv. Hier zeigt sich das geniale Talent von Jeff Chien-Hsing Liao.

Serge Ramelli: New York
Den Namen Serge Ramelli kannte ich vor allem von Photoshop- und Lightroom-Tutorials aus dem Netz. Er ist ein großer Magier der Adobe-Software. Der Franzose hat ein gewaltiges Fotobuch über seine Heimatstadt Paris auf den Markt gebracht.

Atemberaubende Schwarzweiß-Fotos von der Stadt der Liebe. Nicht ganz so perfekt ist sein Fotobuch über New York geworden, aber dennoch ist es eine Inspiration für mich gewesen. Das ging sogar soweit, dass ich einen kleinen Fotoblog mit Schwarzweiß-Bilder eingerichtet habe, in dem ich unregelmäßig Bilder poste. Ramelli ist der klassische HDR-Fotograf, der am Rechner seine Bilder nachbearbeitet. Ich bin nicht von allen Motiven begeistert, die er von New York geschossen hat. Manche Aufnahmen sind großartig, manche sind langweilig und die Luftbilder aus dem Heli sind etwas unscharf. Er besucht vor allem die touristischen Plätze und zeigt uns ein New York in Schwarzweiß – für mich eine Liebeserklärung an die Stadt wie Woody Allens Manhatten.

Vielen Dank
Mit diesem Beitrag beende ich meine New York-Serie und freue mich über die große Resonanz. Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und Klicks. Mal sehen, wohin mich meine nächsten Reiseimpressionen mich führen. Ich kehre damit wieder zu meinen gewohnten Beiträgen zurück.

Inspiration pur: Humans of New York von Brandon Stanton

4. Januar 2016
Absolut tolles Buch: Humans of New York

Absolut tolles Buch: Humans of New York

Ab und zu brauche ich als Blogger ein wenig Motivation und Inspiration. Beides hole ich mir von anderen Bloggern aus dem Netz. Ich schaue, was und wie es diese erfolgreichen Kollegen so machen.
Neulich war es wieder soweit. Nachdem ich wochenlang für verschiedene Kunden durchgehend gearbeitet hatte, brauchte ich wieder ein wenig Inspiration. Gefunden habe ich sie bei Brandon Stanton mit seinem Blog Humans of New York. Ich folge dem Tumblr-Blog des US-Kollegen schon seit langem, aber jetzt erst habe ich mir das gleichnamige Buch zu seinem Blog gekauft. Als das Buch 2013 geplant war, gingen 30.000 Vorbestellungen für das Buch Humans of New York ein und es wurde später sogar Nummer 1 bei der Bestseller-Liste der New York Times.


Brandon Stanton ist ein typischer Street Photographer. Er sucht sich seine Motive in den Straßen von New York. Und dann erzählt er Geschichten. Und das inspiriert mich enorm, schließlich bin ich als Journalist auch ein Geschichtenerzähler. Brandon Stanton macht es uns Geschichtenerzählern vor, wie man heute Geschichten erzählt. Er selbst bezeichnet sich als Street Photographer.


Diese Kunstform wird bei uns aufgrund der Persönlichkeitsrechte und der deutschen Mentalität nicht möglich sein. Wer in Deutschland so etwas machen will, der sollte juristisch gewappnet sein und seine Modelle auf der Straße für die Veröffentlichung unterschreiben lassen. Es ist ein völlig unrealistischer Gedanke fremde Leute auf der Straße anzusprechen, sie zu fotografieren und dann schriftlich eine Veröffentlichung von ihnen zu bekommen. Da bin ich auf die US-Kollegen schon sehr neidisch.


Der Blog begann als reiner Fotoblog. Inzwischen wurde Hony, wie er auch von Brandon Stanton genannt wird, um Artikel bereichert. Es sind einfühlsame Portraits über die fotografierten Personen. Das ist natürlich keine klassische Berichterstattung im deutschen Sinne, aber sehr lesenswert.
Ich empfehle allen visuellen Menschen und New York-Fans den Blog von Brandon Stanton und natürlich auch das Buch Humans of New York. Diese Veröffentlichungen haben mich inspiriert. Vielleicht gelingt das auch bei euch.