ProductRED-Zifferblätter für die Apple Watch

3. Dezember 2021

Seit 15 Jahren gibt unterstützt Apple die Initiative von U2-Frontmann Bono im Kampf gegen Aids und jetzt Covid-19. Dazu hat Apple einige „ProductRED“-Produkte auf den Markt gebracht. Von ihnen geht ein Teil des Erlöses in die HIV-Forschung und neu auch in die COVID-19-Bekämpfung. Da ich Rot als Farbe gerne mag, habe ich ein paar dieser „ProductRED“-Produkte gakuft. Leider sind die roten Produkte nicht bei der Markteinführung eines neuen Apple Produktes verfügbar, sonst hätte ich mir sofort ein iPhone oder iPad in Rot gekauft.

Jetzt veröffentliche Apple zum 15. Jubiläum sechs „ProductRED“-Zifferblätter für die Apple Watch. Sie heißen Weltzeituhr, Numeral Mono, Gradient, Streifen, Farbe und Typograph. Ich habe mir zwei gleich geladen, die mir am besten gefielen.

Dazu einfach mit dem iPhone auf den Link öffnen, nach unten scrollen und die gewünschten Zifferblätter laden. Die Systemvoraussetzungen sind auf dem iPhone mindestens iOS 14.5 und auf der Apple Watch mindestens watchOS 7.4.

Filmkritik: Der Fluch – The Grudge 1 & 2

2. Dezember 2021

Japanische Horrorfilme sind anders als ihre US-amerikanischen Vertreter, ganz anders. Sie sind intensiver und reflektieren die Kultur des Landes. Als ich zum ersten Mal Ju-on: The Grudge im Jahr 2002 sah, hatte ich mich wirklich gefürchtet. Die Herangehensweise der Geschichte um ein verfluchtes Haus war anders als was ich bisher gesehen hatte. Regisseur Takashi Shimizu lieferte in meinen Augen ein wahres Meisterwerk ab.
Aber ich habe auch so manche Andeutung im Film nicht verstanden, weil ich nicht den kulturellen Background Japans habe. Und damit war ich wohl nicht allein. Vielleicht war die japanische Version in Hollywood nicht so richtig vermittelbar.

So ging es an ein US-Remake. Die amerikanische Neuverfilmung des Stoffes heißt Der Fluch – The Grudge und wurde soeben als Doppel-Bluray veröffentlicht: The Grudge – Der Fluch 1 & 2.
Regisseur Takashi Shimizu durfte auch hier im Jahre 2006 auf dem Regiestuhl Platz nehmen und brachte dem Zuschauer eine versoftete Version der japanischen Geschichte näher. Um die US-amerikanischen Zuschauer nicht zu überfordern wurde Vampirjägerin Buffy Sarah Michelle Gellar für die Hauptrolle engagiert. Der ganze Stoff wurde für den westlichen Markt angepasst, was einerseits unseren Sehgewohnheiten entgegen kommt, andererseits den kulturellen Zauber des japanischen Originals zum Teil nimmt. Ich habe das Mediabook The Grudge – Der Fluch 1 & 2dankenswerterweise vom Verleih zur Besprechung erhalten.

The Grudge 1 war sehenswert und machte mir Spaß. Auch wenn ich das japanische Original emotional eindringlicher empfinde, hat mir der Teil 1 der US-Version einen vergnüglichen Horror-Abend bereitet. Der zweite Teil könnte dagegen auch überschrieben werden mit dem Titel Ein Gespenst reist nach Amerika. Der Horror wurde zum Teil nach Chicago versetzt und macht den Horror austauschbar, vorhersehbar und irgendwie langweiliger. Das ist mir bei zweiten Teil der japanischen Version nicht passiert, vielleicht weil dieser Kulturkreis für meine Augen doch fremd und ungewöhnlich ist. Da hilft es auch nichts, dass Takashi Shimizu auch im Teil 2 der US-Fassung wieder Regie führte. Die japanische und US-amerikanische Fortsetzung in Teil 3 habe ich nicht gesehen und im Grunde wird die Geschichte wohl weiter ausgewalzt.

The Grudge – Der Fluch 1 & 2 ist die Geschichte der Geister Mutter Kayako und Sohn Toshio, die in einem Haus in Tokioter Stadtbezirk Suginami spuken. Ich mag so Spukhäuser und Mutter und Sohn leisten ganze Arbeit. Jeder der das Haus betritt, erleidet einen körperlichen und seelischen Schaden. Vor allem wenn sich die Geister durch ein einzigartiges Sounddesign ankündigen, dann weiß man als Zuschauer, dass es unheimlich zur Sache gehen wird.

Buchtipp: Humans of New York – die besten Storys von Brandon Stanton

1. Dezember 2021

Ich habe bereits 2016 das Blog und das Buch von Brandon Stanton Humans of New York vorgestellt und lese immer wieder darin. Es ist damals und heute Inspiration pur. Ich liebe New York, aber aufgrund von Corona bleibe ich zu Hause.

Daher habe ich mir wieder Brandon Stanton zur Hand genommen. Dieses Mal das deutschsprachige Buch Humans of New York: Die besten Storys. Was als Fotoblog und -buch 2010 begann, dass hat Brandon Stanton Zug um Zug erweitert. Nach Fotos kommt jetzt Text dazu.

Die New Yorker, die er in Big Apple trifft, haben alle etwas zu erzählen. Und diese kleinen Geschichten hat Brandon Stanton aufgeschrieben. Riva hat die deutsche Übersetzung schon 2013 aufgelegt. Herausgekommen ist schlichtweg mit Humans of New York: Die besten Storys ein Lehrbuch für den Urban-Blogger, der Geschichten erzählen will. Ich bewundere Stanton für diese Ausdauer. Das ist für mich Storytelling auf hohem Niveau.

Ich kann mich nicht sattsehen an den Fotos und den Geschichten, die uns der Autor erzählt: Humorvolle, traurige, nachdenkliche – und vor allem menschliche Geschichten. Viele Geschichten drehen sich um das Scheitern in der Stadt New York. Dabei umfassen manche dieser Geschichten oftmals nur ein paar Sätze, aber sie fangen die Stimmung wunderbar ein. Und die Mischung macht es. Viele depressive und verzweifelte Menschen traf Stanton auf den Straßen von New York. Aber auch viele Anekdoten voller Hoffnung und Zuversicht. Für mich unbedingt lesenswert: Humans of New York: Die besten Storys

Off-White-Designer Virgil Abloh verstorben

29. November 2021

Seine Mode habe ich nie getragen, aber gerne angesehen. Sie zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich selbst hatte nie den Mut und den Geldbeutel seinen Style zu tragen. Jetzt ist Designer Virgil Abloh an einer seltenen Krebserkrankung im Alter von 41 Jahren verstorben.

Wenn ich die Kreationen von Virgil Abloh sah, musste ich grinsen und hab mich über den Mut gefreut. Ich freute mich vor allem über seine Streetwearmarke Off-White. Bei uns im Dorf habe ich so ein Outfit nie gesehen, da musste ich mich schon in eine urbane Umgebung bewegen: Seinen Style sah ich in München, Köln und Berlin. Unlängst auch in der S-Bahn München. Da passt einfach Streetwear hin.

Wie der Luxuskonzern LVMH (Moët Hennessy – Louis Vuitton SE) mitteilte, sollte Virgil Abloh mehr Aufgaben im Hause übernehmen. Zunächst war er Kreativ-Chefstratege von US-Musiker Kanye West, dessen Musik ich allerdings nicht höre. 2018 wechselte der gelernte Bauingenieur (!) zu LVMH und war der erste Afroamerikaner als Chefdesigner bei LV. Die Modewelt reagierte entsetzt über den Tod von Virgil Abloh.

Customer Journey beim Taschenkauf fürs MacBook Pro bei Buckle and Seam

26. November 2021

Wenn man ein neues MacBook Pro kauft, muss man eine neue Tasche dafür kaufen. So will es das Gesetz. Nun, das stimmt zwar nicht, aber eine neue Hülle habe ich mir für mein MacBook Pro 14 Zoll trotzdem angeschafft. Meine Wahl fiel auf das Sleeve Aspen der Berliner Firma Buckle and Seam.

Es ist ja nicht so, dass ich noch keine Tasche für den mobilen Rechenknecht von Apple besitze, aber diese hat mir ausgezeichnet gefallen. Leider hatte ich den BlackFriday vergessen und so die hervorragenden Rabatte verpasst, die mir die Berliner Luxusfirma anbieten kann. So ist das Leben – und die Waren zurückschicken und neu mit Rabatt ordern, will ich dann auch nicht.

Das Sleeve Aspen ist aus schönem Leder und das 14 Zoll Gerät passt ideal hinein. Für Maus und Ladegerät sind allerdings kein Platz. Da das Sleeve samt MacBook Pro sowieso in die Aktentasche kommt, macht dies nichts, sollte aber beim Kauf vorher bedacht werden. Übrigens schöne Aktentaschen bietet Buckle and Seam auch an.

Den Tipp für das Unternehmen gab mir Mani, ein Twitter-Kollege aus der Steiermark, der von seinem Aspen geschwärmt und mir Bilder geschickt hat. So geht Social Sale in der heutigen Zeit.


Qualität, Verarbeitung und Look der Tasche passen für mich. Aber das sind nicht die einzigen Gründe, weshalb ich in Berlin bestellt habe. Buckle and Seam engagieren sich für die Bildung in Pakistan. „263 Millionen Kinder weltweit haben keinen Zugang zu Bildung. Das hat uns motiviert Buckle & Seam zu gründen. Wir wollen Veränderung bewirken und sicherstellen, dass Kinder in die Schule gehen können. Während unsere Gründer in Pakistan lebten und arbeiteten, wurden sie tagtäglich mit einer Herausforderung konfrontiert – dass die Menschen, mit denen sie agierten, wenig bis gar nicht lesen und schreiben konnten“, heißt es auf der Unternehmensseite. „Seit unserer Gründung 2016 investieren wir 3% unseres Nettoumsatzes in Bildungsinitiativen und in unser eigenes Schulprojekt, die AMN School. Wir möchten damit Kindern – vor allem Mädchen – ermöglichen in die Schule zu gehen. Laut Unicef können nur 59% der Bevölkerung in Pakistan lesen und schreiben.“ Das finde ich ein gutes Projekt und war ausschlaggebend für den Kauf meines Sleeves. Ich selbst engagiere mich ja in Togo bei der Aktion PIT für Bildung und das Konzept und weiß, wie wichtig Bildung ist.

Der Versand erfolgte am nächsten Tag. Das Auspacken ist eine Freude. Kein Plastik, nur Papier/Pappe und was bei mir besonders gut ankam, war eine handgeschriebene Botschaft, die mir zum Kauf gratuliert hat und nochmal auf die Unternehmensphilosophie betont. Die Customer Journey war gelungen und ich bin zufrieden.

Buchtipp für Fans: Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016

25. November 2021
Gewaltig wie Godzilla.

Das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 habe ich mir aufgrund von zwei Gründen aus Japan schicken lassen: Zum einen liebe ich Godzilla und seine japanischen Monsterkollegen und freue mich, wenn ich was neues aus dem Godzilla-Universum finde. Zum anderen habe ich es (bisher) immer aus Platzgründen vermieden in die Merch-Figurensammlung von Godzilla-Figuren einzusteigen, weil mir schlichtweg der Platz zum Aufstellen fehlt. Und dennoch hätte ich gerne Godzilla um mich herum.

Und daher klopfte das Fan-Herz schneller als ich das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 auspackte. Da mein Japanisch nicht vorhanden ist, hatte ich Befürchtung, dass das teure Buch eine Fehlanschaffung ist, aber die wenigen Texte liegen auf Englisch vor und es handelt sich bei Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 im Grunde um ein Bilderbuch, ein besonders schönes Bilderbuch.

Das Witzige: Das Bilderbuch im ungewöhnlichen Querformat umfasst im Grunde nur ein durchgehendes Motiv: Godzilla und seine Auftritte in den Filmen 1954 bis 2016 – und wir reden nur von den japanischen Filmen. Godzilla ist der absolute Superstar in diesem Werk – und Godzilla ist einfach fotogen, wenn er Eisenbahnen zermalmt, Stromleitungen durchbricht, ganze Städte niedertrampelt, sich mit anderen Monsterkollegen prügelt, seinen Atomstrahl aussendet – also alles, was unser Godzilla eben so den ganzen Tag macht. Es gibt auch ein paar Fotos hinter den Kulissen, aber den Schwerpunkt machen Fotos von Godzilla in seinen zahlreichen japanischen Verfilmungen aus. Es zeigt sich, dass unser Held mal in der Größe variiert, mal dick, mal schlank ist, auch mal seine Augenfarbe wechselt – jeder Regisseur hatte seine Interpretation, die hier wunderbar dokumentiert ist.

Wer braucht das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016? Nun, nur der Fan, der Sammler, der Fanatiker. Selbst der klassische Filmfreund mit einem gewissen Interesse an Godzilla wird sich kopfschüttelnd abwenden. Und Otto Normalverbraucher versteht bei einem solchen Buch die Welt nicht mehr. Für mich dagegen: Go Go Godzilla

Buchtipp: New York: Porträt einer Stadt von Reuel Golden

24. November 2021

Reisen in die USA sind grundsätzlich wieder möglich. Aufgrund von Corona war dies eine Zeitlang ja untersagt. Nun: Corona ist nicht besiegt, aber die Grenzen sind wieder offen. Ich habe für mich persönlich allerdings entschieden, mich mit dem Reisen erst noch zurückzuhalten. Aber ich schaue mir Übertragungen aus meiner Lieblingsstadt New York im Netz an und ich habe das Buch New York: Porträt einer Stadt von Reuel Golden zum Träumen gelesen. Gleich vorweg: Dieses Buch ist kein Reiseführer, sondern wirklich ein Porträt.

Und es ist schönes Storytelling. Es ist keine Bleiwüste an Geschichten, sondern die Geschichten werden anhand von Fotos eindrucksvoll erzählt. Ein Foto sagt eben mehr als 1000 Worte – so sagt das Sprichwort. Es bezieht sich darauf, dass komplizierte Sachverhalte oft mit einem Bild oder einer Darstellung sehr einfach erklärt werden können und ein Bild meist einen stärkeren Eindruck auf den Betrachter ausübt als ein umfangreicher Text. In der deutschen Sprache hat Kurt Tucholsky den Ausspruch 1926 als Überschrift zu einem fotoillustrierten Artikel in der Zeitschrift Uhu verwendet.

Und das weiß natürlich mein Lieblingsverlag: Der Taschen Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Auf insgesamt fast 600 Seiten voller bewegender, atmosphärischer Bilder von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute präsentiert dieses Buch die Geschichte von New York. Die Bilder sind nach Dekaden geordnet und zeigen damit die Entwicklung dieser großartigen Zeit: Von blühenden Zeiten über zu Zeiten der Depression und des Niedergangs bis zum Aufblühen in der Gegenwart.

Hunderte von Zitaten und Zeugnissen aus einschlägigen Büchern, Kinofilmen, Shows und Songtexten ergänzen diesen Bilderschatz. Alle guten und schlechten Zeiten werden behandelt, von den wilden Nächten der Jazz-Ära und der hedonistischen Discozeit bis zu den bitteren Tagen der Wirtschaftskrise und dem Unglück vom 11. September und seinen Folgen. Und neben einer bebilderten Stadtgeschichte ist das Buch auch eine Reise durch das Who-is-who der Fotografenszene. Einige meiner Lieblingsfotografen sind hier vertreten wie Andreas Feininger, James Nachtwey und vielen anderen.
Also wer auf Reisen zum Big Apple geht oder zu Hause an New York denkt, der greife zu New York: Porträt einer Stadt.

Wirtshaustipp: Schwarzer Adler in Großholzleute

23. November 2021

Bei einem Arbeitsausflug ins Allgäu schaute ich wieder einmal beim Schwarzen Adler in Großholzleute vorbei. Es ist wahrlich ein historisches Haus, das mich seit meinem ersten Besuch faszinierte.

Der Gasthof Adler ist ein um das Jahr 1500 errichteter denkmalgeschützter historischer Landgasthof in Großholzleute, einer Teilgemeinde von Isny im Allgäu, im Landkreis Ravensburg. Ich konnte nur zum Essen bleiben, gerne hätte ich in diesen historischen Gemäuer genächtigt. Es gab für mich Käsesuppe und Zwiebelrostbraten, blutig.

Die Karte umfasst deftige, gut bürgerliche Speisen aus Produkten der Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben. Die Wirtsleute sind freundlich und wenn das Wetter passt, kann der Gast auch vor der Türe im Biergarten sitzen. Aber genau dies will ich nicht: Ich will die historische Atmosphäre des rustikalen Gastraums genießen. Ich sitze an einem Tisch. Prinzessin Anne schaut mir von der Wand gegenüber auf meinen Teller. 1987 weilte die britische Prinzessin Anne als Schirmherrin der englischen Nationalmannschaft bei den Lowland-Skimeisterschaften in Isny und nächtigte im Gasthof Adler. Anne sieht wie immer ein wenig streng aus, aber so ist es wohl im britischen Königshaus.

Und weil wir gerade bei der Geschichte des Hauses sind: Um das Jahr 1400 errichtete Syrg von Syrgenstein ein Steinhaus als eine von der Argen umflossene Wasserburg, den heutigen Gasthof zum Adler.
1409 wird es das Amtshaus genannt. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges befand sich in dem Gebäude von 1683 bis 1813 eine Posthalterei, der von den Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost. Das Metallschild des Adlers, ein österreichischer Adler, stammt aus seiner Zeit als Thurn-und-Taxische Posthalterei.

Im Jahre 1768 nächtigte die österreichische Erzherzogin Maria Theresia von Österreich mit ihrem Gefolge im Adler auf der Fahrt nach dem damaligen österreichischen Freiburg. Zwei Jahre später, im Jahre 1770, kehrte dort ihre jüngste Tochter Marie Antoinette, die spätere Königin von Frankreich, auf ihrer Brautfahrt von Wien nach Versailles ein. Ob sie Kuchen gegessen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
All die adeligen Herrschaften sind interessant, für mich ist ein anderer Besuch der jüngeren Gegenwart interessanter: Vom 31. Oktober bis zum 2. November 1958 tagte die Schriftstellervereinigung „Gruppe 47“ in dem historischen Gasthof. Nachdem die Betreiber im Februar 2013 über die Schließung des Gasthofes informierten, setzte sich Literaturnobelpreisträger Günter Grass für den Erhalt des Hauses ein, in dem er berühmt wurde.

Im Wirtshaus „Adler“ von Großholzleute, las Günter Grass im Oktober 1958 seinen Schriftstellerkollegen von der „Gruppe 47“ zwei Kapitel aus seiner noch unvollendeten „Blechtrommel“ vor. Die Literaten waren hellauf begeistert. „Schon nach wenigen Sätzen ist der Saal wie elektrisiert“, schilderte Gruppe-47-Initiator Hans Werner Richter die Szene in dem Wirtshaussaal mit dem damals erst 31-jährigen, noch völlig unbekannten Grass. Das Werk „Die Blechtrommel“ zählt bis heute zur Weltliteratur. Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen.
Vielleicht klappt es 2022, dass ich endlich mal im Schwarzen Adler übernachte. Keine Ahnung wie die Zimmer sind, aber ich weiß: Es sind Zimmer mit Geschichte.

Meine Beatles auf Laserdisc

22. November 2021

Bald zeigt sich, ob sich das Warten auf Peter Jackson gelohnt hat, wenn er bei Disney+ die überarbeitete Langfassung von Let it be unter dem Titel Get back präsentieren wird. Natürlich werde ich mir die Beatles ansehen und ich freu mich wie en Schnitzel (wie freut sich ein Schnitzel?). Als Sammler hoffe ich, dass es eine Box mit allen Filmen auf Datenträger Bluray oder 4K geben wird.

Hier meine Laserdiscs mit den Beatles

Jackson hat das Material überarbeitet und optisch das Beste herausgeholt. Ich will aber heute einen Schritt zurückgehen und das optisch und akustisch Beste der alten digitalen Zeit präsentieren. Meine Beatles auf Laserdisc.

Die silbernen Scheiben in der Größe einer Langspielplatte waren das Highend-Übergangsmedium zwischen VHS und DVD. Noch heute gibt es eine aktive Sammlerszene, zu der ich auch gehöre. Im Laufe der Zeit haben sich ein paar Beatles LD angehäuft, die ich hier gerne vorstelle. Die Aufnahmen habe ich in der Regel auch noch auf anderen Datenträger, wobei ich einen Konzertfilm Washington Coliseum, Washington, DC, USA von 1964 auf Super 8 am Liebsten mag. Aber Super 8 war nochmals eine ganz andere Zeit.

Kommen wir zu meinen Laserdiscs. Ich habe sie in diesem kleinen Video vorgestellt. Es handelt es sich um Making of Hard Day’s Night, zwei Versionen von Help, The Magic Mystery Tour, Japan-Pressung von Yellow Submarine und die seltene Fassung von Let ist be. Zudem habe ich die Dokumentationen The Compleat Beatles und die Achtfach-Laserdisc-Box Anthology. Der vollständige Film wurde am 5. September 1996 auf acht VHS-Kassetten und auf acht Laserdiscs veröffentlicht.

Fotografie: Der Mann des perfekten Timings: Mick Rock ist tot

21. November 2021

Irgendwie ist es mir entgangen, dass einer der Großen der Musikfotografie im Alter von 72 Jahren vor kurzem verstorben ist: Mick Rock
Eigentlich hieß der Brite Michael Rock, aber Mick ist wohl cooler. Viele werden den Namen des Fotografen nicht kennen, aber seine Bilder sind bekannt – vor allem seine Fotos aus dem siebziger Jahren als er David Bowie, Lou Reed, Iggy Pop vor der analogen Linse hatte. Als Musik- und Fotofan war mir Mick Rock immer ein Begriff. Mick Rock ist einer der wichtigsten Fotografen der Rockgeschichte. Er gilt als „the Man who shot the 1970s“. Dann hatte Rock allerdings massive Drogenprobleme und tauschte die Kamera gegen die Nadel. Nach seinem Entzug begann er wieder in den Neunzigern Künstler wie R.E.M., The Strokes, The Libertines, Snoop Dogg und Lady Gaga oder The Chemical Brothers zu fotografieren. Mich persönlich interessierten aber mehr die Fotos der ersten Phase von Mick Rock. Mehrmals hatte ich das Angebot signierte Abzüge zu erstehen. Hier ein Video von 2015:

Ich hatte damals das Geld nicht. Jetzt werden die Preise explodieren. Irgendwann wollte ich aber dann doch einen Original Mick Rock haben und es wurde ein Foto aus der legendären Ziggy Stardust-Tour. Das Bild zeigt Bowie mit dem dritten Auge. Ich mag das Foto sehr.

Ich liebe dieses signierte Foto von Bowie von Rock

Das Ganze kam durch eine Veröffentlichung des Taschen Verlages und ich hatte die Gelegenheit, einen Sonderdruck des Buches The Rise of David Bowie 1972-1973 von Mick Rock zu erwerben, inklusive der Autogramme von David Bowie und Mick Rock im Buch. Hier das damalige Unboxing.

Unterschriften von zwei großen Künstlern.

Jetzt starb der Fotograf. „Schweren Herzens teilen wir mit, dass unser geliebter, psychedelischer Abtrünniger Mick Rock die Jungianische Reise auf die andere Seite angetreten hat“, heißt es in einem Statement auf Mick Rocks Twitter-Profil. Mit diesen Worten gab seine Familie den Tod des Fotografen bekannt.

Natürlich beneide ich Mick Rock für seine Kontakte, aber noch mehr beneide ich ihn um sein Talent. Er hatte das perfekte Timing. Er ahnte voraus, wie sich sein Modell bewegte und drückte ab. Wer weiß, wie schwer Konzertfotografie mit all den Lichtern und der Bewegung ist, der weiß auch, welch großer Künstler Mick Rock war.