Tipps & Tricks: Dateien synchronisieren mit iTunes 12.7

21. September 2017

Still und heimlich schlich sich das Update von iTunes auf 12.7 auf meinen Mac. Ich mache als guter Macianer immer brav meine Software-Updates und lud auch ohne Bedenken das Update von iTunes auf 12.7. Und es passierte: Der Reiter „App“ ist weg. Das ist für mich ein echtes Problem. Aber es gibt einen Workaround.

Apple hat iTunes überarbeitet und ich habe es aktualisiert, ohne zu wissen, was ich tat. Neu ist unter anderem, dass der Reiter „App“ verschwunden ist. Dieser war für mich ein wichtiger Reiter, denn ich übertrage meine Keynote-Präsentationen via Lightningkabel vom MacBook Pro auf das iPad Pro. Da Keynote-Präsentationen zu meinem täglichen Brot gehören, bin ich auf einen reibungslosen Workflow zwischen Mac und iPad angewiesen. Und nun ist der Reiter „App“ verschwunden. Ein Übertragen ist scheinbar nicht mehr möglich.
Alternative? Ein Überspielen via iCloud scheitet bei mir aus aufgrund eines katastrophalen Internets bei mir am Land. Laptop und Lederhosn, dass ich nicht lache. Auch AirDrop klappt nicht, weildie Keynote-Dateien mehrere Gigabyte groß sind. Schließlich gebe ich Seminare zum Thema visuelle Präsentationen und da gehören Multimedia-Dateien einfach in eine Präsentation und die machen die Präsentation fett, richtig fett.
In meiner Panik entdeckte ich aber die neue Möglichkeit, Dateien zu übertragen. Hier der neue Workaround: In iTunes das iPad/iPhone anschließen und auf Übersicht des Geräts klicken.

Ganz unten gibt es einen neuen Reiter mit Namen „Dateifreigabe“.

Hier finden sich dann die App, die Dateien enthalten. Darunter auch Keynote mit meinen entsprechenden Keynote-Präsentationen. Hier haben sich die Herrschaften also versteckt und Apple geht irgendwie davon aus, dass man es schon findet. Puh, diese Gefahr ist gebannt, aber schlucken musste ich schon.

Haderner – Besuch bei Münchens erster Biobrauerei

20. September 2017

„Wir haben nur ein Standbein und das ist Qualität“ – so fasste Braumeister Johannes Perniß die Philosophie der ersten Münchner Biobrauerei Hadernder Bräu München zusammen. Seit Jahresbeginn erobert sich die neue Biermarkte ihren kleinen, aber feinen Markt. Auf Einladung des Bloggerclubs fand eine Brauereiführung und Bierverkostung in den Räumen der Biobrauerei im Münchner Stadtteil Hadern statt. Hier ein 360 Grad Video.

Mit Hadernder einen Lebenstraum verwirklicht
Die Brauerei ist ein klassischer Familienbetrieb. Veranstaltungstechniker Thomas Girg und seine Frau Marta erfüllten sich mit dieser Brauerei einen Lebenstraum. Thomas Girg, der u.a. für die Körperwelten arbeitete, hatte genug vom Reisen und seine Frau arbeitet im Schlossgut Oberambach, das renommierte Biohotel am Starnberger See. Nachdem sie auch mal ein Jazzfestival gegründet hatte, bekamen sie das Angebot eine kleine Brauerei in Hadern zu übernehmen. Thomas hatte sich als Biersommelier und Marta als Weinsommeliere fortgebildet und gute Erfahrungen mit dem Bierbrauen als Hobby gesammelt. So fiel Weihnachten 2015 die Herzensentscheidung und sie erwarben die kleine Brauerei in München.

Der Name Haderner
Nach viel Hirnschmalz und Brainstorming, bei denen auch die Vereine und Nachbarschaft der Brauerei einbezogen wurden, entstand der Name Haderner. Seit Januar 2017 wird unter diesem Namen das Bier gebraut. Das Logo der Flasche ziert ein Baum. Und dahinter verbirgt sich eine nette Geschichte. Marta Girg war mit dem Rad unterwegs und fuhr durch den Haderner Wald. Hadern bedeutet „Volk am Wald“. Hadern war ursprünglich ein Bauerndorf und wurde erstmals im 11. Jahrhundert unter dem Namen Haderun erwähnt. Und schon war das Logo geboren und musste nur noch vom Grafiker umgesetzt werden.

1000 Liter Haderner Bier pro Tag
Die Biobrauerei produziert 10 Hektoliter Bier pro Tag, also 1000 Liter. Versorgt werden vor allem Biomärkte, Bioläden und Biofeste sowie Biorestaurants. Freitag kann der interessierte Kunde von 15 bis 18 Uhr in der Brauerei direkt vorbeischauen und sich sein Wunschbier zusammenstellen und mitnehmen. Wer die Ökokiste München abonniert hat, kann auch das Hadernder Bier dazu ordern. Hier findet sich traditionelle Braukunst in der ersten Bio-zertifizierten Brauereien Münchens. Bio boomt, das zeigt das wachsende Geschäft mit dem Biobier. Dabei ist das Wachstum begrenzt, wenn die Zutaten ausbleiben oder die Qualität nicht stimmt. Braumeister Johannes Perniß ist streng bei der Qualitätskontrolle. „Die Rohstoffbeschaffung ist ein sehr wichtiges Thema bei uns“. Im Moment findet die Hopfenernte sehr spät statt. Beim Gerstenjahr gibt es Hinweise auf eine schlechtere Ernte. „Wir produzieren hier ein ehrliches Bier“, so Perniß, der sehr viel Wert auf Transparenz liegt. „Unsere Kunden können jederzeit erfahren, woher wir unsere Produkte beziehen.“ Für ihn ist Bier, sein Bier ein ganz persönliches Produkt.
Die Bier sind ebraut nach dem bayerischem Reinheitsgebot mit biologischen Zutaten aus der Region.
Haderner Hell: Ein vollmundiges naturtrübes Bier, süffig und angenehm perlend, für jeden Freund handwerklich gebrauter Biere.
Haderner Weißbier: Bayerisches Weißbier, angenehm erfrischend und vollmundig, mit leichter Fruchtnote.
Haderner Dunkel: Echtes Dunkles Bier, nach alter Münchner Rezeptur. Sehr ausgewogen, mit leichten Bitterstoffen.
Haderner IPA: Bayerisches India Pale Ale. Schön ausbalancierte Bitternote, mit Zitrus-Aromen des verwendeten Hopfens.
Im Moment braut Johannes Perniß ein Festbier und ich durfte vorab eine Kostprobe genießen. Wunderbar, einfach Wunderbar. Och muss dringend schauen, dass ich einen Kasten kaufe, wenn das Bier marktreif ist.

Ein Whisky-Bock vom Haderner
Glück hatte ich, dass ich eine der streng limitierten Flaschen eines speziellen Whisky-Bocks ergatterte. Insgesamt gibt es nur 400 Flaschen. Familie Girg traf auf einen Schweizer Braumeister, der sich spontan bereit erkläre, einen Whisky-Bock zu brauen. Die Fässer kamen von der Brennerei Martin Meier aus Neuravensburg. Dort wurde Allgäuer Single Malt gelagert. Herausgekommen ist ein heller Bock mit leichtem Whisky Geschmack.

Buchtipp: The Art of Hammer: Posters From the Archive of Hammer Films von Marcus Hearn

17. September 2017

Als Jugendlicher habe ich mein Taschengeld für Filmplakate ausgegeben. Ich war auf Filmsammlermärkten und Kinos unterwegs und habe nach diesem besonderen Marketingmaterialien Ausschau gehalten. Ich sammelte, was mir gefiel: Bond, Horror, Kubrick – ein System in der Sammlung hatte es nicht. Dieses Hobby ist ein wenig eingeschlafen, was auch am Platz liegt. Wohin mit Hunderten Als ich jetzt das Buch The Art of Hammer: Posters From the Archive of Hammer Films von Marcus Hearn erwarb, musste viele meiner alten Schätze wieder ansehen.

Ich mag viele Hammer-Filme. Hammer war ein britisches Produktionsstudio deren Filme meinen Geschmack von Horrorfilmen geprägt haben. Ich kam aus der Tradition des sogenannten gothischen Horrors und liebte Filme mit Bela Lugosi (Dracula) oder Boris Karloff (Frankenstein/Mumie). Diese Schwarzweiß-Filme hatten eine tolle, gruselige Atmosphäre mit Friedhöfen, Schlössern und Laboren. Doch dann kamen in mein nächtliches TV-Programm auf einmal Filme von Hammer, die ebenso von Dracula, Frankenstein und die Mumie handelten, aber eine viel stärkere Wirkung auf mich hatten.

Diese Hammer-Filme waren in Farbe, sie hatten Action und sie boten Sex. Ich geb es ja zu, das alles hat mir gefallen. Auch die wichtigsten Darsteller dieser Hammer-Filme hatten mich fasziniert: Christopher Lee und Peter Cushing, beide leider inzwischen verstorben und der jüngeren Generation als Saruman (Herr der Ringe) und Großmoff Tarkin (Krieg der Sterne) bekannt.
Das Buch The Art of Hammer zeigt eine Auswahl an internationalen Postern aus der Filmwelt von Hammer mit dem Schwerpunkt auf englischen Marketingmaterialien. Es ist eine Bibel für Freunde von Hammer.
Die frühen Hammer-Filme kannte ich nicht. Mein Interesse setzt 1958 mit Blood for Dracula ein. Für mich waren die goldenen Zeiten des Hammer-Films die Sechziger und frühen Siebziger Jahre. Hammer revolutionierte den Horrorfilm und fegte die alten Schinken hinweg. Hollywood hatte keine Antwort auf Hammer, gegebenenfalls die Poe-Verfilmungen von Roger Corman hatten einen ähnlichen Charme wie Hammer. Die Hammer-Filme sprachen durch ihre Aggressivität eine jüngere Zielgruppe an, was durch Filme wie Dracula 1972 AD – Dracula jagt Mini Mädchen (geiler deutscher Titel) deutlich wurde. Im Mode- und Drogenrausch des Swinging London triebt Dracula sein Unwesen. In einer hervorragenden Doku des Kultursenders Arte wurde berichtet, dass Hammer oft als erstes ein reißerisches Plakat mit Titel hatte, sich dann einen Verleih suchte und dann erst den Film drehte. Ein ungewöhnliches Vorgehen, aber scheinbar erfolgreich.

Dann kam der Bruch. Hammer-Filme, die für eine Zeitlang modern waren, sind auf einmal auf dem Abstellgleis gelandet. Neue Formen des Horrorfilms etablierten sich. Hitchcock hatte es Jahre zuvor mit Psycho vorausgesehen. Der irre Schlitzer. Das Grauen kam nicht mehr von Monstern aus fernen Ländern wie Transsilvanien oder von verrückten Wissenschaftler, sondern das Grauen kam vom Nachbarn um die Ecke oder gar vom Teufel selbst. Der vor kurzem verstorbene Tobe Hooper setzte mit Blutgericht in Texas Maßstäbe an Terror und die Branche sowie Publikum richteten sich daran aus. Hammer wirkte auf einmal verstaubt. Zwar ließen die Darstellerinnen mehr und mehr die Hüllen fallen, doch wenn ich Sex und nackte Haut sehen wollte, gab es andere entsprechende Filme. Hammer ging den Bach runter.
Erst in den 2000 Jahren hatten die Hammer-Studios ein Comeback. Ich habe allerdings noch keinen Film gesehen. Die Blu rays liegen noch Originalverpackt hier herum. Die Frau in Schwarz soll ganz gut sein – ich bin gespannt.

 

Buchtipp: Die wilden Achtziger von Christian Schulz

16. September 2017

Ich war Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das erste Mal in West-Berlin. Die Stadt erstaunte mich als Teenager. Ich war Teilnehmer eine Bildungsreise und nach dem offiziellen Programm machte ich mich abends auf und erkundete als Jugendlicher die fremde, große Stadt. Interessanterweise war ich zuvor aufgrund der DDR-Verwandtschaft früher in Ost-Berlin als in West-Berlin. Aber kein Zweifel, West-Berlin gefiel mir besser.
Daran erinnerte ich mich, als ich das Buch Die wilden Achtziger von Christian Schulz in die Hände bekam. Es sind Fotografien aus West-Berlin, geschossen von dem taz-Fotografen Christian Schulz. Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich fasziniert und ärgerlich zugleich.

Fasziniert, weil das Buch ein unheimlich eindrucksvolles Zeitdokument ist – von einer Zeit, in der ich heranwuchs und von der ich unbewusst viel aufgenommen und mitgenommen habe. Ärgerlich, weil ich es versäumt habe, diese Zeit für mich zu dokumentieren. Ich hatte zwar einen Fotoapparat, eine Mintolta X700, und fotografierte in Schwarzweiß, aber die Kamera hatte ich nur zu besonderen Gelegenheiten ausgepackt wie Geburtstage, Weihnachten usw. Ich glaube, ich habe lückenlos die Christbäume und den Christbaumschmuck unserer Familie über all die Jahre dokumentiert, aber nicht wirklich wichtiges. Ich hatte später zwar ein Schwarzweiß-Labor, doch es war immer ein Aufwand im Badezimmer meiner Eltern das Teil aufzustellen. Was gab es damals für interessante Motive, die ich vielleicht gesehen, aber garantiert nicht fotografisch festgehalten habe. Meine Eltern knipsten nur und Streetfotografie gab es für mich nicht. Film war doch teuer.

Aber zurück zu Christian Schulz und seinem Buch. In dem lesenswerten Vorwort bezeichnet Arno Widmann den Fotografen Christian Schulz als Fotograf einer Übergangsgesellschaft. Ein wahrlich trefflicher Ausdruck. West-Berlin war in den achtziger Jahren eine Insel im Umbruch. Ein Abi-Kollege brach nach West-Berlin auf, um nicht zum Bund zu müssen. Die Wiedervereinigung machte ihn einen Strich durch die Rechnung. Die alternative Szene war in West-Berlin zu Hause und bei meinen Streifzügen als Teenager sah ich heruntergekommene Häuser und andere Lebensformen, die ich im konservativen, katholischen Bayern nie gesehen hatte. Ich empfand die Berliner als unfreundlich und gesellig zugleich. Berlin war ein anderes Pflaster als München. Es ging irgendwie rauer, härter zu. Das schreckte mich ab, faszinierte aber auch.

Und dieses Gefühl hatte ich wieder als ich die Fotos von Christian Schulz betrachtete. Es sind zunächst Alltagsszenen, erst später kommen Fotos von wichtigen Ereignissen hinzu. Fotos von Menschen, die Geschichte machen und ihre Geschichte erzählten. Es sind aber mehr Schnappschüsse aus dem Alltag, die mich faszinierten. Sie zeigen Leute, die in Berlin lebten und für mich Berlin verkörperten. Die Disco-Bilder waren abgefuckt als glitzernd. Der ehemalige taz-Fotograf zeigte im ersten Teil seines Buches nicht den Glamour, den ich in Berlin auch zu sehen bekam. Diese Fotos kommen im zweiten Teil, Fotos von Prominenz, Filmfestspiele oder Kurfürstendamm. Aber diese Art von Gesellschaftsfotografie habe ich bei anderen Fotografen für meinen Geschmack besser gesehen. Ich war verwöhnt durch Michael Graeter und die Abendzeitung als Promi-Lieferant. Also beschränke ich mich eher auf den rauhen und authentischen Teil des Buches.
Ob Christian Schulz bei seinen Streetfotos seine menschlichen Fotomotive um Erlaubnis zur Veröffentlichung gefragt hat, bezweifle ich. Streetfotos in Deutschland sind schwer geworden. Persönlichkeitsrechte werden verletzt und eine Erlaubnis zur Veröffentlichung zu erhalten, grenzt in Deutschland nahezu als ein Wunder. So gerne würde ich Streetfotografie machen, aber die rechtlichen Hürden sind mir zu hoch. Das ist in anderen Staaten anders. Als ich Silvester in den USA weilte, da war die Mentalität eine ganz andere. Leute hatten oftmals kein Problem, wenn ich sie fotografierte. Sie setzten sich sogar für mich in Szene. In Deutschland unmöglich.
Und das den Reiz des Buches von Christian Schulz aus. Damals, als es in den achtziger Jahren zwar auch Persönlichkeitsrechte gab, aber sich in Berlin die Leute wohl weniger darum kümmerten. Wenn man jemanden fotografierte, der es nicht wollte, bekam man eine aufs Maul und damit hatte es sich – so muss wohl die Mentalität gewesen sein. Für mich ist dieses Buch Die wilden Achtziger von Christian Schulz eine wunderbare fotografische Zeitreise in meiner Teenager-Zeit.

Ardbeg An Oa – Single Malt 2017

15. September 2017

Whisky-Tasting ist immer ein Spaß – vor allem wenn ein Single Malt von Ardbeg in den Gläsern ist. Am 1. Oktober erscheint die neue Kreation Ardbeg mit dem ungewöhnlichen Namen An Oa. Ardbeg stellte mir vorab eine Probe zur Verfügung, die ich auch zugleich mit meinem Food-Blogger Kollegen Thomas Gerlach verköstigte. Das Resultat gibt es hier in diesem Video zu sehen.

Der „Mull of Oa“ ist der südwestliche Ausläufer der schottischen Hebrideninsel Islay, auf der ich immer noch nicht war. Der Ardbeg An Oa ist somit eine Hommage an diese Gegend, ich finde es eine schöne Idee. In einem ehemaligen Getreidespeicher der Ardbeg Destillerie eingerichtet, verfügt der neu erbaute Gathering Room über ein großes stehendes Holzfass aus feinster französischer Eiche. Hier wird der Arbeg An Oa zum Leben erweckt, wie Ardbeg in seiner Pressemitteilung schreibt. Partien wertvoller Pedro Ximénez Fässer vermischen sich mit der Würze aus neuen Eichenfässern sowie der typischen Ardbeg-Intensität ehemaliger Bourbon-Fässer. Soweit der Hintergrund des 46,6 prozentigen Getränks.
Viel wichtiger ist der Geschmack. Als Freund dieser Destillerie habe ich einige Ardbegs schon verkostet und war sehr neugierig auf den neuen Wurf. Nach der Verköstigung steht für mich fest: Gelungen, absolut gelungen und Ardbeg An Oa wird auch meiner Frau schmecken.

Ardbeg An Oa – offizielle Tasting Notes
Ich halte mich jetzt an den Waschzettel, der von Ardbeg versendet wurde. Hier also die offiziellen Tasting Notes:
An der Nase:
Rund, mit subtilem Apfelholzrauch, weichem Toffee, Anis, Melasse und Datteln. Noten von saftigen Früchten wie Pfirsich, dazu Banane. Mit einigen Tropfen Wasser die klassischen Ardbeg-Noten mit Limone, Pinienharz, Fenchel, Leder mit Seife und Teer. Ein leichter Wachsgeruch, wie von flüssigem Kerzenwachs, mit einem Hauch geräucherter Kräuter, insbesondere Oregano und Basilikum.
Am Gaumen:
Sanfte, cremige Textur, die zu einer großen Sirupsüße führt, mit Noten von Milchschokolade, Melassetoffee, Anis, Orange und Lapsang Souchong Rauchtee. Sanfte, süße Gewürze wie Muskat und Zimt, etwas Zigarrenrauch und sehr außergewöhnliche Aromen gegrillter Artischocken. Langanhaltend und süß, mit floralen Untertönen, Minztoffee und den leicht malzigen Noten eines Kekses.
Im Nachhall:
Anhaltend verführerisch, dezent dennoch intensiv, mit Aromen von Anis, Hickory- Rauch und dem Geruch eines Holzfeuers in der Ferne.

No Filters: The Rolling Stones in München

14. September 2017
Zum neuen Mal in München: The Rolling Stones

Zum neuen Mal in München: The Rolling Stones

It’s only Rock’n’Roll but I like it – Die Rolling Stones in München und ich war mitten drin. Zum wiederholten Male habe ich die britischen Rocker gehört und zum wiederholten Male habe ich ein Vermögen für die Karten ausgegeben – und zum wiederholten Male hat es mir sehr gut gefallen. No Filters heißt ihre Tour und wenn man das Alter der Stones anschaut, dürfte es sich um ihre letzte Tour handeln. Und dennoch sind sie fit: Mick Jagger springt mit seinen 74 Jahren besser herum als ich es je konnte. Keith Richards bringt es auf 73 Jahren – hier hat der Lebenswandel seine Spuren hinterlassen, aber seine Riffs kann er noch. Charlie Watts sah schon immer alt aus und mit seinen gesegneten 76 Jahren ist er es auch. Ron Wood, ist dem Krebs entkommen, kommt als Jungspund auf 70 Jahre und hält die Stones am Laufen.

Von 9. September bis 25. Oktober läuft in Europa die No Filters Tour und die Konzerte sind fast ausverkauft. Hamburg war ein grandioser Auftakt und München wurde von den Stones hinweggerockt. Zum neunten Mal waren die Stones in München und Mich Jagger postete am Nachmittag ein Foto eines Spaziergangs im Englischen Garten. So etwas gefällt den Münchner natürlich.

Mick Jagger flaniert durch den englischen Garten in München.

Mick Jagger flaniert durch den englischen Garten in München.

Die Show im Olympiastadion war großartig, wie man es von den Herren gewohnt war und doch war es dieses Mal anders als die Jahre zuvor. Die Band spielte ruppiger als früher. Die Songs klangen nicht so einstudiert, wie in den früheren Jahren. Es rumpelte mehr, die Musik hatte mehr Ecken und Kanten als in früheren Shows, die mir fast zu perfekt und zu glatt waren. Natürlich sind die Abläufe bei einer Band dieser Größe geplant, aber es kam mir vor, als ob nicht alles gescript war wie in den früheren Jahren. Und ich habe den Verdacht, dass Keith Richards gar nicht Gitarre spielen kann und das meine ich mit dem höchsten Respekt. Gebeugt steht der Darsteller aus Flucht der Karibik auf der Bühne und schlägt ein Riff nach dem anderen an. Das klassische Gtarrenspiel überlässt Herr Richards den jüngeren Kollegen Ronnie Wood, der die Arbeit machen muss. Es ist ein Genuss dieses Zusammenspiel anzuschauen.
Sorgen mache ich mir immer wieder um Charlie Watts hinter der Schießbude. Der Mann zieht sein Ding durch, obwohl ich ab und zu denke, schafft er es noch, ein zweieinhalb ständiges Konzert durchzuspielen. Er schafft es und es ist prima – aber ein Showman wird Charlie Watts in seinem Alter nicht werden.
Showman pur dagegen ist natürlich Mick Jagger. Er springt, zappelt, hüpft, rockt die meiste Zeit auf der Bühne umher – es ist eine Wohltat ihm zuzusehen. Was allerdings der dauernde Klamottenwechsel soll, weiß ich nicht. Humor bewies der Sänger mit seinem letzten Outfit. Dort stand auf dem Shirt ganz groß Stones – damit auch jeder weiß, wo er ist. Jagger ist nicht Laga Gaga und muss keine Teenager mit seinem Outfit begeistern. Apropos Outfit: Die silbernen Glitzerturnschuhe von Ronnie Wood waren der Hammer.
Die Setlist von München unterschied sich nur wenig von der in Hamburg. Positiv finde ich bei den Stones, dass sie immernoch den Blues huldigen, auch wenn er nicht hitparadentauglich ist. Ein bisschen mehr Mut würde ich mir von den Herren wünschen – also nicht nur die Hits spielen, sondern mehr Experimente bitte. Aber die Stones geben das, was die meisten Fans hören wollen: Hits am laufenden Band. Dabei startete es nicht ideal: Sympathy for the Devil war der etwas wacklige Einstand, der sofort wieder wett gemacht wurde durch ein fabelhaftes It’s Only Rock ’n’ Roll (But I Like It). Das Publikum wählte Beast of Burben und wenn man ehrlich ist, war es eine eher unglückliche Wahl, ebenso Dancing with Mr. D.

Die Publikumswahl fand ich nicht perfekt dargebracht.

Die Publikumswahl fand ich nicht perfekt dargebracht.

So richtig fand die Band hier nicht den Zugang. Wenn dann auch noch Keith Richards zum Mikro greift, ist es in der Regel für mich die Zeit Biernachschub zu holen. Und meiner Meinung nach ging Happy gerade noch, während Slipping Away einfach daneben war. Anschließend übernahm Jagger wieder das Mikrofon und die Band trumpfte im letzten Teil der Show nochmals auf und alle durften mitsingen. Ein Feuerwerk musikalisch und optisch noch am Ende und fein war es. Sehr nett fand ich am Konzertende den Hinweis „Bis bald“. Sollte es doch nicht die letzte Tour der Rolling Stones gewesen sein?

Bis bald - doch nicht die letzte Tour?

Bis bald – doch nicht die letzte Tour?

Ein Wort noch zur Sicherheit: Der Zugang zum Olympiastadion war mit hohen Sicherheitsauflagen versehen. Das finde ich gut, sehr gut. Keine Rucksäcke und Taschen oder Regenschirme (es regnete allerdings zeitweise heftig) waren erlaubt. In meiner Reihe wurde scharf kontrolliert, Abtasten und Metalldetektor. Einige Besucher in der Schlange fanden das nervig, aber ich halte es für zeitgemäß. Lob also an die Sicherheitsleute und die Polizei, die zudem noch ein Spiel des FC Bayern bewachen musste.

Die Setlist von München, soweit ich es mitbekommen habe:
Sympathy for the Devil
It’s Only Rock ’n’ Roll (But I Like It)
Tumbling Dice
Out of Control
Just Your Fool
Ride ’Em on Down
Dancing with Mr. D
You Can’t Always Get What You Want
Beast of Burben
Paint It Black
Honky Tonk Women
Vorstellung
Happy keith mit Zigarette
Slipping Away Keith
Midnight Rambler
Miss You
Street Fighting Man
Start Me Up
Brown Sugar
(I Can’t Get No) Satisfaction
Gimme Shelter
Jumpin’ Jack Flash

Bis zur Apple Keynote blättere ich durch 20 Jahre Apple Geschichte

12. September 2017

Langsam beginnt bei mir wieder der Apple Hype. Als langjähriger Apple- und später Mac-User freue ich mich auf die heutige Keynote zum neuen iPhone. Es ist schon genug spekuliert worden, welche Features die neuen Apple Devices haben werden. Abwarten und Tee trinken – bald wissen wir mehr.
Für mich bedeutet eine anstehende Keynote auch immer in die Vergangenheit zu schauen. Apple hat mit seinen Produkten mein Leben bereichert. Ich hatte das Buch Designed by Apple in California am Erscheinscheinungstag 15. November 2016 gekauft. Heute begebe ich mich wieder auf einen Streifzug durch die jüngere Apple Geschichte. Im Vorfeld der heutigen Keynote holte ich das Buch hervor und schwelgte in der jüngeren Vergangenheit. Das Buch gibt keinen Überblick über die gesamte Geschichte von Apple Produkten. Es sind die Jahre ab der Einführung des iMacs. Ich selbst bin schon länger, viel länger dem Unternehmen aus Cupertino verbunden. Während ich diese Zeilen am iPad Pro tippe schaue ich auf eine Lisa, einer der ersten Flops des Unternehmens.


Steve Jobs kam zu Apple zurück und führte den Computerhersteller zu neuen Größen. Heute ist Apple das reichste Unternehmen auf diesem Planeten und hat sich von einer Computerbude zu einem Medienunternehmen gemausert. Diesen Weg zeigt auch das wunderbare Buch Designed by Apple in California. Ich habe mir die Luxusvariante des Buches in der Größe 330 x 413 mm gekauft und blättere gerne die 300 Seiten mit den 450 Fotografien durch. Es sind intensive Bilder, die Apple uns dort bietet. Viele Aufnahmen kennen wir aus PR- und Marketingkampagnen, doch es sind auch Produktionsskizzen und Produktionsbilder darunter. Alles exzellent fotografiert und auf hochwertigen Papier gedruckt. Schon alleine das Auspacken des Buches ist ein haptisches Erlebnis, wie das Auspacken eines Apple-Produktes.

Beim ersten Durchblättern empfinde ich eine Kühle bei den Produktfotos. Sir Jony schreibt auch in seinem Vorwort von einer detaillierten Sachlichkeit der Bilder. Aber diese Kühle verfliegt beim zweiten und dritten Durchsehen, denn der Apple Fan erkennt seine Produkte, mit denen er gearbeitet hat – zu denen er eine Beziehung aufgebaut hat: Macs, iPods, iPads, iPhones. Gedanken schwirren mir durch den Kopf: Was war eigentlich mein Lieblingsmac? Nun, auf jeden Fall die Miss Marple-Handtasche, der Lampen-iMac, das Wallstreet-PowerBook und ja auf jeden Fall der Cube. Weniger Emotionen hatte ich bei den G4 oder die G5-Käsereibe. Richtig das Herz ging mir auf bei den iPods und den iPhones. Dies waren Devices, die ich immer, ja wirklich immer dabei hatte. Sie waren und sind meine ständigen Begleiter.


Und es kommen mir Erinnerungen an einen Apple-Kalender, den wir damals bei der MACup herausgegeben haben. 12 Kalenderbilder wunderschön fotografiert, es macht mich noch heute stolz, dass wir damals das Projekt durchgezogen haben. Später durfte ich sogar noch einen Kalender mit Retro-Computern produzieren.
Zurück zu Designed by Apple in California: Mir ist aufgefallen, dass ich das Buch sehr sorgsam behandle. Gedruckt wurde es auf speziell gewalztem Papier aus Deutschland mit vergoldetem mattierten Silberrand, mit acht Farbtrennungen und Tinten mit geringem Geistereffekt. Es hat über acht Jahre gedauert, dieses Hardcover Buch fertigzustellen, behauptet zumindest Apple. Warum es so lange gedauert hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich lag es an den Rechten, aber das ist nur eine gemeine Vermutung.
Also, ich blättere das Buch nochmal in Ruhe durch und schaue mir nachträglich die Keynote im Stream an. Tim ist mir wichtig, aber in München habe ich ein Rendezvous mit Mick, Keith und den anderen rollenden Steinen. Viel Spaß bei der Keynote.

 

Hurrikan Irma: Dramatische Bilder bei CNN und trotzdem Irrsinn

11. September 2017

CNN-Berichterstattung zum Hurrikan.

CNN-Berichterstattung zum Hurrikan.

Wenn irgendwo die Welt untergeht, ein CNN Reporter wird dabei sein und darüber berichten. Dieser Satz fiel mir ein, als ich gestern den ganzen Tag die Berichterstattung zum Hurrikan Irma verfolgte. Zunächst via Periscope, dann via CNN. Und ich fragte mich: Muss Berichterstattung in eine Show ausarten? Kommt nicht hier der Werther Effekt zum Tragen? Als Goethe seinen Werther veröffentlichte, brachten sich Leser um, weil es ihnen genauso ging. Wenn CNN im Sturm steht, warum soll es nicht auch der Normalbürger? Warum wird Florida evakuiert, wenn einige trotzdem bleiben und eine Show über sie gemacht wird. Ich habe gestern schon über Irma gebloggt.

Verantwortungslose CNN-Reporter
Da stehen die wackeren Reporter von CNN inmitten des Hurrikans Irma und reißen ihre Reportagen herunter. Florida wird geräumt, nur CNN bleibt in der Stadt und begibt sich in Gefahr. Ich habe kein Problem mit einer Berichterstattung, aber ich habe ein Problem mit der Show. Irgendwann trat die Berichterstattung in den Hintergrund und ich schloss mit meiner Frau Wetten ab, welcher Reporter als erstes vom Orkan weggerissen wird. So eine Art der Berichterstattung empfinde ich als verantwortungslos.

Wann wird John Berman weggeweht? Die Wetten laufen.

Wann wird John Berman weggeweht? Die Wetten laufen.

Da stehen CNN-Kollegen am Pier, wenn Wind, Wasser und Wellen ans Ufer brettern. Der Mann John Berman ist komplett durchnässt und kämpft gegen den Wind. Er stemmt sich gegen die peitschende Gischt und droht immer wieder umzufallen. Aber er sagt fein ein Sprüchlein auf und berichtet vom heraufziehenden Orkan. Bewundernswert ist freilich die Technik bei CNN. Trotz Orkan ist die Stimme klar, deutlich und absolut verständlich, die tote Katze um das Mikrofon ist phänomenal. Das Bild steht fest, der Kameramann putzt immer wieder die Linse trocken.

CNN in Naples – der Orkan nimmt zu
Szenenwechsel: Der Hurrikan ist weitergezogen, John Berman, der Co-Anchorage des CNN-Newsrooms, wird abgezogen und kann sich trockene Sachen anziehen. Ich denke, er wird sich sicherlich mit der Aktion eine fette Erkältung wenn nicht Schlimmeres eingehandelt haben. CNN schaltet nach Naples in Florida. Die Stadt liegt weiter im Norden und der Irma bewegt sich in Richtung der Stadt. CNN ist mit zwei Teams vor Ort. Chris, so der eine Reporter, hat auf einem Balkon Stellung bezogen. Hinter ihm die Park/5 Avenue im Blick. Der zweite Mann Ed Lavandera steht auf der Straße. Ich habe bei Google Street View die Straße bei Sonnenschein fotografiert – eigentlich eine schöne Gegend, jetzt aber das Zentrum einer Naturkatastrophe.

Der Sturm nimmt zu. Die Palmen biegen sich gefährlich. Äste wirbeln durch die Gegend. Es ist eine ernste Situation. Chris auf dem Balkon und Ed auf der Strecke begeben sich in Gefahr. Oftmals können sie nichts sehen, weil das Wasser von allen Seiten kommt. Es ist verantwortungslos vom Sender die Reporter in so einen Hurrikan zu schicken. Doch alles was zählt, das sind dramatische Bilder. Aufnahmen von Irma hätte CNN auch hinter den Fenstern eines Hotelzimmers bekommen, aber dann könnte kein Reporter todesmutig vor der Kamera herumhüpfen. Nein, solche Helden brauch ich nicht.
Ed Lavandera auf der Straße zeigt im Laufe der Berichterstattung einen Dachziegel, der sich gelöst hat und durch die Gegend flog. Das Teil ist spitz und sieht gefährlich aus. Wenn ein Mensch von so einem herumfliegenden Teil getroffen wird, könnte er sich ernsthafte Verletzungen zuziehen. Ed hält den Ziegel in die Kamera, was noch mehr dramatische Bilder zu Folge hat. Bei mir als TV-Zuschauer sinkt das Ansehen. Leute, ihr seid keine Teufelskerle, sondern einfach nur doof.

Technisch perfekte CNN-Übertragung
Die Kraft von Irma nimmt zu. Die Producer versuchen das Wasser vom Balkon zu wischen, während Chris seine Reportage macht. Er betont, dass man sicher sei, die Bilder allerdings dramatisch wirken. Ich glaub ihm nicht. Chris erklärt, dass der TV-Zuschauer an die Menschen denken sollen, die in Florida und der Karibik vom Sturm getroffen wurden und viel verloren haben. „Pass du auf Junge, sonst verlierst du dein Leben“, denke ich mir nur.
Bewundernswert ist die Schalte zwischen den Reportern und dem CNN-Studio. Da arbeiten Profis und fallen sich nicht ins Wort. In der Regel sind die Beiträge erklärend. Ein Wettermann wird eingeblendet und darf erzählen, wohin sich Irma als nächstes wendet. Grafiken zeigen die Windstärke, Breaking News total. Die technische Berichterstattung ist höchst professionell, das Team ist eingespielt, wenn nur nicht der Irrsinn von den Reporter vor Ort wäre, die sich unnötig in Gefahr begeben.

Spazierfahrt durch Miami
In Periscope verfolge ich gleichzeitig Menschen, die eine Spritztour mit ihrem SUV durch Miami machen. Unvernünftig bis zum geht nicht mehr. Die PS-starken, geländegängigen Autos fahren über Baumstämme, Äste und durchs Wasser. Die Fahrer finden es cool und werden durch die Kommentare in Periscope noch aufgeputscht. Natürlich gibt es auch Stimmen, die zur Vorsicht mahnen, doch die gehen unter.

Bürger fahren mit ihrem Auto durch die Stadt.

Bürger fahren mit ihrem Auto durch die Stadt.

Live dabei im Hurrikan Irma via Periscope

10. September 2017
Leute senden aus ihren Wohnungen via Periscope.

Leute senden aus ihren Wohnungen via Periscope.

Weil ich die vergangenen Tage mit privaten Sachen beschäftigt war, kam ich kaum dazu, mich über den Hurrikan Irma zu beschäftigen. Erst heute habe ich mich im Netz über die unglaubliche Wucht des Orkans informiert. Ich hatte an der Uni noch den Begriff Orkan gelernt, der scheinbar jetzt durch Hurrikan abgelöst wurde, auch gut.
Irma ist größer als die Bundesrepublik, also ein Wahnsinnsteil. Nach Verwüstungen in Kuba trifft Irma in dem Moment während ich diese Zeilen tippe auf Florida. Und was mache ich? Ich schau mir die Auswirkungen in Periscope an.
In welcher Welt leben wir heute? Ich sitze geschützt hier in Deutschland und auf der anderen Seite der Erde geht die Welt unter. Ob der Klimawandel etwas mit dem Orkan zu tun hat, weiß ich nicht, aber als gescheiterter Geograf bin ich fasziniert und entsetzt über die Kraft von Irma. Und alles schau ich mir live auf Periscope an. Hier ändert sich mal wieder die mediale Welt.
Periscope wird in Deutschland weniger genutzt, so meine Eindrücke. Facebook-Live scheint attraktiver zu sein, aber in Zeiten der Krise entfaltet Periscope seine ganze Kraft. Ich suche mir Florida auf der Karte heraus und kann mir die einzelnen Stream aufrufen. Ich bin mitten drin. In Facebook muss ich mit irgendwen befreundet sein, in Periscope muss ich es nicht.

Karte von Florida mit roten aktiven Periscope-Sendern.

Karte von Florida mit roten aktiven Periscope-Sendern.

In meinem Seminaren zeige ich gerne Persicope und meist treffe ich in der Demonstration auf pubertierende Jugendliche, die sich im Netz darstellen. Das ist für mich eher uninteressant. Ab und zu sende ich von Seminaren und zeige den Teilnehmern, wie die Dialoge in diesem Medium laufen.
Und bei Irma treten die pubertierenden Kinderchen in den Hintergrund und Live-Berichte vom Orkan beherrschenden die Streams aus Florida. Ich kann mir einen Eindruck machen, wie stark oder schwach Irma ist. Im Moment regnet es stark in Florida. Was habe ich erwartet? Wollte ich Independence Day oder the Day After Tomorrow sehen? Nein, das ist nicht Hollywood, sondern real Life.

Über die Kommentarfunktion lassen sich hervorragend Dialoge führen. Dabei erwarte ich keine meteorologischen Einschätzungen oder hochtrabende politische Kommentare über Klimawandel und Erderwärmung, sondern ich will von der Stimmung etwas mitbekommen. Die Menschen erzählen ihre persönliche Geschichte, wie sie sich auf den Orkan vorbereitet haben, wo sie ihr Auto geparkt haben, wie sie versorgt werden. Für mich als Storyteller oder Geschichtenerzähler sind das Juwelen, ohne dass ich das eine oder andere Wort auf die Goldwaage lege. So mancher Kommentar ist voll daneben. Die einen sprechen von der Strafe Gottes, die anderen sind an ernsthaften Infos interessiert, wieder andere blödeln herum. Die Sender, also die Leute, die via Persicope senden, antworten zum Teil vernünftig, zum Teil haben sie ihren Spaß. Natürlich hat in erster Linie der Schutz der Menschen den Vorrang. Keiner soll sich nur wegen guter Bilder in Gefahr bringen. Meist sehe ich Menschen, die aus ihren Appartements via Periscope streamen. Ab und zu geht jemand an den Strand, was ich persönlich für zu gefährlich halte, aber ich bin nicht vor Ort.
Jetzt beobachte ich am Smartphone oder iPad wie sich der Orkan weiter entwickelt. Ich denke an die Menschen, die vom Hurrikan betroffen sind.

Schnell und einfach Sushi zubereiten mit SUSHEZI, meiner Sushi-Bazooka

9. September 2017
Perfektes Sushi aus der Goldenen Traube in Coburg. Inspiration für einen Selbstversuch.

Perfektes Sushi aus der Goldenen Traube in Coburg. Inspiration für einen Selbstversuch.

Seitdem ich an der Sushi-Theke der Goldenen Traube in Coburg Platz nehme, bin ich dem Sushi verfallen. Dort wird das Sushi von Jasmin Voigt hervorragend zubereitet. Da ich aber in Oberbayern wohne, kann ich nicht immer bei Jasim vorbeischauen und muss mich selbst um die Zubereitung meines Sushi kümmern. Ich habe dazu ein nettes Hilfsmittel entdeckt: SUSHEZI  Hier ein nettes Interview mit Jasmin Voigt,

Bazooka erleichtert die Sushi-Zubereitung
Also ich will zu Hause schnell und einfach Sushi zubereiten. Und ich greife dazu zu meinen meinen  SUSHEZI. Sushi-Meister werden es mir verzeihen. Meine Tochter nennt das Plastikteil verächtlich eine Sushi-Bazooka und irgendwie hat das Kind recht. Es ist eine Art Kunststoffrohr, das sich aufklappen lässt. Dann kommt Sushi-Reis, Fisch, Karotten und Avocado hinein. Das Rohr wird zugeklappt, verriegelt und ein Ausgang meines SUSHEZI wird verschlossen. Bei der anderen Seite wird Druck ausgeübt, Deckel wieder ab und schon kommt eine Sushi-Rolle heraus, die ich auf ein Nori-Blatt auftrage und anschließend rolle.

Ich hatte früher mein Sushi auf die traditionelle Art mit Bamus-Matte selbst gerollt. Hier wird das Sushi feiner, aber der Aufwand war für mich deutlich größer. Durch das SUSHEZI bin ich faul und bequem geworden, aber die ganze Sache geht deutlich schneller.
Den Fisch beziehe ich vom Brucker Hafen aus Fürstenfeldbruck oder von unserem Edeka Leich vor Ort. In der Regel verwende ich Lachs, Thunfisch und Schwertfisch. Frisch muss der Fisch sein, sonst gibt es Probleme. Es lassen sich durch das SUSHEZI auf Insideout produzieren.

Übung macht den Sushi-Meister mit SUSHEZI
Zu Beginn musste ich ein paar Mal üben, bis ich den Bogen raus hatte. Das Video zeigt meine anfänglichen Schwierigkeiten, aber inzwischen flutscht die ganze Sache perfekt. Mein SUSHEZI und ich sind ein eingespieltes Team und ich kann für die Familie schnell und ohne großen Aufwand Sushi zaubern.

Kleiner Tipp noch: Wenn das Sushi im Nori-Blatt gerollt ist, nicht sofort schneiden. Ich warte immer ein paar Minuten, bis das Nori-Blatt die Feuchtigkeit vom Sushi-Reis angenommen hat. Zum Schneiden nehme ich mein Global G-48 Santoku Fischmesser mit Kullenschliff. Ich hatte in der Vergangenheit preiswerte Messer, bin aber nicht glücklich geworden. Das Global G-48 Santoku ist perfekt, liegt ideal in der Hand und ist vom Gewicht sehr gut austariert – die Balance stimmt einfach und das ist wichtig. Vor dem Schneiden der Sushi-Rolle das Messer noch anfeuchten und schon kann es losgehen.