Harrison Ford und Glenmorangie: Ein Schluck Hollywood aus den schottischen Highlands

20. Mai 2026

Ein Hauch Hollywood weht durch die schottischen Highlands: Harrison Ford, Whisky-Liebhaber, Schauspiellegende und längst selbst Teil der Glenmorangie-Geschichte, hat gemeinsam mit der traditionsreichen Destillerie seinen eigenen Highland Single Malt Scotch Whisky geschaffen. Die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition ist ganz nach seinem Geschmack entstanden – persönlich, elegant, charaktervoll und mit jener trockenen Direktheit beurteilt, für die Ford bekannt ist: „It’s nice. It’s very nice.“ Oder anders gesagt: Er ist gut. Sehr gut. Und als Glenmorangie muss ich natürlich probieren.

Die Verbindung zwischen Harrison Ford und Glenmorangie begann mit der humorvollen Miniserie „Once Upon a Time in Scotland“, in der sich der Schauspieler selbst spielte und dabei mit feinem Understatement seine Begeisterung für Glenmorangie zeigte. Ich hatte darüber berichtet.
Nun bekommt diese Geschichte ein neues Kapitel. Gemeinsam mit Dr. Bill Lumsden MBE, Glenmorangies Director of Whisky Creation, entstand eine Limited Edition, die nicht einfach nur den Namen eines Hollywoodstars trägt, sondern tatsächlich seinen persönlichen Geschmack widerspiegelt. Am Rande der Dreharbeiten stellte Dr. Bill dem Schauspieler verschiedene Fässer vor, um herauszufinden, welche Aromen ihn berühren. In den folgenden Monaten reisten weitere Proben über den Atlantik, bis die finale Rezeptur gefunden war.

Das Ergebnis ist ein Whisky, der den eleganten Stil Glenmorangies mit einer überraschenden, pikanten Würze verbindet. Klassischer Glenmorangie, gereift in Bourbonfässern, wurde mit einer Partie Whisky aus raren, getoasteten portugiesischen Rotweinfässern vermählt. So entsteht ein Single Malt, der sanft und zugleich vielschichtig wirkt. Frische Zitrusnoten eröffnen den Genuss, begleitet von braunem Rohrzucker, Aprikose und weichem Toffee. Im langen Nachhall zeigen sich Orangenöl, Leder und feine Eichentannine – Aromen, die Wärme, Tiefe und Charakter verleihen. Also ein wunderbares Storytelling, wie ich es bei Whisky mag.

Enthüllt wurde die Edition in Harrisons Heimat Wyoming in einer weiteren Episode von „Once Upon a Time in Scotland“. Unter der Regie von Joel Edgerton blickt Ford auf seine Zeit in den schottischen Highlands zurück und probiert seinen eigenen Whisky erstmals vor laufender Kamera – standesgemäß im Kilt. Die Szene lebt von genau jener Mischung aus Humor, Würde und Lakonie, die Harrison Ford auszeichnet. Kein großes Pathos, keine übertriebene Geste, sondern ein Blick, ein Schluck und ein Satz, der alles sagt: „It’s nice. It’s very nice.“

Harrison Ford selbst beschreibt seinen Aufenthalt bei Glenmorangie als großartige Erfahrung. Er habe großen Respekt vor dem Destillerie-Team, das aus wahren Fachleuten bestehe. Die Zusammenarbeit mit Dr. Bill sei für ihn ein Privileg gewesen – auch, weil er miterleben konnte, wie Kunst und Wissenschaft zusammenfinden, um einzigartige Single Malt Scotch Whiskys zu erschaffen. Viele Fässer habe man gemeinsam probiert, vieles habe ihm gefallen. Doch die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition sei genau das, was er sich von einem Whisky wünsche. Auf diese gemeinsame Kreation sei er sehr stolz.

Auch Dr. Bill Lumsden zeigt sich begeistert von der Zusammenarbeit. Weil Harrison Ford ein großer Whisky-Liebhaber sei, habe er ihn kurzerhand zum Ehrenmitglied des Whisky Creation Teams ernannt. Das Ergebnis beschreibe er als elegant, harmonisch und zugleich würzig – ein Whisky, der zeitlos sei und dennoch überrasche. Ganz wie Harrison Ford selbst.

Die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition mit 46,5 Volumenprozent Alkohol ist bundesweit im Fachhandel, in ausgewählten Bars und in der Gastronomie erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 90 Euro.

Verkostungsnotiz
Farbe: Das Orange eines Sonnenuntergangs
An der Nase: Noten von spritzig-würzigen Zitrusfrüchten, die an Orangenmarmelade erinnern, erscheinen gemeinsam mit markant-floralen Noten von Geißblatt und Jasmin. Eine interessante Note erinnert zusätzlich an Bienenwachs oder Duftkerzen. Mit einigen Tropfen Wasser erscheinen weitere duftende Noten von Pfirsichblüten und Vanille.
Am Gaumen: Ein kräftiger Biss lebhafter Zitrusnoten erreicht den Gaumen. Noten von Bitterorange, Zitrone und Grapefruit tanzen auf der Zunge, zusammen mit milden Noten gebackenem Brots, Aprikosen, braunem Rohrzuckers und Karamellbonbons. Eine betäubende, mentholhaltige Note ist im Hintergrund.
Nachhall: Lang, mit Aromen von Orangenöl, Leder und Eichenholz-Tanninen

Mario Kart verbindet: Wenn digitales Spielen Familien ins Gespräch bringt

19. Mai 2026

Beim Familientag im Landratsamt Fürstenfeldbruck zeigte ich, dass das Mario-Kart-Rennen auf der Nintendo Switch 2, wie digitale Spiele Begegnung, Austausch und Medienkompetenz fördern können. Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielten gemeinsam, feuerten sich an und erlebten, dass Gaming in einem begleiteten Rahmen weit mehr sein kann als bloße Unterhaltung.

Beim Familientag im Landratsamt Fürstenfeldbruck wurde mit von mir mit dem Mario-Kart-Rennen auf der Nintendo Switch 2 ein niedrigschwelliges, generationsübergreifendes und medienpädagogisch sinnvoll gerahmtes Angebot geschaffen. Ich wurde begleitet von meinem Sohn. Das Spiel wurde nicht als bloße Unterhaltung eingesetzt, sondern als gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv miteinander in Kontakt kamen, Regeln aushandelten, sich gegenseitig unterstützten und spielerisch Medienkompetenz erprobten.

Aus medienpädagogischer Sicht ist besonders wichtig, dass digitale Spiele nicht grundsätzlich als Gegensatz zu Bildung verstanden werden, sondern als Bestandteil der Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlicher. Gerade ein Spiel wie Mario Kart eignet sich für einen solchen Rahmen, weil es leicht zugänglich ist, keine langen Erklärungen benötigt und sehr schnell gemeinsames Handeln ermöglicht. Dadurch konnten auch Besucherinnen und Besucher teilnehmen, die wenig oder keine Spielerfahrung hatten. Das Angebot senkte Hemmschwellen, machte digitale Spielkultur sichtbar und eröffnete zugleich Gesprächsanlässe über Fairness, Frustrationstoleranz, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und den angemessenen Umgang mit Gewinnen und Verlieren.

Pädagogisch wertvoll war der Einsatz vor allem deshalb, weil das Spiel in einem begleiteten öffentlichen Kontext stattfand. Die Teilnehmenden spielten nicht isoliert, sondern in einer sozialen Situation: Sie warteten aufeinander, feuerten sich an, gaben Tipps, akzeptierten Spielregeln und erlebten digitale Medien als gemeinschaftliche Aktivität. Damit wurden soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Kommunikation und gegenseitige Anerkennung gefördert. Auch das Publikum war einbezogen, sodass aus dem digitalen Spiel ein analoges Begegnungsangebot wurde.

Zugleich bot das Mario-Kart-Rennen einen guten Anlass, um Mediennutzung positiv und reflektiert zu thematisieren. Kinder und Jugendliche konnten erleben, dass digitale Spiele Spaß machen dürfen, wenn sie bewusst ausgewählt, altersangemessen eingesetzt und zeitlich sowie organisatorisch klar gerahmt werden. Der pädagogische Mehrwert lag also nicht allein im Spiel selbst, sondern in der Art der Durchführung: offen, begleitet, fair, gemeinschaftlich und eingebettet in eine Veranstaltung für Familien.

Der große Zuspruch des Publikums zeigt, dass digitale Spielangebote bei Familien auf Interesse stoßen und eine Brücke zwischen den Generationen schlagen können. Gerade im Rahmen eines Familientags ist ein solches Angebot sinnvoll, weil es gemeinsame Erlebnisse schafft und Eltern die Möglichkeit gibt, digitale Spiele nicht nur aus der Distanz zu betrachten, sondern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu erleben. So wurde Medienpädagogik praktisch erfahrbar: nicht belehrend, sondern alltagsnah, spielerisch und dialogorientiert.

Insgesamt war der Einsatz von Mario Kart daher pädagogisch gut begründet. Das Angebot verband Spaß, soziale Interaktion und reflektierte Mediennutzung. Es zeigte, dass digitale Spiele in einem verantwortungsvoll gestalteten Rahmen einen wertvollen Beitrag zur Medienbildung leisten können – insbesondere dann, wenn sie Begegnung ermöglichen, Teilhabe fördern und Kinder, Jugendliche und Erwachsene miteinander ins Gespräch bringen.

Buchtipp: Eine Liebeserklärung an die goldene Ära von LucasArts: Als Videospiele meine Fantasie eroberten

18. Mai 2026

Das aufwändig gestaltete Bildband „Rogue Leaders: The Story of LucasArts“ von Rob Smith (256 Seiten, Hardcover) ist ein beeindruckender Rückblick auf die ersten 25 Jahre des legendären Spieleherstellers LucasArts. Smith spannt den Bogen von der Gründung durch George Lucas im Jahr 1982 bis zu den Veröffentlichungen von 2008 und verbindet seine Erzählung mit über 300 Konzeptzeichnungen, Storyboards und Skizzen. Viele dieser Abbildungen stammen aus Spielen wie The Secret of Monkey Island, Grim Fandango und Star Wars: Knights of the Old Republic – aber auch von nie veröffentlichten Projekten. Allein diese visuelle Fülle macht das Buch für mich zu einem Fest für Nostalgiker und Retrogamer, so wie ich es einer bin.

Ausstattung und Aufbau
Das großformatige Werk ist als edles Coffee‑Table‑Book konzipiert. Eine lentikulare, wechselnde Covergestaltung – je nach Blickwinkel sieht man Purple Tentacle, Guybrush Threepwood, LEGO‑Indy oder Darth Vader – sorgt schon beim ersten Anblick für Begeisterung. Ich habe den Abend gerne mit diesem Cover gespielt, es erinnerte mich an die alten silbernen Perry Rhodan-Bände mit dem 3D-Cover. Der Innenteil ist reich bebildert, doch die Texte sind eher knapp gehalten: Zwar erzählt Smith die Geschichte von LucasArts chronologisch, aber einzelne Spiele und Entwicklungsphasen werden oft nur kurz angerissen. Wer tiefgehende Einblicke in Produktionsprozesse erhofft, wird enttäuscht, während Fans der Kunstabteilung mit Zeichnungen, Box‑Art und Screenshots auf ihre Kosten kommen.

Inhaltliche Highlights
Trotz der Kürze der Texte gelingt es Smith, viele spannende Details einzuflechten. Er beschreibt die ersten Jahre als Lucasfilm Games, als noch keine Star Wars-Lizenzen genutzt werden durften, und hebt frühe Genre‑Experimente hervor – von Flugsimulationen wie PHM Pegasus bis hin zu den innovativen Point‑and‑Click‑Abenteuern. Besonders erfreulich ist die Aufmerksamkeit für die klassischen Adventure‑Titel der frühen 1990er‑Jahre: Smith würdigt die Entwicklung des SCUMM‑Skriptsystems und die Ausbildung der jungen Designer Tim Schafer und Dave Grossman in der internen „SCUMM‑University“. Interviews und Anekdoten – etwa Tim Schafers irrwitziges Bewerbungsgespräch, bei dem er unbeabsichtigt zugibt, eines der Spiele piratiert zu haben und sich anschließend mit einer Cartoon‑Bewerbung rettet – geben dem Buch einen persönlichen Touch. Zu loben sind die vielen bisher unveröffentlichten Konzeptzeichnungen und Puzzle‑Flowcharts, darunter alternative Cover‑Entwürfe für Monkey Island 2 und Briefe von George Lucas an das Team.

Das Buch beleuchtet nicht nur die Klassiker, sondern auch unverwirklichte Projekte wie Sawyer, ein geplanter Nachfolger zu Zombies Ate My Neighbours, und Knights of the Old Republic 3. Diese Einblicke in die „Was wäre wenn?“-Geschichten des Studios sind für Fans besonders reizvoll.

Manche wichtige Titel wie die späten Monkey Island-Teile oder Grim Fandango erhalten leider weniger Aufmerksamkeit als erwartet. Weil es ein Buch ein offizielles LucasArts‑Produkt ist, kommt im Vorwort von Meister George Lucas auch keine Kritik an der schwierige Firmengeschichte auf. Es ist im Grunde alles Sonnenschein.

Hommage an eine prägende Ära
Trotz dieser Schwächen ist „Rogue Leaders“ ein unverzichtbares Buch für alle wie mich, die mit LucasArts großgeworden sind. Die zahlreichen, liebevoll reproduzierten Artworks, Storyboards und bisher unveröffentlichten Materialen machen es zu einer Schatzkiste für Retro‑Spieler. Smiths chronologischer Überblick zeigt die kreative Spannbreite des Studios – von Arcade‑Shootern und Simulationen über die legendären Adventures bis zu den späteren Star Wars-Epen. Die Geschichten hinter Klassikern wie Maniac Mansion und Day of the Tentacle wecken nostalgische Gefühle und verdeutlichen, wie innovativ LucasArts in seiner Hochzeit war.

Ich als Fanboy und Leser spüre die Begeisterung für diese Spiele und ihre Bedeutung für die Videospielkultur: Die SCUMM‑Abenteuer setzten Maßstäbe im Storytelling, X‑Wing und TIE Fighter belebten das Flug‑Simulationsgenre, und Knights of the Old Republic prägte Rollenspiele bis heute. Das Buch mag ein optisch opulenter Überblick sein, doch es erinnert daran, wie viele kreative Risiken LucasArts einging und wie stark diese Titel die Kindheit und Jugend vieler Spieler prägten. Für Retro‑Fans und Kunstliebhaber ist es daher eine lohnende Anschaffung – ein liebevoller Dank an ein Studio, das die Videospielkultur nachhaltig geprägt hat

Podcast Dombo bewegt: Olympische Spiele im Behandlungszimmer

17. Mai 2026

Wer die Praxis des Zentrums für Gesundheit betritt, dem fallen schnell die ungewöhnlichen Schilder an den Behandlungszimmern auf: Athen, Berlin, München, Atlanta, Sydney, Toronto, Barcelona, Paris. Städtenamen, die auf den ersten Blick rätselhaft wirken – und die bei Patienten immer wieder Fragen aufwerfen. Norman Dombo, der das Zentrum leitet, hat in der zwölften Folge seines Podcasts Dombo bewegt nun das Geheimnis dahinter gelüftet. Hier die Folge:

Die Erklärung ist so einfach wie naheliegend: Alle Städte, die den Zimmern ihren Namen geben, waren Austragungsorte Olympischer Spiele. Auf die Idee brachte Dombo ausgerechnet ein Begriff aus dem Schulunterricht. Ein Lehrer hatte ihm einst erklärt, dass die olympischen Wettkämpfe ursprünglich als „gymnastische Spiele“ bezeichnet wurden. Von da war es gedanklich nur ein kleiner Schritt zur Krankengymnastik – und zur Frage, warum eigentlich immer von „krank“ die Rede sein muss, wenn es doch um Gesundheit geht. Dombo erinnerte sich dabei an eine Parallele aus der Welt der Krankenkassen, die sich mancherorts längst in Gesundheitskassen umbenannt haben. Aus der Krankengymnastik wurde in seiner Überlegung kurzerhand die Gesundgymnastik – und die gehört eben nach Athen, Atlanta oder Sydney.

Jedes Zimmer ist dabei nicht nur mit einem Namen versehen, sondern auch mit einem passenden Bild ausgestattet: Wer in München behandelt wird, blickt auf die Münchner Innenstadt, wer in Berlin liegt, auf das Brandenburger Tor, wer nach Athen kommt, auf die Akropolis. Das sorgt nicht nur für Gesprächsstoff, sondern hat bei den Patienten längst zu kleinen Ritualen geführt. Viele wissen nach einigen Besuchen genau, in welches Zimmer sie möchten – weil sie dort schon einmal Urlaub gemacht haben, oder weil sie es schlicht ins Herz geschlossen haben.

Eine schlichte Idee mit großer Wirkung: Die Olympischen Spiele als Namenspaten machen aus einem Behandlungsraum einen Ort mit Charakter – und aus dem Warten auf die Therapie im besten Fall eine kleine Reise.

Podcast: Bürgerenergie Maisacher Land startet Podcast „Energiewende dahoam“

16. Mai 2026

Arbeit künftig noch transparenter. Mit dem neuen Podcastformat „Energiewende dahoam“ sollen Mitglieder, Interessierte und Bürgerinnen und Bürger regelmäßig erfahren, woran die Genossenschaft arbeitet, welche Projekte vorankommen und wo es Herausforderungen gibt. In der ersten Folge sprach ich mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Köck.

Köck, Gründungsmitglied und Vorsitzender der Bürgerenergie Maisacher Land, sieht die Genossenschaft als lokalen Beitrag zur großen Energiewende. Der Vorstand ist dabei für das operative Geschäft zuständig – von der Mitgliederverwaltung über Projektentwicklung und Vertragsmanagement bis hin zu Kommunikation, Finanzthemen und Rechnungswesen. Diese Aufgaben werden in verschiedene Ressorts aufgeteilt. Besonders bemerkenswert: Die Arbeit geschieht ehrenamtlich und zusätzlich zu den beruflichen Verpflichtungen der Beteiligten.

Für Köck war der Beitritt zur Bürgerenergiegenossenschaft eine bewusste Entscheidung. Die Energiewende vor Ort voranzubringen, sei eine „ehrbare Sache“, sagt er. Zugleich bringt er fachliche Erfahrung mit: Der Ingenieur arbeitet seit mehr als 25 Jahren im Energiebereich, vor allem im Bereich Energienetze, Netzausbau, Regulierung, Projektmanagement und Netzbetrieb. Dieses Wissen hilft der Genossenschaft bei der Planung und Umsetzung ihrer Vorhaben.

Aktuell zählt die Bürgerenergie Maisacher Land mehr als 400 Mitglieder. Köcks Ziel ist deutlich höher gesteckt: Rund 1.000 Mitglieder sollen es langfristig werden. Bezogen auf die Einwohnerzahl der Gemeinde Maisach hält er das für erreichbar. Energiefragen seien mal stärker, mal weniger stark in der öffentlichen Wahrnehmung präsent. Doch die Abstände, in denen Energiepreise, Versorgungssicherheit und Klimaschutz spürbar würden, würden kürzer. Deshalb rechnet Köck weiter mit wachsendem Interesse.

Die Genossenschaft hat bereits Photovoltaikprojekte umgesetzt und will diesen Bereich weiter ausbauen. Besonders interessant sind große Dächer auf gewerblichen, industriellen oder öffentlichen Gebäuden. Hier versteht sich die Bürgerenergie Maisacher Land als Partner, der Planung, Umsetzung und Bürgerbeteiligung zusammenbringt. Eigentümer geeigneter Dachflächen können sich an die Genossenschaft wenden.

Ein nächster größerer Schritt ist die Beteiligung an einer Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Stefansberg. Dort soll ein weiterer Bauabschnitt realisiert werden. Parallel richtet sich der Blick auf den geplanten Windpark Rottbach, genauer im Bereich Prack. Gemeinsam mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck soll dafür eine Projektgesellschaft entstehen. Vertragsunterlagen und Beteiligungsprozesse werden vorbereitet, damit die Finanzierung und Einzahlung der Beteiligung planmäßig erfolgen können.

Dass solche Projekte nicht immer so schnell vorangehen, wie manche es sich wünschen, kann Köck nachvollziehen. Gleichzeitig verweist er auf die komplexen Abläufe. Grundstücksfragen, Planung, Naturschutz, Baurecht, Genehmigungsverfahren, Einspeisezusagen nach dem EEG, Finanzierung und späterer Betrieb müssten sauber geklärt werden. Verzögerungen von mehreren Monaten seien in solchen Verfahren möglich. Mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck habe man jedoch einen starken Partner an der Seite. Die Zusammenarbeit habe sich sehr positiv entwickelt.

Neben Rottbach sind bereits weitere mögliche Projekte im Blick, unter anderem in Richtung Malching und Stefansberg. Damit zeigt sich: Die Bürgerenergie Maisacher Land will nicht bei einzelnen Anlagen stehen bleiben, sondern Schritt für Schritt neue Vorhaben entwickeln. Entscheidend sei dabei, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und regelmäßig über Fortschritte zu informieren.

Dazu soll auch der neue Podcast beitragen. „Energiewende dahoam“ will sichtbar machen, was sonst oft im Hintergrund geschieht. Denn zwischen erster Idee und fertiger Anlage liegen viele Arbeitsschritte, Verhandlungen und Genehmigungen. Köck kündigt an, künftig kontinuierlicher zu berichten – ohne laufende Verfahren durch zu viel Offenlegung zu gefährden.

Auch personell bleibt die Genossenschaft offen für Unterstützung. Vorstand und Aufsichtsrat seien derzeit organisiert und besetzt, doch in vielen Arbeitsbereichen werde Hilfe gebraucht: bei IT, Kommunikation, Mitgliederverwaltung oder Projektarbeit. Gesucht werden Menschen mit beruflicher Erfahrung, Zeit und Lust, sich ehrenamtlich einzubringen. Interessierte können sich über die zentrale E-Mail-Adresse oder über die auf der Homepage genannten Ansprechpartner melden.

Die erste Folge von „Energiewende dahoam“ macht deutlich: Die Bürgerenergie Maisacher Land versteht sich als praktische Kraft für die Energiewende vor Ort. Sie setzt auf Bürgerbeteiligung, fachliches Know-how und langfristige Projektarbeit. Der Weg ist anspruchsvoll, aber das Ziel klar: Mehr erneuerbare Energie aus der Region – getragen von Menschen aus der Region.

Little Big Man (USA 1970) – Matinee am 17. Mai im Scala Fürstenfeldbruck

15. Mai 2026

Little Big Man, der epische Western von Arthur Penn aus dem Jahr 1970, ist eines jener seltenen Meisterwerke des amerikanischen Kinos, das seinen Zuschauer von der ersten Minute an in einen Sog zieht, aus dem es kein Entkommen gibt – und aus dem man auch gar nicht entkommen möchte. Ich bespreche und zeige diesen Western in meiner Matinee am 17. Mai im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Der Film erzählt die Geschichte des 121-jährigen Jack Crabb, gespielt von Dustin Hoffman in einer seiner eindringlichsten Rollen, der als angeblich einziger weißer Überlebender der Schlacht am Little Bighorn seine unglaubliche Lebensgeschichte zu Protokoll gibt. Was folgt, ist kein gewöhnlicher Western, sondern ein schillerndes, vielschichtiges Panorama amerikanischer Geschichte, das die Mythen des Wilden Westens mit schonungsloser Ironie demontiert und gleichzeitig ein zutiefst menschliches Portrait zeichnet.

Die eigentliche Faszination des Films beginnt mit seiner erzählerischen Kühnheit. Penn und Drehbuchautor Calder Willingham, der den gleichnamigen Roman von Thomas Berger adaptierte, wählen die Form der Rahmenerzählung – der greise Crabb erinnert sich, und mit ihm stürzen wir uns in ein Leben, das schier unglaublich erscheint. Jack war Adoptivkind der Cheyenne, Schützling eines frommen Betrügers, Kleinstadtladenbesitzer, Gewehrschütze, Trapper, Alkoholiker, Soldat unter General Custer und immer wieder Zeuge historischer Schlüsselmomente. Diese episodische Struktur könnte fragmentiert wirken, doch Penn beherrscht die Kunst, aus diesen disparaten Lebensabschnitten ein kohärentes, atembenehmendes Ganzes zu weben. Jede Episode besitzt ihr eigenes Gewicht, ihren eigenen Ton, ihre eigene emotionale Wahrheit.

Besonders revolutionär war der Film in seiner Darstellung der amerikanischen Ureinwohner. Während Hollywood jahrzehntelang die Indigenous Peoples als anonyme, bedrohliche Masse oder bestenfalls als edle Wilde inszeniert hatte, zeigt Little Big Man die Cheyenne als vollständige Menschen mit einer komplexen Gesellschaft, mit Humor, Trauer, Würde und individuellen Charakteren. Der Häuptling Kleines Pferd, gespielt vom unvergesslichen Chief Dan George, ist eine der liebevollsten und weisesten Figuren der Filmgeschichte – ein Mann von tiefer Spiritualität und trockenem Witz, dessen Lebensphilosophie den ganzen Film hindurch wie ein ruhender Pol wirkt. Die Szene, in der er sich feierlich zum Sterben begibt, dann aber feststellt, dass der Tod ihn offenbar noch nicht haben möchte, und sich kommentarlos wieder erhebt, gehört zu den schönsten und berührendsten Momenten des amerikanischen Kinos überhaupt.

Der Film ist auch ein Kind seiner Zeit, und das auf die bestmögliche Weise. Im Jahr 1970, inmitten des Vietnamkrieges und der gesellschaftlichen Erschütterungen der Bürgerrechtsbewegung, war Little Big Man eine unmissverständliche Allegorie. Das Massaker am Washita River, bei dem Custers Kavallerie ein schlafendes Cheyenne-Dorf niedermetzelt, ist nicht nur historische Rekonstruktion, sondern direkter Kommentar zum Massaker von My Lai, das ein Jahr zuvor publik geworden war. Penn zeigt das Gemetzel ohne Beschönigung – als sinnlose, bürokratische Vernichtung unschuldiger Menschen, angeordnet von einem narzisstischen, realitätsfernen Militärführer. Custers Darstellung durch Richard Mulligan ist dabei von bitterer satirischer Schärfe: ein eitel-wahnsinniger Despot, der seine eigene Legende für bedeutsamer hält als Menschenleben, ein Archetyp militärischer Hybris für alle Zeiten.

Und doch wäre es ungerecht, den Film auf seine politische Dimension zu reduzieren. Was Little Big Man letztlich so unwiderstehlich macht, ist seine emotionale Breite, sein Mut zur Zärtlichkeit neben der Grausamkeit, zur Komödie neben der Tragödie. Jack Crabb ist eine zutiefst tragische Figur, ein Mann ohne feste Identität, der zwischen zwei Welten pendelt und in keiner wirklich Heimat findet. Hoffman spielt diese innere Zerrissenheit mit einer Natürlichkeit, die es dem Zuschauer unmöglich macht, Distanz zu wahren. Man leidet mit Jack, lacht mit ihm, schämt sich mit ihm. Das Alter-Make-up, das Hoffman zum greisen Erzähler transformiert, ist für die damalige Zeit erstaunlich überzeugend, doch es ist die Performance, die trägt – die Art, wie die Augen des jungen Mannes noch immer hinter dem faltenreichen Gesicht des Alten leuchten.

Die Kameraarbeit von Harry Stradling Jr. verdient ebenfalls besondere Erwähnung. Die Landschaft des amerikanischen Westens wird in ihrer ganzen Weite und Unwirtlichkeit eingefangen, doch Stradling weiß auch, die Kamera dicht heranzuführen, Gesichter zu lesen, Emotionen zu dokumentieren, ohne je in Sentimentalität zu verfallen. Die Schlachtszenen besitzen eine chaotische, fast dokumentarische Qualität, die dem Krieg jede Romantik raubt, während ruhigere Momente im Cheyenne-Lager von fast malerischer Schönheit sind.

Fünfundfünfzig Jahre nach seiner Entstehung hat Little Big Man nichts von seiner Kraft verloren. Im Gegenteil: In einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und den Mythen nationaler Identität dringlicher denn je erscheint, wirkt der Film erschreckend aktuell. Er ist eine Liebeserklärung an die Verlierer der Geschichte, an die Unsichtbaren und Vergessenen, an alle, die zwischen den Welten leben. Er ist ein Requiem für eine zerstörte Zivilisation und zugleich eine bitterkomische Abrechnung mit dem amerikanischen Selbstbild. Und er ist, am Ende, schlicht und ergreifend großes Kino – das Werk eines Regisseurs auf dem Höhepunkt seines Könnens, das die Grenzen eines Genres sprengt und zu universeller Menschheitserzählung wird. Ich freue mich auf diesen Western in meiner Matinee am 17. Mai im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Radio-Aktivität / Radio-Activity von Kraftwerk – 50 Jahre Picture Disc

14. Mai 2026

Mit Radio-Aktivität veröffentlichten Kraftwerk 1975 ein Album, das rückblickend wie ein Scharnier im Werk der Düsseldorfer wirkt. Nach Autobahn war klar, dass Ralf Hütter und Florian Schneider mehr wollten als bloße elektronische Experimente: Sie arbeiteten an einer eigenen Klangsprache, kühl, reduziert, deutsch, modern. Radio-Aktivität ist dabei weniger unmittelbar eingängig als der Vorgänger, aber konzeptionell vielleicht noch radikaler. Jetzt kam zum 50. Geburtstag die Picture Disc mit dem Sound von 2009 heraus. Hier das Unboxing:

Der Titel ist doppeldeutig: Radioaktivität als atomare Strahlung und Radio-Aktivität als Sendung, Empfang, Äther, Kommunikation. Diese Ambivalenz zieht sich durch das ganze Album. Schon das eröffnende „Geiger Counter“ tickt bedrohlich, bevor „Radioactivity“ mit seiner fast sakralen Melodie einsetzt. Der Song klingt wie ein Kinderlied aus dem Atomzeitalter: einfach, schön, unheimlich. Genau darin liegt die Kraft des Stücks. Kraftwerk moralisieren nicht laut, sie inszenieren eine Atmosphäre, in der Technik zugleich Verheißung und Gefahr ist.

Musikalisch ist das Album karger und fragmentarischer als Autobahn. Viele Stücke sind Miniaturen, Übergänge, Klangbilder: „Radioland“, „Airwaves“, „Intermission“, „News“, „The Voice of Energy“. Das wirkt beim ersten Hören spröde, fast unfertig. Doch gerade diese Kürze macht das Album zu einer Art Hörspiel über Medien, Energie und moderne Wahrnehmung. Radiosignale, Stimmen, Rauschen, elektronische Pulse und monotone Melodien formen eine Welt, in der der Mensch zunehmend durch Apparate spricht.

Nicht alles besitzt die zwingende Prägnanz späterer Kraftwerk-Alben wie Trans Europa Express, Die Mensch-Maschine oder Computerwelt. Manche Passagen bleiben eher Skizze als Song. Doch Radio-Aktivität ist ein wichtiges Zwischenwerk: Es verabschiedet sich stärker vom Krautrock-Erbe und nähert sich jener maschinellen Eleganz, die Kraftwerk später perfektionieren sollten.

Besonders faszinierend ist die emotionale Temperatur des Albums. Kraftwerk klingen hier nicht kalt im Sinne von gefühllos, sondern distanziert wie Beobachter einer neuen Epoche. Die Melancholie steckt in der Reduktion. Wenn Stimmen aus dem Radio auftauchen oder Synthesizerflächen wie ferne Signale schweben, entsteht eine fast poetische Einsamkeit. Das Album beschreibt keine Zukunft voller Lärm, sondern eine Zukunft des leisen Summens.

Radio-Aktivität ist kein perfektes Popalbum, aber ein visionäres Konzeptalbum. Es verlangt Geduld, belohnt aber mit einer einzigartigen Mischung aus technischer Faszination, unterschwelliger Bedrohung und minimalistischer Schönheit. Wer Kraftwerk nur über ihre großen Hits kennt, findet hier ein stilleres, dunkleres, experimentelleres Werk – und eines, das gerade wegen seiner Strenge bis heute nachhallt.

Ein kleiner Griff nach Glück – die Löwennasen der Münchner Residenz

13. Mai 2026

Es sind die kleinen Geschichten, die mir an einer Stadt wie München einfach gefallen. Geschichten liegen quasi vor den Füßen, man muss nur hinschauen. So geschehen bei meinem Besuch der Residenz in München zu der ich zum Roman Herzog Forschungspreis eingeladen war.


Beim Warten auf meine Gattin fielen mir der bayerische Löwe auf, der vor dem Eingang zur Residenz aufgestellt war. Vor der Münchner Residenz berührt man die Nase des bayerischen Löwen, weil daraus im Lauf der Zeit ein beliebter Münchner Glücksbrauch geworden ist. Wer an den Bronzelöwen am Eingang der Residenz vorbeikommt, streicht kurz über die glänzende Nase – oft ganz beiläufig im Vorübergehen, manchmal bewusst vor einer Prüfung, einem wichtigen Termin oder einfach, weil man ein bisschen Glück gebrauchen kann. Genau deshalb sind die Nasen der Löwen so auffällig hell und blank: Nicht, weil sie ursprünglich anders gestaltet waren, sondern weil unzählige Hände sie über Jahre hinweg poliert haben. Eigentlich handelt es sich dabei nicht um die Nase des großen Löwen selbst, sondern um die kleinen Löwenköpfe beziehungsweise Masken auf den Schilden, die die großen Bronzelöwen in ihren Tatzen halten. Im Alltag spricht man aber einfach von den „Löwennasen“ an der Residenz.

Die wahren Wächter der Tugend
Eigentlich berühren die Menschen nicht die Schnauzen der großen Wappentiere selbst, sondern die sogenannten Maskarons – kleine Fratzenköpfe am unteren Ende der bronzenen Schilde, die von den vier Löwen gehalten werden. Diese Statuen, die den westlichen Eingang bereits seit dem 17. Jahrhundert bewachen, repräsentieren die vier Kardinalstugenden eines würdigen Herrschers: Klugheit, Gerechtigkeit, Stärke und Mäßigkeit. Einem erweiterten Aberglauben zufolge sollen diese Tugenden auf diejenigen übergehen, die die Schnauzen streicheln, wobei das Glück angeblich nur dann eintritt, wenn man alle vier Schilde nacheinander berührt.

Der Brauch lebt vor allem von der einfachen Vorstellung, dass das Berühren Glück bringt. Solche Rituale gibt es in vielen Städten: Man reibt an einer bestimmten Statue, legt eine Hand auf ein Denkmal oder berührt eine Figur, weil Generationen von Menschen es vor einem schon getan haben. Dadurch wird aus einem Kunstwerk ein Teil des städtischen Alltags. Bei den Löwen vor der Residenz passt das besonders gut, weil der Löwe in Bayern ohnehin ein starkes Symbol ist: Er steht für Herrschaft, Stärke, Schutz und bayerische Identität. Vor der ehemaligen Residenz der Wittelsbacher wirken die Löwen wie Wächter am Eingang – und gerade deshalb eignet sich die kleine Geste des Berührens so gut als persönlicher Glücksmoment mitten in der Stadt.

Um die Löwennasen rankt sich außerdem eine Münchner Legende aus dem Jahr 1848. Sie erzählt von einem Studenten, der eine Spottschrift gegen Lola Montez, die Geliebte König Ludwigs I., verfasst und an der Residenz angebracht haben soll. Statt zu fliehen, habe er sich später mutig gestellt. Der König soll ihm daraufhin nicht nur verziehen, sondern ihn sogar belohnt haben. Ob diese Geschichte historisch in allen Einzelheiten stimmt, ist weniger wichtig als ihre Wirkung: Sie erklärt den Brauch als Erinnerung an Mut, Glück und einen unerwartet guten Ausgang. Wer heute die Nase berührt, knüpft also an eine Mischung aus Aberglauben, Stadtlegende und Münchner Tradition an. 

Die Löwen selbst gehören schon seit Jahrhunderten zum Erscheinungsbild der Residenz. Die Bayerische Schlösserverwaltung beschreibt sie als bronzene Torwächter; die Figuren gehen auf die frühe Neuzeit zurück und waren ursprünglich Teil eines größeren dynastischen und künstlerischen Zusammenhangs. Weil die Originale durch Witterung und ständige Berührungen stark belastet wurden, stehen vor Ort inzwischen Repliken, während die kostbaren Originale geschützt werden. Der Brauch ist dadurch aber nicht verschwunden. Im Gegenteil: Gerade die blank geriebenen Nasen zeigen, dass diese Figuren nicht nur Museums- oder Denkmalsobjekte sind, sondern lebendige Stadtzeichen. 

Kurz gesagt: Man berührt die Nase des Löwen vor der Münchner Residenz, weil es Glück bringen soll. Dahinter steckt keine offizielle Zeremonie, sondern ein gewachsener Volksbrauch – eine kleine, liebevolle Münchner Gewohnheit, die Geschichte, Aberglauben und Stadtidentität miteinander verbindet. Und natürlich habe ich es auch gemacht.

PresseClub Räume – Tagen, begegnen, begeistern am Marienplatz

12. Mai 2026

Der PresseClub München ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort – er ist eine Bühne für Begegnungen, für starke Worte, für Ideen mit Wirkung. Mitten im Herzen der Stadt, direkt am Marienplatz, eröffnet sich hier eine Eventlocation für Firmen und Verbände, wie sie München kaum ein zweites Mal zu bieten hat: zentral, elegant, repräsentativ und voller urbaner Strahlkraft. Die Räume sind u.a. geeignet für Pressekonferenzen, Podiumsdiskussionen, Seminare und Workshops, Buchvorstellungen, Preisverleihungen, Netzwerktreffen, Führungsmeetings auch hybrider, Netzwerktreffen, Produktpräsentationen und vieles mehr.

Wer seine Gäste an einem Ort empfangen möchte, der sofort Eindruck hinterlässt, findet im PresseClub München die vielleicht attraktivste Location der Stadt – mitten im pulsierenden Zentrum und doch mit der besonderen Atmosphäre eines Hauses, das für Austausch, Relevanz und Qualität steht.
Der Konferenzraum verbindet anspruchsvolles Ambiente mit moderner Technik und bietet Platz für bis zu 100 Personen. Ergänzt wird das Raumangebot durch einen stilvollen Loungebereich, der Interviews, Gesprächen oder einem hochwertigen Buffet den passenden Rahmen gibt. Mehr Infos, Fotos und Raumplanungen gibt es hier.

Dazu kommt ein erfahrenes, eingespieltes Team, das jede Veranstaltung professionell begleitet und von der Technik über die Bestuhlung bis hin zu Getränken für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Besonders wertvoll ist dabei nicht nur der Raum selbst, sondern auch das Umfeld: Der PresseClub ist ein Ort mit Ausstrahlung, mit Netzwerk, mit Nähe zu Medien, Öffentlichkeit und Stadtgesellschaft. Genau das macht Veranstaltungen hier besonders – sie finden nicht irgendwo statt, sondern an einer Adresse, die Bedeutung hat. Wer in München nach einem exklusiven, zentralen und atmosphärisch herausragenden Ort für Events sucht, findet im PresseClub München eine Location, die Lage, Stil und Professionalität auf einzigartige Weise vereint.

Der PresseClub München ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort: Er ist eine Institution mit Geschichte. Seit seiner Gründung am 16. März 1950 steht der Club für journalistischen Austausch, gesellschaftliche Relevanz und den Dialog mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Ursprünglich unter dem Namen „Verein Auswärtige Presse“ gegründet, war er zunächst am Lenbachplatz beheimatet, zog später ins Regina-Palast-Hotel und fand 1958 schließlich seinen festen Platz am Marienplatz – mit direktem Blick auf das Münchner Rathaus. Über Jahrzehnte hinweg gingen hier bedeutende Gäste ein und aus, darunter Hildegard Knef, Franz Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher, Olof Palme, August Everding, Mario Adorf, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Diese lange Tradition macht den PresseClub München bis heute zu einem besonderen Ort: einem Haus mit Geschichte, Haltung und einer unverwechselbaren Adresse im Herzen der Stadt. Mehr Infos, Fotos und Raumplanungen gibt es hier.

Podcast Seitensprung: Lesen in der Gegenwartsgesellschaft – Besuch in der Gemeindebücherei Maisach

11. Mai 2026

Auf kleinen Kinderstühlen, die Knie fast auf Ohrhöhe, sprach Büchereileiterin Beate Seyschab mit mir in der dritten Folge des Videopodcasts Seitensprung der Gemeindebücherei Maisach über eine Frage, die simpel klingt und es doch nicht ist: Wie bekommt man Kinder heute noch zum Lesen?

Beate Seyschab, die die Gemeindebücherei Maisach leitet, ist in dieser Sache tatsächlich auf einer Mission – auch wenn sie das Wort selbst mit einem Lächeln relativiert. Regelmäßig besucht sie Kindergärten, Kinderkrippen und Horte in der Umgebung, liest vor, zeigt Bücher, macht neugierig. Die Resonanz ist, nach eigener Aussage, erstaunlich herzlich. „Kannst du nicht jeden Tag kommen?“, fragen die Kinder. Was die Büchereifachfrau dabei immer wieder erlebt: Es gibt Kinder, die zu Hause schlicht keine Bücher haben. Kein Bilderbuch, keine Gutenachtgeschichte. Das sei keine Ausrede der Kinder, betont Seyschab – die Verantwortung liege bei den Erwachsenen, die sich irgendwann vom Buch verabschiedet hätten.

Ich merke an, was viele Eltern im Speckgürtel Münchens kennen: Beide Partner arbeiten, die Mieten sind hoch, abends ist man schlicht erschöpft. Bleibt da noch Kraft für eine Vorlesestunde? Seyschab lässt diese Erklärung nicht gelten – zumindest nicht als Entschuldigung. Sie selbst sei alleinerziehend gewesen, habe bis 19 Uhr in der Bücherei gearbeitet und sei trotzdem jeden Abend mit ihren Kindern zum Buch gekommen. „Man kommt dabei selbst runter“, sagt sie. Und es brauche keine epischen Lesestunden: Ein Bilderbuch, eine kurze Geschichte – eine Viertelstunde reiche völlig. Ihr erwachsener Sohn, inzwischen 23, verlangt bei jedem Weihnachtsfest noch immer, dass seine Mutter die Briefe vom Weihnachtsmann von Tolkien vorliest. Manches hält eben.

Ein weiteres Thema, das die beiden beschäftigt, ist die Integration. Die Mittelschule Maisach schickt regelmäßig ihre Deutschklasse in die Bücherei – eine Lehrerin, die seit zwei Jahren hartnäckig daran arbeitet, dass Kinder mit Migrationshintergrund über das gemeinsame Lesen die neue Sprache besser erschließen. Fremdsprachige Literatur bietet die Bücherei kaum an, Englisch ist die Ausnahme. Der Zugang sei schwierig, gibt Seyschab zu, aber gelegentlich finde ein Kind privat den Weg in die Bücherei – und das sei dann jedes Mal ein kleiner Erfolg.

Dass Bücher teuer geworden sind, ist ein weiterer Gesprächsfaden. Das einstige Taschenbuch als erschwingliches Volksbuch existiert praktisch nicht mehr – 20 Euro und aufwärts sind heute üblich. Seyschaб sieht die Bücherei hier als demokratisches Korrektiv: kostenlos ausleihen, ausprobieren, zurückgeben wenn’s nicht gefällt. Rund zwei Neuanmeldungen täglich sprechen dafür, dass das Modell ankommt – auch bei Erwachsenen, die jahrelang nicht mehr gelesen haben und nun durch die Onleihe wieder den Weg zurück finden.

Besonders lebendig wurde unser Gespräch beim Thema Leseberatung. Seit der stationäre Buchhandel im Landkreis weitgehend verschwunden ist – in Maisach gibt es keinen klassischen Buchladen mehr, auch Fürstenfeldbruck bietet wenig –, übernimmt die Bücherei zunehmend die Beratungsfunktion. Seyschab schildert, wie das in der Praxis aussieht: nachfragen, herantasten, mehrere Vorschläge mitgeben. Und manchmal rettet ein rechtzeitig gestelltes Nachfragen vor einer Fehlberatung – wie im Fall der Dame, die einen „richtig blutigen Krimi“ wollte und dabei an Volker Klöpfels vergleichsweise harmlosen Kommissar Kluftinger dachte. Ein Griff zu Karen Rose oder ähnlichen Autoren hätte sie, so Seyschab trocken, „wahrscheinlich nicht schlafen lassen“.

Zum Abschluss gibt Seyschab noch einen Ausblick auf das Programm: Am 12. Mai steht eine englische Vorlesestunde an, am 20. Mai liest die Autorin Thea Lehmann aus ihrem neuesten Sachsen-Krimi – einem Roman, in dem der Hauptkommissar aus Mammendorf stammt und in die sächsische Schweiz versetzt wird, was dem Gespräch noch einen lokalpatriotischen Schmunzler beschert. Wer sich für die Pfingstferien (25. Mai bis 8. Juni, Bücherei geschlossen) mit Lesestoff eindecken möchte, sollte vorher vorbeikommen.