Evi Huttenloher ist die 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. Bei der Gemeinderatswahl 2026 erzielte Huttenloher mit 4.407 Stimmen das beste Ergebnis unter den gewählten Gemeinderatsmitgliedern der CSU und unterstrich damit ihre starke Verankerung in der Gemeinde. Als 3. Bürgermeisterin steht sie für kommunalpolitisches Engagement vor Ort, für Bürgernähe und für die Bereitschaft, Verantwortung in Maisach zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, die Gemeinde mitzugestalten, Anliegen aus der Bürgerschaft aufzunehmen und gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung an der Entwicklung Maisachs mitzuwirken. Damit ist Evi Huttenloher eine wichtige Ansprechpartnerin im politischen Leben der Gemeinde.
Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Bürgermeisterin Evi Huttenloher eine engagierte Kommunalpolitikerin eingeladen – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script. Termin ist am Mittwoch, 10. Juni um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt. Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams
Die Ausstellung „Introducing Johnny Depp“ in der Kunsthalle Kloster Banz war schon durch ihren Ort ein ungewöhnliches Ereignis: In den historischen Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters, das heute als Bildungs- und Begegnungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung genutzt wird, traf oberfränkische Klosterkultur auf internationale Pop- und Kunstwelt. Wo sonst politische Bildung, Tagungen und Begegnungen stattfinden, öffnete sich ein Raum für eine andere Seite eines weltbekannten Schauspielers. Johnny Depp ist den meisten Menschen als Filmstar, Musiker und exzentrische Künstlerpersönlichkeit vertraut; in Kloster Banz aber stand nicht der Hollywood-Mythos im Vordergrund, sondern der bildende Künstler Depp. Die Kunsthalle zeigte unter dem Titel „Introducing Johnny Depp“ originale Arbeiten und signierte Editionen. Depp war leider nicht vor Ort, obwohl er im August mit den Hollywood Vampires in Nürnberg weilt.
Gerade diese Spannung macht den Reiz der Ausstellung aus. Johnny Depp kommt nicht als Schauspielerfigur nach Oberfranken, sondern über seine Bilder. Viele Jahre lang soll er seine künstlerischen Arbeiten nur im privaten Umfeld gezeigt haben, bevor er sich 2022 mit der Kollektion „Friends & Heroes“ erstmals öffentlich als bildender Künstler präsentierte. Darin setzte er sich mit Menschen auseinander, die ihn geprägt haben, mit kulturellen Ikonen ebenso wie mit persönlichen Bezugspunkten. In Kloster Banz wird diese künstlerische Seite nun einem bayerischen Publikum zugänglich gemacht. Nach Angaben zur Ausstellung bietet sich dort erstmals in Bayern die Möglichkeit, originale signierte Arbeiten von Johnny Depp zu sehen und auch zu erwerben. 
Zu sehen sind laut Berichten rund 30 Werke des 62-Jährigen, darunter Selbstporträts und Arbeiten aus verschiedenen Werkzusammenhängen. Besonders die unter dem Motto „Reflections“ stehenden Selbstporträts geben der Ausstellung eine sehr persönliche Note. Sie zeigen Depp nicht als glatt inszenierten Star, sondern als jemanden, der sich mit dem eigenen Bild, dem eigenen Zustand und der eigenen Veränderung auseinandersetzt. Seine Porträts wirken dabei weniger wie klassische Prominentenkunst, die nur vom bekannten Namen lebt, sondern wie Versuche, über Farbe, Gesicht, Blick und Geste einen inneren Zustand sichtbar zu machen. Depp nutzt die Porträtmalerei, wie es in der Ausstellungseinordnung heißt, als Mittel, um die menschliche Natur zu beobachten; seine Selbstporträts seien oft in mehreren Anläufen entstanden, um einen sich wandelnden Zustand festzuhalten. Als Dylan-Fan interessierte mich natürlich das Porträt des Musikers, aber rund 10.000 Euro hatte ich dann doch nicht dabei. 
Interessant ist auch, wie gut diese Arbeiten in die Atmosphäre von Kloster Banz passen. Der Ort liegt nicht neutral und anonym im Raum, sondern bringt Geschichte, Würde und eine gewisse Stille mit. Die barocke Klosteranlage über dem Maintal ist kein weißer Großstadt-Kubus, sondern ein historisch aufgeladener Ort. Dadurch entsteht ein besonderer Kontrast: Auf der einen Seite steht der weltberühmte Schauspieler, der durch Filmfiguren wie Captain Jack Sparrow, Edward mit den Scherenhänden oder den verrückten Hutmacher längst Teil der Popkultur geworden ist. Auf der anderen Seite stehen die Klostermauern, die Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung und eine Umgebung, die eher Konzentration als Starkult nahelegt. Genau daraus gewinnt die Ausstellung ihre besondere Wirkung. Sie entschleunigt den Blick auf Johnny Depp und zwingt den Besucher, hinter die bekannte Maske des Stars zu schauen.
Die Ausstellung ist dabei auch ein Ereignis für die Region. Dass ein Hollywood-Star mit seinen Kunstwerken in Oberfranken präsent ist, sorgt verständlicherweise für Aufmerksamkeit. Berichte sprechen von großem Interesse und Andrang rund um die Präsentation. Für die noch junge Kunsthalle Kloster Banz ist „Introducing Johnny Depp“ damit ein deutlicher Schritt in Richtung überregionaler Wahrnehmung. Hinter der Ausstellung stehen die Queens Kunstgalerien; das Kloster selbst befindet sich seit 1978 im Eigentum der Hanns-Seidel-Stiftung und wird als Tagungsstätte genutzt. 
Neben den Arbeiten von Johnny Depp verdienen auch die dort gezeigten Bilder von SAXA besondere Aufmerksamkeit. SAXA, mit bürgerlichem Namen Dr. Sascha Lehmann, ist für seine besondere Form der Wortmalerei bekannt. Ich habe mir ein signierten Druck mit der Nummer 42 von Captain Jack Sparrow gekauft. SAXA malt seine Bilder nicht im klassischen Sinn, sondern „schreibt“ sie: Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort entstehen Porträts und Bildflächen, in denen Text und Bild untrennbar miteinander verbunden sind. Die Queens Kunstgalerien beschreiben diese Kunst als Wechselverhältnis von Bild und Text, das eine besondere Spannung erzeugt. 
Gerade im Umfeld einer Johnny-Depp-Ausstellung sind SAXAs Werke mehr als nur eine Ergänzung. Sie öffnen einen zweiten Zugang zum Thema Persönlichkeit, Porträt und öffentlicher Mythos. Während Depp in seinen eigenen Bildern mit Farbe, Gestus und Selbstbeobachtung arbeitet, nähert sich SAXA seinen Motiven über Sprache. Seine Kunst fordert den zweiten Blick: Aus der Entfernung erkennt man ein Bild, aus der Nähe erschließt sich die Schrift. Dadurch entsteht ein reizvoller Dialog zwischen Sehen und Lesen, zwischen Oberfläche und Bedeutung. Bei einem Künstler wie Johnny Depp, dessen öffentliches Bild stark von Rollen, Zitaten, Schlagzeilen und Erzählungen geprägt ist, passt diese Form der Wortmalerei besonders gut. SAXA zeigt, dass ein Porträt nicht nur aus Linien, Farben und Schatten bestehen muss, sondern auch aus Sprache, Erinnerung und Interpretation.
So gewinnt die Ausstellung in Kloster Banz eine zusätzliche Ebene. Sie ist nicht nur eine Schau über einen berühmten Schauspieler, der malt. Sie ist auch eine Begegnung mit der Frage, wie Bilder von Menschen entstehen: durch Selbstbetrachtung, durch Fremdwahrnehmung, durch Medien, durch Texte, durch Fans, durch Rollen und durch die Geschichten, die sich um eine Person legen. Johnny Depp ist dafür ein besonders spannendes Beispiel, weil sein öffentliches Bild über Jahrzehnte gewachsen ist und immer wieder zwischen Faszination, Exzentrik, Verletzlichkeit und Kontroverse schwankte. Die Kunstwerke in Kloster Banz erlauben einen ruhigeren Blick darauf. Sie laden nicht zum schnellen Urteil ein, sondern zur Betrachtung.
Gerade deshalb war „Introducing Johnny Depp“ eine Ausstellung, die über den bloßen Promi-Faktor hinausgeht. Natürlich zieht der Name Johnny Depp Besucher an. Natürlich ist die Neugier groß, wenn ein Weltstar seine Bilder in Oberfranken zeigt. Aber wer sich auf die Werke einlässt, entdeckt mehr als eine Randnotiz aus der Karriere eines Schauspielers. Man sieht einen Künstler, der sich mit Porträt, Identität und Erinnerung beschäftigt; man erlebt einen historischen Ort, der diese Arbeiten aus dem Lärm der Popkultur herausholt; und man begegnet mit SAXA einem Künstler, der auf ganz eigene Weise zeigt, wie eng Bild und Sprache miteinander verbunden sein können. So wurde Kloster Banz für die Dauer der Ausstellung zu einem Ort, an dem Hollywood, Kunstmarkt, regionale Kultur und persönliche Ausdrucksformen auf bemerkenswerte Weise zusammenkommen.
In meinem Lieblingshotel Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang wird Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt. Wenn sich auf Einladung der Hoteliers Armin und Sabine Groß die Gäste des Hauses zu einem Musikabend versammeln, entsteht eine besondere Atmosphäre der Nähe und Herzlichkeit. Bei einem Kurzurlaub genoss ich diese Herzlichkeit und sog die Atmosphäre in mich auf.
In der warmen, persönlichen Umgebung des traditionsreichen Hotels im Allgäu kommen Menschen zusammen, die sich vielleicht erst seit wenigen Tagen kennen – und doch verbindet sie in diesem Moment etwas sehr Einfaches und zugleich sehr Kraftvolles: das gemeinsame Singen. Vertraute Melodien, bekannte Liedzeilen und die Freude am Mitmachen schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das weit über den Augenblick hinauswirkt. Jeden Montag kommt man um 20:30 Uhr zusammen, um zusammen zu musizieren und zu singen.
Dabei geht es nicht um Perfektion oder große Bühnenauftritte, sondern um das gemeinsame Erleben. Stimmen mischen sich, Erinnerungen werden wach, und manches Lied lässt die Gäste schmunzeln, träumen oder leise mitsummen. Ich habe gesummt, sonst wäre es nicht zu ertragen. Für eine Weile treten Alltag, Termine und Unterschiede in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Musik, Begegnung und die Freude daran, miteinander etwas Schönes entstehen zu lassen. Gerade in einem Haus wie dem Hotel Prinz-Luitpold-Bad, das für Gastfreundschaft, Erholung und eine besondere Verbindung zur Allgäuer Lebensart steht, passt dieses musikalische Miteinander hervorragend zum Charakter des Hauses.
Aus diesen Musikabenden heraus entsteht nun eine weitere schöne Idee: Geplant sind für dieses Jahr Ukulele-Workshops im Hotel, bei denen Gäste dieses wunderbare Instrument näher kennenlernen können. Die Ukulele ist wie geschaffen für solche gemeinsamen musikalischen Momente. Sie ist klein, leicht, handlich und wirkt schon auf den ersten Blick sympathisch. Ihr heller, warmer Klang verbreitet sofort gute Laune und erinnert an Sonne, Leichtigkeit und unbeschwerte Stunden. Gleichzeitig ist sie ein Instrument, das auch Einsteigern schnell Erfolgserlebnisse schenkt. Schon mit wenigen Akkorden lassen sich viele bekannte Lieder begleiten, sodass die Hemmschwelle niedrig ist und der Spaß sehr schnell im Vordergrund steht. Meine sehr musikalische Gattin hat sich gleich nach dem Kurzurlaub ein Instrument angeschafft und übt seitdem – mit hörbaren Fortschritten.
Gerade deshalb eignet sich die Ukulele ideal für Gäste, die vielleicht schon lange einmal ein Instrument ausprobieren wollten, sich aber nie so recht getraut haben. Man muss kein Profi sein, keine jahrelange musikalische Ausbildung mitbringen und auch keine Noten lesen können, um erste Lieder zu spielen. Die Ukulele lädt dazu ein, einfach anzufangen. Sie nimmt die Angst vor dem Musizieren, weil sie freundlich, unkompliziert und zugänglich ist. Ihr Klang ist nie aufdringlich, sondern leicht und charmant. Sie begleitet Gesang auf natürliche Weise und macht aus einem einfachen Lied schnell einen kleinen musikalischen Höhepunkt.
Die geplanten Ukulele-Workshops im Hotel Prinz-Luitpold-Bad von 2.-4. Dezember können so zu einer wunderbaren Ergänzung der Musikabende werden. Charlotte Felgen wird einen Anfängerkurs geben. Anmeldungen hier. Wir haben uns zum Workshop angemeldet.
Die Workshops verbinden Lernen, Entspannung und Gemeinschaft auf eine besonders angenehme Weise. Gäste können etwas Neues ausprobieren, gemeinsam lachen, üben, singen und vielleicht am Ende sogar ein kleines Lied miteinander spielen. Das Instrument passt hervorragend zu der Atmosphäre des Hauses: herzlich, offen, lebensfroh und zugleich bodenständig. So wird Musik im Hotel Prinz-Luitpold-Bad nicht nur zu einem Programmpunkt, sondern zu einem Erlebnis, das Menschen zusammenbringt und ihnen ein Stück Allgäuer Wohlgefühl mit nach Hause gibt.
Und ich habe mir schon einen Termin für 2027 vorgemerkt: Vom 30. April bis 2. Mai 2027 verwandelt sich das Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang in einen Treffpunkt für Musikfreunde, Ukulele-Begeisterte und alle, die Lust auf ein besonderes Gemeinschaftserlebnis inmitten der Allgäuer Alpen haben. Unter dem Titel ALUHA 2027 lädt das Haus zu einem außergewöhnlichen Ukulele-Festival ein, bei dem Musik, Begegnung und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Die kleine Ukulele passt dabei wunderbar zur herzlichen Atmosphäre des Hotels: Sie ist handlich, sympathisch, leicht zu erlernen und verbreitet mit ihrem hellen, warmen Klang sofort gute Laune. Gerade deshalb eignet sie sich ideal für gemeinsame Musikabende und Workshops, bei denen nicht Perfektion, sondern Freude, Neugier und das gemeinsame Spielen zählen. Gäste können die Ukulele kennenlernen, erste Akkorde ausprobieren, vertraute Lieder begleiten und erleben, wie schnell aus wenigen Griffen ein gemeinsamer musikalischer Moment entsteht. In Verbindung mit der besonderen Gastfreundschaft des Hotel Prinz-Luitpold-Bad entsteht so ein Wochenende, das Erholung, Kreativität und Gemeinschaft auf schöne Weise miteinander verbindet. ALUHA 2027 verspricht ein charmantes Festival voller Musik, Leichtigkeit und Allgäuer Herzlichkeit.
Beim Zeitfragengottesdienst in der Kirche St. Georg in Aufkirchen stand eine Frage im Mittelpunkt, die viele katholische Gemeinden derzeit beschäftigt: Wie kann Glaube in der Moderne gelebt werden, ohne sich in alten Strukturen, lähmenden Gewohnheiten oder bloßem Warten auf Entscheidungen „von oben“ zu verlieren? Im Auftrag der Katholischen Landvolk Bewegung in Kooperation mit dem Brucker Forum durfte ich den Gottesdienst via Zoom streamen, das Material nachbearbeiten und den Kunden zur Verfügung stellen. Hier das Video
Beim Streaming eines Gottesdienstes in Aufkirchen zeigte sich, wie viel Technik, Planung und Improvisation nötig sind, damit eine kirchliche Feier nicht nur vor Ort, sondern auch digital gut miterlebt werden kann. Der Gottesdienst wurde über Zoom übertragen und mit insgesamt vier Kameras produziert. Damit konnten unterschiedliche Perspektiven eingefangen werden: der Pfarrer am Altar, die liturgischen Handlungen, der Kirchenraum sowie weitere Einstellungen, die den Online-Zuschauerinnen und -Zuschauern einen möglichst lebendigen Eindruck des Gottesdienstes vermitteln sollten.
Es kamen zahlreiche Gläubige nach Aufkirchen, um Pfarrer Rainer Maria Schießler zu hören. Der Münchner Geistliche zählt seit Jahren zu den bekanntesten katholischen Pfarrern Bayerns. Er ist Pfarrer von St. Maximilian in München, Autor mehrerer erfolgreicher Bücher und gilt als Seelsorger, der mit klarer Sprache, volksnaher Art und oft unkonventionellen Positionen weit über seine Gemeinde hinaus wahrgenommen wird.
Das Herzstück meiner Produktion war ein ATEM ISO-Mischer, über den die verschiedenen HDMI-Kamerasignale zusammengeführt und live ausgewählt wurden. Dadurch war es möglich, während des Gottesdienstes zwischen den einzelnen Kameraperspektiven zu wechseln und die Übertragung abwechslungsreicher zu gestalten als mit einer einzigen statischen Kamera. Gerade bei Gottesdiensten ist dies wichtig, weil viele Handlungen räumlich verteilt stattfinden: am Altar, am Ambo, im Kirchenschiff oder bei besonderen Momenten innerhalb der Liturgie.
Für den Ton wurde zunächst ein DJI-Mikrofon eingesetzt, das direkt an der Albe des Pfarrers befestigt war. Die Albe ist ein langes, weißes, knöchellanges Grundgewand, das an das weiße Taufkleid erinnert. Sie heben ihn aus dem Alltag heraus und symbolisieren, dass er in der Messe nicht als Privatperson, sondern in Vertretung Jesu Christi handelt.
Dadurch war die Stimme des Geistlichen klar und gut verständlich zu hören. Diese Lösung erwies sich besonders für die Predigt, die Gebete und die liturgischen Texte des Pfarrers als sinnvoll. Allerdings zeigte sich während der Produktion auch eine typische Herausforderung bei der Übertragung von Gottesdiensten: Wenn nur der Pfarrer mikrofoniert ist, fehlen die übrigen akustischen Elemente der Feier. Gesänge, Antworten der Gemeinde, Musik, Lektorinnen und Lektoren oder andere Mitwirkende werden dann nur unzureichend erfasst.
Um dieses Problem auszugleichen, wurde zusätzlich ein Tascam-Recorder eingesetzt. Dieser nahm den Ton des restlichen Gottesdienstes im Kirchenraum auf. Die so aufgezeichnete Atmosphäre, die Gemeindeteile und die weiteren liturgischen Elemente konnten ergänzend zum Signal des Pfarrermikrofons dazugemischt werden. Dadurch entstand ein deutlich vollständigeres Klangbild. Die Online-Teilnehmenden hörten nicht nur die Stimme des Pfarrers, sondern bekamen auch einen Eindruck vom Raum, von der Musik und von der Beteiligung der Gemeinde.
Eine weitere große Herausforderung war die Internetverbindung in der Kirche. Gerade ältere Kirchengebäude sind für Livestreaming oft schwierig: dicke Mauern, schwacher Mobilfunkempfang und fehlende Netzwerkinfrastruktur können eine stabile Übertragung erheblich erschweren. In Aufkirchen wurde dieses Problem durch einen Elektriker aus dem Dorf gelöst. Er sorgte dafür, dass vor Ort eine verlässliche Verbindung eingerichtet werden konnte. Das WLAN wurde über einen Huawei-Router bereitgestellt, der die technische Grundlage für die Zoom-Übertragung lieferte.
Die Erfahrung zeigte, dass ein erfolgreicher Gottesdienst-Stream nicht allein von Kameras und Software abhängt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Komponenten: Bild, Ton, Internetverbindung, Bedienung des Mischers und ein Verständnis für den Ablauf der Liturgie. Besonders beim Ton wurde deutlich, dass eine gute Verständlichkeit des Pfarrers zwar wichtig ist, aber nicht ausreicht. Ein Gottesdienst lebt auch von Musik, Stille, Raumklang und den Stimmen der Gemeinde. Erst durch die zusätzliche Aufnahme mit dem Tascam-Recorder konnte dieser Charakter besser eingefangen werden.
Der Stream aus Aufkirchen machte deutlich, dass auch mit vergleichsweise kompakter Technik eine ansprechende digitale Gottesdienstübertragung möglich ist. Vier Kameras, ein ATEM-ISO-Mischer, ein DJI-Mikrofon, ein zusätzlicher Tascam-Recorder und eine stabile WLAN-Verbindung über einen Huawei-Router bildeten die technische Grundlage. Gleichzeitig zeigte das Projekt, dass bei Liveproduktionen in Kirchen immer mit unvorhergesehenen Herausforderungen gerechnet werden muss. Entscheidend ist dann, flexibel zu reagieren und Lösungen zu finden, die zur Situation vor Ort passen.
Am Ende stand eine Übertragung, die nicht nur technisch funktionierte, sondern auch zeigte, wie wertvoll lokale Unterstützung sein kann. Ohne die Lösung der Internetfrage durch den Elektriker aus Aufkirchen wäre der Zoom-Stream kaum zuverlässig möglich gewesen. Und ohne die zusätzliche Tonaufnahme wäre der Gottesdienst akustisch deutlich einseitiger geblieben. So wurde aus der Aufgabe, einen Gottesdienst digital zugänglich zu machen, ein gelungenes Zusammenspiel von kirchlichem Leben, moderner Medientechnik und praktischer Hilfe aus dem Dorf. 
Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Glaube und Moderne – Kraft aus dem Evangelium“. Schon dieses Thema machte deutlich, dass es nicht nur um eine feierliche Messe, sondern um eine Standortbestimmung ging. Die katholische Kirche steht seit Jahren unter Druck: Kirchenaustritte, Vertrauensverlust, Diskussionen um Machtstrukturen, die Rolle der Frau, den Umgang mit Homosexualität und die Frage, wie Gemeinden vor Ort handlungsfähig bleiben, prägen die Debatten. Schießler griff diese Themen in seiner Predigt direkt auf. Er machte dabei keine einfachen Versprechungen und präsentierte auch kein Patentrezept gegen Kirchenaustritte. Vielmehr stellte er die Verantwortung der einzelnen Gemeinde in den Mittelpunkt. Der Pfarrer betonte, dass er keine „Zaubermittel“ habe, um Austritte zu verhindern, wohl aber helfen könne, den Blick zu schärfen und Mut zu machen. 
Eine zentrale Linie seiner Predigt war der Gedanke der Eigenverantwortung. Schießler verband diesen mit dem Fest Christi Himmelfahrt: Jesus habe die Menschen nicht verlassen, um sie alleinzulassen, sondern ihnen Verantwortung übertragen. Diesen Gedanken machte er anschaulich, indem er einen jungen Ministranten in seine Predigt einbezog und an die Erfahrung erinnerte, zum ersten Mal allein zu Hause gelassen zu werden. Daraus entwickelte Schießler seine Botschaft an die Gemeinde: Christinnen und Christen sollen nicht ängstlich auf fertige Lösungen warten, sondern selbst Verantwortung übernehmen. Für ihn bedeutet Glaube nicht, passiv zu bleiben, sondern im Vertrauen auf das Evangelium mutig zu handeln. Sein Appell an die Gemeinde lautete sinngemäß: Macht es so, wie ihr es für richtig haltet. 
Damit traf Schießler auch einen Kern des Selbstverständnisses der Katholischen Landvolk Bewegung. Die KLB versteht sich in Bayern als Bildungs- und Aktionsgemeinschaft für Menschen im ländlichen Raum. Sie will die Zukunft der Dörfer mitgestalten, Glauben erfahrbar machen und die Eigenverantwortung der Pfarrgemeinden stärken. Genau diese Verbindung von Glauben, Dorfleben und aktiver Verantwortung war beim Zeitfragengottesdienst in Aufkirchen spürbar. Es ging nicht um eine abstrakte Kirchenreformdebatte, sondern um die konkrete Frage, was Menschen vor Ort tun können, wenn traditionelle Sicherheiten schwinden und zugleich der Wunsch nach lebendiger Gemeinschaft bleibt. 
Schießler sprach auch kontroverse Themen offen an. Besonders deutlich wurde er bei der Rolle der Frau in der Kirche. Die sogenannte Frauenfrage müsse dringend geklärt werden, machte er deutlich. Er stellte infrage, warum Menschen, die sich berufen fühlen, aufgrund ihres Geschlechts ausgeschlossen werden sollten. In diese Linie bezog er auch den Umgang mit Homosexualität ein. Damit blieb Schießler seiner bekannten Haltung treu: Er gehört zu jenen katholischen Stimmen, die eine offenere, menschenzugewandte und weniger ausschließende Kirche fordern. Auch in früheren öffentlichen Äußerungen und Interviews hat er sich wiederholt zu Themen wie Zölibat, Rolle der Frau, Homosexualität und Kirchenaustritten geäußert. 
Bemerkenswert war dabei nicht nur, was Schießler sagte, sondern auch, wie er es sagte. Seine Predigt zielte nicht auf theoretische Kirchenkritik, sondern auf Ermutigung. Er forderte die Gläubigen auf, nicht ständig nach oben zu schauen, sondern auf die Menschen vor Ort. Damit kritisierte er indirekt eine Haltung, die Reformen allein von kirchlichen Papieren, Beschlüssen oder höheren Instanzen erwartet. Stattdessen stellte er die Gemeinde als handelndes Subjekt in den Vordergrund: Kirche beginnt dort, wo Menschen miteinander anders umgehen, voneinander lernen und einander ernst nehmen. Der Satz, dass die Kirche zwar weniger werde, deshalb aber nicht weniger wichtig sei, fasst diese Haltung prägnant zusammen. 
Der große Zuspruch in Aufkirchen zeigt, dass solche Worte auf Resonanz stoßen. Wenn Schießler kommt, füllen sich die Kirchen. Das liegt nicht nur an seiner Bekanntheit, sondern auch daran, dass er vielen Menschen eine Sprache anbietet, die religiöse Tradition mit heutiger Lebenswirklichkeit verbindet. Er spricht über Glauben nicht als abgeschlossenes System, sondern als Kraftquelle, die Menschen befähigen soll, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in ländlichen Gemeinden, in denen Kirche oft noch stark mit Vereinsleben, Dorfstruktur, Ehrenamt und persönlicher Begegnung verbunden ist, kann diese Botschaft eine besondere Wirkung entfalten. 
Der Zeitfragengottesdienst in Aufkirchen war damit mehr als ein gut besuchter Gottesdienst mit einem prominenten Pfarrer. Er war ein Signal, dass die Fragen der Zeit auch im kirchlichen Raum offen ausgesprochen werden können: Wie gehen Gemeinden mit Rückgang und Verunsicherung um? Wie viel Mut haben sie, eigene Wege zu gehen? Wie kann Kirche glaubwürdig bleiben, wenn Menschen Ausgrenzung, Erstarrung oder mangelnde Reformbereitschaft erleben? Schießlers Antwort darauf war klar: Nicht warten, sondern anfangen. Nicht zuerst auf Strukturen schauen, sondern auf Menschen. Nicht die Bedeutung der Kirche am Maßstab der Zahlen messen, sondern daran, ob sie vor Ort Hoffnung, Gemeinschaft und Orientierung gibt.
So wurde der Gottesdienst in St. Georg zu einem Plädoyer für eine Kirche, die kleiner werden mag, aber lebendig bleiben kann, wenn sie sich ihrer Verantwortung stellt. Schießlers Botschaft war unbequem und ermutigend zugleich: Die Zukunft der Kirche entscheidet sich nicht allein in Rom, München oder auf kirchlichen Synoden, sondern auch in jeder einzelnen Gemeinde – dort, wo Menschen bereit sind, den Glauben nicht nur zu bewahren, sondern ihn in ihrer Gegenwart neu zu leben.
Es gibt Filme, die sieht man nicht einfach. Man betritt sie. Lucio Fulcis „Über dem Jenseits“, in Deutschland lange auch als „Geisterstadt der Zombies“ bekannt, ist so ein Film: ein fiebriger Albtraum aus verfallenen Hotels, okkulten Geheimnissen, untoten Körpern und einer Hölle, die nicht laut aufbricht, sondern langsam in die Wirklichkeit sickert. Ich bespreche und zeige diesen Film am Sonntag, 7 Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Über viele Jahre war der Film in Deutschland indiziert und sogar beschlagnahmt. Das allein macht ihn noch nicht bedeutend – aber es erzählt viel über seine Wirkung. Fulcis Werk galt als zu drastisch, zu verstörend, zu kompromisslos. Inzwischen ist die Beschlagnahmung aufgehoben, der Film kann neu betrachtet werden: nicht nur als berüchtigter Splatterklassiker, sondern als eigenwilliges, surreales Stück italienischer Horrorgeschichte.
„The Beyond“ ist kein Horrorfilm, der brav einer logischen Handlung folgt. Er funktioniert wie ein Alptraum: Bilder, Musik und Atmosphäre sind wichtiger als Erklärungen. Fabio Frizzis düsterer, fast sakraler Score legt sich wie ein Trauergesang über die Szenen. Die Kamera zeigt eine Welt, in der Augen nicht mehr sehen wollen, Körper zerfallen und Räume ihre eigene böse Erinnerung besitzen.
Gerade auf der großen Leinwand entfaltet dieser Film seine volle Kraft. Was im Heimkino vielleicht nur als blutiger Kultfilm erscheint, wird im Kinosaal zu einer Erfahrung: unheimlich, hypnotisch, abgründig und seltsam schön. Fulci führt sein Publikum nicht einfach durch eine Geschichte, sondern an einen Ort, an dem die Grenze zwischen Leben, Tod und Jenseits zusammenbricht.
In der Matinee wollen wir diesen besonderen Film gemeinsam neu entdecken: als umstrittenes Werk, als Beispiel für die Radikalität des italienischen Horrorkinos und als Film, der noch immer Fragen auslöst. Warum schockieren uns solche Bilder? Was macht ihren Reiz aus? Und weshalb übt ein Film, der lange als Skandal galt, bis heute eine solche Faszination aus?
Wer Horror nur als Schock versteht, wird überrascht sein. Wer Kino als Reise in dunkle, fremde Welten liebt, sollte diese Matinee nicht verpassen. „Geisterstadt der Zombies“ ist mehr als ein reißerischer deutscher Titel. Dahinter verbirgt sich ein verstörendes, bildgewaltiges und einzigartiges Kinoerlebnis – ein Blick über die Schwelle, dorthin, wo das Grauen beginnt. Ich bespreche und zeige diesen Film am Sonntag, 7 Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Der neue „Masters of the Universe“-Film ist vor allem dann am stärksten, wenn man ihn nicht als nüchterne Neuinterpretation eines alten Stoffes betrachtet, sondern als liebevolle Rückkehr in ein Kinderzimmer-Universum, das für viele Fans nie ganz verschwunden ist. Regisseur Travis Knight bringt He-Man, Skeletor, Teela, Man-At-Arms und die Welt von Eternia wieder als großes, buntes Kinoereignis auf die Leinwand. Ich habe den Film in meinem Lieblingskino Scala in Fürstenfeldbruck mit der Familie gesehen. Mein Sohn und ich waren begeistert, meine Frau schüttelte den Kopf.
In Deutschland ist der Film am 4. Juni 2026 gestartet, in den USA folgt der Kinostart am 5. Juni 2026; in den Hauptrollen sind unter anderem Nicholas Galitzine als Prince Adam/He-Man, Jared Leto als Skeletor, Camila Mendes als Teela, Idris Elba als Man-At-Arms und Alison Brie als Evil-Lyn zu sehen. 
Die große Stärke des Films liegt in seiner Haltung: Er weiß sehr genau, dass „Masters of the Universe“ nie nur klassische Fantasy war. Dieses Franchise war immer ein wilder Mix aus Rittermythos, Science-Fiction, Muskelhelden, Magie, Monstern, Laserwaffen, Totenkopf-Ikonografie und Spielzeugregal-Fantasie. Genau darin liegt der Reiz. Wer als Kind die Zeichentrickserie gesehen, die Comics gelesen oder vor allem die Actionfiguren gesammelt hat, erinnert sich nicht nur an Geschichten, sondern an ein ganzes Gefühl: an Castle Grayskull im Kinderzimmer, an Battle Cat, an Skeletors höhnisches Grinsen, an Figuren mit übergroßen Waffen und an die Vorstellung, dass ein einziger Satz — „Bei der Macht von Grayskull!“ — aus einem jungen Prinzen den mächtigsten Mann des Universums machen kann. Der neue Film nimmt diese Nostalgie ernst, ohne sie museal einzufrieren. Er spielt mit ihr, er überhöht sie, und er erlaubt sich zugleich, die Absurdität dieses Kosmos mit Humor anzunehmen. Und es gibt natürlich einen erwarteten Camo-Auftritt. Im Fitnessstudio wird Adam (Nicholas Galitzine) von einem Mann ermahnt, weil er ihm im Weg – oder besser gesagt: an seinem Platz – stehe. Anschließend gibt ihm der durchtrainierte Unbekannte noch einen guten Rat mit auf den Weg. Und eben dieser Mann wird gespielt von Dolph Lundgren, dem He-Man-Darsteller aus der ersten Realverfilmung von „Masters of the Universe“ aus dem Jahr 1987. Das Kino-Publikum lachte.
Gerade im Vergleich zur ersten Realverfilmung von 1987 wird deutlich, wie sehr sich die Möglichkeiten des Fantasy-Kinos verändert haben. Der alte Film mit Dolph Lundgren als He-Man und Frank Langella als Skeletor hatte unbestreitbar seinen eigenen Charme, litt aber sichtbar unter den Begrenzungen seiner Zeit. Statt Eternia wirklich groß auszubreiten, verlagerte die Handlung große Teile auf die Erde; vieles wirkte aus heutiger Sicht eher wie ein improvisierter Mix aus Endzeitkulisse, 80er-Jahre-Science-Fiction und B-Movie-Fantasy. Trotzdem hat gerade diese Version bei Fans Kultstatus erreicht. Langellas Skeletor war theatralisch, bedrohlich und erstaunlich präsent, Lundgren brachte die körperliche Ikone mit, und die Atmosphäre hatte trotz aller Schwächen etwas Eigenwilliges. Der Film von 1987 war vielleicht keine perfekte Umsetzung der Vorlage, aber er war für viele Kinder der erste Moment, in dem die Plastikfiguren aus dem Regal plötzlich „wirklich“ wurden.
Der neue Film hat es deshalb leichter und schwerer zugleich. Leichter, weil moderne Technik endlich erlaubt, Eternia so opulent, farbenprächtig und überlebensgroß darzustellen, wie es die Fantasie der Fans schon immer getan hat. Schwerer, weil die Erwartungen inzwischen viel höher sind. Wer mit den Figuren aufgewachsen ist, bringt nicht nur Nostalgie mit ins Kino, sondern auch Besitzansprüche: He-Man muss heroisch sein, aber nicht lächerlich; Skeletor muss böse sein, aber nicht eindimensional; Teela darf nicht bloß Begleitfigur sein; und Castle Grayskull muss sich nach Mythos anfühlen, nicht nach beliebiger Fantasy-Kulisse. Der neue Film scheint diese Fan-Erwartung bewusst zu kennen. Er will nicht bloß ein altes Produkt verwerten, sondern eine emotionale Brücke schlagen zwischen den Kindern von damals und einem heutigen Publikum, das Superhelden, Fantasy-Franchises und ironische Popkultur längst gewohnt ist. Es sind die kleinen Lacher, die den Film sympathisch machen: Der erste unfreiwillige Comedy-Moment geht an Skeletor. Der selbsternannte Schrecken von Eternia hält eine hochdramatische Rede über seine finsteren Pläne und setzt zum krönenden Abschluss das obligatorische manische Bösewicht-Lachen obendrauf – vermutlich direkt aus dem Standardwerk „Schurke werden leicht gemacht“. Je länger er lacht, desto mehr sehen seine Handlanger allerdings aus, als würden sie innerlich kündigen und sich fragen, ob es noch zu spät ist, zu He-Man überzulaufen. Als auf das große Finale seiner Showeinlage niemand reagiert, ist He-Mans Knochengesicht-Erzrivale hörbar beleidigt und versucht umständlich zu erklären, welche überwältigende Wirkung sein Auftritt doch eigentlich haben sollte – was die Szene endgültig zur Slapstick-Nummer macht.
Nicholas Galitzine ist dabei eine interessante Wahl für He-Man, weil er nicht einfach nur als muskelbepackte Lundgren-Kopie angelegt ist. Natürlich gehört die körperliche Verwandlung zur Rolle — Galitzine berichtete selbst von einem extremen Training und einer massiven Gewichtszunahme für die Figur.  Aber entscheidender ist, dass diese Version von Prince Adam stärker als Figur mit einem Weg erzählt wird. He-Man ist nicht nur das fertige Symbol von Stärke, sondern jemand, der erst in seine Bestimmung hineinfinden muss. Das passt zu einer modernen Lesart, ohne den Kern der alten Figur zu verraten. Denn auch in der Zeichentrickserie war He-Man letztlich nie nur Muskelkraft. Die Figur stand für Verantwortung, Mut, Schutz der Schwächeren und eine sehr klare, fast kindlich reine Vorstellung von Gut und Böse.
Gerade diese Klarheit ist heute fast schon wieder erfrischend. Viele moderne Blockbuster versuchen, ihre Helden möglichst gebrochen, zynisch oder moralisch ambivalent zu machen. „Masters of the Universe“ darf dagegen wieder an das große, einfache Abenteuer glauben. Das ist nicht naiv, sondern konsequent. He-Man war nie als düsterer Antiheld gedacht. Er ist eine Projektionsfläche für Stärke ohne Grausamkeit, Macht ohne Missbrauch und Heldentum ohne Ironiepanzer. Wenn der neue Film diese Haltung mit einem Augenzwinkern versieht, funktioniert er am besten: Er lacht nicht über die Vorlage, sondern mit ihr.
Besonders spannend ist auch der Umgang mit Skeletor. Die Figur ist seit jeher eine der großen Popkultur-Schurkenmasken der 80er-Jahre: halb Dämon, halb Zauberer, halb Comic-Bösewicht — und natürlich mathematisch unmöglich, weil er aus zu vielen Hälften besteht. Genau das macht ihn so reizvoll. Jared Leto tritt hier in große Fußstapfen, denn Frank Langellas Skeletor aus dem 1987er-Film ist für viele Fans bis heute der heimliche Höhepunkt dieser alten Realverfilmung. Der neue Skeletor muss also nicht nur bedrohlich wirken, sondern auch diese herrlich überlebensgroße Theatralik bedienen, die zu „Masters of the Universe“ gehört. Wenn der Film Skeletor als selbstbewussten, leicht überdrehten, aber ernstzunehmenden Gegenspieler inszeniert, trifft er einen wichtigen Nerv: Dieser Schurke darf nicht realistisch sein. Er muss aussehen und klingen, als käme er direkt aus einem Albtraum, einem Comicpanel und einer Spielzeugverpackung zugleich.
Die Nostalgie der Fans ist dabei mehr als bloße Erinnerung. Viele, die heute ins Kino gehen, haben damals nicht nur eine Serie geschaut. Sie haben eine Welt gesammelt. Jede Figur hatte eine eigene Form, eine Funktion, ein Gimmick, einen Geruch von Kunststoff, eine Mini-Biografie auf der Verpackung. Die Comics, die oft den Figuren beilagen, öffneten kleine Fenster in einen größeren Mythos. Die Zeichentrickserie machte daraus ein ritualisiertes Nachmittagsabenteuer. Für eine ganze Generation war „Masters of the Universe“ weniger eine lineare Geschichte als ein Baukasten der Fantasie. Man konnte die Abenteuer selbst weitererzählen, Figuren gegeneinander antreten lassen, Allianzen erfinden und Eternia auf dem Teppichboden neu erschaffen. Ein neuer Film muss deshalb nicht nur eine Handlung erzählen, sondern dieses alte Gefühl von Möglichkeit zurückbringen.
Genau hier liegt der wohlwollendste Blick auf den aktuellen Film: Er ist dann gelungen, wenn er die Fans nicht nur an früher erinnert, sondern ihnen erlaubt, für zwei Stunden wieder zu fühlen, warum sie dieses Universum überhaupt geliebt haben. Nicht alles an „Masters of the Universe“ muss elegant, subtil oder psychologisch ausgefeilt sein. Manches darf groß, bunt, albern und pathetisch sein. Der Satz „Bei der Macht von Grayskull“ funktioniert nicht, wenn man sich für ihn schämt. Er funktioniert nur, wenn der Film den Mut hat, ihn mit voller Brust auszusprechen.
Natürlich kann man einem solchen Film leicht vorwerfen, dass er letztlich auch ein Stück Markenpflege ist. He-Man war immer eng mit Spielzeug, Vermarktung und Popkulturindustrie verbunden. Aber gerade bei diesem Franchise wäre es fast unehrlich, so zu tun, als ließe sich Kunst und Kommerz sauber trennen. Die Figuren waren Spielzeuge, bevor sie für viele zu Helden wurden. Die Serie war Werbung, aber sie war eben auch Mythologie im Kinderzimmerformat. Der neue Film bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Er verkauft Nostalgie, ja — aber im besten Fall schenkt er ihr auch etwas zurück: Größe, Bildgewalt, Musik, Tempo und eine neue Bühne.
Im Vergleich zur Realverfilmung von 1987 wirkt der neue „Masters of the Universe“ deshalb wie eine späte Wiedergutmachung und zugleich wie ein respektvoller Nachfolger. Der alte Film bleibt ein kurioses Kultstück seiner Zeit, mit Ecken, Schwächen und einer ganz eigenen Faszination. Der neue Film darf nun endlich stärker das liefern, was sich viele Fans damals schon gewünscht hatten: mehr Eternia, mehr Mythos, mehr Figuren, mehr visuelle Opulenz und ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass He-Man nicht nur eine Muskelpose ist, sondern ein Symbol. Kein kompliziertes Symbol, aber ein wirksames.
So betrachtet ist „Masters of the Universe“ vor allem ein Film für Menschen, die sich noch daran erinnern, wie es war, eine Actionfigur in die Hand zu nehmen und sofort eine ganze Welt vor Augen zu haben. Er spricht die Kinder von damals an, ohne die Erwachsenen von heute völlig auszublenden. Er lebt von Nostalgie, aber er muss sich nicht allein auf sie verlassen. Wenn man bereit ist, sich auf Pathos, Farbe, Fantasy und ein bisschen 80er-Jahre-Wahnsinn einzulassen, dann ist dieser neue He-Man-Film ein sympathisches, liebevoll gemachtes Abenteuerkino — nicht unbedingt, weil es das Rad neu erfindet, sondern weil es versteht, warum dieses Rad für so viele Fans überhaupt einmal geglänzt hat. Ein Wort noch zum empfehlenswerten Score. Der Score des neuen „Masters of the Universe“ tritt sehr präsent in den Vordergrund und hilft entscheidend dabei, den Ton des Films zu setzen. Komponist Daniel Pemberton, der schon mit modernen, rhythmusbetonten Soundtracks aufgefallen ist, kombiniert hier ein kraftvolles Orchester mit elektronischen Elementen und deutlichen Retro‑Vibes, die an die 80er‑Herkunft des Stoffes erinnern. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Mitarbeit von Brian May, dessen markante Gitarrenparts einigen Stücken eine fast rockige, Queen‑eske Wucht geben. Besonders einprägsam ist ein zentrales „Eternia“-Thema, das in einer eher chorlastigen Filmscore‑Version und in einer Endcredit‑Variante mit Gitarrenaufbau existiert und sich zu einem bombastischen Sci‑Fi‑Fantasy‑Track steigert. Insgesamt vermittelt die Musik eine bunte, energetische Science‑Fantasy‑Atmosphäre, die stilistisch in Richtung eines verspielten, aber sehr epischen Blockbuster‑Scores geht und dem Film ein klares eigenes Profil verleiht.
Im Podcast „Hertlein und Lange“ des Landesinnungsverbands Friseure und Kosmetiker Bayern spricht Christian Hertlein, Berufsbildungsexperte des Landesinnungsverbands und des Zentralverbands, über die Nachwuchsprobleme im Friseurhandwerk und über die Frage, ob tatsächlich „das System“ daran schuld sei. Seine Antwort fällt differenziert aus: Ja, das System trage eine Mitschuld – allerdings nicht das System der dualen Berufsausbildung selbst, sondern vielmehr die Art und Weise, wie in vielen Betrieben ausgebildet und mit Nachwuchs umgegangen werde. Genau diese Unterscheidung sei entscheidend, werde in der öffentlichen Debatte aber oft nicht sauber getroffen.
Hertlein macht deutlich, dass das duale Ausbildungssystem mit seinem Zusammenspiel von Betrieb und Berufsschule den rechtlichen und fachlichen Rahmen vorgibt, während die konkrete Ausbildungsrealität in den Salons von den Betrieben gestaltet wird. Und genau dort liege häufig das Problem. Das Friseurhandwerk präsentiere sich nach außen als kreativ, modern, vielseitig und attraktiv – und das sei es grundsätzlich auch. Kaum ein anderes Handwerk biete eine solche Mischung aus Kreativität, handwerklicher Präzision, Kundennähe und persönlicher Entwicklung. Doch viele junge Menschen machten nach dem Einstieg in die Ausbildung sehr schnell die ernüchternde Erfahrung, dass der betriebliche Alltag mit diesen Versprechen nicht immer übereinstimme. Statt intensiver Begleitung, Förderung und individueller Entwicklung würden Auszubildende in manchen Betrieben eher nebenher im Tagesgeschäft mitlaufen. Viele erhielten nicht den Input, den sie erwarteten und brauchten, manche seien sogar unterfordert. Für Hertlein ist das ein zentraler Grund für die Nachwuchsprobleme und auch für die hohen Abbruchquoten.
Zugleich weist er darauf hin, dass gerade in der Branche oft pauschal „das System“ kritisiert werde, ohne zwischen gesetzlichen Rahmenbedingungen und betrieblicher Praxis zu unterscheiden. Diese Vereinfachung sei zwar populär, helfe aber in der Sache nicht weiter. Notwendig seien vielmehr vernünftige Lösungsansätze und ein gemeinsamer Austausch auf Augenhöhe. Nach seiner Beobachtung melden sich in Diskussionen häufig gerade jene Betriebe besonders laut zu Wort, die selbst sehr gut ausbilden und mit berechtigter Kritik auf Schwachstellen hinweisen. An die Betriebe hingegen, in denen Ausbildung tatsächlich mangelhaft laufe und besonders viele Auszubildende abspringen, komme man oft nur schwer heran. Genau darin liege eine der großen Herausforderungen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Kommunikation. Häetlein betont, dass das Friseurhandwerk dringend eine bessere und klarere Kommunikation brauche. Viele Betriebe würden die Ausbildungsordnung und den Ausbildungsrahmenplan nicht richtig lesen oder missverstehen. Wenn dort etwa allgemein von „Haare schneiden“ oder „Haare farblich verändern“ die Rede sei, dann sei das keineswegs altmodisch oder unkonkret, sondern bewusst offen formuliert. Diese Begriffe umfassen sämtliche modernen Techniken und Methoden und geben den Betrieben größtmöglichen Gestaltungsspielraum. Die Ausbildungsordnung schränke also nicht ein, sondern ermögliche sehr viel mehr, als viele glaubten. Das Problem sei oft nicht der Rahmen, sondern dass seine Möglichkeiten zu wenig erkannt und genutzt würden.
Auch beim Thema Digitalisierung widerspricht Hertlein einfachen Heilsversprechen. Die Digitalisierung werde die Nachwuchsprobleme nicht allein lösen, könne aber eine wichtige Rolle spielen. Sie sei im Ausbildungsrahmenplan längst vorgesehen, nur werde sie vielerorts nicht konsequent umgesetzt. Digitale Tools könnten nicht nur im unternehmerischen Alltag eines Salons, etwa bei Kundenbindung, Mitarbeitergewinnung oder Kommunikation, eine wichtige Rolle spielen, sondern auch direkt in der Ausbildung. So könnten Auszubildende mit digitalen Werkzeugen arbeiten, sich mit KI Frisurenkonzepte erstellen lassen oder Schnittformen grafisch und dreidimensional darstellen. Solche Anwendungen seien kein Allheilmittel, gehörten aber selbstverständlich zu einer modernen Ausbildung.
Für Hertlein liegt die Aufgabe der Verbände deshalb vor allem darin, stärker aufzuklären, gute Beispiele sichtbar zu machen und erfolgreiche Ausbildungsbetriebe als Vorbilder herauszustellen. Best-Practice-Beispiele könnten zeigen, wie gute Ausbildung heute funktioniert. Zugleich müssten Betriebe, die Schwierigkeiten in der Ausbildung haben, ermutigt werden, sich Unterstützung zu suchen, Kooperationen einzugehen und ihre Ausbildungsstrukturen zu überdenken. Denn die Chancen, die das duale System und die bestehenden Regelungen bieten, seien groß – sie müssten nur konsequent genutzt werden.
Am Ende beschreibt Hertlein das Friseurhandwerk als eine sehr emotionale Branche, die dadurch besonders anfällig sei – sowohl für positive Hypes als auch für negative Stimmungen. Gerade in sozialen Medien würden einfache Schuldzuweisungen oft schneller verbreitet als differenzierte Erklärungen. Umso wichtiger sei es, sachlich zu bleiben, Potenziale sichtbar zu machen und den Blick stärker auf Lösungen statt auf Schuldfragen zu richten. Seine Botschaft ist klar: Nicht das duale Ausbildungssystem ist das eigentliche Problem, sondern die Art, wie Ausbildung in Teilen der Branche gelebt wird. Wer den Nachwuchs gewinnen und halten will, muss Ausbildung moderner, verbindlicher, intensiver und glaubwürdiger gestalten.
Auf ihrer Website beschreiben Watkiss und Wren Roswell Road als „Indie‑Americana‑Duo“. Der Begriff weist auf die Mischung aus Folk, Pop, Country und Rock hin, die ihr Debütalbum „Rebel Joy“ prägt. Instrumental bleibt das Duo spartanisch – meist Gitarre, Ukulele und Violine –, doch die Gesangsharmonien klingen so eng verwoben, dass man glauben könnte, es handle sich um Schwestern. Diese stimmliche Nähe entsteht durch ein ständiges Wechselspiel zwischen Lead‑ und Begleitstimme; wer gerade singt, lässt sich kaum unterscheiden.
Inhaltlich spannen Roswell Road einen Bogen von persönlichen Erlebnissen über gesellschaftliche Themen bis zu politischem Aktivismus. Sie erzählen von Selbstzweifeln, psychischer Gesundheit, gesellschaftlichem Druck, Feminismus, Migration und Klimaschutz. Gleichzeitig bleibt ihre Musik zugänglich: Die Songs sind melodisch, oft hymnisch und laden zum Mitsingen ein. Die Band tritt derzeit vor allem als Duo auf, arbeitet aber auf dem Album mit Gästen: Keyboard, Percussion und sogar ein Cello erweitern den Klang .
„Rebel Joy“ – ein Panorama aus zehn Songs Das im März 2026 veröffentlichte Debüt wurde über eine Kickstarter‑Kampagne finanziert, die innerhalb weniger Stunden das Finanzierungsziel erreichte. Ich habe mir vor Ort die CD gekauft und online die Vinyl bestellt. Jaz und Zoë gaben die Aufnahmen erst in ihren Heimstudios in der Schweiz und in London in Auftrag, später produzierten Joe und Dave Dunwell (The Dunwells) einige Stücke in ihrem Studio in Leeds. Die Dunwell‑Brüder brachten neue Ideen ein; Zoës Ehemann Tristano Galimberti übernahm das Mischen und Mastern.
Die zehn Songs zeigen die Vielfalt des Duos. Hier eine Auswahl: „Holy Mountain“ – Ein beschwingter Opener über Zoës abenteuerlustige Eltern, die u. a. den heiligen Berg Kailash in Tibet bereisten . Harmonien und Up‑Tempo‑Rhythmus setzen gleich zu Beginn den Ton . „Island Citizen“ – Ein sanftes Lied mit politischer Botschaft. Die Melodie erinnert an Crosby, Stills & Nash, der Text kritisiert Medien und Reiche, die Ängste vor Migration schüren. Zeilen wie „Who’s the enemy really, the small boats or the yachts?“ laden zur Reflexion ein. „Out of the Dark“ – Diese Nummer erzählt von Unsicherheit und dem Wunsch, die Angst abzuschütteln. Die beiden Sängerinnen kehren hier den berühmten John‑Donne‑Satz um („No man is an island“ wird zu „Woman is not an island“ ) und singen über den Weg aus der Dunkelheit. „Weirdo At The Party“ – Jaz’ humorvoller Song über soziale Angst. Die Platte beginnt mit sanftem Gitarrenpicking und steigert sich zu einem rockigeren Finale . „Back Row“ – Ein Song über die Wichtigkeit, sich Pausen zu gönnen. Das Rauschen zu Beginn klingt wie verkratztes Vinyl; ein augenzwinkernder Effekt, der sowohl auf CD als auch auf LP erscheint . „Can’t Take My Soul“ – Ein feministischer Protestsong, den das Duo als „Folk the Patriarchy“ beschreibt. Trotz wütender Untertöne wirkt die Nummer wie ein freudiger Aufruf zur Selbstbehauptung. Americana UK deutet an, dass das Lied eine Abrechnung mit Misogynie in der Musikbranche ist . „Let Myself Be Still“ – Während einer Tour in Leeds in nur zwei Stunden entstanden, ist dieser Titel ein Appell zur Selbstfürsorge . Texte wie „need to rest“ zeigen die Notwendigkeit, im hektischen Musikerleben innezuhalten. „Arabella“ – Jaz widmete diese balladeske Hymne ihrer Schwester. Sie erzählt von Empathie und dem Angebot, einfach gemeinsam „Trash‑TV“ zu schauen, wenn Worte fehlen . Americana UK hebt die ungewohnte elektrische Gitarre hervor, die dem Song eine rockige Färbung verleiht. „Bolder“ – Eine moderne Seemannshymne über Umweltaktivismus. Jaz verarbeitet ihre Erfahrungen als Greenpeace‑Aktivistin und spielt mit dem Wort „bolder/boulder“: Felsen wurden in Fischgründe versenkt, um Schleppnetze zu blockieren. Das Stück erinnert an gälische Shantys und sticht als einziges im Album aus dem harmonischen Kontext heraus.
Es ist wirklich fazinierend, wie ungewöhnlich eng die beiden Frauen harmonieren. Die Stimmen von Watkiss und Wren verschmilzen so sehr, dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Neben Americana sind auch Country‑Pop, Rock und Folk zu hören, und die Stücke seien ehrlich und auf unterschiedliche Weise relatable. Interessant auch ihre Fähigkeit, gesellschaftspolitische Themen wie Migration, Machtverhältnisse oder Klimaschutz in eingängige Melodien zu kleiden.
Die Band wurde für ihre Live‑Qualitäten mehrfach ausgezeichnet: Sie gewannen den Purbeck Rising Award des Purbeck Valley Folk Festivals, erhielten von Fatea den „EP of the Year“‑Preis und wurden 2021 bei Celtic Connections mit dem Danny‑Kyle‑Award geehrt.
Roswell Road sehen sich als modernen Teil der britischen Folk‑Americana‑Szene. In Interviews auch gegenüber mir betonen sie, dass sie sowohl inhaltlich als auch musikalisch unerschrocken sein wollen: Songs sollen persönliche Schwächen offenlegen, gesellschaftliche Missstände anprangern und gleichzeitig ermutigen. Jaz Watkiss erklärte, ihre Texte bewegten sich zwischen inneren Gefühlen und äußeren Themen wie Umwelt oder Politik. Das Duo wolle für die nächsten Aufnahmen noch strategischer arbeiten, um den Aufnahmeprozess zu verkürzen.
In einer Zeit, in der generative KI Musik mit perfekter Makellosigkeit erzeugen kann, setzen Roswell Road auf Echtheit. Sie lassen gelegentlich Ecken und Kanten zu, um ihre menschliche Seite zu zeigen. Mit ihrer Debüt‑LP haben sie ein Werk geschaffen, das gleichzeitig introspektiv, politisch und optimistisch ist – und das vor allem durch Harmonien begeistert. Fans britischer Folk‑Pop‑Harmonien, die „First Aid Kit“ oder „The Dunwells“ mögen, sollten sich diese Band merken. Ich kann voller Stolz sagen: „Ich hörte sie, bevor sie berühmt wurden“.
Im Bistro Sixtyfour in Maisach wurde es beim jüngsten „BistroTalk“ handwerklich, bodenständig und stellenweise sehr persönlich: Metzgermeister und Fleischsommelier Alexander Häuserer von der Metzgerei „Da Häuserer“ in Gernlinden sprach ich über seinen Weg ins Metzgerhandwerk, über Qualität, Personal, Nahversorgung, neue Ideen und die Frage, warum gutes Fleisch mehr ist als nur ein Produkt in der Theke. Die Veranstaltung wurde als Videopodcast aufgezeichnet und auf YouTube gestreamt. Hier ist die Aufzeichnung:
Schon zu Beginn ging es um den Standort in Gernlinden und die Entwicklung der Metzgerei. Häuserer erinnerte daran, dass die Räume vor der Übernahme ganz anders aussahen. Früher sei dort eine Bäckerei gewesen, später sei das Gebäude aufgeteilt worden. Beim Umbau habe man praktisch alles entkernt, den Estrich entfernt und die Räume komplett neu aufgebaut. Dabei seien auch alte Installationen wie eine frühere Fußbodenheizung zum Vorschein gekommen. Für Häuserer war dieser Neuanfang mehr als nur eine Renovierung: Er wollte einen modernen, sauberen und gepflegten Laden schaffen, in dem die Qualität der Produkte auch durch die Umgebung sichtbar wird.
Dass er einmal Metzger werden würde, scheint im Rückblick fast folgerichtig. Häuserer stammt aus einer Metzgerfamilie, inzwischen ist es die vierte Generation. Aufgewachsen ist er in Hilgertshausen, wo das Hauptgeschäft der Familie liegt, das heute sein Bruder führt. Dort bekam er schon als Kind mit, wie eng Metzgerei, Küche, Gastwirtschaft und gesellschaftliches Leben miteinander verbunden waren. In dem großen Saal fanden früher Tanzveranstaltungen, Feiern und Leichenschmäuse statt. Als Kind erlebte er, wie in der Großküche gearbeitet wurde, wie geschlachtet, zerlegt und vorbereitet wurde. Diese frühen Eindrücke haben ihn geprägt. Egal, was er später machte, sagte Häuserer, er sei immer wieder an den Punkt gekommen, an dem für ihn klar war: Metzgerei ist sein Ding. Er sei Metzger mit Leib und Seele.
Im Gespräch wurde deutlich, wie sehr sich das Handwerk verändert hat. Natürlich spiele Bürokratie heute eine große Rolle, etwa durch Temperaturkontrollen, Dokumentationspflichten und viele weitere Vorgaben. Doch für Häuserer ist eine andere Herausforderung noch entscheidender: das Personal. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, zu halten und ihnen Bedingungen zu bieten, unter denen sie gerne bleiben, sei eine der wichtigsten Aufgaben. Dazu gehört für ihn auch, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade im Münchner Speckgürtel, wo Mieten schnell enorme Höhen erreichen, sei das ein entscheidender Faktor. Häuserer hat deshalb Mitarbeiterwohnungen geschaffen, die zwar nicht riesig, aber neu, schön und bezahlbar seien. Nur so könnten Menschen auch wirklich ankommen.
Besonders stolz zeigte sich Häuserer darauf, dass ab September drei Auszubildende im Verkauf beginnen sollen, zwei davon aus Vietnam und einer aus der Region. In Zeiten, in denen viele Handwerksbetriebe händeringend Nachwuchs suchen, ist das für ihn ein großer Erfolg. Auch eine Mitarbeiterin aus Vietnam sei bereits im Betrieb und mache ihre Sache hervorragend. Sprachliche Hürden gebe es natürlich, sagte Häuserer mit Humor, aber die hätte er mit seinem bayerischen Dialekt in Vietnam ebenso. Entscheidend sei, dass jemand fleißig sei, lernen wolle und sich ins Team einfüge.
Der direkte Kontakt zu den Kundinnen und Kunden spielt für Häuserer eine große Rolle. Er steht nicht nur als Unternehmer im Hintergrund, sondern ist auch im Laden präsent. Die Resonanz am Standort Gernlinden beschreibt er als sehr positiv. Er sei mit dem Geschäft und den Menschen sehr zufrieden, auch wenn der Betrieb noch im Aufbau sei. Sechs Jahre seien im Handwerk keine lange Zeit. Eine gute Metzgerei zeichne sich für ihn vor allem durch Frische, gleichbleibende Qualität und Verlässlichkeit aus. Genau darauf lege er größten Wert. Jeden Morgen ist er früh im Betrieb, kontrolliert die Ware, richtet Spieße her, schaut sich Fleisch und Wurst an und achtet darauf, dass alles so präsentiert wird, wie es seinem Anspruch entspricht.
Dabei versteht sich die Metzgerei auch als Teil einer funktionierenden Nahversorgung. In der Nähe gibt es weitere Geschäfte, unter anderem einen kleinen Supermarkt und einen Bäcker. Für Häuserer ist das keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Wer kleine Einkäufe erledigt, könne mehrere Dinge miteinander verbinden. Zahnpasta werde man bei ihm nicht bekommen, dafür gute Wurst und gutes Fleisch. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Geschäften mache einen Ort lebendig. Auch ein neuer Dönerstand in Gernlinden bereitet ihm keine Sorgen. Im Gegenteil: Mehr kleine Geschäfte könnten dazu beitragen, dass wieder mehr Leben in den Ort komme. Entscheidend sei, dass man zusammenarbeite und nicht gegeneinander denke.
Ein weiteres Thema war die Zukunft des Metzgerhandwerks. Häuserer denkt über neue Konzepte nach, etwa über einen 24-Stunden-Shop oder Automatenlösungen. Solche Angebote seien aber keine Arbeitsersparnis, sondern vor allem eine Erweiterung der Verfügbarkeit. Die Arbeit verschwinde nicht, sie verlagere sich nur stärker in den Hintergrund. Produkte müssten vorbereitet, verpackt, kontrolliert und nachgefüllt werden. Dennoch sieht er darin eine mögliche Richtung, weil viele Menschen unter der Woche wenig Zeit hätten und schnell etwas Gutes zum Mitnehmen suchten. Besonders reizvoll findet er die Idee fertig zubereiteter warmer Gerichte in geeigneter Verpackung, die ohne Qualitätsverlust mitgenommen werden können. Seine Ideen entstehen dabei weniger durch klassische Marktforschung, sondern aus Gesprächen, Beobachtungen und Bauchgefühl – manchmal, wie er schmunzelnd sagte, auch bei einer halben Bier.
Als Fleischsommelier bringt Häuserer eine zusätzliche Qualifikation mit, die über das klassische Metzgerhandwerk hinausgeht. Dabei gehe es unter anderem um Sensorik, Fleischqualität, Geruch, Struktur und Reifung. Besonders eindrücklich sei für ihn die Schulung im Erkennen bestimmter Geruchsstoffe gewesen. Noch bietet er keine regelmäßigen Tastings an, doch Steaktastings oder ähnliche Veranstaltungen könnten in Zukunft ein Thema werden. Derzeit sei aber noch vieles im Aufbau. Auch am Standort Buchenau gebe es viel zu tun, bevor weitere Projekte umgesetzt werden könnten.
Ausführlich sprach Häuserer über Fleischqualität, Zuschnitte und Grillen. Er selbst grillt gerne, auch wenn ihm in den vergangenen Jahren oft die Zeit gefehlt habe. Besonders begeistert zeigte er sich vom sogenannten Rückwärtsgaren: Fleisch wird zunächst bei niedriger Temperatur im Ofen auf Kerntemperatur gebracht und anschließend auf dem Grill scharf angebraten. Mit Rosmarin, Butter und etwas Geduld entstehe daraus ein besonderes Geschmackserlebnis. Auf die Frage nach seinem persönlichen Lieblingsstück nannte er schließlich Flat Iron. Dieser Zuschnitt aus der Schulter sei feinfaserig, zart und für ihn fast besser als Flanksteak. Gleichzeitig betonte er, dass jedes Stück Fleisch seinen eigenen Charakter habe. Wer sich wirklich für Fleisch interessiere, müsse sich durchprobieren und die unterschiedlichen Strukturen kennenlernen. Auch gutes Suppenfleisch, besonders von den Zwerchrippen, schätzt er sehr.
Beim Thema vegane Ersatzprodukte zeigte sich Häuserer offen, aber auch klar in seiner Haltung. Jeder solle essen, was er möchte, und vegane Produkte hätten selbstverständlich ihre Berechtigung. Schwieriger findet er jedoch Bezeichnungen wie „veganer Leberkäse“ oder „vegane Salami“. Für ihn sind das eigene Produkte, aber keine Wurst im klassischen Sinne. In seiner Metzgerei gibt es solche Produkte derzeit nicht; dafür sei eher der Bäcker zuständig, sagte er mit einem Augenzwinkern.
Einen deutlichen Unterschied sieht Häuserer zwischen handwerklicher und industrieller Produktion. Industrielle Ware werde häufig anders hergestellt, schneller gereift, stärker standardisiert und mit Hilfsmitteln wie Farbe oder Schnellreifeverfahren produziert. Das ermögliche niedrigere Preise, längere Haltbarkeit und höhere Margen, gehe aber oft zulasten von Frische und Aroma. Im Handwerk stehe dagegen das Produkt selbst im Mittelpunkt. Beim Aufschneiden einer guten Mortadella oder eines hochwertigen Schinkens merke man sofort, was Aroma bedeute. Gleichzeitig räumte Häuserer ein, dass auch sein Betrieb nicht alles selbst herstellt. Südtiroler Spezialitäten, Parmaschinken oder andere Originalprodukte werden bewusst zugekauft, weil sie dort ihre eigene Qualität und Tradition haben.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Wertschätzung von Lebensmitteln. Häuserer beobachtet, dass Menschen, die in seine Metzgerei kommen, meist bewusster einkaufen. Sie nehmen den Weg auf sich, weil sie gutes Brot, gute Wurst und gutes Fleisch wollen. Gleichzeitig sei Zeitmangel ein großes Thema. Viele Menschen nähmen beim schnellen Einkauf im Supermarkt einfach mit, was verfügbar sei. Das sei nachvollziehbar, aber es verändere das Einkaufsverhalten. Für Häuserer stellt sich daher immer wieder die Frage, wie ein Handwerksbetrieb Qualität, Alltagstauglichkeit und moderne Verfügbarkeit miteinander verbinden kann.
Besonders gut laufen in der Metzgerei nach seinen Angaben Weißwürste, Wiener, Bierschinken sowie Dry-Aged-Cuts wie Club Steaks und T-Bone-Steaks. Der große Reifeschrank im Laden war für Häuserer eine bewusste Anschaffung. Er wollte sichtbar machen, dass Fleisch Zeit braucht. Gerade Dry-Aged-Produkte seien gefragt, aber eben nicht beliebig schnell verfügbar. Wer zu besonderen Anlässen etwas Bestimmtes möchte, sollte deshalb vorbestellen. Für die Planung des Betriebs sei das wichtig.
Auch über Gastronomie und Mittagstisch wurde gesprochen. In Gernlinden werde das Angebot gut angenommen, besonders von Handwerkern, Berufstätigen und Menschen, die mittags schnell und unkompliziert etwas essen möchten. Für Häuserer war es eine bewusste Entscheidung, Metzgerei und Verzehrangebot miteinander zu verbinden. Es erweitere den Betrieb und mache ihn stärker zu einem Treffpunkt im Ort.
Kritisch wurde es beim Thema Vereinsfeste und günstige Lebensmittel. Viele Vereine grillen selbst, kaufen günstig ein und verkaufen Speisen bei Veranstaltungen weiter. Häuserer sieht das differenziert. Natürlich verstehe er das Vereinsleben und dessen Bedeutung. Gleichzeitig stellt er die Frage, ob Vereine nicht auch Verantwortung für die lokale Nahversorgung tragen. Wenn ein Ort seinen Metzger, seinen Bäcker und seine kleinen Geschäfte erhalten wolle, müsse er diese auch unterstützen. Wer nur auf den billigsten Preis schaue, übe Druck auf die Qualität aus. Handwerkliche Produkte könnten nicht zu Dumpingpreisen angeboten werden, wenn sie sauber zugeschnitten, gut gewürzt und verantwortungsvoll hergestellt werden sollen. Die reine Preisdiskussion verliere man immer, sagte Häuserer, denn irgendwo gebe es immer jemanden, der billiger sei.
Wichtig ist ihm deshalb Transparenz. Kundinnen und Kunden fragten durchaus nach, woher Fleisch und Wurst stammen. Der Verkauf müsse solche Fragen beantworten können. „Ich weiß nicht“ sei keine gute Antwort. Herkunft, Qualität und Beratung gehören für Häuserer zusammen. Dazu zählt auch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Eigeninitiative zeigen, Produkte kennenlernen und Fragen stellen. Nur so könne Beratung glaubwürdig funktionieren. Wer hinter der Theke stehe, müsse wissen, was er verkauft.
Zum Ende des BistroTalks wurde es noch einmal leichter. Thema war unter anderem die Playmobil-Sonderfigur eines Metzgermeisters, die im Laden verkauft wurde und als Sympathieträger offenbar bestens funktionierte. Die Figuren seien schnell vergriffen gewesen. Häuserer erzählte lachend, dass seine Mitarbeiterinnen nun auf eine passende Verkäuferinnen-Figur hofften. Auch das passte zum Gesamtbild dieses Gesprächs: Es ging um Handwerk, Verantwortung und wirtschaftliche Realität, aber immer wieder auch um Humor, Teamgeist und die Freude an einem Beruf, der tief in der Region verwurzelt ist.
Der BistroTalk mit Alexander Häuserer zeigte einen Metzgermeister, der Tradition und Veränderung nicht als Gegensätze versteht. Er kommt aus einer alten Metzgerfamilie, denkt aber über 24-Stunden-Angebote, Social Media, Mitarbeiterwohnungen, neue Produkte und moderne Verkaufskonzepte nach. Er steht für handwerkliche Qualität, weiß aber auch, dass ein Betrieb heute mehr leisten muss als früher. Am Ende blieb der Eindruck eines Unternehmers, der mit großem persönlichen Einsatz arbeitet, sein Team ernst nimmt, den Standort Gernlinden stärken will und trotz aller Herausforderungen an die Zukunft des Metzgerhandwerks glaubt.
Der nächste BistroTalk in Youtube mit Evi Huttenlohrer, dritte Bürgermeisterin Maisach, im sixtyfour ist am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr online und in Maisach.
Das Buch ist kein nüchterner Katalog, sondern ein üppig bebilderter Chronik starker Frauen – „provokant, anziehend, modisch“ –, wie es der Kulturblog kulturMATERIAL treffend zusammenfasst. Auf großen, teils ikonischen Aufnahmen sieht man etwa den klassischen Chic von Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany’s“, Catherine Deneuve in Luis Buñuels „Belle de Jour“ oder die erotischen Spitzen-Dessous von Nicole Kidman in „Eyes Wide Shut“. Diese Fotografien werden durch Zeichnungen renommierter Modedesigner ergänzt, die Einblicke in die Entstehung der Kostüme geben und die Ära der großen Hollywood-Studios bis heute beleuchten. Jede Schauspielerin erhält nicht nur eine Bilderstrecke, sondern auch kurze Begleittexte zu ihrer Karriere und ihrem Stil; zudem dokumentiert Le Bris die Kooperation mit den jeweiligen Couturiers.
Die Aufmachung ist luxuriös: 24 × 31 cm großes Hardcover mit Spotlack, hochwertiges Fotopapier und eine Fülle großformatiger Bilder. Der Preis von knapp 50  Euro unterstreicht den Anspruch als hochwertiges Coffeetable-Buch. Die Eingangsseiten enthalten eine Vorbemerkung des französischen Filmkritikers Philippe Azoury, der anmerkt, dass der Film ohne Eleganz nicht auskommt und die Mode stets von einer großen Bühne geträumt hat; dieses Zitat dient als Leitmotiv für das gesamte Werk.
Le Bris’ Konzept, Modegeschichte anhand ikonischer Filmrollen zu erzählen, funktioniert hervorragend. Die Porträts großer Stilikonen und ihrer Designer „sprechen Bände“, urteilt das Branchenmagazin imSalon; der Bildband sei eine „Entdeckungsreise in das historische Wechselspiel zwischen Film und Mode“. Viele Kritiker loben die Auswahl von 250 zumeist ganzseitigen Fotografien und Illustrationen, die „wunderschöne Einblicke“ in die Dreiecksbeziehung zwischen Frau, Kino und Mode geben. Gerade die Kombination aus hinter‑den‑Kulissen‑Fotos, Filmstills und Entwurfszeichnungen veranschaulicht die kreative Zusammenarbeit zwischen Kostümbildnern und Couture‑Designern; sie zeigt, wie ein Kleidungsstück nicht nur die Figur einer Schauspielerin definiert, sondern ganze Trends lostritt – etwa der Bubikopf-Look von Louise Brooks oder der androgyne Smoking, den Dietrich populär machte. Ich muss sagen, ich bin ein extremer Fan von Louise Brooks und war über den Artikel über sie begeistert.
Auch die kurzen biografischen Texte bereichern die Bildstrecken um historische Kontexte und Anekdoten. Sie erinnern daran, dass viele dieser Frauen mit ihren Rollen gesellschaftliche Erwartungen sprengten: Brigitte Bardot befreite die Weiblichkeit von starren Konventionen, Jane Fonda prägte Sci-Fi‑Look und Sportmode, Madonna brachte Streetwear auf die Leinwand. Durch diese Vielfalt wird das Buch zu einer Hommage an Frauen als Mode-Ikonen und an die Designer, die ihre Leinwandbilder schufen.
Wer eine wissenschaftliche Analyse der Mode- und Filmgeschichte erwartet, wird allerdings nicht ganz zufrieden sein. „Mode im Kino“ ist in erster Linie ein Bildband, der auf visuelle Opulenz und Nostalgie setzt. Die Texte sind bewusst knapp gehalten, Hintergründe zu Produktionsbedingungen oder gesellschaftspolitischen Aspekten werden nur angedeutet. Das Buch eignet sich deshalb weniger als akademische Studie, sondern vielmehr als Inspirationsquelle für Mode‑ und Filmfans oder als repräsentativer Blickfang in Salons und Wartebereichen – genau dafür empfiehlt es imSalon als „Must‑Have“. Wer tiefergehende Analysen sucht, muss zu ergänzender Literatur greifen.
Insgesamt ist „Mode im Kino“ ein visuelles Schmuckstück, das die Faszination des Kinos für Mode in eindrucksvollen Bildern dokumentiert. Es ehrt die großen Schauspielerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt, wie sie gemeinsam mit ihren Kostümdesignern stilprägende Figuren erschaffen haben. Trotz seiner begrenzten Texttiefe liefert das Buch durch seine sorgfältige Auswahl an Fotografien, Skizzen und kurzen Begleittexten ein lebendiges Panorama der Modegeschichte im Film. Für Liebhaber klassischer Eleganz, für Modebegeisterte und für alle, die sich von glamourösen Bildern inspirieren lassen, ist dieser Band eine sinnliche Entdeckungsreise – und ein Dank an die Designer und Kostümbildner, die dafür gesorgt haben, dass Filmstars nicht nur spielen, sondern auch strahlen.