Stop Motion mit Kinderhand: Wenn aus Playmobilfiguren große Kinomagie wird

11. April 2026

Wenn Kinder einen Stop-Motion-Film mit Playmobilfiguren drehen, entsteht weit mehr als nur ein kleines Filmprojekt. Ich leitete ein aktives Seminar mit zwölf Kindern. Es war ein Tag voller Fantasie, Teamgeist und leuchtender Augen. Von 9.30 Uhr bis 14 Uhr verwandelten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auftrag der Volkshochschule Fürstenfeldbruck einfache Figuren, Farben und Ideen in ihre ganz eigene Filmwelt.

Am Anfang stand nur eine Idee. Doch Schritt für Schritt entwickelten die Kinder mit großer Begeisterung ihr eigenes Drehbuch, erfanden Szenen, Dialoge und kleine Abenteuer. Dabei wurde schnell spürbar, wie viel Kreativität in ihnen steckt. Sie überlegten gemeinsam, wie ihre Geschichte aussehen soll, welche Rollen die Playmobilfiguren übernehmen und wie aus einzelnen Bildern am Ende ein lebendiger Film wird.

Mit bewundernswerter Geduld und Konzentration bedienten die Kinder die Kamera – in meinem Fall ein iPad mini, rückten Figuren millimeterweise in Position und lernten, wie aus vielen einzelnen Aufnahmen echte Bewegung entsteht. Ebenso engagiert synchronisierten sie ihren Film, gaben den Figuren Stimmen und hauchten ihren Geschichten damit noch mehr Leben ein. Parallel dazu entstanden mit Stiften, Papier und Farbe liebevoll gestaltete Kulissen, die jede Szene zu etwas ganz Besonderem machten. Überall war zu sehen, mit wie viel Fantasie, Hingabe und Freude die Kinder arbeiteten.

Gerade diese Mischung aus technischem Lernen und freiem Gestalten machte den Tag so wertvoll. Die Kinder waren nicht nur Zuschauer, sondern Autoren, Regisseure, Kameraleute, Bühnenbildner und Sprecher zugleich. Sie durften ausprobieren, entscheiden, lachen, tüfteln und stolz auf das sein, was sie gemeinsam geschaffen haben.

Der schönste Moment kam zum Abschluss: Als der fertige Film im Scala Kino Fürstenfeldbruck auf der großen Kinoleinwand gezeigt wurde, wurde aus einem kreativen Workshop ein unvergessliches Erlebnis. Vor den Eltern das eigene Werk im Kino zu sehen, war für die Kinder ein bewegender Augenblick voller Stolz, Aufregung und Glück. In diesem Moment wurde sichtbar, was kreative Arbeit mit Kindern bewirken kann: Sie stärkt Selbstvertrauen, weckt Talente und schenkt Erinnerungen, die weit über diesen einen Tag hinausreichen.

Jetzt werde ich im Rahmen der Ferienspielwoche Maisach ein Stop Motion Seminar für Maisacher Kinder anbieten. Und mal schauen, ob die VHS das Seminar auch nochmal wiederholen will nach dem großen Erfolg. Danke an Markus Schmölz vom Scala Kino, der das Kino bereitstellte.

Wenn selbst der Kinobesuch zum Luxus wird: Zuckersteuer trifft die Falschen

10. April 2026

Persönlich halte ich die geplante Zuckersteuer für richtig, doch ich sehe auch, dass wieder Kosten auf uns Verbraucher zukommen werden. Mich wird es an einem meiner Lieblingsorte treffen: Dem Kino.


Die geplante Zuckersteuer in Deutschland zielt nach aktuellem Stand primär auf stark gesüßte Getränke ab, weshalb feste Süßwaren im Kino wie Popcorn oder Schokolade vorerst von der direkten Abgabe verschont bleiben. Dennoch müssen sich Kinobesucher auf spürbare Preiserhöhungen beim klassischen Kino-Menü einstellen, da die unverzichtbaren Softdrinks massiv besteuert werden sollen.

Fokus auf Getränke statt fester Snacks
Die politische Debatte um eine Zuckersteuer hat im Frühjahr 2026 durch eine Bundesratsinitiative aus Schleswig-Holstein und entsprechende GKV-Empfehlungen konkrete Formen angenommen. Es handelt sich dabei um eine reine Getränkesteuer, weshalb feste Kino-Süßwaren wie Popcorn, Nachos oder Weingummi von der Abgabe ausdrücklich ausgenommen bleiben. Allerdings sieht der Entwurf eine Altersgrenze von 16 Jahren für Energy-Drinks vor, was Kinos künftig zu unangenehmen Ausweiskontrollen an der Süßwarentheke zwingen wird.

Drastische Preisaufschläge bei Softdrinks
Die Expertenkommission empfiehlt für stark zuckerhaltige Getränke wie herkömmliche Cola eine Abgabe von 32 Cent pro Liter. Da Kinos ihre Softdrinks oft in großen Bechern von bis zu über einem Liter ausschenken, trifft diese Abgabe die margenstärkste Einnahmequelle der Kinobetreiber empfindlich. Es ist wirtschaftlich unausweichlich, dass die Lichtspielhäuser diese Mehrkosten im Einkauf an den Endverbraucher weiterreichen, was das ohnehin kostspielige Kinoerlebnis weiter verteuert. Und Kinos leben von den Snacks, denn der Erlös durch die Filme werden vom Verleih aufgefressen.

Verdeckte Preiserhöhungen durch Mischkalkulation
Besonders kritisch ist die Gefahr, dass Kinos die neue Getränkesteuer als Vorwand für eine undifferenzierte Preiserhöhung der beliebten Kombi-Menüs nutzen könnten. Obwohl zuckerfreie Getränke von der Steuer befreit sind, etablieren Betreiber in der Regel einheitliche Preise für alle Softdrinks einer Bechergröße, wodurch auch die Konsumenten von „Zero“-Produkten die Steuer indirekt mitfinanzieren würden. Letztlich droht die gesundheitspolitische Lenkungswirkung in der Kinobranche zu verpuffen, da die Konsumenten durch intransparente Preisaufschläge lediglich finanziell belastet werden, ohne das Menü-Angebot zwingend zu verändern.

Psychische Belastung im Job zu erkennen 

9. April 2026

Ich war lange Jahre Führungskraft in Organisationen und Verlagen. Doch auch als Selbstständiger habe ich mit Führung von Projektteams zu tun und ich merke, dass das eine oder andere Teammitglied unausgeglichen und gestresst ist. Fest steht für mich: Eine Kultur des Hinschauens beginnt immer mit einem einfachen Schritt: dem ehrlichen Interesse am Menschen.

Wenn dauerhafter Druck, Erschöpfung oder Schlafmangel den Alltag bestimmen, bleibt das selten ohne Folgen. Psychische Belastungen gehören heute zu den häufigsten Ursachen für längere Fehlzeiten – und doch werden sie oft erst bemerkt, wenn die Kräfte schon lange nachlassen. Denn Stress schleicht sich nicht an einem Tag ein; er wächst leise, oft unbemerkt, zwischen Terminen, Mails und Meetings.
Umso wichtiger ist es, Anzeichen frühzeitig wahrzunehmen – bei sich selbst ebenso wie bei anderen. Diese fünf Impulse helfen, aufmerksam zu bleiben und offen miteinander ins Gespräch zu kommen.

  1. Veränderungen wahrnehmen – und ernst nehmen
    Manchmal ist es nur ein leiser Wandel: die Kollegin, die sonst lacht, wirkt plötzlich gereizt; jemand zieht sich immer mehr zurück oder arbeitet ausdauernd bis spät am Abend. Solche Veränderungen sind oft ein stiller Hilferuf. Beobachte, was sich über Wochen verändert hat – im Verhalten, in der Stimmung, in der Energie. Achtsamkeit ist der erste Schritt, um zuzuhören, bevor echte Erschöpfung entsteht.
  2. Warnsignale im Zusammenhang sehen
    Dauerhafte Überstunden, Unruhe oder das ständige Übernehmen zusätzlicher Aufgaben – all das sind mögliche Hinweise auf Überforderung. Wichtig ist, nicht einzelne Momente zu bewerten, sondern das Gesamtbild zu erkennen. Wer permanent über seine Grenzen geht, braucht kein Urteil, sondern Verständnis und Unterstützung.
  3. Worte finden, die tragen
    Ein Gespräch über seelische Belastung braucht Mut – auf beiden Seiten. Sprich offen, aber respektvoll an, was dir auffällt: „Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit sehr still bist. Wie geht es dir?“ Solche einfachen Worte können Türen öffnen. Entscheidend ist, ehrlich und ohne Bewertung zuzuhören, statt zu deuten oder zu diagnostizieren.
  4. Da sein und einfach zuhören
    Nicht jede*r ist bereit, sofort über Belastungen zu sprechen. Doch echtes Zuhören zeigt: Du bist da. Ein ruhiges Gespräch, ein Moment ohne Druck, kann Vertrauen schaffen. Manchmal genügt dieses Signal, damit Hilfe überhaupt möglich wird.
  5. Unterstützung sichtbar machen – und sie annehmen
    Niemand muss Belastung allein tragen. Ob interne Gesundheitsangebote, psychologische Beratung oder digitale Plattformen – es gibt viele Wege, sich Unterstützung zu holen. Wichtig ist, dass sie bekannt sind, leicht zugänglich und angstfrei genutzt werden können. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.

Gesundheit beginnt in der Haltung
Wer ein Team führt, trägt Verantwortung – nicht nur für Ergebnisse, sondern auch für Menschen. Veränderungen wahrzunehmen, Gespräche früh zu suchen und entlastende Strukturen zu fördern, schafft Vertrauen. Faire Aufgabenverteilung, realistische Ziele und Raum für Erholung sind keine Extras, sondern Grundlagen gesunder Arbeit.

Podcast: Mehr als nur Bücher – Wie die Gemeindebücherei Maisach mit Herz und Ideen begeistert

8. April 2026

In der zweiten Folge des Podcasts „Seitensprung“ der Gemeindebücherei Maisach sprechen Büchereileiterin Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange über die Arbeit hinter den Kulissen der Bibliothek, über neue Bücher, Lesergewohnheiten und kommende Veranstaltungen. Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe, die ausschließlich positive Resonanz erhielt, war für beide schnell klar, dass der Podcast als monatliches Format weitergeführt wird. Diesmal geht es direkt ins „Allerheiligste“, in Beate Seyschabs Büro, wo zwischen Bücherkisten und Neuerscheinungen deutlich wird, wie viel Organisation und Auswahl hinter dem Angebot der Gemeindebücherei steckt. Hier die zweite Folge des Podcasts:

Beate Seyschab erzählt, dass sie jede Woche neue Bücher bestellt, bewusst über den örtlichen Buchhandel und nicht über große Online-Konzerne. Ihr ist wichtig, die Strukturen vor Ort zu stärken und mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten, die die Bücherei auch bei Veranstaltungen unterstützen. Bei der Auswahl neuer Titel verlässt sie sich nicht nur auf feste Bestseller-Listen, sondern vor allem auf Erfahrung, Bauchgefühl und auf das, was die Leserinnen und Leser wünschen. Viele Anregungen kommen direkt aus Gesprächen in der Bücherei, wenn Besucher nach bestimmten Neuerscheinungen, Fortsetzungen oder Themen fragen. Genau dieses Gespür für den Ort und seine Menschen macht für sie gute Büchereiarbeit aus.

Im weiteren Gespräch geht es um die große Vielfalt des Bestands, etwa im Bereich Kochen, Backen und Haushalt. Seyschab berichtet, dass Kochbücher nach wie vor stark gefragt sind – von Familien über Singles bis hin zu Kindern, die mit eigenen Kinderkochbüchern erste Erfahrungen sammeln. Gerade seit der Corona-Zeit beobachtet sie ein wachsendes Interesse am Selberkochen. Präsentation spielt dabei eine wichtige Rolle: Bücher werden bewusst sichtbar und thematisch passend ausgestellt, damit Besucher auch Titel entdecken, nach denen sie gar nicht gezielt gesucht haben. Nicht nur Neuerscheinungen, sondern auch ältere Bestände können auf diese Weise wieder in Erinnerung gerufen werden.

Auch regionale Themen und Veranstaltungen kommen in der zweiten Podcast-Folge zur Sprache. So weist Beate Seyschab auf die kommende Lesung des Arbeitskreises Geschichte hin, der mit Texten aus dem Meisaha erneut in der Gemeindebücherei zu Gast sein wird. Außerdem kündigt sie die englische Vorlesestunde sowie die deutschsprachige Vorlesestunde an, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Gerade das niedrigschwellige Angebot der englischen Lesestunde soll Menschen ermutigen, ohne Leistungsdruck und ganz spielerisch in die Sprache hineinzuhören. Zum Schluss geht es noch um Lernhilfen für die anstehenden Prüfungen, wobei auch hier deutlich wird, dass die Bücherei nicht nur ein Ort für Literatur, sondern ebenso für praktische Unterstützung im Alltag ist.

Die zweite Folge von „Seitensprung“ zeigt damit erneut, wie lebendig, vielseitig und nahbar die Gemeindebücherei Maisach ist. Der Podcast verbindet Einblicke in den Alltag der Bücherei mit persönlichen Gesprächen, Veranstaltungstipps und der Begeisterung für Bücher. Zugleich macht er deutlich, dass eine moderne Gemeindebücherei weit mehr ist als ein Ort der Ausleihe – sie ist Treffpunkt, Kulturort und ein Stück gelebtes Gemeindeleben.

Weitwinkelobjektiv für die DJI Osmo Pocket 3: Mehr Bild, mehr Wirkung

7. April 2026

Ich nutze meine DJI Osmo Pocket 3 neben meinem iPhone zum Drehen und bin grundsätzlich zufrieden. Bei der DJI Osmo Pocket 3 teste ich immer wieder Linsenvorsätze wie das NEEWER-Filterset. Jetzt probierte ich das Weitwinkelobjektiv CAMOLO und habe einen Probefilm gedreht.

Das verlinkte Weitwinkelobjektiv CAMOLO ist ein magnetischer Vorsatz für die DJI Osmo Pocket 3 und richtet sich an alle, die mit der kleinen Kamera mehr von ihrer Umgebung einfangen möchten. Gerade bei Reisevideos, Vlogs oder Aufnahmen in engen Innenräumen kann ein größerer Bildwinkel den Unterschied machen, weil Szenen offener, dynamischer und filmischer wirken.

Der Aufsatz erweitert das Sichtfeld deutlich und setzt dabei auf mehrfach beschichtetes optisches Glas, um Reflexionen und Qualitätsverluste möglichst gering zu halten. Praktisch ist vor allem die magnetische Befestigung, die ein schnelles Anbringen und Abnehmen erlaubt – ideal für Nutzer, die flexibel zwischen normaler Perspektive und Weitwinkel wechseln möchten. Insgesamt ist das Objektiv damit eine interessante Ergänzung für alle Osmo-Pocket-3-Filmer, die mit wenig Aufwand sichtbar mehr Bildwirkung erzielen wollen.

Zwischen Verehrung und Zweifel: Die Wagner-Büste auf dem Grünen Hügel

6. April 2026

Die Bayreuther Festspiele feiern dieses Jahr ihren 150. Geburtstag. Grund genug, dass ich mal wieder auf den Grünen Hügel vorbeischaute. Wie jedes Mal schaute ich mir die berühmte Büste des Komponisten vor dem Festspielhaus an und machte mir so meine Gedanken. Ich liebe Wagner als Musiker, lehne ihn aber als Politiker ab. Bei näheren Betrachten habe ich so meine Zweifel an der Büste.

Die Wagner-Büste von Arno Breker auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gehört zu jenen Kunstwerken, an denen sich Glanz, Mythos und historische Belastung des Festspielorts auf besondere Weise verdichten. Sie steht im Park vor dem Festspielhaus und zeigt Richard Wagner in einer idealisierenden, repräsentativen Form, wie sie für Brekers Porträtkunst typisch ist; Bildnachweise und Ortsangaben verorten die Bronze ausdrücklich im Festspielpark beziehungsweise nahe dem Festspielhaus, die Entstehung wird mit 1986 angegeben.

Als plastisches Denkmal will die Büste den Festspielgründer ehren und die Aura des Ortes unterstreichen. Zugleich trägt sie aber die Handschrift eines Künstlers, dessen Name untrennbar mit der Kunstpolitik des Nationalsozialismus verbunden ist. Arno Breker war einer der prominentesten Bildhauer des NS-Staates und wurde von Adolf Hitler besonders gefördert; gerade deshalb wird seine Wagner-Büste in Bayreuth von mir nicht nur als Huldigung an den Komponisten wahrgenommen, sondern immer auch als geschichtspolitisch aufgeladenes Objekt.

So steht die Büste heute weniger einfach als dekoratives Denkmal im Park, sondern eher als stiller Prüfstein für den Umgang Bayreuths mit seiner eigenen Vergangenheit. Wer auf dem Grünen Hügel an ihr vorbeigeht, sieht nicht nur das Gesicht Richard Wagners, sondern begegnet zugleich einer schwierigen Erinnerungsschicht deutscher Kulturgeschichte: dem Nachleben eines Komponistenmythos, der Verehrungskultur von Bayreuth und der Frage, wie mit Werken eines politisch schwer belasteten Künstlers im öffentlichen Raum umzugehen ist. Gerade darin liegt die eigentliche Bedeutung dieser Büste: Sie ist nicht bloß ein Porträt, sondern ein Symbol für die Spannungen zwischen Kunst, Erinnerung und Geschichte am wohl berühmtesten Opernort Deutschlands.

Ostersingkreis verleiht der Osternacht in St. Vitus festlichen Glanz

5. April 2026

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums, weil es die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg des Lebens über den Tod feiert. Im Mittelpunkt steht die Botschaft, dass Leid, Schuld, Angst und selbst der Tod nicht das letzte Wort haben. Für Christen ist Ostern deshalb das große Fest der Hoffnung, der Erneuerung und des Vertrauens auf Gottes rettende Nähe. Die Auferstehung Jesu wird als Zeichen dafür verstanden, dass neues Leben möglich ist, selbst dort, wo Menschen an Grenzen stoßen oder keinen Ausweg mehr sehen.

In der Pfarrkirche St. Vitus in Maisach wurde die Osternacht feierlich vom Ostersingkreis musikalisch begleitet.

Zugleich steht Ostern für einen neuen Anfang. Es erinnert daran, dass Dunkelheit in Licht verwandelt werden kann und dass Gottes Liebe stärker ist als Verzweiflung und Vergänglichkeit. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Halt, Sinn und Zuversicht suchen, behält diese Botschaft ihre besondere Kraft. Ostern lädt dazu ein, über das eigene Leben nachzudenken und neue Hoffnung zu schöpfen. Deshalb ist Ostern weit mehr als ein Frühlingsfest oder ein schöner Brauch – es ist das zentrale Symbol christlicher Hoffnung und der Kern des Glaubens.

US-Präsidenten – Eine Fotoreise (1): Barack Obama: Yes, we can – Bilder einer Persönlichkeit mit Fotografien von Callie Shell

5. April 2026

Ich bin ein Fan von US-Fotografen, die US-Präsidenten abgelichtet haben. Es gibt berühmte Fotografen, die entweder im Dienst des Weißen Hauses standen oder für Zeitungen/Zeitschriften dokumentieren.
Das Buch Barack Obama: Yes, we can – Bilder einer Persönlichkeit mit Fotografien von Callie Shell erschien 2009 im Knesebeck Verlag, umfasst rund 95 Seiten und ist vor allem als großformatiger Fotoband über Barack Obamas Aufstieg zum 44. Präsidenten der USA angelegt. Callie Shell begleitete Obama bereits seit den Jahren vor seinem Wahlsieg fotografisch.
Mit Barack Obama: Yes, we can – Bilder einer Persönlichkeit legt Callie Shell keinen klassischen politischen Analyseband vor, sondern ein atmosphärisch dichtes Porträt in Bildern. Der besondere Reiz des Buches liegt darin, dass Obama hier nicht nur als historische Figur, sondern als Mensch sichtbar wird: konzentriert, erschöpft, nachdenklich, familär und zugleich von jener symbolischen Aufladung umgeben, die seinen Wahlkampf weltweit so faszinierend machte. Gerade weil Shell Obama über längere Zeit begleitete, entstehen Fotografien mit großer Nähe und einem Gespür für ungestellte Momente.

Die größte Stärke des Bandes ist seine Bildsprache. Viele Aufnahmen wirken nicht wie bloße Pressefotos, sondern wie kleine politische Momentaufnahmen eines Epochenwechsels. Das Buch vermittelt die Aufbruchsstimmung jener Jahre sehr eindringlich. Es zeigt, warum Obama für viele Menschen weit über die USA hinaus zur Projektionsfigur für Hoffnung, Veränderung und gesellschaftliche Erneuerung wurde. In dieser Hinsicht funktioniert der Band hervorragend: Er dokumentiert nicht nur eine Karriere, sondern auch einen historischen Stimmungsumschwung. 

Allerdings ist genau darin auch die Schwäche des Buches zu finden. Der Band bleibt stark auf Wirkung, Aura und Symbolik konzentriert. Wer sich eine kritisch-distanzierte Auseinandersetzung mit Obamas Politik, seinen Positionen oder den Widersprüchen seiner öffentlichen Figur erhofft, wird eher nicht fündig. Das Buch bewundert mehr, als dass es hinterfragt. Dadurch wirkt es stellenweise weniger wie eine kritische Biografie als wie eine visuell eindrucksvolle Huldigung an eine Ausnahmeerscheinung der politischen Gegenwart.

Trotzdem ist Barack Obama: Yes, we can ein sehenswerter Bildband. Er überzeugt vor allem dort, wo Fotografie Geschichte verdichtet: in Gesten, Blicken und Zwischentönen. Für Leser, die sich für politische Bildsprache, den Obama-Wahlkampf oder das Verhältnis von Medien und Macht interessieren, ist das Buch ausgesprochen reizvoll. Wer hingegen eine analytische oder kontroverse Obama-Biografie sucht, wird mit einem anderen Titel besser bedient sein.

Also für mich ein eindrucksvoller, emotional starker Fotoband, der Barack Obama als Symbolfigur eines politischen Aufbruchs inszeniert. Das Buch ist weniger kritische Analyse als atmosphärisches Zeitdokument — gerade deshalb visuell stark, inhaltlich aber nur begrenzt tief. Mal sehen, ob ich mal ein Seminar über Fotos zu US-Präsidenten mache. Ich hätte schon ein paar Ideen.

WarGames (USA 1983) – Matinee am 5. April im Scala Fürstenfeldbruck

4. April 2026

„WarGames“ (USA 1983) entstand zur Zeit des Kalten Krieges, als die Angst vor einem Atomkrieg und die Faszination für Computertechnik gemeinsam in die Popkultur drängten. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker im Rahmen meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.


John  Badham inszeniert den Film als Mischung aus Teen‑Abenteuer, Verschwörungsthriller und Science‑Fiction und schafft es, die technologischen Hoffnungen und Ängste seiner Zeit einzufangen. Der Film erschien 1983 „auf dem Höhepunkt der Paranoia des Kalten Krieges und zu Beginn der PC‑Ära“ und wirkte gleichzeitig wie ein nuklearer Thriller und „eine Warnung vor der digitalen Zukunft“. Er besetzte den damals fast unbekannten Matthew Broderick als David Lightman, einen High‑School‑Hacker, der sich aus Neugier in ein militärisches Supercomputersystem einwählt.


Badham verwebt mehrere Motive, die bis heute relevant sind. Im Zentrum steht die Frage, ob „Entscheidungen über Leben und Tod, insbesondere Atomwaffen, Maschinen überlassen werden sollten“. Der Film kritisiert ein blindes Vertrauen in Technik, indem er zeigt, wie WOPR ohne menschliches Mitgefühl auf reine Logik vertraut und dadurch eine Katastrophe auslöst. Er thematisiert auch den „Irrglauben der Kontrolle“: Das System, das Sicherheit gewährleisten soll, wird selbst zur Gefahr. In der Figur David und seiner Hackerkultur spiegelt der Film den Geist der frühen 1980er‑Jahre; das „Computer‑Kid“ wird als naiver Entdecker gezeigt, dessen Neugier und Unreife beinahe zur globalen Katastrophe führen. Die Darstellungen der Hacker‑Szene inspirierten tatsächlich die Debatten über die Kriminalisierung von Computerverbrechen, die schließlich im Computer Fraud and Abuse Act von 1986 mündeten. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker im Rahmen meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Filmkritik: Normal von Ben Wheatley

3. April 2026

Normal ist ein Film, der seinen Titel mit sichtbarer Lust an der Ironie trägt. Denn an Ben Wheatleys Inszenierung ist herzlich wenig „normal“ – und genau das ist seine große Stärke. Der Film wirkt wie das Werk eines Regisseurs, der sich nicht mehr darum bemüht, Erwartungen zu bedienen, sondern mit Präzision, Wucht und einer fast schon übermütigen Energie sein eigenes Kino entfaltet. Das Ergebnis ist ein kompromisslos unterhaltsamer, stilistisch scharfer und in seinem Zugriff bemerkenswert souveräner Genrebeitrag. Für mich ist normal eine charmante Mischung aus unserer kleinen Farm, Peter Jacksons Bad Taste und Robert Rodriguezs From Desk till Dawn.

Die vielleicht größte Qualität des Films liegt in seiner Inszenierung. Wheatley beweist hier wieder jenes Gespür für Timing, Raumgefühl und Eskalationsdramaturgie, das seine besten Arbeiten ausgezeichnet hat. Die Regie ist konzentriert, kontrolliert und zugleich voller Spielfreude. Nichts wirkt zufällig, aber auch nichts steril. Normal hat Tempo, ohne hektisch zu werden, und Härte, ohne in bloße Effekthascherei abzugleiten. Selbst in den exzessiveren Momenten bleibt der Film formal klar. Gerade darin zeigt sich eine erstaunliche handwerkliche Klasse. Hier inszeniert jemand nicht nur Action, sondern formt Rhythmus, Spannung und schwarzen Humor zu einer sehr eigenen Handschrift. 

Ebenso überzeugend ist der Tonfall des Films. Normal balanciert Härte, Lakonie und Groteske mit bemerkenswerter Sicherheit. Der Film nimmt sich nie zu ernst, verrät aber auch nie seine innere Konsequenz. Diese Balance ist schwer zu erreichen: Viele Genreproduktionen scheitern daran, weil sie entweder geschniegelt-cool oder zwanghaft ironisch wirken. Normal dagegen besitzt eine fast altmodische Selbstverständlichkeit. Der Film weiß genau, wie er wirken will, und erzielt diese Wirkung ohne Anstrengungsgesten. Dadurch entsteht eine Form von Kino, die zugleich lässig und präzise ist – rau, aber nicht plump; humorvoll, aber nie albern. 

Ein ganz wesentlicher Grund dafür ist Bob Odenkirk. Seine Präsenz trägt den Film beinahe mühelos. Odenkirk ist kein klassischer Actionheld im herkömmlichen Sinn, und genau deshalb ist er so interessant. Er bringt Reibung, Alltag, Trockenheit und Intelligenz in die Figur. Wo andere Darsteller bloß Härte markieren würden, erzeugt er Spannung gerade durch seine scheinbare Unspektakulärität. Dadurch bekommt der Film eine angenehme Bodenhaftung. Odenkirk spielt nicht auf Pose, sondern auf Präsenz – und das verleiht dem Ganzen Gewicht. Für mich tut ihm die Rolle des widerwilligen, unaufgeregten, aber jederzeit glaubwürdigen Zentrums sehr gut. 

Bemerkenswert ist auch, wie stilsicher der Film seine Nebenfiguren und sein Ensemble einbindet. Gerade in Filmen dieser Art drohen Nebenrollen oft zu bloßen Funktionen zu werden. Normal hat jedoch ein Gespür für Gesichter, Haltungen und kurze, prägnante Momente. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die dicht und eigenwillig wirkt. Man spürt, dass Wheatley Figuren nicht bloß als Schachfiguren des Plots betrachtet, sondern als Teil einer Welt, deren Ton und Textur entscheidend für die Wirkung des Films sind. Auch deshalb bleibt Normal länger im Kopf als viele vergleichbare Produktionen.

Hinzu kommt die visuelle Qualität. Der Film scheint nicht einfach abgefilmt, sondern bewusst komponiert zu sein. Die Kameraarbeit schafft Bilder, die zugleich zugänglich und markant wirken. Nichts ist überästhetisiert, aber vieles ist auffällig präzise gesetzt. Diese Form von Bildgestaltung passt perfekt zu einem Film, der zwar Unterhaltung sein will, dabei aber nie billig oder beliebig aussieht. Man merkt, dass hier ein Regisseur am Werk ist, der Genre ernst nimmt – nicht im Sinn feierlicher Überhöhung, sondern als Kunst des genauen Arrangements von Bewegung, Blick und Wirkung. 

Besonders positiv fällt auf, dass Normal kein austauschbares Streaming-Produkt ist. Der Film besitzt Profil. Er hat Ecken, Kanten, Temperament. Er fühlt sich gemacht an, nicht produziert. Das ist heute keineswegs selbstverständlich. Gerade im Thriller- und Actionbereich sieht man oft Filme, die handwerklich korrekt, aber seelenlos sind. Normal dagegen hat Charakter. Der Film traut sich eine eigene Temperatur, ein eigenes Tempo, eine eigene Form von Humor zu. Das macht ihn frisch. Selbst dort, wo das Material auf dem Papier vertraut erscheinen mag, sorgt die konkrete filmische Umsetzung dafür, dass etwas Eigenständiges entsteht. 

Am Ende ist Normal vor allem deshalb so gelungen, weil der Film seine Lust am Kino nicht versteckt. Er will unterhalten, zuspitzen, überraschen, beschleunigen – und tut das mit sichtbarer Freude am Handwerk. Diese Freude überträgt sich. Man schaut keinen Film, der geschniegelt auf Prestige schielt, sondern einen, der weiß, was er kann, und daraus Energie gewinnt. Das ist vielleicht das schönste Kompliment, das man Normal machen kann: Er ist kein bedeutungsschweres Kunstprodukt, sondern ein selbstbewusstes, präzise gebautes, hervorragend gespieltes und ungemein unterhaltsames Stück Genrekino.

Ich habe mich prima unterhalten: Normal ist ein äußerst starker, positiv zu bewertender Film: formal sicher, atmosphärisch dicht, von Bob Odenkirk exzellent getragen und von Ben Wheatley mit sichtbar geschärftem Gespür für Rhythmus, Härte und Humor inszeniert. Kein Film, der sich anbiedert – sondern einer, der Haltung, Stil und Zug besitzt. Genau das macht ihn so sehenswert.