Musikritik: Bruce Springsteen on Broadway

16. Dezember 2018

Der Boss hat mich auf dem falschen Fuß erwischt. Ich bin ein Bruce Springsteen Fan der ersten Garde und mein absolutes Lieblingsalbum ist Nebraska. Aber ich muss zugeben, dass ich die Karriere meiner Musikstars nicht mehr so im Auge habe – einzige Ausnahme ist Bob Dylan. Und als ich las, dass Springsteen mit Springsteen on Broadway ein neues Live-Album veröffentlichte, griff ich blind zu. Was der Boss macht, das hat Qualität. Ich habe ihn live erlebt und weiß, welche Power der Kerl hat. Über den Hintergrund von On Broadway hatte ich nichts gelesen, kaufte blind und bin nun enttäuscht.

Ich hatte mir was anderes vorgestellt und bin vom neuen Springsteen-Album enttäuscht.

Ich hatte mir was anderes vorgestellt und bin vom neuen Springsteen-Album enttäuscht.

Die Songs, die Bruce Springsteen auf diesem Doppelalbum Springsteen on Broadway darbringt, sind außergewöhnlich gut. Solo, mal mit Gitarre, mal mit Klavier und eine super Stimme – alles so, wie ich den Boss kenne und ich ihn mag. Aber dann kommt dieses Gequatsche. Was ist jetzt das? Das Album on Broadway enthält Storytelling allererster Güte, aber darauf war ich nicht vorbereitet. Ich wollte Musik hören und nicht die Monologe vom Boss anhören.
Ich war enttäuscht und bin ich es beim dritten, vierten, fünften Anhören noch immer. Ich geb ja zu, der Fehler liegt bei mir. Hätte ich vorher bei Apple Musik hineingehört, dann hätte ich mir dieses Album nicht gekauft. Und hätte ich mich vorher erkundigt, was Springsteen da macht, wäre ich anders an den Kauf herangegangen.
Der Hintergrund des On Broadway-Albums ist gewaltig. In den vergangenen 14 Monate hat Springsteen viele Abende im Walter Kerr-Theater am New Yorker Broadway verbracht. Seit Oktober 2017 hat er dienstags bis samstags vor je 1000 Leuten seine Show dargeboten- ein gewaltiges Pensum für den fast 70jährigen Bruce Springsteen. Und er hat keine Rock‘n Roll-Show abgeliefert, sondern er er lieferte eine Broadway-Performance. Er erzählte aus seinem Leben, spielte wichtige Songs, erzählte wieder und lieferte eine interessante Performance. Gestern Abend spielte er seine letzte Show im Walter Kerr-Theater. Übrigens: Alle Shows waren komplett ausverkauft – die Ticketpreise stiegen auf 1400 US-Dollar pro Karte. Ich geb zu, ich hätte gerne so eine Performance gesehen. Nun, das kann ich noch: Netflix hat die Show mitgedreht und zeigt sie ab heute in seinem Streamingdienst.
Ich werde mir jetzt die Show ansehen und gebe dann dem Album eine neue Chance. Der Trailer bei Netflix ist vielversprechend und ich freue mich, wenn der Stream heute online ist. On Broadway ist kein typisches Konzertalbum, was ich eigentlich erwartet habe. Springsteen erzählt viel von seinem Elternhaus, von seiner Mutter, vom seinem Vater. Obwohl Springsteen nie Fabrikarbeiter war, kann er sich hervorragend in die Rolle des kleinen Mannes hineinversetzen. Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Ich will seine Geschichten, aber in musikalischer Form und nicht in Erzählform. Ich will im Moment kein Hörbuch, ich wollte musikalisches Storytelling.
Nun, ich werde mir das Konzert auf Netflix in Ruhe ansehen und werde von der Bühnenpräsens eines Bruce Springsteen sicher gefesselt sein. Dann werde ich das Doppelalbum On Broadway nochmal anhören und nachdem ich darüber geschlafen habe, werde ich wohl davon schwärmen. Im Moment bin ich enttäuscht, aber gebt mir ein wenig Zeit.

Deutsche lesen immer weniger

13. Dezember 2018
Lesen gefährdet die Dummheit.

Lesen gefährdet die Dummheit.

Das Volk der Dichter und Denker wird dümmer. Der Verkauf von Büchern geht drastisch zurück, so das Statistische Bundesamt. Dabei ist nicht gemeint, dass der Verkauf von gedruckten Büchern im Vergleich zu eBooks zurückgeht. Nein! Es gehr der komplette Verkauf von Büchern zurück.
Aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden besagt: Nur noch gut die Hälfte aller Haushalte in Deutschland kauft überhaupt Bücher. Als alte Leseratte erschreckt mich diese Meldung. Stattdessen steigt die Nutzung von Smartphone und Apps sowie Streamingdienste.
Konkret: In Deutschland kauften im vergangenen Jahr 2018 20,2 Millionen Haushalte Bücher und E-Books; das waren 54 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Anteil demnach noch bei 65 Prozent. Zudem wird insgesamt auch weniger Geld für Bücher und E-Books ausgegeben. 2017 waren es 17 Euro im Monat und 2007 noch 19 Euro.
Das macht mich nervös, denn ich liebe Bücher. Leider habe ich zu viele Bücher und fange an, das gedruckte Papier auszusondern. Etwas wird verkauft, etwas wird in einen öffentlichen Bücherschrank bei uns im Dorf gestellt, einige wenige sind ins Altpapier gewandert. Wenn ich ehrlich bin, habe ich zuviel Bücher. Mit meiner Frau habe ich folgenden Deal getroffen, dass ich Romane und Fachbücher in der Regel nur noch digital kaufe. Auf dem Kindle nehmen sie keinen Platz weg. Ich habe mir gerade den neuen wasserdichten Kindle Paperwhite gekauft. Der schwimmt spogar in Milch.

Nur noch hochwertige Bild-, Foto- und Kunstbände werden in Papier angeschafft. Von ein paar Autoren habe ich beide Versionen in verschiedenen Ausgaben und Übersetzungen, also gedruckt und digital, wie J.R.R. Tolkien oder Edgar Allan Poe.

Die Gebrüder Grimm - hier als gedrucktes Buch.

Die Gebrüder Grimm – hier als gedrucktes Buch.

Todestag von Prinz Luitpold und was mein Urlaub damit zu tun hat

12. Dezember 2018
Der Namenspatron vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang hat heute seinen Todestag.

Der Namenspatron vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang hat heute seinen Todestag.

Heute am 12. Dezember ist der Todestag des bayerischen Prinzregenten Luitpold. Er hat Bayern 26 Jahre regiert und genießt ein hohes Ansehen. Was habe ich mit dem Prinzregenten Luitpold zu tun? Nicht viel und dennoch ganz viel. Ich genieße meine Urlaube gerne in meinem Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Luitpold verstarb übrigens am 12. Dezember 1912.

In meinem Urlaubshotel gibt es eine kulinarische Neuerung neben der klassischen Prinzregententorte. Dort findet sich das hochwertige Restaurant Saphir. Das engagierte Hotelehepaar Sabine und Armin Gross haben einen Teil ihres Hotels zum Spitzenrestaurant umgewidmet. Das Saphir ist inzwischen ein neues kulinarischer Anziehungspunkt im Allgäu geworden. Der Name Saphir hat übrigens einen historischen Hintergrund: Vorfahren der Hotelfamilie waren Edelsteinschleifer und da liegt der Edelstein Saphier als Name für ein gehobenes Restaurant nicht fern. Mir zumindest hat die Idee gut gefallen.

Hotelier Armin Gross mit der Speisekarte des Saphir.

Hotelier Armin Gross mit der Speisekarte des Saphir.

Durch Zufall war ich im Hotel zu Gast als der Küchenchef die Speisen für die Saphir-Karte kombiniert und probiert hatte. Ich durfte am Probeessen mit der Hotelfamilie teilnehmen und kann das Essen absolut empfehlen. Natürlich gibt es eine wechselnde Menüfolge.

Das Haus selbst hat eine lange und interessante Geschichte. Der Prinzregent Luitpold war der Gegend um Hindelang eng verbunden. Nach und nach hatte er sein Jagdrevier in dieser Gegend auf eine Größe von 60000 Hektar ausgeweitet. Neben der Jagd liebte er auch das Bad in den Gewässern der Umgebung. Im heutigen Hotel liegt Deutschlands höchstgelegene Schwefelquelle. Das Wasser der Quelle entspringt an der Südflanke des Iselers. Am 11. Mai 1866 wurde die Bewilligung erteilt, ein Heilbad zu eröffnen.
Bereits zwei Jahre später am 14. Februar 1888 wurde das Bad nach Luitpold nannt. Schön ist die Anfrage: „Seine königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben allergnädigst zu genehmigen geruht, dass das im Gemeindebezirk Hindelang, königl. Bezirksamt Sonthofen befindliche Schwefelmineralbad Oberdorf fortan die Bezeichnung ‚Prinz Luitpold Schwefelmineralbad‘ führe.“ Luitpold war mehrfach Gast in dem Etablissement, wenn er sich zur Jagdzeit in Hinterstein aufhielt.
Heute wird sicherlich im Hotel an den Todestag des Namenspatrons gedacht. Und ich denke mal wieder darüber nach, ein paar Tage Urlaub zu machen.

 

Individuelle Gutscheine als Chance für den stationären Handel

10. Dezember 2018
Was schenke ich zu Weihnachten?

Was schenke ich zu Weihnachten?

Dieses Jahr bin ich mit meinen Weihnachtsgeschenken spät dran. Ich habe zwar schon ein paar, aber längst noch nicht alle. Ideen, ich brauche noch ein paar Ideen. Die häufigsten Geschenke zu Weihnachten sind in diesem Jahr Gutscheine/Geld (60 Prozent). Dies besagt die aktuelle Umfrage „Weihnachtsgeschenke 2018“ der Beratungsgesellschaft EY. Hm, ein klassischer Gutschein finde ich persönlich langweilig, aber es könnte für den stationären Handel eine Chance sein. Vor allem, da das Weihnachtsgeschäft nach Aussagen des Handelsverbandes Deutschland schleppend anlief. Laut einer gestern veröffentlichten Branchenumfrage sei vor allem in vielen Innenstädten die Lage derzeit schwierig. Dort sei nur jeder vierte Einzelhändler zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Zudem meldet der Online- und Versandhandel ein Plus von neun Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ich weiß nicht, was dieser seltsam gekleidete Herr empfiehlt.

Ich weiß nicht, was dieser seltsam gekleidete Herr empfiehlt.

Kommen wir noch mal auf die Gutscheine als Chance für den Einzelhandel: Ein klassischer Gutschein als Weihnachtsgeschenk wird jedoch schnell mit Ideenlosigkeit des Schenkenden gleichgesetzt. Hier sind natürlich selbstgemachte Gutscheine der Kinder eine Ausnahme. Ich stieß auf eine Pressemitteilung der secucard GmbH, die mich zum Nachdenken brachte. Deren Gutschein- bzw. Geschenkkarten ermöglichen es Händlern, hochwertige, moderne und individuelle Lösungen anzubieten. Und deren Einsatz zahlt sich nach Meinung von secucard GmbH aus: Finanzieller Mehrwert und Kundenbindung zählen zu den wesentlichen Vorteilen.
Anders als bei Dekoration, Kleidungsstücken, CDs oder sonstigen Geschenken besteht für den Schenkenden mit einem Gutschein kein Risiko eines Fehlkaufes – vorausgesetzt, der Gutschein richtet sich am Interesse des Beschenkten aus. Sinnvoll ausgewählte moderne Gutschein- und Geschenkkarten im Händler-Design und mit hochwertigem Gutscheinträger bzw. exklusiver Verpackung heben sich von klassischen Gutscheinen ab und vermitteln dem Beschenkten Wertschätzung. Ein klassischer Amazon-, Steam-, IKEA-Gutschein ist nett, aber ebenso nicht individuell.
Mit dem Überreichen des Gutscheines wird durch den Schenkenden gleichzeitig eine Empfehlung für ein Geschäft ausgesprochen. Und genau das finde ich interessant für den Einzelhandel. Für stationäre Händler ergibt sich somit ein Multiplikatoreffekt. Die Bestandskunden werden zu Markenbotschaftern und werben somit Neukunden. Es liegt dann am Einzelhandel, wie er mit dieser Chance der Neukunden umgeht.

Keine Umtauschwelle
Da der Gutschein im Vorfeld bezahlt wurde, profitiert der Händler von erhöhter Liquidität in der Vorweihnachtszeit und nach Weihnachten gibt es keine Umtauschwelle. Im Gegenteil: Viele zu Weihnachten verschenkte Gutscheine werden zum Jahresbeginn eingelöst, so dass sich der allgemeinen Jahresanfangsflaute entgegenwirken lässt. Oftmals werden Gutscheine auch für teurere Anschaffungen genutzt und die Beschenkten „legen etwas obendrauf“. Generell steigt zudem die Bereitschaft, weitere Artikel bzw. mehr zu kaufen, da der Gutschein ja bereits bezahlt ist, so secucard.
Wird ein Gutschein mit höherem Wert nicht gleich in vollem Umfang eingelöst, so verbleibt er als Restbetrag auf der Gutscheinkarte. Somit ergibt sich gleichzeitig eine hohe Chance auf einen erneuten Besuch des Kunden. Kundenbindung findet mit intelligenten Gutscheinkarten wie secucard zudem noch auf anderem Wege statt: Die Geschenkkarte kann zur Kundenkarte umgewandelt werden. Der gewährte Bonus auf der Kundenkarte kann erst beim nächsten Einkauf eingelöst werden. So einfach werden Beschenkte zu Stammkunden.

Holzinstallationen von Iris von Huene im Münchner Künstlerhaus

9. Dezember 2018
Holzinstallationen im Innenhof des Künstlerhauses München.

Holzinstallationen im Innenhof des Künstlerhauses München.

Kunst muss nicht sofort zugänglich sein. Diese Erfahrung bestätigte sich mit, als ich dem Münchner Künstlerhaus einen Besuch abstattete. Ich war auf einem Empfang eingeladen und durchquerte dazu eine Ausstellung von Iris von Huene. Bis 6. Januar 2019 sind ihre Installationen im Innenhof des Künstlerhauses zu besichtigen. Die Ausstellung heißt „Now and everywhere“.


Iris von Huene ist Holzbildhauerin vom Ammersee und sie beschäftigt sich mit Holz. Seit 1996 ist die freischaffende Holzbildhauerin und ihr Werkmaterial ist das Holz alter Bäume. Sie lässt sich von eigenen Erfahrungen leiten, orientiert sich an sozialen, politischen und umweltrelevanten Themen. Diese Vorgabe fand ich interessant und als ich dem Empfang im Künstlerhaus verließ, ließ ich mich eine Zeitlang auf die Ausstellung ein. Sie achtet darauf, die Haptik des Ausgangsmaterials zu erhalten und trotzdem etwas neues zu schaffen. Ich nahm mir eine halbe Stunde Zeit, stand im Innenhof des Künstlerhauses und ließ die Skulpturen auf mich wirken. Sie hatten Namen wie „Leib und Seele“ verwittertes Eichenholz 0,85 x 0,4 Meter , „Wrong System“ Holz verkohlt mit Stahl in einer Größe von 4 x 0,3 x 4,5 Meter, „Violence“ Stahl/Eichenholz/Polyester/Farbe 2 x 2 4 Meter oder „Restart please“ verkohltes Eichenholz/Kalk 4,2 x 0,5 Meter.

Wenn ihr in München seid, dann schaut doch einfach beim Künstlerhaus vorbei und betrachtet die Skulpturen von Iris von Huene. Ich bin an eurer Meinung in den Kommentaren interessiert.

Mit Büchern abtauchen – interessante Influencer-Idee vom Hugendubel

8. Dezember 2018
Interessante Social Media-Aktion „Mit Büchern abtauchen“.

Interessante Social Media-Aktion „Mit Büchern abtauchen“.

Ab und zu gehe ich noch in Buchläden, um mich über Neuerscheinungen zu informieren und wenn ich da bin, kaufe ich meistens auch ein Buch. Bei meinem jüngsten Besuch im umgebauten Hugendubel am Karlsplatz Stachus in München entdeckte ich neben einer schönen Abteilung für Mangas und Comics auch eine Aktion des Buchladens, um in sozialen Medien auf sich aufmerksam zu machen. Der Titel der Aktion „Mit Büchern abtauchen“.

Die Idee hinter. Der Kunde soll auf einem besonderen Sessel Platz nehmen und ein Lieblingsbuch in die Hand nehmen. Der Sessel steht auf einem Podest. Über der Leseratte schweben allerlei Fische, die an durchsichtigen Fäden an der Decke befestigt sind – wir sind ja schließlich beim Abtauchen. Dann soll der Kunde ein Selfie mit Buch für Instagram schießen und es mit dem #münchentauchtab ausstatten, dabei Hugendubel markieren und natürlich folgen. Am 12. Dezember soll es dann eine Überraschung geben, welche weiß ich nicht. Um die Attraktivität zu steigern, sind zahlreiche Postings an Säulen ausgedruckt, um zu beweisen, dass man nicht alleine ist, der bei der Aktion mitmacht.


Ich finde das Konzept interessant, denn so gibt der Kunde ein Statement für den Buchladen ab, ist quasi kostenlos ein Botschafter für das Geschäft bei seinen Freunden in sozialen Netzwerken. Geschickt gemacht, dafür den Kunden als Influencer einzuspannen. Ich hab es einfach mal ausprobiert, um zu testen, was passiert.
Ich hatte zwei Selfies gemacht. Einmal mit einer schönen Herr der Ringe-Ausgabe, die ich bereits auf Englisch habe. Ein zweites mit dem Amazon Kindle, den ich immer mitführe. Erstes Bild habe ich gepostet, beim zweiten wäre Hugendubel mit seinem Tolino-Vertrieb wohl tot umgefallen. Ich poste einfach mal beide Bilder hier.

Nun, bis zum 12. Dezember ist es noch ein paar Tage hin. Vielleicht werde ich auch ausgedruckt, vielleicht gewinne ich was. Auf jeden Fall hat mich eine Social Media-Kollegin in Instagram nach sechs Stunden reagiert und mich darauf hingewiesen, dass mein Post wohl Werbung sei und entsprechend gekennzeichnet werden müsste.


Auf jeden Fall werde ich für den ein oder anderen Kunden die Aktion kopieren, denn die Social Media-Marketing-Aktion gefällt mir.

iOS-Tipp: Screenshot mit iPad Pro 2018

7. Dezember 2018
Das neue iPad Pro im Einsatz. Das neue iPad Pro im Einsatz.

Ich bin vom bisherigen iPad Pro auf das neue iPad Pro 2018 umgestiegen. Es sind viele Neuerungen bei dem Apple Device, dem der Home Button fehlt. Erste Frage, die sich mir in der Praxis stellte: Wie mache ich einen Screenshot?
Beim iPad mit Home Button war die Kombination: On/Off-Button gleichzeitig mit dem Home Button drücken.
Beim iPad 2018 ohne Home Button ist die Kombination: On/Off-Button gleichzeitig mit dem Lautstärke lauter-Button.
Dann kommt das gewohnte Klick und die Frage, ob man den Screenshot im Foto-Ordner des iPads speichern soll.

BTS in Berlin – BTS will wieder kommen

6. Dezember 2018
BTS in Berlin in der Mercedes Benz Arena.

BTS in Berlin in der Mercedes Benz Arena.

Wow, das war eine Atmosphäre, das war eine Show, das war ein Event. Vor einigen Wochen besuchte ich mit K2 das Kpop-Event des Jahres: BTS in der Berliner Mercedes Benz Arena. Ja, ich geb zu: Es ist nicht unbedingt meine Musik, aber der Auftritt und der ganze Auftrieb der ARMY haben es mir angetan.
K2 ist im Kpop-Fieber und so besuchten wir dieses Jahr die Shows von G-Dragon, GOT7 und eben nun BTS. Alle drei waren auf ihre Weise sehr eindrucksvoll – aber sicher heimste BTS bei den Fans die meisten Lorbeeren ein.
Es war die Welttournee der Boygroup aus Südkorea und das erste Mal in großen Hallen in Deutschland. Es gab zwar schon mal eine Art Mini-Tour vor Jahren als BTS noch keinen bekannt war, aber das zählt nicht so richtig. In Berlin gab es an zwei Abende hintereinander Auftritte in der ausverkauften Mercedes Benz Arena und der Kartenbedarf für ein paar weitere Konzerte bestand durchaus. Nur mit viel, sehr viel Glück hatte ich zwei Karten für BTS bekommen. Innerhalb von Sekunden waren die Tickets verkauft und die Schwarzmarktpreise schossen in perverse Höhen. Wir hatten also Karten für den Innenraum.

Von München nach Berlin mit dem ICE, schnell ins Hotel und Gepäck abgelegt und dann begann etwas, was ich in meiner Karriere als Konzertbesucher nicht kannte: Numbering. An einem Stand wurden Armbändern mit Nummern ausgegeben und dann konnte man sich als Konzertbesucher gestaffelt in abgesperrten Arealen auf den Eintritt einreihen. Besucherinnen erzählten mir, dass man sich für niedrige Nummern, also einen vorderen Stehplatz, schon am frühen Morgen anstellen musste. Nun denn: Ich hatte die Nummer 2765.

Die Warterei vertrieben sich die Fans mit Musikhören und singen. Und genau darum mag ich die Kpop-Fans, ebenso wie die Anime- und Mangafans. Man lässt sich einfach auf dem Boden nieder, teilt mit seinem Nachbarn ein paar Gummibärchen, philosophiert über den anstehenden Auftritt. Also wunderbar friedlich und respektvoll.

Warten vor der Halle auf BTS
Da wir ja feste Plätze hatten, streiften wir ein wenig durch die Gegend um die Mercedes Benz Arena. Mir wurde Random Dance erklärt, was ich als alter Mann auch nicht kannte. Es werden Takte von BTS-Songs gespielt und Fans stürmen auf eine Tanzfläche und machen die komplizierten Moves nach. In der Regel sind es nur ein paar Takte und der Zirkus beginnt von vorne. In Berlin wurden ganze Lieder gespielt und so bekam das Ganze nicht die Dynamik anderer Random Dances, die ich aus YouTube kennenlernen durfte.
Natürlich gab es eine große, ganz große Fotowand mit Fotos der Bandmitglieder. Hier konnten sich Fans mit ihren BTS-Stars fotografieren lassen. Warten, Posen, Smartphone klick und der nächste. Auch hier lief das Ganze ohne Gedränge und Geschupse ab. Großes Lob an die BTS-Fans.

Koordinierte Army Bombs
Interessant war auch ein Stand, an dem die Fans ihre mitgebrachten Lichter, genannt Army Bombs, ab Version 3 synchronisieren konnten. Diese Army Bombs werden von den Hardcore-Fans während des Konzerts nach oben gehalten und im Takt gewippt. Was früher Feuerzeuge, später Smartphone waren, sind heute Army Bombs. Ab Version 3 könnten die Dinger via Blauzahn farblich aufeinander abgestimmt werden. Hinter der Bühne werden die Farben dann koordiniert und so wird der Fan ein Teil der perfekten Show. Wir hatten nur eine Army Bomb Version 2 und uns war das Upgrade zu teuer.
Dann nach ein paar Stunden Warterei ging es los. Die einzelnen Area-Zonen wurden aufgerufen und durften die Mercedes Benz Arena betreten. Wir kamen ziemlich nah an die Bühne ran, die ins Publikum gebaut war. So etwas habe ich bei den Stones erlebt und die Atmosphäre war genial.
Dann wieder Warten bis das Konzert begann. Ich besorgte Getränke, denn die Hitze stieg und die Luft wurde schlechter. Dabei hatte das Konzert noch gar nicht begonnen. Vor allem junge Damen drängelten sich nach vorne. Die Gespräche unter den Fans drehten sich um das Privatleben der Stars. Sie waren tagsüber in Berlin aufgetaucht, residierten in Adlon und bummelten durch Berlin. Sollte man als Fans nun Fotos von den bummelnden BTS-Musikern machen oder die Privatsphäre respektieren?
Dann kam eine Durchsage, dass Jeon Junkook nicht mittanzen kann, weil er sich verletzt hatte. Von den Fans wurde dies mit viel Mitgefühl aufgenommen. Dann ging das Spektakel los. Die Show war perfekt, die Stimmung kochte über, es gab viel Geschrei und Jubel. Ich habe ein paar Videos im Auftrag von K2 gemacht, die dann in den entsprechenden Gruppen geteilt wurden.

BTS sprechen Deutsch und kündigen Besuch in Deutschland an
Gegen Ende des Konzerts gab es noch eine Ansprache der Jungs. Es wurden einige Zeilen auf Deutsch gesprochen, was mit wahnsinnigen Geschrei der Fans quittiert wurde. Unter anderem sagten die Herrschaften auf der Bühne, dass sie 2019 wieder nach Deutschland kommen würden. Ob wir da mit dabei wären? JAAAA brüllte die Halle – inklusive K2. Ich weiß also, dass ich 2019 wieder auf ein Kpop-Konzert gehen darf. Ein Datum steht freilich noch nicht fest.

Hier ein paar Videos, die bei dem Konzert entstanden sind.

Es war einmal: Vollkornschnitte bei der Deutschen Bahn

5. Dezember 2018

Ich will meine Vollkornschnitte zurück. Die Deutsche Bahn hat die Vollkornschnitten mit Käse und Wurst aus dem Speiseplan seiner ICE-Flotte genommen. Darüber bin ich sauer.

Künftig bleibt die Küche für mich im ICE kalt.

Künftig bleibt die Küche für mich im ICE kalt.

Die Vollkornschnitte standen bei meinen zahlreichen Reisen mit dem ICE auf meinen Speiseplan. Oft wenn ich morgens zu meinen Seminaren aufbreche, dann war die Vollkornschnitte mein Frühstück. Damit ist jetzt Schluss.
Ich stand jetzt im Bord-Bistro und war fassungslos. Seit 1. Dezember 2018 gibt es eine neue Speisekarte im ICE.

Die freundliche Mitarbeiterin der Deutschen Bahn zeigte mir die neuen Mahlzeiten im Snackbereich: Laugenstange mit Maasdamer und Krautsalat, Sandwich Hähnchen-Sweet-Chilli, mediterrane Salamistulle, Currywurst, Pizzaschiffchen oder Schinken-Käse-Ciabatta. Sicherlich alles fein, aber ich will meine Vollkornschnitte.

Die Bahn lobte die VollkornschnittVollkornschnitte noch im August. Jetzt ist sie weg.

Die Bahn lobte die VollkornschnittVollkornschnitte noch im August. Jetzt ist sie weg.

Noch im August 2018 sagte die Bahn über ihren Twitteraccount, dass die Vollkornschnitte bei den Fahrgästen sehr beliebt sei. Das ist richtig und warum nimmt die Bahn dann aus dem Angebot. Ich will meine Vollkornschnitte zurück. Und jetzt alle: Ich will meine Vollkornschnitte zurück.

Ich genieße die Reisen mit der Deutschen Bahn, leider ab Dezember ohne Vollkornschnitte.

Ich genieße die Reisen mit der Deutschen Bahn, leider ab Dezember ohne Vollkornschnitte.

Vor 25 Jahren verstarb Frank Zappa

4. Dezember 2018

Heute vor 25 Jahren verstarb Bürgerschreck Franz Zappa an Krebs. Grund genug, sich an diesen interessanten Typen zu erinnern und auf eine Bucherschreinung bei Reclam hinzuweisen.
Meine erste Langspielplatte von Frank Zappa war Thing-Fish, die ich mir im November 1984 auf Empfehlung eines Schulfreundes gekauft habe. Und ich scheiterte grandios mit meinem Schulenglisch an den Texten dieses Tripple-Albums, das eigentlich als Musical angelegt war. Thing-Fish war ein Bühnenstück über ein Bühnenstück. Ich war verwirrt, was ich dort zu hören bekam und mein Langenscheidt-Wörterbuch hatte die ausdrucksstarken Wörter eines Zappas nicht parat. Obwohl ich weniger als die Hälfte verstand, gefiel mir das Album mit seinen Broadway-Melodien des Künstlers Franz Zappa. Beim nächsten Album wollte ich weniger Texte als vielmehr Musik hören und griff zu Joe‘s Garage von 1979. Dieses Album hatte mich wieder versöhnt – die Texte bekam ich im großen und ganzen mit und die Musik war tadellos.

Erinnerungen an Frank Zappa - auch durch ein neues Buvon von Reclam.

Erinnerungen an Frank Zappa – auch durch ein neues Buvon von Reclam.

Dann griff ich in den kommenden Jahren immer tiefer in die Zappa-Kiste und kaufte mir Scheibe und Scheibe, erst auf Vinyl, dann auf CD. Was ist die beste Scheibe von Zappa? Ich weiß es nicht, ich kann es nicht sagen. Je nach Stimmung liefert mir Zappa das musikalische Erlebnis, manches Mal humorvoll, manches Mal brutal direkt.
Einmal schaffte ich es, mit der Musik von Zappa eine Party zu sprengen – und nein, ich spreche nicht von Bobby Brown. Ich hatte eine Scheibe von Shut Up ’n Play Yer Guitar-Serie aufgelegt und die Party löste sich auf. Zappa war einer der besten Gitarristen seiner Zeit – ein absoluter Wahnsinn. Als Jugendlicher schaute ich mir im Schulkino den Zappa-Film 200 Motels an und verstand ihn nicht, aber der Typ auf dem Klo übte eine magische Anziehungskraft aus. Und immer wenn ich die Deep Purple höre, dann denke ich an Zappa – Insider wissen natürlich warum.
Ein Konzept von ihm zu sehen, das war mir nie vergönnt. Von den Mothers of Invention habe ich eine Show gesehen und war angetan. Musikalisch allererste Sahne, aber ganz schön verrückt. So richtig eingängige Musik hat der Knabe kaum gemacht.
In Sachen Literatur über Zappa sah es eher mau aus. Es gab ein paar Artikel über den Bürgerschreck Zappa, aber im großen und ganzen kam die Musikpresse erst nach dem Tod des Meisters auf den Geschmack. Von der Heyne Discothek habe ich noch ein uraltes Buch über ihn in meinem Archiv gefunden, das lesbar ist und nicht ganz an der Oberfläche blieb. Da kam jetzt ein neues Buch von Reclam auf den Markt, dass mich interessierte. Aus der Reihe Reclam 100 Seiten erschien Frank Zappa. 100 Seiten , geschrieben von Ingo Meyer. Reclam stellte mir das Buch zur Verfügung – vielen Dank dafür. Meyer ist Experte in Sachen Zappa. Er hatte 2010 schon ein Buch über den Musikanten bei Reclam veröffentlicht und nun die damals 200 Seiten auf 100 Seiten eingedampft. Dieses Eindampfen tat dem Inhalt gut, der Stil des Literaturwissenschaftlers wurde lektoriert und herausgekommen ist ein Blick auf Zappa aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Würdigung in Sachen Rockmusik brauchte es dieses Mal nicht, aber sehr gut waren die Erklärungen zu Zappa als Bandleader und als Musiker (Achtung, ein gewisses musiktheoretisches Wissen wird vorausgesetzt).
Für mich interessant war natürlich Zappas Beitrag zur Rockmusik, aber auch seine Beschäftigung mit Orchestermusik. Hier muss ich zugeben, hab ich noch viel Wissen nachzuholen. Zappa war geprägt von Edgar Varèse und der lässt sich nicht gerade als leichte Musikunterhaltung beschreiben.
Zum 25. Todestag gönne ich mir einen Frank Zappa Tag. Ich werde ihn mit ein paar exzellenten Live-Scheiben krönen: Zappa in New York, Fillmore East-June 1971, Roxy & Elsewhere und Halloween 77: The Palladium, NYC.