Medienkompetenz: Verkauf von Bewegungsdaten durch Telefónica widersprechen

8. Dezember 2016

Die Big Data-Welle rollt langsam auf uns zu. In diesem Umfeld macht es mich nervös, dass Telefónica das Geschäft mit den Nutzerdaten in Angriff genommen hat und die anonymisierten an Interessierte verkaufen will. Der Verkauf wird von der Firma Telefónica Germany NEXT GmbH durchgeführt. Zu Telefónica gehören O2 und E-Plus. 2012 ist Telefónica mit dem Verkauf erstmals gescheitert und unternimmt jetzt einen neuen Anlauf. Thorsten Dirks, noch bis Ende März als Vorstandschef von Telefónica Deutschland die Aktion zu verantworten hat, wechselt dann als Chef dann zu Eurowings.

Widerspruch einlegen
Wer nicht will, dass seine Daten, ob anonymisiert oder personalisiert, verkauft werden, der sollte umgehend handeln und dem Vorhaben des Telefonanbieters widersprechen. Im Rahmen meiner Vorträge über Medienkompetenz weise ich darauf immer wieder hin. Ich persönlich empfehle jedem das Verkaufen der anonymisierten Standort- und Nutzungsdaten zu untersagen. Aus den Nutzungsdaten von Mobilfunkkunden lassen sich Bewegungsprofile erstellen. Verbraucherschützer warnen:
Bewegungsprofile können beispielsweise Aufschluss darüber liefern, wie Kundenströme durch ein Einkaufszentrum verlaufen. Sie können allerdings auch viel über Lebensgewohnheiten, Eigenarten, Kontakte und politische Einstellungen aussagen. Also meine Empfehlung ist, der Datensammlung zu widersprechen.

Wie geht der Widerspruch?
Telefónica hat eine Widerspruchsseite im Netz eingerichtet. Unter Selbst entscheiden kann der Kunde dem Vorhaben widersprechen. Dieser Service steht für Kunden aller Marken in den Netzen von O2 und E-Plus bereit. Also jetzt handeln.

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Und ewig lockt das Geld. Der Telefonanbieter versucht über den kostenlosen Dienst o2 More Local die Daten zu vermarkten. Der Telefinkunde bekommt dafür Vorteilsangebote von Partnermarken in der Nähe per SMS aufs Handy. O2 sagt zudem: „Datenschutz hat höchste Priorität – kein Transfer der Kundendaten an Partner.“ Allerdings: Infos über Geschlecht und Standort müssen übermittelt werden. Mein Tipp: Ich würde vorsichtig sein, trotz aller Bekenntnisse. Aber der Gier auf Schnäppchen ist wohl bei einigen stärker, oder?

Musiktipp: Qxygene 3 von Jean-Michel Jarre

7. Dezember 2016
40 Jahre nach Oxygene kommt nun Oxygene 3.

40 Jahre nach Oxygene kommt nun Oxygene 3.

Mir war nicht ganz wohl, als ich die CD auspackte und in den Player legte, den Kopfhörer aufsetzte und Play drückte. Nach den ersten Takten, nach den ersten Stücken war ich allerdings versöhnt. 40 Jahre nach dem Erscheinen von Qxygene veröffentlichte Elektronikpionier Jean-Michel Jarre vor kurzem seinen dritten Teil. Nach zwei Alben der jüngsten Zeit, die mir eher durchschnittlich gefallen haben, kommt jetzt Oxygene 3 auf den Markt. Es ist eine solide Weiterentwicklung des Konzepts und das Album macht mir einen riesigen Spaß. Ich vermisse zwar das Blummbern und Zischen der alten Tage, aber Jean-Michel Jarre hat seine Ideen weiterentwickelt und ins 21. Jahrhundert gerettet. Qxygene 3 ist moderner geworden ohne seine Ursrpünge zu verleugnen.

Den ersten Eindruck von Qxygene 3 bekam ich im November bei einem Konzert in Nürnberg. als Jean-Michel Jarre den Track 17 aus dem neuen Album live spielte. Das Konzert und auch die Musik von Qxygene 3 hat mir gefallen, wie ich auch in meinem Blog geschrieben habe.
Nun Oxygene 3 setzt die Tradition der Nummerierung fort. Dieses Mal sind die Stücke Oxygene 14 bis 20 enthalten und zudem ein Continuous Mix. Ich habe mir die Oxygene Trilogy gekauft. Zwar hatte ich das Album von 1976 auf LP und CD, das Album Oxygene 2 finde ich nicht mehr und so war der Kauf der Trilogie beschlossene Sache.
Das neue Album startet unaufgeregt, sphärisch. Als ich die ersten Takte hörte, löste sich die Spannung. Endlich, endlich bringt er mir das, was ich an Jarre mag. Allerdings sind die Melodien des ersten Albums in den 40 Jahren verloren gegangen. Jarre ist mit der Zeit gegangen. Es gibt heute viel mehr Rhythmus und weniger Melodie. Vielleicht hat er sich auch mit den Sequenzer ein paar Mal zu einfach gemacht. Das war bei der Electronica-Tour zu bemerken und ist auch hier zu bemerken. Als Fan der ersten Stunde stört mich das ein wenig, aber es ist wohl der Lauf der Dinge.
Die Begeisterung über die elektronischen Klänge wird Jarre heute nicht mehr auslösen. Was vor 40 Jahren eine Revolution war und zum Gesprächsthema war, provoziert heute keinen mehr. Elektronische Musik ist heute Bestandteil der Musikwelt geworden, aber das sind Tüftler wie Jarre, Schulze, Kraftwerk und Froese zu verdanken. Für mich war die Musik eine Zeitreise. Jarre nahm mich mit auf eine Reise durch meine Gedanken. Was früher Space-Musik war, inspiiert heute meine Gedanken. Als ich den Kopfhörer wieder absetzte, war ich wieder in meinem Musikzimmer. Für die Art der Reise bin ich Jean-Michel Jarre dankbar. Nach Luft schnappen, wie früher einmal, musste ich heute nicht mehr und auch das ist gut so. Oxygene 3 kommt auf mein iPhone und wird eine Zeitlang musikalischer Begleiter auf meinen Reisen sein.

Vier Tagen SmartHome bei der ComputerBild

6. Dezember 2016
Vier Tage leben im SmartHome - auf Einladung der Computerbild

Vier Tage leben im SmartHome – auf Einladung der Computerbild

Vier Tage konnte ich das SmartHome der Computerbild und Partner wie Telekom, Miele, Hue oder Sonos und Dänischem Bettenlager testen. Mein Fazit: Ich hatte mit dem Smartphone das Internet in der Hosentasche, dann hatte ich meine Freunde in der Hosentasche und nun habe ich meine Wohnung in der Hosentasche. Genial!
Zusammen mit K2 reiste ich auf Einladung der Computerbild nach Hamburg zu einem Nobelappartement in einem Neubau an der Elbchausee. Geschmackvoll war die Wohnung vom Team der Computerbild eingerichtet worden – das Wichtigste aber: In der Wohnung waren einige SmartHome-Elemente integriert. Für einige Besucher war dies eine Wohnung der Zukunft – für mich eine Wohnung der Gegenwart.


Es machte Spaß, die einzelnen Elemente auszuprobieren. Gesteuert wurde alles über das Smartphone und Tablet. Es standen Android- und iOS-Geräte zur Verfügung und als Mac-User wusste ich gleich, was ich anfassen durfte und was nicht. Das WLAN kam von der Deutschen Telekom.

Philips Hue und Sonos
Zunächst waren wir mit Licht und Ton konfrontiert – in unserem Fall Philips Hue und Sonos. Via App konnten wir die Beleuchtung der Wohnung regeln, Stimmungen erzeugen, in dem wir das Licht veränderten oder auf vorhandene Presets ausweichten. Das System kannten wir bereits von zu Hause und fühlten uns gleich wohl. Zug um Zug stelle ich die Beleuchtung zu Hause auf das Philips Hue-System um. Lichtstimmungen wirken sich bei mir sofort auf das Gemüt aus. K1/2 bekommen ein konzentriertes Licht bei Hausaufgaben und ein anderes Licht beim Zocken mit der Playstation. Dazu kamen in Hamburg die Sonos Lautsprecher, die in der ganzen Wohnung verteilt waren. Auch das hat prima geklappt – allerdings hatten K2 und ich unterschiedliche Musikgeschmäcker, wenn wir zusammen in einen Raum waren. Aber dafür kann das SmartHome nichts.

Samsung VR Gear
Eine Ausnahme machte ich allerdings bei meiner Android-Phobie. Ich wollte die Samsung VR Gear ausprobieren, die in der Wohnung herumlag.

Das hat zwar nichts mit SmartHome zu tun, machte aber dennoch Spaß. Ich bin mit der VR-Brille eine Art Achterbahn durch eine Goldmine herumgefahren. Nachdem ich Achterbahnen im RL großräumig meide, habe ich mich zumindest in der VR-Welt auf so eine Achterbahn getraut. Fazit: Netter Spaß für Zwischendurch.

Waschen per App
SmartHome pur stand im Mittelpunkt als es an den Test der Miele-Geräte ging. Obwohl ich es nicht ausprobierte, hatten mir es die Waschmaschinen angetan. Hier hat Miele einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Den Markt an Waschmaschinen hatte ich persönlich nie im Fokus. Wir haben eine Miele im Keller und die tut zuverlässig ihren Dienst. Falls die Waschmaschine über die Wupper geht, wird die nächste auf jeden Fall eine smarte Maschine von Miele. Für mich interessant ist die WMV 963 WPS. Via Software lässt sich die Miele Waschmaschine bequem über den WLAN-Router mit dem Internet verbinden. Der Gerätestatus kann von zu Hause oder unterwegs aus abgerufen werden. Als User erhalte ich Nachrichten, wenn das Waschmittel zur Neige geht oder wann die Wäsche fertig ist. Ich muss nicht immer in den Keller schauen, ob das Ding noch wäscht oder nicht.

Alles im Blick durch Netzwerkkameras
Nicht rund lief die Kamera-Überwachung der Wohnung. Es waren drei Netzwerkkameras in der Wohnung installiert, die via Smartphone angesteuert werden können. Sie zeigten Küche, Wohnzimmer und Lagerraum. So konnte ich von unterwegs nachsehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Je nach Hersteller werde ich per Mail oder SMS benachrichtigt, wenn sich in der Wohnung etwas bewegt. Diese Kameras und Sicherheitssysteme wurden nach der Funkausstellung optimiert und reagieren nicht nur auf Bewegung, sondern auch auf Wärme. In Hamburg funktionierten die Kameras leider nur teilweise. Es lag vielleicht an dem WLAN-System im Haus, was ab und zu zusammengebrochen ist. Peinlich für die Deutsche Telekom in so einem Vorzeigeobjekt. Damit war auch das Streaming über den Samsung-Fernseher kein Genuss. Die Schwankungen der Internetgeschwindigkeit waren enorm und so bliebt die TV-Glotze samt Telekom-Streaminginhalte aus.

Backofen und Geschirrspüler
Ich wurde in Hamburg zum Miele-Fan. Nachdem die Computerbild via Rewe-App Lebensmittel für uns eingekauft hatte, wollten wir die Lebensmittel verbrauchen. Also ging es ans Kochen und Backen. Die Geräte lassen sich via App vom Smartphone steuern.

Allerdings: Aus rechtlichen Gründen ging das Kochen am Herd via Smartphone nicht. Die entsprechende Elektronik wird in Deutschland/Europa nicht ausgeliefert – in Asien ist mit den gleichen Mielegräten ein Ansteuern des Herds möglich. Also konnten wir das Kochfeld nur beobachten – richtig testen ging nicht.


Dagegen ist die Spülmaschine von Miele eine Wucht. Alle relevanten Daten werden via App angezeigt und endlich ist das Nachsehen, ob die Maschine fertig ist, vorbei. Das ist wirklich eine sinnvolle Erleicherung im Alltag.
Den Backofen von Miele testeten wir durch das Backen einer Pizza. Die Zutaten stammten – wie geschrieben – aus dem Rewe Onlinestore. Ich geb es zu, ich musste mich daran gewöhnen und die erste Pizza aus dem smarten Backofen ist mir nicht so ideal gelungen. Das Ding wäre mir fast verbrannt, aber ich bin mir sicher, dass beim zweiten oder dritten Mal alles perfekt ist. Via App lässt sich der Backvorgang vorbereiten und durchführen. Am Ende ärgere ich mich, dass ich zwar einen Miele Backofen zu Hause habe, aber nicht die smarte Version genommen habe. Hier hätte ich die Mehrkosten investieren sollen.

SmartHome kommt
Für mich gehört dem SmartHome die Zukunft. Ich bin bereit, in diese Zukunft investieren. Gerade bei einer älterwerdenden Gesellschaft kann SmartHome dazu dienen, unabhängiger zu bleiben. SmartHome bedient die Sicherheitsbedürfnisse und wirkt sich positiv aufs Leben aus. Die Steuerung der Heizung, Steuerung der Pfanzenbewässerung und vieles mehr sind nur ein Anfang. Natürlich muss das System sicher und von außen nicht angreifbar sein. Hier sehe ich ganz große Chancen für neue Arbeitsplätze in der SmartHome-Vernetzung. Allerdings muss ich auch schimpfen: Die Industrie steht bereit mit Produkten, der Konsument (also ich) will es haben, wo ist denn nun das deutsche Handwerk, das sich auskennt und mir die Sachen installiert? Bei meinem Hausumbau schaute ich in viele ratlose Gesichter als ich mit meinen Handwerkern über das Thema SmartHome sprach. Liebes Handwerk, verpasst bitte die Digitalisierung nicht und Aussagen wie „das haben wir immer schon so gemacht“, reichen künftig nicht aus. SmartHome ist eine wahnsinnige Chance für die Handwerksbetriebe.

Scannertest: ScanSnap SV600 von Fujitsu

5. Dezember 2016

Gleich vorweg: Ich bin von dem Dokumentenscanner ScanSnap SV600 sehr angetan. Wer damals in der Schule einen Tageslichtprojektor bedienen konnte, für den geht die Bedienung dieses Scanners leicht von der Hand. Die Pressestelle von Fujitsu stellte mir den ScanSnap SV600 für diesen Test zur Verfügung – vielen Dank dafür.

Scanner gesucht
Die Ausgangssituation war wie folgt. Ein Kunde von mir, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, hat ein umfangreiches Zeitschriftenarchiv. Darunter sind auch ganze Jahrgänge der Süddeutschen Friseurpost aus den zwangiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Papier fängt langsam an zu vergilben. Zudem nimmt das Archiv ordentlich Platz weg. Der Auftrag an mich lautet nun: Bitte diese Zeitschriften scannen und für die Nachwelt archivieren. Nun war guter Rat teuer. Ich arbeitete ein wenig mit den Scan-und Druckkombinationen, aber das Handling war mir zu doof. Dann probierte ich Fotos mit dem iPhone, was grundsätzlich geht, aber um gute Ergebnisse zu erhalten, muss eine gleichbleibende Beleuchtung garantiert sein.
Also wählte ich für mich die Firma, die ich mit professionellen Dokumentenscan verbinde: Fujitsu. Ich habe bereits verschiedene Dokumentenscanner der ScanSnap-Serie in meinem Büro und auf Seminaren im Einsatz. Nun kommt der ScanSnap SV600 dazu.

Der SV600 aufgebaut.

Der SV600 aufgebaut.

Sinnvoller Workflow mit dem Fujitsu ScanSnap SV600
Der Aufbau des SV600 ist einfach. Eine schwarze Matte ausgerollt und den Scanner aufgebaut. Die ScanSnap-Software installiert auf einem Mac OS 10.10, denn ich war mir nicht sicher, ob Fujitsu die Probleme unter Mac OS Sierra schon im Griff bekommen hat. Also bin ich auf Nummer sicher gegangen. Per USB 2.0 wurde der Scanner angeschlossen. Ein Scan über WLAN war nicht möglich. Schön wäre jetzt ein Nachrüsten auf USB-C, damit ich das Teil an die neuen Macs anschließen kann.

Hier der erste Testscan meiner Friseurzeitung aus dem Jahre 1926.

Hier der erste Testscan meiner Friseurzeitung aus dem Jahre 1926.

Der Overhead-Scanner SV600 kann für alle Arten von Dokumenten bis zu einer Größe von DIN A3 verwendet werden. Für mich war wichtg, dass der Scanner Bücher scannen kann und wenig Platz auf meinem Schreibtisch einnimmt.
Bei meinem alten, empfindlichen Büchermaterial war es zudem wichtig, dass ein berührungsfreies Scannen möglich ist. Per Knopfdruck beginnt der Scanvorgang, der drei Sekunden dauert. Die lineare Sensortechnologie scannt von vorne nach hinten und stellt sicher, dass das gesamte Bild bis zum Rand scharf ist. Das hat bei mir einwandfrei geklappt.

Mit dem so genannten Multi-Cropping lassen sich mehrere Dokumente scannen, freistellen und in der gleichen Datei speichern. Die Scan-Software von ScanSnap habe ich bereits für meine anderen Scanner im Einsatz und kann sie empfehlen. Auch das Ausrichten und Einpassen der Dokument ist ein Kinderspiel.


Die Dokumente werden mit bis zu 600 dpi gescannt. Das reicht für mein Vorhabden. Meine PDF-Dateien werden auf Festplatte an den Kunden geliefert und der entscheidet dann, was mit den Scans passieren soll.
Nachdem der Workflow geklärt ist, geht es jetzt ans Scanner der Bücher. Ich werde mir meinen ScanSnap SV600 kaufen und den Auftrag abarbeiten.

Goldene Traube in Coburg hat den Michelin Stern verteidigt

2. Dezember 2016
Zusammen mit Thomas Gerlach (l.) freue ich mich über den Stern für Steffen Szabo.

Zusammen mit Thomas Gerlach (l.) freue ich mich über den Stern für Steffen Szabo.

Als Gast freue ich mich sehr, dass eines meiner Lieblingsrestaurants, die Goldene Traube in Coburg, seinen Michelin Stern verteidigen konnte. Gestern abend wurde die neue Ausgabe des Guide Michelin veröffentlicht und neugierig hab ich geschaut, ob die Goldene Traube mit ihrem Koch Steffen Szabo mit dabei ist. Der Guide Michelin gilt als Bibel für den Feinschmecker, ein Leuchtturm der Orientierung für gutes Essen und für die ausgezeichneten Küchen als Garant für finanziell gut ausgestattete Gäste.
Dass die Goldene Traube einen der begehrten Sterne erhalten wird, stand buchstäblich in den Sternen (doofer Wortwitz). Nach dem Weggang von Stefan Beiter hatte Hotelier Bernd Glauben das richtige Näschen und holte den jungen Koch Steffen Szabo in sein Haus. Trotz seines jungen Alters konnte Steffen Szabo aus reicher Erfahrung schöpfen. Nach Schloss Elmau konnte Steffen Szabo drei Jahre in der Küche von Hubert Obendorfer im Landhotel Birkenhof und dem Sternerestaurant Eisvogel seine Erfahrungen sammeln.
Steffen Szabo hat mich interessiert und ich musste mich damals von seiner Qualität als Küchenchef überzeugen und genoss mit meinem Foodbloggerkollegen Thomas Gerlach ein Menü im legendären Esszimmer der Goldenen Traube in Coburg.

Guide Michelin setzt auf Jugend
Insgesamt 292 ausgezeichnete Häuser listet der „Guide Michelin“ 2017 auf, zwei mehr als im Vorjahr. Fest steht auch, dass in den neu ausgezeichneten Restaurants oft junge Köche arbeiten – wie Steffen. Dieser Trend gefällt mir ausgesprochen gut.
Die Testesser in der Goldenen Traube waren wohl sehr zufrieden. Die bewerteten Restaurants wissen nichts, wann die Testesser vorbeischauen. Sie bezahlen ganz normal und geben sich nach dem Essen nur zu erkennen, wenn sie zusätzliche Informationen brauchen. Bewertet werden die Qualität der Produkte, die fachgerechte Zubereitung und den Geschmack, die persönliche Note, das Preis-Leistungs-Verhältnis und eine immer gleichbleibende Qualität. Besonders letzteres halte ich für absolut schwer: Ausgezeichnete Produkte in immer der gleichen Qualität dem Gast zu servieren.
Bei Steffen Szabo und seinem eingespielten Team steht der Einsatz von regionalen Produkten im Vordergrund. Ein Trend, der sich allerdings nicht nur bei der Goldenen Traube zeigt, sondern den ich deutschlandweit bemerke. Steffen Szabo liebt beispielsweise Rote Beete.
Auf Facebook habe ich gesehen, dass der Michelin Stern vom ganzen Team der Goldenen Traube gefeiert wurde. Da muss ich einfach gratulieren und freu mich auf meinem nächsten Besuch in Coburg.
Schön ist auch, dass die Goldene Traube sich mit ihrer Sterneküche öffnet. In meinen Gesprächen mit Freunden ist immer eine gewisse Unsicherheit zu bemerken: Wie benimmt man sich in einem Sternerestaurant? Was zieht man dort an? Wie läuft das Essen dort ab? Aus diesem Grund bietet die Goldene Traube eine Art Probieressen an. Neugierige Gäste können bei einem kleinen, preisgünstigeren Menü die Qualität der Sterneküche ausprobieren und Berührungsängste abbauen – auch eine gute Idee.

Apple Watch unterwegs laden

1. Dezember 2016

Ich habe mir die zweite Auflage der Apple Watch zugelegt und bin sehr zufrieden mit dem Device. Ich nutze die Uhr natürlich für die Smart-Funktionen, aber am meisten nutze ich die Uhr als Fitness-Tracker. Ich wünsche, fahre Indoorrad und ich rudere indoor. Ich will und muss etwas für meine Fitness tun und die Uhr unterstützt mich mit Gamification. Das macht Spaß und ich fühle mich besser.


In der Regel reicht die Batterie der Apple Watch rund eineinhalb bis zwei Tage. Nachdem ich viel unterwegs auf Seminarvorträge bin, muss ich immer ein spezielles Apple-Ladekabel mit mir führen, um Strom zu tanken. Leider ist die Ladestation der Apple Watch noch nicht so verbreitet wie das Lightning-Kabel und so kann ich nicht einfach in die Runde fragen, wer ein Kabel für die Apple Watch dabei hat.


Neulich ist es mir passiert: Ich hatte eine andere Seminartasche dabei und darin waren zwar alle Kabel gepackt, aber nicht das Ladekabel der Apple Watch. Doofe Sache. Aber ich hatte noch eine Lösung an meinem Schlüsselbund. Mit der Flagpower Powerbank hängt ein kleiner Akku an meinem Schlüsselbund. Dieser Akku liefert eine Leistung von 700 mA und reicht für einen vollen Ladezyklus der Apple Watch. Für eine Kurzreise war dieser Powerbank ideal. Der Akku ist nicht schwer, hängt am Schlüsselbund und zeigt über vier LED an, wieviel Power noch in der Powerbank ist. Der Akku ist geeignet für die Apple Watch 38 mm und 42 mm und bietet Schutz vor Überhitzung, Überstrom- und Überladung. Ich bin von dieser kleinen Notlösung begeistert.

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Manga-Zeichnen mit Anime Studio/Moho 12 und Wacom Cintiq 12WX

28. November 2016

Ich bin ein stolzer Papa. Bei uns zu Hause wird gemalt, viel gemalt. Wer Kinder hat, der kennt das und ich freue mich über die Zeichnungen überall im Haus. K2 geht aber einen Schritt weiter als die üblichen Zeichnungen von Kinder. K2 geht die Sache etwas professioneller an. Wie viele Kinder in einem gewissen Alter stehen Mangas auf der Leseliste. Und so werden bei uns Figuren aus den japanischen Comics oder Videospielen gezeichnet. Meine Frau kaufte K2 dafür Holzstifte, freilich von Faber-Castell. Ich steuerte Bleistifte verschiedener Stärke bei.
Seit einiger Zeit hat sich K2 am Stifttablett von Wacom eingearbeitet. Zunächst benutzte K2 ein Intuos, hatte aber Probleme mit der Hand-Auge-Koordination. K2 kehrte zu Papier und Bleistift zurück und griff wenig später zu meinem iPad Pro 12 Zoll samt Apple Pencil. Damit konnte K2 ideal malen und sich mit der digitalen Welt vertraut machen. Das Problem: Es ist mein iPad Pro und ich brauche es zum Arbeiten. Also war die Freude von K2 immer nur von kurzer Dauer, weil ich mein Apple Device zurückforderte.

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Dann ging K2 den großen Schritt. K2 schnappte sich aus meinem Büro ein Wacom Cintiq 12 WX Stifttablett, schloss es an den Mac Mini im Kinderzimmer an und begann zu experimentieren. Ich liebe Wacom und kann die Geräte nur empfehlen. K2 probierte verschiedene Zeichen- und Malprogramme aus. Wir fragten im Netz bei verschiedenen Comiczeichner nach ihren Erfahrungen und am Ende sind wir beim Anime Studio gelandet. K2 ist sehr zufrieden mit der Software, hat sich einige Tutorials bei Youtube angesehen – denn so lernt man heute. Zudem wurden von mir einige Bücher von Hikaru Hayashi angeschafft, die fleißig studiert wurden. Von K2 kommt eine klare Empfehlung für die Bücher: Manga-Figuren entwickeln (How To Draw Manga) und Perfekte Proportionen im Manga (How To Draw Manga).

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Jetzt flatterte mir eine E-Mail von Smith Micro Software in den Postkasten. Smith Micro Software ist der Hersteller von Anime Studio und ich habe das Unternehmen einstmals auf meinen Siggraph-Besuchen kennengelernt. Smith Micro Software hat das Anime Studio upgedatet und aus Anime Studio wurde nun Moho Pro 12 – warum die Namensänderung zum ursprünglichen Namen erfolgte, weiß ich nicht. Moho 12 ist die Weiterentwicklung von Anime Studio mit neuen Features, neuer Nutzeroberfläche und neuem Workflow.

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Professioneller Workflow bei Moho 12
K2 und ich sind im Moment noch skeptisch, ob das Update gebraucht wird.
„Moho 12 ist die umfangreichste Zeichen- und Animationslösung im Markt. Es ist besonders wertvoll für Profis, die eine mächtige, effiziente Alternative zu teuren Tools suchen oder zu mühsamen traditionellen Animationsmethoden”, sagt Fahim Niaz, Director Product Management bei Smith Micro Software in der Pressemitteilung. Moho 12 erweitert das 2D-Rigging-System der Branche um Erweiterungen der Gruppen-Zusammenarbeit. Das macht es für Teams und Arbeitsgruppen schneller und einfacher, Animationen professioneller Qualität zu schaffen. K2 ist Einzelkämpfer und braucht diese Team-Funktionen im Moment nicht. Da nutzen Aussagen wie von Mike Morris, Director Disney Television Animation auch nichts: „Die Veröffentlichung von Moho 12 ist ein Meilenstein für die Branche. Die Leute von Smith Micro haben hier ganze Arbeit geleistet und 2D-Animation auf ein wirklich neues Niveau gehoben!” Mangas sind für K2 Hobby. „Wir sind nicht Disney“, lautet die Antwort von K2. Natürlich ist diese Feature für Profis im Animationsworkflow enorm wichtig, denn die richtige Pipeline muss stimmen. Für K2 sind weniger die Tools zur Zusammenarbeit wichtig, als vielmehr die neuen Möglichkeiten des Zeichnen. Wir schauen uns gemeinsam nun die neuen Features an und entschieden dann, ob ein Update sinnvoll ist. Der nächste Schritt ist wohl ein Kurs bei einem Comichzeichner, um mehr zu lernen. Wer im Münchner Raum einen kennt, bitte Mail an mich.

Was bietet nun Moho 12? Hier einige Feature-Highlights in Moho 12 im Überblick:
Bezierkurven: Nutzer erhalten mehr Kontrolle über das Design mit für Animationen optimierten Vector Bezier-Tools. Die ermöglichen die Kreation einzigartiger Bögen (line bends) mit wenigen Punkten.
Smart Warp: Sowohl in Bildern als auch in Vektorgrafiken schaffen Nutzer damit angepasste Netze. So lassen sich Assets biegen, formen, drehen und animieren.
Gleichzeitige mehrere Ebenen animieren: Produktivitäts-Boost durch das Bearbeiten vieler Ebenen auf der gleichen Timeline, ohne die Notwendigkeit zwischen Ebenen vor und zurück zu springen.
Verbesserte Vector-Import/Export Möglichkeiten: Der „True SVG Support“ ermöglicht es, externe Vector-Kunst ohne Kompromisse zu importieren. Vector-Kunst lässt sich aus Moho in einen anderen Vector-Editor exportieren. Dabei bleiben alle Punkte und Animationen erhalten.
Auswahl eines Wechselfensters: Es ist nicht mehr notwendig, sich an die Namen von Wechselebenen zu erinnern. Das beschleunigt die Workflows für Lippensynchronisation, Augenbewegung, Handgesten und andere Frame-by-Frame Aufgaben.
Neue Bibliothek: Von Grund auf neu gestaltet: Die Bibliothek in Moho 12 enthält sicher gespeichert wichtige Assets und bietet eine responsive, glatte Oberfläche.
Schaffung von Arbeitsbereichen: Arrangiert Ordner und Objekte und erleichtert so tägliche Arbeitsroutinen. So lässt sich der Arbeitsplatz mit anderen Teammitgliedern teilen, um eine konsistente Arbeitsumgebung zu schaffen.
Moho Exporter: Die verbesserte Oberfläche macht es einfach, Videodateien per Drag-and-Drop zu konvertieren. Zugleich vereinfachen Kompressionen und Möglichkeiten der Speicherung die Navigation.

Heim+Handwerk: KhoiSan Salz hat mich überzeugt

25. November 2016

Für mich unterscheidet sich die Heim+Handwerk und die Internationale Handwerksmesse in München kaum noch inhaltlich. Beide Veranstaltungen bieten im Grunde ein ähnliches Angebot, die Unterschiede sind für den Besucher nur noch im Detail sichtbar. Aus alter Verbundenheit besuche ich aber beide Veranstaltungen auf dem Münchner Messegelände, schließlich war ich mal Pressereferent der Handwerkskammer für München und Oberbayern und fühle mich dem Handwerk verbunden.
Von der Ausstellerseite hat es mich gefreut, eine ehemalige Seminarteilnehmerin wieder getroffen zu haben: Annemarie Zimmermann. Sie hat neben zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen auch den Schritt in die Selbstständigkeit gemacht. Sie betreibt mit ihrem Partner den europäischen Alleinvertrieb von Khoisan Salz. Das ist naturbelassenes handgeerntetes Meersalz aus Südafrika. Vor Jahren hatte sie bei einem Seminar hier die Idee dazu und inzwischen ist aus der Idee ein ansehnliches Unternehmen geworden, das zudem viel für die Menschen in Afrika tut.

KhoiSan aus Südafrika
KhoiSans Gourmet-Meersalz wird in Velddrift an der St. Helena Bucht an der Westküste Südafrika geerntet, rund 140 Kilometer von Kapstadt. Traditionell leben die Menschen an der Westküste noch als Farmer oder Fischer und verdienen in ihrem Beruf wenig Geld. Der Tourismus ist eine Einnahme für wenige Wochen bevor wieder die Hitze kommt. Sobald im Frühjahr die Pflanzen verwelken ist es Zeit Salz zu machen. Direkt neben dem Ozean wird die Sole aus dem unterirdischen See in Becken hochgepumpt. Das Meerwasser versickerte vor vielen Jahren durch 100 Meter dicke Ton- und Kalkschichten, wurde dadurch angereichert mit lebenswichtigen Mineralien und Spurenelementen und ist dreimal konzentrierter als normales Meerwasser. Wochenlang lassen Wind und Sonne das Wasser verdunsten, dann wird salzreiche Sole in immer kleinere und flacherer Pfannen gepumpt und schließlich das Salz abgebaut.

Annemarie Zimmermann von KhoiSan auf der Heim+Handwerk.

Annemarie Zimmermann von KhoiSan auf der Heim+Handwerk.

KhoiSan als Arbeitergeber
KhoiSan beschäftigt in Südafrika acht Frauen und sieben Männer in Vollzeit sowie zwei Saisonarbeiter. In der Haupterntezeit steigt die Beschäftigtenzahl auf 25. Annemarie Zimmermann und ihr Team importieren das kostbare Meersalz und verkaufen es unter anderem in Eine Welt Läden. Zudem ist das Salz über einen Online-Store Salz-Stadl24 erhältlich. Ich selbst habe mich vom Geschmack des Salzes überzeugt und kann es empfehlen. Zudem betreibt KhoiSan einen fairen Handel und die Südafrikaner profitieren vom Verkauf des Salzes in Deutschland. Ich habe einige Pakete Salz als Weihnachtsgeschenk gekauft.

Unterschiede zu herkömmlichen Speisesalz
Es gibt große Unterschiede zum maschinell gewonnenen Speisesalz, das ich in der Regel kenne. Maschinell gewonnenes Speisesalz wird einmal im Jahr geerntet. Die Salzbecken werden im Frühjahr gefüllt, das Wasser verdunstet, das Salz wird zusammengeschoben. Dieses Salz wird dann mit Meerwasser gespült und maschinell getrocknet. Durch dieses Vorgehen verliert das Salz einen großen Teil seiner natürlichen Mineralien und Spurenelemente. Dann wird es gemahlen und mit Rieselhilfen oder anderen künstlichen Zusätzen versehen. Das Salz ist billig und hinterlässt in den Speisen einen leicht bitteren, chemischen Geschmack.
Ich habe es im direkten Vergleich ausprobiert und meine Wahl geht eindeutig auf das KhoiSan-Salz . Ich habe das Gefühl, das KhoiSan schmeckt reiner, natürlicher.
Also wer auf die Heim+Handwerk schaut, sollte bei dem Stand von KhoiSan Salz vorbeischauen und sich selbst überzeugen. Mir hat es geschmeckt.

Konzertkritik und mehr: Video Games Live in Nürnberg 2016

24. November 2016
Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Zum zweiten Jahr in diesem Jahr war ich bei Video Games Live. Nach dem Konzert in München besuchte ich nun den Auftritt in Nürnberg. Ich mag das amerikanische Show-Gehabe von Tommy Tallarico, aber vor allem mag ich Soundtracks von Videospielen.
Eine ausführliche Kritik über das Münchner Konzert habe ich in meinem Blog geschrieben. Es waren in Nürnberg ähnliche Songs am Start und es hat mir auch gefallen.


Dieses Mal möchte ich mir an dieser Stelle mehr Gedanken um Videospielsoundtracks als Kulturgut machen. Bei aller Diskussion in der Vergangenheit steht heute eindeutig fest: Videospiele sind ein Kulturgut. Games sind zu einer Leitkultur geworden. Videospiele sind aber auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Es werden mehr Videospiele umgesetzt als Karten an der Kinokasse verkauft. Und dennoch werden Gamesentwickler immernoch stiefmütterlich behandelt. Die Vergabepolitik der deutschen Förderer kümmert sich meines Erachten lieber um die Filmer als um die Gamer. Das ist ein Gefühl, handfeste Zahlen liegen mir nicht vor. Aber natürlich hat sich viel getan, die Situation rund ums Spiel ist besser geworden.


Als ich im Konzert in der Nürnberger Meistersingerhalle saß, trugen mich meine Gedanken fort, als ich die Soundtracks der Klassiker hörte. Mit Videospielen identifiziere ich mich heute mehr als mit Filmen. In Filmen muss ich passiv der Handlung folgen, die mir ein Regisseur vorgibt. Keine Frage, es gibt geniale Filme. Aber in einem Spiel kann ich in eine handelnde Person schlüpfen und mich in das Spiel einbringen. Das macht für mich den Reiz aus. Ich muss Verantwortung für meine Handlung und Entscheidungen übernehmen. Jeder Ruck am Joystick oder Gamepad hat Folgen für meine Spielfigur. Im Film kann ich nur der Figur folgen und natürlich auch mitfiebern. Beim Videospiel ist dieses Gefühl intensiver.


Sowohl Film als auch Spiel wären ärmer, wenn es den Soundtrack nicht geben würde. Ich sammle seit Jahren Filmsoundtracks. Meine Götter heißen hier John Williams und Jerry Goldsmith. Es gibt zahlreiche Lieblinge, aber sicherlich gehört Hans Zimmer nicht dazu. Immer mehr freunde ich mich mit Gamessoundtracks an. Ich kam über die Filmkomponisten zu den Gameskomponisten. Leute wie Michael Giacchino brachten Film und Spiel zusammen. Leider stelle ich fest, dass Komponisten für Soundtracks in Deutschland nicht so behandelt werden. Dabei ist für mich doch eine Selbstverständlichkeit, Leute wie Chris Huelsbeck mit seinen Kickerstarter-Aktionen zu unterstützen.


Das ist leider bei den Preisen und Auszeichnungen wenig Begeisterung für Videospielkomponisten zu spüren. Beim animago AWARD, ein Preis den ich jahrelang selbst vergeben durfte, spielt der Soundtrack keine Rolle. Aber der Score sorgt für das Gefühl in der Animation. Noch sträflicher finde ich es, dass es beim Deutschen Computerspielpreis keine Auszeichnungen für Videogameskomponisten gibt. Ich werde den Gedanken nochmals an die zuständige Staatsministerin Dorothee Bär einbringen, die sich hervorragend um Games in Deutschland kümmert. Meine Kritik habe ich bereits bei der jüngsten Verleihung in meinem Blog verfasst.


Wenn ich in die Rolle einer Spielfigur schlüpfe und dies kann auch nur ein Pixelklötzchen in einem 8-Bit Game als Retrogamer sein, dann steigert sich meine Spielerfahrung wenn sie mit Musik angereichert ist. Und wenn der Soundtrack ordentlich komponiert und arrangiert ist, dann geht der Score ins Ohr, ins Bewusstein und verbindet sich mit dem Spiel. Alles zusammen gehört zu einer Marke.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Wie emotional Videospiele sind, habe ich in Nürnberg auf dem Konzert von Video Games Live gesehen. Nach der Pause kam auf einmal ein junger Mann namens Markus auf die Bühne. Er hatte eine junge Frau mit Namen Anna dabei, die etwas verdutzt schaute. Markus machte ihr auf der Bühne vor versammelten Publikum einen Heiratsantrag, den Anna annahm. Das Ja-Wort wurde von den Besuchern der Meistersingerhalle mit donnernden Applaus belohnt. Tommy Tallarico, Organisator der Video Games Live, hat die Anfrage kurz vor seinem Nürnberger Gastspiel bekommen und zugestimmt. Vielen Dank Tommy Tallarico. Das Paar wird den Abend nicht vergessen und ich habe das Schauspiel aus einiger Entfernung mitgedreht.


Auch Hans Ippisch, heute Geschäftsführer von Computec und vor langer Zeit Videospieljournalist, hielt eine launige Ansprache und erinnerte an vergangene Zeiten.


Bei all der Musik, die an dem Abend gespielt wurde, mochte ich die Tetris Suite am liebsten. Tetris machte das Videospiel erwachsen und ist der Klassiker es Casual Games. Mein GameBoy von früher ist heute noch immer im Einsatz und Tetris liegt griffbereit.


Fast Lagerfeuerromantik brach aus, als Akteure und Publikum gemeinsam den Mario Song und I’m alive sangen. Schön war es.

 

 

Zauberwort eFood – die nächste Online-Welle kommt

23. November 2016

Der Einkauf im Internet gehört für viele Deutschen zur Normalität. Im anstehenden Weihnachtsgeschäft werden die Deutschen dieses Jahr insgesamt erstmals mehr als 75 Milliarden Euro ausgeben (75,6 Mrd.) – 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr (74,1 Mrd. Euro). Der E-Commerce-Anteil – der Teil der Einkäufe, die online über Computer und mobile Endgeräte getätigt werden – steigt dabei von 18,9 Prozent (2015) der Gesamteinnahmen auf 21,0 Prozent in diesem Jahr an. Im deutschen Weihnachtsgeschäft wird demnach mehr als jeder fünfte Euro online ausgegeben. Die nächste große Welle ist bereits am Horizont auszumachen: eFood – der Verkauf von Lebensmitteln über das Internet. Zum Thema eFood fand einen ganzen Tag ein Verbraucherseminar im Konferenzzentrum München der Hanns Seidel Stiftung statt. Dort stellte ich die aktuellen Zahlen und Entwicklungen vor.

Zauberwort eFood - so lautete ein Seminar von mir.

Zauberwort eFood – so lautete ein Seminar von mir.

Wenig Geld für Lebensmittel
Es erschreckt mich, wie wenig die Deutschen für Lebensmittel ausgeben. Durchschnittlich 300 Euro im Monat gab ein privater Haushalt in Deutschland im Jahr 2013 für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, entfiel der größte Teil dieser Ausgaben mit 225 Euro (75 %) auf Nahrungsmittel. Die Ausgaben für alkoholfreie Getränke lagen mit 32 Euro (11 %) leicht über den Ausgaben für alkoholische Getränke mit 26 Euro (9 %). Für Tabakwaren wurden durchschnittlich 17 Euro (6 %) im Monat ausgegeben.
Die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren stiegen mit der Anzahl der Personen im Haushalt, allerdings nicht proportional. Während Alleinlebende im Schnitt 174 Euro für diesen Bereich ausgaben, hatten 2-Personen-Haushalte mit 338 Euro im Monat (169 Euro pro Person) nur knapp doppelt so hohe Ausgaben. 3-Personen- und 4-Personen-Haushalte verwendeten durchschnittlich 412 Euro (137 Euro pro Person) beziehungsweise 478 Euro (120 Euro pro Person) im Monat für diesen Bereich. Haushalte mit 5 und mehr Personen kauften für durchschnittlich 557 Euro im Monat Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren.
Bei den Nahrungsmittelausgaben entfiel der größte Anteil mit durchschnittlich 22 % (50 Euro im Monat) auf Fleisch und Fleischwaren. 18 % (41 Euro im Monat) der Ausgaben für Nahrungsmittel machten Brot und Getreideerzeugnisse aus. Knapp 17 % (37 Euro im Monat) betrug der Anteil für Molkereiprodukte und Eier.

Aufmerksame Zuhörer

Aufmerksame Zuhörer

Die nächste Welle
Weltweit interessieren sich immer mehr Verbraucher für den Online- Kauf von Lebensmitteln. Das Interesse der Verbraucher am Lebensmitteleinkauf im Internet ist seit 2010 weltweit um fast die Hälfte (44 Prozent) gestiegen, ergab eine Nielsen-Studie von 2012. Überraschend: In Deutschland, wo das Online-Shopping von Elektroartikeln, Büchern und Mode sehr verbreitet ist, besteht bisher wenig Bereitschaft zum Lebensmittelkauf im Internet. Bis jetzt. Ich sage massive Umsatzsteigerungen voraus. Der Anteil des Segments „Lebensmittel und Drogerieartikel“ am gesamten Online-Umsatz des Handels werde sich bis 2025 von acht auf 16 Prozent verdoppeln, zitierte ich eine Studie mit dem Titel „E-Commerce – Wachstum ohne Grenzen?“,
Rund 28 Prozent aller Online-Shopper haben demnach bereits Lebensmittel oder Getränke im Internet gekauft. 43 Prozent von ihnen haben dabei Online-Shops von Supermärkten, die auch stationären Handel betreiben, gewählt, zum Beispiel rewe.de oder bringmeister.de. 38 Prozent von ihnen haben bei reinen Online-Lebensmittelhändlern mit umfassendem Sortiment wie mytime.de oder emmas-enkel.de geordert. Weitere 18 Prozent der Online-Lebensmittel-Käufer haben bei einem Online-Händler für spezielle Warengruppen wie Wein oder Süßigkeiten eingekauft. Und 15 Prozent haben bei einem klassischen Online-Versandhandel oder einer Auktionsplattform (Amazon oder Ebay) bestellt.
Der Anteil der Online-Shopper, die auch Lebensmittel oder Getränke im Netz bestellen, ist von 10 Prozent im Jahr 2012 auf derzeit rund 28 Prozent gestiegen. Bei den 30- bis 49-Jährigen beträgt der Anteil sogar schon 33 Prozent. 87 Prozent der Online-Shopper von Lebensmitteln haben haltbare Lebensmittel wie zum Beispiel Nudeln oder Mehl gekauft, immerhin 31 Prozent frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse. 18 Prozent derjenigen, die schon einmal Lebensmittel online gekauft haben, tun das regelmäßig, 39 Prozent manchmal, 33 Prozent selten und 9 Prozent haben dies bisher erst einmal getan.

Ablehnende Gründe
Wer noch keine Lebensmittel online gekauft hat, gibt dafür unterschiedliche Gründe an: 60 Prozent sagen, dass sie nicht auf eine Lieferung warten wollen. 59 Prozent haben Zweifel an der Frische der Lebensmittel. Die Versandkosten sind für zirka 32 Prozent ein Hinderungsgrund, lediglich 7 Prozent haben Datenschutzbedenken.

Die Online-Wende kommt
Derzeit kaufen Verbraucher mit 26 Prozent mehrheitlich abgepackte Lebensmittel wie Tiefkühlgerichte, Mehl oder Müsli im Internet. Erst 5 Prozent der Nutzer bestellen online auch frische Waren wie Milch, Eier oder Obst. Angeboten wird die Online-Bestellung von Lebensmitteln sowohl von klassischen Supermärkten als auch von spezialisierten Webshops. Neben gängigen Produkten finden Verbraucher im Internet zum Beispiel auch Delikatessen, die im stationären Handel eher schwer zu bekommen sind. Die Lieferung frischer Waren ist bislang vor allem in Ballungsräumen verbreitet.

Bestellung von Lebensmitteln live im Seminar
Und genau das wollte ich im Seminar ausprobieren. Online bestellte ich bei dem Amazon Lieferdienst Amazon Prime Now eine Reihe von Lebensmitteln für die Seminarteilnehmer, darunter Äpfel, Sushi, Landjäger. Bestellt wurde mit der entsprechenden Amazon Prime Now App via Smartphone. Live konnten die Seminarteilnehmer die Bestellung verfolge. Innerhalb von zwei Stunden verspricht Amazon die Lieferung. Nach bereits einer Stunde war es dann soweit. Per SMS kündigte sich der Versand per Fahrradkurier an. Die Route des Radlers zur Hanns Seidel Stiftung konnten die Teilnehmer per GPS verfolgen.

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Das Eintreffen des Fahrradkuriers wurde mit Applaus begrüßt. Amazon Fresh hat einwandfrei funktioniert. Die Qualität der Waren war ausgezeichnet. In München kooperiert Amazon Prime Now zudem mit der Bäckerei Rischart für frische Backwaren.

Praktiker kamen zu Wort
Am Nachmittag gab es zwei Impulsreferate. Metzgermeister Claus Böbel aus dem fränkischen Rittersbach betreibt eine der erfolgreichen deutschen Online-Metzgereien umdiewurst.de Seine Kunden bestellen aus der ganzen Republik und darüber hinaus. Böbel berichtete vom Aufbau seines Shops und dem umfangreichen Sortiment. Dieses bewirbt er online über seine Website und auch über einen eigens gedruckten Wurstkatalog. Er hat durch zahlreiche Seminare und Wurstevents sein Unternehmen zu einer starken Marke im Internet ausgebaut und macht einen beachtlichen Teil seines Unternehmensumsatz mit dem Versand von frischen, hochwertigen Wurst- und Fleischwaren.

Claus Böbel bei seinem Vortrag.

Claus Böbel bei seinem Vortrag.

Direktvermarkterin Erika Sauer aus Moosbach in der Oberpfalz betreibt die Zucht von Rotem Höhenvieh. Diese Rasse ist in der Oberpfalz angesiedelt. Erika Sauer, die ihre Tiere nicht über das Internet vermarktet, diskutierte die Chancen für Mutterkuhbetriebe. Sie forderte von der Politik mehr Unterstützung für kleine heimische Betriebe, unter anderem Hilfe beim Aufbau einer Bestell- und Vertriebsplattform im Internet. Erika Sauer ist auch Vorsitzende des Fleischrinderverband Bayern e.V. und sie warb für Rindfleisch aus bäuerlicher Produktion. Während des Zentralen Landwirtschaftsfestes konnten sich die Besucher einen Eindruck von den Tieren machen.

Erika Sauer (l) und Claus Böbel (r) mit mir.

Erika Sauer (l) und Claus Böbel (r) mit mir.