Das Bistro Sixtyfour in Maisach war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gastgeber Matthias Lage zu einer neuen Ausgabe seines BistroTalks begrüßte. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen, Gesprächspartnerin des Abends war Evi Huttenloher, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein persönliches, stellenweise humorvolles, aber auch nachdenkliches Gespräch über Heimat, Ehrenamt, Kommunalpolitik, Gewerbe, Corona und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde gesponsert vom Zentrum für Gesundheit Dombo.
Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Huttenloher in Maisach eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit ist. Bei der Kommunalwahl war sie Stimmenkönigin geworden – ein Ergebnis, das sie nach eigenen Worten durchaus überrascht habe. Zwar habe sie gewusst, dass sie über eine gewisse Unterstützung verfüge, sagte sie, doch das Ausmaß der Zustimmung habe sie sehr gefreut. Seit mehr als 40 Jahren lebt Huttenloher in Maisach. Anfangs sei es für sie nicht einfach gewesen, als neues Gesicht in eine bekannte Maisacher Familie einzuheiraten. Heute aber sagt sie klar: Maisach sei ihre Heimat geworden. Ihre Familie lebe hier, ebenso viele Freunde und Bekannte. In Maisach habe sie ihren Platz gefunden. Hier ist die Videoaufzeichnung des Talks.
Ein wichtiger Teil dieser Verwurzelung war das Schuh- und Orthopädiegeschäft der Familie Huttenloher. Über das Geschäft habe sie viele Menschen kennengelernt, vom jungen bis zum älteren Kunden. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Schwiegereltern habe sie das Unternehmen mit aufgebaut. Aus dem privaten und beruflichen Ankommen entwickelte sich nach und nach auch ihr öffentliches Engagement. Über Kindergarten, Familie, Vereine und persönliche Kontakte sei sie immer stärker in das Gemeindeleben hineingewachsen. Eine klassische Initialzündung für die Politik habe es nicht gegeben, berichtete Huttenloher. Vielmehr seien immer wieder Menschen auf sie zugekommen und hätten ihr Mut gemacht. Bei ihrer ersten Gemeinderatskandidatur stand sie auf Listenplatz 24 und rechnete nicht ernsthaft mit dem Einzug. Umso größer sei der Schreck gewesen, als sie tatsächlich gewählt wurde. Ihr Mann habe damals trocken reagiert: „Jetzt haben wir den Dreck.“ Heute kann Huttenloher darüber lachen.
Im Gespräch zeigte sich, wie eng ihr politisches Engagement mit der alltäglichen Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern verbunden ist. Sie sei viel in Maisach unterwegs, werde oft angesprochen und höre zu. Ihr Mann sage manchmal, wenn sie nur kurz weg wolle, dauere es selten unter einer Stunde. Für Huttenloher ist genau das Teil ihrer Rolle: erreichbar sein, zuhören, Kontakte pflegen. Ein funktionierendes Netzwerk sei wichtig, sagte sie, vor allem, wenn irgendwo „der Schuh drückt“. Besonders am Herzen liegen ihr Familien und Kinder. Im Gemeinderat betreut sie weiterhin das Referat Familie und Spielplätze. Auch ihre Enkelkinder seien dabei gewissermaßen Teil ihres „Spezialistenteams“: Wenn auf einem Spielplatz etwas nicht funktioniere, werde die Oma informiert.
Stolz ist Huttenloher auf eine Aktion, die sie 2008 angestoßen hat: Neugeborene in der Gemeinde erhalten ein Lätzchen mit dem Aufdruck „Ein familienfreundliches Maisach freut sich auf dich“ sowie eine Karte und kleine Schuhe. Die Besuche bei den jungen Familien seien in der Regel von großer Freude geprägt. Es sei schön, in glückliche Gesichter zu schauen. Solche Gesten stehen für Huttenloher für eine Gemeinde, die Nähe zeigt und Familien willkommen heißt.
Ein zentrales Thema des Abends war der Zusammenhalt in Maisach. Huttenloher betonte, dass alle Ortsteile wichtig seien. Rivalitäten zwischen Maisach, Gernlinden und anderen Ortsteilen kenne sie zwar, sie halte sich daraus aber bewusst heraus. Durch das Geschäft der Familie habe sie immer Kunden aus der gesamten Gemeinde erlebt. Entscheidend sei, dass Menschen sich einbringen. Wer neu nach Maisach komme, könne über Kinderkrippe, Kindergarten, Schule oder Vereine schnell Anschluss finden. Wer sich jedoch völlig zurückziehe, dürfe sich nicht wundern, wenn der Ort fremd bleibe. Das Vereinsleben sei für Huttenloher ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders. „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“, sagte sie sinngemäß. Begegnungen, soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung seien für eine Gemeinde unverzichtbar.
Auch ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Gewerbeverbandes nahm breiten Raum ein. Sie sei in diese Aufgabe hineingerutscht, berichtete Huttenloher, habe aber auf ein gutes Team bauen können. Der Gewerbeverband habe vor allem die Interessen der örtlichen Betriebe gebündelt. Je mehr Geschäfte und Unternehmen zusammenstünden, desto stärker werde ihre Stimme gegenüber der Gemeinde gehört. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war lange die Weihnachtsbeleuchtung in Maisach, für die der Gewerbeverband verantwortlich war. Der große Weihnachtsbaum sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht mehr weitergeführt worden. Der Aufwand sei enorm gewesen.
Mit Sorge blickt Huttenloher auf den Wandel des örtlichen Einzelhandels. Zwar gebe es in Maisach nicht viel Leerstand, doch klassische inhabergeführte Geschäfte seien seltener geworden. Traditionsgeschäfte seien verschwunden, neue Nutzungen hätten sich entwickelt. Apotheken und Nahversorgung seien weiterhin vorhanden, doch der „normale Laden“ habe es im Online-Zeitalter schwer. Corona habe diesen Wandel noch beschleunigt. Dennoch ist Huttenloher überzeugt, dass der persönliche Einkauf vor Ort weiterhin Bedeutung hat. Eine gute Mischung aus Digitalisierung und persönlicher Begegnung sei nötig.
Ausführlich erinnerte sie an die Corona-Zeit, die für den Handel, die Gastronomie und viele Betriebe einen massiven Einschnitt bedeutete. Am 15. März 2020 fanden die Kommunalwahlen statt, wenige Tage später mussten zahlreiche Geschäfte schließen. Für das Schuhhaus Huttenloher kam der Lockdown zum Saisonstart, die neue Ware lag im Lager. Während der orthopädische Bereich als systemrelevant weiterarbeiten durfte, war der Verkauf von Schuhen zunächst nicht möglich. Huttenloher organisierte daraufhin telefonische Beratung und brachte insbesondere Kinderschuhe zu den Familien nach Hause. Das sei anstrengend gewesen, aber auch von großer Dankbarkeit begleitet. Später setzte sie sich hartnäckig dafür ein, dass der orthopädische Teil des Betriebs unter Auflagen wieder öffnen durfte. Schutzvorrichtungen, Masken, Desinfektion und Einlasskontrollen gehörten zum neuen Alltag.
Eine besondere Aktion des Gewerbeverbandes waren die grünen Herzen, die während der Pandemie an vielen Geschäften zu sehen waren. Mit dem Aufdruck „Bleiben Sie gesund und halten Sie uns die Treue“ sollten sie ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Geschäften und Kundschaft setzen. Die Aktion wurde gut angenommen und ist im Ort teilweise bis heute sichtbar. Auch eine Übersicht der geöffneten Geschäfte, Lieferangebote und Online-Angebote entstand in dieser Zeit. Huttenloher erinnerte daran, wie sich viele Betriebe mit großem Einsatz selbst organisierten, um irgendwie weiterzumachen. Besonders hart getroffen seien Friseure und Gastronomie gewesen. Viele Maisacherinnen und Maisacher hätten versucht, lokale Betriebe zu unterstützen, indem sie Essen abholten oder bewusst vor Ort einkauften.
Trotz aller Schwierigkeiten habe Corona auch gezeigt, dass Veränderung möglich sei. Der Gewerbeverband arbeitete plötzlich mit Zoom-Sitzungen, Betriebe stellten Angebote digitaler auf, und Arbeitsweisen veränderten sich. Ganz zurück in alte Muster wolle Huttenloher nicht. Digitalisierung sei wichtig, aber sie dürfe die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Sie selbst schätze beides: den Austausch vor Ort ebenso wie digitale Möglichkeiten, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden.
Persönlich geprägt wurde Huttenloher auch durch das Familienunternehmen. Der Name Huttenloher sei seit Jahrhunderten mit Maisach verbunden. Aus einer kleinen Schuhmacherei sei über Generationen ein bekanntes Schuh- und Orthopädiegeschäft geworden. Sie selbst trat 1983 in den Betrieb ein und gestaltete ihn gemeinsam mit Familie und Mitarbeitenden weiter. Besonders wichtig sei dabei immer der Zusammenhalt gewesen. In der Familie habe man sich aufeinander verlassen können. Entscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Auch wenn etwas nicht funktioniert habe, sei es gemeinsam getragen worden.
Neben Politik und Gewerbe engagiert sich Huttenloher auch in der Kirche. Sie sei christlich geprägt aufgewachsen, erzählte sie. Schon ihre Großeltern seien in der Kirche aktiv gewesen, ihre Brüder waren Ministranten – sie selbst durfte als Mädchen damals nicht ministrieren. Später wurde sie Kommunionmutter und fand auch dort eine Aufgabe, die ihr lag: Kinder zusammenbringen, Gruppenstunden gestalten, Gemeinschaft schaffen. Ihr Glaube sei für sie kein lautes Bekenntnis, sondern Teil ihres Lebens und Handelns.
Beim Thema Ehrenamt sprach Huttenloher offen über die Herausforderungen. Es werde schwieriger, Menschen für Verantwortung zu gewinnen. Bürokratie, Haftungsfragen und die Angst, Fehler zu machen, schreckten viele ab. Zugleich müsse man jüngere Menschen ernst nehmen, ihnen Verantwortung geben und akzeptieren, dass sie manches anders machen. Entscheidend sei, rechtzeitig Nachfolgerinnen und Nachfolger einzubinden und sie nicht permanent zu bevormunden. Ein Vorstand sei immer nur so gut wie das Team, das ihn unterstütze. Allein könne niemand etwas bewegen.
Am Ende blieb der Eindruck einer Frau, die tief in Maisach verwurzelt ist und ihre Kraft aus Begegnungen zieht. Huttenloher beschrieb sich selbst als aktiven Menschen, der Menschen mag. Gespräche, Kontakte und gemeinsame Aufgaben spornten sie an. Das volle Bistro Sixtyfour zeigte an diesem Abend, dass viele Maisacherinnen und Maisacher diese Haltung schätzen. Gastgeber Matthias Lage dankte seiner Gesprächspartnerin, dem Team des Sixtyfour, seiner Familie hinter der Technik sowie dem Sponsor Zentrum für Gesundheit Dombow. Die nächste Ausgabe des BistroTalks am Mittwoch 15. Juli widmet sich dann der Digitalisierung, virtueller Realität und Augmented Reality. Zu Gast ist Pierre Kretschmer, Admin der größten deutschen Facebook-Gruppe VR-Familie aus Gernlinden.
Filmungeheuer begleiten das Kino seit seinen Anfängen. Ob Golem, Nosferatu, Dracula, Frankensteins Kreatur, die Mumie oder moderne Kaiju wie Godzilla – hinter den Gestalten des Schreckens verbergen sich Projektionen unserer Ängste, Wünsche und gesellschaftlichen Konflikte. In meinem Maisacher Gesprächen zur Popkultur werde ich am Mittwoch von 18-20 Uhr in der Maisacher Gemeindebücherei über die dunkle Poesie der Filmmonster sprechen. Der Eintritt ist kostenlos.
In frühen Stummfilmen wie Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) wurde ein jüdischer Mythos auf die Leinwand übertragen, in dem ein Wesen aus Lehm das Ghetto vor der Vertreibung schützt und damit eine Emanzipations‑Fantasie gegen jahrhundertelange Unterdrückung verkörpert . Murnaus „Nosferatu“ (1922) interpretierte Bram Stokers Roman ohne Genehmigung, doch die düstere Gestalt des Grafen Orlok prägte das Bild des Vampirs bis heute. Monster erwiesen sich damals schon als „schaurig‑schöner Gegenentwurf zum Menschen“; sie verkörpern Angst, können aber auch reizend oder komisch sein. Die Faszination des Monströsen beruht auf einem doppelten Gefühl: Angst vor dem Zusammenbruch der eigenen Ordnung und zugleich Neugier auf das Andere. Monster brechen in die vernünftige Ordnung des Menschen ein und werden deshalb als Bedrohung empfunden; gleichzeitig reizt das Andere, weil es gegen den Zwang zur Vernunft rebelliert und menschliche Anteile ausdrückt. Klassische Figuren lassen sich anhand ihrer Abweichungen erkennen:
Dracula kann an Wänden kriechen, erneuert sich durch Blut und bewohnt einen Sarg in einem marginalisierten Schloss; Frankenstein erschafft ein Wesen aus Leichenteilen, dessen Gestalt erschreckt und fasziniert, weil es trotz hässlicher Erscheinung sprechen kann und Leidensfähigkeit zeigt. King Kong, das erste eigens für den Film erfundene Monster, ist zu groß und zu stark für einen normalen Gorilla. In diesen körperlichen Abweichungen spiegelt sich die Angst vor dem Verstoß gegen natürliche Grenzen – zugleich aber auch eine Verlockung, die Norm zu verlassen. In meinem Vortrag werde ich zahlreiche Klassiker der Filmgeschichte vorstellen und nehme die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Welt der Filmmonster.
Ich habe mich sehr gefreut, mal wieder ein Klassiker für unter 100 Euro und ich hab gleich zugeschlagen und mit Freunden den neuen Ardbeg Dolce genossen. Der Ardbeg Day ist für Fans der Islay-Destillerie längst mehr als ein Termin im Kalender. Er ist ein weltweites Ritual für alle, die kraftvollen Torfrauch, maritime Aromen und die eigenwillige Experimentierfreude von Ardbeg schätzen. Und ich habe diesen wichtigen Tag dieses Jahr aus Termingründen verpasst. Am Ardbeg Day am 30. Mai 2026 stand die Feier unter einem besonders genussvollen Motto: „La Dolce Islay“. Der Glamour des italienischen Kinos der 1960er Jahre traf auf den rauen Charakter der schottischen Insel Islay – und im Mittelpunkt stand die neue limitierte Sonderabfüllung Ardbeg Dolce.
Ardbeg Dolce ist die Limited Edition zum Ardbeg Day 2026. Der Whisky verbindet zwei sehr unterschiedliche Genusswelten: die süße, mediterrane Fülle sizilianischer Marsala-Dolce-Fässer und den unverkennbaren Rauch eines Islay Single Malts. Marsala Dolce ist die süßeste Variante des berühmten sizilianischen Likörweins. Genau diese Fassreifung gibt dem Whisky seine warme, fruchtige und schokoladige Seite. Ergänzt wird sie durch klassischen Ardbeg aus ehemaligen Bourbonfässern, der Struktur, Vanille, Rauch und die typische salzige Kraft der Brennerei einbringt. In dem Bistro Sixtyfour in Maisach machten wir zu später Stunde eine kleine Verkostung.
Das Ergebnis ist ein Whisky, der das bekannte Ardbeg-Prinzip des „torfigen Paradoxons“ neu interpretiert. Ardbeg ist berühmt dafür, intensive Rauchigkeit nicht nur brachial, sondern erstaunlich süß, ölig und vielschichtig wirken zu lassen. Bei Ardbeg Dolce wird dieses Spannungsfeld besonders deutlich. In der Aromatik zeigen sich reife Aprikosen, Orangenmarmelade, dunkle Schokolade und geröstete Nüsse. Dazu kommen salzige, rauchige Noten, die an Islay, Meerluft und glimmendes Holz erinnern. Der Whisky bleibt damit klar als Ardbeg erkennbar, wirkt aber zugleich wärmer, runder und mediterraner als viele klassische Abfüllungen der Destillerie.
Gerade diese Verbindung macht Ardbeg Dolce interessant. Der Whisky will kein bloßer Effekt sein, sondern eine stilistische Brücke schlagen: Sizilien und Islay, Dolce Vita und Torfrauch, sonnige Frucht und salzige Küste. Die Idee passt zum diesjährigen Ardbeg-Day-Motto, das sich an der Ästhetik des italienischen Kinos der 1960er Jahre orientiert. Man denkt an große Sonnenbrillen, Vespas, Plätze in der Abendsonne, rot-weiß karierte Tischdecken – und dann kommt dieser typische Ardbeg-Twist hinzu: Rauch, Seetang, Würze und eine gewisse wilde Unberechenbarkeit.
Master Blender Dr. Gillian Macdonald beschreibt Ardbeg Dolce als Verbindung von Marsala-Dolce-Fässern und klassischem Ardbeg aus Bourbon Casks. Die süßen Noten von Zitrusfrüchten, Orangenmarmelade und dunkler Schokolade treffen dabei auf salzig-rauchige Nüsse. Damit ist Ardbeg Dolce nicht nur eine Sonderedition für Sammler, sondern auch ein Whisky für Genießer, die Ardbeg einmal von einer anderen Seite erleben möchten.
Auch für die Destillerie selbst ist die Abfüllung ein typischer Ardbeg-Day-Whisky: limitiert, erzählerisch stark aufgeladen und geschmacklich bewusst anders angelegt als die Standardrange. Wer Ardbeg Ten, Uigeadail oder Corryvreckan kennt, bekommt hier keine Wiederholung, sondern eine verspieltere, süßere und zugleich immer noch deutlich rauchige Interpretation des Hausstils.
Ardbeg Dolce erscheint mit 47,8 Prozent Alkohol und wird als limitierte Abfüllung zum Ardbeg Day 2026 angeboten. Für Mitglieder des Ardbeg Committee soll er ab dem 26. Mai 2026 über Ardbeg.com erhältlich sein. Ab dem 30. Mai kommt die Sonderedition auch in den Fachhandel und zu ausgewählten Ardbeg Embassies. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 99 Euro.
Ardbeg Dolce ist damit mehr als nur eine weitere Festivalabfüllung. Er ist ein kleines Genusskino im Glas: sizilianische Süße, dunkle Schokolade, Aprikose und Marmelade auf der einen Seite; Torfrauch, Salz, Nüsse und Islay-Wucht auf der anderen. Ein Whisky für alle, die Ardbeg lieben – und neugierig darauf sind, wie „La Dolce Vita“ schmeckt, wenn sie durch den Rauch von Islay zieht.
An der Nase: Kräftig und komplex. Der Rauch wird begleitet von Aprikosennoten, saftigen Rosinen, klebrigen Datteln und herben Apfelkompott. Orangenmarmelade verleiht dem Ganzen eine zitrusartige Frische. Ein Spritzer Wasser bringt tiefere, erdige Schichten zum Vorschein: Geröstete Pilze, Kiefernnadeln, Salzfisch, Kapern und Oliven. Die Speisekammer Islays trifft auf einen sizilianischen Garten.
Am Gaumen: Gewürze geben den Ton an mit Zimtaromen, Sternanis und etwas Lakritz-Schärfe. Süße entfaltet sich mit ahornrauchigem Holz, gebackenen Datteln mit Walnüssen, Honigwaben und dunkler Schokolade. Trockenfruchtnoten folgen dicht danach, umhüllt von Zitronenzeste und mit ausgewogenen, herzhaften Noten gesalzener Nüsse und Trockenkräuter.
Nachhall: Lang und vielschichtig im Nachhall, mit Noten von geräuchertem Apfelholz, Tabak der trocknet, Lagerfeuerglut und kräftig-zähes Torföl. Ardbeg Dolce ist mit 47,8 Vol. % Alkohol abgefüllt, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.
Im Podcast „Dombo bewegt“ spricht Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo über eine moderne Möglichkeit der Rückenvermessung: den strahlungsfreien Rückenscan. Dabei kommt ein kleines handliches Gerät zum Einsatz, das früher unter dem Namen „Medi-Maus“ bekannt war und heute als „IDIAG M360“ genutzt wird. Mit Hilfe dieser Technik kann die Wirbelsäule ohne Röntgenstrahlung analysiert werden. Das Gerät wird entlang der Dornfortsätze der Wirbelsäule geführt und misst dabei Winkel, Abstände und Beweglichkeit der einzelnen Wirbelkörper. Die erfassten Daten werden anschließend digital ausgewertet und mit Millionen Vergleichsdaten abgeglichen. Hier der Podcast:
Der große Vorteil des Systems liegt darin, dass nicht nur statische Bilder entstehen, sondern auch Bewegungsabläufe sichtbar gemacht werden können. Dafür werden mehrere Messungen durchgeführt: im normalen Stand, in einer gebeugten Haltung sowie unter Belastung mit Gewichten beim sogenannten Matthias-Test. So lässt sich erkennen, welche Bereiche der Wirbelsäule beweglich sind, wo Fehlhaltungen oder Blockaden bestehen und wie die Rückenmuskulatur arbeitet.
Die Untersuchung eignet sich laut Norman Dombo nicht nur für Menschen mit akuten Rückenproblemen, sondern grundsätzlich für jeden – insbesondere für Menschen mit sitzenden Tätigkeiten oder Büroarbeit. Viele Beschwerden entstehen im Alltag schleichend durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, die mit dem Scan frühzeitig erkannt werden können.
Auf Basis der Auswertung erstellen die Therapeuten anschließend individuelle Übungsprogramme. Die Patientinnen und Patienten erhalten einen ausführlichen Ausdruck mit Erklärungen und Übungen für zuhause. Zusätzlich werden die Übungen gemeinsam mit den Therapeuten praktisch eingeübt, damit sie korrekt ausgeführt werden können. Unterstützt wird dies durch die App „PhysioFit“, die weitere Trainingsanleitungen digital bereitstellt.
Besonders interessant ist auch die technische Vernetzung des Systems. Im Zentrum für Gesundheit Dombo können die Daten des Rückenscans direkt mit Trainingssystemen verbunden werden, sodass individuelle Trainingsprogramme noch gezielter angepasst werden können. Der strahlungsfreie Rückenscan verbindet damit moderne Diagnostik, digitale Auswertung und physiotherapeutische Betreuung zu einem ganzheitlichen Konzept für Rückengesundheit.
Fußball-Weltmeisterschaft, Philosophie-Wälzer und ein ramponiertes Bilderbuch von 1971 – das sind die Zutaten der vierten Folge von Seitensprung, dem Podcast der Gemeindebücherei Maisach. Moderator Matthias J. Lange und Bibliothekarin Beate Seyschab plaudern darin so unterhaltsam wie erkenntnisreich über die Bücher, die das Leben begleiten – und über jene, die man nie zu Ende liest. Hier der Videopodcast:
Sofis Welt und die unendliche Geschichte Den Einstieg liefert ausgerechnet die Fußball-WM: Ein Kinderbuch über den Hasen Pauli als Fußballstar landet in der Wühlkiste der Bücherei – und gibt Anlass, über ganz persönliche Leseerfahrungen zu sprechen. Beate Seyschab bekennt freimütig, dass Fußball sie herzlich wenig interessiert. Dafür kämpft sie seit Jahren mit Jostein Gaarders Sofis Welt – ein Buch, das sie immer wieder anzieht und ebenso regelmäßig wieder weglegt. „Es ist mir irgendwann too much“, sagt sie. Die Hoffnung, es doch noch zu Ende zu lesen, hat sie noch nicht aufgegeben.
Matthias J. Lange wiederum scheitert an Jürgen Habermas und James Joyces Dublinern – und nimmt es mit Humor: „Ich bin einfach zu doof.“ Beate Scheyschabs eigentliches Lieblingsbuch aber ist Die unendliche Geschichte von Michael Ende, die sie als „wunderschön“ bezeichnet. Die Verfilmung hingegen war für ihn ein Horrorerlebnis – der Beginn einer lebenslangen Skepsis gegenüber Literaturverfilmungen. Auch Momo, ebenfalls von Ende, kommt zur Sprache: „Die grauen Herren habe ich in der Verwaltung immer wieder getroffen“, sagt Lange – und bricht den Satz grinsend ab.
Ein Bilderbuch aus dem Jahr 1971 Besonderes Herzstück der Folge ist Langes mitgebrachtes Lieblingsbuch: ein schon stark zerfallenes Alphabet-Bilderbuch aus dem Jahr 1971, das ihm seine Eltern geschenkt hatten. Darin lernte er als Kind das ABC – vor allem dank einer wiederkehrenden Figur namens Egon, einem Regenwurm. „Egon war so eine Art Begleiter“, erinnert er sich. Das Buch braucht dringend einen Buchbinder.
Das führt zu einer grundsätzlicheren Debatte über Lernmethoden: Beate Seyschab zeigt sich skeptisch gegenüber der heute verbreiteten Praxis, Kinder zunächst nach Gehör schreiben zu lassen, ohne Korrekturen – auch wenn sie die alten Methoden nicht verklärt. Am Rande kommt auch die Diskussion um das phonetische Buchstabieralphabet (A wie Anton, B wie Berta) zur Sprache, das sich laut einem Bericht des Übersetzungsdienstes Babel zu stark an die NS-Zeit orientiere. Das Deutsche Institut für Normung prüft mögliche Änderungen.
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Programm im Juni Neben den literarischen Plaudereien gibt es handfeste Ankündigungen: Am 17. Juni findet ein Vortrag im Rahmen der Maisacher Gespräche zur Popkultur statt – Matthias J. Lange spricht über Filmmonster und Vampire, von Nosferatu bis Bela Lugosi. Am 18. Juni lädt die Bücherei zum Sommerbasteln für Kinder ab 6 Jahren ein (15–16.30 Uhr), und am 25. Juni findet wie immer die monatliche Vorlesestunde statt – Beate Seyschab sucht die Bücher dafür, wie sie verrät, spontan aus.
Das Buch „Mustang – 50 Jahre: Das offizielle Jubiläumsbuch“ von Donald Farr ist ein aufwendig gestalteter Bildband, der anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Ford Mustang erschienen ist. Es verfolgt das Ziel, die Geschichte dieses ikonischen amerikanischen Sportwagens von seiner Einführung im Jahr 1964 bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Aus einer sachlich-kritischen Perspektive zeigt das Werk sowohl klare Stärken als auch einige Schwächen. Ich bin wirklich kein großer Autofan, aber bei einigen Mustang-Modellen könnte ich schwach werden. Aber es bleibt beim Wunsch, daher hab ich mir das Buch gekauft.
Eine der größten Qualitäten des Buches liegt in seiner umfassenden historischen Darstellung. Donald Farr, der seit vielen Jahren als einer der profundesten Kenner der Mustang-Geschichte gilt, zeichnet die Entwicklung des Fahrzeugs chronologisch nach. Beginnend mit der Präsentation des ersten Mustang auf der New York World’s Fair 1964 beschreibt er die einzelnen Modellgenerationen, technische Weiterentwicklungen, Designänderungen und die wechselnden Marktstrategien von Ford Motor Company. Diese Darstellung vermittelt dem Leser einen klaren Überblick darüber, wie sich der Mustang über fünf Jahrzehnte hinweg vom erschwinglichen „Pony Car“ zu einem weltweit bekannten Sportwagen entwickelte.
Besonders hervorzuheben ist die reichhaltige Bebilderung. Die Bilder machen wirklich Lust auf das Auto. Das Buch enthält zahlreiche historische Fotografien, Werbeaufnahmen, Designskizzen sowie Bilder seltener Sondermodelle. Viele dieser Abbildungen stammen aus Archiven oder privaten Sammlungen und sind für Automobilhistoriker und Sammler von großem Interesse. Sie illustrieren nicht nur die ästhetische Entwicklung des Mustang-Designs, sondern auch die kulturelle Bedeutung des Fahrzeugs in der amerikanischen Popkultur.
Inhaltlich überzeugt das Buch zudem durch detailreiche Modellbeschreibungen. Farr widmet einzelnen Varianten – etwa leistungsstarken Hochleistungsmodellen oder limitierten Editionen – ausführliche Abschnitte. Technische Daten, Produktionszahlen und Hintergrundinformationen zur Entwicklung werden verständlich aufbereitet. Gerade für Leser, die sich intensiver mit den einzelnen Modellreihen beschäftigen möchten, bietet das Buch damit einen großen Informationswert.
Kritiker möge maulen, dass das Werk teilweise stark aus einer enthusiastischen Perspektive geschrieben ist. Das Ost für mich kein Nachteil. Ich mag Fanbücher. Als offizielles Jubiläumsbuch liegt der Fokus klar auf der Würdigung des Mustang als Erfolgsgeschichte. Problematische Aspekte der Modellgeschichte – etwa wirtschaftliche Fehlentwicklungen einzelner Generationen, Kritik an Qualität oder Marktstrategien – werden nur am Rande behandelt. Dadurch entsteht stellenweise ein sehr positives, fast werbliches Gesamtbild, was mir aber egal ist, denn ich kaufe mir das Auto sowieso nicht und träume nur.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gewichtung der Inhalte. Während die frühen Modelljahre der 1960er- und frühen 1970er-Jahre sehr ausführlich behandelt werden, erscheinen spätere Generationen teilweise vergleichsweise knapp dargestellt. Gerade die Phase der 1980er- und 1990er-Jahre, die für die Weiterentwicklung des Mustang ebenfalls wichtig war, hätte eine ausführlichere Analyse verdient. Aber die Autos dieser Jahre sehen eher, naja aus.
Auch aus wissenschaftlicher Sicht bleibt das Buch eher populärhistorisch. Quellenangaben, vertiefende Analysen der Automobilindustrie oder wirtschaftshistorische Einordnungen treten zugunsten einer erzählerischen Darstellung in den Hintergrund. Für Leser, die eine stärker analytische Betrachtung der amerikanischen Automobilgeschichte erwarten, kann dies eine gewisse Einschränkung darstellen. Dazu gehöre ich nicht
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt „Mustang – 50 Jahre: Das offizielle Jubiläumsbuch“ ein hochwertiger und informativer Bildband, der vor allem durch seine visuelle Gestaltung und die detailreiche Dokumentation der Modellgeschichte überzeugt. Für Fans des Ford Mustang, Sammler und Automobilinteressierte bietet das Buch einen fundierten Überblick über fünf Jahrzehnte eines der bekanntesten Sportwagenmodelle der Welt. Als kritisch-historische Analyse ist es nur bedingt geeignet, als reich illustrierte Chronik eines automobilen Mythos erfüllt es seinen Anspruch jedoch überzeugend.
Playmobil kann mehr als Piraten, Ritter und Bauernhof. Besonders charmant sind die Sonderausgaben historischer Persönlichkeiten, bei denen große Kulturgeschichte plötzlich auf sieben Zentimeter schrumpft. Martin Luther mit Bibel, Goethe mit „Faust“, Dürer mit Staffelei, Mozart mit Geige oder Richard Wagner mit Notenständer: Diese Figuren sind kleine Botschafter der Geschichte. Sie wirken auf den ersten Blick spielerisch und niedlich, erzählen aber gleichzeitig etwas über Menschen, Orte und Jubiläen, die bis heute Bedeutung haben.
Der Reiz dieser Sonderfiguren liegt genau in diesem Spannungsfeld. Eine Playmobilfigur ist vertraut, freundlich und niedrigschwellig. Man muss kein Museumsexperte sein, um sich ihr zu nähern. Gerade deshalb funktionieren diese Miniaturen so gut. Sie holen große Namen vom Sockel herunter und machen sie greifbar. Martin Luther ist dann nicht nur der Reformator aus dem Geschichtsbuch, sondern eine kleine Figur mit schwarzem Barett und aufgeschlagener Bibel. Richard Wagner ist nicht nur der Komponist der großen Opern und der Bayreuther Festspiele, sondern steht als Playmobilfigur mit Taktstock und Notenständer vor einem. Das nimmt den Persönlichkeiten nichts von ihrer Bedeutung, im Gegenteil: Es macht neugierig.
Viele dieser Figuren entstehen zu besonderen Anlässen oder in Zusammenarbeit mit Städten, Museen, Stiftungen und touristischen Einrichtungen. Der Playmobil-Luther wurde zum großen Erfolg und gilt als besonders populäre Sonderfigur. Auch andere historische Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Albrecht Dürer, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder regionale Figuren zeigen, wie gut sich Geschichte in dieser Form vermitteln lässt. Bayreuth brachte 2026 passend zum Jubiläum der Bayreuther Festspiele eine exklusive Richard-Wagner-Figur heraus, inklusive Notenständer und spezieller Verpackung. Die Figur wurde gemeinsam von der Stadt Bayreuth und dem Unternehmen Playmobil entwickelt und kam am 23. Mai 2026 in den Verkauf. Sie zeigt den Komponisten Richard Wagner in historischer Kleidung mit Taktstock und Notenständer. Die Sonderfigur kostet 5,99 Euro und wird in einer eigens gestalteten Sammler-Verpackung angeboten. Erhältlich ist sie unter anderem in der Tourist-Information Bayreuth sowie bei ausgewählten Händlern in der Stadt. Die Edition gilt als offizielles Jubiläumsprodukt der Bayreuther Festspiele und richtet sich sowohl an Wagner-Fans als auch an Sammler von Playmobil-Sonderfiguren.
Das Schöne daran ist: Diese Figuren sprechen ganz unterschiedliche Menschen an. Kinder sehen zunächst eine Spielfigur. Erwachsene erkennen den historischen Bezug. Sammler achten auf Verpackung, Auflage und Zubehör. Touristen nehmen die Figur als Souvenir mit. Und Museen bekommen ein Objekt, das nicht trocken erklärt, sondern sofort ein Lächeln auslöst. Eine kleine Figur kann dadurch mehr bewirken als manche lange Infotafel: Sie senkt die Hemmschwelle, sich mit Kultur und Geschichte zu beschäftigen.
Besonders bei Martin Luther zeigt sich, wie stark dieses Prinzip funktionieren kann. Die Figur war nicht nur ein Werbeartikel, sondern wurde zu einem kleinen kulturellen Phänomen. Die erste Auflage war schnell vergriffen, später wurden sehr hohe Stückzahlen verkauft; der Luther gilt als erfolgreichste Einzelfigur in der Geschichte von Playmobil. Das zeigt, dass historische Themen keineswegs langweilig sein müssen, wenn man sie klug, liebevoll und zugänglich präsentiert. Jetzt kam gerade die Playmobil-Sonderfigur Deutsche Jugendfeuerwehr auf den Markt: Die jetzt vorgestellte neue Playmobil-Sonderfigur wurde in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugendfeuerwehr entwickelt und spiegelt authentisch deren Erscheinungsbild wider. Denn erstmals wurde eine Playmobil-Sonderfigur in Form und Größe einer Teenagerfigur umgesetzt. Die Startauflage beträgt 34.000 Stück, der Vertrieb erfolgt exklusiv über das Versandhaus Deutscher Feuerwehrverband GmbH.
Natürlich kann man darüber schmunzeln, wenn große Geister als Plastikfiguren erscheinen. Aber genau dieses Schmunzeln ist Teil des Erfolgs. Playmobil-Sonderfiguren machen Geschichte nicht kleiner, sondern nahbarer. Sie schaffen einen spielerischen Zugang zu Menschen, deren Namen man vielleicht kennt, deren Werk einem aber manchmal fern erscheint. Wer eine Wagner-Figur sieht, fragt sich vielleicht wieder, was es mit Bayreuth, den Festspielen oder dem „Ring des Nibelungen“ auf sich hat. Wer Luther in der Hand hält, denkt vielleicht an Reformation, Bibelübersetzung und Religionsgeschichte. Und wer Goethe, Schiller oder Dürer entdeckt, merkt, dass Kultur nicht nur im Museum hängt, sondern auch als kleine Figur auf dem Schreibtisch stehen kann.
Gerade deshalb sind diese Sonderausgaben so sympathisch. Sie verbinden Sammelleidenschaft, Bildungsauftrag und Popkultur auf eine Weise, die leicht verständlich ist und trotzdem Wirkung hat. Aus großen Namen werden kleine Figuren, aus Geschichte wird ein Mitbringsel, aus einem Souvenir vielleicht sogar ein Gesprächsanlass. Und am Ende zeigt sich: Manchmal braucht es keine dicken Bücher, um Interesse an Kultur zu wecken. Manchmal reicht eine sieben Zentimeter große Figur mit Bart, Barett oder Taktstock.
Stolz bin ich auch auf die Göttinger Gänseliesel, die es seit März 2026 gibt. Sie wurde mir von einem Bekannten besorgt, der aus Göttingen stammt Anlass ist das 125-jährige Jubiläum des Wahrzeichens. Die Figur zeigt das Gänseliesel mit den typischen Gänse. Hinter der Miniatur steckt Stadtmarketing: Göttingen Marketing wollte aus dem bekannten Brunnenmotiv ein Souvenir und Sammlerstück machen. Geschäftsführerin Petra Aschenbach bezeichnete das Gänseliesel als Symbol der Stadt, das für viele Menschen mit persönlichen Erinnerungen verbunden sei. Das Original-Gänseliesel steht seit 1901 auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Die Bronzefigur wurde vom Bildhauer Paul Nisse nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Stöckhardt geschaffen. Seit 1990 steht am Brunnen eine Kopie; das Original befindet sich geschützt im Städtischen Museum. Berühmt wurde die Figur auch durch den Studentenbrauch: Frisch Promovierte bringen Blumen und küssen das Gänseliesel. Wegen solcher Besteigungen gibt es seit 1926 ein offizielles Kussverbot, das zum Jubiläum 2026 an drei Terminen gelockert wurde.
Evi Huttenloher ist die 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. Bei der Gemeinderatswahl 2026 erzielte Huttenloher mit 4.407 Stimmen das beste Ergebnis unter den gewählten Gemeinderatsmitgliedern der CSU und unterstrich damit ihre starke Verankerung in der Gemeinde. Als 3. Bürgermeisterin steht sie für kommunalpolitisches Engagement vor Ort, für Bürgernähe und für die Bereitschaft, Verantwortung in Maisach zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, die Gemeinde mitzugestalten, Anliegen aus der Bürgerschaft aufzunehmen und gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung an der Entwicklung Maisachs mitzuwirken. Damit ist Evi Huttenloher eine wichtige Ansprechpartnerin im politischen Leben der Gemeinde.
Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Bürgermeisterin Evi Huttenloher eine engagierte Kommunalpolitikerin eingeladen – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script. Termin ist am Mittwoch, 10. Juni um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt. Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams
Die Ausstellung „Introducing Johnny Depp“ in der Kunsthalle Kloster Banz war schon durch ihren Ort ein ungewöhnliches Ereignis: In den historischen Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters, das heute als Bildungs- und Begegnungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung genutzt wird, traf oberfränkische Klosterkultur auf internationale Pop- und Kunstwelt. Wo sonst politische Bildung, Tagungen und Begegnungen stattfinden, öffnete sich ein Raum für eine andere Seite eines weltbekannten Schauspielers. Johnny Depp ist den meisten Menschen als Filmstar, Musiker und exzentrische Künstlerpersönlichkeit vertraut; in Kloster Banz aber stand nicht der Hollywood-Mythos im Vordergrund, sondern der bildende Künstler Depp. Die Kunsthalle zeigte unter dem Titel „Introducing Johnny Depp“ originale Arbeiten und signierte Editionen. Depp war leider nicht vor Ort, obwohl er im August mit den Hollywood Vampires in Nürnberg weilt.
Gerade diese Spannung macht den Reiz der Ausstellung aus. Johnny Depp kommt nicht als Schauspielerfigur nach Oberfranken, sondern über seine Bilder. Viele Jahre lang soll er seine künstlerischen Arbeiten nur im privaten Umfeld gezeigt haben, bevor er sich 2022 mit der Kollektion „Friends & Heroes“ erstmals öffentlich als bildender Künstler präsentierte. Darin setzte er sich mit Menschen auseinander, die ihn geprägt haben, mit kulturellen Ikonen ebenso wie mit persönlichen Bezugspunkten. In Kloster Banz wird diese künstlerische Seite nun einem bayerischen Publikum zugänglich gemacht. Nach Angaben zur Ausstellung bietet sich dort erstmals in Bayern die Möglichkeit, originale signierte Arbeiten von Johnny Depp zu sehen und auch zu erwerben. 
Zu sehen sind laut Berichten rund 30 Werke des 62-Jährigen, darunter Selbstporträts und Arbeiten aus verschiedenen Werkzusammenhängen. Besonders die unter dem Motto „Reflections“ stehenden Selbstporträts geben der Ausstellung eine sehr persönliche Note. Sie zeigen Depp nicht als glatt inszenierten Star, sondern als jemanden, der sich mit dem eigenen Bild, dem eigenen Zustand und der eigenen Veränderung auseinandersetzt. Seine Porträts wirken dabei weniger wie klassische Prominentenkunst, die nur vom bekannten Namen lebt, sondern wie Versuche, über Farbe, Gesicht, Blick und Geste einen inneren Zustand sichtbar zu machen. Depp nutzt die Porträtmalerei, wie es in der Ausstellungseinordnung heißt, als Mittel, um die menschliche Natur zu beobachten; seine Selbstporträts seien oft in mehreren Anläufen entstanden, um einen sich wandelnden Zustand festzuhalten. Als Dylan-Fan interessierte mich natürlich das Porträt des Musikers, aber rund 10.000 Euro hatte ich dann doch nicht dabei. 
Interessant ist auch, wie gut diese Arbeiten in die Atmosphäre von Kloster Banz passen. Der Ort liegt nicht neutral und anonym im Raum, sondern bringt Geschichte, Würde und eine gewisse Stille mit. Die barocke Klosteranlage über dem Maintal ist kein weißer Großstadt-Kubus, sondern ein historisch aufgeladener Ort. Dadurch entsteht ein besonderer Kontrast: Auf der einen Seite steht der weltberühmte Schauspieler, der durch Filmfiguren wie Captain Jack Sparrow, Edward mit den Scherenhänden oder den verrückten Hutmacher längst Teil der Popkultur geworden ist. Auf der anderen Seite stehen die Klostermauern, die Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung und eine Umgebung, die eher Konzentration als Starkult nahelegt. Genau daraus gewinnt die Ausstellung ihre besondere Wirkung. Sie entschleunigt den Blick auf Johnny Depp und zwingt den Besucher, hinter die bekannte Maske des Stars zu schauen.
Die Ausstellung ist dabei auch ein Ereignis für die Region. Dass ein Hollywood-Star mit seinen Kunstwerken in Oberfranken präsent ist, sorgt verständlicherweise für Aufmerksamkeit. Berichte sprechen von großem Interesse und Andrang rund um die Präsentation. Für die noch junge Kunsthalle Kloster Banz ist „Introducing Johnny Depp“ damit ein deutlicher Schritt in Richtung überregionaler Wahrnehmung. Hinter der Ausstellung stehen die Queens Kunstgalerien; das Kloster selbst befindet sich seit 1978 im Eigentum der Hanns-Seidel-Stiftung und wird als Tagungsstätte genutzt. 
Neben den Arbeiten von Johnny Depp verdienen auch die dort gezeigten Bilder von SAXA besondere Aufmerksamkeit. SAXA, mit bürgerlichem Namen Dr. Sascha Lehmann, ist für seine besondere Form der Wortmalerei bekannt. Ich habe mir ein signierten Druck mit der Nummer 42 von Captain Jack Sparrow gekauft. SAXA malt seine Bilder nicht im klassischen Sinn, sondern „schreibt“ sie: Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort entstehen Porträts und Bildflächen, in denen Text und Bild untrennbar miteinander verbunden sind. Die Queens Kunstgalerien beschreiben diese Kunst als Wechselverhältnis von Bild und Text, das eine besondere Spannung erzeugt. 
Gerade im Umfeld einer Johnny-Depp-Ausstellung sind SAXAs Werke mehr als nur eine Ergänzung. Sie öffnen einen zweiten Zugang zum Thema Persönlichkeit, Porträt und öffentlicher Mythos. Während Depp in seinen eigenen Bildern mit Farbe, Gestus und Selbstbeobachtung arbeitet, nähert sich SAXA seinen Motiven über Sprache. Seine Kunst fordert den zweiten Blick: Aus der Entfernung erkennt man ein Bild, aus der Nähe erschließt sich die Schrift. Dadurch entsteht ein reizvoller Dialog zwischen Sehen und Lesen, zwischen Oberfläche und Bedeutung. Bei einem Künstler wie Johnny Depp, dessen öffentliches Bild stark von Rollen, Zitaten, Schlagzeilen und Erzählungen geprägt ist, passt diese Form der Wortmalerei besonders gut. SAXA zeigt, dass ein Porträt nicht nur aus Linien, Farben und Schatten bestehen muss, sondern auch aus Sprache, Erinnerung und Interpretation.
So gewinnt die Ausstellung in Kloster Banz eine zusätzliche Ebene. Sie ist nicht nur eine Schau über einen berühmten Schauspieler, der malt. Sie ist auch eine Begegnung mit der Frage, wie Bilder von Menschen entstehen: durch Selbstbetrachtung, durch Fremdwahrnehmung, durch Medien, durch Texte, durch Fans, durch Rollen und durch die Geschichten, die sich um eine Person legen. Johnny Depp ist dafür ein besonders spannendes Beispiel, weil sein öffentliches Bild über Jahrzehnte gewachsen ist und immer wieder zwischen Faszination, Exzentrik, Verletzlichkeit und Kontroverse schwankte. Die Kunstwerke in Kloster Banz erlauben einen ruhigeren Blick darauf. Sie laden nicht zum schnellen Urteil ein, sondern zur Betrachtung.
Gerade deshalb war „Introducing Johnny Depp“ eine Ausstellung, die über den bloßen Promi-Faktor hinausgeht. Natürlich zieht der Name Johnny Depp Besucher an. Natürlich ist die Neugier groß, wenn ein Weltstar seine Bilder in Oberfranken zeigt. Aber wer sich auf die Werke einlässt, entdeckt mehr als eine Randnotiz aus der Karriere eines Schauspielers. Man sieht einen Künstler, der sich mit Porträt, Identität und Erinnerung beschäftigt; man erlebt einen historischen Ort, der diese Arbeiten aus dem Lärm der Popkultur herausholt; und man begegnet mit SAXA einem Künstler, der auf ganz eigene Weise zeigt, wie eng Bild und Sprache miteinander verbunden sein können. So wurde Kloster Banz für die Dauer der Ausstellung zu einem Ort, an dem Hollywood, Kunstmarkt, regionale Kultur und persönliche Ausdrucksformen auf bemerkenswerte Weise zusammenkommen.
In meinem Lieblingshotel Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang wird Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt. Wenn sich auf Einladung der Hoteliers Armin und Sabine Groß die Gäste des Hauses zu einem Musikabend versammeln, entsteht eine besondere Atmosphäre der Nähe und Herzlichkeit. Bei einem Kurzurlaub genoss ich diese Herzlichkeit und sog die Atmosphäre in mich auf.
In der warmen, persönlichen Umgebung des traditionsreichen Hotels im Allgäu kommen Menschen zusammen, die sich vielleicht erst seit wenigen Tagen kennen – und doch verbindet sie in diesem Moment etwas sehr Einfaches und zugleich sehr Kraftvolles: das gemeinsame Singen. Vertraute Melodien, bekannte Liedzeilen und die Freude am Mitmachen schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das weit über den Augenblick hinauswirkt. Jeden Montag kommt man um 20:30 Uhr zusammen, um zusammen zu musizieren und zu singen.
Dabei geht es nicht um Perfektion oder große Bühnenauftritte, sondern um das gemeinsame Erleben. Stimmen mischen sich, Erinnerungen werden wach, und manches Lied lässt die Gäste schmunzeln, träumen oder leise mitsummen. Ich habe gesummt, sonst wäre es nicht zu ertragen. Für eine Weile treten Alltag, Termine und Unterschiede in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Musik, Begegnung und die Freude daran, miteinander etwas Schönes entstehen zu lassen. Gerade in einem Haus wie dem Hotel Prinz-Luitpold-Bad, das für Gastfreundschaft, Erholung und eine besondere Verbindung zur Allgäuer Lebensart steht, passt dieses musikalische Miteinander hervorragend zum Charakter des Hauses.
Aus diesen Musikabenden heraus entsteht nun eine weitere schöne Idee: Geplant sind für dieses Jahr Ukulele-Workshops im Hotel, bei denen Gäste dieses wunderbare Instrument näher kennenlernen können. Die Ukulele ist wie geschaffen für solche gemeinsamen musikalischen Momente. Sie ist klein, leicht, handlich und wirkt schon auf den ersten Blick sympathisch. Ihr heller, warmer Klang verbreitet sofort gute Laune und erinnert an Sonne, Leichtigkeit und unbeschwerte Stunden. Gleichzeitig ist sie ein Instrument, das auch Einsteigern schnell Erfolgserlebnisse schenkt. Schon mit wenigen Akkorden lassen sich viele bekannte Lieder begleiten, sodass die Hemmschwelle niedrig ist und der Spaß sehr schnell im Vordergrund steht. Meine sehr musikalische Gattin hat sich gleich nach dem Kurzurlaub ein Instrument angeschafft und übt seitdem – mit hörbaren Fortschritten.
Gerade deshalb eignet sich die Ukulele ideal für Gäste, die vielleicht schon lange einmal ein Instrument ausprobieren wollten, sich aber nie so recht getraut haben. Man muss kein Profi sein, keine jahrelange musikalische Ausbildung mitbringen und auch keine Noten lesen können, um erste Lieder zu spielen. Die Ukulele lädt dazu ein, einfach anzufangen. Sie nimmt die Angst vor dem Musizieren, weil sie freundlich, unkompliziert und zugänglich ist. Ihr Klang ist nie aufdringlich, sondern leicht und charmant. Sie begleitet Gesang auf natürliche Weise und macht aus einem einfachen Lied schnell einen kleinen musikalischen Höhepunkt.
Die geplanten Ukulele-Workshops im Hotel Prinz-Luitpold-Bad von 2.-4. Dezember können so zu einer wunderbaren Ergänzung der Musikabende werden. Charlotte Felgen wird einen Anfängerkurs geben. Anmeldungen hier. Wir haben uns zum Workshop angemeldet.
Die Workshops verbinden Lernen, Entspannung und Gemeinschaft auf eine besonders angenehme Weise. Gäste können etwas Neues ausprobieren, gemeinsam lachen, üben, singen und vielleicht am Ende sogar ein kleines Lied miteinander spielen. Das Instrument passt hervorragend zu der Atmosphäre des Hauses: herzlich, offen, lebensfroh und zugleich bodenständig. So wird Musik im Hotel Prinz-Luitpold-Bad nicht nur zu einem Programmpunkt, sondern zu einem Erlebnis, das Menschen zusammenbringt und ihnen ein Stück Allgäuer Wohlgefühl mit nach Hause gibt.
Und ich habe mir schon einen Termin für 2027 vorgemerkt: Vom 30. April bis 2. Mai 2027 verwandelt sich das Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang in einen Treffpunkt für Musikfreunde, Ukulele-Begeisterte und alle, die Lust auf ein besonderes Gemeinschaftserlebnis inmitten der Allgäuer Alpen haben. Unter dem Titel ALUHA 2027 lädt das Haus zu einem außergewöhnlichen Ukulele-Festival ein, bei dem Musik, Begegnung und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Die kleine Ukulele passt dabei wunderbar zur herzlichen Atmosphäre des Hotels: Sie ist handlich, sympathisch, leicht zu erlernen und verbreitet mit ihrem hellen, warmen Klang sofort gute Laune. Gerade deshalb eignet sie sich ideal für gemeinsame Musikabende und Workshops, bei denen nicht Perfektion, sondern Freude, Neugier und das gemeinsame Spielen zählen. Gäste können die Ukulele kennenlernen, erste Akkorde ausprobieren, vertraute Lieder begleiten und erleben, wie schnell aus wenigen Griffen ein gemeinsamer musikalischer Moment entsteht. In Verbindung mit der besonderen Gastfreundschaft des Hotel Prinz-Luitpold-Bad entsteht so ein Wochenende, das Erholung, Kreativität und Gemeinschaft auf schöne Weise miteinander verbindet. ALUHA 2027 verspricht ein charmantes Festival voller Musik, Leichtigkeit und Allgäuer Herzlichkeit.