Mein Warten auf das iPhone 7plus

29. September 2016

Die Geschichte wiederholt sich. So wie ich auf das iPhone 6plus gewartet habe, warte ich jetzt wieder auf das iPhone 7plus. Ich sitze wie auf Kohlen. Immer wieder werfe ich einen Blick auf das Smartphone, um die erlösende SMS zu erhalten, die mir mitteilt, dass mein iPhone 7plus unterwegs sei. Aber nichts da.
Ich habe am ersten möglichen Tag das neue iPhone 7plus bei der Telekom bestellt – telefonisch. Am Stuttgarter Hauptbahnhof zwischen einfahrenden Zügen orderte ich am 9. September mein Wunschgerät.
Ich wählte ein iPhone 7plus (wegen großem Display und neuer Kamera) mit 256 GByte Speicher in der Farbe Gold. Dann übergab ich das Telefon an meine Frau, die das kleinere iPhone in Mattschwarz bei dem freundlichen Telekom-Mitarbeiter bestellte. Wir waren ganz früh dran und eigentlich sollte alles klappen. Eigentlich.
Bei meiner Frau piepte ihr Telefon und sie bekam am Erstauslieferungstag Ihre SMS: Das Telefon ist unterwegs und kommt pünktlich an. So war es dann auch. Tags darauf brachte DHL ihr iPhone 7 und für sie war die Welt in Ordnung.

OMG - die Auslieferung verzögert sich.

OMG – die Auslieferung verzögert sich.

Tja und was soll ich schreiben? Bei mir piepte es auch. Auch ich bekam eine SMS, aber leider mit völlig anderem Inhalt. Die Auslieferung verzögert sich. Wie bitte? Die Auslieferung an einen Apple Fanboy verzögert sich? Das war wie bei der Auslieferung des iPhone 6plus, als ich auch warten musste. Warten – diese Wort gehört nicht unbedingt zu meinen besten Eigenschaften. Im besten Verwaltungsdeutsch stand dort zu lesen: „Lieber Kunde, durch eine verzögerte Anlieferung der Verkaufsware durch den Hersteller zum Vermarktungsstart, kann es bei den iPhone 7 und iPhone 7 Plus Varianten zu einer Erhöhung der Lieferzeiten um weitere 7 Tage kommen. Der Hersteller arbeitet mit Hochdruck an der Auslieferung der Geräte. Wir bitten um ihr Verständnis.“
Hm, um wenigstens ein Auspackerlebnis zu haben, erlaubte meine Frau mir, ihr Telefon auszupacken und ein Unboxing zu drehen. Wenigstens etwas Apple-Feeling in unserem Haus.

Dann kam eine SMS von der Telekom. Aber wieder nichts: Es kam der freundliche Hinweis, das mein Datenvolumen verbraucht sei und ich mit reduzierter Geschwindigkeit surfe. Na toll, auch das noch.

Auch das noch

Auch das noch

Dann checkte ich den aktuellen Lieferstatus. Mein iPhone 7plus in Gold mit 256 GByte soll zwischen 26. September und 1. Oktober ausgeliefert werden. Jetzt ist es der 29. September und bisher noch keine SMS von der Telekom. Was soll das? Das ist doch nich euer Ernst? Freunde von der Telekom, ich leide.

Ich sehe dumme Menschen und sie sind überall

28. September 2016

Die Dummen sterben nie aus. Leider bei uns im Dorf auch nicht. Gestern am Bahnhof meines Wohnorts Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck fiel mir ein laminiertes Flugblatt auf.
Das DIN A4-Blatt war säuberlich laminiert und wurde mit Kabelbinder an einem Gartenzaun festgemacht. Es sah wie eine amtliche Bekanntmachung auf, da es das Wappen des Freistaats Bayern trug und die Raute im Hintergrund abgebildet war. Beides ist illegal, wenn man keine Genehmigung des Innenministeriums hat und das haben diese Wirrköpfe mit Sicherheit nicht.

Flugblatt der Wirrköpfe am Bahnhof im Dorf.

Flugblatt der Wirrköpfe am Bahnhof im Dorf.

Das Flugblatt begann mit der Anrede: „An alle Bürgerinnen und Bürger der BRDR GmbH“. Und dann kamen ha­ne­bü­chenen Ausführungen und Gesülze, wie beispielsweise: „Wir sind auch heute offiziell kein souveräner Staat, sondern eine im Handelsregister geführte Gesellschaft.“ Und immer wieder „Wir werden getäuscht und belogen.“ Gegen Ende des Ausführungen wird ganz seltsam. „Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die die Welt beherrschen.“ Am Ende gibt es sogar noch einen Aufruf zum Widerstand. „Jeder Bürger und Beamte hat die Verantwortung für seine Lieben und Mitmenschen Widerstand zu leisten, oder besser gesagt … sich zu entscheiden.“ Ich habe mich entschieden und das Plakat einfach abgerissen und meine Gemeindeverwaltung per Mail informiert, was hier für Leute ihr Unwesen treiben. Ich hoffe, es sind vereinzelte Wirrköpfe, die sich durch solche Aktionen Gehör verschaffen. Sicherlich trägt dieser Blogpost auch zur Verbreitung dieses Gedankentums bei – und dennoch: Diese Verschwörertypen haben ein Rad ab. Ich schau gleich in den Himmel, setze meinen Alu-Hut auf und beobachte die Chemical Trails, weil uns Flugzeuge mit ihren Kondenzstreifen im Auftrag von CIA und Co vergiften. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!
Im Netz fand ich eine schöne Zeichnung: Ich sehe dumme Menschen und sie sind überall. Kennt ihr auch solche Leute?

Leider wahr.

Leider wahr.

Der Blog hilft: Magisterarbeit zum Oktoberfest Attentat

27. September 2016

Da sage noch einer, dass Bloggen nicht der Wissenschaft dient. Ich verfasste 2015 einen Blogbeitrag zu meinen Erinnerungen an das Oktoberfest-Attentat. Der Blogpost ist hier zu finden. Gestern gab es in München wieder eine Gedenkfeier. Die Anwesenden forderten endlich eine lückenlose Aufklärung der Tat. Ich konnte nicht dabei sein, weil ich bei einem Kunden war. In meinem Blogpost gehe ich auf dieses verbrecherische Attentat von 1980 ein und zeigte eine Broschüre, die die Landeshauptstadt München herausgegeben hatte.
Diesen Blogpost las der Münchner Student Moritz Kienast, der Material für seine Magisterarbeit zum Thema Oktoberfest-Attentat sammelte. Die von mir im Blog präsentierte Broschüre hatte er noch nie gesehen. Auch die Archive hatten wohl kein Exemplar dieses Werkes, sagte er mir. Ich hatte also einen kleinen historischen Schatz in meinem privaten Archiv.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Also schrieb mich Moritz Kienast an und bat um einen Scan der Broschüre. Er wolle das Material in seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München verwenden. Scannen war mir in diesem Moment zu abwendig und so schickte ich ihm einfachhalber das Werk und meine gesammelten Flugblätter, die ich noch aus der Nachfolgezeit des Attentats hatte.

Dokumentation zum Wiesnattentat

Dokumentation zum Wiesnattentat

Und mein Material ging nun in die unlängst veröffentlichte Magisterarbeit ein. Ich werde sogar im Vorwort genannt. Vielen Dank für diese Ehre. Die Arbeit wurde von der zuständigen Professorin mit 1,3 bewertet, vom Korreferenten mit 1,7, insgesamt also mit 1,5 = sehr gut. Ich bekam von Moritz Kienast eine Kopie seiner Magisterarbeit und gratuliere ihm zu seiner Leistung. Ich lese gerade die Arbeit und bin wieder erschüttert. Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr riss die Bombe aus 1,39 Kilo TNT zwölf Volksfestbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Vor zwei Jahren wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Herausgekommen ist nicht viel, eigentlich kaum etwas ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Wir dürfen dieses Attentat und die Opfer nicht vergessen. Als Mahnung empfehle ich die Lektüre der Magisterarbeit von Moritz Kienast.
Das Werk ist erschienen als: Kienast, Moritz: Erinnerung an das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980. Magisterarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2015.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen - gut so.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen – gut so.

Wiesn 2016: Zeit zum Umdenken

26. September 2016

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Auch wenn es die Wiesn-Wirte und -Schausteller nicht hören wollen: Ich mochte die Wiesn als es regnete. Für mich hatte es eine eigenartige Stimmung, ganz anders als das ausgelassene Treiben, das sonst auf dem Oktoberfest herrschte. Die ersten Tage der Wiesn 2016 waren kalt und es regnete. Der Bierumsatz des ersten Tages halbierte sich.

Sicherheitskonzept auf der Wiesn 2016

Zudem hat die Stadt ein neues Sicherheitskonzept beschlossen. Es gibt nun einen Zaun um die Wiesn, der im Notfall in kurzer Zeit beseitigt werden kann. Außerdem gibt es Taschenkontrollen. Rucksäcke und große Taschen dürfen nicht auf die Wiesn mitgenommen werden. Die Kontrolleure sind in mehreren Reihen an den Eingängen aufgestellt. Ich habe mir die Aktion angesehen. Die erste Phalanx spricht die Besucher der Festwiese an, weist sie ggf. ab. Die zweite Reihe durchsucht mal mehr, mal weniger die durchgewunkenen Besucher. Im Grunde kennen wir so ein Verfahren von jedem Fußballspiel oder Open Air-Konzert, also regt euch nicht so künstlich auf. Und es gibt dann noch einzelne Ordner, die als dritte Reihe fungieren und im Zweifelsfall eingreifen. Ob sich das Sicherheitskonzept bewährt hat, kann ich nicht sagen. Es wird sich im Notfall zeigen, der hoffentlich nie eintritt. Es gibt übrigens Schließfächer, um die zu großen Taschen und Rucksäcke einzuschließen. An den Regentagen reichen die Schließfächer aus, an den Sonnentagen nicht.

Nachdenken auf der Wiesn 2016
Der Regen und die Kälte der ersten Tage brachten für mich eine eigenartige Wiesn-Atmosphäre. Die Fahrgeschäfte spiegelten sich in den Pfützen auf der Theresienwiese. Viele Fahrgeschäfte blieben bei dem strömenden Regen leer. Achterbahn und Kinderkarussell machen bei Regen und Kälte keinen Spaß. Vielleicht nutzten die Verantwortlichen die Zeit und stellten das Konzept der Wiesn zur Diskussion. Muss es jedes Jahr so ausarten, muss es ein ekelhaftes Besäufnis sein? Klar, die Wiesn ist ein Touristenmagnet, aber passt die Wiesn als Massenveranstaltung noch in die Zeit?
Als die Sonne mitten der Woche herauskam, werden solche Gedanken beiseite geschoben. Der Rubel rollt. Die Schlangen sind lang, die Zelte sind vor Überfüllung geschlossen. Die Massen strömen wieder auf die Wiesn. Mein Eindruck, die Faschingszeit auf der Wiesn geht dieses Jahr auch etwas zurück. Zwar gibt es weiterhin Japaner im Dirndl, aber die schlimmsten modischen Verfehlungen sind mir nicht so sehr ins Auge gestochen.

Alkohol auf der Wiesn 2016
Gesoffen wird aber weiterhin. Als ich bei uns im Dorf in die S-Bahn zur Arbeit stieg, waren auch drei Burschen in Lederhosen aus unserem Dorf dabei. Im Zug zogen sie eine 0,7 Liter-Flasche Wodka aus der Tasche. Bis zur Hackerbrücke war die Flasche leer und die Burschen voll. Vorglühen nannten es die Herrschaften. Diszipliniert und ohne Radau ließen sie die Flasche während der Zugfahrt die Flasche kreisen. An ihrer Stelle wäre ich nie aus der S-Bahn stehend herauskommen, sondern wäre lallend zusammengebrochen. Sie standen dagegen auf, nahmen die leere Flasche mit, entsorgten sie ordnungsgemäß an einem Müllcontainer und gingen zur Wiesn. Eine Welt ist das.

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Der ultimative Zeltguide für die Wiesn 2016
Die Berliner Agentur Peak Ace sprach mich im Vorfeld an und fragte mich, was denn meine Lieblingszelte auf der Wiesn seien. Zum Wiesnstart haben sie für einen Kunden einen netten Wiesnlageplan mit Bloggertipps online geschaltet. Der Lageplan mit dem ultimativen Zeltguide ist hier zu finden. Ich berichtete in dem Beitrag von meinen Vorlieben: Ich schrieb: „Für mich sind zwei Zelte interessant: das Käferzelt zum Wichtigsein und Angeben und das Armbrustschützenzelt für die Tradition.“

Mein Statement für den Wiesnguide.

Mein Statement für den Wiesnguide.

Wichtigkeit beim Käfer auf der Wiesn 2016

Und dieses Jahr war ich beim Wichtigsein wieder dabei. Ich bekam eine Einladung zur Mittagswiesn von PFU Imaging Team ins Käfer Zelt. Dahinter verbringt sich das Unternehmen, die die Fujitsu Scanner vertreiben. Ich habe mehrere dieser Dokumenten-Scanner von Fujitsu im Einsatz und empfehle sie meinen Kunden in Seminaren weiter. Ich bekam von der PFU eine Einladung zur Wiesn und fühlte mich zur Mittagszeit sehr wohl. Danke für Speis und Trank im Käfer. Neben der Gaudi im RL und über Twitter gab es auch das eine oder andere Fachgespräch mit PFU und den zuständigen Agentur. Ich werde in den nächsten Wochen mal das Fujitsu Scanner Modell SV600, einen Bücherscanner, testen.
Beim Verlassen der Wiesn kam es wieder zu einem Ritual. Jedes Mal, wenn ich die Wiesn verlasse, schaue ich an dem Mahnmal für das Oktoberfest-Attentat vorbei. Ich halte kurz ein und gedenke der Opfer. Ich habe über das Oktoberfest-Attentat im Blog bereits geschrieben und werde es in den nächsten Tagen wieder tun.

Musiktipp: Who Can I Be Now? von David Bowie

26. September 2016
Teil 2 der David Bowie Werkschau

Teil 2 der David Bowie Werkschau

Mann oh Mann, was war dieser David Bowie doch für ein musikalisches Genie. Ich habe das ganze Wochenende die neue Box Who Can I Be Now? gehört, die vergangenen Freitag erschienen ist. Obwohl ich einiges des veröffentlichten Materials schon kannte, ist diese Box etwas für verwöhnte Ohren – ein musikalischer Leckerbissen. Es handelt sich um die David Bowie-Alben der Jahre 1974 bis 1976. Insgesamt zwölf CDs sind in der Box samt umfangreichen Booklet enthalten. Wie leider bekannt ist, verstarb David Bowie am 10. Januar 2016 an Krebs. Nach der ersten Box Five Years nun die Nachfolge-Box. Dieses Mal sind in der Retrospektive weniger die großen Überraschungen dabei, dafür alternative Mixes. Es ist eigentlich ein Wunder, dass Bowie die Jahre 1974 bis 1976 überlebte, warf er doch alles ein, was er in die Finger bekam. Die Musik dieser Jahre möchte ich als Transformation bezeichnen. Der Brite wollte den Amerikanern gefallen. Bowie löste sich vom Glam mit „Diamond Dogs“ und marschierte zum Soul von der inspirierenden Alben „Young Americans“ und „Station To Station“. Leider gibt es in der Box nicht die zahlreichen kreativen Zusammenarbeiten dieser Zeit, die als Bootleg existieren. Das soll aber nicht täuschen: Die Musik ist absolut der Hammer.

Als erstes habe ich aus der Box das beworbene Album „The Gouster“ gehört. Es ist eine Neuveröffentlichungen. Aber im Grunde ist eine Frühversion von „Young Americans“ und damit aus musikhistorischen Gründen sehr interessant. Eine Offenbarung ist es leider nicht, denn „Young Americans“ war für mich deutlich gereifter. Es ist schön „The Gouster“ zu hören, aber mehr auch nicht. „Gouster war mir ein völlig unbekannter Begriff, aber David kannte ihn als eine Art Dress Code, den afroamerikanische Teenager in den 60ern in Chicago befolgten“, schreibt der Produzent Tony Visconti den Titel „Im Zusammenhang mit dem Album bedeutet es aber eine Art Haltung, eine stolze und moderne Haltung.“ Gut, dass wir das auch wissen.

Also Inhalt dieser Werkschau Who Can I Be Now? ist: Zunächst die drei Studioalben „Diamond Dogs“, „Young Americans“ und „Station to Station“. Außerdem dabei die Konzertmitschnitte „David Live“ und „Live Nassau Coliseum 76″, auch in alternativen Mixen. Für Fans sind die zwei Bonus-Alben.“Re: Call 2“, eine Sammlung mit Single-B-Seiten und Mixen („Diamond Dogs (Australian Single Edit)“ etc.) und natürlich „The Gouster“. abgerundet wird alles durch ein feines Begleitbuch.

Nun warten wir Fans auf die dritte Box – und ich bin persönlich sehr gespannt auf die Berliner Phase und hoffe auf neues Material.

Der alte Bekannte Harry Potter und das verwunschene Kind kommen vorbei

24. September 2016

Der heutige Abend gehört einem alten Bekannten. Der heutige Abend gehört Harry Potter. Aber vorher widmen sich meine Kinder diesen alten Bekannten. Nachdem ich den ganzen Tag in einem Seminar arbeiten darf, werden K1/2 auf die Ankunft von Harry Potter warten und das neue Buch Harry Potter und das verwunschene Kind vor mir lesen.
Heute erscheint schließlich der neue Potter-Band auf Deutsch und ich bin gespannt, wie die Geschichte des Zauberers weitergeht. Harry Potter ist 19 Jahre älter, hat Familie und darf ein neues Abenteuer in Form eines Theaterstücks erleben. Ich bin etwas skeptisch, wie und ob J.K. Rowling diese literarische Form beherrscht. Ein wenig Kritik gab es an dem Theaterstück bereits, aber ich möchte mir meine eigene Meinung bilden. Ich will spüren, ob die Magie noch wirkt.
Als die ursprünglichen Harry Potter-Bücher erschienen sind, gab es nächtliche Partys in Buchhandlungen. Übrigens eine Chance für Buchhandlungen als Event-Locations. Ich habe gelesen, dass auch dieses Mal so etwas stattgefunden hat. Nicht für mich. Nicht nur Harry Potter ist älter geworden, auch ich hab ein paar Jahre mehr auf meinen Rücken und hab den nächtlichen Zauber dieses Mal nicht mitgemacht. Ich war faul. Beqeum kommt heute vormittag der Amazon-Bote und die Kinder werden sich Harry Potter und das verwunschene Kind widmen. Wir haben dieses Mal den Potter als gedrucktes Buch bestellt. Da ich unterwegs beim Arbeiten bin, greife ich ggf. auf die eBook-Ausgabe zurück.

Harry Potter und das iBook von Apple.

Harry Potter und das iBook von Apple.

Apple hat mich heute morgen schon mit einem iBook-Newsletter versorgt. Allerdings hat Apple nicht verraten, ob es sich um illustrierte iBooks, so genannte Enhanced-Editionen, handelt. Aber ich glaube nicht. Die Autorin wird sie sicher irgendwann hinterherschieben, um ein paar Pfund zusätzlich zu machen.

Ausrangiertes Uhrwerk von St. Kilian, Schweinfurt

23. September 2016
Das ehemalige Uhrwerk von St. Kilian Schweinfurt hängt heute im Kolping Hotel.

Das ehemalige Uhrwerk von St. Kilian Schweinfurt hängt heute im Kolping Hotel.

Es ist für mich etwas ungewöhnliches, auf dem Weg zum Frühstücksbuffet an einem ehemaligen Kirchturm-Uhrwerk vorbeizukommen. Aber genau dies ist mir bei meinem Aufenthalt in Schweinfurt (Unterfranken) im Hotel Kolping passiert. Dort steht das ehemalige Kirchturm-Uhrweg von Sankt Kilian von 1929 bis 1980. Ich Empfang es als sehr eindrucksvoll, so dass ich meinen Espresso vor dem Uhrwerk eingenommen und mir das Ding genauer angesehen habe.


Diese Uhr wurde 1928 von der Turmuhrenfabrik Georg Rammensee bei Gräfenberg, in der Nähe von Nürnberg geschaffen. Die Firma war spezialisiert auf den Bau von großen, öffentlichen Uhren. Der junge Uhrmachermeister Eugen Rammensee baute dieses Werk speziell für die Kirche St. Kilian. Dieses Unikat ist das größte Uhrwerk der Turmuhrenfabrik Georg Rammensee.
Dieses Werk besteht aus einem Gangwerk mit Pendel für den Ziegenantrieb sowie drei Schlagwerken. Es arbeitet rein mechanisch und wiegt klappt drei Tonnen. Als ich davor stand, kam ich mir sehr klein vor.
Das Uhrwerk störte 1988 die Renovierung des Turmes und sollte verschrottet werden. Eine Schenkung der Pfarrei an die Kolpingfamilie bewahrte das Uhrwerk vor diesem Schicksal. Mitglieder der Kolpingfamilie zerlegten in 500 Arbeitsstunden das Uhrwerk. Die Einzelteile wurden aufwendig gereinigt, sandgestrahlt, poliert und neu gestrichen. Einige Teile mussten neu geschweißt werden, da sie im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden.
Das Uhrwerk treibt heute das Gangwerk des Zeigers des Zifferblattes im Hotel Kolping an.

Restauranttipp: Kings & Queens in Schweinfurt

22. September 2016
Das Kings & Queens in Schweinfurt.

Das Kings & Queens in Schweinfurt.

Ausgefallenes Essen in Schweinfurt ist schwierig. Es gibt neben den Fastfood-Ketten, klassischen Italiener, Griechen und Chinesen noch zahlreiche fränkische Gastwirtschaften mit bodenständiger Küche – aber Gott sei Dank gibt es auch das Kings & Queens in der Bauerngasse 101.Seit nunmehr 13 Jahren hält das Ehepaar Marc und Sabine Wiederer die kulinarische Fahne hoch und bieten ein hohes Niveau für den verwöhnten Gaumen. Schweinfurt kann stolz auf diese Institution mit seinen 24 Plätzen sein. Jahrelang trieben Marc und Sabine Wiederer das Restaurant alleine um, inzwischen sind zwei weitere Kräfte dazu gekommen. Der Gast hat die Auswahl zwischen einem kleinen und einem großen Menü und seit nunmehr drei Wochen hat Kings & Queens ein rein vegetarisches Menü auf der Karte.

Nach einem Gruß aus der Küche startete ich durch mit einer sehr feinen Idee, den Kings & Queens Tapas.

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Weiter ging es mit einer klaren Paprikaessenz und Ricotta-Basilikum-Maultasche.

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Es folgte ein Steinpilzravioli, Nussbutter und Peccorino.

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Für mich der Höhepunkt war der Seeteufel mit Lauch, Zwiebel und Limette.

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Etwas mächtig bei einem sieben-Gang-Menü war der Lammrücken, Nam Prik, Süsskartoffel und Mais.

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Den Schluss machte ein Tiroler Bergkäse mit Pfifferlingen.

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Sehr schön auch das Dessert Unsere Beere 2016.
Also klare Empfehlung für Schweinfurt: Das kleine Restaurant Kings & Queens. Entsprechende Erwähnungen und Auszeichnungen sind selbstverständlich. Dazu gehören Michelin Führer (2016), Gault Milau (2016), Großer Restaurant Führer (2016), Aral Schlemmer Atlas (2016), Tipp Küche in Varta Führer (2016), Kulinarischer Reiseführer und Feinschmecker. Küchenchef Marc Wiederer sagt selbst: „Frische, schmackhafte, aromatische, innovative Küche mit Liebe zubereitet. Das war schon immer das, was ich machen wollte.“

Großer Umzug von Microsoft Deutschland #OfficemitWindows

19. September 2016
Ein bisschen Bauhaus: Das neue MS-Gebäude in München an der Walter-Gropius-Straße .

Ein bisschen Bauhaus: Das neue MS-Gebäude in München an der Walter-Gropius-Straße .

Während die einen auf die Wiesn ziehen, ziehen die rund 1900 Mitarbeiter von Microsoft Deutschland heute in ein neues Gebäude um. Am vergangenen Freitag haben die Mircosoft-Mitarbeiter am Standort Unterschleißheim das Licht ausgemacht und am heutigen Montag am neuen Standort München-Schwabing das Licht angemacht. Mit Sack und Pack, Mann und Maus wird die neue Bleibe bezogen.
Auf Einladung von Microsoft durfte ich mir eine Woche zuvor, den neuen Gebäudekomplex in der Walter-Gropius-Straße 1 im Rahmen eines InstaWalks ansehen. Die Besichtigung der Baustelle zeigte, es gab noch viel zu tun, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass im Großen und Ganzen alles fertig wird. Unter dem Hashtag #OfficemitWindows wird über den Umzug gewittert. Übrigens, sind es 2800 Fenster in dem neuen Gebäude und es gibt sogar eine Baustellenreporterin bei Microsoft, die alles kommunikativ betreut. Maren Michaelis unter dem Twitternamen @MarenM__ berichtet, schreibt, fotografiert und dreht Videos vom Umzug. Ich habe mit der sympathischen Baustellenreporterin gleich mal ein Interview im Strandkorb gemacht.

Neue Arbeitswelten bei Microsoft Deutschland
Aber es ist nicht nur ein neues Bürogebäude, was auf die Mircosoft-Mitarbeiter zukommt, es ist auch eine neue Arbeitsweise. Microsoft hat die Anwesenheitspflicht mit den Betriebsvereinbarungen zur Vertrauensarbeitszeit (seit 1998) und dem Vertrauensarbeitsort (2014) abgeschafft. Nach Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsplatz kommt nun eine neue Arbeitsumgebung auf die 1900 Angestellten des Konzerns zu. Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr. Der Mitarbeiter kommt am Morgen, setzt sich an irgendeinen Platz und abends verlässt er diesen wieder und räumt seinen Schreibtisch leer. Clean Desk-Policy lautet die Devise, schönes Wort Clean Desk-Policy.


Das Konzept des „Smart Workspace“ schafft in Schwabing eine Arbeitsumgebung mit modernster technischer Ausstattung die auf die neuen Formen der (Zusammen-) Arbeit und die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausgerichtet ist. Für die 1.900 Mitarbeiter des Standortes wird es offene Arbeitsbereiche für unterschiedliche Schwerpunkttätigkeiten geben. Dazu zählen Arbeitsbereiche zur kollaborativen Projekt- und Teamarbeit, Meetingwelten für den formellen und informellen Austausch/Dialog,  Rückzugsbereiche für Tätigkeiten, die hohe individuelle Konzentration 
erfordern  sowie ein kleiner Anteil klassischer Arbeitsplätze für Alleinarbeit. 
Die Arbeitsbereiche habe nette Namen: Die vier Workspaces, die bedarfsorientiert möbliert sind und über unterschiedliche technische Ausstattungen verfügen, heißen: Think Space, Accomplish Space, Converse Space, Share & Discuss Space.

Microsoft Büros in den Farben des Logos 
Während des gesamten Bauprozesses kamen 25.000 Kubikmeter Beton und 4.100 Tonnen Stahl zum Einsatz. Ich habe mir die Büros angeschaut. Sie erinnern mich auf dem ersten Blick an eine moderne Version von Mad Men. Es gibt die vier Grundfarben Grün, Gelb, Rot und Blau – die dem MS-Logo nachempfunden wurden. Aber es sind keine kräftigen Farben, sondern gedämpfte Töne. Aus dem Bauch heraus, könnte ich mich mit den Farben Rot und Blau anfreunden. Die Arbeitseinheiten sind zusammengefasst, aber es ist gewünscht, dass sich die Teams vermischen und miteinander kommunizieren. Das finde ich ausgezeichnet. Freilich gibt es Ruhezonen, Kommunikationszonen, Konferenzzonen, Arbeitszonen. Es gibt Regionen, da soll nicht gequatscht, sondern abgearbeitet werden. So eine Art Malocher-Arbeitsplatz. Manche Schreibtische lassen sich in der Höhe verstellen, um die optimale Arbeitsumgebung zu ermöglichen.
Auf 26.000 Quadratmetern und über sieben Etagen wird das Gebäude optimal auf modernes und kollaboratives Arbeiten ausgerichtet sein. Ein leistungsstarkes WLAN ist in dem Gebäude vorhanden, aber die mitgebrachten Laptops (ich habe ein paar alte ThinkPads vom IBM und ein paar Asus gesehen) sowie die Microsoft Surface-Tabletts werden über LAN verbunden. Klassische Telefone gibt es nicht mehr. Es wird via Skype for Business telefoniert. Microsoft hatte vor Jahren ja Skype aufgekauft und voll in das MS-Universum integriert. Künftig kommen noch ein paar Tools wie ein Trello-Erstatz hinzu.
Natürlich ist am ersten Tag im neuen Gebäude noch nicht alles fertig. Aber das Tagesgeschäft kann beginnen.

Digital Eatery wie in Berlin jetzt auch in München 

Zur Stärkung gibt es eine Kantine mit Live-Cooking Konzept auf 836 Quadratmetern und für Besucher eine Digital Eatery. Das Konzept der Digital Eatery kenne ich aus Berlin. Dort betreibt Microsoft in zentrale Lage unter den Linden 17 eine Kaffeeshop mit Knabberzeugs. Zudem kann man MS-Produkte ausprobieren. Ich habe bei meinen Besuchen als PS4-Gamer die Xbox ausprobiert und zwei, drei Kaffee getrunken. In Berlin herrschte ein reger Besucherverkehr, das wird in München noch anders sein. Die MS-Zentrale liegt in Schwabing recht abseits, in der Nähe der neuen CSU-Zentrale und viel Publikumsverkehr wird zunächst nicht da sein. Aber Microsoft ist gerüstet.

Zum Auspowern gibt es einen 200 Quadratmeter großen Fitnessbereich, den ich allerdings nicht besichtigt habe. Begeistert war ich aber von den Dächern, die ich betreten habe. Insgesamt stehen elf Dachterrassen mit einer Fläche von insgesamt 1.759 Quadratmetern zum Arbeiten und Abschalten zur Verfügung. Die Begrünung wirkt als ökologische Ausgleichsfläche. 
Ich habe die Fläche gleich für ein Interview mit dem Architekturfotografen Paul Eis genutzt.

Wer die Zentrale betritt, wird vom Atrium begeistert sein. Wie Banner hängen von der Decke farbige Displays mit Botschaften, Börsenkurse, Uhrzeiten (freilich auch von Redmond). Das sieht sehr nett aus und bringt einen futuristischen Einstieg. Dann beginnen im ersten Stock die Büroabteile in den besagten vier Farben. Leider noch nicht fertig war bei meinem Besuch der VR-Raum, in dem Microsoft seine HoloLens präsentieren will. Darauf bin ich sehr, sehr neugierig. Und nachdem ich bei meinem Besuch einen Kaffeegutschein für die Digital Eatery geschenkt bekommen habe, werde ich auf jeden Fall mal wieder vorbeischauen, die MS-Leute von der Arbeit abhalten und die VR-Brille ausprobieren.

Ardbeg Twenty One – ich liebe Geschichten

18. September 2016
Bereit zum Tasting: Ardbeg Twenty One

Bereit zum Tasting: Ardbeg Twenty One

Ich trinke gerne schottischen Whisky. Aber ich mag nicht nur das Getränk, sondern ich mag auch die Geschichten hinter dem Getränk. Und damit mag ich die Ardbeg-Whiskys, die immer schöne Geschichten erzählen. Wie nun auch wieder bei der neuesten Abfüllung Ardbeg Twenty One.
Der 46prozentige Ardbeg Twenty One hat einen leichten Goldton und in der Nase kitzeln die Aromen von teerigem Rauch, Arbeg Eiskrem und schwarzen Pfeffer mit Kräuternoten. Der Geschmack ist ein Gedicht – es ist ein pfeffrig, prickelndes Gefühl mit Anklang von Lakritze, Holzkohle, Pfefferminze und Vanille. Ein Hauch von Gewürzen, der zu einem langen, beruhigenden Wiederhall nach Kohleteer, Anissamen und rauchiger Butter führt. Damit ein Single Malt aus dem Hause Ardbeg nach meinem Geschmack.
Aber dieser Ardbeg hat noch mehr, viel mehr zu bieten als den Geschmack. Dieser Ardbeg hat eine wunderbare Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte begann vor 21 Jahren als die Destillerie in Schottland massive Schwierigkeiten hatte. Die Destillerie auf der abgelegenen schottischen Insel Islay war fast zum Erliegen gekommen. Das Geschäft lief nicht.
Trotz aller Widrigkeiten und finanzieller Probleme raufte sich eine Gruppe von Mitarbeitern zusammen und stellte ein paar Fässer für die Abfüllung ins Warehouse. Sie wollten mit dem Whisky ein Symbol setzen, den ungezähmten schottischen Geist der Destillerie am Leben erhalten. Unter den Mitarbeitern der junge Mickey Heads, der heute der Destillerie-Manager von Ardbeg ist.

Ab 21. September für 370 Euro erhältlich.

Ab 21. September für 370 Euro erhältlich.

Ardbeg überlebte. Die Glenmorangie Company stieg bei Ardbeg ein, übernahm die Destillerie und bewahrte Ardbeg vor dem Ende. Ardbeg nahm einen rasanten Aufschwung, setzte auf Vernetzung und Fans wie die 120000 Mitglieder des Ardbeg Committees und liefert wunderbaren Whisky. So war es an der Zeit, den Inhalt der Fässer vor 21 Jahren nun in Flaschen abzufüllen und eine limitierte Anzahl auf den Markt zu bringen. 370 Euro kostet der edle Tropfen und wird ab 21. September 2016 im Onlinestore von Ardbeg angeboten. Freilich bin ich dabei.
Mit meinem Kollegen und Foodblogger Thomas Gerlach habe ich ein Tasting durchgeführt – vielen Dank an Ardbeg für die kostbare Probe. Anbei das Tasting-Video:

Wasser des Lebens mit oder ohne e
Immer wieder bekomme ich Mails von Lesern des Blogs, die noch mehr Hintergründe zum Whisky haben wollen. Ich versuche einmal, die wichtigsten Fragen zu beantworten. Das Wort Whisky bedeutet so viel wie „Wasser des Lebens“. Es hat einen schottischen (beatha), als auch einen irisch-gälischen (uisce beatha) Ursprung. Und dann kam der Streit um den Buchstaben e. Heißt es nun Whisky oder Whiskey?
Bis zum 20. Jahrhunderts wurde das Destillat noch ohne e geschrieben. Dann kamen Brennereien aus dem irischen Dublin aus Marketinggründen auf die Idee ein e einzufügen, um sich von der schottischen Konkurrenz zu unterscheiden. Heute ist es so, dass es sich in Schottland und Kanada Whisky schreibt, während es in Irland und den Vereinigten Staaten Whiskey heißt. Die Amerikaner sind dabei nicht ganz so streng: Bei ihnen gelten beide Schreibweisen, je nach Tradition der Brennerei. Egal, ob mit oder ohne e, die Zutaten sind immer die gleichen: Getreide, Wasser und Hefe.
Die Regeln für Whisky sind streng. In den USA darf das Destillat als Whisky verkauft werden, wenn es mindestens zwei Jahre gereift ist. Die Schotten und Iren sind noch strenger, da müssen es mindestens drei Jahre sein. In der Regel reift Whisky aber viel, viel länger. Bei zehn bis 15 Jahren werden die meisten Whiskys für den Genießer interessant.

490.000 Euro für eine Flasche
Die Preise können auch schnell in die Höhe schießen. Der teuerste Whisky ist der Macallan M. Von ihm gibt es nur vier Flaschen. Das Getränk ist eine Mischung aus sieben Whiskys aus spanischen Sherry-Fässern. Die Whiskys wurden zwischen den 1940ern und 1990ern gebrannt. Eine von den vier Macallan M-Flaschen erzielte im Januar 2014 bei Sotheby’s in Hongkong die Rekordsumme von 628.000 US-Dollar (rund 490.000 Euro).

Whisky wird nach Herkunft und Produktion unterschieden.
Die Iren produzieren vier unterschiedliche Sorten ihres Whiskeys: Pure Pot Still Whiskey, Single Malt, Grain Whiskey und Blends. Irischer Whiskey wird in der Regel mit dem Pure Pot Still Whiskey verbunden, der aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt wird. Irische Blends sind eine Mischung aus Grain mit Pot Still und Single Malt. Der irische Whiskey ist in der Regel milder im Geschmack.
Bei den Schotten geht es torfiger zur Sache und die Vielfalt ist größer. Experten unterscheiden grundsätzlich zwischen Unblended Whiskys und Blended Whiskys. Bei Unblended Whiskys darf, wie es der Name schon sagt, nur eine einzige Getreidesorte verwendet werden. Einzig das Mischen von Destillaten aus einer einzigen Getreideart ist gestattet. Wohl am berühmtesten ist dabei der Single-Malt-Whisky. Blended Whiskys werden vom Blender gemischt, müssen aber gleichbleibende Qualität und damit den gleichen Geschmack haben.
In den USA wird gerne der Bourbon Whiskey getrunken. Sein Name stammt aus Bourbon County in Kentucky.

Die Sache mit dem Eis
Bis auf den amerikanischen Bourbon darf Whisky nicht mit Eis getrunken werden. Das Eis betäubt die Sinne und verändert den Geschmack. Das Wasser des Lebens schmeckt verwässert. Ich habe es selbst erlebt, dass US-Touristen vom Gelände einer schottischen Destillerie verwiesen wurden, weil sie für ihren Single Malt Eiswürfel haben wollten. Das gilt als Affront unter Whisky-Liebhabern.
Es ist aber möglich, Whisky mit Wasser zu verköstigen. Whisky hat in der Regel einen Alkoholanteil von 40 bis 50 Prozent und schmeckt scharf. Gerade Einsteiger in die Welt des Whiskys dürfen aus Geschmacksgründen stilles, mineralarmes Wasser ohne Eigengeschmack dazu geben, um dem Geschmack des Whiskys mehr Raum zu geben. Aber Eis geht gar nicht.