Wer glaubt, in der Bücherei werde außerhalb der Öffnungszeiten vor allem gelesen und Kaffee getrunken, wird in der neuen Folge des Podcasts „Seitensprung“ eines Besseren belehrt. Büchereileiterin Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange nehmen die Hörerinnen und Hörer mit hinter die Kulissen – und zeigen, wie viel Herzblut, Organisation und Kreativität in der Gemeindebücherei Maisach stecken.
„Den ganzen Tag Bücher lesen und Kaffee trinken? Nein, ist es leider nicht“, sagt Beate Seyschab lachend gleich zu Beginn der Podcast-Folge. Tatsächlich beginnt die Arbeit oft erst dann richtig, wenn die Türen der Bücherei geschlossen sind. Dann werden Veranstaltungen geplant, neue Medien eingearbeitet, Schulklassen betreut, Lesungen organisiert oder Termine mit Autorinnen und Autoren abgestimmt. Und hier ist der Podcast:
Wie vielseitig der Alltag einer modernen Bücherei ist, wird im Gespräch schnell deutlich. Seyschab besucht regelmäßig Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen, um vorzulesen. „Wir sind im Altersheim, im Naturkindergarten, bei den Zwergen in Maisach – da geht schon mal ein ganzer Vormittag drauf“, erzählt sie. Dazu kommen Leseförderung, Ferienprogramme und zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt.
Dass hinter jeder Lesung weit mehr steckt als ein paar aufgestellte Stühle, schildert sie am Beispiel der ersten Sommerlesung im Rathausgarten. Bierbänke organisieren, Technik aufbauen, Getränke besorgen, den Bauhof koordinieren – vieles geschieht im Hintergrund. Der Aufwand hat sich gelohnt: „22 Gäste waren da, alle haben sich amüsiert. Das war völlig anders als eine klassische Lesung – und wir hatten richtig Spaß.“
Auch die Arbeit mit Schulklassen gehört inzwischen zum festen Programm. Mehrere Klassen besuchen die Bücherei im Vier-Wochen-Rhythmus. „Es ist wie Flohzirkus – es macht Spaß, aber es ist auch anstrengend“, beschreibt Seyschab die lebhaften Vormittage. Gerade dienstags, dem ausleihstärksten Tag der Woche, ist organisatorisches Geschick gefragt.
Ein weiteres Thema ist der sorgsame Umgang mit den Büchern. Für Seyschab geht es dabei nicht nur um beschädigte Medien, sondern auch um den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern. „Das Geld, das mir anvertraut worden ist, möchte ich bestmöglich verwalten“, betont sie. Gleichzeitig freut sie sich, wenn ein Bilderbuch nach mehr als hundert Ausleihen sichtbare Gebrauchsspuren trägt. „Dann hat es gelebt.“
Gemeinsam sprechen Seyschab und Lange außerdem über die Herausforderungen moderner Öffentlichkeitsarbeit. Weil klassische Anschlagtafeln zunehmend verschwinden, müssen neue Wege gefunden werden, um Veranstaltungen bekannt zu machen. Website, soziale Medien und digitale Kanäle gewinnen an Bedeutung – auch wenn nicht alle Nutzerinnen und Nutzer dort unterwegs sind.
Natürlich dürfen zum Schluss die Veranstaltungstipps nicht fehlen. Im Ferienprogramm wartet ein Stop-Motion-Workshop für Kinder, nach der Sommerpause folgen wieder Vorlesestunden und Ende September die nächste Ausgabe der „Maisacher Gespräche zur Popkultur“. Diesmal dreht sich alles um Harry Potter, Merlin und die Faszination von Magie in Literatur und Film.
Die neue Folge von „Seitensprung – der Podcast der Gemeindebücherei Maisach“ zeigt eindrucksvoll, dass eine Bücherei heute weit mehr ist als ein Ort zum Ausleihen von Büchern. Sie ist Treffpunkt, Kulturzentrum, Lernort und Begegnungsstätte – getragen von Menschen, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass Geschichten lebendig werden.
Milliardenmarkt, Innovationstreiber und Kulturgut zugleich – die Games-Branche sieht Deutschland an einem Wendepunkt. Zum Start der gamescom 2026 fordert der Branchenverband mehr politische Unterstützung, um den Standort international konkurrenzfähig zu machen und die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen. Und ich schreibe dies als Betroffener: Meine Tochter hat Programmierung für Games als Jahrgangsbeste studiert und bekommt keine Chance in diesem Markt zu arbeiten. Alle reden von Nachwuchsförderung, aber die Realität ist eine andere. Gerne kann der Lebenslauf u.a. bei mir angefordert werden
Mit der politischen Erklärung „Lust auf Zukunft: Potenziale von Games nutzen“ richtet der game – Verband der deutschen Games-Branche einen eindringlichen Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diesen Appell kann ich nur unterstützen. Anlässlich der gamescom 2026 macht der Verband deutlich, dass Deutschland und Europa ihre Chancen im internationalen Wettbewerb nicht verspielen dürfen. Games seien längst weit mehr als Unterhaltung – sie seien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, Innovationstreiber und wichtiger Bestandteil der digitalen Zukunft. Natürlich fährt die Familie auf die gamescom und wird sich informieren, genießen, Netzwerken und mehr. Ich werde natürlich wieder bei den Retro-Spielen zu finden sein.
Rund sechs von zehn Menschen in Deutschland spielen Computer- oder Videospiele. Weltweit sind es mehr als drei Milliarden. Gleichzeitig erwirtschaftet die Games-Branche jährlich über 200 Milliarden US-Dollar und treibt zahlreiche technologische Entwicklungen voran. Aus Sicht des Verbands macht das Games zu einem entscheidenden Baustein für digitale Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Game-Geschäftsführer Felix Falk betont, dass die gamescom als weltweit größtes Games-Event eindrucksvoll zeige, welches Potenzial in der Branche steckt. Damit Deutschland künftig eine führende Rolle als Produktionsstandort einnehmen könne, brauche es jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger bürokratische Hürden und gezielte Investitionen.
Im Mittelpunkt der Erklärung stehen drei zentrale Forderungen. Der Verband spricht sich für eine stärkere Förderung von Games-Studios und Unternehmensgründungen, Investitionen in Infrastruktur und Ausbildung sowie eine erleichterte Fachkräfteeinwanderung aus. Zudem fordert er die Umsetzung der angekündigten steuerlichen Förderung für die Games-Produktion.
Darüber hinaus warnt die Branche vor einer zunehmenden Regulierungsdichte. Bewährte Jugendschutzsysteme wie USK, PEGI und IARC sollten gestärkt werden, anstatt durch zusätzliche Regelungen geschwächt zu werden.
Auch die gesellschaftliche Bedeutung von Games rückt der Verband in den Fokus. Studien deuten darauf hin, dass Spielerinnen und Spieler häufig ein stärkeres Vertrauen in demokratische Prozesse haben und eher zu gesellschaftlichem Engagement motiviert werden können. Aus Sicht des Verbands können Games daher einen wichtigen Beitrag für Demokratie, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Die gamescom 2026 findet vom 26. bis 30. August in Köln statt. Bereits ab dem 24. August beginnt das Fachprogramm mit der Entwicklerkonferenz gamescom dev, bevor am 25. August die Opening Night Live den offiziellen Auftakt für das Publikum bildet.
Zwischen den alten Mauern des Alten Hofes verbirgt sich eine der bekanntesten Münchner Legenden – eine Geschichte über Mut, Vertrauen und ein kleines Äffchen, das ausgerechnet das Leben eines späteren Kaisers beeinflusst haben soll. Als ich neulich eine kleine Stadtführung für einen Kollegen gemacht habe, ist mir die Geschichte wieder eingefallen.
Der Alte Hof war im 13. und 14. Jahrhundert die erste Residenz der Wittelsbacher in München. Dort soll sich einer Sage nach eine außergewöhnliche Begebenheit ereignet haben. Herzog Ludwig II. hielt angeblich einen zahmen Affen, der sich frei in der Burg bewegen durfte. Eines Tages nahm das Tier den kleinen Prinzen Ludwig – den späteren Kaiser Ludwig den Bayern – aus seiner Wiege und kletterte mit ihm auf den hölzernen Erker des Burgstocks, der heute als Affenturm oder Affentürmchen bekannt ist.
Unten gerieten Amme, Bedienstete und Hofstaat in große Aufregung. Niemand wagte es, den Affen zu erschrecken, aus Angst, er könnte das Kind fallen lassen. Stattdessen sprach man ruhig auf das Tier ein und lockte es geduldig zurück. Schließlich kletterte der Affe vorsichtig hinab und legte den kleinen Ludwig unversehrt wieder in seine Wiege. Seitdem trägt der Erker der Überlieferung nach den Namen „Affenturm“.
Die Geschichte wird oft als Sinnbild dafür erzählt, dass Geduld und Vertrauen mehr bewirken können als Gewalt oder Hektik. Gerade deshalb hat sie bis heute einen fast märchenhaften, romantischen Charakter und gehört zu den beliebtesten Sagen Münchens.
Historisch gesichert ist die Erzählung allerdings nicht. Forschungen zeigen, dass der heutige gotische Erker vermutlich erst im 15. Jahrhundert entstand – also lange nach der Kindheit Ludwigs des Bayern. Daher gilt die Geschichte als Legende und nicht als belegtes historisches Ereignis.
Eine außergewöhnliche Reise nach Mittelerde – zurück zu den Anfängen der Fantasy-Filmgeschichte
Bevor Mittelerde durch die monumentale Realverfilmung von Peter Jackson weltweit Millionen von Kinobesuchern begeisterte, brachte Regisseur Ralph Bakshi J.R.R. Tolkiens berühmtes Werk bereits 1978 auf beeindruckende Weise auf die Leinwand. Mit seinem animierten Film Der Herr der Ringe schuf er eine außergewöhnliche und für ihre Zeit visionäre Interpretation des Fantasy-Klassikers, die bis heute als Meilenstein der Animationsgeschichte gilt. Wir besprechen und zeigen den Film bei unserer Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 9. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.
Bakshi kombinierte traditionelle Zeichentrickanimation mit der damals noch jungen Rotoskopie-Technik. Dabei wurden reale Schauspieler gefilmt und ihre Bewegungen anschließend Bild für Bild nachgezeichnet. Diese innovative Arbeitsweise verlieh den Figuren und den großen Schlachtszenen eine ungewöhnliche Dynamik und einen realistischen Charakter, der den Film deutlich von anderen Animationsproduktionen seiner Zeit abhob. Gerade dieser unverwechselbare Stil macht den Film bis heute zu einem faszinierenden Zeitdokument der Filmgeschichte.
Die Handlung folgt der bekannten Geschichte um den Hobbit Frodo Beutlin, der den Einen Ring übernimmt und sich gemeinsam mit seinen Gefährten auf eine gefährliche Reise begibt. Ihr Ziel ist es, den Ring im Schicksalsberg zu vernichten und damit die Rückkehr des dunklen Herrschers Sauron zu verhindern. Auf ihrem Weg begegnen sie treuen Freunden, mächtigen Verbündeten und gefährlichen Gegnern – eine zeitlose Erzählung über Mut, Freundschaft, Hoffnung und den Kampf zwischen Gut und Böse.
Obwohl der Film aus produktionstechnischen Gründen nur den ersten Teil der Geschichte erzählt und kein vollständiger Abschluss entstand, entwickelte sich Ralph Bakshis Werk im Laufe der Jahrzehnte zu einem echten Kultfilm. Viele Szenen, Figurenentwürfe und visuelle Ideen beeinflussten spätere Fantasyproduktionen und gelten heute als wichtiger Baustein der modernen Fantasyfilmgeschichte. Zahlreiche Filmhistoriker sehen in Bakshis Werk einen Wegbereiter für das weltweite Interesse an aufwendig produzierten Fantasyfilmen.
Für Fans von J.R.R. Tolkien bietet diese Kinomatinee die Gelegenheit, Mittelerde aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben. Gleichzeitig eröffnet sie auch jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern einen spannenden Blick auf die Entwicklung des Fantasykinos und der Animationskunst. Gerade auf der großen Leinwand entfaltet der Film seine atmosphärische Bildsprache, seine eindrucksvollen Landschaften und seine kraftvolle musikalische Untermalung in besonderer Weise.
Diese Matinee am Sonntag lädt dazu ein, einen Film neu zu entdecken, der trotz seines Alters nichts von seiner kreativen Ausstrahlung verloren hat. Er erinnert daran, wie mutig und innovativ Filmschaffende bereits vor fast fünf Jahrzehnten waren und mit welchen Ideen sie eines der bedeutendsten Werke der Fantasyliteratur einem Kinopublikum zugänglich machten.
Freuen Sie sich auf ein außergewöhnliches Kinoerlebnis, das Filmgeschichte, Nostalgie und Abenteuer miteinander verbindet. Tauchen Sie ein in die Welt Mittelerdes und erleben Sie einen Klassiker, der Generationen von Fantasy-Fans begeistert hat und bis heute seinen festen Platz in der Geschichte des Kinos behauptet. Karten gibt es hier.
Mit ICE CREAM MAN kehrt Eli Roth zu jenem kompromisslosen Horrorkino zurück, das ihn einst berühmt gemacht hat. Die Grundidee ist herrlich makaber: Ein mysteriöser Eisverkäufer verwandelt Kinder nach dem Verzehr seiner Süßigkeiten in mordlustige Bestien. Was wie die perfekte Mischung aus schwarzem Humor, Kleinstadt-Horror und satirischem Splatter klingt, entwickelt sich jedoch zu einem Film, der vor allem auf Schockeffekte setzt – und dabei leider seine Geschichte zunehmend aus den Augen verliert. Dennoch sind für Filmfreunde wunderbare Anspielungen auf Hitchcocks Vögel und Romeros Zombie zu finden.
Eli Roth war nie ein Regisseur subtiler Horrorfilme. Seine Werke wie Hostel oder Cabin Fever leben von expliziter Gewalt, provokanten Bildern und dem bewussten Überschreiten geschmacklicher Grenzen. ICE CREAM MAN führt diese Handschrift konsequent fort. Bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass der Film keine Rücksicht auf empfindliche Gemüter nimmt. Kinder werden hier nicht als Opfer, sondern als Bedrohung inszeniert – eine Idee, die an Klassiker wie Children of the Corn oder Cronenbergs die Brut erinnert, gleichzeitig aber mit Roths typisch überzogenem Splatter-Humor kombiniert wird.
Visuell überzeugt der Film zunächst mit einer starken Atmosphäre. Die sonnige amerikanische Vorstadtkulisse bildet einen reizvollen Kontrast zum immer weiter eskalierenden Wahnsinn. Auch Ari Millen verleiht dem titelgebenden Eisverkäufer eine angenehm unheimliche Präsenz. Seine Figur lebt weniger von Dialogen als von ihrer verstörenden Erscheinung und sorgt für einige der stärksten Momente des Films.
Problematisch wird es jedoch, sobald die eigentliche Handlung Fahrt aufnehmen soll. Statt Spannung oder psychologischen Horror aufzubauen, reiht ICE CREAM MAN eine blutige Sequenz an die nächste. Die kreativen Ideen hinter den Gewaltszenen mögen mich als eingefleischter Gore-Fan unterhalten, doch die Figuren bleiben oberflächlich und austauschbar. Emotionale Bindung entsteht kaum, wodurch viele Schocks ihre Wirkung verlieren. Es mangelt einfach an erzählerischer Substanz und die originelle Ausgangsidee wird zugunsten immer extremerer Splatter-Einlagen verschenken.
Auch tonal wirkt der Film unausgeglichen. Zwischen schwarzer Komödie, Satire und kompromisslosem Horror findet Roth keinen dauerhaft funktionierenden Rhythmus. Manche Szenen sind bewusst grotesk und fast schon cartoonhaft inszeniert, während andere kompromisslos auf Ekel setzen. Dieser ständige Wechsel verhindert, dass sich eine nachhaltige Bedrohung entwickelt und das langweilt.
Technisch liefert ICE CREAM MAN dennoch solide Arbeit ab. Das Make-up, zahlreiche praktische Splatter-Effekte und die bewusst überzeichnete Inszenierung erinnern an klassische Horrorfilme der 1980er-Jahre. Gerade Fans kompromisslosen Gore-Kinos werden hier einiges finden, das handwerklich überzeugt. Wer dagegen auf Spannung, Figurenentwicklung oder gesellschaftliche Tiefenschärfe hofft, dürfte enttäuscht werden.
Am Ende bleibt ICE CREAM MAN ein Film mit einer großartigen Horror-Prämisse, der jedoch fast ausschließlich auf seine visuellen Extreme vertraut. Eli Roth liefert genau das, was seine Anhänger erwarten: viel Blut, drastische Gewalt und schwarzen Humor. Für ein breiteres Publikum fehlt dem Film jedoch die erzählerische Balance, um mehr zu sein als ein weiterer Splatter-Ausflug des Regisseurs.
Damit steht fest: ICE CREAM MAN ist kompromissloses Funsplatter-Kino für Fans extremer Horrorfilme. Die originelle Idee, starke Atmosphäre und einige kreative Gore-Sequenzen können den Mangel an Figurenentwicklung und dramaturgischer Tiefe jedoch nicht vollständig ausgleichen. Wer Eli Roths bisherige Filme liebt, dürfte bestens unterhalten werden. Wer intelligenteren Horror mit nachhaltiger Spannung sucht, wird hier vermutlich nur eine blutige, aber schnell vergessene Achterbahnfahrt erleben.
Die zunehmenden Hitzewellen stellen nicht nur Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen, sondern auch Arzt- und Physiotherapiepraxen. Im Podcast „Dombo bewegt“ sprach Matthias J. Lange mit Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach über die gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen und darüber, wie jeder Einzelne sich besser schützen kann. Seine zentrale Botschaft: Hitzeschutz beginnt nicht erst im Notfall, sondern mit einfachen Maßnahmen im Alltag.
„Hitze ist ein Phänomen, das in Zukunft laut Wetterforschern häufiger vorkommen wird“, sagt Dombo. Deshalb beschäftigt er sich bereits seit Jahren intensiv mit dem Thema und hat einen umfangreichen Hitze-Ratgeber entwickelt. Das mittlerweile 36 Seiten starke Nachschlagewerk enthält nicht nur allgemeine Verhaltenstipps zu Kleidung, Flüssigkeitszufuhr und Erste Hilfe bei Hitzeschäden, sondern auch ganz praktische Hinweise speziell für Maisach. Darin sind beispielsweise Schattenplätze, öffentliche Aufenthaltsorte und Einrichtungen aufgeführt, in denen Menschen bei großer Hitze Schutz finden können. Hier der Podcast:
Besonders wichtig sei ausreichendes Trinken. Bereits beim Betreten der Physiotherapiepraxis werden Patientinnen und Patienten auf die bereitstehenden Wasserspender aufmerksam gemacht. „Bei heißen Tagen viel trinken“, lautet Dombos einfachste und zugleich wichtigste Empfehlung. Rund zwei Liter täglich gelten als Mindestmenge, bei extremer Hitze könne der Bedarf jedoch auf drei Liter oder mehr steigen. Gerade ältere Menschen würden häufig zu wenig trinken und dadurch schnell dehydrieren. Der Ratgeber erkläre deshalb auch, woran Betroffene oder Angehörige erste Warnzeichen erkennen und wann Hilfe notwendig wird.
Dabei setzt Dombo bewusst auf Leitungswasser. Dieses hält er nicht nur für qualitativ hochwertig, sondern auch für ökologisch sinnvoller als abgefülltes Mineralwasser. „Trinkwasser ist das allerbeste. Es ist ein Nahrungsmittel, das besonderer Wertschätzung gilt“, betont er. Gleichzeitig engagiert sich seine Praxis bei der bundesweiten Initiative Refill. Wanderer, Radfahrer oder Spaziergänger können dort ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit frischem Leitungswasser auffüllen. Dombo hofft, dass sich weitere Geschäfte in Maisach anschließen: „Es geht um Menschlichkeit, um Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.“
Auch in der täglichen Arbeit der Physiotherapiepraxis spielt die Hitze inzwischen eine immer größere Rolle. Behandlungen werden an heißen Tagen angepasst, Termine nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden verlegt und wärmeintensive Anwendungen wie Fango kritisch hinterfragt. „Wir tragen Verantwortung und müssen schauen, wie kreislaufstabil die Menschen sind“, erklärt Dombo. Besonders vulnerable Patientinnen und Patienten müssten in Hitzeperioden besonders sorgfältig betreut werden.
Neben dem persönlichen Verhalten sieht Dombo aber auch die Kommunen in der Pflicht. Er fordert mehr Schattenplätze, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und öffentliche Trinkbrunnen. Gleichzeitig appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger, selbst aktiv zu werden. Wer einen schattigen Vorgarten besitzt, könne beispielsweise eine Bank oder einen Stuhl bereitstellen, damit sich Menschen bei großer Hitze kurz ausruhen können. „Wir können selber etwas tun und sollten selber etwas tun“, sagt Dombo.
Als positives Beispiel nennt er die Landeshauptstadt München, die bereits umfangreiche Maßnahmen gegen die zunehmende Sommerhitze umgesetzt habe. Maisach könne aus seiner Sicht ebenfalls von einem umfassenden Hitzeschutzkonzept profitieren – insbesondere für Schulen, Kindergärten und öffentliche Plätze.
Den kostenlosen Hitze-Ratgeber aktualisiert Dombo regelmäßig. Durch die digitale Veröffentlichung kann er neue Erkenntnisse sowie weitere Schatten- und Aufenthaltsorte jederzeit ergänzen. Für ihn ist klar: Der Klimawandel macht Hitzeschutz zu einer dauerhaften Gemeinschaftsaufgabe. „Wir müssen lernen, unseren Alltag an diese neuen Bedingungen anzupassen.“
Weil ich ja noch nicht genug Bücher über Godzilla habe, bestellte ich mir vor längerer Zeit die Neuauflage des Buches Japan – die Monsterinsel. Jörg Buttgereit, Insider des deutschen Extremkinos werden ihn kennen, hat seine Neuauflage in den Vertrieb gebracht.
Dieses Mal wollte ich mit von der Partie sein, denn die Erstauflage war schnell vergriffen. Also bestellte ich beim Autoren direkt. Jörg Buttgereit war so nett mir sein Buch mit den Worten „mit monströsen Grüßen“ zu signieren. Der Mann hat einfach Humor. Ich schmökerte in dem Buch, schaute mit gleichzeitig ein paar Filme aus der Criterion-Kollektion an und freute mich über unser aller japanisches Monster. Wenn ich ehrlich bin, haben mich am meisten die Interviews in dem Buch begeistert. Und Jörg Buttgereit schaffte es, Klarheit und Struktur in die zahlreichen Monsterfilme zu bringen, die bei uns mit unterschiedlichen und zum Teil grausamen Verleihtiteln liefen.
Mit „Japan – Die Monsterinsel“ legt der Berliner Filmemacher, Autor und Filmhistoriker Jörg Buttgereit weit mehr als einen klassischen Reiseführer vor. Das Buch ist eine ebenso kenntnisreiche wie leidenschaftliche Entdeckungsreise durch die Welt der japanischen Monsterfilme und zugleich eine persönliche Liebeserklärung an ein Land, dessen Popkultur seit Jahrzehnten Generationen von Filmfans fasziniert. Wer eine nüchterne Abhandlung über Godzilla und seine Verwandten erwartet, wird überrascht sein. Buttgereit verbindet Filmgeschichte, Kulturwissenschaft, Reisebericht und autobiografische Erinnerungen zu einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Werk.
Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass hier kein distanzierter Beobachter schreibt. Buttgereit gehört seit seiner Jugend zu den profiliertesten deutschen Kennern des japanischen fantastischen Films. Seine Begeisterung für Godzilla, Gamera, Daimajin oder Mothra wirkt niemals aufgesetzt, sondern authentisch gelebt. Gerade diese persönliche Perspektive macht den besonderen Reiz des Buches aus. Der Autor nimmt seine Leser mit auf Reisen durch Tokio, Kyoto, Osaka und zahlreiche weitere Orte, die unmittelbar mit der Geschichte des japanischen Monsterkinos verbunden sind. Dabei entdeckt er Filmstudios, Museen, Schauplätze berühmter Produktionen und kleine, oft versteckte Erinnerungsorte, die selbst eingefleischten Japanreisenden häufig unbekannt bleiben.
Doch „Japan – Die Monsterinsel“ ist weit mehr als ein Reisetagebuch. Buttgereit erklärt die Entstehung der japanischen Monsterfilme stets vor ihrem historischen Hintergrund. Besonders eindrucksvoll schildert er die Verbindung zwischen dem Trauma der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Geburt Godzillas im Jahr 1954. Das Monster erscheint dabei nicht nur als zerstörerisches Wesen, sondern auch als Sinnbild der Angst vor nuklearer Vernichtung und den Folgen menschlicher Hybris. Gerade diese kulturhistorischen Einordnungen verleihen dem Buch eine bemerkenswerte Tiefe.
Besonders gelungen ist, wie selbstverständlich Buttgereit zwischen Filmgeschichte und Alltagskultur wechselt. Ein Spaziergang durch ein Tokioter Stadtviertel führt plötzlich zu einer ausführlichen Betrachtung der Toho-Studios. Ein Besuch in einem Restaurant entwickelt sich zu einer Reflexion über die Bedeutung japanischer Popkultur im Westen. Diese Wechsel verleihen dem Buch einen lebendigen Rhythmus. Es wirkt nie wie ein wissenschaftliches Sachbuch, sondern vielmehr wie eine spannende Unterhaltung mit einem enthusiastischen Experten.
Auch filmhistorisch bietet das Werk eine enorme Informationsfülle. Buttgereit spannt den Bogen von den ersten Kaiju-Filmen der Nachkriegszeit über die goldene Ära der 1960er-Jahre bis hin zu modernen Produktionen wie Shin Godzilla. Dabei verliert er sich nie in bloßen Aufzählungen oder Fanwissen. Vielmehr gelingt es ihm, Entwicklungen verständlich einzuordnen und die Besonderheiten der einzelnen Filme herauszuarbeiten. Selbst Leser, die bisher nur Godzilla kennen, erhalten einen hervorragenden Überblick über das vielfältige Monsteruniversum Japans.
Stilistisch überzeugt Buttgereit durch eine angenehm unprätentiöse Sprache. Er schreibt kenntnisreich, humorvoll und mit feiner Ironie, ohne jemals belehrend zu wirken. Seine Begeisterung ist in jeder Zeile spürbar, gleichzeitig wahrt er stets den nötigen kritischen Abstand. Auch schwächere Filme oder touristische Klischees spart er nicht aus. Gerade diese Ehrlichkeit macht seine Beobachtungen glaubwürdig.
Besonders reizvoll ist die Fülle an Fotografien, Hintergrundinformationen und persönlichen Anekdoten. Sie verleihen dem Buch eine hohe Anschaulichkeit und laden immer wieder dazu ein, einzelne Kapitel mehrfach zu lesen oder für eine eigene Japanreise als Inspirationsquelle zu nutzen. Das Werk richtet sich daher nicht ausschließlich an Filmfans. Auch kulturinteressierte Leser oder Japanreisende finden zahlreiche spannende Einblicke in die Verbindung zwischen Mythologie, Moderne und Popkultur.
Natürlich setzt Buttgereit an einigen Stellen ein gewisses Grundinteresse an japanischen Monsterfilmen voraus. Wer mit Godzilla oder den Kaiju überhaupt nichts anfangen kann, dürfte nicht jede Leidenschaft des Autors teilen. Doch selbst dann bleibt das Buch aufgrund seiner kulturhistorischen Perspektive und der lebendigen Reisebeschreibungen lesenswert.
Mit „Japan – Die Monsterinsel“ ist Jörg Buttgereit für mich ein außergewöhnliches Buch gelungen. Es verbindet Filmgeschichte, Kulturreportage und persönliche Reiseerlebnisse auf eine Weise, die ebenso informativ wie unterhaltsam ist. Vor allem aber macht es Lust, Japan selbst zu entdecken – und die Monster nicht nur als Filmfiguren, sondern als festen Bestandteil der japanischen Identität und Popkultur zu verstehen. Für Fans des fantastischen Films gehört dieses Werk ohnehin zur Pflichtlektüre. Für alle anderen ist es eine faszinierende Einladung, einen ungewöhnlichen Blick auf eines der spannendsten Kulturländer der Welt zu werfen.
Die Friedensglocke im Werksviertel-Mitte in München ist ein öffentliches Symbol für Frieden, Freiheit, Toleranz und das Einstehen für eine demokratische Werteordnung. Sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Pfanni-Industrieareals am Münchner Ostbahnhof, das sich heute als lebendiges Stadtquartier zwischen Kultur, Arbeit und Wohnen präsentiert. Bei einer Exkursion des Münchner Presseclubs war die Friedensglocke das Ende Veranstaltung.
Entstehung und Einweihung Eingeweiht wurde die Friedensglocke am 2. Oktober 2021 anlässlich der bayerischen Langen Nacht der Demokratie. Die Initiative zur Anschaffung und Aufstellung ging aus einer Kooperation mehrerer Stiftungen und Institutionen hervor: Stiftung Otto Eckart, Wertebündnis Bayern, Bell Amani Friedensstiftung und St. Korbinian Stiftung Gegossen wurde die Bronzeglocke von der traditionsreichen Glockengießerei Anton Gugg im niederbayerischen Straubing, deren Familienhandwerk auf eine über 500-jährige Geschichte zurückgeht.
Gestaltung und Integration im Quartier Die Glocke ist freihängend im Werksviertel-Mitte installiert. Um ihre Visibilität auch in den Abend- und Nachtstunden zu unterstreichen, wurde sie mit einem speziellen Lichtkonzept versehen: Ein kreisrunder, leuchtender Ring sowie dezent ausgerichtete Mikrospots heben die Bronzeoberfläche hervor und verleihen dem Objekt eine prägnante optische Präsenz im öffentlichen Raum.
Symbolik und Nutzung im Zeitverlauf Obwohl die Glocke primär als dauerhaftes Denkmal für ein friedliches Miteinander konzipiert wurde, erhielt sie durch weltpolitische Ereignisse rasch eine aktive Rolle im Münchner Stadtleben.
Tägliches Läuten für den Frieden Nach dem Beginn des verbrecherischen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 riefen die Initiatoren zu einer täglichen Läute-Aktion auf. Seit März 2022 erklingt die Glocke jeden Tag um 12:00 Uhr als unüberhörbares Zeichen der Solidarität und des Wunsches nach Frieden.
Mitmach-Aktionen Um die Glocke herum finden regelmäßig gesellschaftliche Aktionen statt, wie etwa das Aufstellen gebastelter Papier-Mohnblumen als Mahnmal gegen Krieg und Unterdrückung. Das Werksviertel-Mitte führt damit seine Tradition fort, Kunst-, Kultur- und Partizipationsprojekte im öffentlichen Raum zu verankern und gesellschaftlich relevante Themen mitten in den Alltag von Anwohnern und Besuchern zu tragen.
Die Friedensglocke im Werksviertel-Mitte ist weit mehr als ein Kunstobjekt – sie ist ein sichtbares Zeichen für Verständigung, Dialog und ein friedliches Miteinander. In dem ehemaligen Industrieareal am Münchner Ostbahnhof, das sich in den vergangenen Jahren zu einem lebendigen Quartier für Kultur, Kreativität und Innovation entwickelt hat, setzt die Glocke einen bewusst ruhigen Gegenpol zum geschäftigen Treiben. Das Werksviertel-Mitte versteht sich als Ort der Begegnung, an dem Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen. Die Friedensglocke fügt sich deshalb auf besondere Weise in die Philosophie des Quartiers ein.
Die Glocke entstand im Rahmen eines interkulturellen Kinder- und Jugendprojekts der Bell Amani Stiftung. Dabei beschäftigten sich junge Menschen mit den Themen Frieden, Konfliktlösung und gegenseitiger Respekt. Die Friedensglocke steht sinnbildlich für die Hoffnung, dass Verständigung nicht erst auf politischer Ebene beginnt, sondern bereits im täglichen Miteinander – in Schulen, Familien, Nachbarschaften und Stadtvierteln. Erstmals wurde sie im Werksviertel-Mitte im Rahmen der „Langen Nacht der Demokratie“ aufgestellt und machte dort auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie Kunst und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden werden können.
Gerade das Werksviertel-Mitte bietet für dieses Symbol den passenden Rahmen. Wo früher Kartoffelprodukte hergestellt wurden und später das legendäre Nachtleben des Kunstparks Ost und der Kultfabrik pulsierte, entstand ein modernes Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit miteinander verbindet. Zwischen moderner Architektur, Street Art, Musik, Gastronomie und innovativen Unternehmen erinnert die Friedensglocke daran, dass eine lebenswerte Stadt nicht allein durch Gebäude entsteht, sondern vor allem durch die Werte ihrer Menschen.
Die Friedensglocke lädt Besucher dazu ein, für einen Moment innezuhalten. Ihr Klang steht symbolisch für Versöhnung, Hoffnung und den Wunsch nach einer Welt, in der Konflikte durch Gespräche statt durch Gewalt gelöst werden. Damit ist sie nicht nur ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, sondern auch ein Ort des Nachdenkens – über Frieden, Demokratie und die Verantwortung jedes Einzelnen für ein respektvolles Zusammenleben. In einem Quartier, das Wandel und Zukunft wie kaum ein anderer Ort in München verkörpert, erinnert die Friedensglocke daran, dass echter Fortschritt immer auch von Menschlichkeit begleitet sein sollte.
Marilyn Monroe gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Filmgeschichte. Kaum eine andere Schauspielerin wurde so oft fotografiert, porträtiert und interpretiert wie sie. Doch nur wenige Aufnahmen vermitteln einen so unmittelbaren und persönlichen Eindruck von Norma Jeane Baker, der Frau hinter dem Weltstar, wie jene Fotografien, die derzeit in der Kunsthalle Kloster Banz in Bad Staffelstein zu sehen sind. Kloster Banz wird von der Hanns-Seidel-Stiftung betrieben. Die Sonderausstellung „Marilyn 100“, die anlässlich ihres 100. Geburtstags entstanden ist, verzichtet bewusst auf den bekannten Glamour der Filmstudios und eröffnet stattdessen einen außergewöhnlich intimen Blick auf eine Frau, deren Leben bis heute von Mythen umgeben ist.
Bereits der Ausstellungsort verleiht der Präsentation eine besondere Atmosphäre. Die historischen Mauern des ehemaligen Benediktinerklosters Banz bilden einen spannenden Kontrast zur schillernden Popkultur Hollywoods. Zwischen barocker Architektur und moderner Ausstellungsgestaltung entsteht ein Raum der Ruhe, der den Besucher dazu einlädt, Marilyn Monroe nicht als unerreichbare Leinwandgöttin, sondern als Menschen kennenzulernen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 432 bislang unveröffentlichte Fotografien des renommierten LIFE-Magazin-Fotografen Allan Grant. Sie entstanden im Juli 1962 während des letzten großen Interviews mit Marilyn Monroe in ihrem Privathaus in Los Angeles – nur wenige Wochen vor ihrem frühen Tod. Jahrzehntelang blieben diese Aufnahmen im Familienarchiv Grants verborgen. Erst 2025 wurden sie gemeinsam mit rund vier Stunden Original-Tonmaterial wiederentdeckt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Nun werden sie erstmals in diesem Umfang der Öffentlichkeit präsentiert.
Gerade diese Fotografien machen den außergewöhnlichen Wert der Ausstellung aus. Grant zeigt Marilyn nicht im Rampenlicht eines Filmsets oder auf einem roten Teppich. Seine Kamera begleitet sie in ihrer vertrauten Umgebung. Sie sitzt entspannt auf einem Sofa, blickt nachdenklich aus dem Fenster, lacht ungezwungen oder wirkt für einen Moment völlig in Gedanken versunken. Es sind Bilder ohne große Inszenierung, geprägt von natürlichem Licht und einer bemerkenswerten Nähe zwischen Fotograf und Porträtierter.
Viele Fotografien wirken fast dokumentarisch. Sie zeigen eine Frau, die sich ihrer Berühmtheit bewusst ist, gleichzeitig aber den Wunsch nach einem normalen Leben erkennen lässt. Der Blick der Kamera ist respektvoll und zurückhaltend. Gerade dadurch entstehen Momente großer Authentizität. Die berühmte Marilyn Monroe erscheint hier nicht als perfektes Hollywood-Produkt, sondern als verletzlicher Mensch mit Hoffnungen, Zweifeln und einer bemerkenswerten Intelligenz.
Besonders eindrucksvoll ist die Kombination aus den Fotografien und den erstmals öffentlich zugänglichen Tonaufnahmen des Interviews. Während die Besucher die Bilder betrachten, entsteht durch Marilyns eigene Stimme eine zusätzliche emotionale Ebene. Man hört ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten, aber auch ihren Humor und ihre Selbstreflexion. Dadurch gewinnt jede Fotografie eine neue Tiefe. Die Ausstellung zeigt nicht nur ihr Gesicht, sondern vermittelt auch ihre Persönlichkeit. Genau diese Verbindung von Bild und Ton macht „Marilyn 100“ zu weit mehr als einer klassischen Fotoausstellung.
Kurator Stephan Zipfel beschreibt die Ausstellung als einen Blick auf Marilyn Monroe „frei vom Filter Hollywoods“. Tatsächlich gelingt genau das. Die Fotografien verzichten auf jede Überhöhung. Statt der ewigen Sexikone begegnet den Besuchern eine Frau, die in ihrem eigenen Zuhause für wenige Stunden einfach sie selbst sein durfte. Diese Authentizität verleiht den Bildern ihre außergewöhnliche Kraft.
Ergänzt werden die historischen Fotografien durch Werke des amerikanischen Pop-Art-Künstlers James Francis Gill, der bereits Anfang der 1960er-Jahre Marilyn Monroe zu einem zentralen Motiv seiner Kunst machte. Gemeinsam mit Andy Warhol trug Gill entscheidend dazu bei, Marilyn nach ihrem Tod zur Ikone der Pop-Art werden zu lassen. Für die Ausstellung schuf der heute über 90-jährige Künstler eigens ein neues „Marilyn Triptych“, das unmittelbar von Allan Grants Fotografien inspiriert wurde. Seine Werke schlagen eine faszinierende Brücke zwischen dokumentarischer Realität und künstlerischer Interpretation. Während Grants Kamera den Menschen zeigt, verwandelt Gill dieselbe Persönlichkeit in ein zeitloses Symbol der Popkultur.
Gerade dieser Dialog zwischen Fotografie und Kunst macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus. Die Besucher erleben zunächst den echten Menschen und anschließend die mediale Ikone, zu der Marilyn Monroe nach ihrem Tod wurde. So wird eindrucksvoll sichtbar, wie sich Erinnerung, Kunst und öffentliche Wahrnehmung gegenseitig beeinflussen.
Dabei verzichtet „Marilyn 100“ weitgehend auf spektakuläre Effekte. Die Fotografien sprechen für sich selbst. Viele Besucher dürften überrascht sein, wie still und nachdenklich zahlreiche Motive wirken. Statt Glamour dominieren leise Gesten, feine Gesichtsausdrücke und kleine Alltagsszenen. Gerade diese Zurückhaltung macht die emotionale Wirkung der Ausstellung aus.
„Marilyn 100“ ist deshalb weit mehr als eine Hommage an einen Filmstar. Die Ausstellung erzählt von Ruhm und Einsamkeit, von öffentlicher Verehrung und privater Verletzlichkeit. Sie erinnert daran, dass hinter jedem Mythos ein Mensch steht – mit Stärken, Schwächen und Sehnsüchten.
Die Kunsthalle Kloster Banz ist mit dieser außergewöhnlichen Präsentation Teil eines internationalen Ausstellungsprogramms, das Stationen in Europa und Nordamerika umfasst. Dennoch besitzt die Schau in Oberfranken ihren ganz eigenen Charakter. Die Verbindung aus den historischen Fotografien Allan Grants, den eindrucksvollen Original-Tonaufnahmen und den Pop-Art-Werken James Francis Gills macht „Marilyn 100“ zu einer der persönlichsten und berührendsten Ausstellungen über Marilyn Monroe, die bislang in Deutschland zu sehen waren. Sie lädt dazu ein, den Blick von der Legende zu lösen – und einer Frau zu begegnen, deren Ausstrahlung auch mehr als sechs Jahrzehnte nach ihrem Tod nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. August 2026 in der Kunsthalle Kloster Banz zu sehen.
Im August feiert das Bistro SixtyFour in Maisach sein dreijähriges Bestehen. Seit der Eröffnung hat sich das Lokal zu einem beliebten Treffpunkt in der Gemeinde Maisach entwickelt, an dem Genuss, Geselligkeit und entspannte Atmosphäre zusammenkommen. Das dreijährige Jubiläum ist ein schöner Anlass, auf drei erfolgreiche Jahre zurückzublicken und zugleich all jenen zu danken, die das SixtyFour mit Leben füllen – den Gästen ebenso wie dem Team hinter dem Bistro. So steht der August ganz im Zeichen eines kleinen, aber besonderen Maisacher Erfolgskapitels. Termin ist am Samstag, 1. August von 16-17 Uhr nur online. Der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 16 Uhr live auf YouTube gestreamt. Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams
Anschließend öffnet das Bistro ab 17:30Uhr die Türen für das große Jubiläumsfest. Die komplette Bierauswahl vom Fass gibt es reduziert zudem frischer Rollbraten & ausgewählte Speisen wie norddeutsche Frikadelle (der Gastronom beharrt auf diesen Ausdruck). Live um 19:30Uhr tritt CRIZ auf und sorgt für Stimmung pur – Rock, Pop, Blues, Soul & Country.