Beim Aprilwetter zieh ich meine Roeckl wieder an

27. April 2017
Der Handschuhhersteller Roeckl muss einige Läden schließen. München bleibt.

Der Handschuhhersteller Roeckl muss einige Läden schließen. München bleibt.

Was ist das für ein sch … Wetter? Der April weiß nicht, was er will. Ich packe wieder meine Winterhandschuhe aus und halte meine Handschuhe von Roeckl in der Hand. Welche soll ich nehmen? Ich mag sie doch alle so gerne. Gleichzeitig bin ich entsetzt und es tut mir leid. Ich gelesen, dass Roeckl Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hat. Für mich als Freund von Accessoires ist Roeckl der Handschuhhersteller schlechthin. Ich habe rund 30 verschiedene Paare von Roeckl und jede Saison werden es mehr. Ich habe schon darüber gebloggt.
Insolvenz in Eigenverwaltung heißt zunächst nicht, dass Roeckl komplett dicht macht. Aber das 1839 gegründete Traditionsunternehmen wird nach eigenen Angaben sieben Standorte schließen und 45 der derzeit 200 Mitarbeiter entlassen. Geschlossen werden beispielsweise Nürnberg, Aachen und Wiesbaden. Das finde ich sehr, sehr traurig, schließlich wird Roeckl in der sechsten Generation geführt.

Lagerverkauf beim Roeckl.

Lagerverkauf beim Roeckl.

Aber ich kann es nachvollziehen. Das Thema Handschuhe ist nicht unbedingt der Renner unter Jugendlichen. Das war mal anders. Als Roeckl den Roeckl Intelligence, einen Touch-Handschuh für das iPhone herausgebracht hat, empfand ich einen Boom in den Geschäften. Techfreaks, die bisher noch nie in einem Roeckl-Laden waren, schauten rein. Der hohe Preis schreckte sie nicht ab, schließlich waren es klassische Apple-Kunden gewohnt, für Qualität etwas hinzulegen. Dann kamen aber die Billigheimer aus Asien und der Touch-Markt wurde überschwemmt. Heute finde ich im Sortiment noch immer ein paar Touch-Handschuhe, um die Oberfläche des iPhones zu bedienen, aber modisch gefallen mir die Sachen nicht. Zudem bediene ich mein iPhone mehr und mehr über Siri.
Die Geschäftssparte, die den Sporthandschuh verwaltet, hat wohl Glück gehabt, aber der modische Handschuh hat mehr und mehr Probleme. Der Handschuh als Modeaccessoire ist nicht überall der Renner und zudem noch extrem saison- und wetterabhängig. Nun, ich trage Handschuhe noch als Modeaccessoire eigentlich das ganze Jahr. Im Winter gegen die Kälte, im Sommer habe ich manches Mal leichte Handschuhe beim Autofahren. Ich habe auch oft Handschuhe an, wenn ich die S-Bahn benutze. Ich will nicht krank werden bei den ganzen Bakterien, wenn ich Geländer oder Stangen anfasse.

Vorbereitung auf Magic City München

26. April 2017

Für mich hat Graffiti eine Wandlung durchlaufen – von der Schmiererei bis zur Kunstform. Nicht jedes Graffiti ist Kunst, aber Reaktion der Betrachter auf Graffiti im urbanen Raum kann interessant aussehen. Gleich vorweg zur Klarstellung: Ich kein Graffiti auf der Gartenmauer, denn meine Reaktion würde einfach nur Wut sein.
Am Wochenende werde ich mir in München die Ausstellung Magic City – die Kunst der Straße ansehen und bin voller Erwartung über das Event in der kleinen Olympiahalle in München. Magic City präsentiert eine „lebendige und fantasievolle Kunstform der Gegenwart“, so die Veranstalter. Ich bin sehr gespannt. Graffiti hat eine lange, lange Geschichte, die bis ins alte Ägypten zurückreicht. In München gibt es verschiedene Variationen von Graffiti, die mehr in Richtung Streetart gehen. Streetart finde ich sehr interessant. In New York sah ich ein Werk von Banksy und konnte niederknien. Ich habe darüber ausführlich gebloggt.


Streetart begegnet mir auf Schritt und Tritt. Einfach nur Augen offen halten und wir sehen Kunst im öffentlichen Raum: Style-Writing, Scratching, Etching, Ganggraffiti, Pixação, Ultras-Graffiti, Streetart, Stencil/Pochoir, Politische Graffiti, Zinken, Reverse Graffiti und und und. Ob es Kunst ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich will von zwei Graffiti-Begegnungen berichten, die ich sehr interessant finde.


Als ich in Bayreuth einen Vortragstermin hatte, ging ich entlang des Rotmain-Centers. An der Mauer zur Traditionsbrauerei Meisl gibt es seit Jahren unterschiedliche Graffitis von unterschiedlicher Qualität. Ich hatte ein bisschen Zeit und konnte sie betrachten. Wer sie angebracht hat und wann, das weiß ich nicht. Es gibt sie aber schon einige Jahre. Gleich vorweg: Ich mochte das Känguru aus Yps am liebsten. Es hat mich schlagartig an meine Jugend erinnert und obwohl die Zeitschrift Yps wieder auf dem Markt ist, begeistert sie wohl nur die ältere Generation. Es stand auch nett da „mit Gimmick Nr 1968“ – mein Geburtsjahr. Ein Gimmick 1968 gab es nicht, mein Yps endete damals mit Gimmick 1257 Finger-Fußball. Die Motive machen Spaß, provozieren und laden zum Verweilen ein.


München hatte in den siebziger Jahren eine aktive politische Graffiti-Szene. In der düsteren Menzinger Unterführung in München bei der Fußgängerunterführung an der Kreuzung Menzinger Straße, Wintrichring und Maria-Ward-Straße gibt es interessantes Graffiti. Coole Motive in einer versieften Umgebung. Interessantes Streetart in München. Hier fand 2016 auch das zweite Münchner Festival für unangepasste Kunst statt. „Gesellschaftskritische Kunst an ungewöhnlichen Orten sichtbar zu machen“, war ein Lob über die Malereien in der Unterführung. Künstlerisch gefällt mir die Unterführung, allerdings verliert man als ortsunkundiger Fußgänger ein wenig die Orientierung. Enge verwinkelte Gänge für Fußgänger in einer autogerechten Stadtatmosphäre.


Im Netz habe ich einen Antrag im Baureferat gefunden. Am 03.03.2009 wurde von Stadtrat Josef Schmid und Stadtrat Hans Podiuk der Antrag Nr. 08-14 / A 00621 gestellt mit dem Ziel “Unterführungen sicherer und schöner machen!“ Darin wird ein öffentlicher Kunstwettbewerb für “stark frequentierte Münchner Unterführungen“ gefordert. Dadurch soll eine optisch ansprechende Gestaltung der Unterführungen erreicht werden. Sicherheitsaspekte und die Berücksichtigung von Rad- und Fußgängerverkehr sollen ebenfalls eine Rolle spielen. Der Kunstwettbewerb soll für Nachwuchskünstler, Anwohner und anliegende Kindergärten, Schulen und Jugendzentren ausgelobt werden.


Aber jetzt erst mal bereitmachen für Magic City in München. Ich werde in diesem Blog berichten, wie es mir gefallen hat.

Gold und Silbermünzen bei der Abreise aus Bad Hindelang

25. April 2017
Bei der Abreise aus Bad Hindelang bekomme ich Gold- und Silbermünzen.

Bei der Abreise aus Bad Hindelang bekomme ich Gold- und Silbermünzen.

Ich bin reich. Bei meiner Abreise aus meinem Ferienhotel Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang überreichte mir die freundliche Dame an der Rezeption ein blaues Stoffsäcken. Es war gefüllt mit Gold- und Silbermünzen. „Wir möchten Ihnen diese Münzen als Zeichen des Dankes überreichen“, sagte die Rezeptionistin. Ich war erst einmal sprachlos.
Die Idee dahinter ist großartig, denn dahinter verbirgt sich ein perfektes Kundenbindungsprogramm der Hotelierfamilie Sabine und Armin Gross. Die Gold- und Silbermünzen, Luitpoldtaler genannt, haben eine besondere Bedeutung. Auf ihnen ist das Allgäuer Hotel abgebildet und der Wert der Münze.


Die goldenen Luitpoldtaler entsprechen dem Wert 1 Münze zu 10 Euro. Diese werden bei einem erneuten Aufenthalt im Hotel Prinz Luitpold Bad vom Hotel in Zahlung genommen. Das ist ein netter Rabatt, den ich gerne beim nächsten Mal einlösen werde. Ich komme wieder, denn ich will ja sparen.
Die silbernen Luitpoldtaler sind eine Art Kennenlern-Gutschein für neue Gäste. Damit kann ich Freunde und Bekannte eine Freude machen. 10 Luitpoldtaler sind pro Person und Tag an der Rezeption einlösbar und anrechenbar auf die Hotelrechnung bei Direktbuchung und Privatbuchung. Die Münzen dann gleich beim Einchecken an der Hotelrezeption abgeben.
Ein Rückgeld und Barauszahlung ist freilich ausgeschlossen.

Angebot an Silbermünzen – Zuschuss für einen Hotelaufenthalt:
Da ich einige Silbermünzen habe, gebe ich diese gerne an Interessierte und Freunde weiter. Bitte einfach einen Kommentar bei diesem Blogpost hinterlassen und ich lass euch meine Silbermünzen zukommen, solange der Vorrat reicht. Schaut euch das Hotel Prinz Luitpold Bad im Web an und entscheidet dann.

 

Filmtipp: Guardians of The Galaxy 2

24. April 2017
Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Was soll man über einen Film schreiben, bei dem einer Art Sascha Lobo, eine grüne Frau, ein Waschbär und ein Stück Holz die Hauptrollen spielen? Guardians of The Galaxy 2 ist purer Trash, bunter, knalliger Trash, der ohne große Logik funktioniert. Die wahren Helden des Films sind für mich Weta, Trixter, Scanline und Cat Stevens.
Als ich mich im Kinostuhl zurücklehnte, gab ich die Logik und die Ernsthaftigkeit bei der Kinokasse ab und dachte zurück an meine Jugend. Als ich in den Siebzigern und Achtzigern auf dem Sofa in meinem Zimmer lag, die Füße verbotenerweise an den Wänden hochsteckte, schreckliche Musik hörte und Superhelden-Comics las. Auch hier spielte die Logik keine Rolle. Die Action der Helden war klar, die Dialoge fanden in Plattitüden statt und am Ende stirbt ein treuer Gefährte – fast so wie bei Lassie.
Das Konzept von Disney funktioniert noch immer. Der Humor im zweiten Teil ist vorhanden – wird vor allem von Kurt -Carpenter- Russell sowie Sylvester Stallone sowie einem unvermeidlichen David Hasselhoff geprägt – und von einem Stück Holz namens Groot. Dieser Groot mit seinem begrenzten Wortschatz ist für mich die sympathische Figur des Films und hatte bei der Pressevorführung des Films den meisten Applaus. Bei einer frühen Testvorführung in den USA erreichte der zweite Teil des Superheldenabenteuers übrigens den besten Wert in der Geschichte der Marvel Studios.
Dabei hätte die Technik im Film einen größeren Applaus verdient. Es wird richtig geklotzt mit bunten und schrillen Effekten. Die Story des draufgängerischen Peter Quill alias Star Lord und seiner Truppe exzentrischer Helden tritt zeitweise hinter den großartigen Effekten zurück. Einige dieser Effekte stammen aus Deutschland von Scanline und Trixter.

Die deutsche Visual-Effects-Schmiede Trixter verbindet bereits seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Marvel Studios. Doch mit Guardians of The Galaxy 2 findet die Kooperation einen Höhepunkt – denn es ist nicht nur der größte Einzelauftrag, den der Visual-Effects- und Animationsspezialist mit seinen Büros in Berlin und München seit der Gründung vor 19 Jahren durch Simone Kraus und Michael Coldewey erhalten hat. Mit Rocket Raccoon und Baby Groot durfte sich Trixter auch den Helden aus dem Marvel Cinematic Universe annehmen! Hierfür hat ein Team aus fast 200 Animatoren sowie Künstlern für digitale Spezialeffekte und Bildbearbeitung in mehr als 300 Einstellungen die beiden Kultcharaktere zum Leben erweckt. Dazu ersetzten sie die zuvor real inszenierten Schauspieler in einigen Sequenzen und erschufen auch verschiedene Hintergründe, die im Film absolut real aussehen.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Animationsregisseurin Simone Kraus betreute den Dreh im amerikanischen Atlanta vor Ort und versammelte dabei die besten Animatoren um sich. Innerhalb eines Jahres wurde das originale Realbild mit den bei Trixter in Deutschland entstandenen Bildelementen nahtlos und unsichtbar zusammengefügt. „Ursprünglich war Trixter für Trickfilme gegründet worden. Dass wir nun an solch großen Hollywood-Blockbustern mitarbeiten dürfen, ist ein Traum. Und, dass James Gunn uns seine Lieblinge wie Baby Groot und Rocket anvertraut, ist für mich immer noch kaum zu glauben“, so Michael Coldewey.

Sehr nett aber für mich als Retro, welche Rolle ein Sony Walkman im digitalen Zeitalter spielt. Die Musik eines Mixtape „Awesome Mix #2“ gibt es den Takt und Rhythmus im Film vor, wobei ich wieder feststellte, wie viele schlechte Musik in den Siebzigern und Achtzigern veröffentlicht wurde. Nur weil es alt ist, ist es nicht gut. Also der Kauf des Soundtracks scheidet für mich aus, aber Musik ist Geschmacksache. Einen Schenkelklopfer hatte ich als Apple-Fanboy dann doch. Dass Disney nun noch den Microsoft Zune für den Walkman ins Spiel bringt, dürfte Apple als Disney-Aktionär nicht viel kratzen. Unter Steve Jobs hätte es Ärger gegeben. Der Held Peter Quill setzt einfach auf die falsche Technik.
Wem der erste Teil von Guardians of The Galaxy gefallen hat, muss sich Teil 2 auch ansehen. Der Regisseur James Gunn wurde nicht ausgewechselt und kann die Atmosphäre des Films vom Teil 1 in Teil 2 retten, wobei mir es jetzt etwas zu pathetisch zuging.

Comic-Vollversorgung und GotG-Trading Card-Kollektion
Guardians of The Galaxy wurde im Jahr 2014 zu einem Überraschungserfolg in den Kinos. Kaum einer hatte damit gerechnet, dass ein nahezu unbekanntes Heldenteam des Marvel-Universums einen der Blockbuster des Jahres landen könnte. Doch der Film, der mit viel Witz und Action aufwartete, zündete wie eine Rakete. In der Folge des Filmerfolges schnellten in den USA und hierzulande auch die Verkäufe der GotG-Comic-Reihe, sowie der begleitenden Serien – vor allem die der beiden Fan-Lieblinge, dem waschbärenähnlichen Rocket Raccoon und Groot, dem Baumwesen – in die Höhe und zählen seitdem zu den Top-Comics im Marvel-Portfolio von Panini. Auch meine Kinder K1 und K2 interessieren sich dafür. Panini hat sich auf den galaktischen Hype jedenfalls bestens vorbereitet und bietet den Fans die Comic-Vollversorgung und eine sensationelle GotG-Trading Card-Kollektion.
Für jüngere Fans, die nach dem Kinobesuch mehr von ihren Helden haben wollen, bietet Panini ab dem 25. April die Guardians of the Galaxy-Trading Card-Kollektion. Sie können mit der 125 Karten (inklusive 25 Spezialkarten) umfassenden Kollektion alle Helden, Schurken, Raumschiffe und die besten Szenen aus dem Film sammeln. Die hochwertigen Karten können überall im Handel in Tüten mit jeweils sechs Karten (Preis pro Tüte 1,50 Euro) erstanden werden. Das Starterset mit zwei Tüten, einer Limited Edition Card und dem Sammelordner gibt es zum Preis von 8,95 Euro. Ich hoffe allerdings nicht, dass K1/2 dies brauchen, gegen die Comics hätte ich allerdings nichts.

Welttag des Buches – mein absolutes Lieblingsbuch

23. April 2017
Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch.

Heute ist der Welttag des Buches und natürlich feiere ich diesen Tag gerne mit. Ich liebe Bücher in all seinen Formen, sei es als gedrucktes Buch, sei es ein Taschenbuch, sei es ein aufwendig gebundenes Buch, sei es als elektronisches Buch. Ich lese sehr viele Büchern, in der Regel ein Buch die Woche, mal ein Sachbuch, mal Literatur, mal einfach nur Schund.
Es gibt viele wichtige Bücher in meinem Leben, unzählig viele. Mein Lieblingsbuch als Kind habe ich neulich erst wiedergefunden. Es heißt: Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde geschrieben von Richard Scarry. Er lebte von 5. Juni 1919 in Boston bis 30. April 1994 in Gstaad. Er war ein Kinderbuchautor und Illustrator, der über 300 Bücher veröffentlicht hat, wovon weltweit über 300 Millionen Exemplare verkauft wurden.

So lernte ich das ABC

So lernte ich das ABC

Ich liebte das Buch abgöttisch und lernte mit diesem Buch das ABC. Damit passt es für mich ideal zum Welttag des Buches. Bücher helfen uns, das Gehirn auf Trab zu halten, sie beflügeln die Fantasie und unser Einfühlungsvermögen. Lesen findet im Kopf statt und Lesen ist einfach super. Bücher sind einfach Medienkompetenz pur. Diese tolle Welt entdeckte ich durch Mein allerschönstes Buchstaben-Bilderbuch. Es wurde im Dezember 1994 wieder beim Delphin-Verlag in Köln neu aufgelegt. Ich habe allerdings noch die deutsche Erstausgabe aus dem Jahr 1971. Meine Eltern mussten mit mir das Buch Tag für Tag lesen und so lernte ich in jungen Jahren das ABC.


Jeder Buchstabe in dem Buch hat eine Doppelseite und sogar ä, ü und ö sind dabei und das erstaunt mich heute mehr als früher. Ein US-Autor, der an die Umlaute denkt.
Es sind viele, viele kleine Geschichten in diesem Buch zu finden. Heute sagt man wohl Wimmelbilder dazu. Ich machte mich als Kind auf, diese Geschichten zu erkunden. Der Buchstabe, um den es auf der Doppelseite ging, war in den Wörtern Rot gedruckt und so lernte ich das ABC. Ich schaute, suchte, malte mir meine Welt im Kopf aus. Geholfen haben mir die Figuren von Richard Scarry. Seine Figuren sind vermenschlichte Tiere, die ich in mein Herz geschlossen hatte. Und wenn ich heute das Buch durchblätterte, dann kommen mir die Geschichten um die Häschen, Schweinchen, Kätzchen ins Gedächtnis zurück. Und ich stoße immer wieder auf Egon. Egon ist so eine Art Regenwurm mit Tirolerhut, der auf den meisten Seiten auftaucht. Als Kind machte ich mir zur Aufgabe, Egon als erstes auf den Seiten zu suchen. Hatte ich den Wurm gefunden, dann war ich begeistert und jubelte. Beim Schreiben dieses Blogbeitrags musste die beste Ehefrau von allen mit mir Egon suchen, sie schien ein wenig genervt zu sein.
Das ist also meine Empfehlung und Erinnerung am Welttag des Buches. Ich mach mich jetzt mal auf die Suche im Netz, was andere für Bücher am heutigen Tag gepostet haben.

Hier das Buch ausführlich im Video:

Pressekonferenz mit Modefotograf Peter Lindbergh

22. April 2017

 

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Peter Lindbergh hält Hof in München zur Ausstellungseröffnung.

Als Klatschreporter wäre ich wohl eine Niete, aber natürlich interessiert mich Prominenz. Durch meine journalistische Tätigkeit bin ich immer wieder Kreativen begegnet, die für mich persönlich wichtig und dadurch prominent waren – für die Masse eher weniger. Ich habe viel Gespräche geführt mit Kameraleuten, 3D-Artists oder Regisseuren, die mich beeindruckt haben. Jedes Jahr versuche ich ein solches persönliches Promi-Gespräch zu treffen. In der Vergangenheit war dies sicherlich Gespräche mit Christiane Kubrick und Jan Harlan, es war sicherlich ein nettes Interview mit Ken Adam und es war vor kurzem eine Pressekonferenz mit dem legendären Fotografen Peter Lindbergh.
In der Hypo Kunsthalle gibt es die absolut sehenswerte Ausstellung From Fashion to Reality mit grandiosen Fotos von Peter Lindbergh zu sehen. Ich werde separat über die Ausstellung und das dazu erschienen Buch bloggen. Im Vorfeld der Ausstellung gab es eine Pressekonferenz, auf die mich mein Bloggerclub-Kollege Sascha Walk am Rande einer Vorstandssitzung des Bloggerclubs hinwies. Ich war Feuer und Flamme und meldete mich nachträglich zur PK an. Danke an das Presseteam der Kunsthalle für die Kulanz trotz meiner Verspätung.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

Die Ausstellung From Fashion to Reality ist absolut sehenswert.

So durfte ich in der ersten Reihe der Pressekonferenz den Worten des großen Fotografen lauschen. Und nachdem mir einige Fragen der Kolleginnen und Kollegen zu doof waren, stellte ich zwei eigene.
Aber alles der Reihe nach: Nachdem ich zeitig dran war, sah ich, dass die erste Reihe der Pressekonferenz in der Kunsthalle nicht besetzt war. Links und rechts hatten sich zahlreiche Kamerateams postiert und einige Bildjournalisten hatten schon vorne Plätze besetzt. Ein Stuhl war noch frei, also mein Stuhl. Als Blogger packte ich ein leichtes Tamrac Zip Shot Stativ aus und schraubte meine Bloggerkamera Canon LEGRIA mini X darauf. Diese zeichnete die ganze PK für YouTube auf. Die Fotos während der Veranstaltung machte ich mit meinem iPhone und der Fujifilm X100s.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Die PK schnitt ich für YouTube mit.

Photoshop reduziert den Menschen auf Null
Nach ein paar privaten Ausführungen zum Deutschlernen in der Familie und ein Lob über München ging es los. „Modefotografen haben eine Art von Verantwortung. Wenn man Frauen fotografiert, muss man sich überlegen, wie man sie fotografiert und warum und wie sie dann aussehen auf den Fotos. Das ist heute so auf den Hund gekommen, wie Frauen in den Magazinen aussehen. Man hat eine Technik entwickelt, die heißt Photoshop. Damit kann man Frauen die Regungen des Lebens wegretuschierten. Und damit den Menschen auf Null reduzieren und dann behaupten, das ist schön.“ Dies sei der Stand der heutigen Idee von Schönheit. Lindbergh forderte die Courage zu haben, selbst zu sein. „Dann ist man schön“, so der Fotograf. Sein Frauenbild habe sich über die Jahrzehnte durch nicht geändert. „Man kennt das natürlich oder echt.“

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Hurra, Peter Lindbergh macht ein Foto von mir.

Von Smartphone-Fotografie lässt sich viel lernen und entdecken
Als Blogger, der von Lindbergh mit dem iPhone fotografiert wurde, wollte ich es genauer wissen und fragte nach. Was hält ein Meisterfotograf wie Peter Lindbergh von der Smartphone-Fotografie? „Die großen Fotografen behaupten ja immer, dass dies alles Blödsinn sei. Jeder will heute Fotograf sein. Ich sehe so viele tolle Sachen, dagegen kann man als Fotograf gar nicht anstinken. Professionelle Fotografen können sich nur noch dadurch auszeichnen, dass sie einen Standpunkt haben und den 20, 30 oder 40 Jahre vertreten.“ Bei den Smartphone Fotos seien so tolle Sachen dabei. „Da kann man nichts dagegen machen. Da kann man dagegen viel davon lernen, diese Leichtigkeit.“

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Er ist kein Freund von Selfies und so wurde ein Selfie gemacht.

Über das Ende der Fotografie
Viele kleine und große Geschichten erzählte Peter Lindbergh in der Pressekonferenz. Probleme mit der digitalen Technik sehe er keine, vielmehr Probleme mit all den Leuten, die bei einem Shooting mitreden. In analogen Zeiten hatte er die Bilder im Kopf, in digitalen Zeiten in denen die Kamera an einem Monitor angeschlossen wird, reden zu viele Leute mit. „Dies läutet das Ende der Fotografie ein.“ Jeder könne durch den den externen Monitor sehen, was der Fotograf macht und reinreden. „Da beginnt das Ende der Fotografie. Der arme Typ hinter der Kamera darf nur noch den Kopf drücken.“


Schaut euch die ganze Pressekonferenz in Ruhe an. Von Peter Lindbergh kann jeder Fotograf etwas lernen und sei es auch nur die Leichtigkeit, wie so ein Star die Fragen beantwortet. Und schaut euch die Ausstellung in der Hypo Kunsthalle an, es lohnt sich.

Teil 1 der PK

Teil 2 der PK

Die Einführung zur PK

 

Filmtipp: Ghost in the Shell

21. April 2017
Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Ich hatte Angst vor der Verfilmung. Ich hatte wirklich Angst, dass Hollywood diesen Klassiker versauen würde. Ich hatte so viele Gedanken zu diesem Werk im Kopf. Und ich wurde Gott sei Dank enttäuscht: Ghost in the Shell ist ein ästhetisch beeindruckender Film geworden. Er ist nicht perfekt, aber er ist gut geworden.
Was hatte ich alles erwartet? Nach der eindrucksvollen Animie-Verfilmung von 1995 des legendären Mangas von Masamune Shirow hatte ich riesige Erwartungen. Im Grunde wünschte ich mir sehnsüchtig eine Art Blade Runner des 21. Jahrhunderts. Der Film von Ridley Scott war so wichtig für die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und prägte meine Generation. An nicht weniger als an Blade Runner wollte ich Ghost in the Shell messen, denn das Thema der Menschlichkeit ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Nun, dieses Ziel hat der Film nicht erreicht, aber dennoch ist er für mich stilprägend. Die Story ist prima und die optischen Effekten sind einfach sagenhaft.
Im Grunde hatte der Realfilm seine stärkste Wirkung, wenn er sich nahe an die Animie-Verfilmung von Mamoru Oshii hält. Regisseur Rupert Sanders kopiert in vielen Einstellungen den Zeichentrick und wird schwächer, wenn er eigene Wege geht. Schon die Erschaffung von Major entspricht fast 1:1 der Zeichentrick-Vorlage. Im Kino blieb mir die Spucke weg, denn bevor ich abends mir den Spielfilm angesehen hatte, schaute ich mir am Nachmittag nochmals das Animie an. Bild für Bild übernahm der Spielfilm die Animie-Vorlage.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Kritik gab es, dass Scarlett Johansson die Hauptrolle spielte. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Hollywood auf japanische Darsteller setzt. Mir ist das egal. Frau Johansson spielt prima, etwas besser hat sie mir als Alien in Under the Skin gefallen.
Der Film ist wunderschön geworden, die Bilder sind atemberaubend und sie sind kalt. So stelle ich mir eine Cyberzukunft vor und es ist eine eindrucksvolle Weiterentwicklung der Welt von Blade Runner. Freilich hat die Storyumsetzung ihre Schwächen – und das werfe ich dem Film vor. Dieser Film geht um Seele, um das Menschsein an sich und ist im Grunde ein seelenloser Film geworden. Das ist traurig, denn das Animie von 1995 hatte diesen Spirit noch. Es handelt sich um einen Ghost oder eine Lebensform, die im Netzwerk lebt. Künstliche Intelligenz als Lebensform – eine interessante gesellschaftliche Diskussion wird dadurch möglich. Ghost in the Shell hätte den Weg zu dieser Diskussion bereiten können.


Ein Wort noch zur Musik. Ich kannte ja den wunderbaren Score Ghost In The Shell von Kenji Kawai und dachte, es könne nicht besser werden. Doch der Score von Clint Mansell ist der absolute Wahnsinn. Ich habe ihn bisher nur im Film hören können. Leider, leider konnte ich die CD bis heute noch nicht in den Händen halten. Mir ist es noch nicht gelungen, ein Exemplar zu kaufen.

Deutschland höchster Weinberg steht in Bad Hindelang

20. April 2017
Armin Gross ist stolzer Hobbywinzer.

Armin Gross ist stolzer Hobbywinzer.

Bei einer Fahrt ins sonnige Südtirol dachte sich der Allgäuer Hotelier Armin Gross einstmals: Warum keltern wir eigentlich nicht unseren eigenen Wein? Der Allgäuer Boden ist perfekt für einen Weinanbau, am Klima muss gegebenenfalls noch gearbeitet werden. Also packte der findige Hotelier vom Hotel Prinz Luitpold Bad aus Bad Hindelang einen mutigen Entschluss: Ein Wein aus dem Allgäu sollte angebaut werden.
Im Jahre 2007 wurden elf Rebstöcke der Sorte Solaris gepflanzt, denn mehr als erfrieren kann der Wein ja nicht. Solaris ist für harte Klima ideal, er reift früh und passt ideal ins Allgäu. Pro Rebstock kommt ein halber Liter Weißwein am Ende bei der Ernte heraus. 2010 kam es zur ersten Ernte, 860 Meter über dem Meeresspiegel. Hobbywinzer Armin Gross war begeistert vom der Süße seiner Trauben.
„Deutschland höchster Weinberg steht in Bad Hindelang“ hatte Armin Gross damals der Presse erzählt. Der Freistaat Bayern hat sofort reagiert und 9. Januar 2011 gab es ein Einschreiben aus Veitshöchheim von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Es wurde mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren gedroht, wenn er einen Wein aus einem nichtgenehmigten Anbau in den Umlauf bringt. Daraus machte PR-Mann Armin Gross eine riesige PR-Aktion und spielte die Meldung mit Erfolg im ganzen Bundesgebiet. Die Massenmedien und Blogs berichteten über den Hotelier aus dem Allgäu.

So sieht sein Wein aus - Deutschland höchster Weinberg steht in Bad Hindelang

So sieht sein Wein aus – Deutschland höchster Weinberg steht in Bad Hindelang

Dann machte Armin Gross alles nach Vorschrift. Mit der Gründung der Winzergemeinschaft Oberallgäu 2011 legte Armin Gross den Grundstein für das langfristige Ziel: eine eigene Regionbezeichnung und die Neugründung des Weinanbaugebiets Allgäu. Die insgesamt 200 Quadratmeter des jüngsten und kleinsten Anbaugebietes in Deutschland tragen die Titel höchster und zweihöchster Weinberg. Der Wein wurde angemeldet. Und für den Hobbygebrauch darf der Wein produziert und an gute Freunde ausgeschenkt werden. Da ich ein Gläschen bekam, danke ich für diesen Freundschaftsbeweis.

Der Luitpolder Ochsenberg.

Der Luitpolder Ochsenberg.

Mit der Krönung der ersten Allgäuer Weinkönigin im September 2011 begann die Erfolgsgeschichte für den Allgäuer Wein. Die bayerische Staatsregierung konnte bisher keine gewerbliche Anbaugenehmigung erteilen. Allerdings soll der Anbauschutz fallen – und damit gibt es vielleicht noch eine Chance für einen Allgäuer Wein.


Ich trank also den Solaris 2015, als der bisher beste Wein. 60 Kilogramm wurden gelesen und verarbeitet. Zunächst wurde der Wein in einer mickrigen Tischpresse verarbeitet, dann aber schon mit einer professionellen Presse aus Italien. Dann stellte sich heraus, dass auch damit die harten Trauben aus dem Allgäu nicht zu pressen waren und es wurde auf Handarbeit gesetzt. Jede Traube wurde mit der Hand ausgedrückt – zwei Tage Handarbeit für die ganze Familie. Es wurden zwei Kunststofffässer mit 36 Litern angesetzt. Heraus kam der Luitpolder Ochsenberg. Die Qualität des Weins ist nicht zu unterschätzen. Im Jahr 2015 brachten es die Trauben dank Ertragsreduzierung bei der Lese über 90 Grad Oechsle. Daraus entstand ein durchaus angenehmer spitziger Weißwein mit rund 12 Prozent Alkohol. Ausgeschenkt werden darf der Wein an Gäste nicht, aber „zugegeben, bei 36 Litern Ertrag schaffen wir das auch selbst“, so Armin Gross.

Gut behütet in der Münchner Fußgängerzone – Zunftzeichen bei Hut Breiter

19. April 2017
Irgendwas ist neu beim Breiter in München.

Irgendwas ist neu beim Breiter in München.

Auch wenn es heute nicht mehr so angesagt ist außer in Hipster Kreisen, trage ich gerne Hüte. Ich finde der Hut ist ein wunderbares Kleidungsstück. Er hält den Kopf warm und kleidet mich. Ich kaufe meine Hüte u.a. beim Hutkönig am Dom in Regensburg, in Hamburg bei Falkenhagen und in meiner Geburtsstadt München bei Breiter am Dom.
Bei meinem jüngsten Einkauf bei Breiter in der Münchner Fußgängerzone bemerkte ich einen Unterschied. Etwas an der Ladenfassade an der Kaufinger Straße ist anders. Neues Logo? Nein! Neue Farbe? Nein! Es ist das Zunftzeichen des Zylinderhuts. Der ist neu. Da musste ich bei Geschäftsinhaber Alexander Breiter nachfragen.

Das historische Zunftzeichen ist wieder da.

Das historische Zunftzeichen ist wieder da.

„Schön ist ein Zylinderhut, wenn man ihn besitzen tut, doch von ganz besonderer Güte sind die Breiter Hüte …“ so dichtete Adalbert Breiter kurz nach dem ersten Weltkrieg einen seiner Werbereime. Reim dich oder ich fress dich. Einen klassischen Zylinder besitze ich zwar nicht, dafür einen Klappzylinder oder Chapeau Claque, den ich bei Breiter erworben habe.
Frisch aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt übernahm Adalbert Breiter den 1863 gegründeten Familienbetrieb und eröffnete 1918 das Huthaus in der Kaufinger Straße in München. Statt der heute üblichen Neonwerbung wurden damals kunstvolle Zunftzeichen an den Läden und Werkstätten angebracht. Als ehemaliger Pressereferent der Handwerkskammer für München und Oberbayern mag ich das sehr. Je prunkvoller um so besser, im Falle von Hut-Breiter ein riesiger Metergroßer vergoldeter Zylinderhut.

Schön ist der Zylinder geworden.

Schön ist der Zylinder geworden.

Der Zylinder wurde zusammen mit dem Laden bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1944 zerstört. Hitler du bist ein Arschloch. Nach dem Krieg fehlte das Geld zum Wiederaufbau. Als Ende der 80er Jahre ein erneuter Anlauf gemacht wurde, das Zunftzeichen wieder anzubringen, machten die städtischen Behörden von München einen Strich durch die Rechnung. München sei eine Weltstadt und kein Museum, hieß es damals als Begründung.
Jetzt nach über 70 Jahren wurde das Zunftzeichen wieder genehmigt. Eine absolut richtige Entscheidung, wie ich finde. Nach alten schwarzweiß Bildern wurde der Zylinderhut vom Münchner Kunstschmied Nüssel in Handarbeit originalgetreu nachgebildet und anschließend mit Blattgold überzogen. Das Bayerische Fernsehen begleitete die Schmiedearbeit im Rahmen der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“. Lineares Fernsehen schaue ich schon lange nicht mehr, doch war der Film in YouTube vorhanden.


Ich finde das Zunftzeichen prima. Eines der letzten Familienbetriebe in der Münchner Fußgängerzone zeigt mit diesem vergoldeten Zylinder Flagge. Das ist gut so und meine Gratulation an die Familie Breiter.

Restauranttipp: Burger- und Steak-Restaurant Beers in Bad Hindelang

18. April 2017
Im Zentrum von Bad Hindelang gibt es das Beers.

Im Zentrum von Bad Hindelang gibt es das Beers.

Die Burger- und Steak-Welle schwappt durch die Gastroszene des Landes und ist auch in Bad Hindelang im Allgäu angelangt. Bei meinen Ferien im Hotel Prinz Luitpold Bad traf ich auf den Metzgermeister und Fleischsommelier Matthias Endraß, der mir das örtliche Steaklokal Beers Restaurant empfahl. Nachdem ich vom Fleisch der Metzgerei Endraß sehr angetan bin, folgte ich mit meiner Familie der Empfehlung.


Das Beers liegt im Herzen der Gemeinde Bad Hindelang gegenüber dem Rathaus in der Marktstraße 4-6. Dienstag und Mittwoch sind die Ruhetage und es empfiehlt sich eine Platzreservierung, denn es ein Anziehungspunkt für Burger- und Steakliebhaber der Region ist. Nachdem Roman Beer seine Erfahrungen in internationalen Häusern gesammelt hat, verwirklichte der noch junge Küchenchef in seinem Restaurant Beer nun seine eigenen gastronomischen Ideen. „Das Beers verbindet alpines Ambiente mit modernem Flair“, so das Ziel. Mit einer Mischung aus regionalen Zutaten und Spezialitäten aus Übersee bietet Roman Beer Steaks und Burger mit saisonalen Genüssen. Den ausgewählten regionalen und internationalen Fleischsorten konnten wir als Gäste im Reifeschrank beim Reifen zusehen.


Wir wählten in Beers folgende Speisen:
Tatar vom Rind asiatisch mit Mangochutney, Sojasauce, Chilli, Ingwer und Zitronengras sowie Wasabi-Mayonnaise und Krabbenchips.

Tatar vom Rind asiatisch

Tatar vom Rind asiatisch

Einen Klassikburger mit Rindfleisch Patty, Tomate, Gurke, Salat, rote Zwiebel und Burgersauce.

Klassikburger mit Rindfleisch Patty

Klassikburger mit Rindfleisch Patty

Ein Chateaubriand oder Doppellendensteak aus der Mitte des Rinderfilets. Es wird vier Zentimeter dick geschnitten und bringt 400 Gramm auf die Waage.

Chateaubriand oder Doppellendensteak aus der Mitte des Rinderfilets

Chateaubriand oder Doppellendensteak aus der Mitte des Rinderfilets

Ein Filet weist den geringsten Fettanteil aller Fleischteile des Rindes auf. Da der Muskel üblicherweise kaum betätigt wird, ist das Fleisch besonders zart, mager und saftig. Es ist das wertvollste Teilstück vom Rind.

Das Filet weist den geringsten Fettanteil aller Fleischteile des Rindes auf.

Das Filet weist den geringsten Fettanteil aller Fleischteile des Rindes auf.

Und es gab ein Roastbeef oder auch Zwischenrippenstück. Es liegt zwischen dem Rib Eye und der Hüfte und ist der begehrteste Teil des Rindes. Es birgt durch seinen geringen Fettanteil gegenüber des Rib Eye-Steaks einen aromatischen, saftigen und zarten Fleischgenuss.
Mein Fazit: Schönes Ambiente und ausgezeichnetes Fleisch. Leider wurden die Garstufen nicht eingehalten. Ich bestellte rosa, englisch, (englisch: medium rare, französisch: à point, anglais): Das Fleisch ist innen durchgehend rosa. Es hat eine braune, knusprige Kruste. Bei mir hatte es gepasst.
Meine Familie bestellte halb durchgebraten, (englisch: medium, französisch: demi-anglais): Das Fleisch hat nur noch einen leichten rosa Kern. Das hat leider nicht geklappt. Beim Roastbeef und vor allem beim Burger ist es komplett schief gegangen. Das Fleisch war ziemlich blutig und sehr rare. Schade, aber wäre die Grillkunst.

Das Burgerfleisch war ziemlich rot.

Das Burgerfleisch war ziemlich rot.

Absolut unverständlich war mir allerdings, warum in den Restaurant keinerlei Kartenzahlung möglich ist, so weder Maestro- noch Kreditkartenzahlung. Der Ober aus Berlin erklärte etwas mit Probleme mit der Bank, was mir als Gast eigentlich egal ist. Wenn ein Steak an die 60 Euro kostet, dann hab ich nicht immer eine entsprechende Summe an Bargeld in der Tasche – vor allem wenn wir als Familie in solch ein Lokal gehen. Die Qualität der Speisen ist sehr gut und es freut mich, dass Bad Hindelang so einen gastromischen Treffpunkt hat. In Details gibt es wie beschrieben Verbesserungsbedarf.