Posts Tagged ‘Margret Kopp’

Tetris mit Hilfsgütern nach Togo

17. August 2017
Kurze Besprechung der ehrenamtlichen Helfer.

Kurze Besprechung der ehrenamtlichen Helfer.

Die Togohilfe Maisach hat gerufen. Gerne bin ich dem Ruf gefolgt und habe wieder ehrenamtlich einen Container für den afrikanischen Staat Togo mitbeladen. Alle zwei Monate schickt die Aktion PTT Togohilfe Maisach seinen Container auf die Reise nach Lomé und wenn ich Zeit habe, helfe ich mit. Ich habe schon ein paar Mal in meinem Blog über dieses meiner Meinung vorbildliche gesellschaftliche Engagement berichtet und so auch heute wieder.
Im Mittelpunkt der Ladeaktion standen zwei Dinge: Krücken und Schultaschen. Margret Kopp, Vorsitzende der Aktion PIT Togohilfe Maisach, brauchte Krücken und Schultaschen. Dieser hervorragende vernetzte Frau bat die Bevölkerung um entsprechende Spenden und ich bin begeistert über die enorme Spendenbereitschaft der Deutschen. Aus nah und fern wurden Krücken und Schultaschen geliefert.

Gemeinsam mit Dr. Kodom, seinem Verein Aimes-Afrique und einem Ärzteteam aus Trostberg bereiten die Maisacher Organisation einen Ärzteeinsatz in Togo vor, bei dem auch anspruchsvolle Hüftoperationen kostenlos für mittellose Patienten aus ländlichen Regionen vorgesehen sind. Dafür werden die Krücken benötigt.

Ich zählte rund 150 Paar Krücken und über 600 Schultaschen, die in den Container nach Togo verlanden wurden. Daneben wurden natürlich zahlreiche medizinische Hilfsgüter, mechanische Nähmaschinen und Stühle verladen. Ein extrem schweres Ultraschallgerät und andere medizinisch Ausrüstungsgegenstände gingen ebenso auf die Reise.
Das ehrenamtliche Team ist gut aufeinander eingespielt. Ein Teil der Leute ist im Container, ein Teil davor. Die Spenden auf Paletten werden mit einer Ameise in den Container gehoben und dann im Container verstaut. Mir kommt es vor, als ob Tetris mit Sachspenden gespielt wird. Kein Platz wird verschenkt, denn der Container nach Togo ist teuer und wird über Spenden finanziert. Da muss professionell gepackt werden. Zusammen mit K1 kümmerte ich mich um die Schultaschen, Ranzen und Rucksäcke. Ich führte das aus, was mir gesagt wurde – auch mal ein schönes Gefühl, wenn andere die Verantwortung haben.
Insgesamt drei Stunden hat die ganze Verladeaktion gedauert, dann konnte der Container samt Zugmaschine auf die Reise gehen. Ich habe ein Hyperlapse-Video mit der Bloggerkamera gedreht. Drei Stunden in knapp sechs Minuten zusammengefasst. Es wäre schön, wenn es immer so schnell gehen würde. Wer beim nächsten Mal mithelfen will, kann sich einfach bei der Aktion PIT Togohilfe Maisach melden.

Wassershow mit Tanz und Musik – die Nacht der Fontänen der Maisacher Togohilfe

11. August 2017

Ihr wisst ja, ich bin ein Togo-Fan und unterstütze den örtlichen Verein Aktion PiT-Togohilfe wann immer ich kann. Im Moment werden Schultaschen für Togo gesammt und in wenigen Tagen helfe ich wieder mit einen Container für Afrika zu beladen. Eine neue Form der Öffentlichkeitsarbeit schlug die Vorsitzende des Vereins Margret Kopp ein. Mit einer Mischung aus Musik, Tanz und Wassershow faszinierte die Nacht der Fontänen das Publikum im Stadtsaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld. Der Erlös des optisch und akustische Spektakel kam der Togohilfe zu Gute. Die Benefizveranstaltung ist Teil der Kreiskulturtage Fürstenfeldbruck. Meine Familie und ich waren mit von der Partie und haben den Abend genossen.

Margret Kopp und ie amtierende „Miss Togo Diaspora“ Pascaline Amagio

Margret Kopp und ie amtierende „Miss Togo Diaspora“ Pascaline Amagio

„Unsere Besucher trugen dazu bei, dass Aktion PiT-Togohilfe notleidenden Kindern und ihren Familien in Togo direkt geholfen wird und sich die Lebensbedingungen in diesem Teil Afrikas verbessern.“ Als Ehrengäste begrüßte sie unter anderem den neuen Botschafter der Republik Togo in Berlin Michel Komi Dagoh und die amtierende „Miss Togo Diaspora“ Pascaline Amagio, die im Februar in Paris gewählt wurde und sich für soziale Anliegen im Ausland lebender Togolesen einsetzt. Wahnsinn, wie groß gewachsen diese Frau ist.

Der togolesische Arzt Dr. Kodom, der lokale Partner der Maisacher Togohilfe, war ebenfalls nach Fürstenfeldbruck angereist. In der Pause konnte ich mein Schulfranzösisch rauskramen und machte ein wenig Smalltalk. Ich erinnerte mich an meine Togo-Reise vor mehreren Jahren und freue mich, wenn ich das schöne Land wieder besuchen kann. Es wäre eine tolle Sache für diesen Blog.

Ratsch mit dem Botschafter der Republik Togo in Berlin Michel Komi Dagoh

Ratsch mit dem Botschafter der Republik Togo in Berlin Michel Komi Dagoh

Aber zurück zu der Nacht der Fontänen. Ich habe von dem Abend für die Togohilfe zahlreiche Bilder geschossen und den kompletten Abend für YouTube mitgedreht. Die Musik des Abends steuerte das prämierte Puchheimer Jugendkammerorchester bei. Es gab unter anderem Kammermusik und Serenaden von Rossini, Grieg und Tschaikowsky zu hören. Das Fürstenfeldbrucker Ballettstudio Sinzinger tanzte zu Vivaldis Vier Jahreszeiten.

Wasser und Licht marsch vom Regiepult

Wasser und Licht marsch vom Regiepult

Dazu gab es als optischer Star des Abends die eindrucksvolle Wassershow des Olchinger Unternehmens Water Act. Vor der Bühne des Stadtsaals war ein großes Wasserbassin errichtet worden, von dem die dynamischen Wasserfontänen mit wechselnder Lichtunterstützung aufstiegen. Unter dem Dach waren die Mitarbeiter von Water Act und steuerten Licht und Wasser via Keyboard-Tastatur. Es war interessant zu beobachten, wie das System gesteuert wurde und mit welcher Konzentration die Kreativen an die Arbeit gehen. Von oben sah die ganze Veranstaltung wunderbar aus. „Für alle beteiligen Künstler eine enorme Herausforderung, die Symbiose zwischen Musik, Tanz, Farben und Wasserspiel zu einem Erlebnis werden zu lassen und es ist wunderbar gelungen“, so Margret Kopp. Nach dem großen Erfolg wird im kommenden Jahr eine neue Nacht der Fontänen anstehen.

In seinem Grußwort lobte Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Einsatz der Maisacher Togohilfe: „Die Nacht der Fontänen ehrt das fast vierzigjährige Engagement einer der aktivsten und bekanntesten deutschen Vereine in der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit mit Togo.“ Das geht runter wie Öl und freut mich als Firmeninhaber, der mit redaktion42 zwei Patenschaften in Togo abgeschlossen hat. In seinem Grußwort schreibt der Entwicklungshilfeminister Gerd Müller weiter: „Bis 2050 wird sich die Bevölkerung Afrikas auf 2,4 Mlliarden Menschen verdoppelt haben. Dieser Trend ist auch in Togo bemerkbar. Über 40 Prozent der Menschen in Togo sind heute unter 14 Jahren alt.“ Daher hat Müller völlig recht und verschließt nicht die Augen vor dieser Herausforderung. „Erfolgreiche Entwicklsungszusammenabeit kann dabei helfen, die Chancen zu nutzen.“ Und darum unterstütze ich mit meiner Familie die Aktion PiT-Togohilfe bei uns in Maisach.

Hier das komplette Konzert:

und noch hier ein paar Bilder:

Container voller Medizingüter für Togo

4. Juni 2017

Alle eineinhalb Monate steht eine Hilfslieferung nach Togo an. Ich bin mit meinem Unternehmen redaktion42 seit Jahren Pate für zwei Kinder in Togo und helfe beim Beladen von Container für das afrikanische Land mit. Bei uns im Dorf ist die Aktion Pit – Togohilfe Maisach seit über 25 Jahren aktiv: Jetzt stand wieder das Beladen eines Containers an. Inhalt war dieses Mal medizinische Güter für Krankenstationen und Krankenhäuser, darunter Krankenbetten, medizinische Apparate, Krücken, Rollstühle, Matratzen, Verbandsmaterial.

Das Lager in Maisach in einem alten Postlager im Landkreis Fürstenfeldbruck war voll und dank einer Unterstützung vom BMZ konnte wieder ein Container auf dem Weg nach Lomé, der Hauptstadt von Togo auf die Reise gebracht werden.

Rund 3500 Euro kostet ein Transport von Tür zu Tür. Der rote Container wird per Lkw nach München Allach gebracht, dort auf die Bahn nach Hamburg verladen und schippert dann per Containerschiff nach Lomé. Dort wird der Container von den afrikanischen Partnern der Togohilfe in Empfang genommen.


Bis es soweit ist, musste der Container von den ehrenamtlichen Helfern der Togohilfe beladen werden. Die Vorsitzende des Vereins Margret Kopp hatte gerufen und engagierte Helferinnen und Helfer kamen und packten mit an. Auch meine Frau und ich waren wieder dabei. Bis der Container in Maisach auf einem Sattelzug eintraf, rollten wir die Hilfsgüter vom Lager auf den Hof. Die Lieferungen wurden genau dokumentiert und eine Vertreterin des BMZ führte Buch über unsere Aktion.


Die Gruppe von uns Freiwilligen ist gut organisiert, kann aber immer weitere kräftige Hände gebrauchen. Auch von anderen Hilfsorganisationen wie Kolping waren Sachen Verlagen. Die Hilfsgüter sind schwer und unhandlich. Es muss das Team gut zusammenarbeiten. Teamarbeit und gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig und das wird bei so einer vierstündigen Aktion eingeübt. Während ein Team in den Container klettert und die Hilfsgüter innen sicher stapelt, sorgt ein Team vor dem Lkw für regelmäßigen Nachschub. Die Organisation läuft rund – Hand in Hand wird gearbeitet. Ich sorge draußen für den Nachschub, schleppe Paletten weg, trage Betrachter für Röntgenbilder in den Kopf. Wir haben auch eine Ameise, die uns unterstützt – ohne diesem Gabelstapler wäre das Beladen unmöglich. Ein dummer Spruch hier, ein freundliches Wort da – das Team der Helfer versteht sich und Unterhaltung ist gut für die Stimmung. Auch Togolesen sind dabei, schließlich geht es um ihr Land und so ist es für sie eine Selbstverständlichkeit mit anzupacken. Ich nutze die Gelegenheit, mein Schulfranzösisch aufzubessern und mühe mich mit den Vokabeln ab. Belo ein freundlicher Togolese freut sich und klopft mir mit den bayerischen Worten auf den Rücken „Wird schon, mein Freund.“


Nach vier Stunden ist alles verladen. Am Ende jeder Verladeaktion gibt es noch ein schönes Ritual. Alle Beteiligten unterschreiben auf einem Plakat, das als letztes in den Container gepackt wird. Ich habe Matthias und meinen Twitternamen @redaktion42 geschrieben. In Togo wird der Gruß beim Auspacken als erstes wahrgenommen. Der Container wird verriegelt. Vorsitzende Margret Kopp verblombt den Container mit einer gelben Blombe und die Dame vom BMZ überwacht die ganze Aktion. Während unser Container auf die Reise geht, gibt es erst mal eine bayerische Brotzeit. Auch zusammen feiern gehört dazu. Der nächste Container für Togo wird am 11. August in Maisach beladen. Wer mithelfen will, ist gerne willkommen.

Protest gegen AfD bei uns im Dorf

20. März 2017
Bürgerinnen und Bürger aus Maisach demonstrieren gegen die AfD.

Bürgerinnen und Bürger aus Maisach demonstrieren gegen die AfD.

Ich bin ein politischer Mensch. Allerdings ist dieser Blog im Grunde frei von großen politischen Stellungnahmen. Heute eine Ausnahme, denn ich nahm an einer Protestveranstaltung gegen die AfD bei uns am Ort teil. Ich musste als Europäer einfach Flagge gegen diese Engstirnigkeit und dumpfen Nationalismus dieser Gruppierung zeigen. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD Alexander Gauland kam ins Maisacher Bräustüberl, um eine Strategiesitzung mit dem AfD-Abgeordneten für unseren Wahlkreis abzuhalten. Maisach ist im Landkreis Fürstenfeldbruck, rund 20 Kilometer westlich von München.

Im Bräustüberl Maisach tagte die AfD und Maisacher zeigen Flagge gegen diese Gruppierung.

Im Bräustüberl Maisach tagte die AfD und Maisacher zeigen Flagge gegen diese Gruppierung.

Im Vorfeld haben die örtlichen Parteien diskutiert, ob und was man gegen die Gruppierung unternehmen kann. Unser Ortsbürgermeister von der CSU hat abgewunken mit der Begründung, da dies das öffentliche Interesse mehr anfache als es die AfD verdiene. Da ich anderer Meinung bin, wollte ich Flagge zeigen und mich in die Menschenkette vor dem Bräustüberl Maisach einreihen. Ich halte das Gedankengut der AfD für gefährlich. Als Demokrat und Europäer wende ich mich eindeutig gegen diese Leute. Ich will mir später nicht von meinen Kindern vorwerfen lassen, ich habe mich nicht engagiert. Ich stelle mich gegen diesen dumpfen Nationalismus, gegen diese fremdenfeindlichen Parolen, gegen dieses antieuropäische Bashing.
Interessant war die Reaktion mancher Dorfbewohner während der Protestveranstaltung. Die einen fragten, was wir hier machen. Die anderen reihten sich für eine Zeit ein, andere gingen einfach mit frischen Semmeln an uns vorbei, schließlich war es Sonntag vormittag. Ab und zu hutsche jemand ins Bräustüberl – ob er zur AfD wollte oder zum Frühschoppen am Sonntag, das weiß ich nicht.

Ich stand neben Margret Kopp von der Togohilfe.

Ich stand neben Margret Kopp von der Togohilfe.

Ich stand neben Margret Kopp in der Protestreihe. Sie ist Kreisrätin der CSU und Vorsitzende des Togohilfsprojekts und wir unterhielten uns. Ein örtlicher Unternehmer fuhr mit Stinkefinger vorbei. Leider hatte ich das iPhone im Moment nicht bereit für ein Foto, denn das wäre mir schon eine Anzeige gegen den Herrn wert gewesen. Ich weiß allerdings, bei wem ich nicht mehr meine Dienstleistung in Anspruch nehmen werde.

Der Pressefotograf der örtlichen SZ lichtete die Protestler ab.

Der Pressefotograf der örtlichen SZ lichtete die Protestler ab.

Die örtliche Pressevertreter waren da und ich sprach mit den alten Kollegen. Klassische Massenmedien werden am nächsten Tag über den Protest berichten. Die Veranstalter sprachen von 200 Teilnehmern. Das halte ich für zu viel, aber es freut mich sehr, dass unser Dorf Flagge gegen diese Hetzer gezeigt hat. Hat durch die AfD Aufmerksamkeit durch die Berichterstattung in Massenmedien und sozialen Netzwerken bekommen? Ja, das hat sie – aber nicht in dem Sinne, wie es diese engstirnige Truppe möchte. Ich zeige klar, dass mir die AfD nicht gefällt.

Beladen eines Hilfscontainers für Togo – PiT Togohilfe Maisach in Aktion

28. Januar 2017

 

Es ist schön zu sehen, wenn fremde Leute zusammenarbeiten für ein gemeinsames Ziel. Dies dachte ich, als ich vor kurzem einen 40 Tonnen Container für die Aktion PiT Togohilfe Maisach mitbeladen habe. Ich unterstütze den Verein und mein Unternehmen redaktion42 hat zwei Patenschaften im afrikanischen Togo. Den Verein, unter der Leitung von Margret Kopp, gibt es bei uns im Dorf Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck eine gefühlte Ewigkeit und die Togohilfe ist dafür bekannt, dass ihre Hilfe dort ankommt, wo sie nötig ist. Immer wieder habe ich über die Togohilfe Maisach gebloggt und war auch einmal in Togo selbst und konnte mich überzeugen, dass die Spenden richtig eingesetzt werden.

40 Tonnen müssen verladen werden
Jetzt war es wieder an der Zeit, einen Container auf den Weg nach Lomé, die Hauptstadt Togos, zu bringen. Rund 20 freiwillige Helfer der Togohilfe versammelten sich um 8 Uhr morgens bei eisiger Kälte im Togohaus in Maisach und packten an. Es galt das Lager im Togohaus zu räumen und die Hilfsgüter in den Container zu schichten. Ein schwerer Lkw bringt dann den Container nach München zum Verladebahnhof. Von dort geht der Container mit dem Zug nach Bremen und wechselt aufs Schiff Richtung Lomé.
Im Lager stapeln sich die Hilfsgüter für Togo. Viele davon sind bereits auf Paletten verpackt, um das Handling leichter zu machen. Ich sehe Babynahrung von HIPP, Verbandsmaterial, Bettwäsche für Krankenhäuser, Stühle und Tische sowie Tafeln für Schulen. Kleine und große Pakete, Koffer, Spielzeug und vor allem Nähmaschinen. Alte Pfaff und Singer stehen in Reih und Glied. Sie laufen in der Regel ohne Strom, denn Elektrizität ist im Busch von Togo nicht immer gewährleistet. Bei uns stehen die Maschinen als Dekoration in den Münchner Villen. Solche Nähmaschinen sind in Togo heiß begehrt, denn damit können die Togolesen ihre eigenes Leben finanzieren und müssen nicht Waren aus Fernost kaufen.

Container für Togo – Tetris mit Hilfsgütern
Das Team der zwanzig Helfer funktioniert tadellos. Gott sei Dank sind Leute mit Logistikerfahrung dabei, die zum einen wissen, wie man mit den Hubwägen und Gabelstapler umgeht und die zu zum anderen wissen, wie man einen Container richtig belädt. Das Ding muss voll werden. Jeder Platz muss ausgeschöpft werden, denn der Transport nach Togo ist teuer und schließlich handelt es sich um Spendengelder. Also muss genau geschichtet werden, um keinen Platz zu verschenken. Für mich ist es eine Art Tetris mit Hilfsgütern. Die Frauen und Männer der Togohilfe haben es im Griff. Sie wissen, wie man packt und schichtet. Ich bin eher zum Tragen dabei. Ich schleppe und belade Paletten, erfahre den Unterschied zwischen Euro- und Einmalpaletten und stelle auch fest, wie schwer Nähmaschinen sein können.

Gelebte Integration im Togohaus
Mit meinem Schulfranzösisch ausgestattet, wechsele ich ein paar Worte mit den mithelfenden Togolesen. Ich breche mir mit den Vokabeln einen ab. Irgendwann grinst der Togolese Belo über beide Ohren, haut mir auf den Rücken und antwortet mir im hervorragenden Deutsch. Er und seine Freunde haben längst Deutsch gelernt. Wir haben beim Beladen des Lkw unseren Spaß. Ich lerne auch ein paar wunderbare Schimpfwörter auf Französisch. Eben auch hier: Die Togohilfe sorgt für gelebte Integration. Gebt den Leuten eine Aufgabe und sprecht einfach miteinander. Und baut die Mauer in den Köpfen ab.

Togohilfe macht richtige Entwicklungshilfe
Ich war zum ersten Mal beim Einladen dabei. Meine Frau hat mich zum Mithelfen motiviert und es war gut so. Meine Arbeit am Schreibtisch kann auch mal für drei Stunden ausfallen. Körperliche Arbeit ist anstrengend, noch dazu bei den eisigen Temperaturen, aber es ist eine gute Abwechslung zu meiner Büro- und Referententätigkeit. Und ich tue ein gutes Werk, denn die Togohilfe hilft den Leuten in Afrika wirklich. Sie müssen sich nicht auf nach Europa machen, sondern können in ihrer Heimat ihr Leben aufbauen. Das ist aus meiner Sicht die richtige Entwicklungshilfe und ich vertraue Margret Kopp und ihrem Verein PiT Togohilfe Maisach. Sie weiß, was sie tut.


Nach rund 3,5 Stunden war der Container beladen. Palette um Palette wurde in den Bauch des Stahlungetüms verstaut. Wenn Platz war, dann kamen noch Matratzen oben auf die Ladung. Sie werden dringend in Krankenhäusern benötigt. Über jedes Paket, über jede Palette und jedes Stück im Container wird ordentlich Buch geführt. Eine Art Stückliste, denn auch in Togo arbeiten Beamte und die nehmen ihre Sache im Hafen von Lomé genau. Mit der Regierung hat Margret Kopp ausgehandelt, dass der Container in Togo entladen und im bewachten Lager der Togohilfe vom Zoll inspiziert wird. So stellt der Verein sicher, dass nichts von den Spenden geklaut wird.

Kein Rentner mehr im Container
Am Ende schreiben wir alle unsere Namen auf ein Pappschild und senden die besten Grüße nach Togo. Das sei ein Ritual, erklärt man mir als Neuling. Dann das obligatorische Gruppenbild für die örtliche Presse und dann die Klappe zu. Natürlich folgt auch hier der Standardwitz, ob denn alle Rentner aus dem Container geschlüpft sind, bevor die Stahltüren verschlossen werden. Dann wird der Container verblombt. Margret Kopp überzeugt sich, dass alles seine Richtigkeit hat. Schließlich beginnt der Papierkrieg. Zusammen mit dem LKW-Fahrer müssen Dokumente ausgedruckt, überprüft und unterschrieben werden. Ordnung muss schließlich sein. Dann geht der Lkw mit dem Container der Togohilfe auf die Reise. Helfer stoppen den Verkehr im Dorf, damit der tonnenschwere Lkw gut aus der Einfahrt vom Togohaus herausfahren kann. Gute Reise nach Togo.

Togohilfe – seit 35 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe

3. November 2016
Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Ein Hilfsprojekt, das ich selbst aktiv unterstütze, ist die Togo Hilfe bei uns im Dorf. Seit nunmehr 35 Jahren arbeitet Margret Kopp und ihr Team für das afrikanische Land an der Elfenbeinküste und betreibt Hilfe zur Selbsthilfe. Morgen geht wieder ein großer Schiffscontainer auf die Reise nach Lomé, die Hauptstadt Togos. Dort hat der Verein Togohilfe ein eigenes Haus und koordiniert die Hilfsleistungen aus Deutschland.
Im Moment wird medizinisches Material benötigt. Togo verfüge zwar über hochqualifizierte Ärzte, aber über wenig medizinische Ausrüstung, so Margret Kopp. „Was nutzt es, wenn ich einen Patienten aufschneiden kann, aber die Wunde nicht versorgen und verschließen kann?“
Mein Unternehmen redaktion42 hat über die Togohilfe zwei Patenschaften in Togo abgeschlossen. Als redaktion42 gibt es auch dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke für meine Kunden. Dafür engagierte ich mich für meine Patenkinder, eine Grundschülerin und einen Studenten. Als ich heute meine Weihnachtsgeschenke für meine Paten an die Togohilfe überbrachte, habe ich gleich mit Margret Kopp ein Videointerview geführt. Morgen beim Packen des Schiffscontainers werden meine Frau und K2 wohl mit von der Partie sein und kräftig packen.

Schultaschen für Togo – Hilfe von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

4. August 2015
Margret Kopp  von Aktion PiT - Togohilfe e.V.

Margret Kopp von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

Gleich vorweg: Ich bin vorbelastet – ich habe zwei Patenkinder in Togo, die ich monatlich finanziell unterstütze, damit die jungen Menschen eine ordentliche Schul- und Hochschulausbildung bekommen. Und ich habe Togo einmal besucht, um mich davon zu überzeugen, dass unsere Spenden auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Daher unterstütze ich die Aktion PiT – Togohilfe e.V. Ich habe bereits darüber gebloggt.


Aktion PiT – Togohilfe e.V. ist ein ehrenamtlicher Verein in Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, westlich von München, der sich seit über 30 Jahren für die Menschen der ehemalige deutsche Kolonie Togo einsetzt. Derzeit wird wieder ein Container auf die Reise in das afrikanische Land Togo geschickt. Zum Schuljahresende in Bayern sammelte Margret Kopp und ihr Team in den Schulen des Landkreises Schultaschen und Schulranzen. Über 200 Taschen sind zusammengekommen. Dazu kamen noch allerhand Schulmöbel, Stühle und Tische sowie noch Büromaterial, Hefte, Stifte, Scheren – alles, was Kinder für Schulausbildung benötigen. „Wir geben den bayerischen Schultaschen ein zweites Leben.“ Die Pakete werden von rund 20 ehrenamtlichen Helfern in einen Container verladen. Über Hamburg wird der Container mit den Spenden nach Lomé, der Hauptstadt von Togo verschifft und erst in den bewachten Lagerhallen von der Aktion PiT – Togohilfe e.V. und dem Zoll geöffnet. „Wir achten genau darauf, dass die Spenden ankommen“, so Margret Kopp. Ihr Team vor Ort koordiniert die Spenden dann vor Ort. Ende August soll dann schon der nächste Container auf die Reise gehen.


Ein Großprojekt startet die Aktion PiT – Togohilfe e.V. dann im November. Für einen Monat werden Mediziner aus Deutschland ehrenamtlich in den abgelegenen Buschkrankenhäuser und Buschstationen von Togo arbeiten und Patienten behandeln. Dazu türmen sich im Togohaus in Maisach Medikamente und medizinische Geräte. Es werden noch Betttücher für die Krankenstationen gesucht. „Wir wollen im November rund 10000 Patienten behandeln und gehen bewusst in die abgelegenen Regionen von Togo“, berichtet Margret Kopp. Sie rechnet mit rund 1000 Operationen. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Engagement. Im Moment überlege ich mir, 2016 Margret Kopp und die Aktion PiT – Togohilfe e.V. nach Afrika zu begleiten, um den Verein noch mehr Aufmerksamkeit zu bringen. Ich hatte dies bereits einmal im Auftrag einer Tageszeitung gemacht. Nun werde ich es wohl als Blogger auf eigene Faust tun.

Togo-Patenschaft statt Postkarten zu Weihnachten

24. Dezember 2014

Als Medienunternehmer, wie ich nun mal mit redaktion42 einer bin, steht es einem gut an, zu Weihnachten würdevolle Grußkarten mit Glückwünschen zu verschicken. Das hab ich dieses Jahr nicht gemacht. Natürlich wünsche ich all meinen Kunden und Auftraggebern schöne Weihnachten und bedanke mich für die Zusammenarbeit. Aber ich hab mir das Geld für die Karten und das Porto gespart und stattdessen als Unternehmen eine Patenschaft abgeschlossen. Ich halte dies für sinnvoller.
Meine Wahl des Patenvereins fiel auf einen örtlichen Verein in meinem Wohnort Maisach, den ich kenne, dessen Leistungen ich selbst überprüfte und von dessen Arbeit ich micht selbst vor Ort überzeugen konnte. Meine Wahl fiel auf Aktion PiT – Togohilfe e.V.

Ich habe mir in Togo die Arbeit kritisch angeschaut und kann sagen: Die Hilfe kommt bei Aktion PiT – Togohilfe e.V. an.

Ich habe mir in Togo die Arbeit kritisch angeschaut und kann sagen: Die Hilfe kommt bei Aktion PiT – Togohilfe e.V. an.

Der aktive Verein unter dem Vorsitz von Margret Kopp ist seit 1980 im afrikanischen Togo aktiv. Dank der beständig wachsenden Unterstützung durch Spender und Förderer ist aus einer kleinen Privatinitiative heute der wohl größte Togo-Hilfsverein Deutschlands Aktion PiT – Togohilfe e.V. geworden, gemeinnützig anerkannt und Mitglied im Eine Welt Netzwerk Bayern. Ich habe mir in Togo die Arbeit kritisch angeschaut und kann sagen: Die Hilfe kommt an.
Zusammen mit meiner Familie entschlossen wir uns gemeinsam eine Patenschaft für ein Kind in Togo zu übernehmen. Das erschien uns sinnvoller als Porto für Briefe und Postkarten auszugeben. Unser erstes Patenkind war Mauricia Ruth Akouv. Gerne übernahmen wir die Patenschaft für das kleine Mädchen und sorgten für eine schulische Ausbildung. Ich bin der Meinung: Bildung ist ein wichtigstes Gut, mit dem Hunger, Armut und Hass auf dieser Welt bekämpft werden kann. Nur durch Bildung kommt ein Volk voran. Ende November kam dann überraschend eine Nachricht aus Togo: Ein Onkel von Mauricia Ruth Akouv hat sich in Kpalimé niederlassen können und ein florierendes Geschäft eröffnet. Er hat sich bereit erklärt, seine Nichte Mauricia bei sich aufzunehmen und weiterhin für sie zu sorgen. Ein Patenschaft war damit nicht mehr nötig. Wir schickten dem Kind noch ein Weihnachtspaket, verbunden mit den besten Grüßen. Dabei musste ich mein verstaubtes Schulfranzösisch reaktivieren.

Das Patenkind aus Togo: Grâce Adjaouti Akouvi

Das Patenkind aus Togo: Grâce Adjaouti Akouvi

So wählten wir als nächstes Patenkind Grâce Adjaouti Akouvi. Der Vater hat die Familie verlassen. Die Mutter lebte zunächst bei und ihren eigenen Eltern, die aber inzwischen zu alt sind, um kaum sich selbst versorgen können. Grâce kann die Schule nicht besuchen und auch die Ernährungslage für Kind und Mutter sind kritisch. Hier können wir durch unsere Patenschaft für die Tochter Grâce helfen.

Dankbar: Mutter und Tochter

Dankbar: Mutter und Tochter

Die Mutter von Grâce Adjaouti Akouvi schrieb uns einen dankbaren Brief, der uns daran erinnerte, wie wichtig gegenseitige Verantwortung ist. Grâce Adjaouti Akouvi geht jetzt in die vierte Klasse und die Mutter werde mit unseren Geld sich um das Schulgeld, die Kleidung, die Ernährung und um die Pflege für ihre Kleine kümmern. Der Brief endet mit den berührenden Worten: „Der allmächtige Gott behüte Sie und segne Sie und gebe Ihnen ein langes Leben.“
Ich hoffe, dass meine Kunden und Auftraggeber für meine Entscheidung Patenschaft statt Postkarten Verständnis haben. Ich will an dieser Stelle all meinen Kunden und Partner, all meinen Freunden und Auftraggebern, all meinen Dienstleistern und Mitstreitern ausdrücklich danken. Ohne sie wäre redaktion42 nicht dort, wo das Unternehmen heute ist. Vielen Dank und Ihnen allen schöne Weihnachten.

Ihr Matthias J. Lange