Archive for the ‘Musik’ Category

Star Wars in Concert – Rückkehr der Jedi in München

23. Mai 2022

Aller guten Dinge sind drei – und so habe ich mir den dritten Teil der mittlerem Star Wars Trilogie mit Live Musik angeschaut bzw angehört. Ursprünglich sollte das Konzert samt Film in der Münchner Philharmonie (Gasteig) stattfinden, doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. Inzwischen ist der Gasteig Baustelle und so wichen die Veranstalter in die Münchner Olympiahalle aus, die deutlich mehr Besucher fasst als ein Konzerthaus.

Ich habe mich auf das Event richtig gefreut. Star Wars in Concert bedeutet auch immer ein Fan Treffen. So war es auch. Viele Anhänger der Lucas-Filme rückten mit T-Shirts und Fan-Outfit an. Ich denke, es waren auch Mitglieder der German Garrison vertreten in ihren Kostümen. Die German Garrison ist die deutsche Untereinheit der 501st Legion, dem 1997 gegründeten und weltgrößten Star-Wars-Kostümclub mit über 14.000 aktiven Mitgliedern in mehr als 60 Ländern rund um den Globus.

Ich traf auch meinen alten Freund Michi Bernhard in seinem Obi-Wan-Kostüm, den ich seit über zwei Jahren aufgrund Corona nicht getroffen habe.
Mein Platz in Reihe sechs war ausgezeichnet. Hinter mir zwei übereifrige Jugendliche mit Vater, die erklärten, dass eine Oper vier Stunden am Stück ohne Pause lief, während hier nach der Hälfte eine Pause eingelegt werde.

Für mich ist die Rückkehr der Jedi-Ritter der schwächste Teil der mittleren Star Wars Trilogie, aber besser als Teil 1-3 und besonders als der unsägliche Teil 9. Bei unserem Abend dirigierte der Österreicher Gottfried Rabl das Pilsen Philharmonic Orchestra mit sichtlich Spaß.

Meine Befürchtungen hinsichtlich der Münchner Olympiahalle bewahrheiteten sich leider. Die Sporthalle ist eben eine Sporthalle, wird als Konzerthalle für Rock und Pop genutzt, aber als Spielort für Filmmusik ist sie komplett ungeeignet. John Williams grandiose Musik war aufgrund der Akustik ein Matsch. Die leisen Töne des Werkes mit seiner Feinheit gingen komplett unter. Zudem war der Audioton der Dialoge zeitweise nicht hörbar und ging im Sounddesign von Sternenjäger und hochgedrehter Musik in der unsäglichen Halle leider unter. Star Wars in Concert war für Konzertsäle konzipiert und nicht für Sporthallen. Die beiden Teile Krieg der Sterne und Imperium schlägt zurück hatte ich noch im Gasteig gehört und genossen, bei Rückkehr der Jedi-Ritter litt ich zeitweise an der Akustik. Gezeigt wurde die digitalüberarbeitete Fassung des Film mit weiteren Effekten.

Gottfried Rabl und sein Orchester machten einen guten Job mit viel Show. Die German Garrison trat vor dem Konzert vor die Bühne zum Erinnerungsfoto. Nach dem Film reichte Darth Vader dem Dirigenten Rabel sein rotes Laserschwert und Rabl dirigierte den Imperial March als Zugabe mit dem Lichtschwert. Das kam bei uns Zuschauern gut an.

Ach ja Zuschauer: Mein Eindruck bei den Konzerten der Vergangenheit im Gasteig war ein diszipliniertes Publikum, das rechtzeitig zur Aufführung ihre Plätze einnahm. In der Olympiahalle kam man zu spät, ging mitten drin für Bier und Popcorn oder auf die Toilette. Gefällt mir es? Nein, aber ist egal, weil die Akustik sowieso eher schlecht war.

Im Februar 2023 wird nun Teil sieben der Saga Das Erwachen der Macht in der Isarphilharmonie in München aufgeführt. Bisher habe ich mir immer in der Pause. zu Star Wars in Concert Karten für das nächste Event gekauft. Das machte ich dieses Mal nicht, weil ich bei der Unvernunft der Menschen damit rechne, dass Corona im Herbst nach dem Oktoberfest wieder zuschlägt und alle Events zunichte macht. Und zum anderen haben die letzten Teile der Saga viel vom Glanz verloren, die das Star Wars Universum für mich ausgemacht haben. Die Musik von John Williams will ich lieber von Datenträger oder in einem Konzertsaal vom Meister selbst hören.

Persönlicher Nachruf: Vangelis ist tot – scheiß Corona

20. Mai 2022

Seine erste Schallplatte, die ich von ihm hörte war Heaven and Hell. Ich war als Jugendlicher vom Cover fasziniert. Die gläsernen Hände, die die Tasten spielen und dahinter Nebel mit Feuer. Die Musik klang wie ein Oratorium und schon vom ersten Lauschen hat mich die Musik gefangen. Ich kannte die Musik aus dem Fernsehen, denn sie war die Titelmusik der frühen Wissenschaftsserie Unser Kosmos von Carl Sagan.

Daran erinnerte ich mich wieder als ich vom Tode von Vangelis erfuhr. Er verstarb an Covid 19, das teuflische Virus, das noch immer nicht besiegt ist, obwohl alle so tun.
Meine Helden der elektronischen Musik sterben und immer wieder bricht mir es das Herz. Nach Edgar Froese, Richard Wright, Tomita, dem großen Keith Emerson und dem genialen Klaus Schulze nun auch Vangelis, wie der Künstlername von Evangelos Odysseas Papathanassiou war. Die Musik von Vangelis war immer ein Bestandteil meiner All Time Playlist, die ich immer hören kann, ohne dass sie mir zuviel wird.

Ich genoss freilich seine Soundtracks, allen voran habe ich mir alle Versionen von Blade Runner gekauft, die ich auftreiben konnte, 1492: Conquest of Paradise und natürlich Chariots of Fire. Aber Vangelis war mehr als ein Soundtrack-Komponist. Er schreib mit seiner Band Aphrodite’s Child und dem Album 666 sicherlich Progrockgeschichte. Gerne hätte ich ihn bei Yes gesehen, doch die Zusammenarbeit mit Jon Anderson lieferte uns schöne Popsongs.

Im Moment höre ich das Piano-Album Nocturne und Antarctica, dessen kaltes Thema ich rauf und runter im Sommer hören kann. Persönliches Highlight von Vangelis ist aber für mich das Stephen Hawking Tribute von 2018. Die Musik wurde beim Begräbnisgottesdienst in der Westminster Abbey aufgeführt und anschließend an die Gäste verteilt. Ich habe die CD Nummer 61 dieser Gottesdienst-Ausgabe, die auf 500 Exemplare limiert war. Das Stück selbst gibt es als Download und als Bootleg.

Musiktipp: The Berlin Concert von John Williams auf Goldenen Vinyl

30. April 2022

Es gibt Komponisten, das kaufe ich jedes Werk ohne eine Note zuvor gehört zu haben. Zu diesem gehört für mich ohne Zweifel John Williams, der größte lebende Filmmusik-Komponist der Gegenwart.

Nachdem ich vor Corona sein Konzert mit den Wiener Philharmonikern live im Goldenen Saal des Musikvereins 2020 erleben durfte, kam der Meister im Oktober 2021 auch nach Berlin zu den Berliner Philharmoniker. Aufgrund von Corona habe ich vom Besuch abgesehen, mir aber die Veröffentlichungen des Konzerts The Berlin Concert gekauft.

Bisher hatte ich die Streaming-Aufnahme, die CD- und die Bluray-Version dieses wunderbaren Konzerts. Jetzt kam eine besondere Vinyl-Ausgabe dazu, die über die Deutsche Grammophon angeboten wurde. Die Doppel-LP auf goldenen Vinyl in limitierter Auflage. Gestern kamen die Schallplatten an und es kam zum feierlichen Unboxing. Ich habe die Nummer 407 der auf 4500 limitierten Ausgabe. Williams-Fans aus aller Welt haben in soziale Netzwerken ihre Ausgaben in die Kamera gehalten – so wie ich eben auch.

Die Aufnahme ist hervorragend, die Interpretation tadellos. Die Abfolge von CD, Bluray und Vinyl unterscheiden sich nicht. Im Vergleich zur Wiener Ausgabe gefällt mir die Aufnahme vom Goldenen Saal besser. Das liegt vor allem darin, dass ich 2020 damals live dabei war und den Klang des Orchesters live erleben durfte. Das ist besser als jede Aufnahme aus der Konserve und sei sie noch so gut aufgenommen. Wer keines der beiden Konzerte kennt, der kauft am besten beide. Ich werde mir als Sammler noch das Doppelalbum auf schwarzem Vinyl anschaffen und dann den nächsten Monat abwarten, wenn neue Aufnahmen von John Williams erscheinen und ich ohne reinzuhören einfach wieder zugreifen werde. So ist es halt als Fan.

Persönlicher Nachruf: Maestro Klaus Schulze ist tot

28. April 2022

Völlig überraschend verstarb Klaus Schulze im Alter von 74 Jahren. Ich bin schockiert und traurig. Ich wollte den Ausnahmemusiker doch so gerne einmal treffen. Schulze war für mich einer der wenigen deutschen Superstars der Musikszene und sein Tod berührt mich sehr.

Gerade heute vormittag habe ich sein neues Album Deus Arrakis vorbestellt, dass am 10. Juni erscheinen soll. Es schließt sich der Wüstenplanet-Kreis, nachdem mein erstes Schulze-Soloalbum Dune von 1979 war.

Schulze war für mich einer der wichtigsten Vertreter der Berliner Schule und wegweisend für die elektronische Musik in Deutschland, nein auf der ganzen Welt. Bei Tangerine Dream, bei denen Schulze zeitweise Mitglied war, lernte ich ihn lieben, und sein Solowerk mit vielen Kooperationen ist mir ans Herz gewachsen. Der Maestro ist verstorben, seine Klangteppiche werden bei mir immer bleiben. In meinem Jugendzimmer hing jahrelang das Konzertplakat von 1980, weil es so spacig war. Schulze beeinflusste Bowie und Eno und noch viele mehr, wenn er seinem Moog Klänge entlockte, wie keiner zuvor. Er erfand Ambient lange bevor Ambient zum Begriff wurde. Seine zahlreichen Alben forderten mich, sie verlangten ein konzentriertes Hören. Nur anhören konnte ich Schulze nie, ich musste mitfühlen, oft mit Kopfhörer bei reduzierter Beleuchtung und laut, ganz laut. Godfather of Techno wurde er genannt, Maestro nenne ich ihn. Seine Musik konnte ein Rausch sein, ab und zu war es ein Geplätscher – und jedes neue Album, jede neue Kooperation war eine Herausforderung. Seine elfteilige Reihe Dark Side of the Moog mit der rhythmische Zusammenarbeit mit Pete Namlook brachte Schulze wieder zu seinen Ursprüngen zurück, während Namelook den Sound der 90er dazusteuerte.

Zur Erinnerung lege ich heute Irrlich, einige Wahnfried-Sachen, Timewind, Cyborg und Tonwelle auf – es wird nichts anderes gehört. Und ich suche meine Reihe von La Vie Electronique zusammen, um die Schaffenskraft Schulzes nochmal genießen zu können.

Musiktipp Kraftwerk Remixes und Ausstellung

18. April 2022

Aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen werde ich nicht nach Düsseldorf in den Kunstpalast zu der sicher sehenswerten Ausstellung Electro fahren, die noch bis 15. Mai 2022 läuft. Weil mich aber das Thema interessiert, habe ich mir den Katalog gekauft und wenn ein Kooperationspartner mitmacht, will ich auch ein Online-Seminar oder ein Präsensseminar in einem Club zu elektronischer Musik machen.

Unter dem Titel Electro – von Kraftwerk bis Techno geht der Katalog und auch die Ausstellung auf die Entwicklung der elektronischen Musik ein. Ich bin ein Fan von Daphine Oram, habe viel Stockhausen gehört, aber meine wirklichen Helden sind beispielsweise Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze, Tangerine Dream und natürlich immer wieder Kraftwerk.

Von Kraftwerk geht für mich eine ungeheure Faszination aus. Im Laufe der Jahre habe ich mir ziemlich viele Aufnahmen zusammengekauft, besuchte ein schlichtweg geniales Konzert in der Lichtburg in Essen und saß dabei in der vordersten Reihe und nun erschien von Kraftwerk das Album Remixes.

Ich habe mir die schwarze Vinyl zum Hören und die farbige Vinyl zum Sammeln bestellt – unterwegs höre ich die mp3 und ich merke, wie der Rhythmus durch den Körper geht. Es ist eine Sammlung der Remixe der Jahre 1991 bis 2021 der Elektronik-Pioniere aus Düsseldorf. Die beiden Kraftwerk-Väter Hütter und Schneider sind nicht unbedingt für ihre Experimentierfreude mit anderen Musikanten bekannt und lassen andere DJs die Stücke interpretieren, aber ein wenig hat sich Kraftwerk doch bewegt. Das Album ist anders als die Mix-Ausgabe aus dem Jahr 1991. Es bestand damals aus einer Auswahl von Liedern, die ursprünglich bereits auf früheren Alben von Kraftwerk erschienen waren und neu arrangiert und aufgenommen wurden.

Das neue Album Remixes geht darüber hinaus. Die Compilation zeigt den immensen Einfluss von Kraftwerk auf die Club- und DJ-Kultur, Techno und alle Formen der elektronischen Tanzmusik. Die 19 offiziellen Remixe enthalten neben Kraftwerks eigenen Remixen auch Beiträge von einigen der wichtigen DJs und Produzenten wie François Kervorkian, William Orbit, Étienne de Crécy, Orbital, Underground Resistance, DJ Rolando und Hot Chip. Die Remixe stammen von verschiedenen Kraftwerk 12″-Singles, CD-Singles und digitalen Veröffentlichungen aus den Jahren 1991 bis 2021 und liegen jetzt endlich als CD und Vinyl vor.

Natürlich weiß ich, dass die Musik von Kraftwerk ein Urvater von Techno war und kenne die Mär von 1977 mit dem Besuch des Afterhours-Club in der New Yorker Bronx von Ralf Hütter und Florian Schneider. Sie gehört zur Geschichte von Kraftwerk. Dort hörten die beiden Deutschen, was aus ihrer Musik in der Bronx gemixt wurde und waren angetan.

Für mich faszinierend waren für mich die sieben verschiedenen Versionen von Expo 2000. Das kann anstrengend sein, wenn man als Zuhörer das Liedchen in unterschiedlichen Interpretationen hört, aber mir gefällt es.

Pink Floyd sind wieder da und singen für die Ukraine

8. April 2022

Seit 0 Uhr ist sie veröffentlicht – die neue Single von Pink Floyd. Eigentlich war das Kapitel Pink Floyd seit 28 Jahren beendet, aber der Ukraine-Krieg hat die beiden Restmitglieder David Gilmour und Nick Mason ohne Rogar Waters zu der Single Hey Hey Rise Up bewegt. Mit dabei auch die langjährigen Bassisten Guy Pratt und Keyboarder Nitin Sawhney.

Das Besondere: Pink Floyd nahmen zusammen mit dem ukrainischen Musiker Andriy Khlyvnyuk den Song auf, der ein Mitglied der Band Boombox ist. Khlyvnyuk, der sich der ukrainischen Armee anschloss und aufgrund eines Mörsersplitters im Krankenhaus liegt, steuerte den Gesang eines ukrainischen Freiheitsliedes aus dem Ersten Weltkrieg bei. Die Erlöse aus dem Streaming- und Verkaufseinnahmen gehen an einen ukrainischen Hilfssfonds.

Gilmour sah ein Insta-Video von Khlyvnyuk in Militärkleidung als er vor der St. Sofia-Kirche in Kiews das Freiheitslied sang. Daraus produzierten Pink Floyd am 31. März mit dem Segen des ukrainischen Musikers den Song Hey Hey Rise Up. Der britische Guardian zeigt ein Foto der Floyd-Besetzung mit einer ukrainischen Fahne. Die Cover der Aufnahme zeigt als Motiv eine Sonnenblume in den ukrainischen Farben.
Das Thema des russischen Überfalls auf die Ukraine beschäftigt die Familie Gilmour auch privat. Seine Schwiegertochter Janina ist Ukrainerin und holte vor drei Wochen ihre Großmutter samt Rollstuhl aus der Ukraine und brachte sie ins sichere Ausland.

Wer das Video genau ansieht, kann im Hintergrund Kunstwerke der ukrainischen Malerin Maria Primachenko entdecken. Bisher ist das Lied in den üblichen Streamingplattformen erhältlich. Ob eine CD- oder Vinyl-Version herauskommt, ist ungewiss. Und auch über die Reaktion des streitbaren Ex-Floyd-Manns Roger Waters noch nichts bekannt. Waters lehnt Putin und den Überfall auf die Ukraine scharf ab.

Georg Ringsgwandl – live auf dem Heiligen Berg

4. April 2022

Für mich war es das erste Konzert seit über zwei Jahren: Georg Ringsgwandl in Andechs auf dem Heiligen Berg. Es war ein angenehmer Auftakt für mein Konzertjahr 2022 und eine schöne Erinnerung an meine Jugendjahre. Vielen Dank Georg Ringsgwandl.

Ringsgwandel und ich sowie sein Publikum sind älter geworden. Er ist 73 Jahre, ich bin zwanzig Jahre jünger, wir feiern fast am gleichen Tag Geburtstag. Ich erlebte ihn in meiner Jugend als schriller Trulla-Trulla-Clown, der als Derwisch über die Münchner Bühnen umhersprang. Davon ist heute nicht mehr viel geblieben, außer sein wunderbarer Wortwitz, sein wunderbares Zitherspiel und seine wunderbare Stimme.

Der überdrehte Clown auf der Bühne blitzte nur dann und wann noch auf. Ringswandl ist ruhiger geworden, deutlich gereifter. Er hat sein Publikum gefunden, das mit ihn älter geworden ist und ihn in Andechs feierte.

Wenn er heute von seiner Ehe erzählt, nickt es in den Zuschauerreihen. Im Alter teilt man so manche kollektive Erfahrung und vielleicht auch ein bisschen Melancholie. Vor allem die stillen musikalischen Ausflüge trafen bei mir voll ins Schwarze und den Nerv. Zwischendurch bricht der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Kabarettist durch in ernsten und heiteren Erzählungen. Er kokettierte mit seinem Zitherspiel mit dem er die Energiewende schafft, während die lauten Musikrocker auf der Strecke bleiben. Rock am Ring im Zeiten der Energiewende und nur das Zitherspiel von Ringsgwandl erklingt – nette Vorstellung. Und danke, dass du den alten Dylan-Klassiker in deiner Version Nix mitnehma von Trulla Trulla gespielt hast.

Und ein Dankeschön an die freundliche Damen von der Konzertagentur BusinessEvents&Entertainment, die mir die Autogramme von Georg Ringsgwandl unkompliziert besorgt hat.

Todestag von Carl Orff – wie ich zum Komponisten fand

29. März 2022

Als Kulturbanause kam ich zu Carl Orff über die Filmmusik von Jerry Goldsmith. Der Komponist hat den Score zu einem der wichtigen Horrorfilme der Siebziger geschrieben: Das Omen. Die Wirkung des Films beruht zu großen Teilen auf den Soundtrack, der das teuflische Treiben auf der Leinwand genial intensiviert – Ave Satani. Und als ich mich mit dieser Musik als Jugendlicher näher beschäftigte, stieß ich auf Carl Orff und seine Carmina Burana, weil die Musik für mich als Jugendlicher ähnlich klang.

Das Grab von Carl Orff in Andechs.

Am 29. März jährt sich der 40. Todestag des großen bayerischen Komponisten, der in Kloster Andechs seine letzte Ruhe gefunden hat. Ich habe hier das Grab als VR 360 Grad Aufnahme.

Immer wieder besuche ich als Wallfahrer den Heiligen Berg und auch sein Grab in der Klosterkirche und denke an die intensive Musik. Einmal habe ich via Kopfhörer an der Grabstelle Auszüge aus der Carmina Burana angehört. Und ich habe in Andechs auch mal eine Aufführung der Carmina Burana besucht und genossen (und in dem Holzstadl geschwitzt).

Die Carmina Burana (lateinisch für Beurer Lieder oder Lieder aus Benediktbeuern) ist der Name einer Anthologie von 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten, die 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden wurde. Orff hat sie 1935 vertont und sie wurden sofort zu einem Klassiker. Nach der Komposition von Catulli Carmina und Trionfo di Afrodite fasste Carl Orff die Carmina Burana mit diesen unter dem Titel Trionfi zusammen. Aufführungen des gesamten Triptychons sind aber die Ausnahme geblieben.

Auf CD hab ich mir über die Jahre ein paar Aufnahmen gekauft. Persönlich finde ich die Christian Thielemanns Aufnahme von Carl Orff am besten, als Thielemann Generaldirektor der Deutschen Oper Berlin war. Ich hab die CD und die LP-Version und kann sie euch ans Herz legen.

Im Gespräch mit meiner Frau kam dann noch eine Erinnerung aus unserer Schulzeit hoch. Wir beide mussten im Musikunterricht mit Orff-Instrumenten hantieren. Es gab viele Schlagespiele, aber wir beide durften nie Xylophone oder Glockenspiele ausprobieren, sondern immer nur irgendwelche Holzkästchen, die als Resonanzkörper dienten. Es war komplett unbefriedigend – und wahrscheinlich habe ich daher den Namen Orff als Kind verdrängt. Meine Kinder haben Orff-Instrumenten als musikalische Früherziehung nie geniessen dürfen, sondern sind gleich mit Klavier, E-Gitarre und Schlagzeug eingestiegen.

Musiktipp: KNEF von Hildegard Knef auf Vinyl

25. März 2022

Als Erinnerung an meinen verstorbenen Vater erwarb ich vor kurzem das Hildegard Knef-Album KNEF aus dem Jahre 1970. Die Scheibe erschien als Wiederveröffentlichung auf orangenen Vinyl.

Mein Vater mochte die Autobiografie Der geschenkte Gaul der Knef, die eine der wenigen deutschen Superstars war. Viel Musik hörte mein Vater nicht, aber die Knef mochte er. Also hab ich mal reingeholt und die Platte mit deutschen Chansons gekauft. 2015 habe ich ein 5-CD-Paket für wenig Geld meinen Papa gekauft, da war die CD von 1970 auch dabei – kleiner Tipp für Sparfüchse.

Die LP war damals 1970 kein großer Erfolg. Die Musik schrieb Paul Hans Hammerschmidt und die Knef ihre eigenen Texte. Aufgenommen wurde das Album in wenigen Tagen im Dezember 1969 in Berlin. Der bekannteste Song ist wahrscheinlich Tapetenwechsel, der beim Biopic Hilde von 2009 mit Heike Makatsch auch verwendet wurde.
Ich musste mich in die Langspielplatte reinhören, um den Charme der Stimme von Hildegard Knef zu erliegen. Der Kauf der Platte war musikalisch und optisch ein Gewinn. Hört mal rein.

Musiktipp: The Return Of Godzilla von Reijiro Koroku

2. März 2022

Ich habe wieder anfangen, Vinyl-Platten zu kaufen. In erster Linie ist es Jazz, Kraftwerk und auch ein wenig Soundtracks. Bei letzteren habe ich mich auf Picture Discs spezialisiert oder für mich besondere Ausgaben. Vor kurzem fiel mir ein solcher Score zu The Return Of Godzilla in die Hände, der im Januar 2022 veröffentlicht wurde.

Als Godzilla-Fan musste ich zuschlagen, zum einen weil ich die Musik des japanischen Monsters gerne höre. Zum anderen, weil die Aufmachung des dramatischen Scores von Reijiro Koroku wirklich etwas besonderes ist.


Aber alles schön der Reihe nach: Godzilla: Die Rückkehr des Monsters stammt aus dem Jahr 1984 und wurde gedreht von Koji Hashimoto. Für mich war es der erste Godzilla, den ich im Kino der achtziger Jahre sah, nachdem ich meine Jugend mit den Kinovorstellungen der Godzilla der siebziger Jahre in Gummianzügen verbracht hatte. Ich mochte das dramatische, feurige Plakat von Godzilla: Die Rückkehr des Monsters, ein Film bei dem Godzilla nicht niedlich, sondern einfach nur böse war. Unser japanische Freund haute alles kurz und klein. Der Film markiert den Beginn der Heisei-Staffel-Dekade, in der Godzilla wieder als zerstörerisches Monster dargestellt wird.

Das Vinyl ist blutrot und sieht auf den Plattenteller schön aus. Aber auch das Cover des Soundtracks kann sich sehen lassen und erinnert mich an die Märchenbücher meiner Kindheit. Es ist ein Pop-Up-Gatefold-Sleeve, das Artwork stammt von Henry Abrams. Auf zu, auf zu.

Koroku, der bereits mit Hayao Miyazaki und Isao Takahata von Studio Ghibli zusammengearbeitet hat, war die perfekte Wahl, um die triumphale Rückkehr des Big G zu vertonen, und schuf drei Themen für unseren Lieblings-Kaiju. Lauschen Sie den dröhnenden tiefen Frequenzen und den kraftvollen Blechbläser-Attacken, wenn er ein Kraftwerk verwüstet und gegen die japanischen Selbstverteidigungskräfte (JSDF) kämpft, und schwelgen Sie beim Liebesthema für Maki und Naoko. Koroku schrieb auch spannende Stücke für die JSDF und den Super-X, die für den Kampf gegen Godzilla entwickelt wurde. Doch es sind sein Respekt und seine Ehrfurcht vor dem großen G, die The Return Of Godzilla zu einem solchen Erfolg machen. Die Filmmusik endet mit dem Gesang der Star Sisters, die Godzillas Verschwinden beklagen. „Pass gut auf dich auf, Godzilla, mein alter Freund.“

Mir hat der Film damals so gut gefallen, dass ich später unbedingt die Laserdisc-Box haben musste. Und jetzt habe ich The Return Of Godzilla auch im Ohr.