Archive for the ‘Musik’ Category

Kritik: Bob Dylan in der Frankenhalle Nürnberg 2018

23. April 2018

Ich weiß selbst nicht mehr, das wievielte Konzert von Bob Dylan ich nun gesehen habe. Es waren viele. Ich habe gute und schlechte gesehen, das Konzert in der Nürnberger Frankenhalle am 22. April 2018 war auf jeden Fall eines der guten, der sehr guten sogar. 

Der jährliche Bob Dylan  für mich - dieses Mal in der Nürnberger Frankenhalle.

Der jährliche Bob Dylan für mich – dieses Mal in der Nürnberger Frankenhalle.

Bob Dylan war befand sich mal wieder auf seiner Never Ending Tour, machte in Nürnberg Station und ich war mal wieder dabei. Gerade Nürnberg und zwei Tage nach dem Geburtstag von Hitler. Hatte ich erwartet, dass er Statements zu den Zuständen in Deutschland abgibt? Natürlich nicht, Dylan sagte wie immer kein Word. 1978 wurde ihm auf der Bühne auf dem Zeppelinfeld bewusst, an welchem historischem Platz er sich befand. Ich sah ihn 1987 schlecht gelaunt mit Tom Petty und Kollegen in der Frankenhalle und nun wieder in der Frankenhalle. Und es war ein wundervoller Abend mit dem Song and Danceman. 

Tolle Bühne, tolle Atmosphäre und Bob Dylan in weißen Cowboystiefeln.

Tolle Bühne, tolle Atmosphäre und Bob Dylan in weißen Cowboystiefeln.

Und ich traf sie wieder die Dylanologen, die jede Interpretation von His Bobness kritisch würdigen. Und ja, ich bin auch so einer – und ich bin genervt von dem fränkischen Ehepaar neben mir, die eine Best of-Show hören wollten und ein typisches Dylan-Konzert bekam. Sie verstanden die Welt nicht mehr, obwohl sich die Übelkrähe Dylan alle Mühe gab. Er sang sich in unsere Herzen. 

Fans auf dem Weg zur Frankenhalle, in der Bob Dylan gastiert.

Fans auf dem Weg zur Frankenhalle, in der Bob Dylan gastiert.

Bob Dylan öffnete sein American Songbook, wobei er unendliche viele Songs in dieses Songbook eingetragen hatte. Dylan spielte einige seiner Klassiker, aber grundsätzlich in einer neuen Interpretation. Ich genoss die großen Meilensteine, die von seiner exzellenten Band interpretiert wurden. Oh Mann, war diese Begleitmannschaft gut. Jeder hatte seinen Platz und achtete auf die Weisungen des Meisters. Und wehe wenn sie losgelassen wird – dann rockt die biedere Frankenhalle. Kommandos an die Band kamen über kurze Handzeichen, oftmals reichte ein Blick, ein Nicken aus und die Band wusste, was der Meister will. Dylan selbst war in Bewegung. Der fast 77järhige wechselte zwischen Klavier und Standmikrophon hin und her. Keine Gitarre, kein Gepruste mit der Mundharmonika. Und er sah so cool aus, wenn er das Mikrophon in seinen Arm wiegte, fast zärtlich und den anderen Arm in die Hüfte gestemmt. Bob Dylan, du bist einfach eine coole Sau und wenn du die Songs aus dem American Songbook anstimmst, dann liegt dir das Publikum in der Frankenhalle zu Füßen. Hier wird vom Dylan-Publikum nicht mitgesungen wie bei den Klassikern, sondern hier wird ehrfürchtig gelauscht. Nobody sings Dylan like Dylan hieß es früher einmal. Jetzt muss es heißen: Nobody sings Sinatra like Dylan. 

Die Bühne selbst war spartanisch. Vorhang und Schweinwerfer, die mal reduziert, mal aufgeblendet für gute Atmosphäre sorgen. Keine Lightshow, kein Columbia Recording Artists – nein Bob Dylan legt auf Reduktion Wert. Die Show wird immer minimaler. Die Musiker sind in schwarze Anzüge gekleidet, nur Dylan setzt einen seltsamen Farbtupfer mit seinen weißen (!) Cowboystiefeln. Aber alles war in sich rund, in sich perfekt – und so wurde aus dem Abend Bob Dylan and his Band in der Frankenhalle Nürnberg ein perfekter Abend. Bis zum nächsten Mal Mr. Dylan.

Fehlanzeige – keine Tickets für Got7 für mich

19. April 2018
Um 16 Uhr begann der Kartenvorverkauf für Got7 und das System brach zusammen.

Um 16 Uhr begann der Kartenvorverkauf für Got7 und das System brach zusammen.

Es gibt Tage, an denen man verliert. Gestern war so ein Tag, der nicht so verlaufen ist, wie ich es mir gewünscht habe. Ich habe trotz erheblicher Mühen keine Karten für das Deutschlandkonzert der südkoreanischen K-Pop-Band Got7 bekommen. Eine kleine, klitzekleine Chance besteht noch. 

Ich muss zugeben: Ich kenne Got7 nicht, aber dafür K2. K2 ist absoluter K-Pop-Fan. Bei uns zu Hause läut Musik von Bands wie BTS, G-Dragon, Exo und Got7 rund um die Uhr. Zu Jahresbeginn 2018 hatten die Südkoreaner angekündigt, dass sie auf Tour durch Europa gehen. Es gibt ein Konzert in Berlin am 8. Juni im Velodrom. Nachdem ich mit K2 bereits bei G-Dragon im Konzert war, wollten wir unbedingt wieder ein K-Pop-Konzert besuchen. 

Um 16 Uhr wurden gestern die Karten bei Eventim freigeschaltet. Die ganze Familie bemühte sich um Karten. Meine Frau und K2 saßen mit zwei MacBooks, zwei iPhones im Wohnzimmer, ich nutzte das iPhone – weil ich als Beifahrer auf der Autobahn. 

Mit vielen Geräten wurde versucht Karten für Got7 zu bekommen.

Mit vielen Geräten wurde versucht Karten für Got7 zu bekommen.

Ich denke, die Server von Eventim brachen unter dem Ansturm zusammen. Ins Velodrom passen 12.000 Zuschauer und ich hatte das Gefühl, die Karten waren ratz fatz weg. Immer wieder kamen wir durch, scheiterten aber bei der Warenkorb-Funktion. Das System brach ab. Die Tickets konnten nicht in den Warenkorb gelegt werden. Der Frust der Familie stieg von Minute zu Minute. Ganze vier Stunden glotzen wir in die Rechner, vergeblich. Wir bekamen keine Karten. K2 und ich waren restlos enttäuscht. Got7 wird wohl ohne uns stattfinden und das ist schade. 

Da sah es noch ganz gut aus ...

Da sah es noch ganz gut aus …

... doch Fehlanzeige.

… doch Fehlanzeige.

Blick zu eBay für Got7-Karten 

Also probierte ich als Papa noch eBay. Bei den Preisen musste ich schlucken. Ich habe über die Kleinanzeigen einen sympathischen Verkäufer seiner Tickets gefunden und Kontakt aufgenommen. Ich schilderte ihm meine Situation: Da Got7 an einem Freitag gastiert, könnten wir per Bahn von München nach Berlin fahren und das Konzert besuchen. Es fällt keine Schule aus. Die Freude von K2 wäre riesig. Ich nannte meinen Höchstbetrag, den ich für die Tickets ausgeben kann – meine Mutter legte sogar noch etwas drauf. In zwei Tagen will sich der eBay-Verkäufer melden. Ihm flattern Angebote ins Mailpostfach, die mich schlucken lassen. So viel Geld kann ich nicht bieten. Ich kann es dem Verkäufer nicht verdenken, wenn er das höchste Angebot annimmt und reich wird. Das ist Marktwirtschaft, auch wenn ich sie in diesem Fall nicht mag. Aber vielleicht hat er ein Einsehen oder jemand ließt mein Ersuchen: Ich brauche Karten für Got7. 

Keine Karten - Fehlanzeige.

Keine Karten – Fehlanzeige.

Star Wars in Concert – eine neue Hoffnung in München

2. April 2018
Die Leitmotive von John Williams sind einmalig.

Die Leitmotive von John Williams sind einmalig.

Mit dem Ertönen der 20th Century Fox-Fanfare begann die Zeitreise zurück in das Jahr 1977 als ich zum ersten Mal Krieg der Sterne im Kino gesehen hatte. Damals war ich Feuer und Flamme und genau dieses Gefühl kam wieder auf, als ich im Gasteig Star Wars – die neue Hoffnung mit Live Orchester genoss.
Es war das Weihnachtsgeschenk für K1 und wir hatten in der ersten Reihe direkt vor dem Dirigenten Ludwig Wickl und seinen Münchner Symphonikern Platz genommen, um die Show zu genießen. Immer wieder habe ich Krieg der Sterne – oder Star Wars IV wie er heute heißt – gesehen: Im Kino, auf Super 8, auf Video, auf DVD und auf Bluray, aber noch nie hatte ich den Streifen von George Lucas mit einem Live-Orchester gesehen. Es war ein Erlebnis für die Sinne. Und mir wurde bestätigt, was ich eigentlich schon wusste: John Williams ist ein Genie.

Für mich ist John Williams der wichtigste lebende Filmkomponist. Er war bereits vor Star Wars in den Olymp der Filmkomponisten eingezogen, aber durch die Musik aller regulären Star Wars-Filme I-VIII sicherte er sich einen Platz für die Ewigkeit. Williams ist ein Fan des großen Richard Wagner und dessen Leitmotive. Und als ich da auf meinem Klappsessel im Gasteig in der ersten Reihe saß, trafen mich diese bekannten Motive wieder mit voller Wucht. Es ist dann doch etwas anderes Musik von der Konserve zu hören oder live – noch dazu von so einen guten Orchester wie die Münchner Symphoniker. Die Hauptcharaktere erhalten ihr musikalisches Motiv und direkt vor dem Orchester wirkt alles nochmals intensiver und eindringlicher.

Es ist schon seltsam, wie sehr mich Star Wars die neue Hoffnung geprägt hat. Ich kann im Grunde die Dialoge des ganzen Films mitsprechen, was daran liegt, dass ich als Jugendlicher C 90-Audiokassetten mit einem illegalen Tonmitschnitt aus dem Kino von einem Freund hatte und diese Kassetten immer wieder abspielte, die die legendären Dialogen mir in Fleisch und Blut übergegangen sind. Allerdings geriet ich ins Stocken im Gasteig, denn es wurde nicht die Star Wars-Version von 1977 gezeigt, sondern die digital überarbeitete Version von 1997. Die Szenen mit Jabba the Hutt und Boba Fett vor dem Falken kamen ja erst später hinzu. Warum allerdings Greedo dort auftaucht, obwohl er Minuten vorher erschossen wurde, ist mir erst jetzt aufgefallen. Mit den meisten digitalen Effekte, die hinzu kamen, kann ich leben. Womit ich absolut nicht leben kann: Han Solo hat zuerst geschossen. Er hat Greedo gekillt und ich mag die weichgespülte neue Version von George Lucas nicht.

Und da ich gerade beim Meckern bin: Die Untertitel unter dem Film müssen nicht sein. Das lenkt nur vom Filmgenuss ab. In Star Wars gehen sowieso nur Fans und die kennen die Story um Luke und Leia. Was sollen also die bescheuerten Untertitel? Und wenn dann noch die Dialoge falsch übersetzt wurden, dann bekomm ich einen Anfall. Und wenn mal das Orchester lauter ist als die Dialoge – was soll’s? In das Konzert geht keiner hinein, der Star Wars noch nie gesehen hat. Es ist ja schließlich keine Kinovorführung, es ist eine Art Happening. Und genau so sehe ich das Event im Münchner Kulturtempel. Ich habe zig Personen in Star Wars T-Shirts gesehen. Die Kleidungsstücke stammen aus vielen Jahrzehnten und ihre Trägerinnen und Träger hüten sie wie Schätze. Auch K1 hat ein Star Wars T-Shirt mit dem Krümmelmonster-Aufdruck angezogen: „Come to the Dark Side – we have Cookies.“ Und so sah ich an diesem Abend Schriftzüge, Vaders, Jodas, Lichtschwerter, Logos – ich selbst trug dezent Manschettenknöpfe in Form des Rasenden Falken.

Das Happening wurde noch verstärkt als vor Beginn des Konzerts Darth Vader, Sturmtruppen und imperiale Offiziere aufgezogen sind. Es war Zeit für Selfies und freilich haben wir auch welche gemacht, wozu sitze ich denn in der ersten Reihe. Nach der Pause kamen die Herrschaften noch einmal für diejenigen, die es zu Beginn verschlafen hatten.
Sehr schön war auch der Aufzug der Truppe nach Abschluss des Konzerts. Als Zugabe spielte das Orchester nochmal den Main Titel und vor der Bühne postierten sich Vader und Co. Toller Humor und die Fans flippten aus. Genial wäre es noch gewesen, wenn Vader den Dirigenten Ludwig Wickl umarmt hätte, aber dazu kam es nicht. In der Pause konnte man vor einem großen Star Wars Banner im Foyer auch nochmals Fotos schießen und mit Glück Karten für den Konzert im Januar 2019 mit dem Imperium schlägt zurück gewinnen. Ich hatte leider versäumt mir den Hashtag zu notieren und daher haben K1 und ich uns in der Pause gleich Karten für 2019 gekauft, leider nicht mehr in der ersten sondern in der zehnten Reihe.

Fazit für mich: Es war ein besonderes Erlebnis und uns Fans hat es gefallen. Bitte mehr davon und im Januar 2019 bei Imperium schlägt zurück sind wir alle wieder mit von der Partie.

Der lange Weg zu Karten für die Bayreuther Festspiele

19. März 2018

Es war schon eine Geduldsprobe, die ich mir da zugemutet habe. Gestern stand der Online-Verkauf für die Bayreuther Festspiele auf meinem Nachmittagsprogramm. Und es hat auch wirklich den ganzen Nachmittag gedauert, bis ich zwei Karten für die beste Ehefrau und mich erstanden habe. Zufrieden bin ich aber dennoch nicht.
Um 14 Uhr war der Ticket-Shop am Grünen Hügel in Bayreuth geöffnet. Um 13:58 Uhr stand ich auf der Matte. Das iPad war online. Kundennummer und Kreditkarte sowie Kalender lagen bereit – also die magischen 3 K. Dieses Jahr steht eine Neuinszenierung von Lohengrin auf dem Programm und ich würde gerne die Inszenierung sehen. Anja Harteros soll die Elsa singen. Ich sag es gleich: Ich habe keine Karten für Lohengrin bekommen und bin deswegen enttäuscht. So muss ich mir wohl die Neuinszenierung wieder im Kino ansehen, wenn es übertragen werden sollte. So habe ich es in der Vergangenheit immer gemacht. Und Lohengrin war die erste Oper, die ich in Bayreuth jemals gesehen habe.

Der Ticket-Shop öffnet
Nun um 14 Uhr öffnete der Shop seine Pforten und ich reihte mich ein. Vergangenes Jahr habe ich so auch Karten für die wunderbaren Meistersinger erstanden und hoffte wieder auf mein Glück. Aber ich war wohl zu spät. Es waren einige Wagnerianer vor mir und das bedeutet dann stundenlanges Warten.
Nach 20 Minuten viel mir auf, dass die Veranstalter die Website geändert hatten. Im vergangenen Jahr waren es animierte Figuren, die sich Platz um Platz nach vorne schoben. Dieses Jahr gab es einen klassischen Ladebalken und der stand bei mir ganz weit links. Wie öde!

Ganz links ist der Ladebalken um 14:09 Uhr. Das kann dauern und die animierten Figuren sind auch nicht mehr da.

Ganz links ist der Ladebalken um 14:09 Uhr. Das kann dauern und die animierten Figuren sind auch nicht mehr da.

Das Neuladen der Seite ist strengstens verboten und auch die Seite im Hintergrund laufen lassen, dass will die Familie Wagner nicht. Ob das stimmt, habe ich nicht ausprobiert, denn ich wollte meinen wertvollen Platz in der Ticketschlange nicht aufgeben. Links oben auf der Website gab es ein Ampelsystem, ob Karten für die jeweilige Oper noch verfügbar sind. Dieses Jahr gab es online Karten für Holländer, Lohengrin, Meistersinger, Parsifal, Tristan und Wallküre. Nach 20 Minuten waren noch alle Ampeln auf Grün.

Alle Ampeln auf Grün. Ich beginne zu hoffen auf Lohengrin.

Alle Ampeln auf Grün. Ich beginne zu hoffen auf Lohengrin.

Ich hoffte also auf Lohengrin. Doch dann wechselte Lohengrin auf Gelb, die Karten wurden knapp und ich war noch ganz hinten in der Warteschlange.

Lohengrin wird um 14:33 Uhr knapp. So ein Mist.

Lohengrin wird um 14:33 Uhr knapp. So ein Mist.

Ich wurde nervös und nervte die Twittergemeinde mit meinen Bedanken. Das viele Jammern nutzte nichts. Nach einer Stunde war Lohengrin immer noch auf Gelb und ich hatte gerade mal ein Drittel des Ladebalkens geschafft. Und dann, um 15:06 Uhr sprang Lohengrin auf Rot um – alle Karten weg und mein Ärger war da. Über eine Stunde gewartet und keine Karten.

Und weg war Lohengrin.

Und weg war Lohengrin.

Nun, dann begann das Alternativprogramm. Ich hatte die Inszenierungen von Holländer, Meistersinger, Parsifal und Tristan in Bayreuth bereits genossen, also blieb nur noch die Wallküre übrig. Ich konzentrierte mich also auf die Wallküre. Sie ist die erste Oper des Bühnenfestspiels für drei Tage und einen Vorabend, der aus dem Rheingold besteht. Es handelt sich um den Castorf-Ring, der 2017 auslief, aber 2018 noch in Einzelvorstellungen zu sehen ist. Ich habe Teile des Castorf-Rings gesehen und er hat mir nur teilweise gefallen. Aber Bayreuth ist eben Bayreuth und ich will auch 2018 wieder dabei sein und blöde daherreden.

Um 15:20 Uhr wurden auch die Karten für die Meistersinger knapp. Die Ampel schaltete auf Gelb. Karten für die Wallküre scheint es noch zu geben und ich wartete bereite 1:20 Uhr vor dem iPad mit der Ticketseite online. Und nun der Schock: Um 15:29 Uhr schaltete auch die Wallküre auf Gelb. Sollte ich eineinhalb Stunden umsonst gewartet haben? Ich wurde nervös. In dem Ladebalken hatte ich das Opernhaus noch nicht mal erreicht und die Karten wurden eng. Minute um Minute schob ich mich vor. Ich war sogar soweit, dass ich den lächerlichen Figuren auf dem Display Namen gab und meinen Kindern immer verkündete, wenn ich Herrn Maier, Frau Müller und Frau Schmidt überholt habe. An der Spitze der Schlange stand übrigens Herr Theobald, so hab ich den Typen genannt, der hinter einer Straßenlaterne versteckt war. Es galt diesen Theobald zu überrunden, der vor mir stand. Ich entwickelte einen regelrechten Zorn auf diesen virtuellen Pixeltypen, der so unscheinbar da stand.

Um 15:49 Uhr hatte ich den Herrn Theobald erreicht.

Um 15:49 Uhr hatte ich den Herrn Theobald erreicht.

Ich näherte mich Herrn Theobald Meter für Meter. Um 15:46 Uhr war ich schon ganz nah dran. Um 15:49 Uhr war der Eintritt ins Opernhaus zum Greifen nahe und ich freute mich schon. Um 15:55 Uhr hatte ich Herrn Theobald überholt. So Theo jetzt hab ich dich und zeig dir, was eine Harke ist. Doch ich wurde abermals von Bayreuth enttäuscht. Obwohl ich der erste in der Reihe der Personen war und noch vor diesem Herrn Theobald, galt dies wohl nicht für den Ladebalken. Der Balken musste bis ganz rechts laufen um vollständig geladen zu sein. Was soll das? Bayreuth, ich fühle mich von dieser GUI betrogen.
Nun standen Lohengrin und Meistersinger auf Rot und Wallküre auf Gelb und es war 16:02 Uhr. Zwei Stunden in der Schlange gewartet und ich drohte zu scheitern.

16:02 Uhr - es wird verdammt eng.

16:02 Uhr – es wird verdammt eng.

Um 16:16 Uhr hatte ich Herrn Theobald und die ganze Schlange weit hinter mich gelassen und näherte mich dem Eingang des Festspielhauses. Im Original gehe ich dort immer wieder rein und finde eine Säule mit einer Inschrift von der damaligen Premiere des Rings wieder. Langsam bekam ich Schnappatmung. Meine Gattin meinte nur lakonisch „Ja mei“ und meinte wohl: Dann eben Bayreuth nicht. Für sie ist es kein großer Verzicht, denn sie kommt zum Grünen Hügel nur mir zuliebe mit. Sie selbst ist nicht eine Wagnerverehrerin und kommt aus Liebe mit mir mit – ein schöner Liebesbeweis sich vier Stunden den Hintern auf unbequemen Klappstühlen wund zu sitzen.

16:16 Uhr - ich fühle mich von der GUI betrogen.

16:16 Uhr – ich fühle mich von der GUI betrogen.

Aber ich wollte nicht klein beigeben. Um 16:35 Uhr – zwei Stunden und 35 Minuten nach Öffnung des Ticketshops durfte ich für 10 Minuten den Store betreten und meine Karten auswählen. Oh wie gnädig. Ich bekam noch Restkarten für Wallküre – leider nicht wie gewohnt vorne, sondern ziemlich weit hinten. Und wir bekamen auch keine zusammenhängenden Plätze. Das bedeutet, meine Frau und ich müssen die Oper getrennt verfolgen. 3:45 Stunden dauert die Wallküre mit zwei Pausen, die wir zum Spazieren gehen nutzen können. Ich werde in den Pausen quatschen und meine Frau die Umgebung des Festspielhauses genießen.
Karten wurden mit der Kreditkarte bezahlt. Über die Preise schweige ich mich aus. Dann machte ich mich auf die Hotel-Suche. Da machte ich es mir leicht. Wir sind immer in Heinersreuth im Hotel Opel. Ich mag dieses fränkische Landgasthaus mit der lustigen Besitzerin. Das Essen ist bodenständig und ich freue mich auf den Pressack und das Bier. Online ein Zimmer gebucht, es war Gott sei Dank noch etwas frei. Dann zurückgelehnt und dann vom Musikserver die Wallküre geladen. Im Keller habe ich noch eine DVD vom Jahrhundertring des Jahres 1976 von Pierre Boulez, damit werde ich meine Umgebung beglücken. Bis zur Festspielsaison habe ich noch ein wenig Zeit das Libretto zu studieren und mir schlaue Sprüche auszudenken. Ach Richard Wagner, ich mag einfach deine Musik.

Es ist 16:35 Uhr und ich darf mein Geld ausgeben.

Es ist 16:35 Uhr und ich darf mein Geld ausgeben.

Oscar-Musiktipp: The Shape of Water von Alexandre Desplat

5. März 2018
Dieser wunderbare Soundtrack von Alexandre Desplat gewann einen Oscar: The Shape of Water

Dieser wunderbare Soundtrack von Alexandre Desplat gewann einen Oscar: The Shape of Water

Die Musik fließt einfach so dahin und umschlingt den Zuhörer, hüllt ihn ein und trägt ihn davon – dies kam mir als erstes in den Sinn als ich den Soundtrack The Shape of Water von Alexandre Desplat hörte. Gestern nacht wurde der Score The Shape Of Water mit dem Oscar für beste Filmmusik ausgezeichnet und wer den Score hört, der weiß warum. Er ist wirklich wunderschön und eine Bereicherung.
Ich hatte mir das Album bei Erscheinen gekauft, weil ich die Karriere des Franzosen Alexandre Desplat seit Jahren verfolge. Ich hatte trotz des großen Umfangs seines Werks immer das Gefühl, dass Alexandre Desplat ein Geheimtipp war. Er hat viele, viele wirklich gute Soundtracks komponiert. Ich habe über Godzilla, Harry Potter und sein Ausscheiden bei Star Wars Rogue One bereits gebloggt. Nicht gefallen hat mir The Grand Budapest Hotel und dennoch hat seine Musik zu diesem Film gepasst.
Nun trifft also der der Filmverrückte Guillermo del Toro auf Alexandre Desplat – der frischgekürte Oscargewinner trifft auf den frischgekürten Oscargewinner und es passt einfach zusammen. Ich habe bisher nur die Trailer von The Shape of Water gesehen, aber bereits bei diesen kurzen Filmschnipsel war die Musik von Desplat eindrucksvoll und nachhaltig. Sie hat mich umschlungen und versetzt mich in den märchenhaften Zauber, den der Film wohl vermitteln will. Es ist die Liebe einer Putzfrau zu einem Fischwesen und Desplat vermittelt die Romantik und die daraus resultierenden Konflikte sehr gut mit seiner Musik. Auch die Einspielungen von Songs, ein Stilmittel das ich sonst nicht so mag, passen gut. Renée Fleming, Glenn Miller und die faszinierende Caterina Valente. Für mich ist der Soundtrack ein schönes Gesamtkunstwerk und einzelne Titel hervorzuheben, geht hier in dieser Kritik nicht. Die Musik hat den Oscar 2018 verdient und das sage ich mit allen Respekt gegenüber dem großen John Williams. Gebt der Musik eine Chance und auch wer den Film als moderne Version von Amélie nicht gesehen hat, wird an dem Soundtrack seine Freude haben.

Musiktipp: Star Wars – The Last Jedi von John Williams

21. Februar 2018
Der Soundtrack von Last Jedi ist hervorragend, aber ...

Der Soundtrack von Last Jedi ist hervorragend, aber …

Der Film Star Wars – The last Jedi hat mir nicht gefallen. Anfangs war ich noch angetan, aber zurückblickend war der Film lächerlich. Der Film passt nicht in mein persönliches Star Wars-Universum. Er ist mir zu oberflächlich und besitzt einen Kindergartenhumor, den diese Saga nicht verdient hat. So schlecht der Film ist, so gut ist dagegen der Soundtrack Star Wars: The Last Jedi von John Williams.
Der Altmeister hat wieder zugeschlagen und hat ein großartiges Werk abgeliefert. Es tut gut, die Klänge des Meisters zu hören. Bereits der Vorgänger, Star Wars: Episode VII – The Force Awakens konnte sich hören lassen. Die veröffentlichte Musik zu Last Jedi ist nochmals besser. Der alte Mann kann es einfach und lieferte einen großartigen Score ab. Williams ist ein Wagnerianer und beherrscht die leitmusikalischen Themen. Es tut so gut, sich mit dieser Art von Musik zu beschäftigen und kein pompösen Krach anhören zu müssen.

Schlampige Deluxe-Ausgabe
So gut die Musik ist, so schlampig und enttäuschend ist das Album auf CD. Es gibt die Standard- und die Deluxe-Version, wobei sie sich nur in einem nichtssagenden Booklet mit belanglosen Filmbildern (und einem unterschiedlichen Preis) unterscheiden. Die Musik ist identisch, so dass es fraglich ist, weshalb man sich die Deluxe-Version leisten soll. Ich hatte die Deluxe-Version bei Amazon vorbestellt. Im Nachhinein reicht vom musikalischen Standpunkt aus gesehen, die preiswertere Standard-Version.
Die Musik umfasst eine CD – und das ist ebenso wie bei The Force awakes eindeutig zu wenig. Da muss es doch mehr geben, oder? Wurden in früheren Jahren großzügige Alben mit dem kompletten Score aufgelegt, ist es heute nur ein Schatten früherer Zeiten. Scheinbar interessiert sich Disney für das Soundtrack-Geschäft nicht so und es ist nur eine lästige Pflicht, den Score für die paar Fans auf den Markt zu bringen. Da ist das Geschäft mit anderem Merch wohl erträglicher. Im Booklet keine Zeile vom Meister, kein Bild von den Aufnahmen – zumindest die Namen der Orchestermitglieder sind aufgeführt. Als Soundtrackfan ist diese Ausstattung eine pure Enttäuschung.
Und dennoch: Wer Soundtracks liebt, wer Star Wars liebt, der braucht die Musik Star Wars: The Last Jedi des großen John Williams. Er hat ja angekündigt, den nächsten Star Wars IX auch noch komponieren zu wollen. Ich würde es ihm gönnen. In wenigen Tagen erscheint sein Score zum Film Die Verlegerin und ich bin neugierig wie ein Flitzebogen. Ach ja, eines noch Mr. Williams. Per Zufall habe ich gesehen, dass Sie ein seltenes Konzert in der Royal Albert Hall in London geben. Innerhalb von Minuten waren die Karten ausverkauft, ich habe keine bekommen. Das nehme ich Ihnen übel.

Trauer um Johann Johannsson

11. Februar 2018

Wenn meine Umgebung an isländische Musik denkt, kommt ihnen als erstes Björk in den Sinn. Mir kommt Johann Johannsson in den Kopf. Der Musiker ist gestern im Alter von 48 Jahren in Berlin verstorben. Die Todesursache ist unbekannt.
Das erste Mal hörte ich Johann Johannsson als den Film Science-Fiction-Film Arrival schaute. Der Soundtrack von Arrival war außergewöhnlich, wirklich ungewöhnlich. Es war ein Klanggebilde, wie ich es lange nicht mehr gehört habe. Sphärisch, eindringlich und absolut passend zu einem fantastischen Film mit der Bewegung mit Außerirdischen. Regie führte Denis Villeneuve, der später den großartigen Blade Runner 2049 schuf. Ich schaute Arrival und verliebte mich in die Musik. Ich musste den Soundtrack haben und stieß auf den mir unbekannten Johann Johannsson.


Als nächstes kaufte ich mir das klassisches Album Orphee. Die Musik ist etwas für lange Winterspaziergänge. Experimentelle Musik, ähnlich wie sein Album IBM 1401, A User’s Manual, aber ohne Elektronik. Orphée ist Musik der Stille, es ist eine Musik zum Abschiednehmen und von Vergänglichkeit. Dieses Album im Frühling oder Sommer zu hören, geht schlichtweg nicht. Mir hat diese schwermütige Musik gefallen, die Johann Johannsson hier geschaffen hat. Perfekter Minimalismus, ähnlich wie Max Richter.
Leider hab ich es bisher nicht geschafft, den Soundtrack The Theory of Everything von ihm zu kaufen. Er ist mir im Moment schlichtweg zu teuer, also kenne ich nur den Stream. Für diese Musik hat Johann Johannsson einen Golden Globe gewonnen, zu recht wie ich finde. Sie erinnert mich an die Musik des großen Michael Nyman und sein Draughtsman’S Contract.
Leider ist Johann Johannsson nun verstorben. Ich werde mir Zug um Zug sein musikalisches Werk kaufen und in Ehren halten. Schade, dass so ein Musiker nicht mehr auf Erden weilt.

32 Jahre Challenger-Katastrophe und was Jean-Michel Jarre damit zu tun hatte

28. Januar 2018
Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Als jugendlicher Raumfahrtfan traf es mich damals wie ein Schock. Heute vor 32 Jahren zerbrach das Space Shuttle Challenger beim Start. Alle sieben Astronauten starben. Daher höre ich den ganzen Tag in Gedenken an dieses Unglück die Jean-Michel Jarre Aufnahme Rendez-vous und es hat einen besonderen Grund.
Die Flüge ins Weltall mit dem Space Shuttle waren zur Routine geworden. Wir hatten uns daran gewöhnt. Ich saß am 28. Januar 1986 bei meinem Kumpel Thomas Schmelzer und wir diskutierten wohl über Film, vielleicht sogar über Moonraker. Da kam plötzlich sein Vaters ins Wohnzimmer und berichtete uns, dass die Challenger beim Start explodiert sei. Thomas und ich waren beide Raumfahrt-Enthusiasten und von der Nachricht geschockt. CNN oder Breaking News im Fernsehen gab es für uns damals 1986 noch nicht, geschweige denn das Internet, daher warteten wir auf eine Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Es zeigte die schrecklichen Bilder. 73 Sekunden nach dem Start explodierte das Shuttle und damit auch unser Traum von Flügen ins All.

Das Medieninteresse galt den Absturzursachen und den Astronauten, besonders der Lehrerin Christa McAuliffe. Sie war an Bord der Raumfähre und sollte zwei Unterrichtsstunden aus dem Weltall für US-Schüler halten. Es hätte eine ungeheure PR-Wirkung gehabt. Daher wurde der Start der Raumfähre in vielen US-Schulen gezeigt und auch der überraschende Tod, der live übertragen wurde.
Mein Kumpel Thomas und ich sprachen dagegen über den Tod des Astronauten Ronald McNair. Der Astronaut spielte Saxophon und er sollte aus dem All bei einem Konzert des französischen Musikers Jean-Michel Jarre musizieren. Jarre ist einer der großen Elektronikpioniere in der Musikszene. Seine Alben faszinierten mich als Jugendlicher und sie tun es noch heute.
Mit dem Tod von Ronald McNair zerplatze auch die Idee eines Stücks aus dem All. Jarre wollte das geplante Konzert zum 150jährigen Jubiläums der Stadt Houston und des 25jährigen Jubiläums des Lyndon B. Johnson Space Centers der NASA absagen, wurde aber von den Astronauten der NASA überzeugt.
Zudem wurde von Jean-Michel Jarre das Album Rendez-Vous veröffentlicht. Die Musik stammt aus unterschiedlichen Phasen von Jarre und zählt eigentlich eher zu seinen schwächeren Alben. Wäre da nicht das letzte Stück Ron‘s Peace. Das ist das Stück, das Ronald McNair aus dem Weltraum spielten sollte. Heute höre ich das über sechsminütige Stück wieder und immer wieder. Ich denke dabei an die Challenger-Katastrophe vor 25 Jahren, die jahrelang die Raumfahrt lähmte.
Erst Chris Hatfield mit Major Tom löste bei mir den Knoten und weckte mein Interesse für Raumfahrt wieder. Und es passiert ja wirklich viel durch SpaceX und Co.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Musiktipp: Versatile von Van Morrison

9. Januar 2018

Er hat es wieder getan. Van the Man – Van Morrison hat im Jahr 2017 einfach mal so zwei Alben veröffentlicht. Zuerst kam am 22. September Roll with the Punches und nun folgte am 5. Dezember Versatile. Da frag ich mich: Musikalischer Ausverkauf oder kreative Schaffensphase?
Nun, ich habe beide Alben ausführlich gehört. Roll With the Punches hatte ich bereits besprochen und den Blues für gut befunden und nun kommt mit Versatile ein Album ganz anderer Art. Van Morrsion ist hier in den Jazz eingetaucht, ganz, ganz tief und verdammt, der Mann kann es einfach. Van Morrison hält Rückschau auf seine Geschichte des Jazz und steuert selbst sechs neue Songs bei. Er zelebriert, es lässt sich nicht anders ausdrücken – also er zelebriert die Klassiker von Nat King Cole („Makin‘ Whoopee“), von den Righteous Brothers („Unchained Melody“), von Frank Sinatra („A Foggy Day“) oder von Tony Bennett („I Left My Heart In San Francisco“). Wenn euch mal richtig Gänsehaut spüren wollt, dann hört euch die Unchained Melody an. Es ist wirklich ein Wahnsinn, was Van Morrsion aus diesem Song herausholt. Ich dachte, die Originalversion von den Righteous Brothers ist genial. Denkste, Van Morrison hängt die hohe Latte noch etwas höher.
Das Album startet laut mit Broken Record. Ich hab den Song laut, ganz laut aufgedreht und bin durch die Hütte geswingt (hoffentlich hat mich keiner gesehen, aber es tat wirklich gut). Der alte Mann weiß noch, wie es geht mit der Musik.
Beim Anhören von Versatile habe ich mich an Morrisons Kollegen Dylan erinnert gefühlt. Er hatte in seinen jüngsten offiziellen Veröffentlichungen das American Songbook durchgearbeitet und Van Morrison folgt seinem Freund Dylan und interpretiert Sinatra auf seine Weise. Vielseitig ist der Mann und seine Musik, daher auch der Albumtitel Versatile. Morrison ist ein Sturschädel und wer eine schöne Jazz-Stimme erwartet, der wird enttäuscht. Morrison passt sich keinem Geschmack an, sondern zieht wie immer sein Ding durch. Vielleicht ist nicht alles schön, was der großartige Eigenbrödler macht, aber es ist auf jeden Fall authentisch. Er macht, was ihm gefällt – und wenn ich ehrlich bin, das gefällt mir auch. Versatile ist kein Album zum Stillsitzen, sondern mir geht dieser Jazz in die Beine und ich will mich bewegen. Und das geht sogar auch ohne die prägende Stimme des Meisters. Das Lied „Skye Boat Song“, ist eigentlich ein schottisches Volkslied und dann kommt Van the Man daher und macht Swingjazz daraus – das ist Können.

Musiktipp Eye in the Sky (35th Anniversary Boxset) von The Alan Parsons Project

3. Januar 2018
Ist das wirklich schon 35 Jahre her? Eye in the Sky

Ist das wirklich schon 35 Jahre her? Eye in the Sky

Wieder eine Zeitreise in meine Jugend zu meiner damaligen Lieblingsband The Alan Parsons Project. Zum 35. Geburtstag der Albumveröffentlichung erschien noch im vergangenen Jahr die Geburtstagsedition von Eye in the Sky. Obwohl sie mit rund 85 Euro völlig überteuert war, musste ich die Box freilich haben.
Ich erinnere mich noch als ich 1982 durch die Münchner Einkaufszentren streifte und in den Schallplattenabteilungen mich inspirieren ließ. Ich glaube, es war der Karstadt Oberpollinger, der damals eine große Vinyl-Abteilung im obersten Stockwerk hatte. Überall stieß ich auf Poster mit einem Auge im Himmel. Alan Parsons Project hatte das Album Eye in the Sky veröffentlicht und die Marketingwelle rollte an. Als APP-Fan griff ich natürlich zu und Woche für Woche hörte ich das Album. Ich glaube, meine Vinyl-Ausgabe hatte ein Auge mit Goldprägung.

Daher war ich jetzt gespannt, was es zum 35. Geburtstag gab. Insgesamt hat die Box Eye in the Sky (35th Anniversary Boxset) sechs Datenträger und allerhand Merch-Material wie das damalige Werbeposter. Alan Parsons veröffentliche das Original-Album mit sechs Bonus-Tracks auf der ersten CD. Die beiden CDs 2 und 3 beinhalten nichtveröffentlicht Demos und Proben in verschiedenen Mixen. Mir machte es Spaß, sich durch die verschiedenen Versionen zu hören und zu lauschen, wie die Songs entstanden sind. Der vierte Datenträger ist eine Blu Ray im fetten 5.1-Sound, der mir die Ohren wegfetzte. Alan Parsons versteht sein Handwerk als Toningenieur nach wie vor und lieferte hier eine exzellente Abmischung ab. Den Abschluss machte eine Doppel-LP, wobei mein damaliges Vinyl-Album eine einfache Langspielplatte war. Hier das Unboxing Video mit Vorstellung des Inhalts.

So sitze ich also wie ein Jugendlicher mit dem Kopfhörer auf dem Kopf und lausche der Musik von APP. Das Merch-Zeug habe ich gleich weggepackt, dafür um so länger in dem Booklet gelesen, gute Interviews zum Teil. Und vor allem die alten Fotos hatten es mir angetan. Mensch, waren die Jungs damals noch jung und Eric Woolfson war noch am Leben. Er starb ja leider am 2. Dezember 2009. Ich habe noch so viel APP-Zeugs von der Zeit im Archiv stehen und verglich die abgebildeten Single mit meinen Schätzen aus dem Keller. Also klarer Musiktipp zu Eye in the Sky (35th Anniversary Boxset).