Archive for the ‘Musik’ Category

Persönlicher Nachruf auf Chuck Berry

19. März 2017

Nun, 90. Jahre ist er alt geworden, der alte Mann des Rock’n Roll. Leider habe ich nie Chuck Berry live gesehen. Bei einem Konzert, das er in München mit dem großartigen Jerry Lee Lewis und Little Richards gegeben hatte, waren mir die Karten zu teuer und die Spielzeit der alten Herren zu kurz. So kannte ich Chuck Berry nur von Vinyl.
Mein Rock’n Roll begeisterter Onkel führte mich in die Szene ein. Elvis, Cash, Lewis und auch ein wenig Chuck Berry. Sein Johnny B. Goode ist der Klassiker für E-Gitarre und geht sofort ins Blut. Ich hatte ein paar Sampler, bei denen Berry mit den üblichen Stücken vertreten war: Maybellene, Roll Over Beethoven, Johnny B. Goode und das ganze Zeug. Jahre später kaufte ich mir das wichtige Chess-Sachen wie The London Chuck Berry Sessions oder St.Louis To Liverpool. Ich bin Bear Records dankbar, dass sie den kompletten Chuck Berry wunderbar editiert auf den Markt gebracht haben. Wer nicht alles braucht, aber den frühen Berry hören will, dem empfehle ich die preiswerte 5 Classic Albums-Alternative als Box. Chuck Berry hat die Musik geprägt: Ohne ihn hatte es die Beatles, Stones, Motörhead oder Clapton nie gegeben.
Für mich wurde Chuck Berry aber durch einen Kinoauftritt unsterblich, bei dem er gar nicht zu sehen war. Es war 1985 und ich schaute mir Zurück in die Zukunft / Back to the future an. Zeitreisender Michael J. Fox stieg in den 50ern bei einer Highschool-Party auf die Bühne, spielte Johnny B. Goode und flippte aus. „Eure Kinder werden es lieben“, lautete der coole Satz und im Film hielt Bruder von Chuck Berry das Telefon in den Sound und sagte: „Chuck, du suchst doch einen Song!“ Ich habe damals (und heute) wirklich gelacht und kann die Szene immer wieder gerne sehen. Humor, wie ich gerne habe.


Nun, heute höre ich den alten Mann wieder, der 1979 sein letztes Studioalbum aufgenommen hat, und seitdem mächtig unterwegs war. 2017 soll nun noch ein letztes Album mit Namen Chuck auf den Markt kommen. Ich bin gespannt. Berry war manches Mal ein schlimmer Finger, aber am Ende bleibt seine Leistung für den Rock’n Roll. Ohne ihn hätte es den Rock’n Roll, wie wir ihn kennen, nie gegeben. Und ich probiere heute seinen Duckwalk aus. Was der alte Mann konnte, muss ich doch auch können und duckwalke durch das Haus.

Meine Entschuldigung an Falco

19. Februar 2017


Ich mochte Falco nicht, als er extrem populär war. Mit Grausen wandte ich mich ab, als sein Rock me Amadeus oder Jeanny im Radio während meiner Schulzeit lief. Ich war damals auf dem Blues- und Progrock-Trip und verachtete die Musik von Hans Hölzl. Und ich möchte mich bei ihm entschuldigen. Falco ist heute für mich eine coole Sau und ein österreichischer Literat. Seine Sprachmischungen sind hervorragend – Ernst Jandl lässt grüßen. Das alles habe ich als Jugendlicher nicht erkannt und das tut mir heute leid.
Als 1981 sein Kommissar ins Radio kam, horchte ich auf. So etwas hatte ich bis dazu nicht gehört. Ich kannte zwar die typischen Österreicher Danzer, Ambros und Fendrich, aber der musikalische und sprachliche Rhythmus von Falco war anders. Wie cool war das denn? Ich kaufte mir die Single, hörte sie eine Zeit und dann verstaubte sie in meinen Plattenschrank.


Als später Amadeus, Jeanny und Vienna Calling in die Hitparaden kamen, hatte ich Falco verdrängt. Falco kam nicht an meine Helden wie Clapton, ELP oder Pink Floyd heran. Ich lehnte in meiner Arroganz diese Art von Populärmusik ab. Mein Kumpel Thomas Schmelzer und mein musikalischer Ziehkumpel Roland lieferten sich heiße Wortgefechte, um Falco nun top oder flop war.
Als Jeanny gespielt oder besser im Radio damals nicht gespielt wurde, kauften die meisten meiner Klassenkameraden die Single. Ob Falco hier bewusst provoziert hatte, weiß ich nicht. Ein guter PR-Gag war es auf jeden Fall. Falco war bei uns in der Schulklasse ziemlich angesagt – bei mir allerdings nicht. Es kam zu verschiedenen Stilwechsel bei Falco in den nächsten Jahren, die ich damals nicht mitbekam. Als er 1998 verstarb nahm ich kaum davon Notiz.
Heute am 60. Geburtstag von Falco will ich den Künstler für mich rehabilitieren. Falco ist auf seine Art genial gewesen. Er hat für die deutschsprachige Rockmusik großartiges geleistet. Die vergangenen Jahre höre ich immer wieder Falco und finde ihn sehr eindrucksvoll. Ich habe mir zahlreiche Alben gekauft und lieben gelernt. Das Musical brauchte ich allerdings nicht – soweit bin ich dann doch nicht.

Kritik: Video Games Music in Concert

9. Februar 2017

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Was hatte ich mich gefreut auf einen interessanten Abend. Seit Wochen fiebere ich dem Auftritt des Münchner Rundfunkorchesters entgegen und habe meine Familie, meine Freunde und Bekannte im Internet ganz wepsig gemacht: Alle sollten die Aufführung von Video Games Music in Concert im Münchner Prinzregententheater erleben. Und am Ende konnte ich aus familiären Gründen nicht. Ich habe mich ziemlich geärgert.
Aber ich wurde ein wenig entschädigt. Der Bayerische Rundfunk übertrug das Konzert live als Video- und Audiostream. Und so konnte ich die Musik von Videospielen zumindest am digitalen Endgerät verfolgen. Am iPad Pro verfolgte ich den Videostream und ließ den Sound über die Anlage laufen. Und der Sound hatte es in sich. Großes Lob an die Technik vom BR. Der Stream war tadellos, selbst bei meinem Landei-Internet ging es ohne Ruckeln und Aussetzer – selbst bei HD. Dafür zahle ich gerne meine Rundfunkgebühren.


Als die Kamera mal vom Eckehard Stier weg und ins Publikum schwenkte, hatte ich ein wenig meine Zweifel. Der Großteil der Zuhörer war brav konservativ gekleidet. Hey, wo sind die Gamer im Publikum geblieben? Ich sah kaum T-Shirts, Hoodies oder Caps – also die klassische Gamer-Bekleidung. Da fragte ich mich: Für wen wurde dieses Konzert eigentlich aufgeführt?
In erster Line dachte ich an die Zocker, an die Gamer, an die Konsolenfreaks. Als Retrogamer lehnte ich mich in meinen Wohnzimmersessel zurück als die fabelhafte Musik von Chris Huelsbeck ertönte. Natürlich war es Turrican II, das Spiel hatte ich ewig gezockt und die verschiedenen Audio-Fassungen hab ich auf meinem Server. In Kürze kommt die Klassik-Version von Turrican II heraus, die in Bochum aufgenommen wurde. Ich genoss die Klänge und verfolgte gleichzeitig die Facebook-Posts der Huelsbeck-Fans, die mit dem Meister live diskutierten. Chris Huelsbeck machte mit der Great Giana Sisters – Suite auch den Abschluss des Konzerts.
Großes Lob an das Orchester und Eckehard Stier. Die Qualität der Musik war einzigartig. Meine Frau, keine große Gamerin aber Klassik-Fan, hörte zu und genoss es, als sich die musikalischen Spannungsbögen aufbauten. Und das sollte wohl auch ein Ziel des Konzerts sein: Klassik-Fans für Video Game Musik zu interessieren. Und dieses Ziel ist voll und ganz gelungen.


Video Spiele sind ein Kulturgut und Video Game Music ist ebenso ein Kulturgut und es gilt, breitere Kreise für diese Musik zu begeistern. Bei mir war es zunächst die klassische 8-Musik und im Laufe der Jahre wurde es mehr, mehr. Als Fan von Filmscores und -soundtracks habe ich großes Interesse an Game Music. Viele Filmkomponisten schreiben nun Musik für Spiele und anders herum. Hier wachsen Welten zusammen und Kultur verbindet. Das ist genial.
Der BR Klassik hat online ein ganzes Webspecial zusammengestellt. Für den Gamer sind keine großen Überraschungen dabei, für den Klassik-Hörer des BR allemal. Sehr verdienstvoll ist die Präsentation des legendären Nobuo Uematsu. Nobuo Uematsu schuf die musikalische Welt von Final Fantasy. In Japan ist Nobuo Uematsu eine absolute Berühmtheit und das Konzert des Münchner Rundfunkorchesters leistete einen Beitrag dazu, den Meister einem neuen Publikum bekannt zu machen. Bei uns hatte es zu Folge, dass ich mir die Musik von Final Fantasy vom Server holte und laufen lief. Gerne hätte ich das Konzert vom BR als Audio-Aufnahme.
Insgesamt brachte das Münchner Rundfunkorchester folgende Werke zur Aufführung:
Jonne Valtonen – Fanfare for the Common 8-bit Hero
Chris Huelsbeck – Turrican II: Concerto for Laser and Enemies
Nobuo Uematsu – Blue Dragon: Waterside
Ari Pulkkinen – Angry Birds – Medley
Nobuo Uematsu – Final Fantasy VI – Symphonic Poem
Jonne Valtonen – Albion Online – Medley
Ari Pulkkinen – Super Stardust – Medley
Martin Schiøler – Clash of Clans
Chris Huelsbeck – Great Giana Sisters – Suite
Die Moderation hatte Nino Kerl inne. Er ist den Anime-Fans u.a. von seinem YouTube-Kanal bekannt. Ich hätte mir für das anwesende Klassik-Publikum mehr Show und Emotion gewünscht. Nino Kerl, den ich sehr schätze, war mir ein wenig zu zahm, zu wenig frech. Ich kenne aus YouTube einen provokanteren Nino Kerl. Aber wahrscheinlich war das BR-Klassik-Publikum zufrieden mit der Performance.

Alles in allen eine super Sache und ich ärgere mich, dass ich nicht live dabei sein konnte. Danke an den BR für die Übertragung.

Persönlicher Nachruf auf John Wetton

1. Februar 2017
John Wetton - live in Olching, LK Fürstenfeldbruck 1997. Foto: Lange

John Wetton – live in Olching, LK Fürstenfeldbruck 1997. Foto: Lange

Schon wieder Krebs, schon wieder dieser schreckliche Krebs. Gestern verstarb wieder ein musikalisches Idol. John Wetton ist tot. Für mich hat eine große Stimme des Prog Rock die Bühne für immer verlassen.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass John Wetton immer dabei war, wenn es um diese Art von Musik ging. Wenn mir eine Band aus der Prog Rock Ära gefallen hat, dann war der Name John Wetton direkt oder indirekt damit verbunden. Meine Lieblingsbands mit ihm waren eindeutig King Crimson, Asia und auch UK.
John Wetton hatte einen gewissen Hang zum Kommerz, aber so eine Art von Kommerz, die mir wirklich gefallen hat. Die eingängigste Phase von Wetton bei King Crimson, war sicherlich die Red-Phase. Wetton rang Robert Fripp eingängige Melodien ab und mit Wetton schlug KC eine kommerziellere Richtung ein ohne je kommerziell zu sein. Die Box The Road to Red zeigt die Entstehung des legendären Red-Albums anhand verschiedener Konzerte. Ich liebe diese Aufnahmen.

Bei der Hitze des Augenblicks schmolz ich hinweg
Ich erinnere mich noch an den Beginn der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich besuchte meinen örtlichen Schallplattenladen in Fürstenfeldbruck – den Sound in der Ledererstraße. Der Chef Rudi „Sound“ Hasmiller kannte meinen Geschmack und zeigte mir ein Album mit einer aggressiven Wasserschlange darauf. Die Band und das Album hießen schlicht Asia. Die Musik war der Hammer: The Heat of The Moment war der erste Hit von Asia und John Wetton war mit von der Partie. Jahr um Jahr kaufte ich mir die Asia-Platten, die allerdings ab dem dritten Album immer schwächer wurden.
Ich gebe Asia noch eine Chance. Im Februar 2017 erscheint ein Konzert von 2013, das zusammen mit einem bulgarischen Orchester aufgenommen wurde. Live in Bulgaria – Mein Gott, früher kamen Aufnahmen aus Budōkan, Madison Square Garden oder Royal Albert Hall – nun kommen eben Aufnahmen aus Bulgarien.

Keiner kannte UK
Und dann war noch UK. In einem Schallplattenladen in London fand ich Vinyl-Platten der Band, die ich nicht kannte. Dabei waren die Mitglieder von UK in der Szene berühmt: Wetton, Terry Buzzio (Zappa) und Eddie Jobson (Roxy Music). Ich kaufte die Alben und bereute es nicht. UK war allerdings bei uns nicht so bekannt, zumindest kannte ich kaum Leute, die die Band mochten. Meine Freunde standen zu der Zeit eher auf Punk und Electronic.

Mein gescheitertes Interview mit John Wetton
Einstmals hatte ich die Ehre, John Wetton in Person zu erleben und zu sprechen. Ich war damals Redakteur beim Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt und zusammen mit meinem Kollegen und absoluten Musikexperten Jörg Laumann besuchten wir das „Absolut-Festival“ in Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck. Es war am 14. Juni 1997 und der Headliner des Tages waren BAP und die Spider Murphy Gang. John Wetton war auch mit von der Partie, spielte im Unterhemd seinen Bass und akustische Gitarre und widmete sich im Künstlerzelt einer jungen Dame und dem Alkohol. Für unsere Lokalzeitung hatte der britische Rocker kein großes Interesse und außer ein paar belanglosen Sätzen kam kein großes Interview heraus. Die junge, gut ausehende Dame habe ich übrigens Tage später am Geldautomat der örtlichen Sparkasse wieder getroffen. Sie erkannte mich und wir haben uns über John Wetton unterhalten. Die Infos sind privat. Ich staunte und schwieg. Ein Artikel über John Wetton im Merkur ist von mir nie erschienen.

Musiktipp: Keep me singing von Van Morrison

30. Januar 2017

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Da ist er wieder, der störrische alte Knabe, der Mann der Irland den Blues brachte. Van Morrison hat sein neues Album Keep me singing veröffentlicht. Es ist im Herbst erschienen und ich hatte jetzt erst die Muse es richtig anzuhören. Und es ist schlichtweg ein Hammer. Wer den Iren mag, wird nicht enttäuscht sein. Es ist mit Abstand sein bestes Album der vergangenen Jahre.
Wenn ein anderer Künstler Keep me singing aufgenommen hätte, wären die Kritiker auf die Knie gefallen. Bei einem Meister wie Van Morrison nehmen sie dieses Album zur Kenntnis. Schließlich sprechen wir nicht von irgendeinem Songwriter, wir sprechen von Van Morrison, der zahlreiche Klassiker herausgebracht hat. Er erfindet sich immer wieder neu und eigentlich nimmt er seit Jahrzehnten die gleiche Platte immer wieder neu auf. Die neuen Songs klingen so vertraut, als ob ich sie seit Jahren kenne. Melodie, Dramaturgie, Inhalt – alles genial. Es ist so, als ob Van Morrison nie weg gewesen war. Er schließt nahtlos mit Keep me singing an seine Klassiker an. Welcher Musiker kann dies von sich behaupten?
Der Mann mit seinen 71 Jahren ist immer noch grantig, in Bayern sagt man bei uns, er ist ein Grantler, aber einer auf ganz hohem Niveau. 13 Songs sind auf dem Album, davon eine Coverversion. Ich habe dieses Album bei einer guten Flasche (schottischem) Whisky genossen – verzeih lieber Van ich mag schottischen lieber als irischen Whisky. Ich habe die Beleuchtung reduziert, die Musik aufgedreht und hab es genossen. Augen zu und der Musik gelauscht – so kann jeder Abend verlaufen. Es ist dieses Mal ein ruhiges Album geworden, ein bisschen Jazz ist eingeflossen. Ich hab sie zum ersten Mal im warmen Sonnenuntergang im Herbst gehört und die sentimentale Stimmung hat mich verzaubert. Jetzt ist es Winter und ich sitze beim warmen Sonnenuntergang und kann genießen.
Für mich zählt Van Morrsions Keep me singing zu den positiven Alben des vergangenen Herbsts und ich kann das Album bedenkenlos empfehlen.

Film- und Musiktipp: Eight Days A Week von The Beatles

29. Januar 2017

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„Papa, warum schreien die so laut?“ – das war die erste Reaktion von K1 als wir als Familie die fabelhafte Beatles Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years ansahen. Der Film beschreibt den Tour irrsinn der Beatles der sechziger Jahre bis zum letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Die Plizköpfe spielten sich die Seele aus dem Leib und wurden regelrecht verbrannt. Die DVD wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt und ich habe sie mir gerne angesehen. Die Jungs haben den Stress durchgehalten und mit ihrem Beat die Musikwelt revolutioniert. Beatlemania nannte man das Phänomen und gerne wäre ich dabei gewesen. Ich kenne diese Beatlemania nur aus Erzählungen und vom Fernsehen und eben jetzt von dieser Doku.
Aufmerksam, sehr aufmerksam schaute ich die Dokumentation von Ron Howards an und bekam viele neue Eindrücke. Es ist ein Wahnsinn, welche enorme Wirkung die Beatles hatten, welche Kraft sie auf ihren Konzerten entwickelten. Mit einfachen Songs entzündeten sie einen Sturm bei den zumeist weiblichen Fans. Das Geschrei bei den Konzerten war ohrenbetäubend. Bei den mickrigen Verstärkern auf der Bühne und ohne Monitorboxen ging Gesang und Musik komplett unter. John Lennon und George Harrison hassten die Touren, was beim Betrachten der Dokumentation durchaus verständlich ist. Was wie ein Traum begann, endete im Albtraum. John, Paul, George und Ringo wirkten gehetzt, genervt, ausgebrannt – es ist ein Wunder, dass sie sich gefangen hatten und anschließend die Musik mit ihren Studioalben nochmals auf den Kopf stellten. Die Doku zeigt, unter welchen Bedingungen damals der Rock´n Roll-Zirkus stattfand. Keiner der heutigen Stars kann sich wohl vorstellen, was diese musikalischen Genies durchmachen mussten und auch wie gefährlich es war, auf die Bühne zu gehen und wieder lebendig von dieser herunterzukommen. Es gab keine Privatjets oder Hotelsuiten, keine Bodyguards oder großen Service.

Beatles at the Hollywood Bowl
Als wir als Familie vor kurzem in New York waren, fand ich im Hard Rock Café am Time Square viel Material von den Beatles. Ich habe über meine Eindrücke in dem Restaurant ausführlich unter dem Titel Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7 gebloggt.

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Nach dem Film war auch ich wieder im Beatles-Fieber. Ich musste das Album Live At The Hollywood Bowl haben. Als Jugendlicher hatte ich eine Bootleg-Aufnahme auf einer Audiokassette. Der Sound war schlecht, aber die Aufnahme machte Laune. Im Laufe der Jahre verlor ich die Kassette und war froh darüber, dass nun das Album offiziell erschien. Die Toningenieure um Giles Martin, der Sohn von George Martin, schufen Beachtliches. Sie holten aus den alten Bänder viel heraus. Es gelang ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die das Konzert wirklich gut konservierte. Geschrei und Musik gingen wunderbar ineinander über. Als Zuhörer kann man verstehen, warum die Musiker keine Lust mehr hatten, live zu spielen. John Lennon machte die Ansagen und sein Humor kommt sehr gut an. Zitat von Lennon: „The next song, we’re gonna sing is an oldie. Some of the older people might remember. It’s from last year ! And it’s called: She loves you !“ Ich glaube, die damaligen Zuschauer hatten davon nichts mitbekommen.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Die Shows waren relativ kurz. Es waren 14 Songs – auf der CD gibt es noch zusätzlich drei Bonustracks. Ingesamt sind die Beatles dreimal in der Hollywood Bowl aufgetreten, am 23. August 1964 und dann am 29. und am 30. August 1965.

Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7

11. Januar 2017

In New York fand ich wieder zu meiner alten Liebe: Ich fand wieder zu den Beatles. Immer wieder begegneten mir im Big Apple die beste Band der Welt und das Feuer für die Fab Four flammte wieder auf. Mein erster Hinweis war ein Plakat in der U-Bahn bei der die Doku Eight Days A Week – The Touring Years bewerben wird. Fand ich sehr schön.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Lego Yellow Submarine
Als ich durch den Lego-Store gegenüber dem Flatiron-Gebäude streifte, entdeckte ich ein paar Restexemplare von Yellow Submarine aus Lego. Ich kannte dieses Lego-Ideas-Produkt aus Deutschland, hatte mich aber damals aus rationalen Gründen gegen des Kauf des gelben U-Boots entschieden. In New York erinnerte ich mich nicht mehr an diese rationalen Gründe und griff zu. Vor allem, nachdem ich gesehen habe, dass das Yellow Submarine in Deutschland bald ausverkauft sein würde. Das U-Boot umfasst 550 Steine und enthält die vier Minifiguren John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr sowie eine Jeremy-Figur. Es war eine schöne Szene, als ich mit dem Gesang von Yellow Submarine zur Kasse ging und der Kassier gleich mit einstieg. Ja, die Beatles verbinden.

Wir leben alle im gelben U-Boot.

Wir leben alle im gelben U-Boot.

Beatles als Kunst
Tags darauf traf ich mich mit meinen US-Kumpel, dem Popart-Künstler Ed Heck. Bei dem Studiobesuch in Brookyln, über den ich noch separat bloggen werde, liefen die Beatles via Apple Music. Anstatt uns über Kunst und die US-Kunstszene zu unterhalten, lauschten Ed Heck und meine Familie verschiedene Beatles Songs von dem Album Love. Einst sah ich das Beatles Musical Love im Cirque du Soleil in Las Vegas, was mir aber nicht gefallen hat. Auf großes Interesse stieß mein Lego-Bausatz und am nächsten Tag kaufte sich Heck sein eignes Yellow Submarine.

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Er hatte früher schon mal die Beatles in seinen Bildern verewigt. Vielleicht plant er bald eine neue Beatles-Serie und mal sehen, wenn meine Finanzen passen, will ich ein Ed Heck Beatles Bild. Nett war auch, dass uns Ed Heck in seinem Studio mit einer Freundin namens Joe empfing. Joe liebte die Beatles ebenso. Ihre Liebe ging sogar soweit, dass die Beatles die Spitze ihrer Hochzeitstorte zierten. Das Brautpaar war ein Stock tiefer auf der Torte. Die Beatles haben überlebt, inzwischen ist Joe geschieden. So kann es gehen.

Auch cool. Der Sohn von Ed Heck spielt Schlagzeug und er ist in einer Masterclass für Schlagzeug. Er durfte vor Weihnachten eine Stunde lang mit Ringo Starr spielen. Mein Neid war ihm sicher.

Beatles-Fans: Ed Heck und Jo

Beatles-Fans: Ed Heck und Jo

Hard Rock Café – der Beatles Himmel auf Erden
Von meinem Bekannten Günther hatte ich die Bitte eine US-Kappe vom Hard Rock Café mitzubringen. Machte ich gerne. Als ich das Hard Rock Café am Times Square betrat, traute ich meinen Augen nicht. Ich traf auf die Anzüge und Ausrüstung der Beatles von der legendären Konzerttournee 1965. Ich hatte noch zu Hause die DVD Eight Days A Week – The Touring Years zum Besprechen und sie mir schon zweimal angesehen. Und jetzt stehe ich vor den Originalkostümen dieser Tour – ich könnte vor Glück heulen. Wie geil ist das denn? Ich drehte mich um und sah das Originalplakat der Beatles Show vom 23. August 1965 im Shea Stadium. Die Show war damals nicht ausverkauft. 11.000 der 55.600 Tickets waren noch zu haben. Die Beatles, allen voran John Lennon und George Harrison, waren von der Tour komplett genervt. Die Fans brüllten so laut, so dass die Musiker ihre eigene Musik nicht hören konnten.

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Eigentlich wollte ich ja nicht die Mütze kaufen, doch es wurde ein längerer Aufenthalt im Hard Rock Café. Es hingen die Plattencovers der Beatles mit den Originalautogrammen der Musiker: Let it Be, Abbey Road, Rubber Soul, Help, das Rock’n Roll-Album von John Lennon und noch vieles mehr. Dann gab es den legendären Bass von Paul zu sehen, die Akustik-Gitarre von George vom concert for bangladesh von 1971. Ein absoluter Hochgenuss waren diese Ausstellungsstücke. Ich kann jedem Musikfreund und natürlich jedem Beatles-Freund den Besuch des Hard Rock Cafés ans Herz legen.

Immer noch ein Traum – das Dakota
Leider haben wir es dieses Mal nicht zu den Strawberry Fields geschafft. Diese Gedenkstätte im New Yorker Central Park wurde von Yoko Ono errichtet als Erinnerung an ihren ermordeten Mann John Lennon. Bisher hatte ich es geschafft, bei jeden meiner New York-Aufenthalte dort vorbeizuschauen und Lennon zu Gedenken. Dieses Mal blieb keine Zeit. Wir sind auch nur kurz beim Dakota vorbeigelaufen. Das ist das Wohnhaus von Lennon in 1 West 72nd Street, vor dem er am 8. Dezember 1980 ermordet wurde. Schade, dass es keine Führungen oder Filmaufnahmen vom Dakota gibt. Auch der Polanski Film Rosemarys Baby wurde hier nur von außen gedreht. Vielleicht lädt mich Sting oder Yoko Ono mal ein 🙂

Musiktipp: Before The Dawn (Live) von Kate Bush

23. Dezember 2016

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Es gibt Ereignisse, das wäre ich gerne, sehr gerne dabei gewesen. Dazu gehört der Tag als Bob Dylan seine Gitarre an den Verstärker beim Newport Festival anschloss, der Tag als Pink Floyd The Wall in Dormund aufführte und jetzt als Kate Bush zu ihren Konzerten nach London rief. Innerhalb von Minuten waren die 22 Konzerte der großen Dame der britischen Popmusik im Hammersmith ausverkauft. Ich bekam keine Karte – leider.
Aber jetzt bekam ich das Dreifach-Album der Konzerte mit dem Titel Before The Dawn. Ich hörte die ersten Takte und ärgerte mich, dass ich damas nicht schneller gewesen war und mir eine Konzertkarte gekauft hatte. Before The Dawn ist der Mitschnitt des Performance von Kate Bush, aber leider nur die Audio-Version. Wie gerne hätte ich die Aufführung gesehen, genossen. Eine Blu ray-Version der Aufführung ist nicht in Sicht und so bleiben uns Fans bisher nur das Dreifachalben. Klassische Fotos oder Youtube-Videos von der Aufführung gibt es nicht oder kaum, denn die Künstlerin bat Aufnahmen zu unterlassen. Und ihre Rechtsanwälte verstehen zudem keinen Spaß.
So sitze ich in meinem Musikzimmer, habe den Kopfhörer auf dem Kopf und versuche Before The Dawn zu genießen. Ich höre die Kompositionen, aber ich vermisse die Bilder. Bei vielen Konzerten brauche ich keine Bilder, denn es gibt nichts außer Tanz und Lightshow. Nicht so bei Kate Bush, die eine künstlerische Gesamtperformace ablieferte. Für mich die Idee der Konzeptalben der siebziger Jahre wie Lamb lay down … in das 21. Jahrhundert übertragen. In manchen Kritiken steht, dass der Klang zu dumpf ist. Ich merke das nicht, aber vielleicht sind meine Ohren zu schlecht oder meine Anlage gibt nicht genug Wums her.

Die Songs von Before The Dawn
Etwas traurig bin ich, dass Kate Bush ihre musikalische Frühphase übersprungen hat. Wahrscheinlich klappen die hohen Töne nicht mehr so und bevor es peinlich wird, kamen Sachen wie Wuthering Heights oder Babuschka nicht mehr zum Einsatz. Es startet mit der ersten CD und sieben Songs stammen von von den Alben Hounds Of Love („Running Up That Hill“ sowie „Hounds of Love“), „The Sensual World“ („Never Be Mine“), „The Red Shoes“ („Lily“ und „Top Of The City“) und „Aerial“ („King Of The Mountain“ und „Joanni“). Stutzig wurde ich beim Start der zweiten CD mit dem Monolog „The Astronomer’s Call“, gesprochen von Kevin Doyle. Dann läuft die gesamte Suite „The Ninth Wave“ vom Album „Hounds Of Love“ ab. Weiter geht es mit der dritten CD. Dort gibt es die “A Sky Of Honey“-Suite zu hören vom zweiten Teil von „Aerial“. Es gibt mit einen komplett neuen Song „Tawny Moon“ . Dieser wird sehr schön interpretiert von Kates Sohn Albert McIntosh. Das Lied ist zwischen „Somewhere In Between“ und „Nocturn“ untergebracht. Das Album endet mit „Among Angels“ vom Album 50 Words For Snow und „Cloudbusting“.

Ich muss zugeben, ich musste mich reinhören. Das Album geht nicht sofort ins Ohr und wer die drei CDs nebenbei hört, der wird bestraft. Kate Bush fordert Aufmerksamkeit ein und so brauchte ich eine Rücksuzugsmöglichkeit, um die Sache in Ruhe anzuhören. Kopfhörer auf und Musik an. Before The Dawn ist gewaltig und spült einen hinweg. Das Lied an der Qualität der Songs und es liegt an der Qualität der Musiker. Jon Carin und David Rhodes spielten u.a. für Pink Floyd und Peter Gabriel. Ebenso rocken Mino Cinélu, Bassist John Giblin und Drummer Omar Hakim, der die Trommel für Michael Jackson, Sting, Daft Punk, Madonna, Dire Straits, David Bowie und Bryan Ferry rührte. Die Herrschaften verstehen ihr Handwerk und so kann sich Kate Bush auf Profis verlassen, so dass sie sich auf ihre Show konzentrieren kann. Die Musik hat derart viel Power. Also klar Kaufbefehl.

König der Löwen im Stage Theater Hamburg

11. Dezember 2016
Der König der Löwen in Hamburg.

Der König der Löwen in Hamburg.

Den Film kannte, die Musik kannte ich auch, was ich bisher noch nicht kannte, war das Muscial. Und da ich mit K2 gerade in Hamburg war, besorgten wir uns Karten für König der Löwen. Natürlich ist es eine Massenveranstaltung, aber was solls. Es hat großen Spaß gemacht und der ganze Aufwand hat sich gelohnt.
Zunächst haben wir die Karten im Internet geordert. Gute Plätze, aber saftige Preise. In Hamburg warfen wir uns in die gute Klamotte und dann ging es ab zum Hafen. Bereits beim ersten Besuch der Landungsbrücken am Nachmittag hatten wir auskundschaftet, wo unser Schiff zum Musical ablegte. Wir wollten unbedingt mit dem Schiff zum Veranstaltungsort fahren. Es gibt schließlich das spezielle Musical Shuttle Schiff. Es ist in gelb und mit dem Logo von Kömig der Löwen geschmückt.

Das Logo zeigt das richtige Schiff.

Das Logo zeigt das richtige Schiff.

Der Fachmann nennt das Teil wohl Barkasse, aber als Bayer hab ich keine Ahnung. Das hat Stil und macht sicherlich Spaß. Die Fahrt selbst kostet nichts, schließlich war das Ticket zum Musical teuer genug. Also bestiegen wir rechtzeitig das Shuttle Schiffchen und nahmen am Oberdeck Platz. Wir wollten schließlich etwas sehen. Wichtig war auch, auf welcher Seite wir stehen. Backbord oder Steuerbord? Wir wählten die richtige Seite und konnten die Abfahrt beobachten. Für uns Landratten ist jede Schifffahrt eine aufregende Sache. Ich hab eine Hpyerlapse-Video gedreht.

Beim Musicial angekommen hatten wir die Wahl, welchen Weg wir gehen. Zwei Spielstätten liegen nebeneinander: Das Wunder von Bern und König dre Löwen. Fußball interessiert mich nicht die Bohne und daher auf zum Löwenkäfig. Da wir sehr früh ankamen, war der Zugang zum Stage Theater noch verschlossen.

Daher hieß es doof herumstehen, Wir nutzen die Zeit, sahen uns die aufgestellte Kunst an und drehten noch ein Hyperlapse-Video von der fließenden Elbe. An der Nordelbe am Hamburger Hafen entstand dieses Hyperpapse Video. Es zeigt das Treiben der Schiffe bei den Landungsbrücken.


Endlich Einlass und weil wir in Deutschland sind, herrscht Gedränge beim Kartenabriss, beim Gang zur Toiliette, beim Anstehen vor dem Souvenir-Shop und beim Anstehen an der Bar. Das Foyer mit insgesamt sieben Bars auf drei Ebenen sowie das SKYLINE Restaurant mit einem schönen Blick auf die Landungsbrücken. Wir nahmen einen Cocktail und suchten unsere Plätze. Wenigstens kein Gedränge beim Einnehmen der Plätze – jeder hat ja seinen nummerierten Platz.

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Blick zur Bühne passt, jetzt zurücklehnen und auf den Start der Show warten. Seit 15 Jahren läuft das Musical in Hamburg und laut Betreiber seit 15 Jahren ausverkauft. Was nun ausverkauft bedeutet, weiß ich nicht. Neben mir waren noch einige Pläze frei. Jetzt die Show genießen, wie bereits Millionen andere zuvor. König der Löwen , das weltweit bereits über 80 Millionen Zuschauer in über 60 Städten begeisterte, blickt an der Elbe auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurück. Nach mehr als 6.000 Shows und über 11 Millionen Besuchern, ist die Begeisterung ungebrochen und das war auch bei mir so. Disney weiß, was gute Unterhaltung ist. 300 Masken, Puppets und Requisiten, mehr als 400 fantastischen Kostümen sorgen für eine prima Show und die Musik von Elton John begeistert ebenso wie die afrikanischen Rhythmen.

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Die Story von König der Löwen
Der kleine Löwe Simba wächst in der farbenprächtigen Welt Afrikas auf. Im Königreich seines Vaters, des Königs der Löwen Mufasa, leben alle Tiere friedvoll zusammen. Übermutig und ungeduldig, groß und erwachsen zu werden, besteht Simba viele Mutproben und erlebt so manches Abenteuer zusammen mit seiner Freundin Nala.
Die Harmonie im Königreich wird überschattet, als Scar, der Bruder von König Mufasa und Simbas Onkel, aus Eifersucht und Machthunger eine Intrige ausheckt, der König Musafa zum Opfer fällt. Scar redet dem kleinen Löwen Simba ein, für den Tod von König Musafa verantwortlich zu sein und reißt die Macht an sich. Simba wird aus dem Königreich vertrieben.

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Entmutigt und von Schuldgefühlen geplagt, flüchtet Simba in den fernen Dschungel. Dort findet er in Erdmännchen Timon und Warzenschwein Pumbaa neue Freunde, die ihn durch ihre sorgenfreie Lebensphilosophie „Hakuna Matata“ („glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“) von seinem Kummer ablenken.
Unterdessen verarmt das Königreich unter der Zwangsherrschaft Scars zu trockenem und leblosem Ödland. Im fernen Dschungel wird sich Simba, der inzwischen zu einem kräftigen Junglöwen herangewachsen ist, seiner Vergangenheit und seiner Pflichten bewusst. Bestärkt durch das Wiedersehen mit seiner Jugendfreundin Nala und dem weisen Schamanen Rafiki beschließt Simba, sich seiner Verantwortung zu stellen.

Persönlicher Nachruf auf Greg Lake

10. Dezember 2016

Das Jahr 2016 fordert ein weiteres Todesopfer unter meinen Lieblingsmusikern. Vor kurzem verstarb Greg Lake im Alter von 69 Jahren an Krebs. Lake gehörte zwei meiner Lieblingsbands an, die ich bis heute sehr gerne höre: King Crimson und Emerson, Lake & Palmer. Nachdem Keith Emerson in diesem Jahr Selbstmord beging, verlor jetzt Greg Lake den Kampf mit dem Krebs. Ich bin fassungslos. Nun kann die Besetzung Keith Emerson, Greg Lake und Cozy Powell im Himmel weiterrocken, wie sie es auch kurzzeitig auf der Erde getan an. Powell starb vor Jahren bei einem Autounfall.

Die Todesmeldung von Greg Lake in Facebook.

Die Todesmeldung von Greg Lake in Facebook.

Als ich das erste Mal die Stimme von Greg Lake hörte, war ich von deren Klarheit fasziniert. Sie führte mich an den komplizerten Prog-Rock der siebziger Jahre heran. Das erste Mal hörte ich ELP wohl im Musikunterricht beim Thema Programmmusik. Herr Kemper, unser Musiklehrer, spielte uns Bilder einer Ausstellung vor und brachte mir den Prog-Rock näher. Diese Musikstunde bedeutete viel für mein späteres musikalisches Leben und zeigt mir, wie wichtig Musik in der Schule ist. Ich hörte die Stimme von Greg Lake und das geniale Zusammenspiel von Keith Emerson und Carl Palmer. Von dieser Minute an war ich ELP-Fan. Die ersten Alben waren musikalisch eine Offenbarung. Die Stimme von Greg Lake immer dabei. Weiter ging es dann mit King Crimson: die Musik wurde komplizierter, aber Greg Lakes Stimme sorgte mit den Texten von Peter Sinfield für eine Konstante.

Gedanken von Carl Palmer zum Tode seines Freundes.

Gedanken von Carl Palmer zum Tode seines Freundes.

Die Streithälse Emerson und Lake drifteten immer weiter auseinander. Der eine Richtung Wagner, der andere Richtung Kommerz. Sogar ein Weihnachtslied gab es von Greg Lake – Schwamm drüber. Als ELP zerbrachen, kaufte ich mir die Soloprojekte der drei Musiker, die mich aber so richtig nicht mehr überzeugten. Einzig Keith Emerson hatte ein paar gute Momente und Alben. Jede Wiedervereinigung von ELP bejubelte ich, auch wenn das Resultat mal gut, mal mäßig war. Ich hielt ELP die Treue. Leider habe ich die Herrschaften nie live gesehen. Nach dem Selbstmord von Keith Emerson zerplatze auch dieser Traum. Und jetzt ging Greg Lake von uns, ich wusste nicht mal, dass er krank ist. Wieder einer meiner musikalischen Helden ging dieses Jahr für immer. Das Jahr 2016 ist ein schlimmes Jahr für die Rockmusik: Lemmy, Bowie, Emerson, Russell und jetzt Greg Lake. Vielen Dank für die Freunde Greg – und im Moment höre ich Still… You turn me on:

Do you want to be an angel,
Do you wanna be an angel
Do you wanna be a star
Do you wanna play some magic
On my guitar
Do you wanna be a poet
Do you wanna be my string
You could be anything