Archive for the ‘Musik’ Category

Lego Yellow Submarine – Beatles gehen auf Unterseefahrt

19. Juli 2018
Mein Yellow Submarine von Lego aus den USA

Mein Yellow Submarine von Lego aus den USA

„Wir leben alle im gelben U-Boot“ – was sind das für geniale Zeilen! Die Beatles sind für mich die größte Band überhaupt. Ihre Lieder haben mittlerweile den Charakter von Volksliedern und es vergeht kaum ein Tag, an denen ich nicht die Musik von John, Paul, George und Ringo höre. Und als ich mir über die Blogparade von meiner Bloggerclub-Kollegin Tanja Prakse Gedanken machte, kam mir Yellow Submarine in den Sinn. Tanja betreut die Blogparade „Europa und das Meer – was bedeutet dir das Meer | #DHMMeer“ des Deutschen Historischen Museums Berlin und in dieser Parade dürfen die Beatles mit ihrem gelben Unterseeboot nicht fehlen. 

Mit den Beatles bin ich im Yellow Submarine im meiner Fantasie durch alle Weltmeere gefahren. Ich habe Jaques Cousteau bei seinen Forschungen getroffen, haben mit Kapitän Ahab den weißen Wal gejagt, lief mit Kapitän Nemo und seiner Nautilus aus, flog vor dem weißen Hai und dem aggressiven Orca, ich war Freibeuter der Meere als Roter Kosar und schlug mit Lord Nelson seine letzte Schlacht. Ich traf im gelben U-Boot auf die Titanic, erschauderte beim Anblick der getroffenen Bismarck und ich reiste immer wieder ins Pepperland. Es gilt schließlich die Blaumiesen zu besiegen. Jeder, der den Film Yellow Submarine von 1968 gesehen hat, der weiß, welche üble Kreaturen diese Blaumiesen sind. 

So holte ich mein U-Boot hervor. Bei meinem jüngsten Besuch in New York erwarb ich im Lego Store mein Yellow Submarine. Es ist ein Lego Ideas-Produkt, das bedeutet, die Lego-Fans in aller Welt haben Lego ein Produkt vorgeschlagen, dass Lego dann offiziell baut und für kurze Zeit vertreibt. es hat die Lego Nummer 21306. Der ursprüngliche Entwurf und die Idee der Realisierung stammen von Kevin Szeto.

Vielen Dank dafür. Es sind 553 Lego-Steine insgesamt. Die Steine sind in fünf Plastikpackungen vorsortiert. In jeder Plastiktüte versteckt sich einer der Pilzköpfe Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und Ringo Starr, in der fünften Tüte gibt es dann noch den Cartoon-Charakter Jeremy Hillary Boob. Cartoon-Charakters Jeremy Hillary Boob Ph.D. Länger als zwei Stunden darf der Aufbau nicht dauern – etwas schneller geht es allerdings, wenn man Beatles Musik dazu hört, wie die erste Seite des Albums Yellow Submarine. Die B-Seite mochte ich nie so, da war klassische Musik von George Martin zu hören, die nett ist, aber eben keine Beatles-Songs enthält. 

Shanties, Europa und das Meer – Blogparade #DHMMeer

16. Juli 2018
Hannes Wader brachte mir Seemannslieder näher.

Hannes Wader brachte mir Seemannslieder näher.

Im Musikunterricht in der Schule kam ich das erste Mal mit ihnen in Kontakt: Shantys und Seemannslieder. So musste ich als junger bayerischer Schüler Lieder wie „Hamburger Veermaster“ trällern. Dazu quälten mich meine Eltern mit Songs von Freddie Quinn wie „Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise“. Ich mochte die Lieder nicht, doch irgendwie gingen die Lieder auch nicht aus meinen Kopf, soviel Rock, Pop, Jazz und Klassik ich auch hörte. Und als Filmfan interessierte ich mich auf einmal für den großen Hans Alberts und seine Seemannslieder in der Großen Freiheit Nr 7. Als ich dann die Möglichkeit hatte, zahlreiche Auftritte von Hannes Wader zu fotografieren, beschäftigte ich mich mit seinem Werk näher. Und ich entdeckte den Volkssänger Hannes Wader bei meinen Gesprächen in Kloster Banz für mich. 1978 nahm er das Album Hannes Wader singt Shanties auf und daran erinnere ich mich als die Blogparade meiner Bloggerclub-Kollegin Tanja Prakse ansteht. Sie betreut vorbildlich die Blogparade „Europa und das Meer – was bedeutet dir das Meer | #DHMMeer“ des Deutschen Historischen Museums Berlin.

Nun ich habe viele persönliche Erfahrungen mit dem Thema Meer gemacht, will mich aber in diese, Blogpost zu Hannes Wader und seine Seemannslieder äußern. Viele der Seeleute, die über die Weltmeere schipperten, kamen aus Europa und es entstand eine interessante Seemanskultur, die auch über das Liedgut weitergeben wird. Wader ist es zu verdanken, dass ich davon Notiz genommen habe. Das Album ist ein Teil der Liedermacher-Alben und Wader schaffte es für mich, das traditionelle Volkslied aus der rechten Ecke herauszubekommen. Das einstige DKP-Mitglied Hannes Wader kann man wirklich keine rechte Ideologie unterstellen. Er nahm in den siebziger Jahren verschiedene Alben in Plattdeutsch auf und widmete sich dem Volkslied. Daran erinnerte ich mich, als ihn mehrmals auf Kloster Banz bei einem Liedermacher-Festival traf, Die Titel des Albums Hannes Wader singt Shanties wurden alle in Plattdeutsch gesungen. Es ist nach Plattdeutsche Lieder (1974) das zweite Album in diesem für mich als Bayer interessanten Dialekt. Nun, mit Plattdeutsch tue ich mich als Bayer auch schwer, aber dennoch blieben die Lieder im Kopf.


Und dann passierte es: Wenn ich im Garten Arbeiten verrichte, summe ich manches Mal Shanties vor mich hin. Wikipedia klärte mich auf. „Der heute geläufige Name Shanty (englisch Sea Shanty) tauchte erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Er wurde vermutlich vom englischen chant = ‚singen/Gesang‘ und dem französischen chanter = ‚singen‘ abgeleitet, bzw. von ‚chattet‘, wie es die französischsprechenden schwarzen Schauerleute von New Orleans gebrauchten.“ – Gut, dann weiß ich das jetzt auch. Diese Arbeitslieder der Matrosen auf den Weltmeeren unterstützten die harte Arbeit auf See. Der Arbeitstakt in dem Team der Seeleute war wichtig, damit Segel gehisst oder Anker eingeholt wurden – verzeiht, wenn das Wording nicht richtig ist. Ursprünglich dachte ich, es gibt eine Form von Shanty und damit hat es sich. Falsch gedacht alte Landratte. Es gibt komplett unterschiedliche Shanties, je nach Aufgabe des Seemanns. Shanty zum Drücken, zum Ziehen und zur Unterhaltung.

Und als ich mit K1 mich zum Thema Shanty unterhielt, überraschte mich K1 total. Ich dachte, dass K1 den Unterrichtsstoff wiederkäut (wie ich zu Beginn dieses Blogposts). Nein – K1 griff auf die Welt der Videospiele zurück und erklärte mir, dass diese Seemannslieder bei Assassin’s Creed vorkommen. Sowohl bei Black Flag als auch Rogue spielen Shanties eine Rolle und müssen vom Videospieler eingesammelt werden. So werden Shanties an die neue Generation weitergegeben: Bei mir was es Hannes Wader, bei K1 waren es Videospiele – also Shanties gehen mit der Zeit.

Musiktipp: Soundtrack The Post von John Williams

13. Juli 2018
Wieder mal hat John Williams mit dem Soundtrack The Post ein Meisterwerk abgeliefert.

Wieder mal hat John Williams mit dem Soundtrack The Post ein Meisterwerk abgeliefert.

44 Jahre arbeiten Regisseur Steven Spielberg und Komponist John Williams nun zusammen und jedes Mal jubiliere ich, wenn der nunmehr 86jährige Superstar der Filmmusik einen neuen Score veröffentlicht. So auch bei dem Werk The Post zum Film die Verlegerin, der unlängst auf Blu ray erschienen ist.
Es ist dieses Mal kein gewaltiger sinfonischer Score geworden, vielmehr ein musikalisches Kammerspiel. Die Musik ist sehr ruhig und atmosphärisch dicht. In dem Film werden zwar große Schlachten um die Pressefreiheit geschlagen, aber anders als die Musik zu Star Wars, Indiana Jones oder andere Meisterwerke von John Williams ist die Musik dezenter, weniger wuchtig und gewaltig.
Die Musik musste schnell komponiert werden und John Williams arbeitete unter enormen Zeitdruck und schuf wie immer ein geniales Werk. In der Regel spielt Williams seinem Regisseur Spielberg die Kompositionen auf Klavier vor. Dieses Mal war der Zeitdruck so groß, dass Williams gleich ins Studio ging und Spielberg die Musik dort abnahm. Das zeigt das enorme Vertrauensverhältnis der beiden Künstler.
Es ist die Zurückhaltung in der Musik zu spüren, setzt aber starke Akzente, wenn es dramaturgisch notwenig ist. Und genau diese Mischung macht es auch. Williams selbst gibt zu, dass er nie in einer Redaktion gearbeitet hatte, musste aber die laute Redaktionsarbeit musikalisch verarbeiten. Wir reden schließlich vom Zeitalter der Schreibmaschine. Und siehe da, das Orchester liefert den Rhythmus zum Film. Das zeigt sich in verschiedenen Szenen am besten: Das Zusammensetzen der Seite im Bleidruckverfahren. Das Ausschießen der Bleilettern und das Montieren der Zeitung – als einer der Höhepunkte des Films.
Intensiv ist auch die Szene der Entscheidung. Verlegerin Katharine „Kay“ Graham gibt das Okay zum Veröffentlichen und verteidigt die Pressefreiheit. Die Kamera fährt auf das Gesicht von Meryl Streep und die Musik schwillt an. „Wir drucken!“ – die Entscheidung ist gefallen. Ein perfekter Bild-Ton-Schnitt des Duos Spielberg Williams und ganz großes Schauspiel.
Musikalische Motive von Ekstase, Erleichterung und Empathie kommt es bei der Entscheidung des Obersten Gerichts: Jubel in der Redaktion und der Schreiten der Verlegerin durch eine Gruppe von jungen Frauen – ein tolles Bild der Emanzipation. Klare Empfehlung für The Post

Gemälde von Bob Dylan in London zu kaufen

19. Juni 2018

175.000 britische Pfund für einen echten Dylan? Bei meinem Besuch des Luxuskaufhauses Harrods in London besuchte ich den dort ungebrauchten Ableger der Kunstgalerie Halcyon. Auf 5000 Quadratmeter gibt es wunderbare Kunst zu sehen und ich stieß auf Gemälde des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan. Es handelt sich um einen Dounatladen, genannt Donut Shop, 2015–2016, Acryl auf Leinwand, und signiert für 175.000 GBR. Und dann gibt es Dads Restaurant für 175.000 GBR. Kunst als Wertanlage – das geht hier sicher, wenn man über das entsprechende Kleingeld verfügt. 

Es geht aber auch billiger, um einen Bob Dylan zu Hause an die Wand zu hängen. Rund 10.000 britische Pfund kosten Siebdrucke auf Baumwollpapier, das in den USA gefertigt wurde. 

Dabei handelt es sich die Bilder: New York Skyline Seen from Queen, Late in the Day, Houston, Brooklyn Heights und Nowhere and Anywhere. 

Vielen ist Bob Dylan nur als Musiker bekannt, der auch einen Nobelpreis für Literatur bekommen hat. Dass Bob Dylan unter die Maler gegangen ist, ist vielen nicht bewusst. Aber der heute 77jährige malt seit langem, hat immer wieder die Covers seiner Schallplatten verziert. Wenn er auf seiner Never Ending Tour durch die Welt ist, dann entspannt sich der Musiker beim Malen. Inzwischen hat er auch mehrere Bücher mit seinen Werken veröffentlicht. Das erste Buch dieser Reihe hieß The Drawn Blank Series und ich habe es mir als Katalog zur Ausstellung in Chemnitz gekauft. Heute ist der Preis dieses Buches deutlich nach oben gegangen. 

Die Kunstgalerie Halcyon in Harrods hat ein paar Original-Dylan zum Verkauf.

Die Kunstgalerie Halcyon in Harrods hat ein paar Original-Dylan zum Verkauf.

In London gab es die Ausstellung The beaten Path in der renommierten Galerie Halcyon, die bis zum Dezember 2016 lief. Es gibt noch ein paar Restbestände des Katalogs für rund 65 britische Pfund. Das jüngste Buch heißt dann eben auch The beaten Path und ich hatte mir mein rund 360seitiges Buch aus London bestellt. UPS lieferte das schwere Ding innerhalb einer Woche. Ich werde darüber noch bloggen.

Ich konnte nur die Ausstellung bei Harrods besichtigen. Gerne hätte ich die große Ausstellung bei Halcyon gesehen. Dylan selbst hatte Ausführungen zur Ausstellungen verfasst. Wer diese Lesen will, kann dies hier tun. 

GOT7 in Berlin – Mein Kompliment an die KPop-Fans – Eyes on you

11. Juni 2018
Ein wunderbares Konzert von GOT7 in Berlin.

Ein wunderbares Konzert von GOT7 in Berlin.

Es ist wunderschön zu sehen, wie sich Tausende von KPop-Fans sich und eine ihrer Bands feiern können: GOT7 gastierte im Berliner Velodrom und die zumeist weiblichen Fans waren total aus dem Häuschen. GOT7 ist einer der Vertreter der (Süd-)koreanischen Popmusik, die sich mit ihren Kollegen aufmachen, die Herzen ihrer Fans zu erobern. Die Europatournee Eyes on you (so der Albumtitel der jüngsten Veröffentlichung) von GOT7 umfasst drei Stationen: Moskau, Berlin und Paris und die sieben jungen Männer aus Asien wurden mit offenen Armen empfangen.
Nachdem ich zum offiziellen KartenverkaufDstart keine Tickets bekommen und ausführlich darüber gebloggt hatte, erbarmte sich jemand und verkaufte mir die Tickets zu einem gerade noch akzeptablen Preis – ganz vielen Dank.
Also K2 machte sich mit mir als Papa auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt: Zug und Hotel waren schnell gebucht und dann begann die Aufregung. Bei uns zu Hause läuft KPop den ganzen Tag aus den Boxen von K2. Es werden neue Videos mit virtuellen und realen Freunden diskutiert, was nun welcher Hinweis bedeuten würde. Nach einem fulminanten G-Dragon-Konzert, sollte dies nun unser zweites gemeinsames KPop-Konzert werden. Die absoluten Helden von K2 sind allerdings BTS, die im Oktober Deutschland und Europa entern und wir haben wieder keine Karten bekommen. Wenn jemand unseren Hilfeschrei nach BTS-Karten hört, bitte wieder melden.
GOT7 habe ich bisher nicht auf dem Schirm gehabt. K2 stellte mir entsprechende Soundfiles zur Verfügung: Asia-Rap ist für meine Ohren gewöhnungsbedürftig, aber die Musik kommt bei den Fans sehr gut an.

Zugang zu GOT7
Der Zugang zum Velodrom, wo unter anderem auch die Radrennen in Berlin stattfinden, gestaltete sich etwas ungewöhnlich. Erst mussten die Karten mit Bänder ergänzt werden. Wir hatten teure Parkett-Karten für den Innenraum und bekamen braune A-Bändchen. Die VIP-Tickets waren vorher dran.

Vor Eintritt in die Hallemussten wir an den Merch-Stand vorbei und K2 brauchte unbedingt ein T-Shirt der Tour. Papa zahlt freilich die 30 Euro für ein T-Shirt Made in Bangladesch. Die Lightsticks mit grünem Licht gab es erst gar nicht oder waren schon ausverkauft. Gerne übernehme ich bei solchen Konzerten den Merch-Stand und kaufe billiges China-Zeug ein und verkaufe es teuer weiter. Nun, in Berlin gab es keine Lightsticks, die zu jedem KPop-Konzert gehören. Schade für eine solche Fehlplanung, aber Amazon kann liefern und für das nächste Konzert sind wir gerüstet.
Der Innenraum des Velodrom wirkt wie der Zutritt zu einem Ufo. Eine gewaltige Metallkontruktion hängt an der Decke. Darunter ist die Bühne mit drei Videoleinwänden aufgebaut. Eine große Quervideowand in der Mitte und zwei Videowände im Hochformat links und rechts von der Bühne. Darauf das Logo der Welttournee von GOT7: Eyes on you.

Als wir den Innenraum der Halle betraten, gab es keine Einteilung zwischen teuren und preiswerteren Karten. Das war in Berlin eine komplette Fehlorganisation. Ich kenne es von besser organisierten Konzerten, dass die Besitzer der teuren Karten weitere vorne stehen und die preiswerten Kartenbesitzer eben weiter hinten. Aber die Einweiser interessierten sich nicht dafür und sprachen lieber miteinander.

Kompliment an die GOT-Fans
Ich muss den KPop-Fans ein dickes Kompliment aussprechen. Sie sind nett zueinander und sie verstehen zu feiern. Rund zehn Minuten vor Konzert kam richtig Stimmung auf. Fans sangen die Lieder von GOT7 und riefen immer wieder im Chor nach ihren asiatischen Idolen. Interessant fand ich auch, dass viele asiatische weibliche Fans dabei waren. Für sie ist es wohl eine Identifikation mit ihrer Heimat Korea. Um mich herum sprachen viele junge Damen Koreanisch und Deutsch mit Berliner Schnauze.

Wie die genauen Schlachtrufe beim Konzert lauteten, habe ich vergessen, aber es hat Spaß gemacht, inmitten dieser Fans zu stehen. Ich hatte vorbei mit K2 abgesprochen, dass ich hinter K2 stehe, um mögliche Drängler abzufangen. Das war völlig unnötig. Anders auf den Rockkonzerten, die ich sonst besuche, gab es kein Gedränge oder Geschupse. KPop-Fans sind diszipliniert und sind höflich. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Kreisch – GOT7 stürmen die Berliner Bühne
Und dann ging das Geschrei los. Ich kenne alte Beatles Aufnahmen, als die weiblichen Fans sich die Seele aus dem Leib schrieen. Bei die sieben jungen Herren von GOT7 war es nicht anders. Natürlich will ich GOT7 nicht mit den göttlichen Beatles vergleichen, aber der Schrei- und Kreischfaktor war schon besonders hoch. Gut, dass K2 und ich mit Ohrenstöpsel ausgestattet waren. Nicht wegen der Musik war diese Schutz nötig, sondern wegen des Gekreisches.

Und dann donnerte die Show los. Leider war die Bühne etwas niedrig, so dass die etwas kleineren Fans im Innenraum die Show nur auf den Monitoren verfolgen konnten. Dank meiner Größe hatte ich einen guten Blick auf die sieben tanzenden Herrschaften. Immer wenn der eine oder andere Liebling von den Kameras eingefangen wurde, wurde das Geschreische lauter. Die eingeübten Moves, Bewegungen und vor allem die Blicke kamen bei den weiblichen Fans gut an. Die Herren wissen um ihre Wirkung bei den weiblichen Fans. Neben mir brach ein Fan in Tränen aus.

Die Mischung aus Pop, Rap und mal ein wenig Ballade kam super an. Immer wieder gab es Videozuspieler, damit sich die Band umziehen oder von ihren tanzenden Strapazen etwas erholen konnte. So mancher Einspieler, wenn sich beispielsweise auf ein Terrasse zum Essen und witzeln trifft, war mir beispielsweise zu lange. Aber da war ich wohl der Einzige. Die jungen Damen hingen an den Einspielungen und quittieren jedes Witzchen mit Jubel. Vielleicht bin ich für manche Sachen doch zu alt. Ich warf einen hilfesuchenden Blick zu manchen Vater im Publikum zu, die mit ihrem 5 Euro Bier dastanden und auch auf ihre Schützlinge aufpassen. Vielleicht sollten wir einen Papa-Club für KPop-Fans gründen.
Gegen Ende der Show haben die sieben Herren noch einzeln ans Mikrofon und bedankten sich artig bei den Fans.

Auch einzelne Sätze auf Deutsch kamen gut an. „Auf geht‘s“ gefiel einem Herren ganz gut. GOT7 dankten für die Resonanz auf ihren ersten Deutschlandbesuch, sie versprachen wieder zu kommen. Einer der smarten Herren meinte, vielleicht erscheine man auf einem Festival. Da bin ich mal gespannt, ob der KPop-Zauber auch bei einem Open Air wirkt oder ob sogar ein KPop-Festival geplant wird? GOT7 im Münchner Olympiastadion wie die Stones oder Springsteen kann ich mir nicht vorstellen. Fest steht auf jeden Fall: Man braucht größere Hallen oder mehrere Konzerte an gleichem Ort. Ich bin mir sicher, GOT7 würden dreimal das Velodrom oder andere Hallen auch voll bekommen und den Schwarzhändlern mit ihren Preisen das Geschäft verderben.

Nach drei Stunden war die Show vorbei. Kurz vor Ende hielten alle die mitgebrachten Schilder hoch und schunkelten. Es war eine gigantische Atmosphäre: Schilder, Lightsticks, Gesänge. Am Ende regnete es Papierschnipsel von der Decke und alle waren aus dem Häuschen. Es hat Spaß gemacht, die Fans waren begeistert und selbst ich als alter Sack war vom KPop-Zauber ergriffen.

 

 

 

Ausflug in die Schlange vor Neo Tokyo
Am nächsten Tag galt es natürlich auch dem Asia-Laden Neo Tokyo in der Schönhauser Allee einen Besuch abzustatten. Immer wenn wir in Berlin sind, muss sich K2 dort mit Material wie CDs, Anime oder Mangas eindecken. Wir haben zwar in München auch eine Zweigstelle, aber der Besuch in Berlin ist Pflicht. Dieses Mal war etwas mehr los. Der Laden platzte aus allen Nähten. Es bildete sich eine lange Schlange vor dem Geschäft: Warten hieß es, aber die Stimmung war gut. Die Fans diskutierten über das Konzert vom Vortrag, hörten Songs und sangen Lieder. Die Wartezeit von einer halben Stunde wurde überwunden, dann ging der Konsumterror los. K2 erstand eine CD von Monsta X und Mangas, die auch bei Amazon lieferbar wären. Dennoch musste vor Ort Beute gemacht werden.

Wenn wir jetzt noch BTS-Karten für Oktober bekommen würden, dann wäre unser Glück perfekt. Also bitte Meldungen für BTS-Karten an mich.

Beatles in London auf Schritt und Tritt

9. Juni 2018

Die British Invasion wird in London weiterhin hochgehalten. Die Beatles sind in der britischen Hauptstadt London auch heute überall zu finden. Als Fan der Pilzköpfe halte ich John, Paul, George und Ringo halte ich die Beatles schlichtweg für die beste Band der Welt. Und das wissen die Londoner und ziehen daraus Kapital. Vor dem Geschäft des berühmten Musikgeschäfts His Masters Voice ist noch eine Plakette eingeladen, die an die ruhmreiche Vergangenheit der Beatles und HMV erinnert.  

Auf dem Weg zum Sherlock Holmes Museum entdeckte ich den größten Beatles Merch-Laden mit allerlei Plunder und Schätze – den London Beatles Store. Als Schätze waren dort neben der Kasse Vinyl-Singles aus Japan zu finden. 40 britische Pfund für das 007-Lied Live and let die von Paul waren ok, wollte ich aber dann doch nicht ausgeben. Dann gibt es allerlei Originalautogramme im mindestens vierstelligen Bereich, die aus finanziellen Gründen auch ausschieden, aber nett anzusehen sind. 

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Goldene Schallplatten (Nachpressungen) für rund 150 Euro sind interessant, passen aber nicht ins Handgepäck. Dann gibt es natürlich die üblichen Tassen, T-Shirts, Poster, Gitarrenplektren, Aufkleber, Aufnäher – eine ganze Reihe von Spielzeugautos und U-Booten oder Manschettenköpfen oder John Lennon-Brillen. Was ich nicht verstehe, warum es nie neue CDs, LPs oder DVD/Blu Rays in diesen Läden gibt. Naja, die Gattin erwarb ein zweiseitiges Yellow Submarine-Puzzle. Die Teile sind nicht optimal ausgeschnitten und der Zusammenbau in der Heimat war aufgrund des schlechten Materials nicht reibungslos. Aber die Idee dahinter ist wirklich nett. 

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Beatles Füller von Montblanc

Sehr viel hochwertiger begegneten uns die Beatles beim Luxuskaufhaus Harrods. In der Papeterie-Abteilung von Harrods schaute ich bei Montblanc vorbei, um mir die 2017-Edition der Beatles Stifte anzusehen, die in der Reihe Great Characters veröffentlicht wurde: Füller, Kugelschreiber und Roller Ball. Ich probierte den Füller aus und verliebte mich in das exklusive Schreibgerät im Graphit Grau und Regenbogen, wir sind ja schließlich im Jahr von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Die bunten Streifen sind eine Hommage an die Kostüme der Beatles. Die Feder in Federstärke M besteht aus 585er Gold und ist Ruthenium beschichtet. Der Clip verweist auf den berühmten Schnurrbart der Beatles. Ja, ich hab mich in die Schreibgeräte verliebt und als Wertanlage sind die Stifte auch interessant. Wenn da nicht die hohen Investitionskosten wären, wir sprechen ja über Stifte. 

Eine Augenweide - der Beatles Füller von Montblanc.

Eine Augenweide – der Beatles Füller von Montblanc.

London – meine Enttäuschung bei HMV und Co

8. Juni 2018
Früher bin ich mit einem leeren Koffer nach London geflogen und kam mit einem Koffer voller Schallplatten zurück.

Früher bin ich mit einem leeren Koffer nach London geflogen und kam mit einem Koffer voller Schallplatten zurück.

Als Jugendlicher bin ich oft nach London gefahren, denn London war für mich das Mekka der Pop-und Rockmusik in Europa. Ich bin mit einem leeren Koffer in die Stadt gefahren, verbrachte Tage in Schallplattenläden und bin mit einem vollen Koffer wieder zurückgefahren. So baute ich mir in der Vergangenheit eine stolze LP- und Singlesammlung auf, von der Stadt London selbst mit den Sehenswürdigkeiten hatte ich einige Jahre nichts gesehen. 

Früher war es für mich der erste Anlaufpunkt: HMV

Früher war es für mich der erste Anlaufpunkt: HMV

Jetzt bin ich wieder mit meiner Familie nach London gefahren und suchte die Wirkungs- und Konsumstätten meiner Jugend auf. Meine Tempel der Jugend waren einst die Filialen von Tower Record oder die Zweigstellen von His Masters Voice (HMV). Und dann gab es noch viele kleine Plattenläden. Und heute traf ich wieder auf HMV an der 363 Oxford-Street und ich war enttäuscht. Amazon hat zugeschlagen und das Musikgeschäft auf den Kopf gestellt. Hatte ich früher seltene Ausgaben gefunden, habe ich heute nur Standardware gesehen. Die Preise waren etwas teuerer als bei Amazon, ein paar Sachen waren billiger. 

Das wirkliche Geschäft macht der Laden wohl weniger mit Musik als vielmehr mit Merch-Zeugs wie Funko Pop-Figuren, T-Shirts oder Tassen. Die Abteilungen für DVDs und Blu Rays waren bei meinem Besuch kaum besucht, einzig in der blutigen Horror-Abteilungen tummelten sich ein paar Fans. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass diese Schlachter-Filme nicht per Video on Demand bei Netflix und Co zu bekommen sind. Ein gewisses Revival hat wohl die Vinyl-Abteilung. Es gab einige Reihen mit Schallplatten für teures Geld, aber kein Vergleich zu den schwarzen Scheiben meiner Jugend. Ich selbst war auf der Suche nach Picture Discs von Soundtracks und habe nicht eine Scheibe gefunden. Ich habe vor Frust in der kleinen Soundtrack-Abteilung zwei, drei Scores auf CD gekauft, die es bei Amazon auch gegeben hätte.

Ich sag es nicht gerne: Bei meinem nächsten Besuch spare ich mir den Besuch von HMV und Co und werde mich den Sehenswürdigkeiten von London widmen.  

Goldene Schallplatten für ET

4. Juni 2018

Irgendwie hänge ich am Raumfahrt-Tropf. Als Kind war ich Fan der Raumflüge, dann der Space-Shuttle-Missionen und jetzt freue ich mich wie ein kleines Kind über den Erfolg von SpaceX und Co. In meinem Gedanken malte ich mir aus, wie es ist, wenn wir auf Leben im All stoßen. Und daher hat es mich als Kind enorm beeindruckt, als die Missionen Voyager 1 und 2 starteten und das Universum erkundeten. An Bord hatten die beiden Raumsonden etwas ganz Besonderes: Sie hatten vergoldete Daten- und Audioplatten an Bord, die unter anderem die musikalische Kultur der Menschheit repräsentativ darstellten. Carl Sagan, der mich als Kind mit der hervorragenden TV-Serie Unser Kosmos geprägt hat, war Leiter der Forschergruppe Voyager Golden Record, die diese Langspielplatten für ET entwickelten. 

Musik für Aliens auf den goldenen Schallplatten von Voyager 1 und 2.

Musik für Aliens auf den goldenen Schallplatten von Voyager 1 und 2.

Und jetzt habe ich mir endlich eine Kopie dieser Voyager Golden Record besorgt. 

Und was ist jetzt drauf? Nun auf der Original Voyager Golden Record sind Grüße in 55 Sprachen, Umwelt- und Toergeräusche, eine Ansprache von UN-Generalsekretär Kurt Waldheim auch eine geschriebene Nachricht von US-Präsident Jimmy Carter und dann 90 Minuten Musik. 

Es wurden 27 verschiedene Musikstücke hierfür ausgewählt. Die Genres reichen von Ballett, Chormusik, Gamelan, Jazz, Kammermusik, Klaviermusik, Mariachi, Oper, Qin, Renaissancemusik, Rock’n Roll, Schlaginstrument, Shakuhachi, Sinfonie, Spiritual, Streichquartett, Violinsonate, Vokalmusik (mit fünf Titeln) und Volksmusik (mit fünf Titeln). Die Gesamtspielzeit der Musikstücke beträgt 87:16 Minuten. 

Wikipedia hat die genaue Auflistung der Stücke. Ich wäre gerne Mäuschen gewesen, welche Musik auf die Platten genommen wird und welche nicht und warum. 

Die Kollektion gibt es als CD und als Schallplatten-Edition. Ich habe mir diesmal die Schallplattenversion geholt, der ein Download-Code für das Audio-Material beiliegt. Besonders genossen habe ich das beiliegende Büchlein, das sehr viel Hintergrundinformationen haben. Ich bin bei der Musik, bei den Infos ins Träumen und Nachdenken geraten – was würde denn ET denken, wenn Alien auch den göttlichen Bach trifft und dann Chuck Berrys Johnny B. Goode anhört. Übrigens Bach ist dreimal auf der Platte vertreten, zweimal Beethoven und einmal Mozart. Richard Wagner ist nicht dabei und das gefällt mir als Wagnerfan nicht.  

Musiktipp: The Prodigal Son von Ry Cooder

25. Mai 2018

Die breite Masse an Musikfreunden hat die Veröffentlichung von Ry Cooders neuem Album wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen. Dennoch: Nach fünf Jahren präsentiert der Meister im Mai 2018 sein Album TThe Prodigal Son. Im Grunde ist es Amerika in elf Songs, die meisten nicht mal von Ry Cooder geschrieben.
Cooder war schon immer jemand, der mit seiner Musik ein Zeichen gesetzt hat und sich musikalisch eingemischt hat. So auch hier: Cooder hält dem Amerika von Trump einen Spiegel vor und das auf gewohnt hohem musikalischen Niveau.
Das erste Mal als ich bewusst Ry Cooder gehört habe, war im Kino, als mich seine Slide-Guitar im Wim Wenders Film „Paris Texas“ vom Stuhl gehauen hatte. So etwas cooles hatte ich bis dato nicht gehört. Es war 1984 und ich war die Musik der Hitparade gewöhnt. Und da kam eine solche eindringliche Musik im Kino daher, als ob ich im Bauch einer Gitarre saß. Da war es um mich geschehen. Sofort war ich Fan des heute 71jährigen Musikers. Zug um Zug kaufte ich mir seine Scheiben und wurde mit einem anderen Amerika bekannt gemacht, das ich zuvor nicht kannte. Es ist das Amerika der kleinen Leute.
Als Filmfan mochte ich die Soundtracks, unter anderem zu Crossroads über den verlorenen Song von Robert Johnson. Das Album lebte den Blues. Es folgten noch zahlreiche Soundtracks wie die Long Riders. Den meisten wird Ry Cooder aber aufgrund seines Engagement für den Buena Vista Social Club bekannt sein. Er erweckte die Musik Kubas zu neuem Leben und hatte riesigen Erfolg.
Aber zurück zu seinem jüngsten Werk The Prodigal Son, das zusammen mit seinem Sohn und dem langjährigen Drummer erstellt wurde. Das ländliche Amerika spiegelt sich in den Songs von Ry Cooder wider, ohne in klassischen Country abzurutschen. Blues, Country, Tex-Mex und Spirituals werden gemischt. Es sind zarte Songs über den Zustand des zerbrechlichen Landes. Berührt haben mich vor allem die politisch religiösen Songs wie Jesus and Woody – und dabei ist natürlich der große Woody Guthrie gemeint.
Wer sich das Album anhört, sollte ein wenig Zeit mitbringen, um sich an die typische Stimmung von Ry Cooder zu gewöhnen. Fans des Meisters können bedenkenlos zuschlagen und der musikalische Interessierte sollte ein Ohr bei The Prodigal Sonriskieren. Es lohnt sich wirklich.

Whiskey und Whisky – zwei Neuerungen für meinem Gaumen

1. Mai 2018

Der Mai wird für mich als Liebhaber des Wasser des Lebens ein interessanter Monat. Es gibt einen neuen Whiskey und einen neuen Whisky. 

Zum einen erstmals eine Bob Dylan-Edition eines amerikanischen Whiskeys namens Heaven‘s Door. Nicht, dass Bob Dylan unter die Getränkeproduzenten gegangen ist, vielmehr hat er seinen Namen spendiert und wahrscheinlich dafür kräftig kassiert. Bob, was machst du eigentlich mit deiner Kohle? In der Werbung zu den Whiskeys gab es ein Dlyan-Zitat: „Wir wollten eine Kollektion von amerikanischen Whiskeys kreieren, die auf ihre eigene Art eine Story erzählen.“ Die New York Times hat die drei Getränke bereits probiert und ist voll des Lobes. Es gibt einen Tennessee Straight Bourbon Whiskey, einen Double Barrel Whiskey und einen Straight Rye Whiskey. Bestellungen hier.

Die Schmiedearbeiten um die Flaschen herum, stammt aus den Händen von Bob Dylan – irgendwas muss der Meister außer seinen Namen auch beisteuern. Nun, die Verzierungen sehen optisch ganz nett aus, aber Dylan sollte lieber bei der Musik blieben.

Ich bin skeptisch, ob mir das Ganze schmeckt, aber als Dylan-Fan muss ich mir je zwei Flaschen kaufen. Eine zum Genießen, eine zum Sammeln. US-Whiskey ist bisher nicht so mein Fall gewesen. Ich bin mir auch unsicher, was ich von der ganzen Aktion halten soll. Klar, als Dylan-Fan liebe ich den Musiker, aber Dylan hat sicherlich Whiskey-Erfahrung als Trinker und Konsument aber als Produzent? Ist dies nicht eher Geldschneiderei lieber Bob Dylan, um deine Fan-Base zu melken? Ich hatte kein Problem, als du unter die Maler gegangen bist, aber ich habe wohl ein Problem mit dem Getränkehändler Dylan. Aber ich lass mich als Fan überraschen und warte auf Ende Mai, wenn Heaven‘s Door an meine Tür klopft.

Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 

Zum anderen gibt es einen Whisky aus dem Hause Glenmorangie: Wer rund 600 Euro übrig hat, sollte diesen Whisky im Auge haben: Glenmorangie bringt den Grand Vintage Malt 1989 – der zweite Release der Bond House Kollektion No. 1. 

Komponiert aus erlesenen Fässern feinsten Single Malts ist Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 der zweite Release der exklusiven Bond House No. 1 Kollektion. Dieser reiche und komplexe Whisky vereint einige der letzten Batches, die im ehemaligen Brennhaus destilliert wurden, für wahre Fans ein Höhepunkt. Das alte Brennhaus war über ein Jahrhundert die Heimat der höchsten Brennblasen Schottlands. 27 Jahre reifte dieser Jahrgangs-Whisky teilweise in ehemaligen Côte-Rôtie Weinfässern.

Die Geschichte des Glenmorangie Grand Vintage 1989 beginnt im ehemaligen Brennhaus der Destillerie, so berichtet die Pressemitteilung: Zum Ende der 1980er Jahre stieg die Nachfrage nach dem prämierten Single Malt stark an, sodass dieses ehrwürdige Gebäude zu klein wurde. Im Jahr 1990 wurde deshalb das Warehouse No. 1, das ehemalige Zollfreilager aus dem 19. Jahrhundert, in das heutige Brennhaus umgebaut, um eine weitere Anzahl an Brennblasen zu beherbergen. Dieses Vermächtnis zelebriert Glenmorangie mit der Bond House No. 1 Kollektion, eine Reihe bedeutender Abfüllungen aus jener Zeit. Heutzutage zählt das Brennhaus von 1990, häufig auch als Glenmorangies „Hochland-Kathedrale“ benannt, zu den Schönsten in ganz Schottland. Doch die Ära des Vorgängers wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Destillerie haben. Mit der kraftvollen Komplexität des zweiten Releases der Bondhouse No. 1 Kollektion ist der Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 ein Zeitzeugnis und letztes Erbe des früheren Brennhauses. Bestellungen hier.

Und wie schmeckt der Whisky? Es gibt eine interessante Verkostungsnotiz, die ich gerne hier veröffentlich: 

Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 ist mit 43,0 Volumenprozent Alkohol abgefüllt.

Farbe: Rehbraun

An der Nase: Äußerst vielschichtig mit Aromen getoasteter Marshmallows, Mandeln und einer duftenden Kopfnote von Vanille mit Weichtoffee. Noten von Bratäpfeln springen hervor mit roten Früchten, schwarzen Johannisbeeren und tropischen Früchten, gefolgt von frisch gebackenem Brot, Bienenwachs und einem Hauch Holzrauch.

Am Gaumen: Siruphaft, einem pfefferigen Gaumengefühl folgen reichhaltige, komplexe Noten von Bratapfel, butterweichem Toffee mit sanften Zitrus-Noten. Mit etwas Wasser weitere tropische Früchte, intensivere Zitrus-Noten wie von einer trockenen Clementinen-Zeste.

Im Nachhall: Noten von Orangenblüten verbinden sich mit Honig, einem Hauch Eukalyptusöl, süßem Anis und Leder in einem langen, kräftigen Nachhall mit klassischen Aromen von Holz und Eichenspänen.

Nun, 600 Euro kostet der Spaß und ich muss zugeben: Ich bin neugierig, hab aber noch nicht bestellt.