Posts Tagged ‘Düsseldorf’

Videos von Zimmerchecks in Hotels – Teil 7

5. November 2016

Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.
Hotel- und Zimmercheck Motel One, Nürnberg City

Hotel- und Zimmercheck Hotel Garni Leitl, Eggenfelden

Hotel und Zimmercheck Ibis, Nürnberg

Hotel- und Zimmercheck Hotel Goldener Löwe, Bayreuth

Hotel- und Zimmercheck Hotel Nikko, Düsseldorf

Japanisch Essen im Benkay, Düsseldorf

13. März 2016
Das Hotelrestaurant Benkay im Nikki-Hotel Düsseldorf.

Das Hotelrestaurant Benkay im Nikki-Hotel Düsseldorf.

Düsseldorf hat die größte japanische Community in Deutschland. Als ich auf einer Messe in der Landeshauptstadt weilte, übernachtete ich im Zentrum dieses Epizentrums – im Nikko-Hotel in der Immermanstraße, gleich neben der deutsch-japanischen Gesellschaft. Das Zimmer war fein, seht hier:

Weil es an dem Tag junge Hunde regnete, probierte ich das Hotelrestaurant Benkay aus. Ich wollte einfach nicht vor die Türe gehen. Im Benkay gibt es Teppanyaki Grill, Kaiseki Cuisne und eine traditionelle Sushi Bar. Ich war verwundert, dass die Bedienung Japanisch und Englisch mit uns in Düsseldorf sprach. Da Japanisch nicht so meine Stärke ist, setzte ich auf Englisch. Allerdings probierte ich auch die iPhone App iTranslate Voice auf und versuchte mich in Konversation.
Das Team des Benkay hat sein Handwerk in Japan erlernt: Der Gast kann theoretisch wählen, ob er im klassischen Restaurantbereich (Fish Corner und Sushi Bar) Platz nehmen oder sich auf traditionellen Reisstrohmatten in den Tatami-Räumen niederlassen und so in privater Atmosphäre speisen will. Aber nur theoretisch – leider war das Restaurant bei meinem Besuch komplett ausgebucht, so dass ich diese Wahl nicht hatte und froh war, überhaupt einen Platz zu bekommen. Beim nächsten Mal also vorher einen Platz reservieren.


Das Benkay verfügt ferner über einen separaten Bereich, in dem die einzigen Teppanyaki-Grills Düsseldorfs stehen. Hier werden alle Speisen direkt vor den Augen des Gastes zubereitet. Chefkoch Masashi Nonaka versteht sein Handwerk.

Kirin-Bier als Getränk.

Kirin-Bier als Getränk.

Wir wählten ein edles Kaiseki-Menü. Als Getränk genoss ich das japanische Kirin-Bier. Kaiseki ist ein leichtes Mahl, das zur japanischen Teezeremonie serviert wird. Im Nikko-Hotel ist Kaiseki ein leichtes Menüs.
Es begann mit einem Gruß aus der Küche Amuse Bouche mit Sesam Tofu.

Amuse Bouche mit Sesam Tofu

Amuse Bouche mit Sesam Tofu

Die kleine Vorspeise bestand aus Millefeuille mit Aal und Tofu. Zudem gab es Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Millefeuille mit Aal und Tofu,  Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Millefeuille mit Aal und Tofu, Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Weiter ging mit drei Sorten Sashimi, absolut frisch und wahnsinnig lecker.

Drei Sorten Sashimi

Drei Sorten Sashimi

Anschließend ging mit einer klaren Suppe mit Dorade und Rettich weiter.

Klare Suppe mit Dorade und Rettich.

Klare Suppe mit Dorade und Rettich.

Sehr geschmackvoll war Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Anschließend gab es eine Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Als Dessert servierte der Küchenchef mit Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Fazit: Unbedingt ausprobieren, etwas Zeit und Geld mitbringen und den Abend genießen.

Bob Dylan: Das Düsseldorfer Konzert 2013

25. Oktober 2013

Bob Dylan in Concert bedeutet immer ein gewisses Risiko für alle Beteiligen. Ich habe Konzerte erlebt, wo der Meister betrunken auf der Bühne herumtorkelte und ich habe Konzerte erlebt, wo ich den Song and Danceman grandios aufspielen hörte. Mein Konzertbesuch in Düsseldorf im Oktober 2013 war einer der letzteren Erfahrungen.

Dylan und seine famose Begleitband waren exzellenter Laune und spielten eine eindrucksvolle Show. Die Vorband sparte sich Dylan gleich und ging pünktlich um 20 Uhr zur Sache. Kein „Columbia recording artists“ mehr wie früher, sondern ohne Begrüßung der rund 9000 Fans in der Mitsubishi Electric Halle musizierte der 71jährige Musikant mit seiner Band.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Und natürlich gab es wieder keine Best of-Show. Wer Dylan-Konzerte besucht, der kennt die Eigenart des Meisters, viel Unbekanntes zu spielen. Und das Bekannte wird immer wieder interpretiert, so dass die Fans „Simple Twist of Fate“ oder „Tangled Up in Blue “ zunächst nur am Text erkannten. Aber das macht ja den Reiz einer Dylan-Show aus. Der Künstler gibt uns keine Best of-Variante seiner Songs, sondern übt sich an Neuinterpretationen. Mal scheitern sie grandios, mal schreiben sie Musikgeschichte.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Ein paar junge Besucher schauten daher etwas verwirrt, als sie keinen der gespielten Songs erkannten. Ja, ja, so ist das hier. Der Meister verlangt viel von seinem Publikum. Aufmerksam und Bereitschaft sich auf Neues einzulassen – auch mit der Gefahr einen kompletten Mist zu erhalten.

Nun in Düsseldorf mussten wir uns darüber keine Sorgen machen. Dylan, der sich cool am Bühnenrand postierte und ab und zu im grotesk dylanscher Art mitwippte, hatte, seine Band und sich voll im Griff. Er ist enorm präsent auf der Bühne und auch wenn er ab und zu ans Keyboard geht, ist er immer Herr der Lage. Für die Musiker muss es enorm schwer sein, die Hunderte von Songs im Kopf zu haben, auf die Fingerbewegungen ihres Chefs zu reagieren und trotzdem eine coole Show abzuliefern. In Düsseldorf waren viele Songs des neuen Albums dabei.

Die Fans quittierten die Songs mit Applaus und nahmen sogar die vernuschelte Pausenansage mit den Worten wahr: „Er spricht. Er spricht zu uns.“ Hier gibt es keinen mündlichen Dialog mit dem Publikum. Kein „I can’t hear you“ oder „It’s wonderful here in Blabla“. Es geht um die Musik, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es gibt kein Anbiedern und verbale Stimmungsmache, kein „You feel allright?“ Wenn Dylan Lust hat, stellt er höchstens mal seine Band vor – in Düsseldorf hatte er dafür zumindest keine Lust. Am Ende gab es ein Gruppenbild und eine gemeinsame Verbeugung. Die Fans haben für Musik bezahlt und die haben sie bekommen. Der Musikant hat seinen Job gemacht und geht nach rund zwei Stunden stumm von der Bühne und direkt ins Nobelhotel an der Kö.

Und die Fans? Sie diskutieren, welcher Song nun welcher war. Ich musste grinsen, dass die beiden letzten Songs des Abends „All allong the Watchtower“ und „Blowing in the Wind“ waren. Ich sehe hier den Aufruf Dylans ihn aus seiner Never Ending Tour zu entlassen, nach dem Motto „The must be a way out of here“ und „How many roads …“ Aber dies ist wahrscheinlich zu viel interpretiert. Dylan ist das halbe Jahr auf Tour und muss es wohl nicht mehr wegen des Geldes machen. Er ist wohl ein Getriebener, der auf die Bühne vor sein Publikum muss, um es mit einer weiteren Dylan-Maske zu verwirren. Welchen Dylan wir in Düsseldorf gehen haben, muss sich mit zeitlichen Abstand zeigen. Im vergangenen Jahr in München hatten wir einen enormen bluesigen, gar punkigen Dylan gehört. In Düsseldorf hörten wir einen Musikanten, der in sich ruht.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Die Fans haben es nicht leicht, schließlich lässt sich Dylan schon lange nicht mehr vereinnahmen. So nervten in der Pause und nach dem Konzert die Anhänger der Glaubensbewegung „zwölf Stämme“, die ihr Werbematerial mit geklauten Dylan-Fotos an den Mann bringen wollten. In den Medien waren diese Herrschaften wegen Ermittlungen gegen sie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht aufgefallen. Bei Dylan gaben sie sich als Friedensfreunde. Auf solche Fans kann ich verzichten.

Hier die Setlist des Abends:

Things Have Changed

She Belongs to Me

Beyond Here Lies Nothin‘

What Good Am I?

Pay in Blood

Waiting for You

Duquesne Whistle

Tangled Up in Blue

Love Sick

Set 2:

High Water (For Charley Patton)

Simple Twist of Fate

Early Roman Kings

Forgetful Heart

Spirit on the Water

Scarlet Town

Soon after Midnight

Long and Wasted Years

Zugabe:

All Along the Watchtower

Blowin‘ in the Wind