Posts Tagged ‘Ridley Scott’

Mond-Rover aus Deutschland in Alien Convenant

19. Mai 2017
Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Als ich den neuen Alien-Film Alien Convenant genoss, lachte ich einmal richtig laut im Kino auf. Nicht, weil der Film humorvoll oder gar lächerlich ist – auf kein Fall. Ich lachte auf, weil ich in einer Szene etwas entdeckte, das mir sehr viel Freude machte. Ich hab übrigens über den Film hier gebloggt.
Ich lachte über den Rover im Film. Es war der Rover, der aus dem Raumschiff rollte und die Oberfläche des fremden Alien-Planeten erkunden sollte. Und eben diesen Rover hatte ich vor einer Woche live in Berlin auf der re:publica rp17 erlebt. Robert Böhme von Part-Time Scientists hielt einen Vortrag über das deutsche Raumschiff, das 2018 zum Mond aufbrechen wird und dort mit zwei Rover die Mondoberfläche erkunden wird – genau an der Stelle wo Apollo 11 gelandet ist. Ich werde über das Projekt noch ausführlicher bloggen, weil es mich total fasziniert und ich dabei sein möchte.

Der Rover heißt Audi Lunar Quattro und ich hatte schon mal über dieses interessante Stück Technik gebloggt. Die Landefähre mit dem Audi lunar quattro soll bis 2018 an Bord einer SpaceX-Trägerrakete ins All starten und mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Etwa fünf Tage wird die Reise dauern. Das Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators in der Nähe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Hier gibt es extreme Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius.


In verschiedenen Test-Schleifen, die unter anderem in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa stattfanden, haben die Part-Time Scientists ihr Mondfahrzeug entwickelt, das in weiten Teilen aus Aluminum besteht. Der Audi Lunar Quattro besteht zu 85 Prozent aus Aluminiumbauteilen, die von Audi in den Metall-3D-Druckanlagen in Ingolstadt produziert wurden. Ein verstellbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf und leitet es in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie speist vier Radnabenmotoren. Ein Kopf an der Front des Fahrzeugs trägt stereoskopische Kameras sowie eine wissenschaftliche Kamera zur Materialuntersuchung. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h. Viel wichtiger auf der holprigen Mond-Oberfläche sind jedoch die Offroad-Eigenschaften und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Die Integration des Audi Lunar Quattro in den Film Alien Convenant war Teil einer Kooperation zwischen der Produktionsgesellschaft 20th Century Fox und Audi. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut.

Filmtipp: Alien Convenant

18. Mai 2017
Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Ridley Scott, der alte Recke, kann es noch immer. Mit Alien Convenant legte er einen neuen eindrucksvollen Teil seiner Alien-Reihe vor und knüpfte damit direkt an Prometheus an. Gleich vorweg: Mir hat Alien Convenant sehr gut gefallen, aber das war nicht bei allen Zuschauern bei meinem Kinobesuch im Scala Fürstenfeldbruck der Fall. Da hatten sich einige der männlichen Kinobesucher mehr Action erwartet. Nun Action war in Alien Convenant vorhanden, aber es war auch Tiefe vorhanden. Eine Vielzahl von Kinozuschauern war von den literarischen Zitaten von Lord Byron und Mary Shelly schlichtweg überfordert und konnten Ridley Scott auf seiner Suche nicht folgen. Für diese Zuschauer war Alien Convenant eher anstrengend. Wie sagte mein Nachbar im Kino: „Zuviel Gequatsche!“

Aussteller im Kino Scala FFB

Aussteller im Kino Scala FFB

Wer aber Fan der Alien-Filme ist und sich auf eine Weiterführung von Prometheus einlassen will, der freut sich über die Handlung und die Begegnung mit dem Außerirdischen. Der Xenomorph hat sich inzwischen zur Biowaffe verändert und die Diskussion um Menschlichkeit, wie sie bereits in Ghost in the Shell geführt wurde, wird in Alien Convenant weitergeführt. Natürlich ist der flinke und höchst aggressive Neomorph der eigentliche Held, sei es als Maske oder CGI. Ich freute mich, als das Alien erstmals in voller Größe erschien. Es war wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aus dem Xenomorph wurde ein weiterentwickelter Neomorph. Scott hat so viele Erinnerungen an sein Erstlingswerks eingebaut: Die geheimnisvollen Eier, das Herausbrechen aus dem Magen, das Signal von einem fernen Planeten und, und, und. Und es gibt eine Hommage an den großartigen H.R. Giger, dem Schöpfer des Aliens. Seine Kunst der Biomechanik wurde von Ridley Scott aufgegriffen. Als Beispiel sei die Duschszene genannt – Sexualität kombiniert mit Obsessionen über das Eindringen von etwas absolut Fremden wurde hier genial in Szene gesetzt. Es gab auch ein Wiedersehen und einen Erklärungsansatz über mein Lieblingsraumschiff schlechthin. Das hufeisenförmige fremde Raumschiff taucht wieder im Film, wobei ich hier mich nicht 100prozentig identifizieren konnte. In meiner Fantasie war dieses Raumschiff ein biomechanisches, organisches Fluggerät. In Alien Convenant klingt es, als ob es aus Metall wäre. Die Raumfahrer stapfen durch das Raumschiff und das Echo klingt nach Metall. Das hat mich wirklich gestört, weil es nicht mit meiner Fantasie deckungsgleich ist. Dennoch: Das Setdesign ist schichtweg genial. Es passt einfach zusammen und Ridley Scott kann es einfach.
Zu Alien gehört auch ein Android, in unserem vorliegenden Film heißen sie Walter und David. Michael Fassbender ist hier in einer Doppelrolle zu sehen und es macht absolut Spaß, seinem Spiel beizuwohnen. Sicherlich die eindrucksvollste Szene ist das Flötenspiel, sehr intim und großartig gespielt. Diese Intimität wird nochmals aufgegriffen als es zum Kuss zwischen David und Walter kommt. Der Gotteskomplex wird immer wieder thematisiert.
Der Name Walter setzt sich aus den Wortstämmen walt- (althochdeutsch: waltan ‚herrschen‘) und Heer (althochdeutsch: heri ‚Kampfverband‘) zusammen. Das gibt schon einen Hinweis. Und die Anspielung zu Michelangelos David ist natürlich voll beabsichtigt, obwohl Ridley Scott in der Einführungsszene bewusst den Kopf der ersten Monumentalstatue der Hochrenaissance und bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte verbirgt. David nimmt den Kampf gegen den Riesen Goliath auf – vielleicht eine Analogie, dass der Android sich gegen seinen Schöpfer Mensch wendet. Und immer wieder kommt dazu der göttliche Richard Wagner. Zweimal kommt das Rheingold vor, der Einzug der Götter in Walhall, zu Beginn des Films als Klavierauszug und zum Ende der Films als Symbol der Zeitenwende. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter – das Ende des Gottes Mensch. Wer wie mein Sitznachbar im Kino Action erwartetet, bekam zum Ende Richard Wagner und reagierte verwirrt.
Ach ja, die Musik im Film. Der Score von Alien hatte Maßstäbe gesetzt: Soundtrack-Götter wie Jerry Goldsmith gaben in der Vergangenheit den Takt an. In Alien Convenant sollte es ursprünglich Harry Gregson-Williams sein. Es wäre interessant gewesen, wie er sein Thema von Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) weiterentwickelt hätte. Er schied allerdings aus Termingründen aus und überließ die Musik Jed Kurzel, dem ich bisher nicht viel zutraute. Sein Assassin’s Creed war mir zu heftig. Im Film Alien Convenant passte sein Score allerdings sehr gut und in den nächsten Wochen wird der Score auf CD veröffentlich. Ich werde ihn dann ausführlich besprechen.

Buchtipp: Alien – the Archive von Mark Salisbury

3. März 2017
Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Mein Gott, was hab ich für eine Angst gehabt, als ich Alien damals als Jugendlicher im Kino sah. Im Weltraum hört dich niemand schreien – so lautete der Untertitel zum geheimnisvollen Kinoplakat. Alien war Horror pur und noch heute liebe ich die Geschichte des geheimnisvollen Monsters, das der Schweizer Künstler HR Giger schuf. Regisseur Ridley Scott schuf mit Alien einen neuen Standard in Sachen Weltraumhorror und bei jeder Fortsetzung ging ich brav ins Kino und versuche jedem Film etwas Gutes abzugewinnen. Leider wurden die Teile immer schwächer. James Cameron brachte Rambo in Alien ein und David Finsher die Religion – dann ging es bergab mit der Serie.
Als Ridley Scott mit Prometheus – Dunkle Zeichen ein Prequel für Alien drehte, war ich total begeistert. Der Film hatte Klasse und gefiel mir sehr gut. Angst machte der Film aber keine mehr. Ich kaufte verschiedene Alien-Ausgaben, habe einen Alien-Kopf und ein Alien-Ei und auch eine große Alien-Figur im Arbeitszimmer stehen. An meinem Monitor hängt ein Alien und mal sehen, vielleicht mach ich über Zeugs mal einen Blogpost. Und nun kommt dieses Jahr wieder das Prometheus-Sequel Alien: Covenant ins Kino und Ridley Scott saß wieder auf dem Regiestuhl. Und natürlich ist unser Xenomorph wieder dabei – es verspricht wieder Horror zu werden.


Der deutsche Start ist im Mai 2017 und somit will ich mich bis dahin ein wenig einstimmen. Ich habe aus meiner umfangreichen Alien-Literatur ein Buch ausgewählt, das den besten Überblick garantiert: Alien the Archive. Es ist ein Guide durch die klassischen Alien-Filme – also Alien 1 bis 4. Prometheus und die unsäglichen Spin offs Alien vs Predator sind nicht dabei.
Das Buch ist kein klassisches Lesebuch, sondern vielmehr ein Fan-Buch. Schwerpunkt liegt auf Fotos und Konzeptzeichnungen. Es gibt freilich zu jedem Film mehr, viel mehr Material in speziellen Büchern. Aber dieses Alien Archiv schafft einen guten Überblick und es war das erste Buch dieser Art aus dem Alien-Universum. Beim Text muss der Leser etwas Abstriche machen, denn so richtig Kritik kommt da nicht auf. Nun ja, es ist wie gesagt, ein Fan-Buch. Ich hab mir die US-Version gekaut, inzwischen gibt es auch eine deutsche und auch eine japanische Übersetzung. Für mich waren die Konzeptzeichnungen und die Produktionsfotos am Wichtigsten. Ich wollte wissen, wie es zu den Ideen kam und wie sie umgesetzt werden. Klassische Schauspielerbildchen brauche ich nicht unbedingt. Es gibt hier sehr gutes Material, vor allem von den ersten drei Alien-Filmen. Auf Teil 4 kann ich komplett verzichten. Ich halte den Film für Müll.
Das Buch ist dem leider zu früh verstorbenen HR Giger gewidmet und zeigt auch einige Alien-Giger-Bilder. Wer die Bücher über Giger und von Giger selbst hat, der findet im Alien Archiv nichts neues. Das Buch gibt einen guten Überblick über den wichtigen Beitrag, den Giger zu dem Film geleistet hat. Der Xenomorph steht für mich immer im Mittelpunkt der Filme und ich bin ein Fan von Alien als Maske. CGI kommt an die klassische Maske nicht heran. Bin gespannt, wie es Ridley Scott im fünften Teil gelöst hat und wieviel CGI zum Tragen kommt.
Der Xenomorph wirkt für mich am Besten, wenn er halb im Dunkeln ist. Dann ist Alien zutiefst bedrohlich. Von Teil zu Teil ist mehr vom Xenomorphen zu sehen und wenn Alien als GCI-Monsterchen im Teil 4 daher kommt, dann kann ich darauf verzichten. Aus Horror wird Kopfschütteln.
Und ich liebe das Raumschiff in U-Form. In Prometheus haben wir viel über das fremde Schiff und seine Besatzung sowie den Space Jockey erfahren. In Alien Teil 1 war alles noch sehr sehr geheimnisvoll. Das Raumschiff war irgendwie biologisch und zählt bis heute zu meinen Lieblingsraumschiffen im Science Fiction Film. Ich hatte als Jugendlicher das Filmfoto vom Raumschiff sogar in meinem Jugendzimmer hängen, so sehr hatte und hat es mich beeindruckt. Es war komplett ungewöhnlich in seiner Erscheinungsweise. Raumschiffe waren bis dahin glatt, metallisch und technisch. Dieses hier war komplett anders: Organisch, geheimnisvoll und absolut unheimlich. Die kranke Fanatsie Gigers wurde auf die Leinwand übertragen und sorgte für eine unheimliche Atomsphäre. Biomechanical nannte er es und so ist auch ein großer Teil seiner Kunst aus diesen Jahren. Und ja: Ich mag seine Kunst sehr. Dann kamen die Eier und der Rest ist Filmgeschichte.
Also, wer Alien mag, wird dieses Buch Alien the Archive lieben. Der Streifzug durch die Filme ist sehenswert. Ich hoffe, dass durch Alien 5 uns ein paar neue Bücher ins Haus stehen. Gerne würde ich ein Buch über die zahlreichen Videogames zu Alien lesen. Vielleicht eine Anregung und vielleicht fühlt sich jemand angesprochen.

Buchtipp: The Art of Alien: Isolation

29. Oktober 2015

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Mit Begeisterung lese ich, dass eines der besten PS4-Spiele des Jahres 2014 nun auch auf dem Mac erhältlich ist. Alien: Isolation. Ich habe das Spiel auf der Sony-Konsole durchgespielt und ich hab zeitweise richtig Angst gehabt. Wer solche Art von Spiele mag, der kann getrost zugreifen, ob für Computer oder Konsole. Und: Es ist endlich mal ein Alien-Spiel, das gut gemacht ist und in Richtung des legendären Alien-Films von Ridley Scott geht.


Ich genoss das Spiel und habe mir deshalb das Art of-Buch zugelegt. Zugegeben, ich wurde angefixt durch einen Buchauszug, der der PS4-Box beilag. Ich habe damals auch darüber gebloggt.


Nun kaufte ich mir das ganze Buch und es hat sich gelohnt. Wer auf solche Art von Büchern steht, der wird bei The Art of Alien: Isolation nicht enttäuscht sein. Allerdings musste ich mir als Leser immer wieder bewusst machen, dass es sich um ein Spiel handelt. Das bedeutet, die Entwürfe sind nicht wie bei Animationsfilmen analog erstellt, sondern die meisten Entwürfe und Zeichnungen stammten aus dem Computer. Das Spiel ist digital, die Entwürfe sind es damit auch. Und da es sich um ein Spiel handelt, müssen die Charaktere nicht ganz so ausgereift sein, wie bei einem Kinofilm. Am deutlichsten wird dies bei dem enormen Waffenarsenal, das für den Spieler bereit steht. Im Film wäre eine solche Waffenausrüstung lächerlich, im Spiel geht das einwandfrei durch. Dabei sucht das Spiel immer wieder die Nähe zum Film. Und auch das Buch kommt den Art of-Büchern vom Film nahe. Im Kern steht natürlich das Monster selbst. Xenomorph heißt das Alien im Spiel und die Entwürfe sind gut. Wer aber das Niveau eines H.R. Giger erwartet, der muss enttäuscht sein. In einer solchen künstlerischen Liga spielt das Spiel (haha, Wortwitz) nicht. Lead Artist Jude Bond ist nicht Giger, macht seine Sache aber sehr gut. Das ganze Buch The Art of Alien: Isolation kann sich sehen lassen. Wer das Spiel mag, wird dieses Buch auch mögen. Das Hochglanzcover des bei Titan erschienenen Buches war für mich ein weiterer Kaufanreiz.
Bisher lag mein Fokus auf Art of-Bücher von Filmen. Durch dieses Buch habe ich Lust auf Art of-Bücher von Spielen bekommen. The Last of Us oder Old Republic waren bereits interessante Buchausgaben. Ich hoffe, es wird auch für Star Wars Battle Front ein Büchlein geben.

Buchtipp: Der Marsianer von Andy Weir

20. Juli 2015
Schöne Urlaubslektüre

Schöne Urlaubslektüre

Ich habe lange keinen Roman mehr gelesen. Die meiste Zeit meiner Freizeit lese ich Sachbücher und Biografien, aber als Science Fiction-Fan musste ich zu Andy Weirs Roman Der Marsianer greifen. Das Buch wird von Altmeister Ridley Scott verfilmt und das war eine weitere Motivation für die Lektüre. Am 8. Oktober kommt der Film in die Kinos. Der Trailer hat noch einige Übersetzungsfehler.


Der Marsianer ist das Debüt von Andy Weir, der eigentlich Progammierer ist. Jetzt kann er diesen Job an den Nagel hängen und sich dem Schreiben widmen. Der Kerl hat Talent, absolutes Talent. Das Buch macht Spaß und fesselt. Im Grunde ist es eine Art Space-MacGyver. Der Astronaut Mark Watney wird auf dem Mars zurückgelassen und muss sich bis zu seiner Rettung durchschlagen. Not macht erfinderisch und er zimmert sich seine Welt, wie er sie benötigt und dies über 500 Seiten.
Die ersten Hundert Seiten zeigen den Überlebenskampf aus der Ich-Perspektive als eine Art Logbuch. Wir erfahren viel über die Stimmungen und Gefühle, die Geisteshaltung und lernen den Charakter des Protagonisten kennen. Erst spät wird die lineare Handlung durch weitere Erzählstränge unterbrochen und der Leser bekommt die Perspektiven aus der Sicht der NASA von der Erde und von Watneys ehemaligen Crew-Kollegen. Das ist ein gelungener dramaturgischer Schachzug von Andy Weir. Der Handlungs- und Zeitablauf bleibt klassisch linear, ein Zeitenwechsel findet nur einmal bei der Produktionsbeschreibung einer Plane statt.
Der Stil ist wissenschaftlich detailverliebt. Ein wenig Durchhaltevermögen sollte der Leser daher schon mitbringen, wenn sich Andy Weir in Physik und Chemie ergeht. Bei MacGyver war es nie so tief, aber das ist ja auch nur billige TV-Unterhaltung. Für mich als interessierten Laien klingen die Ausführungen absolut überzeugend und so liebe ich Science Fiction. Fantasie mit Science Facts, das ist die richtige Mischung.
Der Humor des Buches ist eigen, aber durchaus gut. Ich habe diesen Humor bei Wissenschaftlern und Forschern in meinem Freundeskreis kennengelernt. Das sind diese Typen, die über Schrödingers Katze lachen können. Es ist manches mal ein feiner Nerd-Humor, dann aber auch der klassische Schenkelklopfer – für mich eine gute Mischung.
Die Moral des Buches kommt zum Schluss, vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Aber wahrscheinlich für amerikanische Leser gedacht, für mich klang es etwas pathetisch. Jeder Mensch hat den Urinstinkt einen anderen Menschen in Not zu helfen. „Das ist eine grundlegende menschliche Qualität, die man überall und ohne Ausnahmen in allen Kulturen findet.“ Das klingt doch schön und daher ein klarer Leserbefehl des Buches Der Marsianer zur Urlaubszeit.

Alien: Isolation – The Art of Booklet

10. Oktober 2014
Spiel samt Art-of-Booklet: Alien Isolation

Spiel samt Art-of-Booklet: Alien Isolation

Der Herbst wird heiß werden. Für mich stehen zahlreiche Spieleveröffentlichungen zum Durchspielen an. Darunter auch das lang erwartete Alien: Isolation, das vor kurzem bei mir eintraf. Über meine Erwartungen habe ich ja bereits geschrieben, nun muss sich das Spiel in der PS4 beweisen. Mit dem Sega-Spiel Alien: Isolation kam exklusiv ein kleines Booklet als Bundle. Es ist eine Art Anfixer für das in Kürze erscheinde (und bereits bestellte) Buch The Art of Alien: Isolation bei Titan Books.


Und ich muss sagen, das kleine Heftchen macht Lust auf das Spiel und vor allem auf das Buch The Art of Alien: Isolation. Es enthält Auszüge aus den Kapiteln Charakter, Waffen/Ausrüstung, Raumschiff und Monster. Der Aufwand, der für ein Videospiel heute betrieben wird, steht dem Aufwand eines Filmprojektes um nichts nach. Das ist bei Alien: Isolation auch der Fall. Die Illustrationen, Zeichnungen, Entwürfe und Renderings sind erste Sahne. In Hauptbuch sind dann über 300 Bilder enthalten, im Booklet sind es natürlich ein paar weniger. Ich hoffe, dass bei all der Optik auch die Story stimmt. Aber hier haben sich die Spieleentwickler scheinbar Mühe gegeben. Erste Kritken im Netz zeugen davon. Das First-Person-Survival-Horror-Spiel fängt das Grauen und die Spannung von Ridley Scotts Filmklassiker Alien ein und konfrontiert die Spieler auf perfekte Weise damit, was das Alien zum tödlichsten Killer im Universum macht – Unbarmherzigkeit. Klingt zumindest vielversprechend für ein Spiel.

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Bei den Bildern in dem Heftchen von Andy McVittie war ich vor allem an den Charakteren und selbstverständlich am Alien selbst interessiert. Lead Artist Jude Bond sagt dazu in einer grausamen Übersetzung: “Es war uns von Anfang an wichtig, dass die Charaktere bodenständig und glaubwürdig sind. Die Rollen, die wir für das Spiel zusammengestellt haben, sollten sich, obwohl sie unsere eigenen Kreaktionen waren, so anfühlen, als hätten sie Teil des Originalfilms sein können.” Hohe Ansprüche werden hier gesetzt.

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Mit dem Alien selbst, der Booklet als Xenomorph bezeichnet wird. bin ich im Zweifel. Ich bewundere das Werk von H.R. Giger und je weniger vom Alien zu sehen war, desto unheimlicher war das Monster selbst. Das machte den Erfolg des ersten Alien-Films aus. Im Booklet ist die Struktur des Monsters klar erkennbar, es ist schließlich ein Art of-Buch. Ich bin gespannt, wie viel vom Vieh dann im Spiel zu sehen ist. Lead Artist Jude Bond meint zumindest: “Die Original-Kreatur konnte die Vorstellungskraft der Zuschauer auf wundervolle Weise anregen, da sie tief sitzende kulturelle Urängster ansprach. Das Design der Kreatur ist schön und furchterregend zugleich. Als Zuschauer wollte man hinsehen, wusste aber auch, das man eigentlich wegrennen sollte. Es ist bedrohlich und sinnlich, hübsch und hässlich.”

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Warten auf Alien: Isolation – hoffentlich wird es diesmal etwas

15. Juli 2014

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Als Alien-Fan bin ich vorsichtig geworden, denn obwohl ich Fan der Giger-Figur bin, mussten wir Fans allerhand Schrott erdulden. Wirkliche Perlen gibt es im Alien-Universium ganz selten. Vor allem im Videogames-Bereich gab es viel nervige Umsetzungen. Mir liegen noch die Spiele Alien vs Predator und Aliens: Colonial Marines schwer im Magen. Beide hatte ich heiß erwartet, doch heraus kam nur eine müde Zockerei. Chance vertan, ab in die Tonne.

Nun kündigt sich für Oktober ein neues Alien-Spiel an: Alien: Isolation

Die bisherigen Ausschnitte und Stills sind nicht von schlechten Eltern und es scheint, als ob endlich einmal ein gelungenes Spiel auf meine Konsole kommt. Um die Fans richtig heiß zu machen, gibt es eine streng limitierte Startauflage, die so genannte Alien: Isolation – Ripley Edition. Die Hauptbesetzung von Ridley Scotts Meisterwerk Alien aus dem Jahr 1979 wird in zwei Bonusmissionen auftreten. Sigourney Weaver (Ellen Ripley), Tom Skerritt (Dallas), Veronica Cartwright (Lambert), Harry Dean Stanton (Brett), Yaphet Kotto (Parker) und Ian Holm (Ash, Aussehen und Stimme nachempfunden) werden ihre virtuellen Charaktere in den klassischen Szenen aus dem Film selbst vertonen. Ich bin sehr gespannt auf das Sega-Spiel.

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Natürlich wird tief in die Marketingtonne gegriffen und erste Zitate verbreitet: „Mit der Originalbesetzung zusammenzuarbeiten war ein unglaubliches Erlebnis“, sagt Alistair Hope,  Creative Lead bei Alien: Isolation. „Es war uns wichtig, dass die Schauspieler wieder in ihre Rollen schlüpfen, um die Atmosphäre des Films perfekt wiederzugeben. Für einige der Schauspieler ist es das erste Mal, dass sie in einem Alien Videospiel mitspielen. Ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihre Rollen von damals nach 35 Jahren wieder einnehmen, ist ein unvergessliches Erlebnis.“ Ja, ja Mr. Hope, mach uns nur Hoffnung, Wie gesagt, ich bin gespannt, habe auch schon geordert, wurde aber schon oft von Spielen aus dem Alien-Universum enttäuscht. Also vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste. Lieber die Erwartungen zurückschrauben.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Zusatzinhalte Teil der Erstauflage, die als Alien: Isolation – Ripley Edition im Handel erhältlich sein wird. In der Bonusmission „Crew Expendable“ wählen die Spieler zwischen drei der überlebenden Crewmitglieder der Nostromo, kurz nachdem die Kreatur Brett getötet hat. Als Ellen Ripley, Dallas oder Parker durchsuchen die Spieler den Frachter vom Wohnbereich bis zum Maschinenraum und stimmen sich mit Lambert und Ash ab, um das Alien in die Luftschleuse des Schiffs zu locken.

Weiter in der Geschichte geht es im Level „Last Survivor“, als Ripley mit dem Rettungsschiff Narcissus zu entkommen versucht. Aufgeschreckt durch die Schreie von Lambert und Parker, müssen sich die Spieler durch die Nostromo kämpfen, um die Selbstzerstörungssequenz zu aktivieren. Der Weg zurück zum rettenden Shuttle Narcissus wird für Ripley und den Spieler zum Spießroutenlauf.

Es wird ein großes Versprechen von Sega abgegeben:  Das First-Person-Survival-Horror-Game Alien: Isolation greift die Furcht und die Spannung auf, die Ridley Scott bereits mit dem Filmklassiker von 1979 heraufbeschworen hat. Die Spieler finden sich in einer Atmosphäre aus konstanter Furcht und tödlicher Gefahr wieder, in deren Schatten das unbarmherzige und totbringende Xenomorph lauert. Unvorbereitet und schlecht ausgerüstet musst der Spieler wichtige Ressourcen suchen, improvisieren und seine Sinne nutzen, um nicht nur die Mission abzuschließen, sondern ganz einfach zu überleben. Auch im offiziellen PS4-Blog von Sony wird die Werbetrommel gerührt.

Das offizielle Spiel ohne die Ripley-Edition klingt schon etwas ruhiger: Die Handlung von Alien: Isolation spielt 15 Jahre nach dem Ende des ersten Films. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Ellen Ripleys einziger Tochter Amanda, die sich auf die Suche nach ihrer verschollenen Mutter begibt. Als Angestellte der Firma Weyland-Yutami erfährt sie, dass der Flugschreiber des Frachters Nostromo gefunden und nach Sevastopol gebracht wurde, einem stillgelegtem Weltraum-Handelsposten. Auf der halb zerfallenen und nur noch bedingt einsatzfähigen Station wird Amanda nicht nur mit der skrupellosen Restbevölkerung konfrontiert, sondern mit einer viel schlimmeren Bedrohung – einem Xenomorph. Na na na, da kann wieder ein Schrott auf uns zukommen, muss aber nicht.

Also schnell die Alien: Isolation – Ripley Edition bestellt, die am 7. Oktober veröffentlicht wird und dann abwarten.  Entwickler Creative Assembly will mit dem Horror-Game aus der First-Person-Perspektive das ikonische Alien-Universum nicht neu erfinden, sondern erweitern, heißt es in einer Mitteilung. Die Spielwelt ist entsprechend authentisch zum Film im Retro-Sci-Fi-Stil der 70er Jahre konstruiert – von der Architektur, dem Charakter-Design, den visuellen Effekten bis hin zur Beleuchtung. Dieses schlichte Zukunftsdesign aus der Vergangenheit spiegelt sich einerseits visuell in niedrig aufgelösten Röhrenmonitoren oder kantigen mechanischen Gerätschaften wider, bestimmt anderseits auch Gameplay-Entscheidungen: Der schwere, unhandliche Bewegungsmelder kann nicht gleichzeitig mit einer Waffe getragen werden und die einfache 2D-Optik der Anzeige lässt kaum eine genaue Positionsbestimmung des Feindes zu.

Die klaustrophobische Stimmung des Films bildet Creative Assembly nicht nur optisch nach. Musik und Ton spielen eine ebenso wichtige Rolle bei der Erschaffung von Spannung und Furcht in einem Horror-Spiel. Der dynamische Sound im Spiel passt sich dabei an die Aktionen des Spielers und des Aliens an und klingt entsprechend dramatisch, gedämpft oder unheilvoll. Geräusche können in Alien Isolation über Leben und Tod entscheiden: In einer düsteren Spielwelt, in der das Licht Mangelware ist, hört der Spieler Gefahren oft bevor er sie sieht. Umgekehrt sollte der Spieler möglichst lautlos agieren, um das Xenomorph nicht auf sich aufmerksam zu machen. Dank Zugriff der Entwickler auf die Audiodateien des Originalfilms und eines eigenen Orchesters gelingt es Alien: Isolation authentisch den Sound der cineastischen Vorlage wiederzugeben. Leider habe ich nichts gefunden, ob der Soundtrack von Alien vewendet wurde. Ich liebe die Soundtracks der ersten drei Filme und habe auch darüber geschrieben. Ich will mal hoffen, dass die musikalischen Themen aus den Filmen in dem Spiel aufgenommen wurden, denn diese haben wirklich Atmosphäre.

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Persönlicher Nachruf: HR Giger der Hieronymus Bosch des 20. Jahrhundert

13. Mai 2014

Ich bin vom Tode des Schweizer Künstlers HR Giger erschüttert. Im Alter von 74 Jahren verstarb der Maler nach einem Sturz. Giger hat mir persönlich viel bedeutet, erweckte er in mir Stimmungen und Gefühle, die ich nicht wahrhaben wollte. Gigers Kunst zu beschreiben, überlasse ich den Kunsthistorikern und Feuilletonisten. Für mich persönlich weckte Giger etwas in mir in seinen Bilder, das besser verborgen bleiben sollte. Aber Giger holte es hervor und zwang mich, mit mir selbst und damit mich mit seiner Kunst zu beschäftigen. Das ist wahrlich nicht angenehm.

Das erste Mal stieß ich auf Giger als ich mir die Langspielplatte Brain Salad Surgey von Emerson, Lake und Palmer kaufte. 1974 erschien dieses Meisterwerk und ich war von der Musik und auch von dem Cover begeistert. Ich interessierte mich für Giger. Das Cover stellte auf der Innenseite die große Liebe Gigers Li dar, die sich das Leben nahm. Die Aufnahmen von Brain Salad Surgery werden diese Woche in einer Box wieder veröffentlicht. Leider wird Giger diesen Erfolg nicht genießen können. Ich hatte über eine Schallfolie dieser ELP-Aufnahme bereits früher einmal gebloggt.
Giger

Giger verfolgte mich mein ganzes Leben. Vor Jahren kaufte ich mir einen limitierten und signierten Sonderdruck von Li. Das Bild hängt jetzt am Eingang zu meinem Büro und erinnerte mich täglich an das Werk von HR Giger. Oft stehe ich davor und betrachte das Bild und lasse meine Gedanken schweifen. Andere signierte Drucke „Karawane“, „Schlangenlandschaft“ und „Vögel“ von Giger und Schwarz hängen in meinem Haus. Ich habe darüber abstimmen lassen.

Li am Eingang zu meinem Arbeitszimmer.

Li am Eingang zu meinem Arbeitszimmer.

Dann begegnete mir Giger immer wieder im Kino. Seine Schöpfung Alien war für mich der Inbegriff des Weltraumhorrors. Im Weltraum hört dich niemand schreien – war damals der Claim zum Film und als der Ridley Scott-Film 1979 in die Kinos kam, war es Horror-Kino pur. Das Alien-Monster hat mich alle die Jahre fasziniert, so dass ich große und kleine Modelle der Skulpur in meinem Arbeitszimmer stehen habe. Auch während ich diese Zeilen tippe, hängt eine Alienfigur an meinem Monitor – quasi als Inspiration. Das Buch Giger’s Alien gehört sicherlich in jede Bibliothek eines Filmsammlers. Bewundert habe ich seine Filmsets zu Dune, die nicht verwirklicht wurden und auch Species war eine Weiterentwicklung des Alien-Themas. Leider war der Film und seine Nachfolger schlecht inszeniert, aber am Monster lag es sicher nicht. Zum Film erschein das interessante Buch Species Design, dass die Entstehung des Figur gut beschriebt. Das Buch H. R. Giger’s Filmdesigngibt einen guten Überblick über die Filmsets von Giger und kann ich jedem Filmfreund nur empfehlen.

Die Hauptwerke von Giger sind für mich die beiden Bände Necronomicon 1 1 und 2 sowie Biomechanicus, alle in der Edition C erschienen. Die großformatigen Bücher zeigen die Vielfalt des gepeinigten Mannes und treffen mich im Innersten. Immer wieder blättere ich die Bücher durch und stoße auf neue Gedanken. Der Vergleich zu Hieronymus Bosch wurde oft strapaziert, doch trifft es genau. Für mich war HR Giger der Hieronymus Bosch des 20. Jahrhundert.

Als New York-Reisender musste ich mir natürlich Gigers N.Y. City anschaffen. Hier berichtet Giger von seinen Erlebnissen in New York und vergleicht die Millionenstadt mit seinen Werken. Es ist eine Art Reiseführer in die Abgründe der Seele und Giger ist der Reiseführer. Großartig.

 

USB-Gadget: Alien

7. August 2013

alien

Es ist großer Quatsch, völlig überteuert, komplett nutzlos und trotzdem muss ich es haben: das USB Alien. Es ist ein Lizenzprodukt, daher der hohe Preis von rund 50 Euro.. Das Plastik-Alien wird an den USB-Port angeschlossen und dann passiert erst mal nichts. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet das Alien sein Maul, der Kopf leuchtet rot und das Gebiss schießt heraus. Ganz wie im berühmten Film von Ridley Scott. Das war es dann mit den Funktionen des USB-Aliens. Kein USB-Hub oder sonst was, null Funktionen. Ok, der Schwanz des 13 cm hohen Weltraumviehs ist flexibel beweglich. Igendwie ein außerirdisches USB-Gadget.

Buchtipp: The Making of the Empire strikes back von J.W. Rinzler

8. April 2013

Empire

Als das Imperium schlägt zurück 1980 in die Kinos kam, hatte ich Angst. Ich hatte Angst enttäuscht zu werden. In der Regel waren Fortsetzungen von Filmklassikern immer schlechter als der erste Teil. So war es beim Weißen Hai, sogar bei French Connection und vielen anderen mehr. Als Kind hatte ich Krieg der Sterne im Kino gesehen und mir war klar, dass ich Kinogeschichte gesehen hatte. Mein Kinderleben änderte sich durch Star Wars, wie Krieg der Sterne später hieß.

Als 1980 die Fortsetzung Das Imperium schlägt zurück ins Kino kam war ich nervös, wie denn die Story von Luke, Han, Leia und dem dunklen Helden Darth Vader weitergeht. Und was sage ich? Es war der Hammer. Der Anfang des Films war der Wahnsinn: Die Schlacht auf dem Eisplaneten Hoth mit den ATATs presste mich in den Kinosessel, dann die Jedi-Ausbildung von Luke durch Yoda auf Dagobah war interessant, fanatisch die Stadt in den Wolken und der Kampf von Luke und Vader. Und zum Schluss der absolute Hammer: „Luke, ich bin dein Vater.“ Yeah, das fetzte. Es wurde wiederum Filmgeschichte geschrieben.

Es wurde Zeit, dass ich mich mehr mit dem Making of vom Imperium beschäftigte. J. W. Rinzler trug zum 30. Geburtstag des Films die wesentlichen Fan-Informationen zusammen und sammelte umfangreiches und außergewöhnliches Bildmaterial. Heraus kam das Buch: Making of the Empire Strikes Back Ridley Scott schrieb das Vorwort. Rinzler widmete sich allen Bereichen des Films und legt besonderen Wert auf Interviews und Gespräche. Gerade die Dialoge zwischen den Stars vor und hinter der Kamera geben uns Fans einen gewinnbringenden Eindruck, wie es am Set und in der Postproduction zugegangen sein muss. Als Fan von Special Effects gab es einen Blick hinter die Kulissen von ILM. Was mich persönlich besonders freute ist ein Bild einen alten Apple II Rechners, der das Motion Capturing besorgte – unvorstellbar in heutigen Zeiten. Das veröffentlichte Bildmaterial ist einfach wunderbar. Jedes Fan-Herz muss bei den Fotos höher schlagen. Als ich im Kino saß stellte ich fest, dass Vader seinen Anzug gewechselt hatte. Es ist nicht mehr das gleiche Dress wie in Krieg der Sterne. Übrigens: Die originale Darth-Vader-Rüstung aus Das Imperium schlägt zurück befand sich bis 2008 im Filmmuseum Berlin, wo ich es mir mehrmals angeschaut habe. Dabei sind es in erster Linie nicht die Bilder aus dem finalen Film, sondern es sind Produktionsfotos, Skizzen, Zeichnungen. Neben den Bildern vom Set liebe ich die unterschiedlichen Versionen von Kino-Plakaten, die angefertigt und wieder verworfen wurden.

Natürlich wollte ich alles wissen, wie die Vater-Sohn-Szene gedreht wurde. Lucas wandte einen Trick an und hielt den Schock der Enthüllung bis zuletzt geheim. Die Darsteller wussten nichts von dem Gag. Alles war top secret. Erst in der Postproduction wurde der entscheidende Satz von Vader eingefügt: „Luke, ich bin dein Vater.“ Eigentlich lautet der Satz ja: „Nein… ich bin dein Vater!“  Aber „Luke, ich bin dein Vater.“ wurde so oft von den Fans zitiert, dass er inzwischen wahr sein müsste. Gedreht wurde etwas von der Art: „Obi-Wan hat deinen Vater getötet“ – nicht schlecht, aber  „Luke, ich bin dein Vater“ ist besser.

Etwas zu wenig geht das Buch Making of the Empire Strikes Back auf die fabelhafte Musik von John Williams ein. Sein Imperial March hat Musikgeschichte geschrieben und tauchte beim Imperium zum ersten Mal auf. Heute wird der Marsch immer wieder eingesetzt. Ich erinnere mich als ein saudischer Prinz in London am 30. Oktober 2007 eintraf und die  Queen’s Guard Band den Imperial March spielte. Das gab fett Ärger, obwohl es ein Fake war.  Aber hier kommt mir die Würdigung von J. W. Rinzler zu kurz. Sein Schwerpunkt liegt mehr auf Animation, Masken und Tricks. Und hier ist besonders Yoda zu nennen. Als ich damals vor dem Kino hörte, dass die Muppet-Leute um Frank Oz mitgemacht haben, dachte ich an Kermit den Frosch und Fozzy Bär. Aber ich hätte nie gedacht, dass Yoda so eine Ausstrahlung hatte. In keinen Moment während des Films dachte ich an eine Puppe oder Schauspielerei. Yoda war da und er beherrschte die Szene. Ähnlich ging es mir Jahrzehnte später mit Gollum in Herr der Ringe bzw. Hobbit.