Posts Tagged ‘iPhone’

Apples Fitness+ bedrängt Sportvereine und Fitness-Studios

19. September 2021

Konsequent geht Apple den Weg der Digitalisierung und treibt mit Apples Fitness+ den Plattform-Gedanken weiter voran. Das virtuelle Fitness-Studio Apples Fitness+ kommt im Herbst nach Deutschland und wird Fitnessstudios und Sportvereine auf lange Sicht das Leben schwer machen.

In der Pandemie waren Fitnessstudios geschlossen und der Sport spielte sich in den heimischen vier Wänden ab. Auch in unserer Familie wurden abends die Yoga-Matten ausgerollt und via YouTube Übungen geturnt und geschwitzt.

Hier hat Apple auf den kostenpflichten Dienst Fitness+ installiert, der bisher nur in den USA freigeschaltet war. Im Herbst wird dieser Dienst nach Deutschland kommen und arbeitet zudem mit den Apple Produkten iPhone, iPad und Apple TV zusammen. Wir haben in der Pandemie HomeOffice gelernt, warum nicht auch Sport zu Hause – zeitlich und räumlich unabhängig von klassischen Fitness-Studio oder Sportverein.
Da Sport ein Gemeinschaftserlebnis sein kann, hat Apple Fitness+ zum Gruppentraining aufgebohrt. Bis zu 32 Sportbegeisterte können an einem gemeinsamen Training teilnehmen. Das technische Geheimnis des Gruppentrainings basiert auf Share Play. Diese Funktion hat die Apple auf WWDC 2021 für gemeinsames Filme-Schauen vorgestellt. Dies wird nun auf Apple Fitness+ ausgeweitet.

Ich persönlich trainiere in meinem örtlichen Sportverein Qigong zu festgelegten Zeiten. Gerne würde ich flexibler sein und die Übungen auch zu anderen Zeiten mit Freunden durchführen. Leider wird Qigong (noch) nicht bei Apple Fitness+ angeboten. Dennoch interessiere ich mich für andere Angebote wie Yoga oder Ausdauertraining. Die Übungszeiten in meinem Sportverein für diese Sportarten sind ungünstig und daher überlege ich mir eine Teilnahme bei Apple Fitness+. Zudem bin ich künftig vielleicht wieder öfters auf Reisen und könnte mein Workout im Hotel machen.
Die Preise für Deutschland stehen noch nicht fest: In den USA kostet das Abo entweder knapp 8 US-Dollar pro Monat oder rund 80 US-Dollar pro Jahr. Mein Sportverein oder ein Fitnessstudio sind deutlich teuerer. Fitness+ ist bei Apple One mit dabei, bei der Premium-Option für rund 30 US-Dollar pro Monat. Dieses Bundle ist in Deutschland noch nicht verfügbar. Warten wir auf den Herbst.

Ein offener Brief an Tim Cook zu neuralMatch

8. August 2021

Seitdem ich mich mit Computer beschäftigte, bin ich ein Apple Fanboy. Ich gehörte zur Installed Base der alten Zeit, fühlte mich bei den Crazy Ones angesprochen und bin mit Apple großgeworden. Ich verteidigte Apple gegen kommerzielle Dosen-Front und datenraubende Android. Aber ich verstehe den aktuellen Vorstoß von Apple in Richtung Foto-Analyse nicht. Ich fordere: Tim Cook, erkläre es uns!
Als Papa von zwei Kindern unterstützte ich den Kampf gegen Kinderpornografie. Kindsmissbrauch ist ein absolut ekelhaftes Verbrechen und gehört drakonisch bestraft. Es heißt von Apple, die geplante Maßnahme der Foto-Analyse sei unzureichend kommuniziert und zu wenig erklärt. Dann bitte lieber Tim Cook: Erklär es uns, aber dalli dalli.

Ein Teil meiner iPhone-Sammlung.

Was wissen wir: iPhones und iPads sollen künftig kinderpornografische Bilder auf dem Gerät erkennen und den Behörden melden. Die Software kommt zum Einsatz, wenn User ihre Fotos in die iCloud zum Backup hochladen. Die neue Funktion heißt „neuralMatch“ und soll ab Herbst zunächst in den USA auf allen iPhones aktiviert werden. Laut Apple kann sie eindeutig kinderpornografische Bilder erkennen. Findet die Apple Software „neuralMatch“ Fotos, die auf Kinderpornografie hindeuten, sollen sie von einem Apple-Mitarbeiter überprüft werden. Ist das Ergebnis eindeutig, meldet Apple den Vorfall den Behörden. Das System vergleicht Bilder mit einer speziellen Datenbank.
Laut Apple schlägt der Software-Algorithmus nicht Alarm, wenn Kinder in der Badewanne sitzen oder am Strand herumspringen.


Nun zur Kritik: Datenschützer in aller Welt und vor allem in den USA sind entsetzt. Und auch ich fühle mich unwohl. Software neigt zu Fehlern und kann missbraucht werden: Wird Überwachung damit Tür und Tor geöffnet? Snowden spricht von „Massenüberwachung in der ganzen Welt“.
In meinen Seminaren habe ich immer vom Schutz der Privatsphäre durch Apple erzählt. Und das tue ich auch weiter. 2015 gab es den Fall, dass das FBI Apple gebeten hat, das iPhone eines Terroristen aus San Bernardino zu knacken, was Tim Cook abgelehnt hat. In jeder Keynote wird das Thema Privatsphäre von Apple hochgehalten und betont. Und das halte ich auch für absolut richtig.
Das Vorhaben um die Software neuralMatch verunsichert mich dagegen. Ist meine Privatsphäre in Gefahr? Wie geht es weiter, wenn der Geist erst einmal aus der Flasche ist? Werden Diktatoren in ferner Zukunft durch die Technik Zugriff auf meine Fotos erhalten?

Der amerikanische Moralansatz in Bezug auf nackter Haut ist ein anderer als der europäische – und hier meine ich ausdrücklich nicht Kinderpornografie. Kinderpornografie Ist ein Verbrechen, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber will ich, dass der Apple Algorithmus hier Zugriff auf Fotos in meiner Fotobibliothek hat? Wo ist die Grenze? Ein Algorithmus wird von einem Programmierer geschaffen und diese Programmierer haben ein gewissen Moral- und Kulturverständnis. Und der Algorithmus kann auch total daneben liegen.
Das bekannte Beispiel der Google Bildersuche 2015 nach Gorilla waren so ein Fall, wie sich der Algorithmus irren kann und auf einmal Menschen mit dunkler Hautfarbe bei dem Stichwort Gorilla anzeigte. Nun Apple hat hier den Menschen als Grenze eingezogen und überlässt es nicht dem Algorithmus von neuralMatch allein. Aber reicht das aus?

Es existiert ein internes Mitarbeiter-Memo. Hier betont ein Apple-Softwareverantwortlicher, dass man die neuen Funktionen besser erklären müsse, um den Missverständnissen zu begegnen. Dann mal los Tim Cook: Erklär es uns? Ausführlich, in aller Ruhe, ohne Marketingsprech und hurtig, ganz schnell.
Und mein persönlicher Tipp: Legt neuralMatch zu den Akten.

Zwei Features der Apple WWDC betreffen mich direkt

8. Juni 2021

Ein Feuerwerk an neuen Features stellte Apple auf der WWDC 2021 vor und wie es sich für eine Software-Konferenz gehört, drehte sich alles um Software. Im Mittelpunkt standen die neuen Betriebssysteme für Mac, iPad, iPhone, Watch und Services. Es klingt für mich als Apple Fanboy alles sehr schlüssig und auf das neue macOS Monterey werde ich im Herbst updaten.

Tim

Während der Keynote von Tim Cock musste ich zweimal deutlich grinsen. Zwei neue Features im Bereich Datenschutz betreffen mich direkt als Unternehmer.

E-Mail-Datenschutz
Im Moment arbeite ich mich gerade in das Newsletter-System Mailchimp ein. Ich halte es für ein großartiges Tool, um meine Seminare an Interessenten zu vermitteln. Wer den Newsletter erhalten möchte, soll sich bitte bei mir melden. Der kostenlose Newsletter wird einmal die Woche, in der Regel Sonntags, verschickt und gibt einen Überblick über meine Veranstaltungen der kommenden Woche sowie News aus dem Social-Media-Umfeld und Blogtipps. Also gleich melden und abonnieren.

Mailchimp ermöglicht es, dass ich meine Newsletter-Kampagnen genau auswerte, um mein Angebot anzupassen. Dazu gehört, ob und wann mein Newsletter geöffnet wurde, auf welchen Link geklickt wurde, welche Mailadresse nicht gültig ist und vieles mehr. Ich bin begeistert vom Umfang der Software.

Aber damit wird im Herbst Schluss sein, wenn Apple ein Update seiner Mail App ausliefert. In der Mail App verhindert der E-Mail-Datenschutz, dass Absender mithilfe unsichtbarer Pixel Informationen über die Nutzer sammeln. Mit dem neuen Feature können Anwender verhindern, dass Absender erfahren, wann sie eine E-Mail öffnen. Außerdem maskiert es ihre IP-Adresse, damit sie nicht mit anderen Onlineaktivitäten verknüpft oder zur Bestimmung ihres Standorts verwendet werden kann. Für den Datenschutz ein großer Schritt, für mich als Marketingmensch ein Rückschritt.

Digitales Erbe
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich gestorben bin? Hierzu halte ich einige Vorträge, denn vielen Menschen ist nicht bewusst, welche ideellen und finanziellen Werte auf ihren Rechnern, Smartphones und in der Cloud liegen. Diese Rechte und Pflichten gehen an den Erben über, wenn er sie annimmt.

Werden aber keine Passwörter vererbt, hat der Erbe ein massives Problem, an dieses Erbe heranzukommen. Bei Apple ist dies besonders schwer, da Cupertino den Datenschutz sehr, sehr hoch hängt. Wir erinnern uns an den Streit von Apple mit dem FBI. Die Ermittler wollten, dass Apple ein iPhone 4 eines Terroristen auswertet, um an die Daten heranzukommen. Apple weigerte sich.

Zum Thema digitales Erbe gibt es bei Apple jetzt einen neuen Dienst iCloud+. Apple erlaubt nun, eine Person zu Lebzeiten zu bestimmen, die über Fragen dieser Art entscheiden kann. Das bedeutet, ich muss meine Vorträge über digitales Erbe anpassen, denn Apple hat hier endlich reagiert.

Rode Wireless go ans iPad 12,9 USB-C/iPhone Lightning

6. Juni 2021

Für mich ist das RØDE Wireless Go die ideale Funk-Mikrofonlösung, wenn ich etwas weiter entfernt vom Aufnahmegerät bin. Rode liefert Sender und Empfänger samt toter Katze und ein Verbindungskabel für Sender zur Kamera mit 3,5 mm-Aux-Stecker. Das ist ein TRS zu TRS-Kabel. Ich hab es natürlich zum falschen Zeitpunkt gekauft, denn inzwischen bietet Rode ein System Rode Wireless GO II mit zwei Sendern und einem Empfänger. Die Technik ist die gleiche.

Aber was tun, wenn die Kamera ein iPhone oder ein iPad 12,9 mit USB-C-Anschluss ist? Die Apple Geräte haben keinen klassischen Kopfhörereingang der alten Schule, sondern nur Lightning beim iPhone und USB-C beim iPad 12,9. Dazu wird zunächst ein anderes Verbindungskabel benötigt – ein TRS zu TRRS Adapter. Bei Rode heißt es SC7-Kabel. Ein Stecker hat drei Ringe, der andere hat zwei.

Jetzt benötigt man für das iPhone ein Aux-in zu Lightning. Das iPad benötigt ein Kabel Aux-in zu USB-C. Ich verwende dieses hier AUX USB C.

So gehts: iPhone trotz Maske mit Apple Watch entsperren

28. April 2021

Diese Funktion der Kombi iPhone & Apple Watch habe ich in Corona-Zeiten wirklich gebraucht. Seit den Updates auf iOS 14.5 und WatchOS 7.4 ist es möglich trotz Maske das iPhone zu entsperren. Ein wirklich praktisches Feature in Corona-Zeiten. Und so geht es:
Voraussetzung ist freilich die vorherige Installation von iOS 14.5 und WatchOS 7.4. Um die Zusammenarbeit der mobilen Devices zu aktivieren, geht man wie folgt vor:


Am iPhone unter Einstellungen das Menü FaceID & Code aufrufen.

Dann seinen persönlichen Code eingeben:

Etwas runter scrollen und den Punkt Apple Watch von … aktivieren.

Nochmals aktivieren bestätigen

Es dauert ein paar Sekunden und die AppleWatch sollte natürlich in der Nähe sein. Dann ist alles bereit.

Maske aufziehen und testen. Und dennoch gilt: Abstand halten und bleibt gesund.

Achter Todestag von Steve Jobs

5. Oktober 2019

Heute vor acht Jahren verstarb Steve Jobs. Für mich wird dieses Genie immer in Erinnerung bleiben und ich werde seinen Todestag würdigen. Seine Unternehmen Apple und Pixar haben sich seit seinem Tod verändert, aber die DNA der Unternehmen ist immerfort noch Steve Jobs.

Macworld 2008: Steve Jobs und Homer

Macworld 2008: Steve Jobs und Homer

An seinem Todestag will ich auf Jobs Nachfolger bei Apple eingehen. Tim Cook. Ich lese gerade die Biografie Tim Cook: Das Genie, das Apples Erfolgsstory fortschreibt von Leander Kahney. Ein sehr lesenswertes Buch, das ich vom Verlag zur Verfügung gestellt bekam. Der Unternehmensführer Cook, der von The Donald als Tim Apple bezeichnet wurde. Cook änderte seinen kurzfristig seinen Twitter-Account daraufhin zu Tim Apple, soviel zum Humor des Mannes.

Tim Apple

Tim Apple

Er betont immer wieder, wie wichtig Steve Jobs für Apple und für ihn persönlich gewesen sei. Das glaube ich gerne.
Jobs wählte persönlich Cook zu seinem Nachfolger aus. Und Jobs wählte keine Kopie seiner eigenen Person. Cook ist ein anderer Typ, aber auf seine Art nicht minder erfolgreich, aber anders. Er ist in erster Linie ein Mann der Logistik, ein Mann der Zahlen und Finanzen. Auch er hat seine Visionen, aber sie sehen anders aus als die Visionen von Jobs. Mit der Apple Watch hat er sein eigenes Produkt auf den Markt gebracht und das sehr erfolgreich. Von seiner Persönlichkeit ist Cook wohl ein sportbegeisterter, fitter Zeitgenosse. Die Apple Watch als Wearable Device ist ein Gerät, die vor allem die Gesundheit und Fitness im Zentrum hat. Das war bei Jobs nicht so wichtig. Nun setzt Cook daran, die Services auszubauen: Apple Music steht prima da, Apple Arcade und Apple TV+ müssen sich bewehren.

Keynotes sind heute keine Oneman-Show mehr.

Keynotes sind heute keine Oneman-Show mehr.

Natürlich schaue ich mir als Apple Fan-Boy die Keynotes von Apple noch an. Die Veranstaltungen mit Steve Jobs hatte ich mehrmals live vor Ort in San Francisco gesehen – Tim Cook kenne ich nur vom Stream. Ich hatte leider noch keine Möglichkeit Tim Cook live zu genießen. Die Veranstaltungen von Jobs waren eine Art Gottesdienst. Er war der Hohepriester, der Apple zelebrierte. Wir waren die Jünger. Dies ist wohl nicht mehr so und dennoch auf ihre Art spannend. Eine Keynote von Jobs war in der Regel eine Oneman-Show, Cook setzt auf das Team, wobei ich schon fast den Überblick verliere, wer jetzt auf der Bühne zur Gemeinde spricht. Auf der jüngsten Keynote freute ich mich wie ein Schneekönig als Phil Schiller Auftrat und das neue iPhone in gewohnter Schiller-Manier anpries. Ich freute mich und ich glaubte, dass Schiller sich ebenso freute. Wie genial waren damals die Spielereien von Jobs und Schiller – erinnert sei an die Miss Marple Handtasche iBook. Natürlich würde ich gerne ein One more Thing hören, aber dazu wird es bei Cook wohl nicht kommen. Es ist eine andere Zeit. Danke Steve Jobs für deine Visionen und wir denken weiter an dich

Update von Apps unter iOS 13

23. September 2019

Mein erster Eindruck von iOS 13 für das iPhone ist durchaus positiv. Es sind viele kleine Neuerungen, die das Leben einfacher machen sollen. Eine ist mir besonders aufgefallen, nämlich beim Aktualisieren von Apps.

Bisher gab es im App Store unter iOS 12 an der unteren Leiste den Button Updates, der anzeigte, welche Apps aktualisiert werden können. In iOS 13 ist dieser Button verschwunden und wurde durch den neuen Service Arcade ersetzt. Wie kann ich also künftig Updates meiner Apps durchführen?

Die Lösung liegt in dem eigenen Icon rechts oben im Eck. Einfach auf sein Icon drücken und es klappen Informationen über deinen Account auf. Unten gibt es nun eine Liste, welche Updates nun anstehen. 

Die Videokamera in der Hosentasche – Gedanken zum Videofilmen mit dem Smartphone

22. Juli 2018

Das Smartphone hat eine Revolution eingeleitet. Es ist nicht nur ein Telefon in der Hosentasche, sondern viel mehr: Fotokamera, Navigation, Einkaufskorb und mehr – wie auch eine Videokamera und ein Schnittstudio in der Hosentasche. Wir haben uns die Sache näher angesehen. Viele meiner Videos drehte ich mit dem iPhone X und habe ein paar Tipps zusammengestellt. 

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Gleich vorweg: Wer Videos mit seinem Smartphone aufnehmen will, sollte sie im Querformat drehen. Die Ausspielmöglichkeiten wie TV-Gerät, die VR-Brille oder Computerbildschirm sind quer. Auch die menschlichen Augen sind nebeneinander und nicht übereinander. Und dann ist die Haltung des Smartphones wichtig: Mit beiden Händen das Smartphone an den Körper ziehen und nicht einhändig bei gestrecktem Arm drehen. Das Video droht sonst zu verwackeln und wird für den Zuseher eine Tortur. 

Der richtige Ausschnitt

Beim Filmen geht es um den richtigen Bildausschnitt. Die Filmer sprechen grundsätzlich von der Totalen, Halbtotalen, Medium Shot, Halbnah, Nah, Großaufnahme und Detail. Jede Einstellung hat ihre Berechtigung und eine eigene Erzählform. Daher sollte sich der Videofilmer vorher Gedanken machen, wie die einzelnen Shots später im Schnittprogramm zusammengefügt werden. Wichtig: Es soll immer eine Geschichte erzählt werden, bei der der Rhythmus stimmt. Sind die Shots zu lang, langweilt sich der Zuseher, sind sie zu kurz, wird das Endprodukt zu hektisch. Beim Aufnehmen immer daran denken, ein, zwei Sekunden vor der eigentlichen Szene den Aufnahmeknopf zu drücken und nach der Szene noch ein, zwei Sekunden hinzuzugeben. Das erleichtert die anschließende Arbeit im Schnitt enorm, denn wegschneiden kann man immer etwas. 

Ähnliches gilt bei der Aufnahmequalität: Die Aufnahmequalität grundsätzlich hoch einstellen. Moderne Smartphones nehmen bis zu 4K auf, das ist die vierfache HD-Auflösung. Natürlich werden dann die einzelnen Takes und der spätere Film recht groß. Und auch hier gilt: Runterrechnen der Qualität geht immer, Hochrechnen nicht. 

Große Filmregisseure lassen die Finger weg vom Zoom. Es gibt die Regel: Ein Hinein- oder Hinauszoomen muss begründet und kein Selbstzweck sein. Weniger ist oftmals mehr im Film. Ein Fehler, der auf den Zuschauer verstörend wirkt, ist der Achsensprung. Ein Achsensprung ist ein Filmschnitt, mit dem die Beziehungsachse der Figuren oder Gruppen übersprungen wird. Die Kamera springt auf die falsche Seite und die Szene wirkt auf den Zuseher verwirrend.  

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Die richtige Videosoftware

Natürlich lassen sich mit den eingebauten Standard-Apps auf dem Smartphone hervorragende Ergebnisse drehen. Die Video-Apps der Hersteller werden immer leistungsfähiger. Aber es gibt auch Zusatz-Apps, die mehr herausholen. Unschlagbar ist das kostenpflichtige FILMIC Pro, das geniale Einstellungsmöglichkeiten für den Filmer bietet. Auch Zusatzsoftware wie ein Teleprompter ist überlegenswert. Wenn jemand einen längeren Text direkt in die Kamera hineinsprechen soll, gibt es dafür eine Teleprompter-App. Hier läuft der Text ab und der Sprecher kann den Text ablesen, ohne dass es dem Zuseher auffällt. Zudem sollte sich der ambitionierte Filmer Tools wie Hyperlapse oder Zeitraffer-Apps ansehen, die nette Effekte erzeugen. 

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Sicherer Stand 

Der Reiz von Videos mit dem Smartphone ist natürlich, dass der Filmer komplett mobil ist. Er dreht seine Einstellungen aus der Hand. Allerdings bietet sich je nach Situation der Einsatz eines Stativs an. Achten Sie darauf, dass Sie sich im Vorfeld einen Adapter besorgen, mit dem Sie das Smartphone auf das Stativgewinde schrauben können. Hier kann der Filmer auch einen Selfiestick verwenden, bei dem das Smartphone eingeklemmt wird. Ausgelöst werden die Aufnahmen dann per Bluetooth. Ein kleines Tischstativ sollte der Smartphonefilmer  immer in der Tasche haben. Das klassische Dreibein steht stabil, das biegsame Mini-Stativ mit flexiblen Beinen kann dagegen Unebenheiten ausgleichen. 

Wenn der Filmer eine Kamerafahrt drehen will, bietet sich der Einsatz eines Gimbals an. Damit lassen sich Shots aus der Hüfte mit butterweichen Schwenks und ohne Verwacklungen drehen. Die Ergebnisse dieser Bildstabilisierung sind eindrucksvoll. Die Anordnung und ein ausgewogener Schwerpunkt ermöglichen dem Objekt in der Mitte eine dreidimensionale Bewegung. 

Wer richtig Action haben will, dem sei eine Kopfhalterung oder Headset empfohlen. Hier schnallt der Filmer sich seine Kamera auf den Kopf und hat die Hände frei. Die Perspektive des Films ist interessant. Achten Sie darauf, dass Ihre Haare nicht im Bild sind. 

An die tote Katze denken

Ein Schwachpunkt beim Filmen mit dem Smartphone ist immer der Ton. Daher sollte der Kauf eines externen Mikrofons überlegt werden, das direkt an das Smartphone angeschlossen wird. Achten Sie auf Ihre Anschlussmöglichkeiten am Smartphone, ob Lightning, Kopfhörerbuchse oder Mini-USB. Sehr bewährt haben sich neben Aufsteckmikrofonen auch die Ansteckmikrofone, die an der Kleidung nahe am Mund befestigt werden. Wer draußen bei Wind dreht, der braucht unbedingt eine tote Katze. Darunter versteht der Filmer einen Windschutz. Hierbei handelt es sich um einen Aufsatz aus künstlichem Fell.

Licht aus – Spot an

Obwohl Smartphones lichtempfindlich sind, ist der Kauf einer Videoleuchte überlegenswert. Heute haben sich LED-Leuchten durchgesetzt. Sie werden nicht heiß und ihre Intensität lässt sich regulieren. Die kleinen Scheinwerfer laufen mit Akku und sorgen für das notwendige Licht beim Dreh, wenn es dunkel wird. Achten Sie darauf, dass die LED-Scheinwerfer ein Stativgewinde haben, um sie bei Bedarf auf ein Stativ schrauben zu können. 

Let‘s fix it in the post 

Der meist gehörte Satz beim Filmen lautet „Let‘s fix it in the post“ – etwa: „Die Fehler bügle ich in der Postproduktion, beim Schnitt aus.“ Der Einsatz des richtigen Schnittprogramms erleichtert wesentlich die Arbeit. Für Android gibt es  kostenlos das bewährte FilmoraGo für Android mit großem Funktionsumfang. Filme mit dem iPhone greifen auf das integrierte iMovie zurück.

Wer es mächtiger will, kann sich den AndroVid – Video Editor ansehen. Beim iPhone haben sich die beiden kostenpflichtigen Programme Videoleap und vor allem LumaFusion einen hervorragenden Namen gemacht. Zudem ist es empfehlenswert sich kleine Tools wie Horizont anzuschaffen, die die Filme ausgleichen. 

Wohin damit?

Ein Film auf dem Smartphone ist fein, doch noch feiner ist es, wenn er sein Publikum findet. Die beiden größten Plattformen für Videos sind YouTube und Vimeo, aber natürlich erzielt man bei Facebook auch enorme Reichweiten. All diese Plattformen sind kostenlos. Unbedingt aufpassen: Keinen Spaß versteht die GEMA, die die Rechte der Musiker wahrt. Verstöße hier können richtig teuer werden, auch für Privatanwender. Übrigens: Hier geht es zu meinem YouTube-Kanal von redaktion42.

Brauche ich den Apple HomePod, wenn ich Amazon Echo nutze?

24. Januar 2018

Der Apple HomePod erscheint und ich frage mich, brauche ich den Lautsprecher wirklich?

Der Apple HomePod erscheint und ich frage mich, brauche ich den Lautsprecher wirklich?

Am 9. Februar erscheint in den USA, Großbritannien und Australien der Apple HomePod. Noch im Frühjahr soll der neuartige Lautsprecher von Apple in Deutschland erscheinen. Ich stell mir die Frage: Kommt Apple zu spät? Brauche ich den HomePod überhaupt?
Stolze 350 US-Dollar soll der HomePod in den USA kosten. Meine Euphorie hält sich als Apple Fan-Boy in Grenzen, denn ich frage mich, wozu ich den HomePod überhaupt brauche. Die Lautsprecher sollen innovativ sein. Nun das erwarte ich eigentlich von Apple. Zu Hause habe ich noch die Apple BoomBox und sie versorgt mich am Schreibtisch mit Musik. Inzwischen ist im ganzen Haus bei uns Amazon Echo mit seinen Ablegern Show und Dot eingezogen. Der Sprachassistent Alexa funktioniert gut – zum Teil besser als Apple Siri. Apple muss für mich bei der Spracherkennung nachlegen und die Funktionen erweitern. Ich weiß, dass Apple nicht immer das erste Unternehmen in einem neuen Markt war und doch hat die Marktmacht von Apple aber gezeigt, dass sich das System aus Cupertino durchsetzte. Der iPod war beispielsweise nicht der erste mp3-Player, aber er war der beste. Ich bin gespannt, wie es sich mit dem HomePod entwickelt.
Zu Hause hat nur K2 Apple Music abonniert und hört hier Musik. Der HomePod versteht sich auf Apple Music. Ich selbst bin noch ein Jäger und Sammler. Ich kaufe noch Vinyl und CDs – in der Regel bei Amazon und kann damit auf Amazon Music zugreifen – über den Amazon Echo. Nun, unsere gekaufte und gerippte Musik liegt auf unseren Heimserver, der auf iTunes läuft. Mal sehen, wie der HomePod mit dem heimischen iTunes-Server zusammenarbeitet.

Amazon Show und seine Kollegen Echo und Dot leisten zu Hause einen guten DIenst.

Amazon Show und seine Kollegen Echo und Dot leisten zu Hause einen guten DIenst.

HomePod und SmartHome
Im Moment bin ich neugierig, aber nicht gierig auf den HomePod. Ich möchte mir das Teil in Ruhe im Apple Store ansehen und testen.
Zudem soll der HomePod die Heimautomatisierung auf iHome-Basis übernehmen. Mit Siri kann der HomePod Nachrichten senden, Timer setzen, Podcasts abspielen, Updates zu Nachrichten, Sport, Verkehr und Wetter abrufen und eine große Auswahl an HomeKit fähigem Smarthome-Zubehör steuern. Nun, das klingt schön, wenn das Ganze nicht bereits durch Amazon Echo bei uns erledigt wird. Brauche ich wirklich zwei Systeme zu Hause? Gibt es neben Alexa noch einen Platz für Siri – und wie reagiert meine Frau bei diesen ganzen Frauennamen?
Ich will den HomePod nicht ablehnen und ich lese jetzt schon die ganzen Meldungen mit dem Tenor: Apple kommt zu spät. Ich will nicht als Apple Fan-Boy in dieses Horn blasen, aber Apple muss mich schon gehörig überzeugen, wenn der 350 US-Dollar teure Lautsprecher bei uns einziehen soll. Der Amazon Echo ist bereits mit den vorhandenen Bluetooth-Boxen zu Hause verbunden. Brauche ich da wirklich noch ein weiteres Lautsprechersystem, sei es noch so innovativ.
Nun, ich merke, ich bin unsicher und suche noch die Positionierung. Und ich meine Bitte an Apple: Bitte Tim Cook und Kollegen, überzeugt mich!

HomePod: Technische Daten
Mit einer Höhe von knapp unter 18 Zentimetern repräsentiert HomePod Jahre der Hardware- und Softwareinnovation, so Apple in einer Pressemitteilung.
Dort heißt es weiter: „Vollgepackt mit von Apple entwickelter Audiotechnologie, nutzt HomePod fortschrittliche Software zur Akustikmodellierung in Echtzeit, zur präzisen Richtungssteuerung der Musik, zur Echokompensation und vielem mehr. Die innovativen Softwarefunktionen profitieren von der Leistungsfähigkeit des Apple A8-Chips und sorgen für einen breiten, weiträumigen Klangraum. Mit Hilfe der Raumerkennung erfasst HomePod seine Position im Raum, passt automatisch jeden Ton an und erzeugt einen großartigen Klang, unabhängig davon, wo er sich befindet.“ Na da bin ich mal sehr gespannt und würde es gerne zu Hause ausprobieren.

Apple Spartacus hatte zu seiner Zeit einen fetten Sound durch Bose-Boxen vorgelegt.

Apple Spartacus hatte zu seiner Zeit einen fetten Sound durch Bose-Boxen vorgelegt.

Ich habe noch den Spartacus von Apple zu Hause, der Mac, der zum 20. Geburtstag des Unternehmens auf den Markt gebracht wurde. Das Soundsystem damals war sehr innovativ. Mal sehen, was der HomePod bringt. HomePod verfügt über einen großen, von Apple entwickelten Tieftöner für satte, saubere Bässe, eine eigens entwickelte Anordnung von sieben Hochtönern nach Richtstrahlverfahren, die reine Hochfrequenz-Akustik mit präziser Richtungskontrolle bieten und leistungsstarke Technologien, um Detailreichtum und Intention der Originalaufnahmen zu erhalten. Durch die Anordnung von sechs Mikrofonen kann HomePod „Hey Siri“ von jeder Position im Zimmer hören, selbst während laute Musik abgespielt wird. IM Grunde kennen wir das System bereits von Amazon Echo mit dem Ruf Alexa. Der Klang vom Echo ist nicht der Hammer, dafür hängt das System an den vorhandenen Boxen.
Die Einrichtung ist ebenso unkompliziert und intuitiv wie die Inbetriebnahme von AirPods — einfach ein iPhone neben HomePod halten und schon kann die Musikwiedergabe in Sekundenschnelle beginnen, erklärt Apple. „Um anzuzeigen wann Siri eingesetzt wird, erscheint die Siri-Wellenform auf der Oberseite. Integrierte Touch-Bedienelemente ermöglichen eine einfache Navigation.“
Kurzum, ich bin gespannt, was das Ding leisten kann und wiederhole mich: Apple, überzeugt mich.

Bis zur Apple Keynote blättere ich durch 20 Jahre Apple Geschichte

12. September 2017

Langsam beginnt bei mir wieder der Apple Hype. Als langjähriger Apple- und später Mac-User freue ich mich auf die heutige Keynote zum neuen iPhone. Es ist schon genug spekuliert worden, welche Features die neuen Apple Devices haben werden. Abwarten und Tee trinken – bald wissen wir mehr.
Für mich bedeutet eine anstehende Keynote auch immer in die Vergangenheit zu schauen. Apple hat mit seinen Produkten mein Leben bereichert. Ich hatte das Buch Designed by Apple in California am Erscheinscheinungstag 15. November 2016 gekauft. Heute begebe ich mich wieder auf einen Streifzug durch die jüngere Apple Geschichte. Im Vorfeld der heutigen Keynote holte ich das Buch hervor und schwelgte in der jüngeren Vergangenheit. Das Buch gibt keinen Überblick über die gesamte Geschichte von Apple Produkten. Es sind die Jahre ab der Einführung des iMacs. Ich selbst bin schon länger, viel länger dem Unternehmen aus Cupertino verbunden. Während ich diese Zeilen am iPad Pro tippe schaue ich auf eine Lisa, einer der ersten Flops des Unternehmens.


Steve Jobs kam zu Apple zurück und führte den Computerhersteller zu neuen Größen. Heute ist Apple das reichste Unternehmen auf diesem Planeten und hat sich von einer Computerbude zu einem Medienunternehmen gemausert. Diesen Weg zeigt auch das wunderbare Buch Designed by Apple in California. Ich habe mir die Luxusvariante des Buches in der Größe 330 x 413 mm gekauft und blättere gerne die 300 Seiten mit den 450 Fotografien durch. Es sind intensive Bilder, die Apple uns dort bietet. Viele Aufnahmen kennen wir aus PR- und Marketingkampagnen, doch es sind auch Produktionsskizzen und Produktionsbilder darunter. Alles exzellent fotografiert und auf hochwertigen Papier gedruckt. Schon alleine das Auspacken des Buches ist ein haptisches Erlebnis, wie das Auspacken eines Apple-Produktes.

Beim ersten Durchblättern empfinde ich eine Kühle bei den Produktfotos. Sir Jony schreibt auch in seinem Vorwort von einer detaillierten Sachlichkeit der Bilder. Aber diese Kühle verfliegt beim zweiten und dritten Durchsehen, denn der Apple Fan erkennt seine Produkte, mit denen er gearbeitet hat – zu denen er eine Beziehung aufgebaut hat: Macs, iPods, iPads, iPhones. Gedanken schwirren mir durch den Kopf: Was war eigentlich mein Lieblingsmac? Nun, auf jeden Fall die Miss Marple-Handtasche, der Lampen-iMac, das Wallstreet-PowerBook und ja auf jeden Fall der Cube. Weniger Emotionen hatte ich bei den G4 oder die G5-Käsereibe. Richtig das Herz ging mir auf bei den iPods und den iPhones. Dies waren Devices, die ich immer, ja wirklich immer dabei hatte. Sie waren und sind meine ständigen Begleiter.


Und es kommen mir Erinnerungen an einen Apple-Kalender, den wir damals bei der MACup herausgegeben haben. 12 Kalenderbilder wunderschön fotografiert, es macht mich noch heute stolz, dass wir damals das Projekt durchgezogen haben. Später durfte ich sogar noch einen Kalender mit Retro-Computern produzieren.
Zurück zu Designed by Apple in California: Mir ist aufgefallen, dass ich das Buch sehr sorgsam behandle. Gedruckt wurde es auf speziell gewalztem Papier aus Deutschland mit vergoldetem mattierten Silberrand, mit acht Farbtrennungen und Tinten mit geringem Geistereffekt. Es hat über acht Jahre gedauert, dieses Hardcover Buch fertigzustellen, behauptet zumindest Apple. Warum es so lange gedauert hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich lag es an den Rechten, aber das ist nur eine gemeine Vermutung.
Also, ich blättere das Buch nochmal in Ruhe durch und schaue mir nachträglich die Keynote im Stream an. Tim ist mir wichtig, aber in München habe ich ein Rendezvous mit Mick, Keith und den anderen rollenden Steinen. Viel Spaß bei der Keynote.