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50 Jahre Apple – ich gratuliere als Fan-Boy

1. April 2026

Heute wird Apple 50. Jahre alt und ich begleite seit langem als Apple-Fanboy das Unternehmen aus Cupertino. Über die Jahre habe ich viele Seiten des Unternehmens und dessen Produkte, aber auch Akteuere beleuchtet. Ich war bei der Präsentation des iPhones vor Ort und habe gemerkt, wie der Apfel die Welt veränderte. Als ich damals in San Francisco bei der Vorstellung des iPhone im Saal saß, lag etwas in der Luft, das weit über die übliche Spannung einer Produktpräsentation hinausging. Es war dieses seltene Gefühl, Zeuge eines Augenblicks zu sein, in dem sich Zukunft plötzlich nicht mehr wie eine abstrakte Idee anfühlt, sondern wie etwas, das im selben Moment Wirklichkeit wird. Schon bevor Steve Jobs die Bühne betrat, war eine elektrisierende Aufbruchstimmung zu spüren. Man merkte, dass hier etwas Besonderes passieren würde. Doch als er dann mit seiner unnachahmlichen Ruhe und Klarheit sprach, verdichtete sich diese Erwartung zu einer Energie, die den ganzen Raum erfasste.
Ich hatte das Gefühl, dass sich in diesem Moment ein neues Kapitel öffnete. Es war nicht nur die Vorstellung eines technischen Geräts, sondern die Ankündigung einer anderen Denkweise. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Telefone, Computer oder einzelne Funktionen. Es ging um die Idee, dass Technik sich dem Menschen anpassen kann, dass sie intuitiv, elegant und beinahe selbstverständlich in den Alltag übergeht. Diese Erkenntnis wirkte wie ein Funke. Man sah in den Gesichtern der Menschen nicht bloß Interesse oder Neugier, sondern echtes Staunen. Es war diese besondere Mischung aus Begeisterung, Hoffnung und dem Gefühl, an einem Wendepunkt dabei zu sein.

Von dieser Präsentation ging eine enorme positive Kraft aus. Sie bestand nicht allein in der Faszination für das Gerät selbst, sondern in dem Optimismus, den es verkörperte. Auf einmal schien alles möglich. Man spürte den Glauben daran, dass Innovation nicht kalt und technisch sein muss, sondern inspirierend, fast menschlich. Das iPhone stand an diesem Tag für Mut, Vorstellungskraft und den Willen, Gewohntes radikal neu zu denken. Diese Kraft sprang auf das Publikum über. Sie machte aus Zuschauern Beteiligte, aus Skeptikern Gläubige und aus einem Produktmoment ein Erlebnis, das weit über den Saal hinausstrahlte. Seine Stanford-Rede wird uns alle in Erinnerung und als Mahnung bleiben: Stay hungry, stay foolish. Nothing more: Stay hungry, stay foolish. Vielen Dank Steve Jobs.

Heute will ich zum 50. Geburtstag einen Blick auf die Verfilmungen rund um Apple werfen. Im Kino und Fernsehen sind Apple und sein Mitgründer Steve Jobs längst zu Projektionsflächen geworden, an denen sich der Mythos vom charismatischen, aber gnadenlosen Tech-Visionär immer neu verhandeln lässt. Besonders deutlich wird das in jenen Verfilmungen, die explizit sein Leben oder die Geschichte des Unternehmens nachzeichnen und dabei ganz unterschiedliche formale Zugriffe und Blickwinkel wählen.

Im Zentrum steht dabei die Filmbiografie „Steve Jobs“ aus dem Jahr 2015 unter der Regie von Danny Boyle, deren Drehbuch Aaron Sorkin auf Basis der autorisierten Biografie von Walter Isaacson entwickelte. Statt einer klassischen „Birth-to-death“-Erzählung fokussiert der Film drei Schlüsselmomente der Apple-Geschichte: den Macintosh-Launch 1984, die Vorstellung des NeXT-Computers 1988 und die Rückkehr Jobs’ zu Apple mit der Präsentation des iMac 1998. Diese strenge Dreiteilung verdichtet sein Leben zur Backstage-Situation, in der technische Krisen, Machtkämpfe im Management und die konfliktreiche Beziehung zu seiner Tochter Lisa in schnellen, dialoggetriebenen Schlagabtäuschen verhandelt werden. Michael Fassbender zeichnet Jobs dabei als hochkonzentrierten, sprachlich brillanten, zugleich emotional verkapselten Antreiber, während Figuren wie Steve Wozniak (Seth Rogen) oder Marketing-Managerin Joanna Hoffman (Kate Winslet) das moralische und menschliche Korrektiv der Story bilden.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte „Jobs“ (2013), inszeniert von Joshua Michael Stern, versucht, den Aufstieg des jungen Steve Jobs von den Studienjahren am Reed College in den 1970ern bis zur Einführung des iPod 2001 in einen klassischen Biopic-Bogen zu packen. Ashton Kutcher übernimmt hier die Hauptrolle und kopiert mit sichtbarer Lust die Gestik, Körpersprache und den ikonischen Look des Apple-Gründers, vom Barfuß-Hippie über den Garage-Unternehmer bis zum schwarz gerollkragigen Keynote-Star. Dramaturgisch folgt der Film einer vertrauten Erfolgsstory-Choreografie: Garage, Gründung, erster Erfolg mit dem Apple II, Hybris, interner Machtkampf, Absturz und schließlich die Rückkehr als geläuterter Unternehmer, die in der Vision vom iPod kulminiert. Wo Boyles „Steve Jobs“ die Figur eher als Textoberfläche für Dialog und Idee begreift, setzt „Jobs“ stärker auf Identifikation, montiert Stationen der Firmengeschichte und versieht sie mit sentimentalen Akzenten, etwa in der Beziehung zu Wozniak oder in der Inszenierung kreativer Erleuchtungsmomente.

Noch bevor das moderne Biopic Steve Jobs als Einzelhelden entdeckte, hatte 1999 der TV-Film „Pirates of Silicon Valley“ unter der Regie von Martyn Burke das Panorama der frühen PC-Ära entworfen. Hier steht nicht allein Apple im Fokus, sondern das Duell zweier Konzerne und ihrer Frontmänner: Noah Wyle spielt Jobs, Anthony Michael Hall verkörpert Bill Gates, und die Handlung spannt einen Bogen von 1971 bis 1997. Ausgehend vom Sachbuch „Fire in the Valley: The Making of the Personal Computer“ zeichnet der Film die Rivalität zwischen Apple und Microsoft als halb ironische, halb tragische Gründungslegende: die rebellischen „Piraten“ aus der Garage, die sich mit der Zeit in machtbewusste Konzernlenker verwandeln. Visuell bleibt der TV-Film relativ konventionell, aber erzählerisch gelingt ihm eine interessante Doppelbewegung: Jobs erscheint als charismatischer, oft tyrannischer Visionär, während Gates als opportunistischer Tüftler gezeichnet wird, der die „Piraten“ mit ihren eigenen Mitteln übertrumpft und so symbolisch das Ende der Unschuld der Heimcomputer-Ära markiert.

Neben dramatischen Spielfilmen haben sich auch mehrere Dokumentarfilme dem Phänomen Apple und Steve Jobs genähert. „Steve Jobs: The Man in the Machine“ von 2015, inszeniert von Alex Gibney, stellt den Versuch dar, den Kult um Jobs zu dekonstruieren und die Schattenseiten hinter dem gefeierten Marken-Image sichtbar zu machen. Der Film verknüpft Archivmaterial, Interviews und Medienschnipsel, um zu zeigen, wie ein charismatischer Unternehmer zur quasi-religiösen Projektionsfigur werden konnte – und welche sozialen wie ethischen Kosten dieser Mythos hatte, etwa in Bezug auf Arbeitsbedingungen und das Privatleben des Gründers. Parallel dazu existieren Nischenproduktionen wie „Welcome to Macintosh“ (2008) oder „Macheads“ (2009), die weniger Jobs selbst als die Apple-Community und deren spezifische Mischung aus Technikbegeisterung, Markenloyalität und Identitätspolitik beleuchten. Hier tritt Jobs eher als abwesender Mittelpunkt auf: Die Filme untersuchen, wie sich um ein Unternehmen eine Anhängerschaft bildet, in der Produkte zu kulturellen Distinktionsmerkmalen werden.

Diese unterschiedlichen Zugriffe – vom verdichteten Theaterstück im Backstage-Raum bei Boyle über die chronologisch ausbuchstabierte Erfolgsbiografie bei Stern bis hin zum Fernsehpanorama der 1990er-Jahre und den kritischen Dokumentationen – zeigen, wie wandelbar die filmische Figur Steve Jobs ist. Mal fungiert er als Projektionsfläche für die Idee des genialischen Unternehmers, mal als exemplarischer Fall für die Schattenseiten des Silicon-Valley-Kapitalismus, mal als Marken-Ikone, um die sich eine quasi-religiöse Fangemeinde schart. Gleichzeitig schreibt jede dieser Verfilmungen ein Stück Apple-Geschichte mit, sei es in der pathetisch gerahmten Produktpräsentation, in den Rekonstruktionen legendärer Keynotes oder in der nüchternen Aufzählung von Meilensteinen der Computerentwicklung. So entsteht über die Jahre ein vielschichtiger, widersprüchlicher Kanon von Apple- und Jobs-Bildern, der weniger eine „wahre“ Biografie erzählt, als vielmehr unsere kulturellen Vorstellungen von Innovation, Genie und Erfolg im digitalen Zeitalter spiegelt.

TV-Tipp: 50 Jahre Apple – Steve Jobs und die digitale Revolution

27. März 2026

Vor 50 Jahren wurde Apple in einer kalifornischen Garage gegründet – ein Unternehmen, das den Alltag radikal veränderte. Die dreiteilige SWR Dokuserie erzählt anlässlich des Jubiläums der Firmengründung am 1. April 1976, wie der Visionär Steve Jobs den Computer als Instrument der Befreiung neu definierte. Ich beschäftige mich seit Mitte der 80er Jahre mit Apple, war auf verschiedenen MacWorlds in SF, besuchte Cupertino und bin nun gespannt, was hier erzählt wird.

Die Geschichte vom rebellischen Start-up zum globalen Konzern verknüpft ikonische Momente der Tech-Geschichte mit persönlichen Geschichten und gesellschaftlichen Fragen, erstmals mit starken deutschen Bezügen. „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“ ist ab 26. März 2026 in der ARD Mediathek verfügbar. Die erste Folge ist am 30. März um 23:30 Uhr im Ersten zu sehen. Eine Koproduktion von SWR, NDR und HR in Zusammenarbeit mit Spiegel TV.

Anfänge einer rebellischen Idee
1976 bauen Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Für den jungen Jobs ist der Computer mehr als eine Maschine: ein Instrument der Befreiung, ein Alltagsgegenstand, vergleichbar mit einem Bleistift oder einer Gitarre. Er nennt es „ein Fahrrad für den Geist“. In Deutschland reagieren die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch. Doch Apple versteht es, seine Vision in Bilder und Gefühle zu übersetzen. Im legendären Werbespot von 1984 positioniert Apple sich als Rebell gegen das „Big Brother“-Establishment von IBM.

Etappen einer digitalen Vision
Die Dokuserie begleitet Apples Weg von der Gegenkultur zum Weltkonzern: den triumphalen Macintosh-Launch, Steve Jobs‘ dramatische Entlassung, seine Jahre bei NeXT und Pixar, die spektakuläre Rückkehr zu Apple und schließlich die iPhone-Revolution, die „die Menschheit fundamental verändert“ hat, wie Zukunftsforscher Tristan Horx beschreibt.

Der Wandel des Alltags und Einblicke von Insidern
Auf einer Zeitreise anhand zahlreicher Archivbilder veranschaulicht die Dokuserie, wie radikal sich unser Alltag in den vergangenen 50 Jahren verändert hat. Interviews mit Wegbegleiter:innen von Steve Jobs aus über vier Jahrzehnten zeigen, dass auch deutsches Know-how in Apple steckt: Designer Hartmut Esslinger aus dem Schwarzwald schafft Apples legendäre „Snow White“-Designsprache, Typograf Erik Spiekermann entwickelt bahnbrechende Schriften. Aus den USA erzählen Andy Cunningham, eine frühe Wegbegleiterin von Jobs, oder Andy Hertzfeld, Hauptentwickler des ersten Macintosh, vom Innenleben des legendären Teams. Ebenso wie Daniel Kottke, ehemaliger Mitbewohner und enger Mitarbeiter von Steve Jobs.

Perspektiven der Gegenwart
Die jüngere Generation sieht die digitale Revolution mit gemischten Gefühlen. Alicia Joe startete als Beauty-Youtuberin mit Schminktipps – heute macht sie Videos über Social-Media-Sucht. Politikerin Marina Weisband nutzt digitale Tools für demokratische Bildung – und benennt zugleich die Gefahren: Suchtpotenzial, ständige Erreichbarkeit, der Zwang zur permanenten Kommunikation. Wurde aus dem Werkzeug der Befreiung ein Kontrollinstrument? Zukunftsforscher Tristan Horx ordnet ein: „Die Digitalisierung hat auf die Zivilisation denselben Impact gehabt wie der Buchdruck. Nur sollten wir nicht vergessen: Der Buchdruck brachte als erstes keine Aufklärung, sondern religiöse Kriege. Jetzt geht es darum, Kulturtechniken zu finden, um mit dieser neuen Technik umzugehen.“

Parallelen zwischen Open AI und Apple

26. November 2023

Turbulent waren die Ereignisse bei Open AI und der Rauswurf von CEO Sam Altman, der Gang zu Microsoft und dann seine Wiedereinstellung bei Open AI. Ein ähnliches Ereignis habe ich in Grundzügen bei Apple schon einmal erlebt: Es handelt sich um die Ereignisse um Steve Jobs, die sich allerdings über mehrere Jahre hingezogen haben.

Der damalige Apple-Chef Steve Jobs wurde einst vom Vorstand an die Luft gesetzt. Das wurde von John Scully betrieben, den Jobs extra von Pepsi ins Unternehmen geholt hat. Jobs flog aus seiner eigenen Firma, gründete Next und investierte seine Millionen in Pixar. Apple ging fast den Bach runter und Jobs wurde als Heilsbringer zu Apple zurückgeholt, implementierte seine Next-Technik bei Apple und dann begann Cupertino einen Siegeszug ohnegleichen: iMac, iPod und iTunes – Ei Ei Ei der Rest ist Geschichte. Apple ist heute das reichste Unternehmen auf diesem Planeten. Jobs starb an Krebs und sein Nachfolger Tim Cook optimierte das Unternehmen weiter.

Ähnlich ging es bei KI-Hersteller Open AI zu, wobei die Details freilich unterschiedlich sind. Eigentlich ist das Unternehmen eine Stiftung für die Allgemeinheit, aber Sam Altman hatte die Milliarden von US-Dollar im Kopf, die in der KI-Technik stecken. Der Deal mit Microsoft spülte Milliarden in die Kassen von Open Ai, aber das Unternehmen entfernte sich mehr von den Stiftungszielen. Darauf zog der Vorstand am 16. November die Reißleine und warf Altman raus. Tags darauf die offizielle Entlassung und Rücktritt von Greg Brockman als Präsident. Altman heuerte gleich mal beim Investor Microsoft an und ein wichtiger Teil der Open AI-Belegschaft wollte Altman folgen. Dann kam der gewaltige Druck von Microsoft und der Investoren. Und siehe da, Ende der Woche war Sam Altman und Kollegen wieder zurück bei Open AI und nun beginnen die gnadenlosen Säuberungen bei Open AI. Altman weiß ja jetzt, wer seine Freunde sind.

Ich glaube, in der Managementtheorie heißt so etwas Bumerang-Management. Rauswerfen und zurückkehren und dann aufräumen. Ich bin sehr gespannt, wie es bei Open AI und KI weitergeht. Ich werde die Entwicklungen aufmerksam beobachten.

Mein laufender Tea Pot von Pixar zum Todestag von Steve Jobs

5. Oktober 2023

Heute im Jahre 2011 starb der Apple CEO Steve Jobs und er hinterließ eine gewaltige Lücke. Jedes Jahr erinnere ich an diesem Pionier der IT. Heute soll es aber weniger um Apple gehen, als um die andere Firma, mit der Steve Jobs wirklich, wirklich reicht geworden ist – es geht um Pixar.

Als Jobs bei Apple gefeuert wurde, suchte er ein neues Betätigungsfeld. Das fand er in seiner Firma Next, die aber aufgrund der hohen Kosten der sagenhaften Computer nicht so richtig laufen wollte. Auf einem Next Cube wurde übrigens das Internet von Tim Berners-Lee in Cern auf dem Betriebssystem NeXTStep erfunden.

Und dann kam es zur Scheidung von George Lucas von seiner Frau. Der Star Wars Schöpfer brauchte für diese Scheidung ziemliches Geld, um seine scheidende Gattin auszubezahlen. Lucas hatte mit Krieg der Sterne Kasse gemacht und musste sich von Teilen seines Firmenimperiums trennen, um diese Scheidung zu finanzieren. Er verkaufte die kleine Software-Schmiede Pixar an Steve Jobs. Der Rest ist Geschichte. Jobs pumpte Geld in die Firma, hielt sich aber weitgehend zurück und ließ den Kreativen um Edwin Catmull John Lasseter das Sagen. Mit Toy Story gelang ihnen der erste computeranimierte Spielfilm und läutete eine neue Ära des Zeichentrickfilms ein. Pixar hat insgesamt zwölf Oscars erhalten. So die Kurzfassung der Geschichte.

Auf der Siggraph (Special Interest Group on Graphics and Interactive Techniques) eine Technikkonferenz bin ich immer wieder gewesen und habe mit den Pixar-Leuten gesprochen. Über ihren obersten Chef wollten oder durften sie wenig erzählen bis auf John Lasseter, der Jobs als großen Visionär und Freund bezeichnete. Auf einer Siggraph bekam ich von Pixar nach einem Interview einen kleinen laufenden Tea Pot von Renderman geschenkt. Ich habe die Nummer 696 der limitierten Auflage. Renderman war die Rendersoftware von Pixar. Die sogenannte Utah-Teekanne (englisch: Utah teapot) gehört zu den ältesten und bekanntesten 3D-Modellen der Computergrafik. Ich halte die Figur in Ehren und denke an diesem Tag einmal wieder an Steve Jobs.

Buchkritik: Dragon Teeth – wie alles begann von Michael Crichton

20. November 2018

Ein Dino-Roman von Crichton aus dem Jahre 1974 wurde jetzt veröffentlicht.

Ein Dino-Roman von Crichton aus dem Jahre 1974 wurde jetzt veröffentlicht.

Was, es gibt einen neuen Roman von Michael Crichton? Der wunderbare Autor ist doch 2008 in LA verstorben und hinterließ so wichtige Romane wie Andromeda, Next, Sphere, 13. Krieger, Beute oder Airframe. Und er hinterließ uns die Dinos. Mit Dino Park und the lost Word – vergessene Welt schuf er Klassiker der Dino-Literatur, wie einst nur Sherlock-Holmes Autor Sir Arthur Conan Doyle mit Die vergessene Welt. Und die Erben dieses Crichton haben mit Dragon Teeth – Wie alles begann einen neuen, alten Roman herausgebracht. „Muss ich lesen“, war mein erster Reflex. Wie alles begann? – das deutet auf einen neuen Dino-Roman von Michael Crichton hin.
Der Verlag stellte mir dankenswerterweise das Buch Dragon Teeth zur Verfügung und nach dem Auspacken begann ich sofort zu lesen. Nach den ersten Zeilen war klar, es ist ein Crichton, es ist wirklich ein Crichton. Der Stil unverkennbar. Nach den ersten Seiten war klar, die Geschichte spielt im Wilden Westen. Ok, nach all den Gegenwarts- und Zukunftsromanen vor seinem Tode, jetzt ein Blick zurück. Sein Roman Der große Eisenbahnraub, der im Jahr 1855 spielt, war ja auch gelungen. Also Wilder Westen und Dinos, alles klar, dachte ich mir. Nach ein paar Kapiteln war klar, Dinos spielen in Dragon Teeth keine mit. Der Roman, der 1974 entstand und jetzt veröffentlicht wurde, dreht sich um die Jagd nach Fossilien und Sauerierknochen. Irgendwie sind Dinos drin, aber nicht, was ich erwartet habe. Der deutsche Titel Dragon Teeth – wie alles begann, hat mich auf die falsche Fährte gelockt. Ich hatte mir etwas völlig anderes bei dem Buch vorgestellt und war zunächst enttäuscht. Nein, ich war sogar ein wenig sauer auf die Werbung des Verlags, die ich als irreführend empfand.
Es ist ein Western mit einem interessanten Thema. Das Buch Dragon Teeth – Wie alles begann ist in einem historischen Kontext eingebettet, nämlich die Jagd der beiden konkurrierenden Knochenforscher Charles Marsh und Edward Drinker Cope im Jahre 1875. Die beiden Wissenschaftler gab es wirklich und die Rivalität ist belegt, nur die Figuren von Michael Critchon sind erfunden. Das Buch ließt sich flüssig, bringt überraschende Wendungen, bringt Revolverduelle, Indianderkriege, die rettende Kavallerie, Goldgräberstimmung, aber keine Dinos in der Form, wie ich sie erwartet hatte. Wer Western mag, wird hier einen spannenden und humorvollen Roman mit einer Prise Wissenschaft finden, wer Dinos à la Dino Park mag, der wird restlos enttäuscht sein. Die Dinos bleiben als Knochen zunächst im Sand, dann in der Kiste und werden durch den Westen gekarrt. Dann kommen sie ins Museum und dazwischen gibt es allerhand Schießereien, Intrigen, Liebelei – aber eben nur Dinos als Knochenfund.

25 Jahre Mac, vielen Dank

26. Januar 2009

sparta

Am 25. Januar ist der Mac 25. Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch zu solch einer Maschine. Die Foren im Web haben diesen Geburtstag mit Bildergalerien, Interviews und Geschichtsfakten gefeiert. Nützlich für alle Historiker ist der Blog von Christoph Dernbach von der dpa, der die Geschichte sehr schön zusammengestellt hat.

Ich möchte eine persönliche Rückschau halten. Der Mac hat sicherlich mein Leben verändert. In meiner Jugend war das Zeitalter des Home Computers. Bei mir stand die Entscheidung an, ob ich mir einen VC 20 oder gleich einen C 64 kaufen sollte. Ich entschied mich für den braunen Brotkasten, doch das Geld reichte nur noch für eine Datasette. Das Floppy-Laufwerk war aus finanziellen Gründen in weite Ferne gerückt. Einen Mac gab es in meinen Horizont nicht, ich war nur einmal auf eine Lisa von Apple gestoßen, doch der Preis war unendlich hoch. (Erst Jahre später kaufte ich mir eine Lisa aus nostalgischen Gründen). Meine Kumpels hatten auch den C 64 und dank Turbo Tape 64 hatte sich auch die Warterei auf die Datasette verkürzt. Später wurde der C 64 abgelöst durch den Atari 520 ST. Für mich revolutionierend war die grafische Benutzeroberfläche.

Meine Schulfreunde wechselten in der Regel auf eine DOS-Maschine. Für mich ein Grauen, denn ich wollte keine Soundkarte oder so Zeug einbauen. Der grüne Monochrombildschirm erzeugte mir Würdereize und Überragen, Laden, Speichern im Word war nicht benutzerfreundlich. Gegen Ende der 80iger Jahre kam ich über einen Freund, dessen Vater ein Architekturbüro hatte, zum Mac. Ich kaufte mir einen LC II mit dem StyleWriter II als Drucker und die Sucht hatte begonnen. Das Mac-Fieber ließ mich nicht mehr los. Die Modelle wechselten und ich versuchte Apple die Treue zu halten. Ich war dabei als es mit den PowerBooks losging, ich investierte in einen Newton. Ich machte den Sprung auf PowerPC und später auf Intel mit. Der Mac war Religion und zuverlässiges Arbeitsgerät zugleich. Es war etwas besonderes, einen Mac zu haben. Die Think different Kampagne traf voll ins Schwarze. Steve Jobs kam zurück und ich musste mir (Gott sei Dank) keinen Next kaufen. Im nachhinein hätte ich natürlich einen, wenn schon aus historischen Gründen.

iMac, Wallstreet, der Wegfall des Diskettenlaufwerks, FireWire und UBS – ich war mit dabei. Meine Macs ließen mich nicht im Stich. Bei meiner ersten Arbeitsstelle durfte ich am Mac arbeiten, denn der Münchner Merkur setzte auf Ganzseitenumbruch und damit auf Quark XPress. Der Mac hatte System 7.1 und ich war mit Akustikkoppler bewaffnet und versuchte mich an der Mailboxszene. Als der Merkur auf ein seltsames OS von IBM, nämlich OS2 Warp umstieß, war es Zeit zu kündigen. Die nächsten Arbeitsgeber hatten Windows-Maschinen, aber ich konnte immer mit meinem Mac arbeiten. Dafür bin ich allen meinen Arbeitgebern dankbar. Auch derzeit bei Reed habe ich eine doofe anfällige Windows-Kiste, aber daneben werkelt zuverlässig mein MacBook Air.

Was war der wichtigste Rechner für mich? Wahrscheinlich immer der, auf denen ich aktuell arbeite, ganz einfach. Dennoch: Der Rechner mit den größten Innovationen war Spartacus, der Mac zum 20. Geburtstag. Dieses Schmuckstück mit Leder war ein Leckerbissen. TV-Tuner, Soundanlage, Lederablage für Handballen. Diesen Mac liebe ich noch immer und steht bei uns als Blickfang im Wohnzimmer. Der zweite Rechner in meiner Gunst ist klar der Cube. Jonathan Ive, das war dein Meisterwerk. Der iMac sicherte dir den Eintritt in den Design-Olymp, doch der Cube ist wahrhaft ein Geniestreich.

Einen Mac zum 25. Geburtstag wird es wohl nicht geben. Steve Jobs ist krank und die Firma befasst sich mehr mit iPods, iPhones und Computer in the Clouds. Recht haben sie, denn das ist der neue Weg. Zurückblickend sage ich Dankeschön. Apple, du hast mein Leben bereichert und meinen Geldbeutel geleert.