Archive for Oktober 2013

Medienkompetenz: Google-Werbung mit dem eigenen Gesichtern verhindern

30. Oktober 2013

Beim Umgang mit Google sollte Medienkompetenz nicht zu kurz kommen. Ich merke in meinen Seminaren, dass Teilnehmer sich beim Umgang mit Google sicher fühlen, aber in der Praxis dann doch massive Schwierigkeiten haben. Nehmen wir beispielsweise das Thema soziale Empfehlungen. Empfehlungsmarketing ist das Zauberwort der Branche: Der User gibt im Netz Bewertungen ab und Google sammelt sie und bereitet sie auf. Zum Beispiel: „Matthias J. Lange findet die neue Bob Dylan-CD sehr gut und gab 5 Sterne.“ Dazu gibt es dann ein Bildchen von mir in der Werbung.

Ab 11. November kann Google eine Werbung im Netz mit dem Gesicht der User schalten, die ein Produkt empfehlen. Außer der User wird aktiv und schaltet diese Maßnahme aus und unterbindet die ganze Aktion. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die ganzen Daten bereits im Netz vorhanden sind und Google bereitet sie im Rahmen von Big Data nur neu auf. Es sind also keine neuen Informationen, die dort erscheinen – nur besser aufbereitet.

So könnte die Werbung von Google mit deinen Namen aussehen.

So könnte die Werbung von Google mit deinen Namen aussehen.

Wer nicht will, dass Google mit den Profilbildern aus dem Google+ Account und Namen seiner Nutzer Werbung macht, sollte aktiv werden. Immerhin gibt es weltweit 520 Millionen Google+-Mitglieder und Google bündelt mehr und mehr Dienste darunter. Was ist zu tun, um gegen das von Google bezeichnete Shared Endorsements vorzugehen?

Mein Tipp zum Vorgehen ist:

Auf der so genannten Endorsement-Seite mit Google+-Profil einloggen.

Achten, ob ein Haken neben folgendem dem Satz gesetzt ist oder nicht: „Basierend auf meinen Aktivitäten kann Google meinen Namen und mein Profilbild in sozialen Empfehlungen einblenden, die in Anzeigen erscheinen.“

Wenn ich nicht will, dass Google mein Profil für Werbung verwendet, dann darf kein Haken gesetzt sein.  Also kein Haken.  

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Weniger Fischgeruch an den Händen durch Edelstahlseife

29. Oktober 2013

Ich bin ja grundsätzlich ein sehr skeptischer Mensch. Aber ich bin auch begeisterungsfähig, Das hängt wie immer von den Dingen ab. Und jetzt wollte ich es wissen: Funktioniert eine Edelstahlseife oder nicht?

Nachdem ich als Freiberufler von zu Hause arbeiten kann, bin ich oftmals auch für das Kochen zuständig. Aufgrund einer Augenkrankheit muss ich viel Omega 3-Fettsäuren zu mir nehmen. So habe ich mich zu einem Fischesser entwickelt. Mindestens vier mal die Woche kommt frischer Fisch auf dem Tisch. Er wird angereichert unter anderem mit Knoblauch. Das Resultat schmeckt in der Regel hervorragend, wenn nicht dann der Geruch an den Händen wäre. Trotz Seife bleibt der Geruch von Fisch, Zwiebeln oder Knoblauch an den Händen haften. Exzessiv Seife verwenden will ich dann aber auch nicht.

fisch

Meine Frau machte mich auf eine Edelstahlseife aufmerksam. Sehr skeptisch bestellte ich mir bei Amazon so eine Seife in Ei-Form. Und siehe da, das Zeug funktioniert. Die Hände mit Ei werden 30-40 Sekunden unter fließendem Wasser gerieben und es passiert ein chemisches Wunder. Die Hände riechen deutlich weniger nach Fisch, Zwiebeln oder Knoblauch.

ei

Wie funktioniert das? In Wikipedia habe ich folgendes gelesen: Es wird eine katalytische Wirkung vermutet. Mein Ei geht vorübergehend eine Verbindung mit den geruchsauslösenden Stoffen an den Händen ein und ermöglicht dadurch deren Oxidation in wasserlösliche und nicht gasförmige Substanzen. Eine andere Erklärung ist die Adsorption der Geruchsmoleküle am Edelstahl. Es gibt aber auch genauso viele Berichte, dass es nicht funktioniert.

Als ich von meinem Kauf meinen Facebook-Freunden berichtete, erhielt ich sehr viel positive Resonanz. Bei vielen scheint so eine Edelstahlseife im Einsatz zu sein. Ein Kollege liegt mir sogar, auf das Ei zu verzichten und die Hände an der Edelstahlamatur des Wasserhahns zu reiben. Das funktioniert ebenso. Ich habe es ausprobiert, und es funktioniert. Dennoch bleibe ich aus optischen Gründen bei meinem Amazon Ei.

Persönlicher Nachruf auf Lou Reed

28. Oktober 2013

Das erste Mal als ich Lou Reed gehört habe, war ich ein Teenager auf der Suche nach neuen musikalischen Ufern. Bei einem Kumpel hörte ich die VU-Aufnahmen mit Nico. Die Stimme der schönen Deutschen faszinierte mich, aber noch mehr der Sound der Band. Ungemein rhythmisch, doch zugleich kalt und hart. Mein Popmusikhimmel geriet ins Wanken, als ich von der Band die ersten Bilder sah. Internet gab es damals nicht und so musste ich in Rockalmanachs stöbern, um einen Eindruck von den Kerlen zu bekommen. Typen in Lederjacken mit Sonnenbrillen – das war anders als die Sunnyboys, die ich kannte.

Ich hörte mich in VU ein und musste erst einmal schlucken. Die besungene Welt war ganz anders als die heile Welt in der ich aufgewachsen sind. Ich wartete nie auf einen Freier und spritze mir kein Heroin, machte einen Entzug oder experimentierte nicht mit Sadomaso. Obwohl ich nichts mit der Welt von VU gemeinsam hatte bis auf die Vorliebe für Andy Warhol gefiel mir der Sound. Erst auf LP und später auf CD kaufte ich mir alles von VU. Zuletzt bekam ich von meiner Frau die Bananen-Box geschenkt. Ich glaube, sie weiß gar nicht, welche Freude sie mir gemacht hat.

Box

Als Lou Reed auf Solopfaden wandelte, folgte ich ihm. Zwar war ich kein Transvestit, der von Miami nach NYC kam, sich die Beine rasierte und einen Walk of the wild Side antrat. Klar die Transformer war wichtig, aber persönlich noch wichtiger war das New York Album. Ich hatte es bei meinen Streifzügen durch Big Apple im Ohr, verschenkte die CD ein paar Mal. Das war für mich das Meisterwerk von Lou Reed. Die Gosse, die dunklen Seiten – welch Faszination.

Dann verlor ich Reed aus den Augen bzw. aus den Ohren. 1993 kam er für mich zurück als er mit Fool of Pride eine der besten Nummern des 30th Anniversary Concert Celebration von Bob Dylan ablieferte. Da war es wieder das alte Feuer, der hypnotische Sprechgesang. Ich kramte meine alten Scheiben hervor und lauschte den Worten. Reed studierte einstmals Kreatives Schreiben an der Syracuse University, und der Dichter Delmore Schwartz war sein Lehrer – das merkt man.

Von jüngeren Aufnahmen gefielen mir die Poe-Aufnahmen von 2000. Ich wollte nach Hamburg, um mir die Aufführungen anzusehen, kam aber nie dazu. Jetzt ist es vorbei. Da die CD ohne Textbuch auskam, besorgte ich mir die Buchversion The Raven mit Zeichnungen von Lorenzo Mattotti, um das alte Englisch von Edgar Allan zu verstehen. Die Worte hab ich dann verstanden, ob es mir mit dem Sinn auch so ging, sei dahingestellt.

Auch blieb mir die Sinnhaftigkeit in der Zusammenarbeit mit Metallica bei Lulu zunächst verborgen. Zu radikal war die Wendung Reeds. Rückblickend gesehen, ist es ein großartiges Album geworden. Aber sehr gewöhnungsbedürftig. Gerne hätte ich dich oder Auftritte mit seiner Frau Laurie Anderson gesehen. Sie war jahrelang ein absoluter Geheimtipp für mich. Oh Superman und Home of the Brave gehören für mich zu den Klassikern der Performanceart.

Der optische Verfall bei Star Wars Clone Wars

27. Oktober 2013

Als Star Wars-Anhänger der alten Schule tat ich mich mit den Clone Wars schwer. Die TV-Serie litt zu Beginn an schwachen Zeichnungen. Die Szenen waren zu grobschlächtig, die Charaktere nicht tief genug. Das besserte sich im Laufe der Zeit. Die Verantwortlichen hatten wohl mehr Mut (und wahrscheinlich mehr Budget). Die Filme haben heute zwar noch immer nicht die Eleganz von Kinofilmen – brauchen sie als TV-Serie aber auch nicht. Durch verschiedene Mehrteiler ist die Story tiefer und komplexer geworden und das allein hat sich gelohnt.

Luke

Ich genoss die Serie komplett an einem Wochenende zusammen mit K1. Wir schauten zusammen das Art of Buch (ich hatte mal darüber gebloggt) in Ruhe an und philosophierten über die ausgezeichneten Booklets in Staffel 1und Staffel 2 der Blu ray-Version. Dank der Zeichnungen konnten wir in unser Star Wars-Universum abtauchen. Ab Staffel 3 maulte K1 und er hat recht. Aus der schönen Collector-Box waren schnöde einfache blaue Plastikboxen geworden. Der Verleih hat gespart, aber den Preis nicht gesenkt. Ich dachte, dass ich die falschen Versionen in aller Eile bei Amazon bestellt hatte, doch nichts da: ich habe mich nicht vertan. Es gibt keine aufwendigen Boxen mit Booklet mehr für Teil 3, 4 und 5. Sauerei, was der Verleih den Fans antut. Elende Geldschneiderei.

Wahrscheinlich läuft es wie immer. Erst die schwache Ausstattung und später eine Extended Version mit Booklet und Sammlerzeugs auf den Markt bringen und Fans melken. Nichts da. Clone Wars gefällt mir, aber nicht so gut, dass ich für eine TV-Serie nochmals blechen soll.

Kleiner Tipp: Wer jetzt erst einsteigt, sollte sich die Star Wars: The Clone Wars – Komplettbox überlegen, die für wenig Geld erschienenen ist. Die reicht dann aber auch.

Box

Meine besten Spiele für Nintendo Wii U

26. Oktober 2013

Seit fast einem Jahr besitze ich nun die Nintendo Wii U und langsam, ganz langsam kommen Spiele auf den Markt, die den Kauf dieser Spieleplattform rechtfertigen. Es war richtig, dass die Wii U abwärtskompatibel ist und alte Wii-Spiele benutzbar sind, sonst sähe es schwach aus mit spielbarem Material.

Im Moment gibt es drei aktuelle Wii U-Spiele, die sich für mich wirklich lohnen: Für die Familie Lego City Undercover, dann the Legend of Zelda: The Wind Waker HD und für mich als Papa Zombi U.

Lego

Für mich derzeit das beste Spiel für die Wii U ist ganz klar LEGO City Undercover. Das Spiel wurde extra für die Plattform geschrieben und macht wirklich höllisch Spaß. Anders als die klassischen Umsetzungen von Filmen zu Spielen, wie sie Lego zum Teil sehr erfolgreich betreibt, ist Lego City Undercover eine Eigenentwicklung. Die Umsetzung für das DS vergessen wir besser und wählen stattdessen die Wii U-Version. Klasse Grafik, großer Spielspaß im Story-Modus und immer wieder verrückte Ideen. Die Steuerung ist eine Freude.

Ermittler Chase McCain auf der Jagd nach dem Verbrecher Rex Fury. Mehr als 100 Fahrzeuge zerlegen die Lego-Stars auf dem Lande, im Wasser und in der Luft. Am Schluss geht es sogar in den Weltraum. Immer wieder gibt es ein paar Anspielungen auf Blockbuster-Filme, was mich als Filmfreund sehr gefreut hat. Bis zu 290 Minifiguren musste in dem Spiel gesammelt werden. Wer gerne cheatet, kann sich Lego City Police-Sets kaufen oder gibt unter Extras folgende Cheats ein:

N7NN4F9 – Hochgeschwindigkeitsmissionen und Fahrzeuge

MHHRHM – Autorennfahrer

XKGZVJ – Gorilla Suit Guy

HVGTPG – verkleidete Natalia Kowalski

Zugegeben, es ist ein Spiel für die ganze Familie. Das Spiel dürfte also keine große Schwierigkeiten bereiten. K1 hat es mit Begeisterung durchgespielt und scheiterte nicht an unlösbaren Aufgaben.

zelda

Zelda ist im Grunde nichts Neues, aber wer Zelda aus alten Zeiten mag, wird die neue, aufgefrischte Version von Wind Waker lieben. Natürlich warten wir alle auf ein wirklich Neues Zelda-Spiel und die im Umlauf befindliche Tech-Demo verspricht ja Großes. Aber bis wirklich etwas Neues kommt, müssen wir uns damit begnügen. Wind Waker, ich kannte es vom Game Cube, wurde aufgehübscht und kommt rattenscharf und farbgewaltig daher. Hier spielt die Wii U ihre Technik gegenüber veralteten Systemen aus. Auch die Musik wurde wohl remasterd und ein wenig augehübscht.

Das Tablet wurde sinnvoll eingesetzt. Nun muss das Spiel nicht mehr unterbrochen werden, um die gesammelten Items anzusehen. Diese sind jetzt auf dem Tablet jederzeit einsehbar. Im Spielfluss sind kleinerer Verbesserungen gegenüber der alten Version erkennbar. Der richtige Durchbruch ist das Remake natürlich nicht, aber es hilft die Zelt zum Überbrücken bis die nächsten Spiele ins Haus stehen. Fazit für mich: The Legend of Zelda – The Wind Waker HDlohnt einen Blick für Newcomer in Sachen Zelda. Für Neulinge ist das Spiel natürlich ein absolutes Muss in zeitgemäßer Grafik.

Zombi

Gut, ZombiU ist ein Spiel für sich. Hier scheiden sich klar die Geister und ich kann die verstehen, die das blutige Spiel ablehnen. Das Teil hat Atmosphäre und macht höllisch Spaß, wenn der Spieler auf blutigen Spaß steht. Die Atmosphäre ist wirklich beklemmend und das Spiel gehört nicht in Kinderhände, auch wenn es für die Wii U gemacht ist.

Die Story ist der klassische Survival-Horror. Das Tablet wird auch hier sinnvoll eingesetzt.

Bob Dylan: Das Düsseldorfer Konzert 2013

25. Oktober 2013

Bob Dylan in Concert bedeutet immer ein gewisses Risiko für alle Beteiligen. Ich habe Konzerte erlebt, wo der Meister betrunken auf der Bühne herumtorkelte und ich habe Konzerte erlebt, wo ich den Song and Danceman grandios aufspielen hörte. Mein Konzertbesuch in Düsseldorf im Oktober 2013 war einer der letzteren Erfahrungen.

Dylan und seine famose Begleitband waren exzellenter Laune und spielten eine eindrucksvolle Show. Die Vorband sparte sich Dylan gleich und ging pünktlich um 20 Uhr zur Sache. Kein „Columbia recording artists“ mehr wie früher, sondern ohne Begrüßung der rund 9000 Fans in der Mitsubishi Electric Halle musizierte der 71jährige Musikant mit seiner Band.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Und natürlich gab es wieder keine Best of-Show. Wer Dylan-Konzerte besucht, der kennt die Eigenart des Meisters, viel Unbekanntes zu spielen. Und das Bekannte wird immer wieder interpretiert, so dass die Fans „Simple Twist of Fate“ oder „Tangled Up in Blue “ zunächst nur am Text erkannten. Aber das macht ja den Reiz einer Dylan-Show aus. Der Künstler gibt uns keine Best of-Variante seiner Songs, sondern übt sich an Neuinterpretationen. Mal scheitern sie grandios, mal schreiben sie Musikgeschichte.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Ein paar junge Besucher schauten daher etwas verwirrt, als sie keinen der gespielten Songs erkannten. Ja, ja, so ist das hier. Der Meister verlangt viel von seinem Publikum. Aufmerksam und Bereitschaft sich auf Neues einzulassen – auch mit der Gefahr einen kompletten Mist zu erhalten.

Nun in Düsseldorf mussten wir uns darüber keine Sorgen machen. Dylan, der sich cool am Bühnenrand postierte und ab und zu im grotesk dylanscher Art mitwippte, hatte, seine Band und sich voll im Griff. Er ist enorm präsent auf der Bühne und auch wenn er ab und zu ans Keyboard geht, ist er immer Herr der Lage. Für die Musiker muss es enorm schwer sein, die Hunderte von Songs im Kopf zu haben, auf die Fingerbewegungen ihres Chefs zu reagieren und trotzdem eine coole Show abzuliefern. In Düsseldorf waren viele Songs des neuen Albums dabei.

Die Fans quittierten die Songs mit Applaus und nahmen sogar die vernuschelte Pausenansage mit den Worten wahr: „Er spricht. Er spricht zu uns.“ Hier gibt es keinen mündlichen Dialog mit dem Publikum. Kein „I can’t hear you“ oder „It’s wonderful here in Blabla“. Es geht um die Musik, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es gibt kein Anbiedern und verbale Stimmungsmache, kein „You feel allright?“ Wenn Dylan Lust hat, stellt er höchstens mal seine Band vor – in Düsseldorf hatte er dafür zumindest keine Lust. Am Ende gab es ein Gruppenbild und eine gemeinsame Verbeugung. Die Fans haben für Musik bezahlt und die haben sie bekommen. Der Musikant hat seinen Job gemacht und geht nach rund zwei Stunden stumm von der Bühne und direkt ins Nobelhotel an der Kö.

Und die Fans? Sie diskutieren, welcher Song nun welcher war. Ich musste grinsen, dass die beiden letzten Songs des Abends „All allong the Watchtower“ und „Blowing in the Wind“ waren. Ich sehe hier den Aufruf Dylans ihn aus seiner Never Ending Tour zu entlassen, nach dem Motto „The must be a way out of here“ und „How many roads …“ Aber dies ist wahrscheinlich zu viel interpretiert. Dylan ist das halbe Jahr auf Tour und muss es wohl nicht mehr wegen des Geldes machen. Er ist wohl ein Getriebener, der auf die Bühne vor sein Publikum muss, um es mit einer weiteren Dylan-Maske zu verwirren. Welchen Dylan wir in Düsseldorf gehen haben, muss sich mit zeitlichen Abstand zeigen. Im vergangenen Jahr in München hatten wir einen enormen bluesigen, gar punkigen Dylan gehört. In Düsseldorf hörten wir einen Musikanten, der in sich ruht.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Die Fans haben es nicht leicht, schließlich lässt sich Dylan schon lange nicht mehr vereinnahmen. So nervten in der Pause und nach dem Konzert die Anhänger der Glaubensbewegung „zwölf Stämme“, die ihr Werbematerial mit geklauten Dylan-Fotos an den Mann bringen wollten. In den Medien waren diese Herrschaften wegen Ermittlungen gegen sie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht aufgefallen. Bei Dylan gaben sie sich als Friedensfreunde. Auf solche Fans kann ich verzichten.

Hier die Setlist des Abends:

Things Have Changed

She Belongs to Me

Beyond Here Lies Nothin‘

What Good Am I?

Pay in Blood

Waiting for You

Duquesne Whistle

Tangled Up in Blue

Love Sick

Set 2:

High Water (For Charley Patton)

Simple Twist of Fate

Early Roman Kings

Forgetful Heart

Spirit on the Water

Scarlet Town

Soon after Midnight

Long and Wasted Years

Zugabe:

All Along the Watchtower

Blowin‘ in the Wind

Wagner Karten online: Was für ein Mist

24. Oktober 2013

Ich muss ehrlich zugeben, am Sonntagabend 13. Oktober war ich wirklich stocksauer. Als Wagner Fan wollte ich die Gelegenheit nutzen, erstmals online Karten für die Bayreuther Festspiele zu erwerben. Dies war uns Fans für 2013 als neuer Service für die Saison 2014 angekündigt worden.

karten

Da ich am Sonntag arbeiten musste, habe ich mir für den Online Reservierung extra eine gewisse Zeit freigeschlagen. Um Punkt 18:00 Uhr rief ich die entsprechende Webseite in Bayreuth auf und musste feststellen, dass nichts, überhaupt nichts ging. Das selbstgestrickte PHP ist einfach zusammengebrochen. Irgend eine Agentur hat wohl schnell mal die Seite aufgesetzt, ohne sie unter Volllast zu testen. Volllast bedeutet, die gesamten Wagner-Fans weltweit sind um 18:00 Uhr auf diese Seite gegangen und siehe da, der Server ist zusammengebrochen. Ich kenne ja den Ansturm auf Websites, das letzte Mal beispielsweise auf die WWDC-Seite von Apple, wo innerhalb von 7 Sekunden alle Karten ausverkauft waren. Aber die Apple-Seite blieb am Netz und weiter, auch wenn die Karten innerhalb von sieben Sekunden verkauft waren. Vielleicht hätte die Familie Wagner einen Cloud-Dienst von Amazon bemühen können, die gewisse Erfahrung mit Ansturm auf Webseiten haben. In Bayreuth waren es wohl 5,3 Millionen Seitenaufrufe und ich war einer von ihnen.

Mit der Gattin in Tannhäuser 2013. Wie komme ich an Karten für 2014?

Mit der Gattin in Tannhäuser 2013. Wie komme ich an Karten für 2014?

In den entsprechenden Wagner-Foren im Netz, auf Facebook und via E-Mail wurde auf den 18:00 Uhr Termin hingewiesen. Da ist es doch kein Wunder, dass bei einer selbst gestrickten Lösung der Server abschmiert muss. Und wie ein Depp sitze ich vor dem Rechner und versuche Karten für Tannhäuser, Parzival oder ein anderes Bühnenstück von Richard Wagner zu erhalten. Denkste, nix ging bei mir. Bei anderen Wagner-Kunden kam es zu einer eklatanten Datenpanne. Adressen anderer Kunden wurden eingespielt, falsche Rechnungen verschickt. Alles an allen ein Supergau in Sachen Datenschutz. Immer wieder wurde über Hackerangriffen und ähnlichen philosophiert, um einen Schuldigen zu finden. Dabei ist es wohl das eigene Unvermögen gewesen, den großen Datenmengen Herr zu werden. Liebe Familie Wagner, nehmt einfach mal Leute, die sich damit auskennen. Bei der Musik setzt ihr auch auf absolute Qualität. Bei der Online-Technik wohl nicht. Schade, Chance vertan. Es stellt sich mir die Frage: Wie komme ich an Bayreuth-Karten für 2014? Jemand eine Idee?

Ich fand Tannhäuser 2013 grausam, aber ich war dabei.

Ich fand Tannhäuser 2013 grausam, aber ich war dabei.

Halloween im Legoland

23. Oktober 2013

Zu Saisonende musste natürlich die Familie noch einen Besuch im Legoland Günzburg durchführen. Im Mittelpunkt des familiären Interesses stand die Halloween-Ausstellung. Hier hat sich die Legolandtruppe wirklich sehr viel Mühe geben. Wäre sonst der Besuch im Freizeitpark eher Mau war, denn einige Shops hatten schon geschlossen, die restlichen Shops hatten deutlich ihre Ware reduziert. Alles in allem wäre es eher eine Enttäuschung – wäre da nicht Halloween gewesen.

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Wer sich Richtung Drachenburg aufmachte, sah vermehrt Kürbisse, Totenköpfe, Spinnen und allerlei Getier. An den Bäumen ins Hexen, Fledermäuse und ziemlich große Insekten. Die Drachenburg war wunderbar geschmeckt. Am witzigsten fand ich das Herr von Ratten dass ich von den Zinnen Richtung Shop bewegte. Im Innenbereich der Burg luden Skelette zum fröhlichen Gruseln ein.

Das ganze Ambiente hat eine sehr sehr schöne Atmosphäre. Obwohl ich kein Fan von amerikanischen Bräuchen bin, war ich voll im Halloweenfieber. Einige Besucher hatten sich als Hexen oder gar Zombies geschminkt. Es wurde sogar ein Hexenhaus aufgestellt. Dessen Inhalt konnte ich allerdings nicht überprüfen, da mir die Besucherschlange deutlich zu lang war.

Aussicht

Am Eingang der Hero Factory gab es auch ein großes Hinweisschild auf die nächste Attraktion im nächsten Jahr. Es wird wohl etwas in Sachen Raumfahrt. Ich hoffe natürlich auf eine Erweiterung des Lego Star Wars-Universums. Ich hoffe, das Niveau wieder tief in die Tasche greift und die notwendigen Lizenzgebühren an Disney entrichtet. Ich erahne es aufgrund der Schrift auf dem Plakat, aber genaueres habe ich auch nicht herausgefunden. Warten wir also auf April 2014.

Tolkiens Der Hobbit auf Vinyl

22. Oktober 2013

LP1

Das Thema Vinyl ist eigentlich bei mir durch. Bis auf ein paar Singles für die Juxebox kaufe ich keine Schallplatten mehr. Eigentlich. Aber es gibt Ausnahmen, denn ich habe ja noch drei vollfunktionstüchtige Schallplattenspieler, die ab und zu Futter brauchen. Mein neuester Kauf ist eine kleine Liebhaberei. Ich habe mir die limitierte Vinyl-Box vom Der Hobbit angeschafft.

Ursprünglich sollte die Box mit sechs 180 Gramm schweren LPs in einer Auflage von 500 Exemplaren herauskommen. Der Münchner Hörverlag war über die Resonanz wohl selbst überrascht und erhöhte die Auflage schnell mal auf 7000 Stück und die gehen weg wie warme Semmeln.

Da gilt es für den Sammler aus Mittelerde schnell zuzuschlagen. Natürlich gibt es nichts neues, denn die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1980 und wurde schon lange auf CD veröffentlicht. Es handelt sich um das Hörspiel des WDR, das die zuständige Redakteurin Ingeborg Oehme-Tröndle zusammen mit Hörspielregisseur Heinz Dieter Köhler produziert hat. Das Teil hat nun mehr fast 35 Jahre auf dem Rücken und wirkt ein wenig angestaubt. Heutige Hörspiele klingen flotter, voller, schneller und bombastischer. Aber es hat auch seine unvergleichlichen Höhepunkte. Ich liebe beispielsweise den Auftritt von Wolfgang Spier als Ballin und vor allem die Gollum-Interpretation des legendären Jürgen von Manger. Es ist eben ein Spiel der Stimmen und die musikalischen Einlagen sind dezent. Es ist eine gelungene Inszenierung der Stimmen. Es ist nicht Peter Jacksons VFX-Kracher als Hörspiel. Wer dies erwartet, der wird massiv enttäuscht. Es ist ein Kammerspiel, das seine Wirkung durch ausgebildete Sprecher erzielt. Und die zwingen den Zuhörer wirklich zum Zuhören und sich auf das Einlassen der Stimmen. Beim Hören sollte man schließlich immer bedenken: Das Teil wurde für das Radio produziert.

Für mich als Herr der Ringe-Fan der frühen Jahre verstärkt die Vinyl-Ausgabe Der Hobbit nochmals den Reiz vergangener Tage. Ich habe mir gerne das Hörspiel zweimal auf LP angehört und bin dann dazu übergegangen, dass Hörspiel auf CD für unterwegs als mp3 zu rippen.

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Leute, schützt Bienen!

21. Oktober 2013

Ich geb es zu, ich hab einen Heidenrespekt vor Bienen. Also nicht nur vor Bienen, sondern auch Hummeln, Hornissen, Wespen und so Flugviecher. Aber nachdem meine Gattin aus einer Familie von Hobbyimkern kommt, beschäftige ich mich ein wenig mit Biene Maja und Kollegen – allerdings mit relativ großem räumlichen Abstand.

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Immer wieder diskutieren wir, ob wir nicht Bienen in unserem Garten ansiedeln sollten. Aber wir verwerfen den Gedanken angesichts der zu erwartenden Arbeit dann doch, obwohl wir wissen: Die Biene ist nützlich und liefert viel mehr als nur Honig. Derzeit muss allerdings die Bienen schlafen.

Im Grunde ist die Biene ein Nutztier wie die Kuh oder das Schwein. Wer es nicht glaubt und ein wenig Unterhaltung will, sollte sich unbedingt mit seinen Kindern Bee Movie – Das Honigkomplott von 1997 ansehen. In dem Film geht es um den verantwortungsbewussten Umgang und den Einklang mit der Natur. Ohne die Leistung der Bienen würde uns ein Drittel unserer Lebensmittel fehlen.

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Klar, wir alle genießen den Bienenhonig. Deutschland ist übrigens die Nummer eins im Honigverzehr. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich ein Kilogramm Honig jährlich. Für unseren Honigverbrauch macht die Biene täglich rund 165 Ausflüge für jeden von uns. Unser Honig stammt direkt vom Imker und ich kann jedem den Direkteinkauf empfehlen. Bitte lasst die Industriehonige im Supermarktregal stehen und greift zum echten Bienenhonig. Der Unterschied im Geschmack ist gewaltig. Der Imker verkauft freilich nicht allen produzierten Honig. Ein Teil verbleibt bei der Biene und sorgt als Futter dafür, dass das Bienenvolk gut durch den Winter kommt.

Aber die Biene sorgt auch mit ihren Bienenwaben für Bienenwachs und damit für gemütliches Kerzenlicht. Und auch das Gift der Biene wird in der Medizin verwendet gegen Entzündungen und Rheuma. Allerdings die richtige Dosis ist entscheidend. Ich habe von Imkern gehört, die sich absichtlich stechen lassen, um Rheuma vorzubeugen.

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Die Biene ist ein Hochleistungssportler. Das kleine gelbschwarze Tier fliegt pro Tag durchschnittlich 85 Kilometer und bestäubt dabei 200 Blüten. Hey, das ist Schwerstarbeit. Für ein Kilogramm Honig fliegen Bienen etwa 240000 Kilometer, also sechsmal um die Erde.

Leider sterben immer wieder Bienenvölker. Die Varroa-Milbe schwächt die Bienen. Die Milbe, sie stammt aus Asien, ernährt sich vom Körpersaft der Biene und rottet ein Bienenvolk von innen aus. Außerdem setzt die Chemie den Bienen zu. So sagen Bienenexperten, dass Pflanzenschutzmittel die Orientierung der Bienen verwirren und so die Biene nicht mehr heim findet. Das Volk stirbt, weil es nicht mehr genug Nahrung bekommt. Vor kurzem verbot die Europäische Union drei Pestizide, weil sie als schädlich für Bienen gelten. Der Schweizer Hersteller Syngenta wehrt sich dagegen vor Gericht.

Also ich hab weiterhin Respekt vor der Biene. Aber nicht mehr so wegen eines drohenden Stichs, als vielmehr Respekt vor der Leistung der Biene.