Posts Tagged ‘Der Hobbit’

Filmtipp: Der Hobbit – die Schlacht der fünf Heere – Extended Version

30. Dezember 2015

hobbit

Ich habe Herr der Ringe als Extended Version und nun habe ich auch den Hobbit als Extended Version komplett. Im Herbst 2015 erschien die längere Version von Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere –  Extended Edition. Obwohl der Film dieses Mal nur 19 Minuten an zusätzlichen Szenen enthält, haben es dieses 19 Minuten in sich. Mir hat der Film als Abschluss der Trilogie im Kino gefallen und mir hat er auch als Blu ray Version gefallen. Hauptsächlich umfasst das Zusatzmaterial unfangreiches Schlachtengemetzel, bietet aber neue Sichtweise und neue Handlungsstränge. Regisseur Peter Jackson hat den dritten Teil nicht nur verlängert, sondern er hat ihn inhaltlich ergänzt. Die zusätzlichen Szenen mit dem Drachen zu Beginn des Films habe ich zunächst nicht bemerkt. Es gibt etwas mehr Feuer und Bums, aber das ist nicht ausschlaggebend.
Ich gebe zu, ich hätte gerne noch etwas mehr Sauron in der Festung Dol Goldur gehabt. Es gibt zwar ein bisschen mehr Geschwätz zwischen Gandalf und Radagast – darauf kommt es auch nicht an.


Die opulente Schlacht am Ende wurde deutlich erweitert und neue Handlungsstränge eingefügt. Dain Eissenfuss kommt nun besser in Szene und auch seine Zwergenarmee darf sich intensiver mit den Orks auseinandersetzen. Am auffälligsten ist allerdings die Szenenabfolge mit den Zwergenstreitwagen. Diese Szene gab es bisher nicht und das CGI-Spektakel ist sicherlich ein Höhepunkt der Schlussschlacht. Das brutale Gemetzel ist rasant un eindringlich geschnitten. Das Abschlagen und Zermanschen der Köpfe und Abtrennen von Gliedmaßen wird zelebriert – wir wissen ja um die Gore-Vergangenheit von Peter Jackson.
Ein bisschen Pathos gibt es dann noch mit mehr Trauer um die toten Helden in der Grabkammer des Berges samt kurzer Krönung von Dain Eisenfuss, da Thorin Eichenschild ja ins Gras gebissen hat.
Obwohl die Trilogien Herr der Ringe und Hobbit beide von Peter Jackson stammen, lassen sich beide Reihen nur bedingt vergleichen. HdR hat mehr Pathos, mehr Tiefe, aber im Vergleich zum Hobbit deutlich schlechtere CGI. Der Hobbit ist schneller, spontaner, nimmt sich weniger ernst. Aus dem Kinderbuch der kleine Hobbit ist zwar kein Kinderfilm geworden, aber die Handlung wurde schon arg gestreckt, um auf drei Teile zu kommen. Und dennoch: Die Filme machen Spaß und auch das Zusatzmaterial auf den beiliegenden Blu rays der Extended Version ist wieder einmal vorbildlich. Gut gemacht Peter Jackson und ich glaube, dass war es dann mit dem Mittelerde-Universum. Die beiden Werke Nachrichten aus Mittelerde und vor allem Das Silmarillion gelten für mich als nicht verfilmbar. Das schafft auch ein Peter Jackson nicht. Vielleicht gelingt es mit Die Kinder Húrins, aber das wird mit Sicherheit kein Kassenknüller.

Zocken im Herr der Ringe-Universum: Mittelerde: Mordors Schatten

22. November 2014

Seit ein paar Wochen spiele ich Mittelerde: Mordors Schatten und um es gleich zu sagen: Endlich mal ein Spiel aus dem Herr der Ringe-Universum, das mich nicht enttäuscht. Dabei kommt der Claim von Herr der Ringe gar nicht vor, was aber sicher für einen besseren Verkauf gesorgt hätte. Die Designer begründeten es mit einem Alleinstellungsmerkmal. Man wollte sich von der HdR-Story abgrenzen. Ja, ja, ist schon gut, blabla blub blub. Ich denke eher, die Verhandlungen mit den Tolkien-Rechteinhabern waren zu anstrengend und man wählte deshalb die Lösung ohne den kostspieligen Herr der Ringe-Zustatz.

Es geht zur Sache in Middle Earth: Shadow of Mordor

Es geht zur Sache in Middle Earth: Shadow of Mordor

Ob mit oder ohne ist beim Spielen aber auch egal. Kritiker werden sagen, dass das Spielprinzip ihnen wie Assassin’s Creed vorkommt. Ich sage: Na und? Da für mich Assassin’s Creed ein gutes Spiel war, ist es für mich kein Problem. Mittelerde: Mordors Schatten ist ein Thirdperson-Open-World-Actionspiel, das die Spieler durch die Mittelerde-Saga führt, in der sie eine Reise in die finstersten Winkel Mordors erwartet, die zwischen den Ereignissen von Der Hobbit und Der Herr der Ringe angesiedelt ist.
Das Spiel bietet erstmalig das Nemesis-System, durch das jeder Gegner, dem man in Mittelerde: Mordors Schatten begegnet, individuell für jeden Spieler geschaffen wird, vom Aussehen über die Persönlichkeit, Stärken und Schwächen bis hin zu unterschiedlichen Missionen. Die Spieler nutzen die besonderen Kräfte des Hauptakteurs Talion, um den Willen feindlicher Uruk zu beeinflussen und die nötige Macht zu sammeln, ihre eigene Armee aufzustellen und den Streitkräften Saurons in der Schlacht ebenbürtig zu sein.

Sehr realistisch sind die Schlachten

Sehr realistisch sind die Schlachten

In PR-Deutsch heißt dies: “Monolith verfolgt mit dem Nemesis-System das Ziel, im Action-Genre mit einem einzigartigen Gameplay-Mechanismus neue Maßstäbe zu setzen, der es den Spielern erlaubt, Mittelerde auf höchst individuelle Weise zu erleben,” so Martin Tremblay, President, Warner Bros. Interactive Entertainment. “Das Team und die Technologie hinter dem Nemesis-System helfen uns, eine wahrhaft emotionale Verbindung zwischen jedem einzelnen Spieler und seinen Gegnern zu schaffen, die für eine einmalige, noch nie dagewesene Spielerfahrung sorgt.” Und ich muss zugeben, mir macht diese Spielerfahrung gehörig Spaß.
Mir gefällt auch der Soundtrack zu dem Spiel. Garry Schyman hat die Musik zu der von Christian Cantamessa (Red Dead Redemption) geschriebenen Original-Geschichte komponiert. Leider leider ist der Soundtrack Garry Schyman Middle Earth: Shadow of Mordor nicht auf CD erhältlich, sondern nur als Download, so die zuständige deutsche PR-Agentur. Schyman komponierte einige Spielesoundtracks wie BioShock Infinite, für den er 2014 den British Academy of Film and Television-Award für die beste Originalmusik erhielt.

Der Soundtrack von Garry Schyman ist nur zum Download erhältlich.

Der Soundtrack von Garry Schyman ist nur zum Download erhältlich.

Comictipp: Der Hobbit als Grafic Novel

12. Juni 2014

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Nachdem der Erlanger Comic Salon wieder vor der Tür steht, ist es an der Zeit sich wieder mit Comics zu befassen. Ich nehme dieses Mal Tolkien zur Hand. Der Hobbit als Grafic Novel? Muss das sein? – Ja es muss und vor allem die Idee ein Kinderbuch als Comic umzusetzen ist hervorragend.

Das literarische Werk von J.R.R. Tolkien ist wegweisend und da ist es natürlich klar, dass hier viele von dem Erfolg etwas abhaben wollen. Bestes Beispiel ist Peter Jackson mit seinen Hobbit-Verfilmungen. Dieses Jahr droht uns ja Teil 3.

Aber zurück zum Comic. 2008 kam Der Hobbit als Comic auf den Markt und erschien vor einiger Zeit wieder – in überarbeiteter Version. Rund 30 Seiten wurden neu gescannt und farblich überarbeitet, so dass die Farben nicht mehr so blass daherkommen. Auch das Cover des Buches wurde gewechselt.

Autor Charles Dixon ist eigentlich Kinderbuchautor und arbeitete für Disney. Hier lässt sich Schlimmes befürchten, wenn sich ein Disney-Mann um Tolkien kümmert. Aber Charles Dixon ist die ganze Sache mit viel Gefühl und Gespür angegangen und hat das Kinderbuch von Tolkien in die Welt der Grafic Novels transferiert, ohne dass das Original Schaden nimmt. Einige Texte wurden modernisiert, denn die Sprache Tolkiens von 1937 entspricht nicht mehr den Lesegewohnheiten der jungen Comic-Leser. Was in der klassischen Übersetzungsliteratur ein Frevel wäre, ist hier eine konsequente Weiterentwicklung, die vor allem eines macht: Spaß.

Illustriert wurde das Buch von David Wenzel, der Tolkien-Fans kein Unbekannter ist. Er lieferte Zeichnungen zu Lin Carters Middle Earth, The World of Tolkien Illustrated. Seine Zeichnungen schaffen für mich eine Figurenwelt, wie sie sich Tolkien in großen Teilen wohl vorgestellt hätte. Ich bin zwar nicht mit allem einverstanden, wie beispielsweise die Figur des Gollums, aber das ist wohl Ansichtssache. Die Illustrationen im Der Hobbit sind detailreich mit der Aquarelltechnik gestaltet, frisch gescannt und die Farben kommen jetzt im Druck vom Carlsen Comics prächtig daher.

 

Tolkiens Der Hobbit auf Vinyl

22. Oktober 2013

LP1

Das Thema Vinyl ist eigentlich bei mir durch. Bis auf ein paar Singles für die Juxebox kaufe ich keine Schallplatten mehr. Eigentlich. Aber es gibt Ausnahmen, denn ich habe ja noch drei vollfunktionstüchtige Schallplattenspieler, die ab und zu Futter brauchen. Mein neuester Kauf ist eine kleine Liebhaberei. Ich habe mir die limitierte Vinyl-Box vom Der Hobbit angeschafft.

Ursprünglich sollte die Box mit sechs 180 Gramm schweren LPs in einer Auflage von 500 Exemplaren herauskommen. Der Münchner Hörverlag war über die Resonanz wohl selbst überrascht und erhöhte die Auflage schnell mal auf 7000 Stück und die gehen weg wie warme Semmeln.

Da gilt es für den Sammler aus Mittelerde schnell zuzuschlagen. Natürlich gibt es nichts neues, denn die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1980 und wurde schon lange auf CD veröffentlicht. Es handelt sich um das Hörspiel des WDR, das die zuständige Redakteurin Ingeborg Oehme-Tröndle zusammen mit Hörspielregisseur Heinz Dieter Köhler produziert hat. Das Teil hat nun mehr fast 35 Jahre auf dem Rücken und wirkt ein wenig angestaubt. Heutige Hörspiele klingen flotter, voller, schneller und bombastischer. Aber es hat auch seine unvergleichlichen Höhepunkte. Ich liebe beispielsweise den Auftritt von Wolfgang Spier als Ballin und vor allem die Gollum-Interpretation des legendären Jürgen von Manger. Es ist eben ein Spiel der Stimmen und die musikalischen Einlagen sind dezent. Es ist eine gelungene Inszenierung der Stimmen. Es ist nicht Peter Jacksons VFX-Kracher als Hörspiel. Wer dies erwartet, der wird massiv enttäuscht. Es ist ein Kammerspiel, das seine Wirkung durch ausgebildete Sprecher erzielt. Und die zwingen den Zuhörer wirklich zum Zuhören und sich auf das Einlassen der Stimmen. Beim Hören sollte man schließlich immer bedenken: Das Teil wurde für das Radio produziert.

Für mich als Herr der Ringe-Fan der frühen Jahre verstärkt die Vinyl-Ausgabe Der Hobbit nochmals den Reiz vergangener Tage. Ich habe mir gerne das Hörspiel zweimal auf LP angehört und bin dann dazu übergegangen, dass Hörspiel auf CD für unterwegs als mp3 zu rippen.

LP2