Posts Tagged ‘Silmarillion’

Filmkritik: Mortal Engines – Krieg der Städte

20. Dezember 2018

Ein schlechtes Zeichen, wenn der Kinosaal leer ist, wenn ein neuer Film gerade gestartet ist. Das riecht gewaltig nach einem Flop. Ich hatte also ein schlechtes Gefühl als ich in meinem Stammkino, dem Scala in Fürstenfeldbruck, Platz nahm und auf die Vorführung von Mortal Engines wartete.

Die Idee von Mortal Engines finde ich prima, aber ...

Die Idee von Mortal Engines finde ich prima, aber …

Ich war gespannt, was Peter Jackson uns hier präsentiert: Ein Krieg der Städte sollte es werden, nach den Romanen von Philip Reeve. Ich kannte weder Reeve noch seine Bücher, ich hatte nur im Vorfeld den interessanten Trailer gesehen und fand das Thema interessant: Städte, die gegeneinander ins Feld ziehen. Im Kino lag eine Leseprobe von Mortal Engines – Krieg der Städte herum, die ich gleich mitgenommen habe. Der Stil ist flüssig und Band 1 der fünf Bände ist jetzt in Deutsch erschienen.
Der Film beginnt: Die optische Umsetzung des Themas ist stark, das Team von Weta weiß, was es kann und zeigt es in opulenten Bildern. Regie führt übrigens Christian Rivers. Für die, die Rivers nicht kennen. Er ist das VFX-Mann von Peter Jackson mit dem er seit Braindead zusammenarbeitet. Vielleicht ist das auch ein wenig das Problem, denn Rivers ist ein Held der Bilder, nicht unbedingt ein Held der Erzählung. Das Co-Drehbuch zum Film schuf übrigens Jacksons Ehefrau Fran Wash. Das Setdesign ist schön anzusehen, erinnerte mich ein wenig an das Artdeco von Dune, den ich sehr gerne mag. Ich glaube, die junge Generation nennt es Steampunk-Stil.
Statt Raumschiffe gibt es nun Luftschiffe. Statt dem Angriff auf den Todesstern gibt es einen Angriff der Piraten auf London. Die Piraten sehen wie eine Mischung aus Captain Sparrow und Piloten des Ersten Weltkriegs mit Lederjacke und Pelzkragen aus. Wir haben den Asia-Touch mit der Popsängerin und Schauspielerin Jihae ebenso wie die Geschichte von Frankenstein und ein wenig herzlosen Blechmann aus dem Zauberer von Oz.
An den Effekten ist nichts auszusetzen. Wir lernen als Zuschauer, die mobile Megastadt London die alles in sich verschlingen und verwerten, was ihnen in die Quere kommt. Europa ist zum Jagdgebiet geworden. Das ist Kapitalismus pur. Kleinere Ortschaften werden von den Städten gejagt und einverleibt, Ressourcen und Menschen inklusive. Schlagartig dachte ich an die Kolonialzeit. „Wir wollen auch einen Platz an der Sonne“, sagte schon unser Wilhelm II. Und als London auf den europäischen Kontinent kommt, spielt der Film mit Brexit und der Europäischen Union, eine nette Parabel auf die aktuellen politischen Entwicklungen. Ich musste oft schmunzeln, wenn der Neuseeländer Jackson sich zur Europapolitik äußert. Ich musste einmal richtig lachen, als Jackson amerikanische Kultur im Museum zeigt: Zwei heruntergekommene Minion-Statuen sind Ausstellungsstücke als „amerikanische Gottheiten“ im Naturkundemuseum, schöner Humor. Und ein bisschen Kritik an der Nahrungsmittelindustrie gibt es freilich auch, wenn ein Müsli-Riegel aus der Gegenwart in der Zukunft verspeist wird – der hält ja sowieso ewig.
Aber nun zu meinem Problem mit Mortal Engines. Die Darsteller. Leider ist es ein weiterer Film für eine Young-Adult-Fantasy-Generation. Ich bin wohl einfach zu alt für diese jugendlichen Schauspieler. Ihnen nehme ich das dramatische Spiel nicht ab. Vielleicht ist das bei einer jugendlichen Zielgruppe besser, aber Hera Hilmar als Hester ist mit ihren tiefen Narben nett anzusehen, aber Schauspiel ist etwas anderes. Und daran leidet auch der Film. Ich mag dieses Teenager-Zeugs einfach nicht mehr sehen, ich mag keine „Die Tribute von Panem“ und auch keinen „The Maze Runner“, aber das ist wohl mein Problem. Ach ja und den Soundtrack von Junkie XL mag ich auch nicht – ein aufgeblasenes Nichts. Den Download werde ich mir sparen.
Im Großen und Ganzen hat mir Mortal Engines dennoch gefallen. Es war der erste Teil von fünf Büchern, aber ich vermute, dass es nicht zu weiteren Verfilmungen kommen wird. Mein Gefühl sagt mir, dass Peter Jackson dieses Mal als Produzent daneben gegriffen hat obwohl ich das Thema sehr gerne mag. Das Silmarillion von Tolkien könnte noch verfilmt werden, lieber Herr Jackson, das wäre nach Herr der Ringe und Hobbit mal eine Aufgabe.

Meine zehn unvergesslichen Bücher

4. August 2018

Immer wieder geistern Aktionen durch soziale Netzwerke wie unlängst, bekannte Kunstwerke aus Toast nachzubilden. Fand ich irre witzig, kam aber zu spät mit meinem Frühstückstoast. Aber vor kurzem sprang ich auf einen solchen Zug auf. Es galt Bücher zu nennen, die einen in seinem Leben beeinflusst haben. Als Büchermensch und Leseratte musste ich einfach an dieser Aktion mitmachen und ich nahm das Angebot von meinem Kollegen Harald Baumer an. 

Ich postete zehn Tage lang Bücher, die mir etwas bedeuten und konnte zahlreiche meiner (virtuellen) Freunde ermutigen, es auch zu tun. Dazu postete in Twitter, Instagram und Facebook ich folgenden Text: „10 unvergessliche Bücher in 10 Tagen. Heute x/10. Kein Kommentar, keine Erklärungen, nur der Titel. Wer hat Interesse, mitzumachen? Würde mich bei vielen meiner Freundinnen und Freunde interessieren, welche Lektüre für sie wichtig war.“

Die Auswahl meiner Lieblingsbücher

Dieser Aktion ging eine Auswahl von Büchern voran und ich sage euch, das wahr echt schwer. Zunächst machte ich ein Brainstorming und sammelte Bücher. Es kamen rund 40 Bücher zusammen, also eindeutig zu viel. So ließ ich die Sache ein paar Tage ruhen und dachte dann nochmals nach und kam dann auf nochmals zehn weitere Bücher. Dann kam in einer Gewaltaktion das Ausmisten. Ich zog mich in mein Kellerarchiv zurück und holte die Bücher hervor. Da ich nichts wegwerfen kann, standen die Bücher geordnet in den zahlreichen Regalen. Bücher, die nicht an ihrem Platz waren, wurden gleich von der Liste gestrichen. So kam es, dass Stanisław Lems Klassiker Solaris gekillt wurde, weil das Buch nicht da war. Hatte ich es verliehen? Wo ist dieses Buch? Also, was nicht da ist, fliegt raus. 

Dann strich ich Bücher von Lieblingsautoren, die ich als Autor verehre, aber keine einzelnes Buch hervorheben will. Hier strich ich Edgar Allan Poe, ETA Hoffmann, Heinrich Heine, Philipp K. Dick und Sir Arthur Conan Doyle von der Liste. Dann musste ich mich entscheiden, dass ich von manchen Autor keine zwei Bücher benennen wollte. Hier blieben dann beispielsweise die Robotergeschichten von Asimov auf der Strecke oder Tolkiens Silmarillion. 

Dann wurde es nochmals hart: Ich musste ja auf zehn Bücher kommen und ich strich weitere Autoren und deren Bücher. Dabei waren beispielsweise Arthur C. Clarke, Stephen King (Dead Zone oder Shining), nochmals Lem mit seinen Sterntagebüchern. Goethe kam ebenso wie Shakespeare nicht auf die finale Liste, auch leider nicht Mary Shelly und ihr Frankenstein, ein Buch, das dieses Jahr 200. Geburtstag feiert und ich in einen eigenen Blogpost würdigen werde. Traurig war ich auch über das Streichen von Truman Capote und vor allem Tom Wolfe mit seinem Fegefeuer der Eitelkeiten. Dann entschied das Los und ich kam endlich auf meine zehn Bücher. Ich stelle fest, dass ich die fantastische Literatur bevorzuge. 

Also das sind meine zehn finalen Bücher: 

1 Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

2 Dante: Göttliche Komödie

3 Bret Easton Ellis: American Psycho

4 J.R.R. Tolkien: Herr der Ringe

5 Isaac Asimov: Foundation-Trilogie 

6 Frank Herbert: Der Wüstenplanet

7 Thomas Mann: Die Buddenbrooks

8 Richard Scarry: Mein allererstes Buchstabenbilderbuch  

9 Bram Stoker: Dracula 

10 Rainer Erler: Das blaue Palais  

Wer mitmachen will, ist gerne aufgerufen. Ich habe gesehen, es gibt so eine ähnliche Reihe mit Schallplatten, die einen am meisten bedeuten. Mal sehen, ob ich diese Challenge annehme. Die Bücher waren ein Anfang und wir wissen ja, im Web lieben wir diese Listicle.

Filmtipp: Der Hobbit – die Schlacht der fünf Heere – Extended Version

30. Dezember 2015

hobbit

Ich habe Herr der Ringe als Extended Version und nun habe ich auch den Hobbit als Extended Version komplett. Im Herbst 2015 erschien die längere Version von Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere –  Extended Edition. Obwohl der Film dieses Mal nur 19 Minuten an zusätzlichen Szenen enthält, haben es dieses 19 Minuten in sich. Mir hat der Film als Abschluss der Trilogie im Kino gefallen und mir hat er auch als Blu ray Version gefallen. Hauptsächlich umfasst das Zusatzmaterial unfangreiches Schlachtengemetzel, bietet aber neue Sichtweise und neue Handlungsstränge. Regisseur Peter Jackson hat den dritten Teil nicht nur verlängert, sondern er hat ihn inhaltlich ergänzt. Die zusätzlichen Szenen mit dem Drachen zu Beginn des Films habe ich zunächst nicht bemerkt. Es gibt etwas mehr Feuer und Bums, aber das ist nicht ausschlaggebend.
Ich gebe zu, ich hätte gerne noch etwas mehr Sauron in der Festung Dol Goldur gehabt. Es gibt zwar ein bisschen mehr Geschwätz zwischen Gandalf und Radagast – darauf kommt es auch nicht an.


Die opulente Schlacht am Ende wurde deutlich erweitert und neue Handlungsstränge eingefügt. Dain Eissenfuss kommt nun besser in Szene und auch seine Zwergenarmee darf sich intensiver mit den Orks auseinandersetzen. Am auffälligsten ist allerdings die Szenenabfolge mit den Zwergenstreitwagen. Diese Szene gab es bisher nicht und das CGI-Spektakel ist sicherlich ein Höhepunkt der Schlussschlacht. Das brutale Gemetzel ist rasant un eindringlich geschnitten. Das Abschlagen und Zermanschen der Köpfe und Abtrennen von Gliedmaßen wird zelebriert – wir wissen ja um die Gore-Vergangenheit von Peter Jackson.
Ein bisschen Pathos gibt es dann noch mit mehr Trauer um die toten Helden in der Grabkammer des Berges samt kurzer Krönung von Dain Eisenfuss, da Thorin Eichenschild ja ins Gras gebissen hat.
Obwohl die Trilogien Herr der Ringe und Hobbit beide von Peter Jackson stammen, lassen sich beide Reihen nur bedingt vergleichen. HdR hat mehr Pathos, mehr Tiefe, aber im Vergleich zum Hobbit deutlich schlechtere CGI. Der Hobbit ist schneller, spontaner, nimmt sich weniger ernst. Aus dem Kinderbuch der kleine Hobbit ist zwar kein Kinderfilm geworden, aber die Handlung wurde schon arg gestreckt, um auf drei Teile zu kommen. Und dennoch: Die Filme machen Spaß und auch das Zusatzmaterial auf den beiliegenden Blu rays der Extended Version ist wieder einmal vorbildlich. Gut gemacht Peter Jackson und ich glaube, dass war es dann mit dem Mittelerde-Universum. Die beiden Werke Nachrichten aus Mittelerde und vor allem Das Silmarillion gelten für mich als nicht verfilmbar. Das schafft auch ein Peter Jackson nicht. Vielleicht gelingt es mit Die Kinder Húrins, aber das wird mit Sicherheit kein Kassenknüller.

Eins, zwei, drei – die große Klopperei im Hobbit 3

29. Dezember 2014
Endlich kam ich dazu, den dritten Teil vom Hobbit anzusehen.

Endlich kam ich dazu, den dritten Teil vom Hobbit anzusehen.

Mit einiger Zeit Verspätung aufgrund von Krankheit kam ich jetzt erst in den Genuss des dritten Hobbits – die Schlacht der fünf Heere. Das Warten hat sich gelohnt – das große Finale war die erwartete Klopperei mit Pathos und Landschaft. Im Grunde geht es nur darum: Klopperei, Pathos und Landschaft.
Aber mir hat der Abschluss der Trilogie gehörig Spaß gemacht, auch wenn wieder Tolkien-Fans aufschreiben, was Peter Jackson aus dem freundlichen Kinderbuch Der kleine Hobbit gemacht hat. Ja, ja, die Argumente kennen wir schon: Das wunderbare Buch wurde zu einem Blockbuster aufgeblasen, Figuren eingefügt, Figuren erfunden – na und? Wenn ich eine Literaturverfilmung sehen will, muss ich mir etwas anderes ansehen als den Hobbit. Wobei ich natürlich als Tolkien-Fan der siebziger Jahre schon das eine oder andere Mal schlucken musste, was Jackson aus der Vorlage gemacht hat, aber egal.
Für mich war es ein großartiges Kinoereignis. Und auch schauspielerisch hat dieser Film eine neue Wendung erreicht. Mir hat das Ringen der Figuren Bilbo und Thorin miteinander sehr gut gefallen. Es war glaubhaft, den aufsteigenden Wahnsinn bei Thorin zu beobachten und die Zerrissenheit von Bilbo zu sehen, ob er un den Arkenstein herausrücken soll oder nicht. Das hat fast das Niveau zwischen Gollum und Bilbo.

 Benedict Cumberbatch kann alles spielen - sogar nen Drachen.

Benedict Cumberbatch kann alles spielen – sogar nen Drachen.

Da ich die deutsche Fassung in 2D angesehen hatte, musste ich mir die Interpretation von Benedict Cumberbatch als Drache aus dem Netz besorgen. Es gibt wohl nichts, was Benedict Cumberbatch im Moment nicht spielen kann: Sherlock, Star Trek-Bösewicht Khan und einen fiesen Drache. Als Star Wars-Bösewicht wird er entgegen allen Gerüchten nicht beteiligt sein, sagt er.
Dabei sind die Hobbit-Filme über die Jahre gereift, der Humor ist über die Teile fast verschwunden und das hat der Serie gut getan. Natürlich warten wir jetzt auf den Extended Cut durch Peter Jackson mit noch mehr Klopperei und noch mehr Pathos und noch mehr Landschaft.
Von Peter Jackson hört man, dass er nach dem Extended Cut mal wieder einen normalen Film drehen will. Schade, kann ihm bitte jemand das Silmarillion schicken, da wären ein paar Anregungen für weitere Filme aus dem HdR-Universum enthalten.

Wunderbarer Soundtrack zum Film von Howard Shore.

Wunderbarer Soundtrack zum Film von Howard Shore.

Sehr schön fand ich übrigens das Ende vom Hobbit und das Anknüpfen an Herr der Ringe. Bilbo hat den Ring, feiert seinen 111. Geburtstag und Herr der Ringe nimmt Fahrt auf. Das wird auch musikalisch vorbereitet. Der Soundtrack von Howard Shore für den dritten Hobbit ist wieder absolut großartig. Dieses Mal nicht so dunkel wie in Teil 2. Der Score The Hobbit : The Battle Of The Five Armies als Extended Version gefällt mir bis auf die Verpackung hervorragend. Der Pappschuber ist eine Zumutung. Die Musik ist wieder eine Wohltat, die Themen aus dem zweiten Teil werden aufgegriffen und weitergeführt. Moderne Programmmusik im 21. Jahrhundert mit allerei Leitmotiven, die uns Wagner in die Musik gebracht hat. Der letzte Song The Last Goodbye wurde von Billy Boyd gesungenen und ist nicht mein Fall. Vielleicht kommt irgendwann eine komplette Version von Hobbit 1-3 heraus, wie es beim Herr der Ringe der Fall war. Dann heißt es wieder zugreifen – bis es soweit ist, muss ich muss mit der Extended Version begnügen.

Buchtipp: Tolkien – eine illustrierte Enzyklopädie von David Day

8. Januar 2014

Tolkien

Wer sich in die mystische Welt von J.R.R. Tolkien begibt, wird mit Sagen und Erzählungen aus scheinbar alten Zeiten konfrontiert. Das macht das Werk von Tolkien aus, der mehr geschrieben hat, als gut gemachte Fantasy um Hobbits und Herr der Ringe. Das wichtigste Werk ist sicherlich das Silmarillion, doch auch bei den populäreren Bücher wie Hobbit oder HdR kommen die alten Geschichten immer wieder vor.

Dem interessierten Reisenden auf dem Weg durch die Tolkienwelt empfehle ich zum einen das Internet und die zahlreichen Foren um Tolkien, zum anderen Tolkien die illustrierte Enzyklopädie von David Day. Dieses Buch, mit zahlreichen Illustrationen versehen, beinhaltet zahlreiche Aspekte der tolkienschen Kosmologie. Über 500 alphabetisch geordnete Stichwörter befassen sich mit fünf Hauptgebieten: Geschichte, Geografie, Gesellschaft, Naturgeschichte und Biografie. Zudem gibt es für die Hardcore-Fans Karten, Genealogien und Zeittafeln für die verschiedenen Akteure.

Professor Tolkien hatte seine Welt geschaffen, nachdem er in der vorhandenen englischen Welt zu wenig Mythen und Sagen fand. Er schrieb: “Von Anfang an war ich bekümmert über die Armut meines eigenen geliebten Landes: Es besaß keine eigene Geschichte, jedenfalls nicht von der Art, wie ich sie in den Sagen und Legenden anderer Länder suchte und fand. Es gab griechische und keltische, romanische, germanische, skandinavische und finnische Sagen, aber keine englischen, abgesehen von dem erbärmlichen Zeugs, das wir in den Schulbüchern finden.”

Das durfte es in der Welt von Mittelerde nicht geben und so schuf Tolkien sein eigenes Universum. Eine Art Reiseführer durch dieses Universum stellt das vorliegende Buch dar. Allerdings: Es ist wirklich nur etwas für Fans. Kinobesucher, die die Filme ganz nett fanden, werden sich mit dieser Enzyklopädie schwer tun. Die greifen besser zu der Reihe von Filmbüchern, die es am Markt gibt.

Leider haben mir die rund 200 Zeichnungen und Illustrationen in dem Buch zumeist nicht gefallen. Es war mir alles zu aufgesetzt, zu sehr Fantasy und weniger Mystik. Aber macht euch selbst ein Bild davon.

Welche Herr der Ringe-Übersetzung ist die beste?

2. Januar 2013
Zahlreiche Ausgaben von Herr der Ringe gibt es auf dem Markt.

Zahlreiche Ausgaben von Herr der Ringe gibt es auf dem Markt.

Die Herr der Ringe-Trilogie als Filme und jetzt die Hobbitverfilmung bringt hat bei vielen Bekannten das Interesse an den Büchern von J.R.R. Tolkien geweckt. Immer wieder kommt die Frage: Welche Ausgabe der Bücher soll ich mir denn kaufen? Welche Übersetzung ist die beste?

Und mit dieser Frage treffen sich einen wunden Punkt in der ganzen Diskussion unter den Mittelerde-Fans, denn es gab im Laufe der Zeit mehrere Ausgaben der beliebten Bücher. Natürlich ist das englische Original am besten: Hier kommt die Sprache von Tolkien natürlich hervorragend zur Geltung. Wer aber des Englischen mächtig ist, sich aber dennoch bei rund 1000 Seiten Herr der Ringe dann doch nicht so sicher ist, der greift auf eine der zahlreichen deutschen Übersetzungen zurück. Und hier der klare Tipp: Schaut euch den Übersetzer an und wann das Buch erschienen ist. 

Ich selbst bin mit der Herr der Ringe-Übersetzung von Margaret Carroux eingestiegen. die das Buch 1970 vom Englischen übertrug. Für mich die beste Übersetzung, die auch zeitweise von Tolkien selbst verfolgt wurde. Es gelang ihr, die Sprache Tolkiens ins Deutsche zu übertragen. Für junge Mittelerde-Fans mögen die Worte und Formulierungen etwas anstrengend sein, dennoch Freude: Da muss man durch.

Beim Herr der Ringe-Kauf bitte genau auf die Übersetzung achten.

Beim Herr der Ringe-Kauf bitte genau auf die Übersetzung achten.

Dann veröffentlichte der deutsche Verlag von der Herr der Ringe, Hobbit-Presse/Klett-Cotta 2000 die Übersetzung von Wolfgang Krege. Krege war deutscher Tolkien-Experte und übersetzte in meiner Jugend das Silmarillion. Allerdings waren viele Fans sauer über seine Herr der Ringe-Übersetzung. Die Sprache wurde an die moderne Zeit angepasst und es fanden sich – meiner Meinung nach – zu viele flapsige Übersetzungen darin. So wurde Master Frodo (Englisch) mit Chef übersetzt. Nein, das geht nicht. Ich liebe meiner Übersetzung von Margaret Carroux treu, auch wenn sie noch in alter Rechtschreibung vorlag.

Der Streit innerhalb der Tolkiengemeinde zwischen Traditionalisten und Anhängern der Moderne wurde heftiger. Und so entschloss sich Klett-Cotta die Kuh zu melken. Im Jahre 2012 wurden sowohl die Carroux- als auch die Krege-Übersetzung überarbeitet und neu veröffentlicht. Und siehe da: Beide Übersetzungen sind prima. Die Carroux wurde an die neue Rechtschreibung angepasst und beim Krege wurden die Sünden der ersten Übersetzung herausgestrichen. Hier gibt es ein paar Versionen bei Amazon.

Tipp: Unbedingt auf die Ausgaben des Jahres 2012 achten. Wer eine etwas gedrechselte Sprache mag, der greift auch künftig zur Version von Carroux. Wer es etwas moderner haben möchte, der nimmt sich die Krege-Ausgabe.

Ab in die Schlacht: Neues Herr der Ringe-Spiel

20. Oktober 2010

Irgendwie mag ich den alten Tolkien und seinen „Herr der Ringe“. Ich bekenne mag die Bücher und bin ergriffen vom Das Silmarillion und freue mich auf die Zeit, wenn ich die Geschichten vom Weihnachtsmann meinen Kindern vorlesen kann. Bis es soweit ist, werde ich wohl zu Schwert und Bogen greifen und auf der PS3 Abendteuer aus dem Auenland erleben. In Kürze kommt ein neues HdR-Spiel auf den Markt mit dem Namen „Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn„.

Die Grafik haut mich nicht vom Hocker, die Figuren wirken klobig, dennoch scheint der Spielspaß für die ganze Familie gewiss zu sein. Und das ist mir in diesem Falle das Wichtigste. Wenn ich Grafik will, spiele ich andere Games – und die in der Regel allein.

Schwertschwingend, mit Schild, Bogen und Speer bewaffnet, kämpfe ich in dem neuen Game „Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn“ gegen Saurons Schergen und reisen durch eine farbenprächtige Neuauflage von Mittelerde. Hoch zu Ross mache ich dabei dem Bösen abwechselnd mit Schwert und Speer den Garaus und erlebe actionreiches, bewegungsgesteuertes Gameplay. Im exklusiv für PlayStation3 verfügbaren Zweispieler-Koop-Modus ziehen Freunde oder Familienmitglieder als Gandalf mit ins Schlachtgetümmel. Gandalf wird in meinen Fall von meiner Frau dargestellt werden, mal sehen, ob sie Lust hat, sich in die Schlacht zu stürzen.

Worauf ich mich wirklich freue, ist die bewegungsgesteuerte Spielmechanik, die den demnächst für PlayStation erhältlichen PlayStation Move Motion-Controller unterstützt. Da bin ich sehr gespannt darauf, ob es im Real Play funktioniert. Über die Controller-Sensoren werden Bewegungen der Spieler erkannt und punktgenau in Aragorns Schwerthiebe umgesetzt. Der Hersteller Warner Bros. Interactive Entertainment verspricht fantastische Finishing-Moves: „Führe perfekt getimete Waffenhiebe aus und versetze in spektakulären, kinoreifen Boss-Kämpfen Saurons Dienern den Gnadenstoß“, heißt es und ja ja ja, das will ich ausprobieren sowie die grandiose Bogen-Kämpfe: Ich übernehme mit dem MOVE-Bewegungscontroller volle Kontrolle über Aragorns Bogen und schalte Saurons Truppen aus sicherer Entfernung mit gezielten Pfeilschüssen aus, obwohl da sicher Legolas der bessere Schütze wäre.

 

Spielszene aus der Herr der Ringe.

Spielszene aus der Herr der Ringe.