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Dracula im Film (7): Dracula (2020) – BBC/Netflix

13. März 2020
Dracula auf Netfflix.

Dracula auf Netfflix.

Als Fan von Dracula spitzte ich die Ohren als ich hörte, dass Netflix eine dreiteilige Miniserie über den Grafen aus den Karpaten anbot. Endlich hatte ich die Zeit, mir die drei Folgen der BBC auf dem Streamingdienstleister Netflix anzusehen. Ich war erfreut, dass es sich um eine Verfilmung des Bran Stoker-Stoffes drehen sollte, die zudem ins 21. Jahrhundert übertragen wurde.
Das erinnerte an die BBC-Serie Sherlock, die ich hervorragend fand. Es steckt auch das gleiche Team Steven Moffat und Mark Gatiss dahinter. Es gab immer wieder den Versuch Graf Dracula in die Neuzeit zu bringen. Dracula jagt Mini-Mädchen spielt 1972 im Swinging London und Die Herren Dracula beißt in Paris des Jahres 1976.
Der BBC-Netflix-Dreiteiler beginnt im viktorianischen Zeitalter, spielt allerdings in Ungarn und zeigt die bekannte Geschichte von Jonathan Harker. Der zweite Teil ist die Überfahrt Draculas nach England auf der Demeter und Teil drei spielt durch einen Clou in der Neuzeit.
Aus Professor Abraham van Helsing wurde Schwester Agatha van Helsing mit wunderbaren niederländischen Akzent. Die Schwester zweifelt aber an ihrem Glauben und ist auf der Suche nach Werten und konfrontiert Dracula mit ihrem Intellekt, scheitert aber an sich selbst. Ihrer Nachfolgerin Zoe Helsing geht es im dritten Teil nicht besser und geht mit unserem Lieblingsvampir in den Tod.
Der Graf selbst wird von Claes Bang gespielt. Er macht seine Rolle gut, kann auch dem Grafen durch eine Prise Humor und Feingeist einen neuen Dreh geben. Die Eindimensionalität eines eiskalten Draculas der Vergangenheit wird aufgebrochen. Und dennoch bleibt das Schauspiel blas. Zu keiner Zeit hat man bei dem Dreiteiler eine Spur von Horror oder zumindest ein wenig Gruselatmosphäre. Sein Dracula ist unterhaltend, hat unerwartete Wendungen, ist aber kein Horror.

Lächerlich ist eine Szene des ersten Teil, als sich ein nackter Dracula vor den Nonnen eines Kloster offenbart. Die Nonnen sind mit erhobenen Pflöcken bewaffnet, die nach oben gerichtet sind – das Phallus-Symbol lässt grüßen. Nette Idee, aber das ist B-Movie-Niveau, das die Mini-Serie nicht verdient hat.
Der Film und zwar der dritte Teil bricht mit der Tradition des Sonnenlichts und Kreuzen als Vernichter von Vampiren und Dracula kann die Sonne erleben, wird aber vom Krebs, einer zutiefst menschlichen Krankheit, getötet. Das ist ein absolut neuer Gedanken in die Welt von Dracula, ich bin mir aber nicht sicher, ob es mir als Traditionalist in Sachen Vampire gefällt. Interessant ist auch die Erklärung, warum Dracula zum Vampir geworden ist.
Nun, die Mini-Serie ist nicht schlecht, aber so richtig gefesselt hat mich die Sache auch nicht. Dafür fehlte mich etwas. Die Ausstattung ist viktorianisch und modern zugleich, das Drehbuch ist pointiert und hat Humor, der Sex ist kaum vorhanden und der Graf ist mir zu menschlich. Es gab neue Ideen, aber insgesamt warte ich auf eine wirklich gute Verfilmung des literarischen Stoffs.

Eins, zwei, drei – die große Klopperei im Hobbit 3

29. Dezember 2014
Endlich kam ich dazu, den dritten Teil vom Hobbit anzusehen.

Endlich kam ich dazu, den dritten Teil vom Hobbit anzusehen.

Mit einiger Zeit Verspätung aufgrund von Krankheit kam ich jetzt erst in den Genuss des dritten Hobbits – die Schlacht der fünf Heere. Das Warten hat sich gelohnt – das große Finale war die erwartete Klopperei mit Pathos und Landschaft. Im Grunde geht es nur darum: Klopperei, Pathos und Landschaft.
Aber mir hat der Abschluss der Trilogie gehörig Spaß gemacht, auch wenn wieder Tolkien-Fans aufschreiben, was Peter Jackson aus dem freundlichen Kinderbuch Der kleine Hobbit gemacht hat. Ja, ja, die Argumente kennen wir schon: Das wunderbare Buch wurde zu einem Blockbuster aufgeblasen, Figuren eingefügt, Figuren erfunden – na und? Wenn ich eine Literaturverfilmung sehen will, muss ich mir etwas anderes ansehen als den Hobbit. Wobei ich natürlich als Tolkien-Fan der siebziger Jahre schon das eine oder andere Mal schlucken musste, was Jackson aus der Vorlage gemacht hat, aber egal.
Für mich war es ein großartiges Kinoereignis. Und auch schauspielerisch hat dieser Film eine neue Wendung erreicht. Mir hat das Ringen der Figuren Bilbo und Thorin miteinander sehr gut gefallen. Es war glaubhaft, den aufsteigenden Wahnsinn bei Thorin zu beobachten und die Zerrissenheit von Bilbo zu sehen, ob er un den Arkenstein herausrücken soll oder nicht. Das hat fast das Niveau zwischen Gollum und Bilbo.

 Benedict Cumberbatch kann alles spielen - sogar nen Drachen.

Benedict Cumberbatch kann alles spielen – sogar nen Drachen.

Da ich die deutsche Fassung in 2D angesehen hatte, musste ich mir die Interpretation von Benedict Cumberbatch als Drache aus dem Netz besorgen. Es gibt wohl nichts, was Benedict Cumberbatch im Moment nicht spielen kann: Sherlock, Star Trek-Bösewicht Khan und einen fiesen Drache. Als Star Wars-Bösewicht wird er entgegen allen Gerüchten nicht beteiligt sein, sagt er.
Dabei sind die Hobbit-Filme über die Jahre gereift, der Humor ist über die Teile fast verschwunden und das hat der Serie gut getan. Natürlich warten wir jetzt auf den Extended Cut durch Peter Jackson mit noch mehr Klopperei und noch mehr Pathos und noch mehr Landschaft.
Von Peter Jackson hört man, dass er nach dem Extended Cut mal wieder einen normalen Film drehen will. Schade, kann ihm bitte jemand das Silmarillion schicken, da wären ein paar Anregungen für weitere Filme aus dem HdR-Universum enthalten.

Wunderbarer Soundtrack zum Film von Howard Shore.

Wunderbarer Soundtrack zum Film von Howard Shore.

Sehr schön fand ich übrigens das Ende vom Hobbit und das Anknüpfen an Herr der Ringe. Bilbo hat den Ring, feiert seinen 111. Geburtstag und Herr der Ringe nimmt Fahrt auf. Das wird auch musikalisch vorbereitet. Der Soundtrack von Howard Shore für den dritten Hobbit ist wieder absolut großartig. Dieses Mal nicht so dunkel wie in Teil 2. Der Score The Hobbit : The Battle Of The Five Armies als Extended Version gefällt mir bis auf die Verpackung hervorragend. Der Pappschuber ist eine Zumutung. Die Musik ist wieder eine Wohltat, die Themen aus dem zweiten Teil werden aufgegriffen und weitergeführt. Moderne Programmmusik im 21. Jahrhundert mit allerei Leitmotiven, die uns Wagner in die Musik gebracht hat. Der letzte Song The Last Goodbye wurde von Billy Boyd gesungenen und ist nicht mein Fall. Vielleicht kommt irgendwann eine komplette Version von Hobbit 1-3 heraus, wie es beim Herr der Ringe der Fall war. Dann heißt es wieder zugreifen – bis es soweit ist, muss ich muss mit der Extended Version begnügen.

Soundtracktipp: Godzilla von David Arnold

24. Oktober 2014
die ultimative Soundtracksammlung

die ultimative Soundtracksammlung

Roland Emmerichs Blockbuster Godzilla muss man nicht mögen, aber ich irgendwie schaue ich den Monsterfilm des deutschen Filmemachers immer wieder gerne an. Es ist zwar nicht Godzilla, wie ich ihn kennengelernt habe, aber es macht nichts. Es ist viel Monster und viel Rums in dem Film.

Nach vielen TV-Wiederholungen und Blu ray-Abenden mit Godzilla beschäftigte ich mich ein wenig mehr mit dem Soundtrack und entdeckte eine wahre Perle. Und dass wir uns richtig verstehen: Ich spreche nicht von der schrecklichen Hit-Compilation, die uns als Soundtrack verkauft wurde. Ich spreche von dem Original-Score von David Arnold.

Und damit begann die Suche. Es gibt von dem Score eine Doppel-CD Godzilla(gut) und eine so genannte Ultimate Edition von Godzillamit drei CDs (sehr gut). Letztere Ultimate Edition ist auf 3000 Exemplaren limiert und wer Glück hat, sollte sie sofort erwerben. Es lohnt sich.

Die Liebe zu David Arnolds Musik war eine schwere Geburt. Mit der Musik von David Arnold hatte ich über die Jahre so meine Probleme. Er ist im Grunde der Haus- und Hofkomponist von Roland Emmerich. Seine Soundtracks zu Stargate oder Independence Day fand ich eher durchschnittlich. Sie haben mich nicht vom Hocker gehauen. Und wenn ich seine Musik zu den James Bond-Filmen höre, sehne ich mich an die Zeit zurück, als John Barry die Musik für James Bond schrieb. Das waren noch Scores. Aber als David Arnold die Musik zur BBC-Verfilmung Sherlock ablieferte, hörte ich etwas genauer hin. Die bisher drei Sherlock-Soundtracks haben mir trotz ihrer Kürze gefallen. Ich beschloss, den Komponisten wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

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Zu den Soundhäppchen von Sherlock ist der Score von Godzilla nahezu episch. Die drei CDs sind 56:14 Minuten, 64:17 Minuten und 49:10 Minuten lang. Die Musik der dritten CD ist bisher unveröffentlicht. Und das ist absolut nicht zu verstehen, warum man solche Schätze nicht geborgen hatte.

Der Brite Arnold begann 1997 in Los Angeles mit seiner Arbeit an Godzilla. Weil die Special Effects noch nicht fertig waren, musste Arnold quasi ohne Monster ins Blaue hinein komponieren. Also verlegte sich der Komponist eher auf das menschliche Moment des Films, was kein Schaden war. Er machte aus der Not eine Tugend und es ist ihm gelungen. Aber natürlich brechen immer wieder bei dem Blockbuster die lauten Töne durch.

Leider, leider nahm Arnold das berühmte Godzilla-Thema von Akira Ifukube nicht auf. Wirklich schade. Selbst die musikalische Version von Alexandre Desplat aus dem Jahr 2014 greift darauf zurück. Ich finde dieses Ignorieren einen Fehler, denn zu Godzilla gehört für mich einfach das Ifukube-Thema. Naja, dafür gibt es die Marseillaise mit dem Stampfen von Godzilla, weil Jean Reno den französischen Agenten Philippe Roche spielt.