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Meine Songs zur Sonnenfinsternis

22. August 2017

In welcher Welt leben wir? Ich liege gemütlich auf meinem Sofa und schau mir via iPad und iPhone die Sonnenfinsternis in den USA an – und es großartig.
Ich hatte am 11. August 1999 eine totale Sonnenfinsternis in München erlebt. Ich war damals als Pressereferent bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern beschäftigt und alle Mitarbeiter konnten das Spektakel trotz Kernzeitverletzung betrachten. Meine spätere Frau und ich trafen uns mit Kollegen im Münchner Hofgarten und hatten unsere Pappbrillen dabei. Der Übergang von Tag zur Nacht war drastisch. Es wurde merklich kühler. Die Hunde jaulten. Die Vögel im Hofgarten verstummten – und die Menschen auch. Alle blickten nach oben und schauten zu, wie sich der Mond vor die Sonne schob. Absolut eindrucksvoll.


Das gleiche Gefühl hatte ich jetzt bei der Sonnenfinsternis in den USA wieder. Die NASA hatte eine kostenlose App Solar Eclipse bereitgestellt und übertrug das Naturphänomen live. Ich konnte zwischen verschiedenen Teleskopen in den USA hin und her schalten. Zudem gab es Erklärvideos, was da am Himmel passierte. Gleichzeitig verfolgte ich die BBC live in Facebook, las die Kommentare, drückte Like und genoss das Schauspiel.
Zur Vorbereitung auf das Ereignis am Vormittag dachte ich zunächst an Stanley Kubricks 2001 Odyssee im Weltraum und da kam mir vor der Sonnenfinsternis die Idee, meine persönliche Playlist für das Ereignis von meinem Musikserver zusammenzustellen. Hinterher habe ich gelesen, dass die Rockoma Bonnie Tyler mit Total Eclipse sogar zeitweise in der iTunes-Hitparade war. Während der Sonnenfinsternis wurde auf der NASA-App auch ein Improvisationskonzert des Kronos Quartetts übertragen. Kronos hatte ich von einigen Soundtracks.


Also hier meine Playlist rund um den Moon:
Moonage Daydream von Davide Bowie
Moon River von Audrey Hepburn
Bad Moon Rising von CCR
Moon Over Bourbon Street von Sting
Dark side of the Moon von Pink Flyod
Moondance von Van Morrison
Moonraker von Shirley Bassey
Fly Me to the Moon von Frank Sinatra
Full Moon and Empty Arms von Bob Dylan
Fay Bewitching the Moon von Tangerine Dream
Moonshadow von Cat Stevens
Ticket to the Moon von ELO
Moonchild von King Crimson
Höhepunkt war natürlich: Also sprach Zarathustra von Richard Strauss
Here comes the sun von den Beatles

Queen Elisabeth II. wird 90. Jahre alt

21. April 2016
Die Dame auf den Geldscheinen wird heute 90. Jahre alt.

Die Dame auf den Geldscheinen wird heute 90. Jahre alt.

Die Queen wird 90. Jahre alt und ich will ganz artig gratulieren. Ich habe neulich meine britischen Pfund in einen Reisegeldbeutel verstaut und mir das Konterfei von Queen Elisabeth II. auf den Geldnoten angeschaut. Obwohl ich kein Brite bin und weder dem Commonwealth noch der anglikanischen Church of England angehöre, mag ich die alte Dame (und vor allem auch Prinz Philip).
Ich hatte mal eine Freundin, die mir damals als Helmut Kohl Bundeskanzler war, einmal überraschend sagte: Ich kenne keinen anderen Kanzler als Kohl. Nun, das ist bei mir nicht der Fall, aber ich kenne keine andere Königin als Queen Elisabeth II. Seitdem ich lebe, übt Elizabeth Alexandra Mary als Queen Elisabeth II. ihr Amt aus. Sie war immer da, lange vor meiner Geburt. Und ich finde, sie macht es ausgezeichnet. Von ihr kann man viel, sehr viel lernen.
Als am 2. Juni 1953 ihre Krönung in der Westminster Abbey stattfand, kam es einer TV-Live-Übertragung der BBC. Die Zahl der Geräte in Großbritannien sprang von wenigen Hunderttausend auf vier Millionen in die Höhe, insgesamt verfolgten etwa 300 Millionen Zuschauer die Zeremonie – so sagt es Wikipedia. Unter diesen TV-Zuschauern war auch meine Großmutter dabei, die mir zu ihren Lebzeiten davon berichtete. Sie erinnerte sich, dass sie vor der Krönung zum Friseur ging, denn mit zerzaustem Haar wollte meine Oma der neuen Queen vor dem Fernseher nicht unter die Augen treten. Naja, die Zeiten ändern sich. Ich habe mir die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum in der Jogginghose und T-Shirt angeschaut.

Queen Elisabeth II. bewahrt Haltung
Queen Elisabeth II. hat vor allem Haltung bewiesen, Stärke über all die Jahre – und das finde ich bewundernswert. Sicher, die alte Dame hat einen sturren Kopf, aber sie macht ihre Sache ausgezeichnet. Sie hat so viel erlebt und schwere Zeiten hinter sich gebracht. Sie hat ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und für die Monarchie und die Pflichterfüllung gelebt. Ich hätte das nie gekonnt. Respekt. Aber beim Geburtstag will ich nicht auf die schlimmen Zeiten zurückblicken, sondern erinnere mich lieber daran, dass sie zu den Olympischen Spielen 2012 das „unvergesslichstes Bond-Girl aller Zeiten“ war und im Kurzfilm Happy and Glorious eine humorvolle Leistung abgab. So was gefällt mir.

Mein Lieblings-Queen Moderator Rolf Seelmann-Eggebert
Es laufen so viele Dokumentationen über die Queen und natürlich ist mein Lieblingskorrespondent Rolf Seelmann-Eggebert auch von der Partie. Wenn es um den Adel geht, dann ist Rolf Seelmann-Eggebert mein Favorit. Er war Chefkorrespondent des Norddeutschen Rundfunks (NDR/ARD) und hat dort eine lange Karriere als Reporter, Auslandskorrespondent und Programmdirektor Fernsehen hinter sich. Für mich ist er der Kenner, wenn es um das Thema Queen geht. Gerne würde ich mal ein Interview mit ihm über die Produktionsweise seiner zahlreiche Filme machen. Vielleicht klappt es einmal.


Wie kann ich der Queen zum Geburtstag gratulieren? Vielleicht so: Ich schaue mir wieder das Buch Her Majesty an, das im Taschen Verlag erschienen ist. Ich habe ausführlich darüber gebloggt. Und zum 90. Geburtstag der Queen werde ich es mir wieder ansehen. Und ich höre mir den Soundtrack zum Film The Queen an. Alexandre Desplat hat die Musik komponiert und ich entdeckte Alexandre Desplat immer mehr für mich. Er ist über die Jahre sehr gereift. Der Soundtrack ist ein harmonischer Score und ich werde ihn zum Geburtstag der Queen abspielen. Und ich höre mir den wunderbaren The King’s Speech von ihm an, der thematisch ja auch zur Queen passt.

Musiktipp: Tubular Bells – the Ultimate Edition von Mike Oldfield

25. Mai 2015

Ein Musiker, mit dem ich mich immer wieder schwer tue, ist Mike Oldfield. Im Grunde habe ich über die Jahre sein komplettes musikalisches Oeuvre zusammengekauft, darunter auch zahlreiche seltene Singles und Maxis. Viele seiner Aufnahmen höre ich gerne, wie beispielsweise die sinfonischen Ergüsse zu Beginn seiner Karriere. Auch den Pop-Liedlichen aus den achtziger Jahren wie Moonlight Shawdow kann ich vieles abgewinnen. Ratlos bin ich dann über den Murks der neunziger Jahre mit Ausnahme von Amarok (1990), seiner Rache an Richard Branson.

The Ultimate Edition von Tubular Bells.

The Ultimate Edition von Tubular Bells.

Nachdem nun Mike Oldfields Sohn Dougal im Alter von 33 Jahren am 17. Mai 2015 plötzlich verstorben ist, stand Mike Oldfield wieder im Mittelpunkt meines Interesses. Zunächst aber mein Beileid für den Tod des Sohns. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Eltern ihr Kind begraben müssen.


Ich schaute meine Aufnahmen von Oldfield durch und blieb mal wieder bei seinem Debüt-Album Tubular Bells hängen. Es gibt ja zig verschiedene Versionen der Aufnahme der Röhrenglocken, aber ich möchte die Tubular Bells – the Ultimate Edition besonders hervorheben. Über das Album selbst, braucht man nicht viel schreiben. Es ist DER Klassiker aus dem Jahre 1972. Der damals 19jährige nahm im Alleingang dieses wichtige Werk der Rockgeschichte auf und spielte zahlreiche Instrumente selbst. Es war Oldfields erstes Album bei Richard Bransons Virgin und wurde ein Kassenschlager. Virgin kam mit dem Pressen der Vinyl-Alben gar nicht hinter her. Ich lernte Tubular Bells durch meinen inzwischen verstorbenen Freund Michael kennen. Als ich dann im Kino den Exorzisten anschaute, erkannte ich die Musik von Oldfield wieder und wurde sofort Fan des Musikers. Das Thema im 7/8-Takt von Tubular Bells hatte mich gefangen und wenn ich Tubular Bells – the Ultimate Edition auflege, dann ist dieses elektrisierende Feuer wieder da.

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Die Tubular Bells – the Ultimate Edition erschien bereits im Jahr 2009 und ist eher etwas für den Sammler. Wer nicht soviel Oldfield braucht, der sollte die Deluxe Edition wählen. the Ultimate Edition bringt Tubular Bells als Vinyl-Platte sowie drei CDs und eine DVD. Die CDs sind die Originalaufnahmen der Röhrenglocken und der geniale Stereo Mix von 2009. Hier hat der Meister selbst gemixt und der versteht den Umgang mit Nuendo. Er kitzelt Instrumentierungen heraus, die auf dem Original-Album verborgen waren. Hier hat sich die Überarbeitung und das Warten wirklich gelohnt. Oldfield konnte nach der Loslösung von Branson endlich wieder über seine Musik verfügen und hat bei Tubular Bells ganze Arbeit geleistet.

Ein absoluter Schatz sind allerdings die Demo-Aufnahmen von Tubluar Bells mit dem sich Oldfield damals bei Branson und Virgin vorgestellt hat. Die technische Qualität ist eher bescheiden, aber die musikhistorische Erkenntnisse sind phänomenal. Der 19jährige Oldfield hatte Talent, ein Wahnsinnstalent. Zum ersten Mal konnten wir Fans die Demos und Rohmaterial hören und die Komplexität des späteren Meisterwerkes erahnen. Dafür hat sich die Anschaffung der Ultimate Edition absolut gelohnt.

Humor von 1973.

Humor von 1973.

Musikalisch und aufnahmetechnisch allerste Sahne ist die DVD mit einem 5.1. Mix des Albums und Videomaterial der BBC 2 Serie „2nd House“, einer Tubular-Bells-Session aus dem Jahre 1973. Als Fan-Artikel liegen noch bei u.a. Poster, Fotos und zwei Gitarrenplektren.
Tja und dann haben wir noch en fettes 60seitiges Buch mit einem Vorwort von Mike Oldfield. Das Hardcoverbuch im LP-Format beschreibt mit seltenen Fotos die Entstehungsgeschichte von Tubular Bells. Einige der Fotos waren komplett neu und zeigen die Atmosphäre in Studio The Manor. Besonders interessierte mich die Einteilung der Aufnahmespuren von 1972 und von 2009 – einmal handschriftlich, einmal digital in Nuendo von Steinberg. Ich habe mit dem Coffee Table-Book eine schöne Zeit auf dem Sofa verbracht und die Kopfhörer mit der 5.1-Aufnahme auf den Ohren.
Also eine klare Kaufempfehlung von mir für alle Freunde der guten Musik.

Soundtracktipp: Godzilla von David Arnold

24. Oktober 2014
die ultimative Soundtracksammlung

die ultimative Soundtracksammlung

Roland Emmerichs Blockbuster Godzilla muss man nicht mögen, aber ich irgendwie schaue ich den Monsterfilm des deutschen Filmemachers immer wieder gerne an. Es ist zwar nicht Godzilla, wie ich ihn kennengelernt habe, aber es macht nichts. Es ist viel Monster und viel Rums in dem Film.

Nach vielen TV-Wiederholungen und Blu ray-Abenden mit Godzilla beschäftigte ich mich ein wenig mehr mit dem Soundtrack und entdeckte eine wahre Perle. Und dass wir uns richtig verstehen: Ich spreche nicht von der schrecklichen Hit-Compilation, die uns als Soundtrack verkauft wurde. Ich spreche von dem Original-Score von David Arnold.

Und damit begann die Suche. Es gibt von dem Score eine Doppel-CD Godzilla(gut) und eine so genannte Ultimate Edition von Godzillamit drei CDs (sehr gut). Letztere Ultimate Edition ist auf 3000 Exemplaren limiert und wer Glück hat, sollte sie sofort erwerben. Es lohnt sich.

Die Liebe zu David Arnolds Musik war eine schwere Geburt. Mit der Musik von David Arnold hatte ich über die Jahre so meine Probleme. Er ist im Grunde der Haus- und Hofkomponist von Roland Emmerich. Seine Soundtracks zu Stargate oder Independence Day fand ich eher durchschnittlich. Sie haben mich nicht vom Hocker gehauen. Und wenn ich seine Musik zu den James Bond-Filmen höre, sehne ich mich an die Zeit zurück, als John Barry die Musik für James Bond schrieb. Das waren noch Scores. Aber als David Arnold die Musik zur BBC-Verfilmung Sherlock ablieferte, hörte ich etwas genauer hin. Die bisher drei Sherlock-Soundtracks haben mir trotz ihrer Kürze gefallen. Ich beschloss, den Komponisten wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

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Zu den Soundhäppchen von Sherlock ist der Score von Godzilla nahezu episch. Die drei CDs sind 56:14 Minuten, 64:17 Minuten und 49:10 Minuten lang. Die Musik der dritten CD ist bisher unveröffentlicht. Und das ist absolut nicht zu verstehen, warum man solche Schätze nicht geborgen hatte.

Der Brite Arnold begann 1997 in Los Angeles mit seiner Arbeit an Godzilla. Weil die Special Effects noch nicht fertig waren, musste Arnold quasi ohne Monster ins Blaue hinein komponieren. Also verlegte sich der Komponist eher auf das menschliche Moment des Films, was kein Schaden war. Er machte aus der Not eine Tugend und es ist ihm gelungen. Aber natürlich brechen immer wieder bei dem Blockbuster die lauten Töne durch.

Leider, leider nahm Arnold das berühmte Godzilla-Thema von Akira Ifukube nicht auf. Wirklich schade. Selbst die musikalische Version von Alexandre Desplat aus dem Jahr 2014 greift darauf zurück. Ich finde dieses Ignorieren einen Fehler, denn zu Godzilla gehört für mich einfach das Ifukube-Thema. Naja, dafür gibt es die Marseillaise mit dem Stampfen von Godzilla, weil Jean Reno den französischen Agenten Philippe Roche spielt.

 

House of Cards: BBC schlägt Netflix

22. September 2014

Im Moment schaue ich auf meinen Zugreisen die zweite Staffel von House of Cards und ich genieße das Intrigenspiel von verlogener Politik und Machterhalt – ein Lehrstück für den modernen Politiker. Wie der große Humorist Gerhard Polt schon sagte: Fast wie im richtigen Leben.
Viele Details mag ich an der Serie und auch die Besetzung von Kevin Spacy ist äußerst gelungen. Für mich ist es eine seiner besten Rollen. Und unseren Fernsehsendern muss klar sein, was das bedeutet, wenn Netflix so eine geniale Serie streamt. Fernsehen ändert sich. Hier passiert etwas am TV-Markt. Amazon hatte ja auch bereits mit dem Wikiner-Epos Vikings einen großen Erfolg.

Die zweite Staffel von House of Cards.

Die zweite Staffel von House of Cards.

Zurück zu House of Cards: Bei all meiner Begeisterung für die David Fincher-Serie muss ich zugeben: Ich finde das Original House of Cards nochmals um Klassen besser. Es liegt daran, dass die Originalserie in London spielt und damit europäischer ist als der mir fremde US-Politikbetrieb. Zwar ist Kevin Spacy prima, doch Ian Richardson ist noch besser. Schaut euch den Unterschied einmal an und zwar in der Originalfassung.

Kevin Spacy spielt seine Rolle umwerfend.

Kevin Spacy spielt seine Rolle umwerfend.

Autor Michael Dobbs, heute Peer und Mitglied des House of Lords, hatte einst im Stab von Margret Thatcher gearbeitet und mit seinen Romanen einen entlarvenden Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebes gestattet. Es ist übrigens eine Schande, dass seine Romane im Moment nicht wieder in Deutschland aufgelegt werden und so musste ich das englische eBook House of Cards bei Amazon laden. Der deutsche Rechteinhaber Bastei-Lübbe könnte sich bewegen und sicher den einen oder anderen Euro verdienen. Völlig unverständlich so eine Veröffentlichungspolitik.

Ian Richardson ist aber noch besser.

Ian Richardson ist aber noch besser.

Michael Dobbs brachte wohl sein Insiderwissen in seine Bücher ein. Und es ist der britische Politikbetrieb und nicht ein US-amerikanischer, den Doobs beschreibt, der Kampf in Whitehall. Daher interpretiert Ian Richardson die Rolle des eiskalten Politikers noch eindrucksvoller. Richardson ist böse, richtig böse. BBC schlägt hier Netflix, wobei ich keinesfalls sagen will, dass die Neuverfilmung schlecht ist, das Original ist nur noch besser. Die britische Englisch passt besser, als das amerikanische Englisch für diese Art von Filmen. Die Steigerung „Feind, Todfeind, Parteifreund“ bekommt hier eine neue Bedeutung und ich sehe heute so manche Politikkampagne unter einem anderen Licht. Hier lernt der Zuschauer taktieren, intrigieren, vernichten auf die feine englische Art und Ian Richardson ist ein Meister des Marionettenspiels darin. Vielleicht können Politiker diese Serien als Fortbildungskosten von der Steuer absetzen?
Interessant ist, dass die US-Serie bei den Emmys neun Mal nominiert wurde, aber nur drei Preise bekam. Streaming ist bei der US-Jury wohl noch nicht angekommen oder sie stehen auf der Leitung.

Das britische Original finde ich sogar noch besser.

Das britische Original finde ich sogar noch besser.

The People’s Monarch: Kunst mit der Queen

22. Juni 2014

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Auch wenn das spanische Königspaar durch den Thronwechsel im Moment in aller Munde ist, bin ich ein Fan von Queen Elisabeth II. Bei meinem jüngsten Besuch in London stieß ich am Flughafen London Gatwick auf das beeindruckende Kunstprojekt The People’s Monarch.

Das Projekt der BBC South East hängt im Eingangsbereich des Flughafens und jeder der London über Gatwick besucht, wird es zu sehen bekommen. Das Kunstwerk stand am Ende eines sechswöchigen Projektes der königstreuen BBC-Hörer. Die Hörer wurden aufgefordert eine Fotografie an den Radiosender einzusenden, um damit das diamantene Thronjubiläum von Elisabeth II. zu feiern. Ich selbst hatte es mit einem wunderbaren Buch aus dem Taschen Verlag gefeiert und darüber gebloggt.

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Tausende Radiohörer folgten dem Aufruf der BBC. Sie schickten Bilder von sich, von ihrem Familien, von ihren Häusern und Wohnungen – sie schickten eben Bilder von Britannien. Insgesamt wurden 5500 Bilder eingeschickt. Dann begann die Arbeit der Künstlerin Helen Marshall. Sichten, sortieren und künstlerisch tätig zu werden, Sie baute zwei große Bilder-Mosaik. Die Planungen erfolgten am Rechner und Unterstützung bekam sie von der Mosaik-Experten Polly Tiles.

Am Ende kamen zwei wunderbare Mosaik-Bilder zum 60. Thronjubiläum heraus. Ein Mosaik zeigt Elisabeth als junge Frau, eines die gereifte Königin. Ich finde diese Bilder eindrucksvoll, zeigen sie auch die Verbundenheit der Briten zu ihrer Königin. Jetzt bin ich mit Sicherheit kein Royalist, aber das hat mich doch sehr beeindruckt. Übrigens, bei der Ausreise von Gatwick gab es im Touristenshop die Queen zum 60. Thronjubiläum als Figur für ein britisches Pfund. Hier begann dann der Ausverkauf der Monarchie. God save the Queen.

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Neue Chancen für Fotografie

10. Februar 2014

Der Kameramarkt ist in Bewegung – technisch und kreativ. In meinem Fotoseminaren stelle ich fest: Die klassischen Kompaktkameras sind massiv auf dem Rückzug und die Teilnehmer setzen derzeit auf digitale Spiegelreflexkameras. Und: Die wirklichen Fotoenthusiasten suchen neue Wege,

Die jüngsten Zahlen des der Branchenverband der japanischen Kamerahersteller CIPA sprechen eine deutliche Sprache. Einbruch, Einbruch, Einbruch überall. Von Januar und Dezember 2013 gingen bei Nikon, Canon und Co nur noch 63 Millionen Kameras über die Ladentische – im Jahr 2012 waren es noch 100 Millionen Kameras. Das ist ein Einbruch von 40 Prozent. Betroffen sind alle Sparten von Kameras, aber in den Keller gingen vor allem die Kompaktkameras. Das sind die Kameras mit fest verbauten Objektiven. Meiner Einschätzung nach wurden sie eindeutlich von Smartphone abgelöst.

Hatte ich früher eine Kompaktkamera als Schnappschusskamera mit dabei, greife ich heute nur noch zum Smartphone – in meinem Fall das iPhone. Ich trage nicht mehr zwei Geräte mit mir herum. Das Telefon mit Fotofunktion hat die klassische Fotokamera ersetzt. Auch für die journalistische Arbeit werden die Smartphones eingesetzt – die BBC macht es vor. Andere Beispiele sind noch härter. Wir erinnern uns, im Juni 2013 hat die Chicago Sun-Times alle Fotografen entlassen und sie durch Reporter mit iPhones ersetzt. Ich habe darüber geschrieben.

Der Trend soll zu spiegellosen Systemkameras gehen, wenn ich den Herstellern glauben darf. Davon merke ich in meinen Fotoseminaren nur bedingt etwas. Die Kameras werden eingesetzt, aber sind nicht in der Masse zu sehen. Die Mehrheit der Teilnehmer setzt dann doch auf digitale Spiegelreflexkameras.

Was ist die Konsequenz? Ich denke, Kameras werden bewusst nur noch von Leuten gekauft, die sich mit Fotografie beruflich oder als ernsthaftes Hobby auseinandersetzen wollen. Die Knipserei wird dem Smartphone überlassen. Das wird der Fotografie als Kunstform neuen Auftrieb verleihen. Davon bin ich überzeugt. Allerdings wird der Markt für die japanischen Hersteller sicherlich nicht wachsen. Dabei sehe ich auch in der Smartphone-Fotografie einen interessanten Trend sich bildlich auszudrücken. Instagram und Co machen den Anfang.

Mit Interesse beobachte ich die Entwicklung von Kamerasystemen wie die Lytro Lichtfeldkamera oder die 360fly. Mit meiner Lytro experimentiere ich noch herum und kann noch kein Urteil fällen. Die Möglichkeiten, die Lichtfeldfotografie bietet, sind aber enorm.

Eine interessante Weiterentwicklung,

Eine interessante Weiterentwicklung,

Die 360fly soll im Herbst 2014 auf den Markt kommen. Sie macht 360 Grad Videos, die mit entsprechender App anzuschauen sein sollen. Was ich auf der Website des Herstellers sehe, macht mich sehr neugierig. Also Fotografie entwickelt sich weiter. Es liegt an uns, in welche Richtung. Ich freue mich auf die neuen Eindrücke und Bilder.

Hitchcock kommt ins Kino

13. Oktober 2012

Alfred Hitchcock ist für mich ein Genie-Gott. Für mich steht er auf der gleichen Ebene wie Stanley Kubrick. Und daher reagiere ich empfindlich, wenn News über Hitchcock auftauchen. Vor langer Zeit fanden Archivare einen verschollen geglaubten Film. Das fand ich gut. Jetzt kommt Hitch mit zwei Filmen selbst ins Kino und ich bin sehr gespannt darauf.

Film Nummer eins ist die BBC/HBO-Koproduktion „The Girl“. Film Nummer zwei ist für mich interessanter: Er heißt: „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“. Der Film zeigt die Dreharbeiten zum Meisterwerk „Psycho“. Die Rollen versprechen eine interessante Schauspielleistung: Sir Anthony Hopkins spielt Hitchcock, Helen Mirren seine liebe Ehefrau Alma, Scarlett Johansson die Janet Leigh und den irren Anthony Perkins/Norman Bates verkörpert James D’Arcy. Soeben ist der Trailer zu dem Film erschienen. Der Film arbeitet viel mit archetypischen Aufnahmen von Hitch. Bilder, die sich in das Gedächtnis des Kinozuschauers eingebrannt haben, werden neu interpretiert. Der Film geht auch auf das Marketinggenie von Hitchcock ein. Er war einer der ersten Regisseure, dessen Name zur Marke wurde. Er wusste um seinen Marktwert als Person und nutzte ihn aus.

Wer die Dreharbeiten aus dem Bonusmaterial der Psycho Blu ray kennt, weiß, dass die Dreharbeiten ohne Glamour verliefen. Dafür war die Geheimhaltung riesig. Auch als der Film ins Kino kam, waren die Kinobesitzer angewiesen, keinen Zuschauer nach Start des Films mehr ins Kino zu lassen. Der Billigfilm Psycho brach die Rekorde und spielte Millionen in die Taschen von Alfred Hitchcock. Die Kritiker seiner Zeit lehnten den Film ab, was wohl damit zusammenhing, dass es keine extra Sondervorstellungen für Filmkritiker gab und sie sich mit dem normalen Kinobesucher ins Filmtheater begeben mussten.

Berühmt wurde der Film natürlich durch die Duschszene. Der Hammer: Hauptdarstellerin Janet Leigh, der Star des Films, wurde im ersten Drittel des Filmes brutal niedergemetzelt. Der Duschmord mit der genialen Musik von Bernhard Hermann hat Filmgeschichte geschrieben. Jeder Filmstudent analysiert sie Schnittfolge und hier zeigt sich das Genie von Hitchcock. Von der Duschszene von „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“war bisher nur zu erfahren, dass Johansson nackt posierte. Wir dürfen also gespannt sein.

Genauso gespannt bin ich auf neue Blu ray-Veröffentlichungen von Hitchcocks Werken. Am 1. November kommt die Alfred Hitchcock – Collection . Bis auf Psycho waren die Filme bisher nicht auf Blu ray erhältlich. Es handelt sich um: Cocktail für eine Leiche, Das Fenster zum Hof, Der Mann, der zu viel wusste, Der zerrissene Vorhang, Die Vögel, Familiengrab, Frenzy, Im Schatten des Zweifels, Immer Ärger mit Harry, Marnie, Saboteure, Topas und Vertigo. Dazu gibt es in Alfred Hitchcock – Collection  die Making of, die von den DVDs schon bekannt sind, und ein Büchlein mit Fotos und Skizzen. Amazon gibt das Buch mit 15 Seiten an, was mich schon etwas stutzig macht. Marnie und die Vögel sollen als Uncut vorliegen, Topas aber nur in der europäischen Schnittfassung.

Filmkritik: Die Triffids – Pflanzen des Schreckens

12. Juni 2012
Die Triffids - neue DVD und altes Buch.

Die Triffids – neue DVD und altes Buch.

Als Kind verschlang ich Science Fiction Romane. Ich liebte die Sachen von Richard Matheson, Robert Silverberg und später dann von Stanislaw Lem. Und ich liebte die Klassiker, allen voran die Triffids von John Wyndham von 1951. Das Buch handelt vom Kampf von giftigen Pflanzen gegen eine erblindete Menschheit – als Jugendlicher verschlang ich das Buch. Als ich dann in den achtziger Jahren die Rocky Horror Picture Show im Kino sah, wurden die Triffids wieder im Titelsong erwähnt. „And I really got hot when I saw Janette Scott fight a Triffid that spits poison and kills“. Ich besorgte mir die VHS-Fassung des Films  „The Day of the Triffids“ von 1962. Der Film war ein schrulliger B-Movie. Einmal angesehen und damit hatte es sich.

Bis ich vor kurzem einen Besuch aus London hatte. Er brachte eine BBC-Neuverfilmung auf DVD mit. Im März wurde die Serie auch bei Pro7 ausgestrahlt. Und was soll ich sagen? Sie brachte das alte Science Fiction-Feeling wieder zurück. In mir erwachte das Feuer der alten Zeiten.

Ich schob den Zweiteiler in den DVD-Player. Die Story wurde modernisiert, aber es bleibt wunderbares Trash-Kino. Die Serie heißt: Die Triffids – Pflanzen des Schreckens. Leider sind zahlreiche Ungereimtheiten zu finden. Warum nutzt man gegen die bösen Pflanzen keine Flammenwerfer, sondern Kugel? Warum erblinden alle Leute auf der Erde, wenn auf einen Teil unseres Planeten Nacht ist? Warum ist der Böse eigentlich böse und noch dazu doof wie Bohnenstroh?

Das Buch war 1951 vor der Entdeckung der DNA geschrieben, aber die Geschichte hatten die Drehbuchautoren nicht den Realitäten angepasst. Trivial, trivial, aber schönes Trash-Kino mit Wissenschafts- und Religionskritik. Natürlich sind die CGI-Effekte in  Die Triffids – Pflanzen des Schreckens besser als 1962. Aber das war es dann auch schon. Die Darsteller wirken hölzern – das ist seit 1962 nicht besser geworden. Bitte nicht zuviel erwarten, obwohl es sich für eine BBC-Produktion handelt. Ich habe gehört, 2013 soll es eine weitere Neuverfilmung geben. Ich stehe gerne als Berater zur Seite, denn wenn ihr nochmal meinen Jugendklassiker von John Wyndham versaut, dann werde ich echt sauer.

Filmtipp: Der Doktor und das liebe Vieh (1974)

7. Mai 2012

Zerrissen, ich bin einfach zerrissen, wenn es um diesen Film Der Doktor und das liebe Viehaus dem Jahre 1974 geht: Der Doktor und das liebe Vieh ist ein Klassiker der Unterhaltungsliteratur Der Doktor und das liebe Vieh: Als Tierarzt in den grünen Hügeln von Yorkshire und die Erstverfilmung von Claude Whatham liefert die Grundlage für die erfolgreiche BBC-Fernsehserie Der Doktor und das liebe Vieh . Viele wissen nicht: Dieser Film entstand vor der Serie. Erst durch diesen Film wurde die BBC auf den Stoff aufmerksam und drehte seine erfolgreiche Serie. Filmregisseur Whatham schaffte es, die Charaktere Siegfried und Tristan Farnon und James Herriot glaubwürdig anzulegen und diese Charaktere haben Potenzial nach oben. Landarzt und Choleriker Siegfried wird wunderbar gespielt von Anthony Hopkins.

Alles in diesem Film passt, aber wenn wir die Filmgeschichte ansehen, dann wissen wir, was die BBC aus den Büchern von Alf Wight (Pseudonym: James Herriot) herausgeholt hat. Für mich war die Serie hervorragende Unterhaltung mit schrulligen, liebgewonnenen Menschen, die alle ihre Fehler haben. Der Film Der Doktor und das liebe Vieh ist gut, die Serie Der Doktor und das liebe Vieh ist für mich aber besser.

Dabei sind die Zutaten zum Film wunderbar: Die Location in Yorkshire ist traumhaft, die gespielten Charaktere launig, die Kamera und Regie unaufdringlich – nur bei der Musik von Wilfred Josephs wurde mir zu viel Jerusalem als Thema interpretiert und variiert. Und dennoch: Die TV Serie ist besser: Der Vorteil der Serie gegenüber dem Film von 87 Minuten ist natürlich seine Länge. Die Serie zeichnet die Charaktere schärfer, lässt eine Entwicklung zu und der Zuschauer lernt im Laufe der Zeit seine Darsteller lieben. Der Film dagegen hetzt durch die Handlung, springt, presst zusammen, banalisiert. Und der Film zeigt mehr Landschaft, die Kamera ist routiniert, aber das musikalische Thema der TV-Serie gefällt mir besser.

Die Fans der Serie können einen Blick riskieren, doch sie werden sich anschließen, dass die Serie besser ist. Dennoch müssen wir den Hut vor dieser Produktion ziehen, denn hätte es den Film Der Doktor und das liebe Vieh nicht gegeben, dann wäre die Serie Der Doktor und das liebe Vieh nie gedreht worden.