Posts Tagged ‘Krieg der Sterne’

Buchtipp: Star Wars Art Comics von Dennis O’Neil

18. Januar 2018
Ein Buch für Comic-Freunde. Star Wars Art Comics

Ein Buch für Comic-Freunde. Star Wars Art Comics

Star Wars VII hat mich enttäuscht. Der Verkauf meiner Jugend an Disney hat der Serie nicht gut getan. Daher habe ich ein Buch aus meinen Archiv herausgesucht, das mir meine Jugend zurückbringt. Star Wars Art: Comics.
Als 1977 Krieg der Sterne in die Kinos kam, kaufte mir meine Mutter die begleitenden Comics. Das Buch Star Wars Arts Comics bringt die glorreiche Zeiten zurück. Das Buch zeigt die verschiedenen Comic-Künstler und deren Stile aus dem Star Wars-Universum. Nicht alles, was veröffentlicht wurde, gefällt mir. Aber ich finde es unterhaltsam, die verschiedenen Zeichenrichtungen in einem Buch vereinigt zu haben. Natürlich reden wir nur von den alten Filmen, schließlich ist das Buch 2011 erschienen und wurde nicht mehr aktualisiert. Es war die glorreiche Zeit der Star Wars Comics, als George Lucas noch darüber wachte, was und wie es erschien. Die Künstler in diesem Buch Star Wars Art: Comicssind ein Who-is-Who der US-Comic-Szene: Al Williamson, Howard Chaykin, Adam Hughes, Bill Sienkiewicz, Dave Dorman, John Cassaday, Sam Kieth, Mike Mignola, Paul Pope, Frank Quitely oder Jim Steranko.

Wie geschrieben: Mir gefällt nicht alles, was hier veröffentlicht wurde. Als Kind mochte ich die opulenten Farbbilder, später die schwarz-weiß-Detailzeichungen. Heute mag ich eher den reduzierten Manga-Stil, was wohl daran liegt, dass K1/2 zu Hause voll auf die japanischen Manga-Zeichnungen abfahren. So kann ich das Buch immer wieder hervorziehen und neue Stile entdecken, denn mein Geschmack ändert sich immer wieder. Und ich bewundere Comic-Zeichner für ihre Kunst. Gerne würde ich mehr in diese Szene eintauchen und taste mich vorsichtig vor. Immer wieder wird diskutiert, ob Comics eine Kunstform sind. Ja, für mich sind Comics Kunst und basta.
Was dieses Buch zu einem besonderen Buch macht, sind nicht nur die Zeichnungen, sondern es ist auch ein mehrseitiger Text. Es wird zum ersten Mal ein Gespräch von George Lucas mit Zeichner Howard Chaykin abgedruckt, das bei Marvel stattfand. Hier wird die Grundlage für die Comic-Reihe gelegt. Die Abschrift des Gesprächs lag bei Lucas und wurde in diesem Buch zum ersten Mal freigegeben. Ich habe noch den Nachdruck der gesamten Comicreihe, die bei uns bei Panini erschienen ist. K1 und ich haben die Comics verschlungen und sie machen Lust auf mehr.

Filmkritik: Star Wars Die letzten Jedi

15. Dezember 2017

Gleich vorweg: Der achte Teil der Star Wars-Reihe Die letzten Jedi ist ein Gewinn für die Saga um Luke und Leia. Nach Wiederaufnahme der Serie mit dem Erwachen der Macht läuft seit 14. Dezember der neue Teil „Die letzten Jedi“ in den deutschen Kinos.

Ich war heiß auf den neuen Film, die exklusive Pressevorführung hatte ich aus Witterungsgründen verpasst. Aber ich wollte den Film unbedingt sehen und hatte die Chance auf eine Sneak Preview von „Die letzten Jedi“ in der oberfränkischen Provinz. Spontan kam ich auf die irrwitzige Idee ins Kino zu gehen und fragte nach Karten. Uppsala, 31 Plätze waren noch frei in der neuen Filmbühne in Lichtenfels.

So viel freie Plätze? Also Schweinehund überwunden und um 23:45 Uhr ins Kino gegangen. Ein paar Kinobesucher kamen im Star Wars-Look: Kappen, Hoodie, einer kam sogar mit Umhang. Popcorn-Tüte und Becher waren im Star Wars-Logo (musste ich beide haben) und um 23:59 Uhr erschien das Lucas-Logo auf der Leinwand. Die Musik des göttlichen John Williams erklang und in mir stiegen Emotionen hoch.


Der innere Teil einer Trilogie ist immer schwierig. Beim neuen Star Wars standen die Chancen 50:50. Das Imperium schlägt zurück von 1980 war der Hammer, der Angriff der Klonkrieger von 2002 war Schrott. „Die letzten Jedi“ war wieder topp – Gott sei Dank. Der Film machte mir Spaß, nicht die ganzen 152 Minuten, aber er machte Spaß. Regisseur Rian Johnson versteht seinen Job und lieferte ein gutes Stück Unterhaltung für die Fans ab.

Achtung Spoiler – Achtung Spoiler – Achtung Spoiler
Die Story von Erwachen der Jedi wird in dem neuen Film weitergesponnen. Er knüpft an der Story von Luke und Rey an. Ich war zunächst enttäuscht, dass Rian Johnson die Dramatik der ersten Begegnung zwischen Luke und Rey abgeschwächt hatte. Luke wirft das mitgebrachte Lichtschwert einfach weg. Mit Humor ist es so eine Sache, noch dazu bei so einer ernsthaften Sache wie Star Wars und der Macht. Ich hatte Angst vor dem Film, wenn er so lächerlich beginnt.
Rian Johnson schaffte nicht immer den Humorbogen. Schlechten Slapstick gab leider. Muss es wirklich sein, dass Finn nackt aus dem Bett fällt und durchs Raumschiff irrt und vor sich hin tropft? Was soll das? Die alte Hollywood-Regel, einen Cliffhanger mit Humor aufzulösen, wird angewandt auf lächerlichem Marvel-Humor. Das passt bei IronMan (vielleicht), aber nicht bei Star Wars. Wenn Luke die Augenbraue hochzieht und sich bei C3PO verabschiedet, dann ist das Mist. Und der größte Mist ist ein schwarzes Dampfbügeleisen in Raumschiffform zum Glätten von Uniformen.
Dieser Kindergartenhumor hätte sich in Grenzen halten können. Aber es gab auch intelligenten Witz für die wirklichen Fans. Diese Witze waren meist Anspielungen an die alten Zeiten: Star Wars-Fans freuen sich über Aussagen zur Falken-Schrottmühle oder über das ganz schlechte Gefühl des verstorbenen Han Solos.
Im Vorfeld ärgerte ich mich über die angekündigten Kuscheltiere Porgs. Ich befürchtete Jar-Jar-Binks oder Ewoks. Aber die Porgs sind nett – oder ich werde langsam altersmilde. Die Porgs sind für mich eine Kreuzung zwischen Eule und Angry Birds und wenn Chewie einen Porg verspeisen will, hatte ich ein Lächeln im Gesicht. Überall tauchen die Viecher auf, ganz so wie die Tribbles bei Raumschiff Enterprise von 1967 unter Captain Kirk. Vielleicht kaufe ich einen Porg für K1/2.

Zahlreiche Anspielungen auf Filmvorbilder
Überflüssig sind die Szenen im Spielcasino. Wir sind nicht bei James Bond im Casino Royale. Das Ganze erinnerte mich an Spielbergs Indiana Jones Teil 2, die Schlacht im Casino. Dann kam Spielbergs Jurassic Park wieder zum Vorschein, wenn die komischen Pferde bei ihrer Flucht auf die Autodächer bzw. Raumschiffdächer hüpfen. Ach ja, die Pferdchen sind wohl bei J.K. Rolling entsprungen. Nette Anspielungen an große Vorbilder.
Und dennoch versteht Rian Johnson sein Handwerk. Die Duelle mit dem Laserschwert sind japanisches Kino pur. Eine tiefe Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa. Das ist ganz großes Kino der Emotionen. Auch die Schlacht in der Salzwüste mit weiß und rot sind die Farben von Ran. Das sind gewaltige Bilder, das ist Kino pur. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass die Bombardierung zu Beginn des Films eine Anspielung auf Kubricks Dr. Seltsam ist.

Personen kommen und gehen
In „Die letzten Jedi“ wird mit Rose nur eine neue Person eingeführt, die im Teil 9 weiter leben darf. Eingeführte Charaktere aus dem siebten Teil müssen dagegen den Löffel abgeben. Der Tod von Oberster Anführer Snoke war gut gemacht, lässt mich aber ratlos zurück. Wer war eigentlich dieser Snoke? Im Vorfeld hatte ich so schon spekuliert, was das für ein Knabe ist. Nun wird er einfach getötet und ich erfahre überhaupt nichts über diesen bösen Charakter. Dabei sind die Bösen doch bei Star Wars immer faszinierender als die Guten. Ähnlich geht es mit der Frau in Alufolie. Captain Phasma stirbt nach einem Duell mit Finn indem die Frau aus Games of Thron ins Feuer stürzt. Wer war eigentlich diese kämpferische Dame? Egal, jetzt ist sie weg.
Neu im achten Teil eingeführte Personen wie die eindrucksvolle Amilyn Holdo dürfen auch nicht überleben, wären aber eine Bereicherung für die Serie gewesen. Etwas wehmütig war ich beim Anblick von Prinzessin Leia. Carrie Fisher ist ja verstorben und so war dies ihre letzte Rolle. Sie soll wohl nicht digital weiterleben in Teil 9. Liebe Carrie Fisher, ich mochte dich und vermisse dich schon jetzt. Ich bin gespannt, wie man ihren Tod im neunten Teil erklären wird.
Mark Hamill hatte nie großartige Rollen in seinem Leben und sein Schauspiel bei Star Wars war auch überschaubar. Jetzt bei „Last Jedi“ wächst er über sich hinaus und liefert ein eindrucksvolles Schauspiel ab. Es macht Spaß ihn bei seiner Qual zu beobachten. Luke trägt diesen Film und verschwindet dann. Yoda ist auch dabei und hat noch immer nicht gelernt einen klaren Satz zu sprechen.
Alte Freude, die jeden Teil der Saga einen Besuch abstatten, gibt es auch. C3PO hat mehr Raum, der freundliche R2D2 darf nur ein wenig mitspielen und die bekannte Projektion abspielen „Obi Wan, ihr seid meine letzte Hoffnung“. „Ein billiger Trick“, wie es auch Luke bemerkt.
Der orange BB-8 darf wieder durchs Bild rollen und wächst über sich hinaus. Erst steuert die Blechkugel einen X-Wing, dann ein großes Raumschiff und dann auch einen AT-ST Walker. Mir hat BB-8 am besten unter einem Mülleimer gefallen, wenn er im Sternenzerstörer gegen die Wände kracht. Da gehört die Kugel hin, in den Müll. Nun hat er einen eigenen Gegner bei der ersten Ordnung. BB-9E ist der böse Robi, aber er kommt nicht richtig zur Geltung. Vielleicht in Teil 9 im Jahre 2019.

Mein Fazit:
Ich werde mir „die letzten Jedi“ noch ein paar Mal im Kino ansehen. Meine Familie freut sich schon auf den Besuch. Es ist trotz meines Gemaules ein schöner Film geworden, der das Star Wars-Fieber am köcheln lässt. Als Mittelteil einer Trilogie ist er prima, jetzt freue ich mich auf das Ende, obwohl es ein Ende ohne Skywalker, ohne Solo, ohne Vader und ohne Leia sein wird. Meine Jugend wurde mit diesem Teil zu Grabe getragen und etwas neues beginnt. Ein Lob gibt es noch aus meinem Munde. Die Musik von John Williams ist grandios. Ich werde über diesen Score noch in Ruhe bloggen.

 

May the Fourth – Star Wars Art: Ralph McQuarrie

4. Mai 2017

Zum heutigen Star Wars Feiertag habe ich mir etwas Besonderes geleistet. May the Force be with you – es ist der Tag der Tage für uns Star Wars Fans – schließlich ist May the Fourth be with you.
Heute erscheint die Blu ray von Star Wars Rogue One, aber viel wichtiger war für mich, dass ich eine der Bibel des Star Wars Universums in den Händen halten darf. Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition.
Im Grunde schuf Ralph McQuarrie den Look von Star Wars. George Lucas hat ihm enorm viel zu verdanken und Ralph McQuarrie ist einer der absoluten Helden im Star Wars Universum, obwohl ihn der klassische Zuschauer nicht kennen wird. Er ist der Mann auf den die Designs zurückgehen. Er ist der Mann, der an den Figuren gearbeitet hat. Er ist der Mann, den wir viel, viel zu verdanken haben. Leider ist er 2012 an Parkinson gestorben – was für ein Verlust.


Das Buch Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition umfasst zwei Bände in einem Schuber. Jeder Band hat sein eigenes Titelbild und ist voll mit Infos und Bildern, Skizzen und Entwürfen. 800 Seiten der helle Wahnsinn. Viele doppelseitige Fotos sind dabei und viel, viel Material zum Schmökern und Fachsimpeln. Das eine oder andere Bild hat man bereits gesehen, aber noch nie in dieser Komplexität.
Ralph McQuarrie hat so viel getan für Hollywood. Er arbeitete unter anderem für ET, Unheimliche Begegnung, Jäger des verlorenen Schatzes und und und er bekam den Oscar für Cocoon, aber für mich das Wichtigste: Er war der kreative Kopf hinter Star Wars. Seine Matte-Zeichnungen haben den Weg für CGI bereitet.
Am heutigen Star Wars-Feiertag mögen wir an Ralph McQuarrie denken und dankbar für diese Edition Star Wars Art: Ralph McQuarrie sein.

Hier das Unboxing des Werkes:

Filmkritik Star Wars Rogue One

14. Dezember 2016

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„Als das Lucas-Logo auftauchte, da kribbelte es so schön im Bauch und mein Herz pochte“ – So nett drückte es mein Filmkritiker Kollege Julian Reischl aus. Und recht hatte er. Rogue One versetzte mich seit Wochen in einen Erregungszustand, den ich als Kind hatte, wenn ich einen großen Film im Kino ansehen durfte. Heute bin ich eher abgebrüht, aber dieses Gefühl habe ich mir bei Star Wars- und Star Trek-Filmen bewahrt. So auch bei der Premiere von Rogue One. Ich trat aus dem Kino und fühlte mich wie ein Held auf seinem Klassentreffen. Rogue One war ein Treffen der alten Bekannten. Ich sah meine Lieblinge wieder: C3PO, R2D2, Darth Vader, Prinzessin Leia und einfach wunderbar Gouverneur Großmoff Tarkin. Sie waren die Konstante, die den Film erträglich machten, was nicht heißen soll, dass Rogue One ein schlechter Film ist. Nur das Feuer sprang bei mir erst im Laufe des Films über.
Der Film ist ein Spin Off aus dem Star Wars-Universum und eine separate Geschichte, die sehr gut vor Episode IV eingebettet ist. Von der Handlung will ich nicht viel verraten: Es geht um die Pläne des Todessterns, die von den guten Rebellen von dem bösen Imperium gemopst werden. Fans wissen Bescheid.
Der Beginn des Films schleppte sich hin, die neuen Charaktere wurden eingeführt, doch emotional rissen sie mich nicht mit. Einzig der umgedrehte imperiale Droide K-2S0 zeigt die notwendigen Emotionen und sorgte für ein gewisses Maß an Unterhaltung. Was ist passiert? Bin ich etwa zu alt für Star Wars? Nein, ich bin nicht zu alt für gute Unterhaltung, aber der Anfang kam schon sehr klischeebehaftet daher.
Regisseur Gareth Edwards, der mit Godzilla ein emotionales Meisterwerk ablieferte, versteht eigentlich sein Handwerk. Er weiß eigentlich, was mir als Fan der ersten Stunde gefällt. Er zitierte die alten Filme und das freut mich. Beispiele gefällig?

Da wäre der Held, der zuerst schießt. Wie der alte Han Solo einstmals. Und ich bleibe dabei: Han hat zuerst geschossen, auch wenn Lucas später eine Geschichtsfälschung betrieb.

Dann wären da die Wachmänner auf den Rebellentürmen, die in den Sonne blicken, während die X-Wings in den Krieg ziehen. Warum braucht man eigentlich in der Zukunft noch einen Ausguck?

Und da ist auch der Mausroboter, der den Sturmtruppen hinterher rollt. Wie sehr habe ich damals im Kino gelacht und wollte unbedingt so einen Maus-Droiden haben.

Schöne Erinnerung waren auch die hohen Schächte in denen unsere Helden herumturnen und gegen die Sturmtruppen kämpfen. Der alte Luke hing auch in solchen Schächten, die damals noch Matte-Zeichnungen waren, und musste den Traktorstrahl ausschalten. Leia retten.

Sehr schön auch der Crash der Sternenzerstörer – wie einst bei Rückkehr der Jedi, als es Rums auf Endor machte und die Jedi wieder die Macht übernahmen.

Aber es kamen in Rogue One beim ersten Mal Ansehen keine neuen markanten Augenblicke vor, die sich in mein Filmbewusstsein einbrennen werden. Schade. Vielleicht passiert dies beim zweiten und dritten Mal, denn ich werde mir den Film mehrmals ansehen (müssen).
Technisch ist Rogue One allererste Sahne und die Weltraumkämpfe machen Spaß. Da gibt es nix zu meckern, wenn Gold eins und Rot eins zum Angriff über gehen. Es macht Freude, wenn die Jäger gegen das Imperium antreten, wenn die Tie-Fighter daher sausen und sich im Kampf stellen. Ich liebe die ATAT, die Rebellen auslöschen. Das ist das Star Wars Universum, wie ich es mag. Warum allerdings die Daten vom Todesstern allerdings auf Festplatten gelagert werden, erschließt sich mir nicht. Cloud Computing hat sich in der Zukunft wohl doch nicht durchgesetzt. Es muss ja nicht gerade die Drop Box sein.
Klar ist auch: Der Rogue One ist härter geworden als die bisherigen Filme der Reihe. Der Hinterhalt, in dem die Sturmtruppen mit ihrem Panzer geraten, zeigt keine glorreichen Kämpfe mit Helden und Siegern. Das ist Krieg und mir kam Ridley Scotts Black Hawk Down in Erinnerung. Und ich täuschte mich nicht. Für das lebensnahe, realistische Feeling von Rogue One verpflichtete Edwards Greig Fraser (Zero Dark Thirty, Foxcatcher) als Chefkameramann und Neil Corbould (Black Hawk Down, Gladiator, Der Soldat James Ryan) als Special Effects Supervisor. Einzig, die Heldin zeigt Herz und rettet ein weinendes Kind. Bilder vom Krieg in Syrien kamen auf. Familienunterhaltung ist das nur bedingt. Der Film selbst ist eher in dunklen Bilder gehalten, was der ganze Atmosphäre sehr gut tut.
Die grundsätzliche Frage stellte sich mir im Film immer wieder: Warum tragen die Sturmtruppen eigentlich eine Panzerung. Laserstrahlen fegen sie hinweg. Und sogar jeder Stockhieb erledigt sie. Schutz stelle ich mir anders vor. Richtig nervig war für mich Kung Fu Panda Chirrut Îmwe (Donnie Yen) und sein Rambo-Verschnitt mit der großen Karre. Hier wurde versucht ein dynamisches Duo aufzubauen, das meines Erachtens misslang. Die Charaktere nerven nur. Ich bin auch keine 8 Jahre mehr. Was bei Lucas noch eine Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa war, ging mir jetzt gehörig auf den Geist. Es war eher Kung Fu David Carradine mit John Rambo Stallone.
Gefallen hat mir dagegen das Böse im weißen Mantel. Der imperiale Militärdirektor Krennic (schön gespielt von Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen. Er bekommt aber von seinen Vorgesetzten, buchstäblich die Luft abgeschnürt und wird zurückgepfiffen. Insider wissen, wer der Chef mit schwarzen Mantel und Maske ist. Das macht Spaß und bei dieser Szene klatschte ich innerlich. Gut gemacht.
Ein Wort noch zur Musik. Den Score werde ich noch extra besprechen, wenn ich das Album durchgehört habe. Jeder Komponist muss verlieren, wenn er das Erbe von John Williams antritt. An den Olymp kommt keiner heran. Regisseur Gareth Edwards beauftragte Komponist Alexandre Desplat mit dem er schon bei Godzilla arbeitete. Weil aber Disney umfangreiche Nachdrehs anordnete, stieg Alexandre Desplat aus dem Projekt aus – mich würde jetzt um so mehr seine Interpretation interessieren. Ausputzen musste es Michael Giacchino, der in vier Wochen den Score komponierte und aufnahm. Eigentlich viel zu wenig Zeit für so einen wichtigen Film. Michael Giacchino machte seine Sache gut, aber das endgültige Urteil folgt in einer separaten Kritik.
Lohnt sich Rogue One? So lautet die Frage. Ja ist meine Antwort. Ist er besser als Erwachen der Macht? Nein, ich habe mich damals eher heimisch gefühlt. Werde ich mir Rogue One nochmals ansehen: Ja, auf jeden Fall, denn es gibt viel zu entdecken und außerdem ist es noch ein Jahr hin, bis Star Wars VIII am 15. Dezember 2017 ins Kino kommt.

Buchtipp: Star Wars: Die Kostüme der klassischen Trilogie

12. Dezember 2016

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Der neue Star Wars steht vor der Tür und Rogue One behandelt ja die Vorgeschichte von Krieg der Sterne. Keine Frage, ich freue mich sehr auf diesen Film, der zwischen Episode III und IV spielt. Das Warten hat mir wieder Lust auf die Original-Trilogie gemacht. Also nochmal ein Marathon-Screening angesetzt und alle Filme auf Blu ray reingezogen. Hier die Star Wars: The Complete Saga . Eine Wohltat kann ich nur sagen.
Als Erinnerung an die alten, guten Filme schenkte mir meine Frau ein schönes Buch über die Kostüme der Originaltriologie. Die deutsche Ausgabe lautet: Star Wars: Die Kostüme der klassischen Trilogie, ich bekam die US-Originalausgabe Star Wars Costumes: The Original Trilogy.
Nachem ich ja bereits ein absoluter Fan der Kostüme von Teil I-III und die entsprechende Umsetzung als Buchform war, freute ich mich doch sehr als Fan auf die neue Lektüre. Hier eine Buchvorstellung des Kostümbuches der Episoden I-III.

Nachdem die Kostüme (nicht die Filme) 1-3 absolut genial waren, enttäuschte mich dann das Buch über die Kostüme der Original-Trilogie. Es liegt einfach daran, dass wohl nicht genügend gutes Material aufzutreiben war. Krieg der Sterne, wie Teil IV ja bei uns hieß, war kostümmäßig eher schwache Kost. Es war ein bisschen Muppet-Show und Wüstenlook à la Mad Max. Hier mein Video über das Buch:

Natürlich war nicht alles schlecht. Es gibt ein paar Highlights. Für die Kostüme des Imperiums nahmen die Designer ihre Anleihen beim Dritten Reich und bauten sie auf die Zukunft um. Einzig Chewbacca, Darth Vader und die Sturmtruppen hatten es mir angetan. R2D2 und C3PO spielen freilich in einer anderen Kostümliga. Genauer konnte ich mir die Kostüme bei der Star Wars Ausstellungen Identities ansehen, die eine Zeitlang in München lief. Hier das Kostüm von Vader.

Wie drchschnittlich die Kostüme im Teil IV waren, merkt man im Film weniger, allerdings im Buch gewaltig. Die Kostüme wirkten zusammengeschustert, was sich am Budget des damaligen Films ablesen ließ. Bei Imperium schlägt zurück und Rückkehr der Jedi-Ritter war mehr Geld vorhanden, was sich auch auf die Kostüme auswirkte. Hier macht das Buch auch deutlich mehr Spaß.
Viele der Kostüme haben sich ins kollektive Gedächtnis unserer Gesellschaft eingebrannt. Kaum ein Fasching, Karneval oder sonstiger Verkleidungsaktion vergeht ohne Star Wars-Kostüme. Sehr nett sind auf den Conventions die absoluten Fans im Cosplay-Look. Ich bewundere solche Menschen und hab solche Hardcore-Fands im vergangenen Jahr in Nürnberg kennengelernt. Vielleicht nehme ich auch mal Kontakt zur deutschen Garison der 501st Legion auf. Ich habe die Herrschaften öfters mal im Legoland Günzburg getroffen. Die 501st Legion ist ein weltweiter Star Wars Kostümclub, der ausschließlich aus Fans zusammengesetzt ist und von diesen eigenverantwortlich betrieben wird. Sicherlich gehören die Kostümbücher zur Standardlektüre der Mitglieder.

Aber natürlich gibt es auch in diesem Buch ein Highlight. Ein Highlight, das mich als Jugendlicher begeistert hat: er goldene Bikini von Prinzessin Leia. Er wird in dem Buch vorgestellt und war auch einer der Höhepunkte der Star Wars-Ausstellung. Hier ein Video von der Ausstellung:

Schnell noch zu Star Wars Identities

16. Oktober 2016

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Wer sie noch nicht gesehen hat, für den ist jetzt allerhöchste Eisenbahn. Bis zum 17. Oktober ist die Star Wars Ausstellung Identities in der kleinen Olympiahalle noch zu sehen. Es ist ein Pflichttermin für alle Star Wars-Fans jeden Alters.
Zusammen mit K1 hatte ich bei Star Wars Identities einen entspannten und inspirierenden Fannachmittag unter Gleichgesinnten. Sicherlich hat der aktuelle Trailer von Rouge One nochmal sein Übrigens getan und uns heiß gemacht. Grundsätzlich macht es nur Sinn als echter Star Wars-Fan diese Ausstellung zu besuchen, aber dies dürfte natürlich klar sein. Trekkies werden ebenso enttäuscht sein wie Unwissende des Star Wars Universums. Das Zeug ist wirklich nur etwas für Fans, denn gerade die Details machen es aus. Es gibt für jede Altersstufe etwas zu entdecken. Die Marke Star Wars schafft es, über Generationen hinweg zu faszinieren. Ich konnte es kaum fassen, dass ich neulich in einem Gespräch die Aussage gehört habe: „Ich habe noch nie einen dieser Krieg der Sterne-Filme gesehen!“ Ab in die Sarlaccs Grube mit so einem Ignoranten der Pop Kultur.


Die Ausstellungsmacher von Star Wars Identities gingen geschickt bei der Planung des Events in der kleinen Olympiahalle vor: Sie sprechen zwei Zielgruppen unterschiedlich an: Kinder und Geeks. Und beide Zielgruppen gewinnen etwas vom Besuch der Veranstatung. Die einen Spaß und Unterhaltung, die andere eine Fülle von Details zum Fachsimpeln herausfordern.
Die Ausstellung ist gut gegliedert und mit neuer Technik ausgestattet. Der Besucher hat eine Art Audio-Guide im Ohr und sobald er sich einem Ausstellungsstück nähert, bekommt er die entsprechenden Informationen. Zudem bekam man ein Armband mit der Besucher im Star Wars-Universum mitspielen konnte – wenn er will. Besonders die jüngeren Besucher fuhren darauf ab und schufen sich ihren eigenen Star Wars Charakter, den man sich am Ende der Ausstellung per eMail zusenden konnte.
Als Fan war ich von den Details fasziniert und musste mir am Ende der Ausstellung im angehängten Shop auch die Luxusausgabe des Ausstellungsführers kaufen. Über den werde ich separat mal einen Blogpost schreiben. Nur soviel: Das Ding lohnt sich.
Mein erster Blick fiel auf die zahlreichen Roboter der Serie – im Mittelpunkt freilich R2D2 und C3PO sowie BB-8. Darum gruppierten sich Kampfdroiden, Med-Robots, Sturmtruppen und Boba Fett. Wichtiger für mich waren die zahlreichen Skribbles, Konzeptzeichnungen und Sketches. Es lässt sich wunderbar die Entwicklung der Figuren daran erkennen. Es zeigt sich, wie der Charakter einer Figur durch Änderungen in den Zeichnungen verstärkt oder abgeschwächt wird. Einige der Zeichnungen habe ich noch nie gesehen und war total fasziniert.


Die Luft blieb mir weg als ich vor einen Original Pod Racer stand. Im Film musste ich mich an die Racer gewöhnen, in der Ausstellung war ich gleich Feuer und Flamme. Durch geschickte Beleuchtung bekam der Besucher beim Betrachen des Modells den Eindruck von Geschwindigkeit. Super gemacht und eine Attraktion für groß und klein.
Für mich ein weiterer Höhepunkt war der Bikini von Prinzession Leia aus Rückkehr der Jedi. Generationen von Teenagern waren fasziniert von dem goldenen Bikini, den Leia in der Gefangenschaft von Jabba tragen musste. Endlich hatte man das Ding vor seinen Augen und es begann das übliche Kopfkino wie zu Zeiten als man Teenager war. Beeindruckend auch die Skulptur von Han Solo in Carbonit. Es war schon ein fieser Cliffhanger unseren coolen Helden am Ende vom Imperium einzufrieren. Wir mussten Jahre warten, um das Schicksal von Solo weiter verflogen zu können.
Die Modelle von Yoda und Jabba waren toll, der Jar Jar Binks als ein männlicher Gungan von dem Planeten Naboo zog mal wieder meinen Hass zu. Diesen Dreck werde ich George Lucas nicht verzeihen. Da nutzt es auch nichts, dass es verschiedene Versionen von dem Deppen gab. Ich mag Jar Jar Binks nicht.


Details um Details gab es zu entdecken. Natürlich staute es sich bei den Raumschiffen und beim Rasenden Falken. Aber ich will nicht zu viel verraten. Aber achtet auf die Kostüme: Der Helm von Darth Vader ist der Hammer, Darth Vader sowieso und auch die Kostüme von Senatorin Amidala. So viele Kleinigkeiten, so viel zu entdecken. Nehmt euch für die Räume Zeit mit.
Lasst euch überraschen von Star Wars Identities. Schaut euch die Ausstellung unbedingt noch an. Und dann freuen wir uns auf Rouge One.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blogstöckchen – Als ich zehn war

10. Oktober 2016

Als ich zehn Jahre alt war, schrieb man das Jahr 1978. Es war ein bewegtes Jahr für mich, ein Jahr voller neuer Eindrücke, die mich formten. Als ich zehn Jahre alt – so lautet ein Blogstöckchen meines Iron Blogger-Kollegen Lutz Pausner das ich gerne aufnehme. Dieses Mal eine Reise in die Vergangenheit, eine nostalgische Erinnerung an alte Zeiten, an die gute alte Zeit. Für mich war das ihr 1978 ein Jahr des Umbruchs.

Chomeini revolutioniert
Mein Elternhaus war sehr politisch. Beim Abendessen wurde viel diskutiert und ich kleiner Bub bildete mir eine eigene Meinung. Mein Papa war eines Abends sehr schweigsam beim Abendessen. Er ging schnell über zum Ritual des Fernsehens, erst heute, dann Tagesschau. Im Fernsehen kam immer wieder ein greiser alter Mann – es war Chomeini. Den Begriff Ajatollah hörte ich zum ersten Mal. Der herrschende Schah wurden von seinem Pfauenthron in Persien gestoßen. Die iranische Revolution begann und ich war das erste Mal mit religiösen Bewegungen konfrontiert. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieser Chomeini die Welt veränderte. Aber im Fernsehen liefen Interviews und Erläuterungen – heute würden wir die Sondersendungen Brennpunkt nennen. Die Welt wurde erklärt von Peter Scholl-Latour, der mit Chomeini im Flieger von Paris nach Teheran saß und Interviews machte. Scholl-Latour war in unserer Familie sehr beliebt, die Bücher hatten meine Eltern verschlungen. Scholl-Latour war glaubwürdig für uns und er sagte: Die Welt ändert sich. Er sollte Recht behalten.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Neuer Papst
Eine andere tiefgreifende Erinnerung war der Papstwechsel. Jetzt bin ich kein großer Christ, aber der Papst ist dennoch eine wichtige Persönlichkeit. Der alte Papst Papst Paul VI. starb nach 15 Jahren im Amt – ich hatte als zehnjähriges Kind keinen anderen Papst lebendig erlebt. Der Papst ist also gestorben und es begann das Konklave. Ein neuer Papst wurde gewählt und die Wahl fiel auf den sympathischen Kardinal Luciani, der sich den Namen Johannes Paul I. gab. Nach 33 Tagen im Amt verstarb Johannes Paul I. plötzlich und die Verschwörungstheorien begannen. Bei uns in der Familie wurde spekuliert, bei uns in der Klasse wurde spekuliert. Verschwörung um Verschwörung, ob der liberale Papst vielleicht beseitigt wurde. Das verstörte mich, dass ein Papst zweimal im Jahr verstarb. Das Jahr 1978 ging somit als ein Dreipäpstejahr in die Geschichte ein.

Der Stadtneurotiker
Aber das Jahr 1978 war auch ein ganz, ganz großes Kinojahr. Es begann mit Woody Allen. Ich habe den Komiker gerne gehabt. Die Klamauk-Filme mochte ich als Kind. Und dann sah ich den Stadtneurotiker. Ich verstand den Film nicht beim ersten Mal. Die Probleme der New Yorker waren nicht die Probleme von mir als Kind. Und dennoch: Die Dialoge blieben mir in Erinnerung. Irgendwie erahnte ich die Tiefe der Worte, ohne sie zu verstehen. Erst Jahre später verstand ich die Probleme und Handlungen der Menschen im Stadtneurotiker. Höhen und Tiefen – so sieht das Leben aus. Davon verstand ich als Zehnjähriger nichts und dennoch faszinierten mich die Dialoge.
Von etwas verstand ich allerdings etwas als Zehnjähriger. Ich verstand etwas von Science Fiction: Ich kannte die tollen Filme, es war Pop Corn-Kino pur. Und dann kamen 1978 zwei Filme ins Kino, die mich wegbeamten: Unheimliche Begegnung der Dritten Art und Krieg der Sterne.

Unheimliche Begegnung der Dritten Art
Unheimliche Begegnung der Dritten Art war ein toller Film, weil es ein friedlicher Film war. Es war die Probe für den genialen ET, der später folgen sollte. Steven Spielberg öffnete mir die Augen, John Williams öffnete mir die Ohren. Ich mochte François Truffaut als Schauspieler, der ja eigentlich ein Regisseur ist. Das Thema UFO faszinierte mich und endlich waren die Außerirdischen da und nahmen uns mit auf die Reise. Der Film zeigte, wie Menschen den Kontakt zu einer fremden Species aufnehmen. Was gibt es Schöneres?

Star Wars
Ja und dann infizierte mich Krieg der Sterne – wie Star Wars, a new Hope damals hieß. Der Film war ein Hammer. Ich hab den Film bei uns im Kino dreimal hintereinander gesehen. Bei uns in der Stadt gab es drei Kinos: Capitol, Lichtspielhaus und Amperlichtspiele – und ich glaube, der Film lief im Capitol. Heute existiert keines dieser Kinos mehr. Es war ein wunderbares Märchen, ich war verknallt in Leia (coole Frisur), ich verehrte Han wegen seiner Coolness und ich bewunderte Darth Vader, der bei uns Kinder der schwarze Lord hieß. Luke mochte ich allerdings nicht so, der war so verdammt jung – so wie ich. Das ganze war wie ein Rittermärchen in der Zukunft mit Schwerter, Umhängen und Rüstungen. Prinzessinnen und Lords, Soldaten und Rebellen – das ganze Programm. Und es war dort Peter Cushing zu sehen, den ich so aus den Dracula-Filmen mochte. Star Wars hatte den gleichen starken Komponisten wie Unheimliche Bewegung: Ich entdecke John Williams und er ist seitdem Teil meines musikalischen Lebens. Ich hatte ein Panini Klebealbum von Star Wars, sammelte Figuren von Haspo und vor allem von Kenner. Leider habe ich nur noch das Gewehr von Chewbacca, die Figuren sind weg – welch ein Verlust.

Buchtipp: Star Wars Storyboards von J. W. Rinzler

7. Oktober 2015

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Langsam kommt das Star Wars-Fieber und ich habe mir in den Schulferien mit meinen Kindern die Original Trilogie Krieg der Sterne, Das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter wieder angesehen. Weil meine Kinder vieles visuell verarbeiten, zeichneten sie nach den Filmen ihre Eindrücke auf. Sie malten Bilder von Luke, Vader, R2D2 und dem Todesstern. Gut kam auch die ATAT und die Tie-Fighter an.


Ich ergriff die Chance und zeigte meinen Kindern, wie so ein Film überhaupt gemacht wurde. Da kam mir das Buch die Star Wars Storyboard von J. W. Rinzler gerade recht. Noch mit frischer Erinnerung an die Filme schauten wir die Storyboards der klassischen Trilogie durch. Es war schön zu sehen, was sich die Artists ausgedacht hatten und wie es die Regisseure George Lucas, Irvin Kershner und Richard Marquand dann in Szene gesetzt hatten. Für uns war das Durchblättern des Bilderbuches eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Star Wars, eine Art Comicbook ohne Sprechblasen.


Storyboards sind Teil der Preproduction, also der Vorproduktion eines Films. Die Zeichnungen sollen auf Basis des Drehbuchs die Szenen erklären, den Bildaufbau festlegen und anhand der Zeichnungen stellt sich heraus, ob ein Film funktionieren wird. Ich habe mal gehört, die ersten Storyboards wurden bei Walt Disney eingeführt.

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Das Besondere an dem Buch waren die nicht erzählten Geschichten. In den Storyboards gibt es Handlungsstränge, die in den späteren Filmen nicht mehr vorkommen. So hätte die Star Wars Trilogie auch aussehen können. Diese möglichen Wendungen in der Geschichte zu entdecken und darüber fachsimpeln, das macht doch den Fanboy aus. Also ist dieses Buch nicht nur Literatur für Filminteressierte, sondern es ist eine visuelle Bibel für Star Wars Fanboys.

Nick Maley – der Mann, der Yoda schuf und auch für Krull, Lifeforce und Shining arbeite, hat viel in Nürnberg vor

4. Mai 2015
Yoda, Nick Maley, Clone-Wächter und ich.

Yoda, Nick Maley, Clone-Wächter und ich.

Am 4. Mai ist Star Wars-Tag – „May the 4th be with you“. Gibt es viel zu erzählen: Die beiden Teaser zum Filmereignis sind schon genügend diskutiert worden und auch das anstehende Spiel Battlefront hab ich schon bestellt. Also berichte ich am 4. Mai über Yoda, den Jedi-Meister.
Ich traf den Yoda-Guy, den Schöpfer der Yoda-Figur, Nick Maley vor kurzen in Erlangen auf einem von mir organisierten Event des Munich ACM Siggraph Chapters. Nick Maley will in Nürnberg ein Holoseum – eine neue Art von Filmmuseum errichten. Auf rund 1000 Quadratmeter will er eine Ausstellung aus verschiedenen privaten Sammlungen schaffen. „Jedes Mal, wenn ein renommierter Film-Veteran stirbt, gehen jahrzehntelange Erinnerungen und Erfahrungen verloren und verschwinden weitgehend unbekannt“, so Nick Maley. Hier soll sein Filmmuseum FXpo einsetzen, für das Maley derzeit die Werbetrommel rührt.


Er hat einiges vor: „Mit interaktiven Licht, Stereo-Sound und Hologrammen der beteiligten Personen, werden Requisiten, Kreaturen und Miniaturmodelle präsentiert. Wir werden die ‚Inside Stories‘, wie diese Filme gemacht wurden erzählen und geben Ratschläge von den Profis, wie man in der Unterhaltungsindustrie eine Karriere starten kann.“ Ein schöner Traum – bis zum Jahresende sollen erste Exponate stehen, damit sich mögliche Sponsoren etwas vorstellen können.

Ich durfte Nick Maley zum Interview treffen.

Ich durfte Nick Maley zum Interview treffen.

Special Make-up- und Creature Effects-Designer Nick Maley wirkte in 53 Filmen mit. Allgemein ist er bekannt als “der Yoda Guy” für seinen Beitrag zur Kreation von Yoda und andern Kreaturen von Star Wars. Zudem hat er auch bei Filmen wie Superman, der Highlander-Saga, the Shining, Krull und Lifeforce mitgewirkt.


Nick Maley freut sich auf den neuen Star Wars, der im Dezember starten wird, auch wenn er nicht von der Partie ist. Digitale Effekte werden wohl das Sagen haben. Der neue Roboter BB8 sei ein digitaler Effekt und Maley war ziemlich überrascht, dass der BB8 auf der Star Wars Convention in Anaheim als funktionsfähige Puppe auf die Bühne kam. „Das ist ein Bekenntnis zu practical effects.“ Das folgt den Geist der Star Wars-Folgen 5 und 6.


Die Arbeit mit Irwin Kershner bezeichnete Nick Maley als sehr gut. Kershner drehte das Imperium schlägt zurück und führte erstmals die Figur Yoda ein. Mal sehen, ob Dagobah nicht noch andere Figuren zu Tage bringt, aber das wird eine andere Geschichte. „Irwin Kershner ist nicht gerade das, was man als Special Effects-Regisseur bezeichnet“, schmunzelt Maley. „Ich arbeite am ersten Star Wars meinst mit Alec Guiness, nicht mit George Lucas. Lucas war ein junger Regisseur mit einer Baseball-Mütze auf dem Kopf. Wir respektierten Lucas, weil er das Geld für den Film zusammenbrachte, aber er hatte eine sehr eigene Arbeitsweise.“ Er sei nicht David Lean, er sei nicht Alfred Hitchcock. Nach dem Erfolg von Krieg der Sterne zog sich Lucas vom Regiestuhl zurück und der Schauspieler-Regisseur Irwin Kershner kam und brachte Tiefe. „Irwin Kershner brachte die Sensibilität für Schauspieler mit. Lucas ist nicht gerade ein kommunikativer Mensch.“ Kershner arbeitete anders als Lucas mit den Darstellern und dies tat Imperium schlägt zurück sehr gut.


Nick Maley ging auch auf die Zusammenarbeit mit Tope Hooper bei Lifeforce ein. „Tope Hooper ist ein verrückter Junge“, so Maley. Er stolziert herum und raucht die ganze Zeit Zigarren. „Es war sehr einfach mit ihm zu arbeiten. Er vertraute seinem Team. Er kam und sagte, wie er es haben wollte und überließ es uns.“ Als Maley das Drehbuch des SF-Films las, dachte er, wie er die Kosten senken konnte. Effekte wiederholten sich in dem Film und nutzen sich damit ab. Also überarbeitete Maley das Skript und er war damit Regsisseur für die 2. Unit für die gesamten Animatronics. Lifeforce war ein Flopp, was nach Meinung Maleys daran lag, dass der Film aus Kostengründen in London und nicht in New York spielte. Zudem waren die Leistungen der Schauspieler schlecht. „Meine Animatronics waren besser als manche Schauspieler“, gestand Maley ein.

Der Meister mit seinem Werk.

Der Meister mit seinem Werk.

Bei Krull stieg Nick Maley sehr spät ein. Für die Vorproduktion waren vier Monate geplant und nach zweieinhalb Monaten Arbeit wurde das Team rausgeworfen. Nick Maley wurde engagiert und musste innerhalb sechs Wochen die ganze Arbeit leisten. „Ich musste bei Null beginnen“, erinnert sich Maley. „Ich hatte damals den Ruf, unmögliche Jobs zu meistern.“ Und weiter: „Ich arbeitete von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts und dies sieben Tage die Woche, aber nach fünf Jahren brennt man aus.“ Und dennoch: „Krull war der schönste Film, den ich jemals gemacht habe. Die Leute am Set waren ausgezeichnet. Alle zogen am gleichen Strang. Ich hatte eine Crew von 18 Leuten und es war ein tolles Erlebnis, darunter ein 16jähriger Praktikant, der heute Captain America und Maleficent – Die dunkle Fee gemacht hat“, so Maley.

Yoda ist einfach ein Klassiker

Yoda ist einfach ein Klassiker

„Das Wichtigste als junger Designer ist, dass man zu jung ist, um zu wissen, was nicht geht und es probiert und dann einen Weg findet, das Problem zu lösen.“ Ein Wahlspruch von Nick Maley ist: „Höre niemals auf die negativen Einflüsse von anderen Leuten. Die Leute geben dir gute Ratschläge, damit du normal bleist. Ein anderes Wort für normal ist durchschnittlich. Aber wenn du außergewöhnlich sein willst, dann darfst du nicht auf alle weisen Ratschläge hören.“
Auf die Zusammenarbeit mit dem Regie-Gott Stanley Kubrick ist Nick Maley nicht so gut zu sprechen. Maley arbeitete 1980 an der Stephen King-Verfilmung The Shining mit. „Kubrick war ein verdammt talentierter Verrückter.“ Maley: „Meine Erinnerung an Kubrick ist, dass er alles, alles proben und austesten wollte, wieder und immer wieder. Tests sind nichts schlechtes, aber Kubrick übertrieb es meiner Meinung nach. Wir wiederholten in diesem Film Szenen Hunderte Mal und dann nochmal. Und dann hatten wir einfache Shots, die wir wieder Hunderte Male wiederholten. Für mich waren das zu viele Wiederholungen.“ Maley arbeitete an den Geistern im Ballroom des Overlook-Hotels mit. Und er half bei der Badenwannen-Schönheit, die zur Wasserleiche in Zimmer 237 mutiert, mit. „Shining ist heute ein Klassiker und ich bin heute sehr begeistert, dass ich mit ihm in Verbindung gebracht werde.“ Und dann scherzt Maley: „Noch stolzer wäre ich, wenn ich bei 2001 – Odyssee im Weltraum mitmachen hätte können.“

Danke Yoda.

Danke Yoda.

Mein Todesstern in der Küche

14. April 2015

todesstern„Das ist kein Mond… Das ist eine Raumstation.“ So beschreibt Obi-Wan Kenobi den Todesstern und als Star Wars-Fan der ersten Stunde musste ich diese Version des Todesstern haben. Und dieser Todesstern ist furchtbar nützlich für mich als Hobbykoch, denn er ist ein originelles Schneidebrett.

Nun, der Original-Todesstern hat etwas andere Ausmaße als mein Schneidebrett für die Küche. Der Todesstern im Film hatte einen Durchmesser von 160 Kilometern. Mein Schneidebrett hat dagegen einen Durchmesser von 30 Zentimeter und passt besser in meine Küche. Das Material ist Glas und das Brett verträgt laut Hersteller eine Hitze von 180 Grad Celsius, ist aber nicht spühlmaschinenfest.
Für mich als Fan auf jeden Fall eine tolle Idee. Auch schön ist die feste Verpackung. Es handelt sich beim verwendeten Bild um das legendäre Star Wars-Motiv des Original Krieg der Sterne-Films. Wir wissen ja, in der Rückkehr der Jedi-Ritter gab es nochmal einen Death Star, der sich allerdings noch im Bau befand.
Ach ja, falls es noch jemand nicht mitbekommen hat. Seit vergangener Woche gibt es die gesamten Star Wars-Filme bei iTunes und Amazon zum kostenpflichten Download.

Endlich ist Star Wars bei iTunes und Co auch eingezogen.

Endlich ist Star Wars bei iTunes und Co auch eingezogen.