Posts Tagged ‘Laserdisc’

Meine Beatles auf Laserdisc

22. November 2021

Bald zeigt sich, ob sich das Warten auf Peter Jackson gelohnt hat, wenn er bei Disney+ die überarbeitete Langfassung von Let it be unter dem Titel Get back präsentieren wird. Natürlich werde ich mir die Beatles ansehen und ich freu mich wie en Schnitzel (wie freut sich ein Schnitzel?). Als Sammler hoffe ich, dass es eine Box mit allen Filmen auf Datenträger Bluray oder 4K geben wird.

Hier meine Laserdiscs mit den Beatles

Jackson hat das Material überarbeitet und optisch das Beste herausgeholt. Ich will aber heute einen Schritt zurückgehen und das optisch und akustisch Beste der alten digitalen Zeit präsentieren. Meine Beatles auf Laserdisc.

Die silbernen Scheiben in der Größe einer Langspielplatte waren das Highend-Übergangsmedium zwischen VHS und DVD. Noch heute gibt es eine aktive Sammlerszene, zu der ich auch gehöre. Im Laufe der Zeit haben sich ein paar Beatles LD angehäuft, die ich hier gerne vorstelle. Die Aufnahmen habe ich in der Regel auch noch auf anderen Datenträger, wobei ich einen Konzertfilm Washington Coliseum, Washington, DC, USA von 1964 auf Super 8 am Liebsten mag. Aber Super 8 war nochmals eine ganz andere Zeit.

Kommen wir zu meinen Laserdiscs. Ich habe sie in diesem kleinen Video vorgestellt. Es handelt es sich um Making of Hard Day’s Night, zwei Versionen von Help, The Magic Mystery Tour, Japan-Pressung von Yellow Submarine und die seltene Fassung von Let ist be. Zudem habe ich die Dokumentationen The Compleat Beatles und die Achtfach-Laserdisc-Box Anthology. Der vollständige Film wurde am 5. September 1996 auf acht VHS-Kassetten und auf acht Laserdiscs veröffentlicht.

Der öffentliche Bücherschrank als Medienschrank

14. September 2021

Sie kennen sicher öffentliche Bücherschränke. Es sind Regale, ausgemusterte Telefonzellen oder Schränke, die an frequentierten Plätzen stehen. Dort kann man gelesene Bücher abstellen und andere bei Bedarf mitnehmen – ein klassisches analoges Tauschgeschäft.
Bei uns in Maisach, im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck, ist der Bücherschrank im örtlichen Edeka Leich und ich nutze ihn regelmäßig. Vor kurzem habe ich aus dem Nachlass meines Vaters eine Reihe von Reiseführern dort abgelegt, die regen Zuspruch gefunden haben.

Dabei ist mir aufgefallen, dass im Bücherschrank nicht mehr nur Holzmedien wie Bücher und ein paar Zeitschriften zu finden sind, sondern auch Filme. Mehr und mehr tauchen dort VHS-Cassetten, DVDs und auch Blurays auf. Auch ein paar Muskikcassetten MC habe ich immer wieder gesehen.

Als Filmfan schlägt mir das Herz höher. Der Bücherschrank als Medienschrank. Medien vergangener und gegenwärtiger Zeiten werden ausgelegt und mitgenommen. Ich finde das eine wunderbare Idee. Für mich gehört das VHS-Zeitalter der Vergangenheit an, aber DVD und BD gehören noch zu meinen Mediengewohnheiten. Leider habe ich zwei Medienarten dort noch nicht gefunden, die ich sammle und extrem verehre: Super 8 und Laserdisc – also wer etwas übrig hat: Ich hebe die Hand.

Interessant ist, dass wir bei uns auf dem Dorf mit unserem Medienschrank auf einer internationalen Welle mitschwimmen. In den USA gibt es wohl die Bewegung FreeBlockbuster.org. Blockbuster war einstmals der größte Videoverleiher der Welt, der vor Jahren in Konkurs die Grätsche machte. Hier lassen sich in speziellen blauen Schränke alte analoge und digitale Medien tauschen. Die Amerikaner verwenden die ausgedienten Zeitungskästen, stumme Verkäufer genannt, nachdem Print-Zeitungen in den USA auf dem Rückzug sind.

Star Trek Day 2021: Gedanken zu Star Trek – der Film

8. September 2021

Ja, ich bin ein Trekkie. Das ist ein klares Bekenntnis zum heutigen Star Trek-Tag. Ich bin gespannt, welche Überraschungen es heute gibt. Klar ist, dass heute Star Trek – der Film auf 4K Star Trek I-IV veröffentlicht wird.
Ich erinnere mich noch, als Star Trek ins Kino kam. 1980 war ich im Science Fiction-Fieber. Ich hatte Krieg der Sterne gesehen, fand Kampfstern Galactica und Buck Rogers großes Kino und hört dann, das Raumschiff Enterprise mit Star Trek – der Film ins Kino sollte. Ich war gespannt, wie sich meine TV-Helden entwickelt haben und löste voller Erwartung meine Kinokarte.

Erst langweilig, heute ein Genuss: Star Trek der Film

Und was bekam ich zu sehen? Über 100 Minuten Langeweile. Wo war das actionsreiche Erzählkino, an dass ich mich als SF-Fan gewöhnt hatte? Wo waren die Schlachten zwischen Raumschiffen der Föderation und Klingonen? Zugegeben die Tricks waren schön anzusehen, aber die Bedrohungsstory aus dem All mit Voyager riss mich nicht vom Hocker. Die kahlköpfige Hauptdarstellerin machte mich nicht an. Irgendwie empfand ich den Film als blöde – so mein fachmännisches Urteil als Jugendlicher. Star Trek hatte sich für mich erledigt.

Doch dann geschah etwas seltsames. Immer wieder kam mir der Film in Erinnerung. Mein Interesse für Soundtracks wuchs und suchte sich neue Nahrung. John Barry hatte ich entdeckt und dann kam Jerry Goldsmith. Jahrzehnte später liebe ich den Score in all seinen Ausgaben – für mich einer der besten Goldsmith-Kompositionen.

Auf dem Flohmarkt kaufte ich mir den Roman von Gene Roddenberry, erschienen bei Moewig. Das Buch wurde später vom Heyne Verlag mit Filmfotos neu aufgelegt, aber diese Ausgabe hab ich nicht. Bei der Lektüre konnte ich die Geschichte von Voyager nachlesen und verstand die Moral, die mir als Jugendlicher entgangen ist.

Und auch die Crew der Enterprise wuchs mir wieder ans Herz. Khan kam in Teil 2, die Suche nach Spock in Teil 3. Star Trek-Kinofilme waren wie ein Klassentreffen. Ich war neugierig, wie sich Kirk und Spock, Pille und Scottie verändert haben. Ich erwarb eine Super 8 Kopie von Star Trek und sah mir in komprimierter Form den Film an. Dann kamen die VHS-Cassette und Laserdisc. Jahre später folgte dann die DVD. Im Keller lagert auch noch der Directors Cut.

Die optischen Ansprüche wurden größer und ich kaufte mir die Bluray – und ja nun wird es die 4K-Version Star Trek I-IV werden. Ich höre, dass der Director Cut erst später, in sechs bis neun Monaten nochmal gesondert veröffentlicht werden soll, weil das Material damals für SD gedreht wurde und nun aufwendig für das scharfe Bild bearbeitet werden muss. Naja egal, dann greife ich dann wieder in die Tasche – mit uns Trekkies kann man es ja machen.

Filmtipp: American Werewolf von Turbine

25. November 2020

Denke ich an Werwolf-Filme, dann kommt mir als erstes der Wolfsmensch von 1941 in den Sinn. Das ist für mich der wichtigste Wolf-Film überhaupt. Dann gibt es noch ein paar andere gute Heuler, wie der Fluch von Sinestro oder Das Tier oder auch Zeit der Wölfe. Und dann gibt es den Klassiker der Moderne An American Werewolf in London, der bei uns als American Werewolf 1981 im Kino lief.

Meine Sammlung an amerikanischen Werwölfen – zuletzt die Turbine Ausgabe.

Regie führte damals John Landis, der für mich immer der Mann der Blues Brothers ist. Mit seinem Werwolf-Film schuf er Filmgeschichte – der Film ist eine Mischung aus Horror, Action und Komödie, aber vor allem ist er ein Film, den ich in meiner Kinojugend gesehen habe und für gut befunden habe. Bis heute habe ich meine Meinung nicht geändert. American Werewolf hatte trotz seiner Fehler immer einen Platz unter meinen Lieblingsfilmen. Er prägte ein neues Genre für mich. In den siebziger Jahren war der Böse im Kino abstrakt wie der Teufel im Exorzist (1973) von William Friedkin oder das Omen (1976) von Richard Donner. Und wenn es ganz heftig war, dann stiegen die Zombies wie bei Dawn of the Dead (1978) von George A. Romero oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979) von Lucio Fulci.

Und dann knüpfte American Werewolf wieder an die Universal-Klassiker der 40er Jahre an, nahm Zombies mit ins Boot, fügte die Schocks von Brian de Palma hinzu. Wichtig war auch, dass Kömodienspezialist John Landis eine Prise Collage Humor dazu gab, den er bei 1977 bei Kentucky Fried Movie (The Kentucky Fried Movie) und 1978 mit Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (National Lampoon’s Animal House) gelernt hatte und 1980 mit Blues Brothers zum Olymp verfeinerte. Kein anderer hätte American Werewolf so drehen können.
Ich war im Kino begeistert – natürlich auch von den Spezialeffekten von Rick Baker. Endlich sah der Zuschauer eine realistische Verwandlung vom Mensch zum Werwolf. Später kaufte ich mir die Laserdisc und dann eine Sammlerausgabe auf DVD.

Jetzt endlich erschien der Film An American Werewolf in London neu abgetastet in 4K und komplettiert. Die Telefonszene von David mit seiner Schwester ist jetzt im Film enthaltet. Nun ist eine limitierte Sammler-Ausgabe von Turbine erschienen, die ich nicht genug preisen kann. Der Film auf 4K UHD und Bluray sowie eine Bluray mit Bonusmaterial, ein exzellentes 100seitiges Buch zum Film, Merch wie Bierdeckel aus dem geschachteten Lamm, Aufkleber und Postkarten (auch vom Porno-Kino am Piccadilly Circus) und ein zweiseitiges Poster. Ich habe die Nummer 502 der limitierten Ausgabe.

Zunächst begeistert wegen des Soundtracks, aber dann doch zu kurz.

Es liegt auch der Soundtrack von Elmer Bernstein bei, der meines Wissens das erste Mal erschienen ist. Leider fällt der Score sehr kurz aus, nachdem ich ihn begeistert in den CD-Player gelegt habe.

Filmtipp: The Band – the last Waltz als Mediabook

22. Oktober 2020

Immer wieder stelle ich mir als Musikfan die Frage: Bei welchem Konzert hättest du dabei sein wollen? Es fallen einen spontan viele große Rockkonzerte ein: Elvis TV Special von 1968, Cream in der Royal Albert Hall vom 26. November 1968, California Jam am 6. April 1974 mit Deep Purple und ELP oder ganz gerne Bob Dylan in Newport am 25. Juli 1965, als der Meister die elektrische Gitarre anschloss. Aber bei einem Konzert wäre ich wirklich gerne dabei gewesen: The Last Waltz.

Das war das Abschiedskonzert von The Band. Das fünfstündige Konzert fand am 25. November 1976 (Thanksgiving) im Winterland in San Francisco statt und die Musikgrößen der damaligen Zeit verbeugten sich vor der kanadischen Band, die soviel zur US-amerikanische Musikgeschichte beigetragen hat.
Jetzt erschien The last Waltz als limitierte Mediabook-Version mit Bluray, DVD und 28-seitiges Booklet von Christoph N. Kellerbach, den ich vor allem aus dem Horror-Genre kenne. Das Mediabook hat einen netten Goldeffekt, der an die CD-Auflage zum 40. Jubiläum des Konzerts erinnert. Die Bluray kommt in FullHD1080 daher und der Ton liegt als DTS-HD Master 5.1 vor – passend für ein Konzert von 1978. Danke an den Verleih, der mir das Mediabook The Last Waltz zur Verfügung stellte.

Das Konzert ist für mich ein Musst-have. Die erste Garde spielte auf, allen voran mein Meister Bob Dylan, der The Band 1974 als Begleitband buchte und hier mit dem Besuch der alten Dame Respekt zollt. Aus der Geschichte wissen wir, dass in der Postproduktion viel geschraubt wurde. Robbie Robertsons Soli verblassen gegen den großen Eric Clapton und Neil Young hat bei Helpless immer noch Kokain an der Nase hängen. Die Mitglieder von The Band empfanden die Show als Ego-Show für Robbie Robertson und sahen wenig Kohle. Was soll es: Für mich war es ein großartiges Konzert.

Ich war von dem Konzert so begeistert, dass ich mir als Jugendlicher das 3-fach LP-Album einfach holen musste. Das Cover war edel und ich liebte es. Gerne hätte ich damals ein Booklet gehabt, aber die LPs waren nur in sandfarbigen Hüllen. Späte erwarb ich dann die CDs, wobei ich am liebsten die Schuberbox mit Booklet hatte, weil sie das meiste Material enthielt. Das Ding The Last Waltz gibt es auch ohne Schuber aus dem Jahre 2013.

The Band war einfach eine wichtige Band und so entschloss ich mich einen Original Abzug samt Autogramm vom Fotografen Elliott Landy zu erwerben, der gerahmt im Gang zu meinen Arbeitszimmer hängt. Es zeigt die Mitglieder der Band zu Woodstock-Zeiten als man an Big Pig gearbeitet hat. Irgendwie sehen die Typen aus, als ob sie aus einem anderen Jahrhundert stammen.

Über die jüngst veröffentlichte Bluray freue ich mich sehr, obwohl es eigentlich kein neuer Content ist, dafür aber schärfer. Ich sah den Film von Martin Scorsese im Kino und war fasziniert. Kein hektisches Herumschneiden, sondern die Kamera von Michael Chapman hielt einfach drauf und fing die Aura der Musikanten ein. Ich musste mir einfach die Lobbycards gönnen, die auch mal bei mir gerahmt in meinem Jugendzimmer hingen. Das Kinoplakat liegt noch irgendwo in meinem Archiv.

Die VHS-Kassette besaß ich nicht, wohl aber die deutlich schärfere Laserdisk-Version. Später kam noch die DVD The Last Waltz mit schrägen Cover aber achtseitigem Booklet von Robbie Robertson hinzu – und eine Postkarte lag auch bei. Aber jetzt genieße ich erst einmal das Mediabook The Last Waltz.

Heute vor 48 Jahren: John Lennon Live in New York City

30. August 2020

Als Beatles-Fan höre ich heute wieder und wieder das Album Live in New York City von John Lennon. Die Aufnahmen stammen vom 30. August 1972, also genau vor 48. Jahren. John Lennon gab mit Yoko Ono und der Band Elephant’s Memory in New York zwei Wohltätigkeitskonzerte für Blinde, bei denen dieses Album entstand.
Ich stelle mir dabei zwei Fragen: Können Tontechniker dieses Konzert nicht besser abmischen? Es klingt schon sehr seltsam. Und: Nachdem es ja zwei Konzerte waren, können wir nicht endlich die kompletten Aufnahmen haben? Oder wartet Yoko Ono bis sich die Konzerte zum 50. Mal jähren? So viele Konzertmitschnitte von Lennon gibt es ja nicht. Weitere Teile des Konzerts davon liegen ja beim Boxset John Lennon Anthology vor.

das letzte eigene John Lennon Konzert - heute vor 48. Jahren live in New York City.

das letzte eigene John Lennon Konzert – heute vor 48. Jahren live in New York City.

1986, zwei Jahre vor meinen Abi, erschien die Schallplatte, die ich unbedingt haben musste. Ich höre die Scheibe rauf und runter – es waren zumeist die Aufnahmen des Nachmittagskonzertes auf Vinyl gepresst. Später erschien dann noch eine VHS-Cassette von dem Konzert, das von ABC mitgefilmt wurde. Wir führten den Film in der Schule auf. Als Jugendliche war ich von der Militärjacke von Lennon irritiert und von der Tatsache, dass Lennon das gesamte Konzert über Kaugummi kaute. Das sollte wohl lässig wirken.
Jahre später kaufte ich mir das Konzert auf Laserdisc und stellte beim mehrmaligen Anschauen fest: Yoko Ono kann nicht singen und die ganze Band war nicht so richtig in Form. Der Meister entschuldigte sich selbst. Er stammelte etwas wie „ Willkommen zur Probe!“, „nächstes Mal kriegen wir’s richtig hin“ oder „ich hab‘ mich an fast alle Worte erinnert!“ Improvisation war angesagt. John Lennon musste bei Come Togehter sich ganz schön was aus den Finger saugen.
Nun: 48 Jahre ist es her – und es war eigentlich das letzte eigene Konzert von John Lennon. Und das wird heute gefeiert – in Bild und Ton. Die Vinyl-Platte meiner Jugend ist verschwunden, die CD Live in New York City wurde nicht überarbeitet und bietet den gewöhnungsbedürftigen Klang von früher. Mir fällt auf: Ich weiß gar nicht, ob eine DVD oder Bluray erschienen ist.

Filmtipp: Der heilige Berg von Alejandro Jodorowsky

10. August 2020

Es gibt Filme, die gehen einen nicht mehr aus dem Kopf. Sie beschäftigen mich noch Jahre nachdem ich sie einstmals gesehen habe. So auch hier.
Nachdem Dune vielleicht dieses Jahr noch ins Kino kommen soll, dachte ich an den gescheiterten Versuch Frank Herberts Mythos auf die Leinwand zu bringen. Alejandro Jodorowsky verrannte sich und die Legende blieb zurück. Arte hat eine gute Dokumentation über das Scheitern von Dune.
Und da kam mir Alejandro Jodorowskys Film Der heilige Berg aus dem Jahre 1973 wieder in Erinnerung und ich musste ihn mir wieder ansehen. Ich wollte den Rausch der Bilder wieder genießen. Ich habe ihn irgendwann in den achtziger Jahren auf einem Kunstfestival gesehen und bin an ihm verzweifelt. Das war kein logischer Film, wie ich ihn als Jugendlicher kannte. Ich war zwar an Luis Buñuel gewohnt und war ein Fan von Tarkowski, aber so etwas wie den Heiligen Berg hatte ich bis dahin nicht gesehen.

Ich muss zugeben, ich habe den heiligen Berg Montana Sacra nicht verstanden, intellektuell meine ich. Der Film hat mich dennoch berührt, verunsichert, nachdenklich gemacht. Einzelne Bilder blieben mir über die Jahre im Kopf. Nach der Doku über Dune und Alejandro Jodorowsky musste ich den Film einfach wieder sehen. Zunächst auf japanischer Laserdisc im Original (hier wurden die primären Geschlechtsorgane) mit einem Sternchen abgesenkt und dann einer ungeschnittenen, überarbeiteten Blu ray Der Heilige Berg mit deutscher Tonspur.

Nun, richtig verstanden habe ich den Film noch immer nicht. Er bleibt mir ein Rätsel, aber ein Rätsel mit faszinierenden Bildern. Wahrscheinlich ist die Aussage: Nur in dir selbst findest du Erleuchtung – vielleicht ist es aber nur ein großer Spaß von Jodorowsky (glaub ich nicht – der Mann hatte immer etwas zu sagen).
Die Handlung: Der Dieb irrt ziellos durch eine verkommene, verdorbene Stadt. Auf der Spitze eines Turms trifft er den Alchimisten. Der Erleuchtete versammelt gerade eine Gruppe mystischer Wesen um sich. Gemeinsam mit ihnen will er sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Heiligen Berg machen, denn auf dessen Gipfel sollen neun Unsterbliche das Geheimnis des ewigen Lebens hüten. Also keine leichte Kost, klingt ein wenig nach Bergman.

Sicherlich ist der heilige Berg kein Unterhaltungskino, das man sich mit Freunden antut. Es ist ein persönlicher Film, den ich mir die meiste Zeit alleine angesehen habe, nachdem meine Frau sich kopfschüttelnd abgewendet hat. Ob es die Bilder waren, ob es die Handlung war, ich weiß es nicht. Sie meinte nur den klassischen Satz der Fettecke von Beuys: „Ist das Kunst oder kann das weg?“
Besorgt euch den Film, schaut ihn an und entscheidet selbst.

Laserdisc Versionen von Krieg der Sterne – was ist die beste Ausgabe auf Laserdisc?

19. Mai 2020

Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Format Laserdisc? Zeitlich gesehen kam es nach der VHS-Videokassette und vor der Einführung der DVD. Es waren große silberne Scheiben in der Größe einer Langspielplatte – Player und Disks waren recht teuer und es war kein Massenmedium wie VHS oder DVD. Ich mochte damals Laserdisc, war von der Qualität hin und weg und kaufe mir noch heute immer wieder neue/alte Platten aus dieser Zeit, ich bin eben Retro. Im Moment besitze zwei Player, die sowohl NTSC- als auch PAL-Scheiben abspielen können.

Und als Star Wars-Fan der ersten Stunde war es mir natürlich auch wichtig, meine Star Wars-Filme auf Laserdisc anzuschauen. Im Laufe der Jahre kamen verschiedene Star Wars-Ausgaben zusammen und ich möchte hier einen kleinen Überblick geben, welche Ausgabe was beinhaltet. Eine subjektive Bewertung ist zudem mit dabei. Natürlich gibt es noch weitere Ausgaben, die ich aber (noch) nicht besitze.
Ich konzentriere mich mal auf den Teil IV der Saga. Die wichtigste Unterscheidung für mich bei Krieg der Sterne – a New Hope ist für mich: Es gibt die Originalaufnahmen von damals und es gibt die späteren von George Lucas digital überarbeitete Aufnahmen. Da ich 1977 Krieg der Sterne im Kino noch gesehen habe, bin ich ein Fan der alten Version. Neben allerlei digitalen Firlefanz gibt es für mich ein wesentliches Unterscheidungskritierium: Han Solo hat zuerst geschossen, eiskalt und kaltblütig. In Wahrheit hat Han als einziger geschossen und den seinen Rivalen dahingerafft. Sieht so ein Held der späteren Rebellion aus?

In der neuen Version ab 1997 hat Georg Lucas den rodianischen Kopfgeldjäger Greedo zuerst ziehen und schießen lassen und Han reagiert in Notwehr. Na, na, an – das ist Geschichtsfälschung, Herr Lucas. Zudem gibt es allerhand digitale Effekte in den Versionen ab 1997.
In meiner VHS-Videokassetten-Version habe ich noch die alte Originalfassung. Dann kam das neue Medium Laserdisc auf den Markt und damit gibt es im Laufe der Zeit verschiedene Versionen von Star Wars IV – Krieg der Sterne – eine neue Hoffnung.

Die für mich schönste Ausgabe ist diese deutsche PAL-THX-Ausgabe aus dem Jahre 1995. Die Aufnahmen sind im CAV-Format und es ist eine Doppel-Laserdisc mit vier beschriebenen Seiten. Hier ist Han Solo der eiskalte Killer, wie ich ihn kenne. In der gleichen Aufmachung erschienen als Doppel-Laserdisc auch das Imperium schlägt zurück und Rückkehr der Jedi-Ritter.

Sehr imposant ist die fette Box Star Wars Trilogy the definitive Collection aus dem Jahre 1993. Die Discs sind im NTSC-Format und a new Hope umfasst drei Discs mit insgesamt sechs Seiten im CAV-Format. Auch hier haben wir die ursprünglichen Filme mit Solo als Killer. Han hat als erster geschossen. Der wunderbaren Box liegt ein Booklet und ein umfangreiches Making-of-Buch bei.

Nun folgt die goldene deutsche PAL-Ausgabe von 1997 Krieg der Sterne Trilogie. Im THX-Sound aber CVL-Format umfasst der Film nur eine Disc mit zwei bespielten Seiten. Hier verteidigt sich Solo nach der digitalen Umgestaltung von George Lucas.


Den Abschluss macht die englische NTSC-Ausgabe Star Wars Trilogy Box aus dem Jahre 1997. Das bedeutet, es ist eine digitale Überarbeitung. A New Hope umfasst zwei Disc mit drei bespielten Seiten als CLV.

Dann werde ich mal Ausschau nach weiteren Versionen halten. Für seriöse Vorschläge bin ich immer zu haben.

Streaming verschärft persönliches Medienbudget

18. März 2020
Wie wird Kino im Streamingzeitalter überleben? Wie wird Kino im Streamingzeitalter überleben?

Der Kampf um das persönliche Medienbudget jedes Einzelnen nimmt weiter zu, wenn der Streamingdienst Disney+ am 24. März mit voller Wucht online geht. Rund 60 Euro kostet der Dienst im reduzierten Jahresabo. Mit dabei sind Filme von Marvel, Pixar, Disney, National Geographic und die Star Wars-Familie – allen voran Star Wars: The Mandalorian.
Damit wird es immer enger auf einem stark umkämpften Markt auf dem sich unter anderen Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+ und viele, viele andere tummeln. Und dann gibt es noch das klassische lineare Fernsehen mit einem zum Teil sehr starken Mediatheken-Angebot und dann wäre noch das Kino. Die Lichtspielhäuser haben im Hinblick auf Corona gerade ein Content-Problem. Zwar sind die Lichtspielhäuser aufgrund staatlicher Beschlüsse im Moment sowieso geschlossen, aber mit publikumsstarken Filmen sieht es eher mau aus. Der neue James Bond Stirb an einem anderen Tag No Time to die  wurde auf einen anderen Tag verschoben. Das war aber nur der Anfang: Disney verschob kurzerhand Mulan und kleinere Produktionen wie beispielsweise Berlin Alexanderplatz folgten.

James Bond verschoben. James Bond verschoben.

Wenn in Zeiten von Corona Zwangspausen zu Hause verordnet sind, wird Streaming steigen, der Markt wird sich kanibalisieren und neu verteilen. Es stehen weitere Streamingsidenste wie von Warner Bros./HBO mit HBO Max und NBC/Universal mit Peacock in den Startlöchern. Ich frage mich als Kinofan: Wo bleibt in diesem Verteilungskampf das Kino?

Mulan auch noch verschoben. Mulan auch noch verschoben.

Gilt der alte Riepl noch?
Ich denke, das Rieplsche Gesetz könnte noch immer greifen. Das so genannte Rieplsche Gesetz der Medien besagt, dass kein gesellschaftlich etabliertes Instrument des Informations- und Gedankenaustauschs von anderen Instrumenten, die im Laufe der Zeit hinzutreten, vollkommen ersetzt oder verdrängt wird. Auf gut Deutsch: Das Theater wurde nicht vernichtet durch das Kino. Das Kino wurde nicht vernichtet durch das Fernsehen. Das Fernsehen wurde nicht vernichtet durch Streaming. Allerdings sind die Märkte deutlich kleiner geworden. Und ich frage mich, ob das Rieplsche Gesetz in der digitalen Welt noch so gilt?
Wolfgang Riepl war einst Chefredakteur der Nürnberger Zeitung und formulierte 1913 seine Ideen. Das war vor dem Ersten Weltkrieg. Hat sich diese analoge Zeit nicht durch die digitale Zeit geändert?
Ich könnte mir vorstellen, dass Disney sein Streamingportal nutzt, um gegen höhere Gebühren Filmpremieren durchzuziehen und vom Kino als Vertriebskanal wegzulocken. Zudem hat Disney bereits verkündet, dass man Marvel-Streaming und Marvel-Kinofilme miteinander verbinden wird. Wer also das schwer durchschaubare Marvel Cinematic Universe MCU verstehen will, muss ins Kino gehen und Streaming schauen.

Wie wird das Kino der Zukunft? Wie wird das Kino der Zukunft?

Universal hat angekündigt, Neuveröffentlichungen online zur Verfügung zu stellen und dafür die gängigen Plattformen zu nutzen. Ein weiterer Sargnagel für das klassische Kino. Kino muss sich verändern und darf nicht nur ein klassisches Abspielen von neuen Filmen sein. Kino als Gemeinschaftserlebnis mag ich zum Teil: Ich hasse es, wenn Menschen mit Popcorn mir die Atmosphäre beim Film zerstören oder wenn Menschen während des Films quatschen. Ich war neulich zu ersten Mal im Arri Astor und hab einen Traum von einem Filmpalast erlebt (und viel Geld dafür bezahlt). Aber was will ich eigentlich für ein Kino der Zukunft?

Ich selbst bin flexibel und bin auch ein Freund von Datenträgern, auch wenn meine Familie mit meiner Sammelleidenschaft die Krise bekommt. Ich hatte Super 8, später Video2000 und VHS (inzwischen alles verkauft oder entsorgt), dann DVD, Blu ray und 4K-Videos. Im Moment habe ich meine Laserdisc-Sammlung wieder entstaubt und genieße den Retro-Flair vergangener Zeiten. Ich schaue Streaming und ich gehe gerne ins Kino. Aber mein Zeit- und Finanzbudget für Medien ist auch nicht erweiterbar. Und Bücher will ich auch noch lesen, in Konzerte gehen und Musik hören. Vielleicht wird einfach alles zuviel.

Konzertkritik: Claudio Simonetti’s Goblin live in Berlin

4. November 2019

Es war eine Reise in meine Vergangenheit. Als Filmfan genoss ich eine Phase des italienischen Horrorfilms der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Regisseure wie Dario Argento oder Lucio Fulci standen bei mir hoch im Kurs. Und weil ich diese schrägen, zumeist blutigen Filme mochte, hörte ich auch die entsprechenden Soundtracks von u.a. Claudio Simonetti und seiner Band Goblin.

Jetzt bekam ich die Gelegenheit, Claudio Simonetti’s Goblin live in Berlin im ehemaligen Kino Lido in Kreuzberg zu hören. Ich war überrascht, wie gut Simonettis Musik funktioniert. Als Fan von Filmscore bewundere ich Meister wie John Williams oder Jerry Goldsmith. Diese schufen große orchestrale Werke. Claudio Simonettis Musik ist anders – es war Bandmusik. Musiker wie der leider verstorbene Keith Emerson von einer meiner Lieblingsbands ELP hämmerten ein paar Soundtracks herunter, darunter auch für italienische Horrorstreifen, aber Claudio Simonetta’s Goblin blieb eine besondere Ausnahme.

Es war ein theatralischer Prog-Rock mit starken Synthesizer-Elementen, mal gefühlvoll, mal hart. Damit wurde die Musik von Streifen wie Rosso – Farbe des Todes (Profondo rosso), Suspiria, Tenebrae (Tenebre), Phenomena oder Terror in der Oper (Opera) von Dario Argento untermalt. Mein Gott, was waren dies für brutale stilvolle Filme – eine Mischung zwischen Gothic Horror und verrückten Hexenmärchen. Ich habe noch einige der Filme auf VHS, DVD, Bluray und sogar seltene Laserdisc im Archiv. Besonders mag ich die Regiearbeit von Dario Argento. Vielleicht ist sein Suspiria sogar mein Lieblingsfilm des italienischen Horrors, weil er in Freiburg dem „Mekka der Parapsychologie“ und München spielt. Der Film macht mir Angst und wirkt vor allem durch die Musik von Goblin hervorragend. Schön ist, dass es auch andersherum funktioniert: Ich höre die Musik von Suspiria und reise geistig ins Horrorkino zurück. Suspiria wurde auch gegen Ende des Konzerts gespielt und das Publikum miteinbezogen – Claudio Simonetta wir danken dir dafür.

Das Konzert der Band fand am Halloween-Abend in Berlin statt. Einige Besucher erschienen verkleidet. Meine Nachbarin brachte eine (Plastik-)Sense in ihrer Handtasche mit. Im Publikum waren allerhand Grufties und Gestalten der Nacht anzutreffen, wobei ich mir nicht sicher war, ob sie sich zu Halloween extra herausgeputzt haben oder ob es ihre Standardbekleidung war.

Auch ein Michael Myers mit weißer Maske war im Publikum. Als Claudio Simonetti ihn entdeckte, brach er vom regulären Konzertprogramm ab und spielte unter dem Jubel der Fans die Titelmelodie von John Carpenter Halloween – damit hatte Simonetti einen klaren Pluspunkt bei seinem Publikum.

Die Band spielte vor einer Leinwand. Per Beamer wurden visuelle Effekte und Filmausschnitte der jeweiligen Horrorstreifen ohne Ton eingespielt. So bekamen wir die italienische Gewaltorgie zu sehen: Das Abtrennen des Kopfes in Profondo rosso, der Verfall und das Verwesen der Körper von Demoni und mehr. Wenn kein Film vorhanden war, dann kamen einfach bunte Effekte wie bei einer neueren Aufnahme wie Roller.

Kurz, nur ganz kurz, besinnlich wurde es, als Dawn of the Dead gezeigt und von der Band gespielt wurde. Goblin hat Argento viel zu verdanken, aber internationale Bekanntheit bekam die Band durch George R. Romero und seiner Zombie-Version. Das wusste auch Claudio Simonetta, der sich ausdrücklich beim verstorbenen Romero auf der Bühne bedankte. Nein, lieber Claudio Simonetta wir haben zu danken für einen außergewöhnlichen Abend, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Am Merch-Stand nutzte ich die Möglichkeit, ein paar CDs noch zu erwerben. Ich hatte zudem einige CD-Covers nach Berlin mitgebracht und wollte ein Autogramm. Mir gelang es und fand den Weg in die Garderobe der Band und wechselte ein paar freundliche Worte mit Claudio Simonetta. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich meine Laserdiscs und Picture-Discs nicht zum Unterschreiben mit nach Berlin genommen habe. Aber ich hoffe auf ein Wiedersehen mit Claudio Simonetta’s Goblin irgendwann. Die Band hat eine kleine Tour in den USA und Japan hinter sich, spielte nur ein einziges Konzert in Deutschland und zieht dann weiter. Aber sie werden sicher wiederkommen und ich werde dann wieder die Musik von Claudio Simonetta’s Goblin genießen. Bis es soweit ist, schaue ich mir Suspira nochmals an.