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Filmkritik: Blade Runner 2049

17. Oktober 2017

Blade Runner zählt für mich zu den wichtigsten Filmen der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Und ich hatte Angst, nach 35 Jahren mir jetzt die Fortsetzung Blade Runner 2049 anzusehen. Freunde, ich kann euch sagen: Meine Angst war vollkommen unbegründet.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 ist ein hervorragender Film geworden. Und es ist mehr als nur ein Unterhaltungsfilm, denn die religiösen und philosophischen Aspekte des Films von 1982 wurden aufgenommen und fortgesetzt. Damit werden einige Kinozuschauer überfordert sein, so bescheinige ich dem Film keinen übermäßigen finanziellen Erfolg. Der Film hat es verdient angeschaut zu werden und genießen Sie die über zwei Stunden an visuellen, musikalischen und gedanklichen Eindrücken. Dank an die wahnsinnig intensive Kameraarbeit von Roger Deakins. Ich werde den Film mir noch zwei-, dreimal ansehen, um das gesamte Spektrum an Gedanken zu erfassen, so wie ich es mit Blade Runner 1982 auch gemacht habe.
Der Film wagt sich an ganz große Themen: Was ist Menschlichkeit? Wann sind wir Menschen? Was definiert uns als Mensch? Entsteht durch unsere Geburt, unsere Erinnerungen der wahre Mensch? Was passiert, wenn Replikanten Kinder bekommen können? Wo beginnt und wo endet die Menschlichkeit? Solche philosophischen Fragen werden in einen Hollywood-Film gepackt. Der Kinozuschauer wird mit dieser Zukunftsvision konfrontiert, unterhalten und in meinem Falle zum Nachdenken gebracht. Immer wieder tauchen Details auf, wie DNA mit vier Sequenzen und Binärcode mit Null und Eins, um dann zu diskutieren, was ist Leben. Nicht ohne Humor ist die Diskussion mit dem Hologramm als Begleiter – einfach gesagt: Kann ich mit Alexa eine Beziehung eingehen? Damit wird ganz elegant das Thema Künstliche Intelligenz eingeführt und das Anwachsen der Daten. Joi, dargestellt von einer wunderbaren Ana de Armas, lernt und sammelt. Beeindruckend, wie Joi eine Nutte benutzt, um Bewegungen zu sammeln. Und dann sagt das Hologramm ganz selbstverständlich: „Ich liebe dich.“
Und da ist im letzten Drittel des Films ein absolut göttlicher Harrison Ford als Rick Deckard. Die Frage, ob Deckard ein Replikant ist, wird wieder offen gelassen. Für mich ist die Antwort nein, denn Deckard altert und Replikanten altern nicht, basta. Ryan Gosling als Officer K ist eindeutig ein Replikant mit überraschender Geschichte.
Nach dem Film bin ich nicht aus meinen Kinosessel aufgesprungen und hab mir überlegt, was ich als nächstes mache. Ich blieb im Sessel sitzen, streifte die schreckliche 3D-Brille ab und war sprachlos. Ich musste die Eindrücke der gesehenen Bilder und der gesprochenen Worte verarbeiten, die in meinem Kopf herumschwirrten. Regisseur Denis Villeneuve gehört für mich ab jetzt zu den ganz großen Künstlern auf dem Regiestuhl und hat mit seinen 164minütigen Film die Ideen von Ridley Scott von 1982 aufgenommen und weitergeführt.

Ich liebe Atari.

Ich liebe Atari.

Und ich liebe die Details: Zuerst natürlich die Werbung: Ich habe 1982 bei Atari gelacht und 2017 wieder. Als Retrogamer liebe ich Atari. Coca Cola war wieder in beiden Filmen dabei – und Sony auch. Absolut daneben fand ich dagegen die Werbung von Johnny Walker Black Label. Deckard meinte großspurig, dass er in Las Vegas Tausende Flaschen von Whisky habe und er greift dann zu Johnny Walker. Ich würde zu vielen Whiskys greifen, aber sicherlich nicht zu Johnny Walker – oder der Gag war einfach gut.
Meine Helden Frank Sinatra und Elvis Presley haben ihre Auftritte und ich meine sogar bei der Galerie der Replikanten rechts vorne die Figur aus Prometheus gesehen zu haben. Vielleicht eine kleine Verbeugung vor dem ausführenden Produzenten Ridley Scott.

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Ich sag es ungern: Die Filmmusik von Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer ist gut, sehr gut. Ich mag Zimmer nicht, aber hier hat er eine wunderbare Arbeit abgeliefert. Leider ist der Score nur als Download bisher erschienen und nicht als Datenträger – mir völlig unverständlich. Aber natürlich ist Zimmer nicht Vangelis und reicht auch an dessen Klasse nicht heran – (diese Bemerkung musste als Zimmer-Hasser und Vangelis-Fan sein). Hat Denis Villeneuve eigentlich Vangelis gefragt, ob er den Soundtrack beisteuern will?

 

 

Meine Urlaubslektüre – Blogparade Urlaubslektüre – Was liest du?

15. August 2017
Gut belesen durch den August.

Gut belesen durch den August.

Das ganze Jahr muss/darf ich irgendwelche Fachbücher lesen, da brauch ich in den Ferien mal etwas komplett anderes – reine Unterhaltung. Und meine Bloggerclub-Kollegin Tanja Praske machte mich auf eine Blogparade von Die bunte Christine aufmerksam: Urlaubslektüre – Was liest du? Da nehm ich doch glatt teil mit meinem Blog.
Nun, ich fahre dieses Jahr zweigleisig: Ich lese dieses Jahr Rita Falk und Philip K. Dick, einmal sehr einfacher Lesestoff, einmal sehr visionärer Lesestoff.

Provinzkrimis von Rita Falk
Beginnen möchte ich mit Rita Falk und ihre bayerischen Provinzkrimis rund um Franz Eberhofer. Ich habe mir die komplette Romanreihe gekauft und lese jeden Tag ein Buch, gestartet bin ich mit Winterkartoffelknödel. Ex und hopp – viel Tiefe ist nicht zu finden und auch der Stil ist eher einfach. Das ist absolut leichte Kost. Ich wurde auf diese Reihe aufmerksam durch einen Kinobesuch von Valerian. Es lief unter anderem ein Trailer zu der Griesnockeraffäre nach dem Buch von Rita Falk. Hauptdarsteller Sebastian Bezzel war bei uns im örtlichen Kino zu Gast und warb für seinen Film.

Werbung im Kino

Werbung im Kino

Mein ganzes Kinoumfeld war begeistert von der Art bayerischer Provinzkrimi und so wurde ich neugierig. Es gab einige Verfilmungen der Romane von Rita Falk, die ich nicht bisher gesehen habe, aber die Kinobesucher sprachen ganz begeistert darüber. Ich unterhielt mich mit einigen Besucher, die mir die Romane sehr ans Herz legten. Es ist wohl eine neue Form von Heimatroman. In den Personen von Rita Falk erkannte ich einige Bewohner unseres Dorfes wieder, schließlich wuchs die Autorin in Oberbayern auf und hat viel von der Atmosphäre und den Charakteren aufgesaugt. Der Humor ist einfach, die Sprache unkompliziert und Fastfood für den Liegestuhl. Der Reiz liegt in der klischeehaften Zeichnung der Figuren. Es sind keine Helden, sondern menschliche, manches Mal sogar einfältige Typen, aber mit dem Herz an der richtigen Stelle. Die Kriminalfälle, diplomatisch als Provinzkrimi bezeichnet, sind nicht spektakulär, sondern einfach – so wie die Leute eben sind. Manches Mal wurde ich beim Lesen an das königlich bayerische Amtsgericht erinnert.
Die Geschichten selbst sind vorhersehbar. Der Reiz liegt in den handelnden Personen, die einem im Laufe der Lektüre ans Herz wachsen. Die Oma, die Susi, der Papa und Dorfbewohner samt Sheriffs. Ich kann verstehen, wenn man die Krimis um Franz Eberhofer ablehnt, mir halfen sie beim Abschalten.

Harmlose und leichte Kost für unterwegs.

Harmlose und leichte Kost für unterwegs.

Klassiker der SF-Literatur Philip K. Dick
Tiefere Kost und mindestens ebenso unterhaltsam ist die Lektüre von Philip K. Dick – ich bin noch mitten drin. Den Jüngeren wird er als Vorlage für die Amazon-Serie the Man in the High Castle bekannt sein. Dick schuf aber auch mit Träumen Androiden von elektrischen Schafen die Vorlage für Blade Runner. Ich widmete mich diesen Ferien den Science-Fiction Kurzgeschichten. Dick Werk Der Philip-K.-Dick-Companionumfasst 118 Geschichten und 43 Romane, von denen diverse verfilmt worden sind, wie Total Recall oder Minority Report. In meiner vorliegenden fünfbändigen Werkausgabe als Urlaubslektüre sind sämtliche Geschichten in chronologischer Reihenfolge enthalten, also keine Romane. Dies erlaubt mir, die Entwicklung des Science-ficition-Autors zu verfolgen.
Ich tat mich früher schwer mit Kurzgeschichten. Der Einstieg kam mir zu abrupt und das Ende zu schnell. Durch meine Begeisterung für Edgar Allen Poe lernte ich Kurzgeschichten zu lieben und Philip K. Dick hat hier Gewaltiges geleistet. Die Visionen des Autoren sind enorm und zwingen immer wieder zum Nachdenken. Als Kind liebte ich Science Fiction und nachdem ich Philip K. Dick gelesen habe und weiter lese, weiß ich auch warum. Der Schreibstil ist leicht verständlich und immer klar. Die Visionen, die der Autor hat, sind dagegen enorm und zeigen, warum Philip K. Dick einer der ganz Großen der SF-Literatur ist.

Filmtipp: Ghost in the Shell

21. April 2017
Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Ich hatte Angst vor der Verfilmung. Ich hatte wirklich Angst, dass Hollywood diesen Klassiker versauen würde. Ich hatte so viele Gedanken zu diesem Werk im Kopf. Und ich wurde Gott sei Dank enttäuscht: Ghost in the Shell ist ein ästhetisch beeindruckender Film geworden. Er ist nicht perfekt, aber er ist gut geworden.
Was hatte ich alles erwartet? Nach der eindrucksvollen Animie-Verfilmung von 1995 des legendären Mangas von Masamune Shirow hatte ich riesige Erwartungen. Im Grunde wünschte ich mir sehnsüchtig eine Art Blade Runner des 21. Jahrhunderts. Der Film von Ridley Scott war so wichtig für die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und prägte meine Generation. An nicht weniger als an Blade Runner wollte ich Ghost in the Shell messen, denn das Thema der Menschlichkeit ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Nun, dieses Ziel hat der Film nicht erreicht, aber dennoch ist er für mich stilprägend. Die Story ist prima und die optischen Effekten sind einfach sagenhaft.
Im Grunde hatte der Realfilm seine stärkste Wirkung, wenn er sich nahe an die Animie-Verfilmung von Mamoru Oshii hält. Regisseur Rupert Sanders kopiert in vielen Einstellungen den Zeichentrick und wird schwächer, wenn er eigene Wege geht. Schon die Erschaffung von Major entspricht fast 1:1 der Zeichentrick-Vorlage. Im Kino blieb mir die Spucke weg, denn bevor ich abends mir den Spielfilm angesehen hatte, schaute ich mir am Nachmittag nochmals das Animie an. Bild für Bild übernahm der Spielfilm die Animie-Vorlage.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Kritik gab es, dass Scarlett Johansson die Hauptrolle spielte. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Hollywood auf japanische Darsteller setzt. Mir ist das egal. Frau Johansson spielt prima, etwas besser hat sie mir als Alien in Under the Skin gefallen.
Der Film ist wunderschön geworden, die Bilder sind atemberaubend und sie sind kalt. So stelle ich mir eine Cyberzukunft vor und es ist eine eindrucksvolle Weiterentwicklung der Welt von Blade Runner. Freilich hat die Storyumsetzung ihre Schwächen – und das werfe ich dem Film vor. Dieser Film geht um Seele, um das Menschsein an sich und ist im Grunde ein seelenloser Film geworden. Das ist traurig, denn das Animie von 1995 hatte diesen Spirit noch. Es handelt sich um einen Ghost oder eine Lebensform, die im Netzwerk lebt. Künstliche Intelligenz als Lebensform – eine interessante gesellschaftliche Diskussion wird dadurch möglich. Ghost in the Shell hätte den Weg zu dieser Diskussion bereiten können.


Ein Wort noch zur Musik. Ich kannte ja den wunderbaren Score Ghost In The Shell von Kenji Kawai und dachte, es könne nicht besser werden. Doch der Score von Clint Mansell ist der absolute Wahnsinn. Ich habe ihn bisher nur im Film hören können. Leider, leider konnte ich die CD bis heute noch nicht in den Händen halten. Mir ist es noch nicht gelungen, ein Exemplar zu kaufen.

Erinnerungen zum Tode von Demis Roussos

27. Januar 2015

Bei meinen Eltern hörte ich einst die Schlagersongs von Demis Roussos und ich mochte die Musik überhaupt nicht. Demis Roussos trällerte unter anderem mit Drafi Deutscher das Lied Young Love und es war absolut nicht mein Fall. Um ehrlich zu sein, ich finde auch seinen Song Goodbye, My Love, Goodbye immer noch schrecklich. Nun ist Demis Roussos im Alter von 68. Jahren gestorben und ich möchte an ihn erinnern.
Als mir als Jugendlicher eine rote Schallplatte in die Hände fiel, interessierte mich Demis Roussos nicht die Bohne. Ich hatte ihn als griechischen Schlageronkel abgetan – ich war so unwissend. Diese rote Schallplatte faszinierte mich. Als Progrock-Fan bekam ich die Scheibe 666 von Aphrodite’s Child in die Finger und war elektrisiert. Ein Synthi-Held mit Namen Vangelis spielte dort die Keyboards und nachdem mich die Musik von Vangelis in den Bann geschlagen hat und immernoch begeistert, schaute ich mir die Band genauer an. Das Cover von 666 war in Rot gehalten und die satanischen Zahlen 666 standen darauf. Das weckte mein Interesse und mit der Musik identifizierte ich mich. Ich erinnere mich: Bei einer Party hörte ich als Jugendlicher zum ersten Mal den Song „The Four Horsemen“. Und wie vom Blitz getroffen las ich den Namen des Sängers: Demis Roussos

666
Der gleiche Typ, der die Schlager in der Hitparade wie Schönes Mädchen aus Arcadia trällerte, brachte so eine Musik zustande? Ich konnte es nicht fassen. Es war wahnsinn. Ich kaufte drei Platten von Aphrodite’s Child, wobei ich heute immernoch 666 als die beste Aufnahme empfinde.
Wiederum Jahre später war ich noch immer Vangelis-Fan und der griechische Tastenkünstler komponierte den Soundtrack zum wichtigsten SF-Film der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Blade Runner. Und auch hier war Demis Roussos mit von der Partie und sang. Nun, die Schlagersachen von Roussos mag ich noch immer nicht, aber dennoch ist ein großer Künstler von uns gegangen.

Blade Runner – immernoch ein Meisterwerk

15. Januar 2014

Der wichtigste Science Fiction Film der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war für mich wohl Blade Runner. Die Verfilmung des Romans Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick durch den genialen Ridley Scott hat fasziniert und tut es immer noch. Er spricht so viele Themen an und berührt emotional sowie intellektuell.

Inzwischen habe ich viele Veröffentlichungen des Werkes auf Video, DVD und Blu ray. Wer seine Heimanlage ausreizen will, besorgt sich Blade Runner als Referenzfilm und genießt ein geniales Zusammenspiel von Bild und Ton. Entweder man mag den Film oder findet ihn sterbens langweilig. In den sozialen Netzwerken wird der Film geliebt, schließlich lieben Twitterer ja Einhörner – aber dies nur am Rande.

Twitterer lieben diesen Film. Warum nur?

Twitterer lieben diesen Film. Warum nur?

Hier hatte einfach alles gepasst: Darsteller – allen voran Harrison Ford als Rick Deckard, Rutger Hauer als Roy Batty und Daryl Hannah als Pris. Die Musik von Vangelis trifft die Stimmung des Films voll. Der Soundtrack liegt inzwischen in verschiedenen Versionen vor. Ich empfehle hier ausdrücklich die Blade Runner Trilogy, die zum 25. Geburtstag des Films mit weiterer Musik auf den Markt kam. Es enthält den alten Soundtrack und von Blade Runner inspirierte Musik. Leider hat die SACD hat nur Stereoton und ich hoffe endlich einmal auf einen Mehrkanalton. Früher gab es ausgezeichnete Bootlegs vom Soundtrack, wie die Esper Edition oder die Deckard Edition. Einfach mal googlen für die Perlen.

Der Film selbst liegt in verschiedenen Fassungen vor, die sich in Länge und Dramaturgie unterschieden. Mal gibt es die Stimme von Deckard aus dem Off im Stil des Film Noir, mal gibt es sie nicht. Der Film hatte ja seit seinem Kinostart 1982 eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Insgesamt gibt es von dem Film fünf verschiedene Fassungen: Workprint, US-Kinofassung, internationale Kinofassung, 1992er Director’s Cut und 2007er Final Cut.

Auto

Als Sammler habe ich mir viele Fassungen bei jeweiligen Erscheinen besorgt und kann auf jeden Fall die Version zum 30. Geburtstag empfehlen. Sie heißt: Blade Runner – 30th Anniversary Collector’s Edition Sie enthält alle Fassungen sowie Unterlagen und ein Modell des Spinner-Fahrzeugs. Sehr nett ist auch die DVD-Sonderedition von Warner mit Drehbuch des 1992er Director’s Cuts.

Das PC-Spiel kam auf 4 CDs daher.

Das PC-Spiel kam auf 4 CDs daher.

Es gab für Windows 95 ein sehr schönes Computerspiel zum Film. Grafik war fein, aber noch feiner war der nicht lineare Spielverlauf mit unterschiedlichen Enden. Je nachdem welchen Weg der Spieler einschlägt, entwickelte sich das Spiel anders. Und es war mit 4 CDs damals sehr umfangreich. Das war schon eine Besonderheit von den Westwood Studios. Die Tricks aus dem Film stammten von Douglas Trumbull. Auf der FMX in Stuttgart sprach er lange über das Making of – leider durfte man die Sachen nicht mitdrehen. Ich traf dafür in der Schweiz den Conceptdesigner Syd Mead und konnte lange mit ihm über seine Ideen sprechen. Dazu folgt ein eigener Blogbeitrag.

Der Film als Aquarell.

Der Film als Aquarell.

Jetzt habe ich durch meine US-Kollegin Jennifer Wolfe eine neue Variante von Blade Runner entdeckt. Die Aquarell Edition. Es gibt 35 Minuten des Films als Aquarell. Der amerikanische Künstler Anders Ramsell malte 12,597 Aquarelle und fügte sie zu einem Film zusammen. Krank, aber genial. Er hat die Story zwar etwas verändert, aber das ist künstlerische Freiheit.

LaCie Blade Runner – Festplatte als Kunstwerk

10. Januar 2013

lacie

Ist eine Festplatte ein Kunstobjekt oder nicht? Natürlich, das Wichtigste einer Festplatte sind die inneren Werte wie Haltbarkeit, Kapazität, Geschwindigkeit oder Anschlüsse. Das Aussehen steht bei einer Festplatte nicht so im Vordergrund. Zudem werden bei mir Festplatten alle zwei Jahre spätestens ausgetauscht und durch neue ersetzt.

Aber jetzt kaufe ich mir vielleicht eine Festplatte auch wegen des Aussehens. LaCie und der Designer Philippe Starck haben die Blade Runner angekündigt. Blade Runner war schließlich der wichtigste Science Fiction-Film der achtziger Jahre. Starck, der vor kurzem die Jacht des verstorbenen Steve Jobs entwarf und baute, hat jetzt eine interessant aussehende Festplatte vorgestellt. Sie vereint ein anthropomorph anmutendes Inneres aus Metall mit einem kantigen, käfigähnlichen Gehäuse. Das Modell soll die Frage aufwerfen, wie viel Kontrolle wir wirklich über die Technik haben.

Von der Festplatte LaCie Blade Runner wurde eine limitierte Auflage von 9.999 Stück für Designliebhaber hergestellt. Vom komplexen Designkonzept bis hin zum Herstellungsprozess in der Praxis – Starcks Einfluss ist unübersehbar. Jede Einheit ist zur Gewährleistung von formidabler Form und Funktion eine Spezialanfertigung. Sie setzt in jedem Heimbüro, Studio oder Medienraum ein Statement und wird mit dem Rechner über UBS 3.0 verbunden.

Der Künstler sagt selbst über seine Festplatte (und nochmal: Wir reden von einer Festplatte): „Bei meinen Designs hat alles seinen Sinn und Zweck – Stil, Symbolik oder Funktionalität. In der Blade Runner ist die Wärme abgebende Elektronik in einem mystifizierenden Gehäuse eingebettet, und die Lamellen sorgen für effiziente Kühlung. Die Aufhängung bietet Raum für die Luftzirkulation um die Festplatte, und das Material – Metall – erhöht die Wärmeleitung.”

Die durch stabiles Aluminium geschützte LaCie Blade Runner ist die widerstandsfähigste und eleganteste auf dem Markt erhältliche Festplatte für Verbraucher. Das robuste Äußere schützt die Festplatte vor dem Überhitzen und sorgt so für höchste Zuverlässigkeit, sodass sie auch für die Speicherung extrem wichtiger Dateien eingesetzt werden kann. Die LaCie Blade Runner hat einen LED-Netzschalter in Form von Starcks Signatur, der bei Aktivität der Festplatte leuchtet.

Die LaCie Blade Runner wird mit 10 GB kostenlosem sicheren Wuala Cloud-Speicher und benutzerfreundlicher Backup-Software geliefert. Die Blade Runner mit 4 TB Kapazität kostet 244,99 Euro.

 

Buchtipp: The Art of the Film Prometheus von Mark Salisbury

10. August 2012

Prometheus hat mein Filmherz erobert und als Fan will ich mehr über diesen Film wissen, steht er doch in der Tradition von Alien, der mir 1979 richtig Angst eingejagt hat. Und voller Begeisterung blättere ich daher in dem Werk von Mark Salisbury: Prometheus: The Art of the Film

Wie bei der Reihe The Art of üblich, werden hier Skizzen und Zeichnungen aus allen Phasen des Films veröffentlicht und mal mehr, mal weniger kommentiert. Hinzu kommen dieses Mal fertige CGI-Renderings und Filmszenen sowie Produktionsfotos. Die Filmszenen hätte man sich sparen können, dafür gibt es andere Bücher. Und wer mehr über die VFX-Hintergründe lesen will, sollte den Blog von Trevor Hogg lesen.

Das Vorwort stammt übrigens von Regiestar Ridley Scott. Hier schreibt er, wie er nach Alien und Blade Runner wieder zu Science Fiction-Stoff zurückfand und dafür lieben wir ihn. Die Artists wie Produktionsdesigner Arthur Max kommen in dem Buch ausführlich zu Wort, aber das Wichtigste bleiben die gewaltigen Bilder eines gewaltigen Films. Konzept-Art wird hier groß geschrieben. Wir Leser erfahren viel über die außerirdischen Landschaften und Lebensformen, ohne viel von der Geschichte selbst zu verraten. Mir machte es Spaß in die Produktion einzutauchen, denn ich liebe Making ofs. Es ist ein wunderbare Produktionsbuch und stellt einzelne Produktionsphasen des Films vor: The Pyramid, The landing, the Jaggernaut, the pilot chamber and chair. – Gerade hier werden die Ideen von HR Giger wieder aufgenommen und neu interpretiert.

Fans von Prometheus werden dieses Buch kaufen, wenn sie mehr wissen wollen, als klassische Handlungen und bunte finale Bilder. Prometheus: The Art of the Film ist ein hochwertiges Buch für den Filmfreund des modernen Science Fiction-Films und Fans von Ridley Scott. Hier sind die 40 US-Dollar für die 190 Seiten hervorragend investiert.