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BistroTalk: Vom Computerspiel zum räumlichen Computer: Pierre Kretschmer über die Zukunft von VR und AR

22. Juli 2026

Virtual Reality ist längst mehr als Achterbahnfahren, Zombie-Jagd und Computerspiele. Im jüngsten BistroTalk aus dem Bistro sixtyfour in Maisach sprach ich als Gastgeber mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden über die Entwicklung virtueller Welten, neue Formen der Kommunikation und die Frage, wie smarte Brillen unseren Alltag verändern könnten. Kretschmer ist Gründer und Administrator der Facebook-Gruppe „VR Familie“, der mit mehr als 12.000 Mitgliedern nach eigenen Angaben die größte deutschsprachige Community in Facebook zu Virtual Reality, Augmented Reality und verwandten Technologien. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen.

Gegründet hat Kretschmer die Gruppe im Jahr 2019. Damals habe er vor allem nach deutschsprachigen Technikbegeisterten gesucht, die sich nicht nur für Spiele, sondern auch für die Entwicklung eigener virtueller Räume interessierten. In den vorhandenen Foren und sozialen Netzwerken seien zu dieser Zeit vor allem englischsprachige Angebote zu finden gewesen. Hier ist die Aufzeichnung des Streams.

„Die Grundidee war, Menschen zu finden, die sich technisch mit dem Thema auseinandersetzen und gemeinsam virtuelle Räume erstellen“, erklärte Kretschmer. Ursprünglich sei die Plattform eher als Treffpunkt für eine kleine Gruppe von Technikfans gedacht gewesen. Doch die Community sei innerhalb kurzer Zeit stark gewachsen. „Das Ganze ist dann einfach explodiert.“

Einen wichtigen Schub habe die Veröffentlichung der Oculus Quest gebracht. Die eigenständig funktionierende VR-Brille benötigte im Gegensatz zu früheren Geräten weder einen leistungsstarken Gaming-Computer noch eine aufwendige Verkabelung. Damit sei die Technik erstmals für einen größeren Kreis von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich geworden.

Viele Menschen verbinden Virtual Reality nach Kretschmers Erfahrung allerdings weiterhin vor allem mit rasanten Achterbahnfahrten oder erschreckenden Zombie-Spielen. Gerade die frühen Anwendungen hätten bei manchen Nutzerinnen und Nutzern Übelkeit oder Unwohlsein ausgelöst. „Beim Achterbahnfahren wird es den Leuten häufig schlecht, und bei den Zombies bekommen sie Angst“, sagte Kretschmer. Solche Erfahrungen wirkten bis heute nach und prägten das Bild der Technologie.

Dabei reicht das Spektrum längst weit über Spiele hinaus. Kretschmer erläuterte im Gespräch die Unterschiede zwischen Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality. Bei Virtual Reality tauchten Nutzer vollständig in eine digitale Umgebung ein. Die reale Außenwelt werde durch eine geschlossene Brille ausgeblendet. Augmented Reality ergänze dagegen die sichtbare Wirklichkeit um digitale Informationen, etwa bei „Pokémon Go“ oder durch ein Head-up-Display im Auto.

Mixed Reality gehe noch einen Schritt weiter. Digitale Objekte würden nicht lediglich eingeblendet, sondern räumlich in die reale Umgebung integriert. Ein virtueller Ball könne beispielsweise hinter einem echten Stuhl verschwinden, weil Sensoren den Raum und seine Gegenstände erkennen. „Bei Mixed Reality integriert sich das Digitale in die Realität“, fasste Kretschmer zusammen.

Diese Verbindung von realer und digitaler Welt werde nach seiner Einschätzung künftig besonders wichtig. Viele Menschen wollten nicht vollständig von ihrer Umgebung abgeschottet sein, seien aber dennoch an digitalen Ergänzungen interessiert. Virtuelle Modelle könnten beispielsweise vor dem Kauf in der eigenen Wohnung oder Garage platziert werden. Auch in Industrie und Medizin gebe es bereits zahlreiche Spezialanwendungen. Konstrukteure könnten gemeinsam an dreidimensionalen Fahrzeugmodellen arbeiten, während bei medizinischen Eingriffen zusätzliche Informationen in das Sichtfeld eingeblendet werden könnten.

Unter dem Oberbegriff Extended Reality, kurz XR, werden die verschiedenen Formen digital erweiterter Realität zusammengefasst. Hinzu kommt das sogenannte Spatial Computing. Unternehmen wie Apple verfolgen damit das Ziel, klassische Computerbildschirme durch digitale Arbeitsflächen im Raum zu ersetzen.

„Wir haben eine Technologie, die immer weiter ausreift, aber wir wissen teilweise noch gar nicht, was wir alles damit machen können“, sagte Kretschmer. Die Situation erinnere ihn an die Einführung des Smartphones. Auch damals sei zunächst nicht absehbar gewesen, welche Anwendungen sich daraus entwickeln würden.

Sein persönliches Interesse an digitalen Welten reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Besonders beeindruckt habe ihn damals die Erfahrung, dass zwei Spieler über vernetzte Computer denselben digitalen Raum aus jeweils eigener Perspektive erkunden konnten. Ihn habe dabei weniger der Wettkampf als vielmehr die gemeinsame Bewegung durch dreidimensionale Landschaften fasziniert.

„Da habe ich verstanden, wie cool es ist, gemeinsam solche Räume zu erkunden“, erinnerte sich Kretschmer. Schon die frühen Computerspiele hätten bei ihm ein Gefühl von Immersion erzeugt – also den Eindruck, sich tatsächlich innerhalb einer digitalen Umgebung zu befinden. Später begann er, eigene Räume und sogenannte Maps zu bauen.

Die Vorstellung virtueller Welten sei allerdings wesentlich älter als moderne Computerspiele. Im Gespräch verwies Kretschmer auf literarische Vorläufer wie Neal Stephensons Roman „Snow Crash“, in dem der Begriff Metaverse geprägt wurde, sowie auf „Ready Player One“. Noch früher habe Stanley G. Weinbaum in seiner Kurzgeschichte „Pygmalion’s Spectacles“ bereits in den 1930er-Jahren ein Gerät beschrieben, mit dem Menschen vollständig in eine künstliche Welt eintauchen können.

Viele dieser Geschichten zeichneten allerdings ein dystopisches Bild. Menschen flüchteten in virtuelle Welten, weil die reale Gesellschaft kaum noch Lebensqualität biete. „Die Vorstellung ist häufig, dass die Welt im Eimer ist und die Menschen in digitale Welten ausweichen“, sagte Kretschmer. Gleichzeitig zeigten diese Erzählungen, wie alt der menschliche Wunsch sei, Fantasiewelten nicht nur zu betrachten, sondern unmittelbar zu erleben.

Auch das Engagement von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im VR-Bereich hält Kretschmer grundsätzlich für nachvollziehbar. Facebook habe Menschen zunächst über Texte und Bilder miteinander verbunden. Virtuelle Räume seien die nächste Stufe sozialer Medien. „Als ich mich zum ersten Mal mit jemandem, der weit entfernt war, in einem virtuellen Raum getroffen habe, war mir klar, warum Facebook sich dafür interessiert“, sagte er.

Im Unterschied zu einer Videokonferenz entstehe in virtuellen Räumen ein stärkeres Gefühl gemeinsamer Anwesenheit. Körperhaltung, Blickrichtung und räumliche Nähe vermittelten soziale Signale, die auf einem flachen Bildschirm nur eingeschränkt wahrnehmbar seien. „Es macht einen Unterschied, ob sich zwei Menschen einander zuwenden oder ob sich einer wegdreht“, erklärte Kretschmer.

Die Mitglieder der VR Familie nutzen die Community unter anderem, um Spielpartner zu finden, sich zu virtuellen Treffen zu verabreden oder gemeinsam Sport zu treiben. Virtuelles Tischtennis und Minigolf seien ebenso möglich wie Vorträge oder Diskussionsveranstaltungen in digitalen Räumen.

Eine besonders intensive Phase erlebte die Community während der Corona-Pandemie. In den Lockdowns suchten viele Menschen nach neuen Wegen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. „Plötzlich mit 20 oder 30 Menschen in einem virtuellen Raum zu stehen, hat vielen das Gefühl genommen, allein zu sein“, berichtete Kretschmer. Die Technik habe dazu beigetragen, gesellschaftliches Beisammensein zu ermöglichen und für einige Zeit die Isolation zu vergessen.

Nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen seien viele Menschen wieder stärker in die reale Welt zurückgekehrt. Kretschmer bewertet das positiv. Gleichzeitig habe ein Teil der Nutzer virtuelle Treffen dauerhaft schätzen gelernt.

Neue Möglichkeiten eröffnen sich auch für Kunst und Kultur. Als Beispiel nannte ich virtuelle Konzerte von Jean-Michel Jarre. In digitalen Welten könnten Künstler visuelle Erlebnisse schaffen, die auf einer realen Bühne kaum umsetzbar wären. Zuschauer könnten sich im Weltraum wiederfinden, über der Erde schweben oder durch surrealistische Landschaften gehen.

„In virtuellen Räumen gibt es keine drei Meter hohe Decke und keine Begrenzung durch eine Halle“, sagte Kretschmer. Künstler könnten mit Dimensionen, Perspektiven und Größenverhältnissen arbeiten, die in der Wirklichkeit nicht existierten. „Du hast allen Platz der Welt.“

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Apple Vision Pro. Ich berichtete, dass er das Gerät regelmäßig zum Arbeiten und Zeitungslesen nutze. Kretschmer bezeichnete die Brille weniger als klassisches VR-Gerät, sondern als neue Form des Computers. „Was wir hier sehen, ist ein Blick in die Zukunft“, sagte er. Apple entwickle damit eine neue Benutzeroberfläche und eine räumliche Computerplattform.

Besonders bedeutsam sei die Bedienung mit Augen und Händen. Anders als viele andere Systeme benötige die Vision Pro keine zusätzlichen Controller. Fenster, Texte und Anwendungen würden im Raum platziert und durch Blickbewegungen sowie Gesten gesteuert.

„Das Gerät soll den Menschen ganz natürlich mit der digitalen Welt verbinden“, erklärte Kretschmer. Apple sammle derzeit Erfahrungen damit, wie Nutzer künftig räumliche Computersysteme bedienen könnten. Langfristig könnten solche Funktionen in wesentlich leichtere und unauffälligere Brillen einziehen.

Denn Gewicht, Größe und Tragekomfort seien weiterhin entscheidende Hindernisse. Eine heutige VR-Brille könne rund 500 Gramm wiegen und werde von vielen Menschen höchstens ein oder zwei Stunden getragen. Kretschmer ist dennoch überzeugt, dass die Technik kleiner und alltagstauglicher wird.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die smarte Ray-Ban-Brille von Meta, die Kretschmer im BistroTalk vorführte. Sie verfügt über eine Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und eine Verbindung zu Künstlicher Intelligenz. Nutzer können damit Fotos und Videos aufnehmen, Informationen abrufen oder Texte übersetzen lassen. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von einer herkömmlichen Brille.

„Die Hersteller wollen, dass die Technik nicht mehr als Technik wahrgenommen wird, sondern sich ganz selbstverständlich in den Alltag integriert“, sagte Kretschmer. Künftig könnten solche Brillen zu persönlichen Assistenten werden. Sie könnten sich beispielsweise merken, wo ein Gegenstand abgelegt wurde. Wer seinen Autoschlüssel suche, könnte von der Brille an den richtigen Ort erinnert werden.

Diese Möglichkeiten haben jedoch ihren Preis. Kretschmer warnte davor, nur die Vorteile zu betrachten. „Die Frage ist nicht nur: Was machst du mit der Technik? Die Frage ist auch: Was machen die Unternehmen mit deinen Daten?“

Besonders kritisch ist die eingebaute Kamera. Zwar leuchtet bei einer Aufnahme eine LED, doch könne diese bei hellem Sonnenlicht übersehen werden. Erste Berichte über heimliche Aufnahmen zeigten, dass Missbrauch möglich sei. Werden smarte Brillen zum Massenprodukt, könnten sich Menschen künftig häufiger fragen, ob sie gerade gefilmt werden.

„Es wird auf Dauer etwas in der Gesellschaft auslösen“, sagte Kretschmer. Möglich seien Unsicherheit und Misstrauen, vielleicht aber auch ein vorsichtigeres Verhalten im öffentlichen Raum. Entscheidend seien Transparenz, klare Regeln und das Vertrauen in die Anbieter. Unternehmen müssten offenlegen, welche Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden.

Auch Schulen, Prüfungen und berufliche Weiterbildungen würden sich durch intelligente Brillen verändern. Wenn Informationen jederzeit direkt im Sichtfeld verfügbar seien, müsse neu festgelegt werden, wo solche Geräte getragen werden dürfen und wie Leistungen überprüft werden können.

Kretschmer sieht zudem eine neue Rolle für Optiker. Smarte Brillen können bereits heute mit individuellen Korrekturgläsern ausgestattet werden. Werden Displays und weitere digitale Funktionen in Zukunft fester Bestandteil von Alltagsbrillen, könnten Optiker zu wichtigen Ansprechpartnern für Auswahl, Anpassung und Beratung werden.

Trotz mancher Rückschläge hält Kretschmer die Entwicklung von Virtual und Mixed Reality nicht für beendet. Unternehmen wie Meta, Apple, Google und Samsung investierten weiterhin in neue Betriebssysteme, Brillen und Bedienkonzepte. Das klassische Smartphone werde nicht sofort verschwinden, könne langfristig aber durch neue Geräte ergänzt oder teilweise ersetzt werden.

„Das Smartphone wird irgendwann langweilig sein oder ausgedient haben“, sagte Kretschmer. Welche Technologie sich schließlich durchsetzt, sei derzeit noch offen. Es gebe keinen einheitlichen Metaverse-Standard und auch keine allgemein akzeptierte Vorstellung davon, wie eine digitale Parallelwelt aussehen solle. Der Markt befinde sich noch in einer Phase intensiven Experimentierens.

In der VR Familie sind Nutzer verschiedener Systeme willkommen. Am stärksten verbreitet seien derzeit die Geräte von Meta. Daneben spielten unter anderem Pico, die Apple Vision Pro und verschiedene Smart Glasses eine Rolle. Die Community wolle sich jedoch nicht auf einen Hersteller beschränken.

Am Ende des BistroTalks blieb vor allem der Eindruck, dass Virtual Reality und Augmented Reality noch am Beginn ihrer Entwicklung stehen. Die Geräte werden leichter, ihre Anwendungen vielfältiger und die Grenzen zwischen realem und digitalem Raum zunehmend durchlässig. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen für Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und gesellschaftlichen Umgang.

Oder, wie Pierre Kretschmer es formulierte: „Die Geräte sind am Markt, sie sind da. Jetzt müssen wir schauen, wie wir damit umgehen.“
Der nächste BistroTalk findet am 1. August von 16-17 Uhr rein online statt. Ich spreche mit Ruby und Uwe Flügel zum 3. Geburtstag des Bistros SixtyFour.

Flashback: Das Tamagotchi kommt wieder

9. Juni 2023

Wenn Sie ein Kind der 90er Jahre sind, dann kennen Sie sicher noch das Tamagotchi. Bandai brachte 1997 das virtuelle Haustier auf den Markt und viele Kinder mussten mindestens einmal am Tag ihr Tamagotchi füttern oder streicheln. Ich weiß, Sie haben das nicht gemacht, aber 91 Millionen Kinder weltweit. Irgendwann ist dann das Tamagotchi verhungert, weil sich der Tierpfleger nicht mehr darum gekümmert hat.

Tamagotchi Uni (Pink & Purple) (CNW Group/Bandai Namco Toys & Collectibles America Inc.)

Aber nun kommt das Tamagotchi von Bandai wieder und zwar speziell mit einem eigenen Metaverse, Tamaverse genannt. Das Tamaverse soll ab Mitte Juli Fans der digitalen Haustiere auf der ganzen Welt verbinden. Für Deutschland sage ich mal einen Flop voraus, aber in asiatischen Ländern wird das Tamagotchi Uni sicherlich ein Erfolg werden. Im Tamaverse können sich Tamagotchi-Fans treffen und in der Tama-Arena sowie auf Tama-Partys miteinander spielen. Darüber hinaus gibt es Tama-Mode- und Tama-Reisefunktionen. Auch das Tamagotchi selbst erhält eine Reihe neuer Funktionen, die den Fans ihre eigene Erfahrung ermöglichen, einschließlich DIY-Aktivitäten, Erkundungen mit ihrem Charakter und einer sozialen Plattform im Gerät.

Tamagotchi Uni personalisiert das virtuelle Haustiererlebnis mit endlosen Charakteroptionen, so dass Tamagotchi-Charaktere jetzt unterschiedliche Looks, Persönlichkeiten und Hobbys haben können. Das Tamagotchi 2.0 ist eben ein Produkt der digitalen Welt und hat die Möglichkeit, sich mit Wi-Fi zu verbinden, um Charaktere auf Weise anzupassen und Zugang zu herunterladbaren Inhalten und Updates zu haben. Und anders wie das Tamagotchi aus den 90ern hängt das neue Tamagotchi Uni nicht mehr locker am Schulranzen, sondern wird als Armband getragen.

Global Brand Ambassadors Charli D’Amelio and Kemio (CNW Group/Bandai Namco Toys & Collectibles America Inc.)

Markenbotschafterin für das neue Spielzeug ist die Tiktokerin Charli D’Amelio und zeigt, wie wichtig soziale Kanäle zur Vermarktung des Spielzeugs sind. Charli D’Amelio ist eine US-amerikanische Influencerin. Sie erlangte durch das soziale Netzwerk TikTok internationale Bekanntheit, wo ihr über 140 Millionen Abonnenten folgen. D’Amelio besaß zeitweise den meistabonnierten TikTok-Account der Welt und bekam damit einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Revolution statt Evolution: Apple kommt mit Vision Pro

6. Juni 2023

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Vision Pro lautet die Weiterentwicklung des Computers. Vorgestellt durch Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Es ist nicht nur eine AR/VR-Brille, sondern es ist die konsequente Weiterentwicklung eines neuen, eigenen Ökosystems mit Rechner inside.

Die technischen Daten von Prozessor, Linsen, Kameras lassen sich von der Apple-Website abrufen. Mir geht es hier mehr um die Vision hinter der Vision Pro. Ich kenne nur die Präsentation von der WWDC und ein paar Stimmen von Kollegen, die vor Ort in Cupertino waren. Ich habe das Headset noch nicht live gesehen, es soll ja 2024 in den US-Verkauf gehen. Preis 3500 US-Dollar – das ist ne Stange Geld, aber kein Vergleich was mich Macs in früherer Zeit gekostet haben.

Im Web lese ich von Taucher- oder Skibrille und was das für ein seltsames Design wäre. Erinnern wir uns an die Häme als die AirPods vorgestellt wurden und die Kritiker lachten, die würden niemals durch Wattestäbchen Musik hören? Und heute?
Vision Pro ist mehr als nur eine Brille. Es ist laut Tim Cook eine „neue Art von Computer, der die Realität erweitert, indem er das Reale und das Digitale naht­los miteinander vermischt.“ Große Worte, aber so muss es wohl sein. Wenn das wirklich klappt, dann ist es eine wirkliche Neuerung: Revolution statt Evolution – und ich bin mir sicher, Apple zeigt als Technologieführer wo der Hammer hängt. Apple erfindet sich wieder neu.

Und diese Aussage von Tim Cook zeigt, wie sehr er mit Steve Jobs verbunden war und ihn verstanden hat. Steve Jobs meinte einst: „Einige Leute wissen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Dieses Zitat wird oft als Ausdruck von Jobs‘ Ansatz zur Produktentwicklung bei Apple verwendet, bei dem das Unternehmen bestrebt war, revolutionäre Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, noch bevor sie sich selbst dieser Bedürfnisse bewusst waren. Jobs glaubte daran, dass es nicht ausreicht, Kunden nur nach ihren Wünschen zu fragen, sondern dass wahre Innovation darin besteht, Produkte zu schaffen, von denen die Menschen nicht einmal wussten, dass sie sie brauchen würden. Und natürlich lese im im Netz, die ewigen Nörgler. Aber genau so ein Produkt wird Vision Pro werden, da bin ich mir sicher. Ein Produkt von dem ich noch gar nicht weiß, wie sehr ich es brauchen werde.

Vision Pro wird Folgen haben. Wenn ich höre, dass Disney einer der ersten Content-Partner ist, wird die Luft für Kinos und Beamerhersteller dünner. Auf Disney werden Netflix und Co folgen. Wenn Vision Pro Medieninhalte in hoher Auflösung und Größe vor meinen Augen abspielt, dass wird sich die Unterhaltungsindustrie verändern. Schon jetzt bin ich begeistert, vom Gaming im 360 Grad Raum durch meine Sony VR2 – wie aufregend kann das erst durch Vision Pro werden? Ach ja, die 3D-Wiedergabe brauche ich als Sehbehinderter persönlich nicht, hoffe aber, dass Brillenträger mit der Vision Pro gut zurecht kommen. Tim Cook und der Leiter der Apple-Design-Abteilung Richard Howarth sind ja auch Brillenträger. In kleinen Räumen oder Bienenwaben-Appartements wird auf einmal alles viel, viel größer. Die Brille öffnet größere Räume, vielleicht auch größere Räume der Fantasie?

Ich bin als digitaler Nomade gewohnt, irgendwo zu arbeiten, wo es einen Netzempfang gibt. Da wird das System auch in meiner mobilen Arbeitsumgebung interessant. Vision Pro ist schließlich ein leistungsfähiger Computer und nicht nur eine VR/AR-Brille. Apple liefert durch einen eigenen App-Store die entsprechenden Apps fürs autonome Arbeiten (an denen Apple freilich gut verdienen wird). Und ich kann, so zumindest in der Präsentation meine bestehende Hardware wie MacBook Pro ins Headsystem einbinden. In der Präsentation wurde Apple eigene Software-Programme wie Keynote oder Mail gezeigt, aber auch Microsoft Word und andere Office-Teile.

Reizvoll finde ich die Konferenzen mit eigenem Avatar, die nicht so Nintendomäßig aussehen wie die Meta-Variante on Horizont World. Netter Sidekick: Das Wort Metaverse fiel bei Apple nicht ein einziges Mal, aber ich bin sicher, Mark Zuckerberg hat die Präsentation genau verfolgt und bohrt die Quest x sicher schon auf. Etwas nervös werde ich allerdings, dass Cook auch das Wort AI/KI nicht einmal gesagt hat. Der Einsatz von Präsentationssoftware wie Webex, Teams oder Zoom wurden angekündigt und das wird Arbeiten in virtuellen Räumen verändern.

Die Keynote der WWDC muss sich erst einmal setzen lassen. Neben neuen Macs, neuen OS für iPhone, iPad, Mac und Watch nun noch Vision Pro. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit der veränderten Welt beschäftigen. Ich fang an zu sparen und freue mich als Fan-Boy auf weitere Innovationen. Alles wird gut.

Tasten in VR und AR

8. März 2023

Kennen Sie noch das Muppet-Labor von Professor Bunsenbrenner, dort wo die Zukunft schon heute gemacht wird. Daran erinnert mich eine Meldung der Universität des Saarlandes über Tastsinn im virtuellen Welten. Das Vorhaben von Jürgen Steimle, Informatik-Professor der Universität des Saarlandes, klingt fantastisch.

Der Wissenschaftler will einen Tastsinn in VR mit hauchdünnen elektronischer Folien erreichen, die wie Abzieh-Tattoos auf den Körper aufgetragen werden können. Um die Technologie, die er mit seiner Forschungsgruppe im Rahmen des EU-geförderten Projektes „InteractiveSkin“ entwickelt hat, näher zur Marktreife zu bringen, wird Steimle nun erneut durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem so genannten „Proof-of-Concept-Grant“ unterstützt.

Virtual- und Augmented-Reality (VR und AR) bewegen sich immer mehr hinaus aus dem Nischen-Markt hin zum Massenprodukt. Die meisten Anwendungen der erweiterten Realität haben eines gemeinsam: Sie sprechen nur oder hauptsächlich den Sehsinn an. „Der Tastsinn bleibt in der Regel außen vor, obwohl er ein ganz entscheidender Faktor dabei ist, wie wir unsere Welt wahrnehmen“, erklärt der Informatik-Professor Jürgen Steimle, der die Forschungsgruppe zu Mensch-Computer-Interaktion an der Universität des Saarlandes am Saarland Informatics Campus leitet. Den Tastsinn zentral in virtuelle Welten zu integrieren, würde erheblich dazu beitragen, dass Nutzer diese immersiv erleben, so der Professor.

Bedingt geht das nämlich schon heute: Eine verbreitete Möglichkeit sind in den Händen gehaltene Controller, die durch bewegliche Teile wie Motoren haptische Eindrücke erzeugen, oder auch Handschuhe, in die ebenfalls vibrierende und anderweitig bewegliche Elemente eingebaut sind. Hier bessere Ansätze zu entwickeln, hat sich Professor Jürgen Steimle zur Aufgabe gemacht.

Herausgekommen ist dabei das Projekt „Tacttoo“: Der Name ist ein Kofferwort aus „taktil“, also den Tastsinn betreffend, und „Tattoo“ und beschreibt somit prägnant, was in dem Projekt entwickelt wurde: Eine hauchdünne, nur 35 Mikrometer (tausendstel Millimeter) dicke elektronische Folie, die wie ein Abzieh-Tattoo auf die Haut aufgetragen werden kann und dort nur durch elektrische Reize, ganz ohne bewegliche Teile, den Tastsinn stimulieren kann. Weil die Folie so dünn ist, können Gegenstände noch wie zuvor wahrgenommen und ertastet werden. Das eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten: Wie auch mit anderen Methoden können durch Tacttoo völlig neue haptische Erfahrungen für rein digitale Objekte erzeugt werden (wenngleich auch wesentlich realistischer dank höherer Auflösung), zusätzlich können aber auch reale Objekte um andere Sinneseindrücke erweitert werden. Ich finde die Idee grandios.

So könnte die Technik nach Angaben der Uni beispielweise beim Produktdesign zum Einsatz kommen: Mithilfe von Augmented Reality und eines physischen Prototyps könnte die Haptik verschiedener Materialien ausprobiert werden, bevor es in die Produktion geht. Oder im Falle eines elektrischen Gerätes könnten verschiedene Positionierungen von Knöpfen und anderen physischen Bedienelementen erprobt werden, indem man diese als künstliche haptische Sinneseindrücke simuliert. Auch in der Ausbildung, beispielsweise von Chirurgen, wäre die Technik denkbar. Denn bereits heute werden hier Virtual-Reality-Umgebungen eingesetzt. Diese könnten mithilfe von Steimles Methode um realistisches haptisches Feedback erweitert werden, ohne die nötige Feinmotorik der auszubildenden Mediziner einzuschränken.

Buchtipp: Chefsache Metaverse – ein Praxisbuch für Unternehmen von Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler

23. Januar 2023

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit – so lässt sich das gemeinsame Buch der beiden Professoren Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler beschreiben: Chefsache Metaverse – ein Praxisbuch für Unternehmen. Das Buch aus dem Campus Verlag will eine Hilfestellung für Einsteiger aus der Wirtschaft geben. Zielgruppe sind also weniger Techies, als vielmehr Geschäftsleute auf der Suche nach dem 21. Jahrhundert. Daher bleibt es im Buch nicht nur bei virtuellen Welten von AR und VR, sondern NFT und Blockchain werden in diesem Rundumschlag unter dem Schlagwort Web3 angesprochen.

Köhler kommt vom IT-Journalismus – Metaverse ist sein 16. Buch – und Finkeissen aus der Startup-Szene im Medizinbereich sowie Kunst. Sie beleuchten bei ihrer Buchvorstellung im Münchner PresseClub das Thema Metaverse aus unterschiedlichen Business-Bereichen: Es gibt noch zu wenig anschauliche Beispiele aus der Praxis über die es sich zu berichten lohnt. Daher ist das Buch vielmehr eine Inspiration in dem Bereich endlich loszulegen, sonst verschlafen deutsche Unternehmen diese das Web3 ebenso wie sie Web 2.0 verschlafen haben. Die Einsatzbereiche vom Metaversum seien enorm, man müsse nur mal genau hinsehen und sein Geschäft hinterfragen. Am World Economic Forum in Davos referierte Meta-Produktchef Chris Cox zu den Erwartungen des Konzerns. Auch wenn der Hype bislang auf sich warten lässt – zu einer von der EU-Kommission organisierten Metaverse-Party tauchten gerade einmal fünf Gäste auf. Das Metaverse werde aber als Plattform eines Tages „so wichtig wie Smartphones“ sein.

Die gesamte Branche sei in Bewegung. Meta positioniert sich, gleichzeitig schließt Microsoft die Plattform AltspaceVR, Sony kommt Ende Februar mit seiner VR-Gamingplattform und alle Welt wartet darauf, was Apple als one more thing in Sachen VR-Brille vorstellen wird.

Aber dass etwas passiert, hiervon sind Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler überzeugt. In ihrer sympathischen Buchvorstellung ohne technischen Ballast im Münchner PresseClub erklärten sie: „Wir stehen an einer technologischen Schwelle.“ Es gibt einen guten Grund über das Metaverse zu sprechen, denn es passiere eine ganze Menge. „Was kommt nach der Zoom-Konferenz oder was bedeutet es für den Endverbraucher oder Unternehmer, die intern das Metaverse einsetzen?“ fragt Thomas R. Köhler. Das Autorenduo nennt Beispiele aus den Mode- oder Lifestyle-Bereichen wie Handtaschen und Sneakers. Dort schärfen Unternehmen ihre Marken für eine neue digitale Generation, um diese auch im virtuellen Raum an sich zu binden. In der Industrie sind so genannte digitale Zwillinge keine Neuheit mehr. Bevor an einer Fertigungssstrecke in der Realität Veränderungen vorgenommen werden, lassen sich an einer virtuellen Fertigungsanlage mögliche Folgen abschätzen und entsprechende unternehmerische Entscheidungen treffen. Solche Modelle gibt es schon seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, aber heute sind diese Umgebungen in Echtzeit betretbar.

Jetzt ist das Metaverse nicht nur etwas für eine nachwachsende junge, digitale Generation, wie Julia Finkeissen betont. Die Mutter betont: „Die nächste Generation ist schon da. Aber Ethik muss auch in diesen Welten stattfinden. Dafür braucht es uns Erwachsene, um den richtigen Rahmen für junge Menschen zu bereiten.“ Finkeissen, die sich auch stark mit digitaler Kunst und Kunsthandel beschäftigt, sieht im Metaverse eine große Chance für Galerien und Künstler selbst, um Ausstellungen zu kuratieren.

Das Metaversum kann auch im Gesundheitsbereich Fuß fassen. Es herrsche ein Ärztemangel und gleichzeitig sei der Beratungsbedarf bei der Pandemiegeneration mit psychischen Problemen enorm. Hier könne eine Beratung wie mentales Coaching in der virtuellen Welt einsetzen, um die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen. „Es gibt unheimlich tolle Erfolgserlebnisse,“ so Julia Finkeissen, aber es gebe auch viel Skepsis. Daher ihr Aufruf: „Wir müssen uns da alle einbringen und mitgestalten.“

Bei der Buchvorstellung hatten die zahlreich anwesenden Journalisten im PresseClub die Möglichkeit die Quest 2 Brille von Meta auszuprobieren. Dabei war es für manche der erste Schritt in die virtuelle Welt.

Diskussion um Meta
Bei der Präsentation anwesend war auch Tino Krause, Regional Director Central Europe bei Meta. Aus Sicht des Unternehmens nahm er zum Metaverse Stellung. Die Reise dauere locker 15 Jahre. Alle 15 Jahre gebe es eine neue Computingplattform. Auch er sieht große Potenziale in den Bereichen Gesundheit und Bildung. „Wir behalten Bilder besser als Text und bewegte Bilder bleiben besser in Erinnerung als Fotos.“ Auch im handwerklichen Bereich „glauben wir an ein großes Potenzial“. Krause mahnte: Welche Rolle könne Europa spielen? Beim Web 2.0 habe Europa und Deutschland geschlafen. „Beim Web 3.0 haben wir neue Möglichkeiten. Diese Chancen dürfen wir nicht wieder vorbeiziehen lassen.“

Douglas Trumbull – ein Zauberer ist abgetreten

9. Februar 2022

Ein Zauberer, einer der großen Meister seines Fachs, ist von uns gegangen. Douglas Trumbull verstarb an Krebs, einem Hirntumor und einen Schlaganfall im Alter von 79. Jahren. Seine Tochter gab den Tod des Vaters via Facebook bekannt.

Sicherlich ist sein Name nur Insidern bekannt, sein Werk dagegen haben viele Menschen bewundert. Douglas Trumbull schuf die Tricks von vielen stilprägenden Filmen, allen voran 2001: Odyssee im Weltraum, Blade Runner, Andromeda (1971), Unheimliche Bewegung der Dritten Art oder Star Trek – der Film.

Douglas war ein Genie in seinem Metier und revolutionierte die Tricktechnik mit seinen Modellen, lange bevor es CGI gab. In Andromeda führte er das erste Mal CGI im Film ein. Wir die Zuschauer, aber auch die Filmschaffenden in aller Welt haben ihn so viel verdanken. Sein letzter Geniestreich war wohl der Trailer zu Amazons Herr der Ringe-Serie. Sonst arbeitete er für IMAX und entwickelte das Showscan-Verfahren mit 60 fps.

Aber Trumbull führte auch Regie, einmal bei Öko-SF Lautlost im Weltraum (1972) und vor mich sein wegweisendes Werk Projekt Brainstorm. Beide Filme floppten, aber sie fanden dennoch den Weg in mein Herz. Brainstorm war für mich eine Vorausschau auf VR und das Metaverse.

Trumbull habe ich nur einmal live gesehen. Ich glaube es war 2021 in Stuttgart auf der fmx. Leider kam ich nicht nah genug an ihm ran, keine Fotos und vor allem kein Interview. Ich war den Veranstaltern wohl nicht so wichtig, so dass ich nur ein Zuschauer und vielen war.
Das erste Mal las ich den Namen Douglas Trumbull als ich ein junger Kinofan war und mir den Sonderband Die Tricks der Kinozeitschrift cinema kaufte. Dort wurde ein wenig über den Zauber von 2001 berichtet und wer die großartigen Tricks schuf. Seitdem war ich ein Fan von ihm.

Activision Blizzard-Deal öffnet Microsoft den Zugang zum Metaverse

19. Januar 2022

Für rund 70 Milliarden US-Dollar wird Microsoft den Spiele-Entwickler Activision Blizzard kaufen. Da sieht man, wo der Hammer hängt und die Musik spielt. Von wegen Gaming ist was für Nerds. Schon lange ist der Spielemarkt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen. Aber bei solchen Kaufpreisen lässt sich leicht erkennen, wohin der Hase läuft. Und das ist auch eine millionenschwere Kulturindustrie, die hier entstanden ist.

Wir erinnern uns: Star Wars-Erfinder George Lucas verkaufte sein Filmimperium Lucasfilm an Disney für 4 Milliarden US-Dollar und alle sagten damals „oho ist das viel Kohle“. Bei dem Microsoft/Activision Blizzard-Deal bleibt mir die Spucke weg und ich sagte erst einmal gar nichts bei der Summe: 70 Milliarden US-Dollar.

Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.
Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.

Damit rückt Microsoft zu einen der ganz großen Entwicklungsstudios in die Liga von Tencent oder Sony auf. Die XBox One lag die meiste Zeit eher achtlos herum, ich wahr bisher ein Sony-Konsolen-Player. Das lag auch daran, dass meine PS4 ein funktionierendes VR-Headset hat. Meine Activision Blizzard-Spiele wie Call of Duty zockte ich auf der Sony-Konsole. Meine Kinder sind PC-Spieler, ich rühre Windows als Mac-User nicht an und spiele eben auf der Konsole.

Ich schau mal in die Glaskugel und sehe den Kauf auch als Positionierung in Richtung Metaverse. Mit der Hololense verfügt MS schon enorm erfolgreiche Grundlagenforschung in AR und VR. Der Kauf von Mindcraft war damals der Anfang in diesem Genre. Wenn nun bestehende oder künftige Generationen der XBox noch in Richtung Metaverse geöffnet werden, wird der Deal ein richtiger Wegweiser in Richtung Zukunft und ein Angriff auf Metaverse/Facebook mit Quest.

Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.
Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.

Einsatz von 360 Grad Fotos und Videos

17. Januar 2022

Wie oft nutze ich Google Maps oder Apple Karten? Viel, sehr viel. Ich weiß natürlich, dass die Anbieter mit meinen Daten gutes Geld verdienen, aber gerade Maps ist für mich ein wirklich wichtiger Dienst – und ich will etwas zurückgeben.

Falls ich mal wieder auf Reisen gehen sollte, dann schaue ich mir mein Reiseziel in Google Maps und noch besser in Google StreetView vorher an. Ich erkundige virtuell die Gegend, mache mir Gedanken und bereite mich auf mein Ziel vor. Und ich habe mir für das Jahr 2022 vorgenommen, dass ich der Community etwas zurückgeben möchte. Ich beteilige mich stärker mit Fotos und Rezensionen von meinen Reisezielen. Und wenn es sich anbietet, dann will ich auch wieder verstärkt 360 Grad Fotos und Videos produzieren. Gerade in den vergangenen Wochen habe ich schon etwas Material in StreetView, Maps und Youtube eingestellt. Manches habe ich auch über soziale Netzwerke geteilt. Einiges wird fleißig abgerufen.

Den Start machte eine Nachaufnahme in Fürstenfeldbruck als gegen 4 Uhr morgens noch keiner auf den Beinen war. Damit gibt es keine Probleme mit Persönlichkeitsrechten. Ich stellte meine 360 Grad Kamera VIRB 360 von Garmin aufs Autodach und schoss ein 360 Grad Foto von der Hauptstraße in Fürstenfeldbruck vor der Bäckerei Martin Reicherzer. Das Bild gibt es hier anzusehen.

Und so folgten ein paar weitere 360 Grad Foto bei meinen Spaziergängen oder Touren oder beim Golfspielen. In Fürstenfeldbruck schaute ich mir die Leonhardikirche an.
In Augsburg besichtigte ich die eindrucksvolle Kirche St. Ulrich und Afra. In St. Ulrich drehte ich auch ein 360 Grad Video in 4K-Auflösung, ein kleiner Rundgang durch das leere Gotteshaus. Die Sache war schnell gedreht, die gewaltige 4K-Videodatei zu YouTube hochzuladen war eine Geduldsprobe.

Da ich ja von dem Metaverse-Gedanken fasziniert bin, schaue ich mir zu Hause auch die 360 Grad Aufnahmen auf der Sony VR der Playstation 4 an. Für die Playstation 5 hat Sony ja eben erst auf der CES in Las Vegas ein VR-System vorgestellt. Ich werde es mir kaufen, wenn es mir irgendwann gelingt eine PS5 zu einem normalen Preis zu erwerben. Im Moment kotze (Verzeihung) ich über die Lieferpolitik von Sony und hab mich ja schon mal in einem Blogbeitrag darüber aufgeregt.

Zurück zu 360 Grad. Ich finde die Technik faszinierend und werde dieses Jahr damit experimentieren. Mal sehen, was meine Kunden davon halten. Für meine Präsenzseminare habe ich mir für Konferenzen eine 360 Grad Konferenz-Kamera KanDao Meeting Pro 360 gekauft und werde sie in näher Zeit einsetzen. Es sind spannende Zeiten, also nutzen wir sie.

Mein persönlicher Jahresrückblick 2021

1. Januar 2022

Der Jahreswechsel ist vollzogen und damit steht ein sentimentaler Blick zurück auf das Jahr 2021 an. Die beste Nachricht: Meine Familie und ich sind alle gesund. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Durch sorgsamen Umgang, Abstand und Kontaktreduzierung konnten wir eine Ansteckung vermeiden.

Rückblickend kann ich von keinen großen Reisen erzählen (ich musste einmal beruflich nach Salzburg), von keinen großen Abendteuern, keinen großen Treffen oder Interviews. Ich war einfach das ganze Jahr meist zu Hause und nur ganz selten unterwegs. Mein Büro im Dach wurde technisch weiter optimiert und wir haben als Highlight einen schnelleren Internet-Anschluss. Zusammen mit meiner Frau haben wir Golf gespielt – 2022 will ich das Ding mit dem Handicap angehen. Unser Club ist nur 10 Minuten von zu Hause entfernt und so waren im Jahr 2021 wieder spontane 9-Loch-Partien möglich. Und ich habe Qigong und Yoga im örtlichen Verein gemacht und es tut mir gut. Qigong musste ich vereinsmäßig aber wieder beenden, weil sich die Trainerin nicht impfen lassen wollte. Und ich bin vermehrt Fahrrad gefahren.

Da ich die meiste Zeit zu Hause war, war ich auch erster Ansprechpartner für unsere beiden Kater Parsifal und Atari. Die Herrschaften sind seit September 2020 bei uns und in dem einen Jahr ziemlich groß und neugierig geworden – jeder auf seine Art. Nachts wird oft mit dem scheuen Atari gekuschelt, tagsüber mit dem Draufgänger Parsifal. Ich habe sie beide sehr sehr lieb. Mein verbliebener Wellensittich Dr. Watson ist zu meiner Mutter gezogen.

2021 aus beruflicher Sicht
Fest steht: Für 2022 muss sich etwas ändern. Ich werde mich mein Leistungsspektrum optimieren, nachdem Corona auch 2021 mir das Geschäft ziemlich versaut hat. Als Soloselbstständiger war das Jahr kein Zuckerlecken. Die meisten Vorträge und Seminare vor Menschen sind aufgrund Corona geplatzt. Online-Veranstaltungen habe ich massiv hochgefahren, aber können den Verlust von Präsenzveranstaltungen nicht kompensieren.

Hier war ich mal für den BLSV unterwegs.

Aber ich will nicht klagen. Das Glas ist bei mir immer halb voll statt halb leer. Ein Kunde war aufgrund von Corona sehr beratungsintensiv und ich hatte für ihn enorme PR-Erfolge zu verzeichnen. Agenturen wären bei diesen Aktionen reich geworden, ich bin es nicht. Aber neue Kunden sind zudem hinzu gekommen, auf denen sich aufbauen lässt. Es gibt neue Ideen für 2022.

Online-Engagement 2021
Am 16. Mai 2021 startete ich meinen redaktion42-Newsletter. Ich wollte das Kommunikationsmittel zunächst alle zwei Wochen einsetzen, entschied mich aufgrund der enormen Resonanz auf eine wöchentliche Erscheinungsweise. Ziel war es zunächst, die Seminare mit mir zu bewerben, um meine Marke zu schärfen. Jeden Sonntag geht der Newsletter an meine Abonnenten heraus, die Woche für Woche ansteigen. Der Inhalt sind heute Seminarhinweise, Neuigkeiten aus dem Bereich Social Media und Internet, Software-Vorschläge, Hinweise aus meinem Blog redaktion42.com, Buchtipps und mein Kollege Thomas Gerlach steuert ein Rezept aus seinem Kochblog bei. Die ganze Sache macht Arbeit, aber wenn ich mir die Analysetools ansehe, dann stell ich fest: Der Newsletter wird angenommen. Das Feedback meiner Abonnenten ist gut, es entstehen Dialoge. Ich werde in den nächsten Wochen den Newsletter weiter optimieren und neue Inhalte generieren. Ich spiele mit dem Gedanken, Beiträge über Metaverse einzubauen. Und ich will versuchen, den Newsletter mit Anzeigen zu kommerzialisieren, denn die ganze Sache nimmt gehörig Zeit in Anspruch. Wenn jemand Lust auf ein Sponsoring hat, der darf sich vertrauensvoll an mich wenden.

Streaming-Experiment 2021
Ein zweites Experiment habe ich zusammen mit meinen Kollegen Thomas Gerlach gestartet. Einen Live-YouTube-Stream der Lange und der Gerlach. Er ist für mich aus einem Corona-Experiment hervorgegangen: Um fit zu bleiben, gehe ich eine Stunde spazieren und habe da einen Live-Stream Morgengedanken gestartet. Das stellte sich als ziemliche technische Herausforderung heraus. Gestreamt wurde mit dem Smartphone, das in einen Gimbal hängt, um die Erschütterungen beim Gehen auszugleichen. Der Ton machte die meisten Probleme, denn es weht ziemlich auf meiner Spazierstrecke. Am Ende bin ich bei einer Funkstrecke von Roede gelandet.

Der Stream vor Silvester von Der Lange und der Gerlach

Der Stream Der Lange und der Gerlach spielt in einer anderen Liga. Wir streamen via Zoom live in YouTube auf meinem Kanal redaktion42. Inzwischen sind wir bei einem wöchentlichen Format angekommen und sprechen unterhaltsam über Neuerungen aus dem Netz, aber auch allgemeine Themen, die unsere Community interessant findet. Unsere Premiere war eine Übertragung aus Rom mit dem Smartphone, ganz ohne Ü-Wagen Ich habe eine eigene Playlist auf meinem Kanal angelegt, wer die früheren Folgen sich ansehen will. Mal sehen, wie sich dieses Format entwickelt, wie wir es ausbauen. Auf jeden Fall konnte ich enorme Erfahrungen sammeln.

Neues Betätigungsfeld Podcast
Nachdem es von Kunden immer wieder nachgefragt wird, stieg ich 2021 auch in das Podcasten ein. Radio, nur anders heißt die Devise. Dank meiner journalistischen Ausbildung und langjährigen Praxis ist es kein Problem die richtigen Fragen zu stellen, damit das Ganze nicht geschwätzig, sondern unterhaltsam und lehrreich wird. Ich habe mir dazu ein Tascam Mixcast 4 angeschafft und bin bisher mit der Hardware hoch zufrieden. Nun gilt es für 2022 weitere Kunden zu finden und den Workflow optimieren. Zudem möchte ich einen privaten Podcast starten mit vielen meiner Bekannten aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens. Ich kann Telefonanrufe mit dem Gerät einbinden und Gespräche aufzeichnen. Vielen Leuten fällt es leichter am Telefon über ihre Geschichte zu sprechen als vor einer Videokamera mit Scheinwerfern und Mikrofonen. Spannende Zeiten, was ich aus dem Büro alles so produzieren kann.

Die nächste Stufe der Seminare werden hybride Veranstaltungen sein. Also kleine Gesprächsrunden und Seminare mit Teilnehmern vor Ort und Teilnehmern im Netz. Ein paar Ideen dazu gibt es schon, jetzt geht es an die Feinarbeit.

Und ich habe gemerkt, wie sehr mir das Fotografieren fehlt. Ich bin Co-Admin einer Facebook-Fotogruppe und bekomme dadurch sehr viele optische Inspirationen. In meinem Newsletter habe ich ein Foto der Woche von mir. Das geht alles in die richtige Richtung. In der Familie teilt keiner diese Fotoleidenschaft und so wird es wohl eine einsame Beschäftigung bleiben.

Und ich will 2022 wieder die 360 Grad Fotografie für Google StreetView verstärkt aufnehmen und der Community etwas zurückgeben, die ich ja auch nutze. Ich habe mehrere Kameras herumliegen und werde mir überlegen, was ich mit ihnen anstelle.

360 Grad Kamera am eBike.

Retro-Hobbys pflegen
Als leidenschaftlicher Sammler pflegte ich einige Hobbys und will drei von ihnen 2022 weiterführen: Retrogames, Laserdiscs und Super 8.

Als Kind liebte ich Videospiele und mein erste wirkliche Konsole war das Atari 2600. Noch heute zocke ich die alten Cartridges mit Spielen wie Space Invaders, PacMan und Missle Command – allesamt Klassiker. Ein bisschen habe ich mich versteift Versoftungen von Filmen zu sammeln: King Kong, Krull, Star Wars, Superman – die jüngste Anschaffung war ein komplettes Star Trek-Spiel.


Und ich werde meine Laserdisc-Sammlung weiter ausbauen. Laserdisc war ein Groschengrab nach VHS und vor DVD, also große silberne Scheiben mit Filmen und Konzerten. Ich halte Ausschau nach ein paar Criterion-Ausgaben. Im Moment besitze ich drei Player von Pioneer und Sony, damit ich auch mögliche fehlerbehaftet Discs vielleicht doch abspielen kann.

Meine Kinoleidenschaft begann als Jugendlicher in den Siebzigern. Ich besuchte jeden Samstag die Jugendvorstellung des örtlichen Kinos und schaute mir Bud Spencer/Terence Hill, aber vor allem Godzilla-Filme an. Und ich träumte davon Kinofilme zu Hause anzuschauen und zwar unabhängig der TV-Programme, die wir damals empfingen: ARD, ZDF, BR, ORF 1, ORF 2. Fernsehen begann damals am Nachmittag und nachts war mit der Nationalhymne Schluss. Wie toll wär es, wenn man unabhängig vom Kino und Fernsehen sich einen Film anschauen könnte. Das war der Einstieg in Super 8. Zum ersten Mal konnte man Filme für zu Hause kaufen und anschauen. Die Sachen waren sehr teuer, die Filme zusammengeschnitten, aber die Tatsache war eine Revolution: Filme in den eigenen vier Wänden – ähnliches empfand ich bei Videospielen.

Im Zeitalter von Plattformen wird man darüber lachen, aber mich hatte das Fieber infiziert. 2021 holte ich die alten Projektoren hervor und nerve seitdem meine Familie mit Super 8-Filmabenden, wobei keiner hier meine Leidenschaft des knatternden Projektors teilen kann. K2 fragte, warum wir nicht den gleichen Film in 4K-Auflösung auf dem Beamer in Großprojektion schauen? Nun natürlich hat das Kind Recht.

Atari bewacht die komplett Super 8-Fassung von Caligari.

Als persönliches Highlight habe ich mir dieses Jahr die Super 8-Fassung eines der größten Klassiker des deutschen Expressionismus angeschafft: Das Kabinett des Dr. Caligari – was kann es schöneres geben?

Wenn Sie es bis hierin geschafft haben – in diesem Sinne: Ich wünsche ein gesundes Jahr 2022 und wer grüne Kekse findet, sollte vorsichtig sein (Soylent Green).

Facebook goes VR: Dazu mein Buchtipp Jaron Lanier Anbruch einer neuen Zeit

21. Oktober 2021

Facebook plant seinen Namen zu ändern und in den Online-Gazetten waren Metaverse und Meta als mögliche neue Firmenbezeichnungen zu lesen. Entschieden ist noch nichts, warten wir einfach ab.
Aber klar ist, wohin die Reise der US-amerikanischen Tech-Riesen geht: Klar in Richtung VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality). Mark Zuckerberg ist ein Fan dieser Zukunft und hat 10.000 neue Mitarbeiter für den Bereich in Europa angekündigt. Apple arbeitet mit Hochdruck an einer AR-Brille. Google hatte mit Google Glass zu früh ein Produkt auf den Markt geworfen, ist aber noch immer im Rennen. Microsoft überzeugt mit der Hololens.

Der Begriff Metaverse ist mir 1992 das erste Mal unter gekommen. Damals las ich den Roman Snow Crash von Neal Stephenson, die literarische Grundlage von VR. Neuromancer von William Gibson ging Richtung Cyberspace. Immer die Frage im Mittelpunkt: Was kommt nach dem Internet?

Ob technisch möglich oder noch reine Zukunftsmusik ist mir im Moment egal. Die Vision nach virtuellen Welten treibt die Unternehmen voran – auch Zuckerberg mit seiner Oculus-Brille und Horizont als Plattform geht diesen Weg in virtuelle Welten konsequent. Vor Jahren bin ich in Second-Life herumspaziert und war von der Idee angetan. Horizont von Zuckerberg geht diesen Second-Life-Weg konsequent.

Wer sich mit VR beschäftigt, der muss seinen Jaron Lanier gelesen haben.

Neben den Pinonierromanen von Neal Stephenson und William Gibson hat mich das Buch Anbruch einer neuen Zeit: Wie Virtual Reality unser Leben und unsere Gesellschaft verändert von einem meiner Lieblingsautoren Jaron Lanier immer wieder zum Nachdenken gemacht. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels hatte 2017 ein Buch geschrieben, wie VR unser Leben und unsere Gesellschaft verändert. Ich denke, Mark Zuckerberg hat dieses Buch auch gelesen.
Jaron Lanier, 1960 in New York geboren, ist Internetpionier der ersten Stunde und prägte Begriffe wie Virtual Reality oder Avatar. Laut Encyclopaedia Britannica ist er einer der 300 wichtigsten Erfinder der Geschichte. Er lehrte u.a. an der Columbia, in Yale und Berkeley. Heute arbeitet er für Microsoft Research.

Das Buch Anbruch einer neuen Zeit: Wie Virtual Reality unser Leben und unsere Gesellschaft verändert ist eine visionäre Liebeserklärung an eine Technologie, die ungeahnte Chancen bietet und gleichzeitig ein immenses Missbrauchspotential birgt. Dabei wirft er einen unvergleichlichen Blick darauf, was es im Angesicht unbegrenzter Möglichkeiten heißt, heute Mensch zu sein.

Es ist ein sehr persönliches Buch. Es geht um die Familiengeschichte. Ein Teil seiner Familie wurde im Holocaust von den Nazis getötet, seine Mutter starb bei einem Autounfall und Jaron wuchs als Außenseiter auf. Er sehnte sich nach anderen Welten. Das war sicher eine der Motivationen, als ins Valley kam und sich mit VR auseinandersetzte. Er betrieb von 1984 bis 1990 mit VPL Research ein Unternehmen zur Entwicklung und Vermarktung von Virtual-Reality-Anwendungen. Einige Geräte von VPL konnte man 1992 im Film Der Rasenmäher-Mann sehen, ein schlechter Film, aber ungemein visionär für den VR-Bereich.

Lanier diskutiert in seinem Buch Anbruch einer neuen Zeit: Wie Virtual Reality unser Leben und unsere Gesellschaft verändert sehr leidenschaftlich und verständlich über 50 verschiedene Definitionen von VR und setzt sich in unterschiedlichen Sicht- und Herangehensweisen mit der Vision VR auseinander. Es steht für mich der Satz im Mittelpunkt: Virtuelle Realität braucht den Menschen, denn immer geht es um die Erweiterung der inneren Wahrnehmung mithilfe technischer Mittel.

Bei meiner Lektüre bin ich auf einen alten Spiegelartikel aus dem Jahre 2014 gestoßen. Hier äußert sich Lanier über Mark Zuckerberg: „Mark Zuckerberg ist definitiv nicht Stalin. Er ist nicht mal Lenin. Er hat eine gewisse Arroganz, aber er ist kein schlechter Mensch. Was all diese Pioniere letztlich antreibt, ist im Grunde der Versuch, den Tod zu verleugnen.“

Ich bin gespannt, wie der neue Name von Facebook aussehen wird und welchen Weg Mark Zuckerberg gehen wird. Vielleicht trifft er sich hinter den Kulissen mit Jaron Lanier und beide diskutieren die Zukunft des Internets. Spannend bleibt es allemal.